Leserstimmen zu
Erste Hilfe für die Seele

Angélique Mundt

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Angélique Mundt spricht in ihrem Buch etwas an, das mir auch unheimlich wichtig ist. Es hilft niemanden wenn man die Dinge, so schrecklich sie auch sein mögen, nicht beim Namen nennt. Manche werden es vielleicht, so empfinden, dass die Überbringer von Todesnachrichten mit der Tür ins Haus fallen, doch dies ist wichtig um sofort klare Verhältnisse zu schaffen. In einem Kapitel schreibt sie auch über die Arbeit mit Kindern, diese Aussagen müssten ganz viele Menschen lesen, es ist wichtig den Tod beim Namen zu nennen, nicht eingeschlafen oder mit anderen Umschreibungen. Wir können nicht von uns Erwachsenen auf Kinder schließen. Keiner möchte, das Kinder Angst bekommen selbst Abends einzuschlafen, fordern das aber vielleicht durch diese Umschreibung heraus. Ebenso stimme ich 100% mit der Autorin überein, dass es wichtig ist den Verstorbenen zu sehen, evtl. zu berühren um einfach zu begreifen, dass es diesen Menschen nicht mehr gibt. Ich selbst war schon als Kleinkind mit auf Beerdigungen und nahm mit 4 Jahren Abschied von meiner heiß geliebten Uroma. Dies hat natürlich dem Tot nicht unbedingt einfacher für mich gemacht, doch ich weiß er ist ein Teil des Lebens und nichts vor dem man sich fürchten muss, oder das man nicht ansprechen darf, auch vor Kindern. Ich danke meinen Eltern, dass sie alles richtig gemacht haben, jedenfalls sagt dies auch dieses Buch. Natürlich geht es in diesem Buch ganz viel um Tod und um die Hinterbliebenen und wie sie diese Nachricht aufnehmen, doch es ist auch ein Buch über die Überbringer dieser Nachrichten. Man erhält in 4 Kapiteln Einblick in die Arbeit des Hamburger Kit (Kriseninterventionsteam) und ist plötzlich dort mit den Hinterbliebenen, was kein Tatort oder anderer Krimi so zeigt. Die Fälle im Buch sind echte Begebenheiten, doch so verändert, dass die Menschen hinter den Geschichten geschützt sind. Kein Buch zum abschalten, vielleicht sogar zum mitfühlen, an einer Stelle kamen mir dir Tränen.

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Die Psychologin Angelique Mundt leitet in Hamburg das Kriseninterventionsteam und hat nun über ihre Erfahrungen ein Buch mit dem Titel "Erste Hilfe für die Seele - Einsatz im Kriseninterventionsteam" geschrieben. Bereits nach kurzer Zeit des Lesens spürt man, das dies keine gewöhnliche Tätigkeit ist, die man halt mal so eben tut. Es ist ein wahrhaftig schwieriger Job, in dem Empathie und Sensibilität gefragt sind. Denn sie muss Todesnachrichten überbringen, Angehörige betreuen wie beispielsweise eine Großfamilie, deren Tochter vermisst wird. Angelique Mundt begleitet die Polizei, wenn Todesnachrichten überbracht werden müssen nach Gewaltverbrechen oder Verkehrsunfällen. Das Buch liest sich wie ein Krimi und doch ist es menschlich, wenn auch nicht für jeden geeignet, da es sehr hart ist zu lesen. … Ich versuche, den Menschen in den schwärzesten Stunden ihres Lebens beizustehen. Ich leiste „Erste Hilfe für die Seele“, das ist die Aufgabe der Menschen, die für das KIT, das Kriseninterventionsteam, arbeiten. (Seite 11) Und dennoch ist es beruhigend zu lesen, mit viel Wärme und Menschlichkeit Frau Mundt und ihr fabelhaftes Team mit all den grausamen Dingen umgehen. Mit viel Anteilnahme sie ihrer Arbeit nachgeht und auch ihre Gabe, sich einlassen können auf die jeweiligen Menschen. Wir alle brauchen in Krisenzeiten die Unterstützung unserer Mitmenschen. Und wie Frau Mundt zeigt, oftmals sind es auch nur kleine Dinge oder einfach nur da sein und hinhören, um anderen Hilfe zu sein. … Ich ertrage das Schweigen und die nicht versiegenden Tränen. Es ist auszuhalten. Man kann helfen, die Last zu tragen. Ohne die „richtigen“ Worte. Mit dem Herzen und der Hand. (Seite 128) Fazit: Ein sehr berührendes Buch voller Herzenswärme und purer Menschlichkeit! Sehr empfehlenswert - vor allen Dingen für alle Menschen, die im helfenden Bereich tätig sind!

