Leserstimmen zu
6 Uhr 41

Jean-Philippe Blondel

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Wieviel man über einen Moment schreiben kann ohne langweilig zu werden... <3 Autor: Jean-Philippe Blondel Verlag: Goldmann Band: Einzelbuch Seiten: 166 Für Fans von: ? Romantik: ❤❤❤♡♡ Humor: ❤❤❤♡♡ Schreibstil: ❤❤❤❤♡ Anspruch: ❤❤❤❤♡ Überraschung: ❤❤❤♡♡ Spannung: ❤❤♡♡♡ Story: ❤❤❤❤♡ Gesamtwertung: ❤❤❤♡♡ Ich beginne wie immer von außen nach innen: Um ehrlich zu sein, macht das Cover meiner Meinung nach nicht viel her und dennoch hat es mich sehr angesprochen :D Ich hag das Bild .. es lässt mich träumen und ich hab auch ein klein wenig Fernweh, wenn ich den Zug im Sonnenlicht sehe ;) Ich kann leider dieses mal nicht zu jedem Punkt etwas sagen, weil einfach alles iwie miteinander verwickelt ist und ich wegen der Kürze des Buchs zu viel verraten würde. Deswegen fasse ich mich dieses Mal sehr allgemein: Das Gesamte Buch umschreibt einen Moment. Diesen Moment kennen wir wahrscheinlich alle: etwas verändert sich. Man trifft einen alten Freund, riecht einen bekannten Geruch oder erlebt etwas, was man so ähnlich schon mal erlebt hat: es wirft einen um gefühlte 100 Jahre zurück und man überdenkt alles, was sich seither zugetragen hat. An sich klingt das vllt langweilig, wenn man bedenkt, dass man 166 Seiten nur über diesen Moment liest, aber so ist das gar nicht! Der Autor schreibt wirklich gut! Man ist immer bei den Protagonisten dabei und kann so gut nachvollziehen, was sie fühlen und denken. Zumindest ging es mir so. Stellenweise hat es so gut gepasst, dass ich hin und wieder kurz kichern musste ;) Es ist das perfekte Buch für zwischendurch und eine tolle Geschichte über das reale Leben! Meine Empfehlung habt ihr auf jeden Fall