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Inhalt Ein Buch, dem ich gleich ganz viele Eigenschaften zuschreiben möchte. Es ist interessant, weil es viele Ereignisse aus der Arbeit im Kriseninterventionsteam (KIT) erzählt. Es ist lehrreich, weil es über die Hintergründe der Arbeit im KIT berichtet. Es ist erschütternd, weil die Geschichten so erzählt werden, dass man mit den Mitarbeitern des KIT wie auch mit den Betroffenen mitfühlen kann. Es ist hilfreich, weil es Informationen darüber enthält, wo man sich im Notfall hinwenden kann. Es ist inspirierend, weil es über die Befriedigung berichtet, die man aus ehrenamtlicher Arbeit ziehen kann, und damit anregt, sich selbst stärker ehrenamtlich zu betätigen. Subjektive Eindrücke Da mein Mitfühlen häufig in Mitleiden umschlug, musste ich das Buch hin und wieder aus der Hand legen. Ansonsten hätte ich es wohl in einem Zuge durchgelesen. Am Schreibstil und der Art der Aufbereitung der Informationen kann man gut spüren, dass Frau Mundt eine erfahrene Autorin ist. Ich habe bisher selten Sachtexte gefunden, die so eingehend und rund geschrieben waren. Fazit Ein sehr lesenswertes Buch. Allerdings ist es wohl zu spät, es zu lesen, wenn man selbst in einer solchen Notlage steckt. Also lieber gleich ran an das Buch😉. Ich danke dem Verlag sehr herzlich für das Zur-Verfügung-Stellen des Rezensionsexemplars.

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Eben noch hat die Mutter mit dem geliebten Kind am Frühstückstisch gescherzt, gelacht, philosophiert oder gestritten und zwei Stunden später ist nichts mehr, wie es einmal war. Polizeibeamte überbringen eine Todesnachricht! Das eigen Fleisch und Blut ist aufgrund eines Verkehrsunfalls vor gerade einmal einer Stunde am Unfallort verstorben. Was kann es Schlimmeres geben? Menschen, die derartige Nachrichten empfangen, befinden sich von nun an in einem Ausnahmezustand. Niemand weiß, wie beispielsweise die Mutter, die gerade die Todesnachricht erhält, reagiert. Wird sie losschreien? Wird sie lachen, weil sie im ersten Moment alles nur für einen ganz bösen Scherz hält oder wird sie gar ohnmächtig? Hier ist sofortige professionelle Hilfe gefragt. Kriseninterventionshelfer treten aus dem Dunkel ans Licht. Psychologen, die sich ehrenamtlich für die engagieren, die durch den plötzlichen Tod eines nahestehenden Menschen, sei es durch einen Terrorakt, Mord oder Verkehrsunfall, auf einmal mit dem konfrontiert werden, was man normalerweise nur in Zeitungen liest oder im Fernsehen verfolgen kann. Ehrenamtliche Helfer, wie die Leiterin des Hamburger Kriseninterventionsteams Angélique Mundt, die die Betroffenen die erste Zeit nach dem Schicksalsschlag begleiten. Angélique Mundt nimmt den Leser mit in ihren Alltag als Kriseninterventionshelferin. Sie begibt sich an verschiedene Tatorte, bespricht sich mit den diensthabenden Polizisten vor Ort, wie man an die Angehörigen der Toten herantreten wird. Denn eines ist klar, so wie wir Einsätze aus deutschen Filmen kennen, so spielen sie sich nicht ab. Polizisten müssen den Angehörigen nicht allein die Todesnachricht überbringen. Sie sind es, die der Familie mit klaren Worten zwar vom Tode berichten, aber im Hintergrund wirken schon die Kriseninterventionshelfer, deren Aufgabe es in diesem Moment ist, den Angehörigen zur Seite zu stehen. Sei es durch ein einfühlsames Gespräch, durch Berührungen oder aber auch durch weitere ärztliche Hilfe, die eingeleitet werden muss, da Angehörige selbstverständlich auch kollabieren können. Aber auch die Polizisten benötigen Rückhalt und Unterstützung. Wie schrecklich muss es sein, an einen Unfallort zu kommen und dort ein Kind im Alter des womöglich eigenen Kindes vorzufinden, dass von einem LKW überrollt wurde und verstorben ist. Auch hier greift die Unterstützung der psychologischen Helfer. Und wer glaubt, dass Angehörige in kalten Leichenhallen stehend die Identifizierung des Leichnams vornehmen müssen, der sei beruhigt, auch hier gaukeln Tatort und Co. eine Welt vor, die es nicht gibt. Leichen werden von Polizisten und Pathologen identifiziert. Persönliche Papiere werden am Unfallort gesichtet und wenn keine eindeutige Indentifizierung möglich ist, dann werden DNA-Abgleiche gemacht. Kein Vater, keine Mutter oder wer auch immer, wird in einen Raum der Ruhe und nicht etwa in eine Leichenhalle in Begleitung eines Kriseninterventionshelfer gebeten, bevor nicht feststeht, dass der Leichnam nicht das eigene Kind, die eigene Frau, der Vater oder die Mutter ist. Angélique Mundt schreibt in offener und berührender Art und Weise, was den Alltag der Kriseninterventionshelfer ausmacht. Nein, hier schreitet niemand zur Tat, der monatlich für all das Leid, was auf ihn wartet, entlohnt wird. Nein, hier stellen sich Menschen zur Verfügung, die Hinterbliebenen in den ersten viel zu schweren Stunden Wärme oder aber auch nur Verständnis entgegenbringen. Nicht jeder kann die Nähe eines Helfers ertragen, der ihm doch eigentlich fremd ist und das geschulte Personal weiß natürlich auch, wie man mit diesen Menschen umgehen muss, was ihnen jetzt gut tut. Chapeau den Menschen, die diese wichtigen Aufgaben tagtäglich ausführen und deren Job doch meist im Verborgenen bleibt.

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Ein Buch, das zeigt, wie wichtig das Leben ist

Von: Maria L. aus Kamp-Bornhofen

19.12.2016

Der Mensch von heute lebt schnell und denkt nicht weiter darüber nach, dass das Leben , sein Leben morgen schon anders aussehen kann. Er rechnet damit hochbetagt und zufrieden zu sterben. Was ist jedoch, wenn er plötzlich im Supermarkt einen schweren Herzinfarkt erleidet, den er nicht überlebt ? Was ist, wenn die Tochter morgens aus dem Haus geht und nicht mehr wiederkommt, weil sie Minuten später unter das Auto geraten ist ? Oder wenn man einkaufen geht und beim Nachhausekommen feststellt, der Ehemann hat einen Suizid begangen und dabei das ganze Haus abgebrannt ? In diesen Fällen verständigt die Polizei in Hamburg das Kriseninterventionsteam , kurz KIT genannt. Die Autorin ist eine von vielen Ehrenamtlichen, die Tag und Nacht bereit sind, im Falle eines Falles zu helfen. Einen kleinen Einblick vermittelt dieses Buch. Dabei geht es hier nicht darum, seine Neugierde zu befriedigen, indem man möglichst viele Details zu schlimmen Fällen erfährt. In erster Linie erhält der Leser einen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der Helfer vor Ort und wie Angehörige auf diese schlimmen Nachrichten reagieren. Auf sehr einfühlsame Weise vermittelt die Autorin das Wissen, wie man anderen Menschen in Notsituationen hilft. Und das bedeutet manchmal auch ,einfach nur dazusein. Nebenbei erfährt man auch so Dinge, dass es Sache der Polizei ist, Angehörige über den Tod eines Familienmitglieds zu informieren oder auch etwas über die Trauerphasen beim Kind. Die Autorin ist hauptberuflich Psychologin mit eigener Praxis und hat von daher ein geschultes psychologisches Auge für viele Situationen. Die im Buch geschilderten Fälle nehmen den Leser mit und so manches Mal hat mich ein beschriebener Fall sehr mitgenommen. Es geht nie zu sehr ins Detail, die Privatsphäre wird immer gewahrt, aber es gelingt der Autorin, dass man als Leser trotzdem miteingebunden wird und versteht, was da gerade passiert. Ich halte das Buch für sehr wichtig und es wäre wünschenswert, dass sich viele mit diesem Thema auseinandersetzen. Die Autorin , aber auch der Leser, haben nun eine ganz andere Sicht auf das Leben. Man erkennt, wie kostbar das Leben ist und das sich sehr schnell alles ändern kann. Nutzen wir die Zeit , die wir haben mit unseren Lieben und investieren wir in unsere Mitmenschen. Damit wir eines Tages nicht erkennen müssen, dass wir viel zu sorglos mit unserer Zeit umgegangen sind. Das Buch macht nachdenklich über das eigene Leben und fragt auch danach, ob wir bereit sind, für andere dazusein, wenn sie uns brauchen. Nicht jeder ist dafür geeignet bei KIT mitzuhelfen, aber man kann auch im Kleinen aktiv werden, Zeit für andere haben, zuhören uä. Fazit: Ein sehr wichtiges und einfühlsames Buch. Volle Lesempfehlung !

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*** AUS DEM BUCH: *** … Ich versuche, den Menschen in den schwärzesten Stunden ihres Lebens beizustehen. Ich leiste „Erste Hilfe für die Seele“, das ist die Aufgabe der Menschen, die für das KIT, das Kriseninterventionsteam, arbeiten. (Seite 11) … Oft wünsche ich mir, zu erfahren, was aus ihnen geworden ist. Aus den Menschen, deren Welt wir in tausend Stücke geschlagen haben, als wir ihre Klingel drückten. Aus den Menschen, die ich im Arm gehalten habe. (Seite 39) … Stumm drückt sie meine Hand. Wir haben wenig über seinen Tod geredet. Dafür über sein Leben. Auch das ist ein Ausdruck von Trauer. Von Dankbarkeit und Wehmut. Und von Liebe. (Seite 77) … Ich ertrage das Schweigen und die nicht versiegenden Tränen. Es ist auszuhalten. Man kann helfen, die Last zu tragen. Ohne die „richtigen“ Worte. Mit dem Herzen und der Hand. (Seite 128) … Ich habe erfahren, wie viel schöner das Leben ist, wie viel intensiver die guten Gefühle, wenn ich den Unterschied spüren kann. Wenn ich auch das Negative, Belastende zulasse und als Teil des Lebens respektiere. (Seite 256) *** INHALT UND FAZIT: *** „Erste Hilfe für die Seele“ ist ein zutiefst berührendes Buch voller Herzenswärme und Menschlichkeit. In ihrem beeindruckenden Werk erzählt die Autorin Angélique Mundt über ihre jahrelangen Erfahrungen als KIT-Helferin. Anhand von erlebten Einzelfällen zeichnet sie ein hervorragendes Bild über ihre Tätigkeit, in der sie zahlreichen Menschen mit all ihrem fachlichen Wissen, aber vor allem mit ganz viel Herz zur Seite steht. Sie versucht, das Unbegreifliche begreifbar zu machen und erste Wege aus der empfundenen Dunkelheit aufzuzeigen. Sehr einfühlsam berichtet die Autorin von ihren Einsätzen und macht ihre Erlebnisse für den Leser nachspürbar. Durch das große Einfühlungsvermögen der Autorin liest man ihr Buch trotz des traurigen Themas sehr gerne, und ihre Ehrlichkeit, was die eigene Person angeht, weckt zudem Sympathie. Wenn der Tod ein Gesicht bekommt, kommen die ehrenamtlichen Kit-Mitarbeiter zum Einsatz. So schnell wie möglich, Tag und Nacht, solange wie nötig, und mit unglaublich viel Fingerspitzengefühl. Eine physisch und psychisch anspruchsvolle Aufgabe, die ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft, Belastbarkeit und Empathie erfordert. Von Kapitel zu Kapitel wird der Respekt vor dieser eindrucksvollen Leistung immer größer und kann letztendlich gar nicht hoch genug geschätzt werden. Das machen die Ausführungen von Frau Mundt sehr deutlich. Eine derartige Aufgabe geht nicht spurlos am eigenen Leben vorbei, öffnet den Blick für die wesentlichen Dinge im Leben und weckt Demut. Auch darauf geht die Autorin mit wunderbaren und nachdenklich stimmenden Worten ein. Sterben und Tod sind Themen, die unbequem sind und gerne tabuisiert werden. Doch so einfach ist das nicht. Das Leben ist endlich und der Tod klopft irgendwann an jede Tür. Es ist für betroffene Angehörige sehr wichtig, dass sie ihre Trauer ausleben und dem gefühlten Schmerz Raum geben dürfen. Jeder Mensch reagiert anders auf den Tod eines geliebten Menschen und jede Reaktion ist richtig. Durch diese und noch viele andere ratgebende Hinweise kann dieses Buch eine wertvolle Hilfestellung sein für Betroffene, aber auch für diejenigen, die unsicher sind im Umgang mit trauernden Menschen. Für mich persönlich war diese bewegende und eindringliche Lektüre eine bereichernde Leseerfahrung, die ich nicht missen und die ich jedem unbedingt ans Herz legen möchte. Ein informativer Anhang rundet das großartige Gesamtbild ab. Sehr gerne vergebe ich hiermit überzeugte, respektvolle und dankbare fünf Sterne!

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Halt geben in Notsituationen

Von: Curin aus Bielefeld

10.12.2016

Angelique Mundt arbeitet ehrenamtlich im Kriseninterventionsteam (KIT) in Hamburg mit. Immer dann, wenn Angehörigen eine schwere Nachricht wie der Tod eines nahen Angehörigen überbracht werden muss oder Menschen in einer anderen schweren Situation Unterstützung und Beistand benötigen, wird sie oder jemand ihrer Kollegen angerufen. In diesem Buch gibt sie einen Einblick in die Arbeit des KIT und erzählt von vielen Einsätzen. Das Buch hat mich vielen Stellen sehr berührt und viele der geschilderten Einsätze sind mir nach dem Lesen noch in Erinnerung geblieben. Man fühlt richtig mit den Betroffenen mit, die von von einem Moment auf den anderen einen lieben Menschen verloren haben. Wie gut, dass es das KIT und Menschen wie Frau Mundt gibt, die in solchen Situationen trösten, stützen und Halt geben. Mich hat beeindruckt, mit viel Wärme und Nächstenliebe Kraft gespendet und dabei auch jede Art zu trauern respektiert wird, solange sich niemand selbst verletzt. Für mich konnte ich eine ganze Menge aus dem Buch mitnehmen. Auch wenn nicht jeder für die Arbeit im KIT geschaffen ist, kann man doch auf Menschen in seiner Umgebung, die gerade Schlimmes erlebt haben, zugehen und einfach trösten. Dabei ist gar nicht entscheidend, was oder ob man überhaupt etwas sagt, sondern dass man einfach da ist und Anteil nimmt. Interessant fand ich auch die vielen Exkurse im Buch. So erfährt zum Beispiel viel darüber, wie Kinder mit dem Tod umgehen und was sie in welchem Alter davon begreifen können. Das ist manchmal mehr als man denkt. Auch das Tabuthema in der Gesellschaft Selbstmord wird nicht ausgespart. Frau Mundt gelingt es, die Erlebnisse so zu schildern, so dass man als Leser fast glaubt, man wäre dabei gewesen. Sie beschönigt und verharmlost nichts, sondern zeigt die ganze Härte des Leids. ,,Erste Hilfe für die Seele" hat mich beeindruckt. Daher kann ich das Buch an alle weiterempfehlen, die sich für die Arbeit des KIT interessieren und einen echten Einblick bekommen möchten.

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Wenn das Leben zuschlägt, hilft das KIT

Von: Queenelyza aus Esslingen

28.11.2016

Bücher von und über Menschen, die über ihre beruflichen Erlebnisse in Buchform berichten, sind seit einigen Jahren aus der Leselandschaft nicht mehr wegzudenken. Und was es da so alles gibt: vom Profiler über den Tatortreiniger, von der Polizistin über den Notarzt, alle berichten authentisch, doch nicht unbedingt immer gelungen von den Fällen und den Menschen, mit denen sie es während ihres Jobs zu tun bekommen. Zunächst scheint sich Angélique Mundts Buch "Erste Hilfe für die Seele" hier nahtlos einzureihen - aber eben nur fast. Bis auf eine Ausnahme zuvor jetzt haben mich derartige Memoiren selten berührt, man liest sie eher aus Sensationslust, um sich hinterher zu schütteln und sich beruhigt zurückzulehnen, weil es einem selbst ja doch gut geht. Denn sie schildern normalerweise eher Fälle, die skurril, aufsehenerregend und publikumswirksam sind. Das ist in diesem Buch anders. Es sind eigentlich ganz normale, wenn auch tragische Begebenheiten, bei denen ein Mensch ums Leben kommt. Und Frau Mundt, die ehrenamtlich bei einem Kriseninterventionsteam arbeitet, hat zusammen mit ihren Kollegen die Aufgabe, den Menschen nach Mitteilung der Todesnachricht beizustehen. Ein wichtiger, ein lebensnotwendiger Job, denn oft sind die Angehörigen danach begreiflicherweise mehr als verzweifelt. Einige der Geschichten sind fast ganz alltägliche Tragödien. Der Familienvater, der beim Einkaufen im Supermarkt am Herzinfarkt verstirbt, das Baby, das den plötzlichen Kindstod erleidet - aber das Buch beinhaltet auch Geschichten, die fassungslos machen. Suizid etwa - oder Gewaltverbrechen. Und fast jede einzelne wird so behutsam und doch mitfühlend erzählt, dass einem danach der Kloß ganz tief im Hals sitzt. Und genau das ist hier der Unterschied zu den anderen Büchern dieser Couleur - es gelingt Angélique Mundt, die Familien und Menschen hinter diesen Tragödien lebendig zu machen, ihren Schmerz, ihre meist unberechtigte Hoffnung, ihre Verzweiflung und ihre Strategien, mit dem Unfassbaren zurecht zu kommen. Sie schafft es perfekt, diese Gefühle direkt zum Leser zu transportieren. Und durch die den Kapiteln nachgestellten fachlichen Ergänzungen kommt man ihrer Arbeit beim Kriseninterventionsteam noch einen Schritt näher und kann vieles besser verstehen. Hut ab vor den Menschen, die eine derartige Arbeit tun (können), vor den Menschen aus diesem Buch und ganz besonders vor der Autorin, die diese wichtigen Geschichten in einer Art und Weise erzählt, die wohl kaum einen Leser kalt lassen wird.

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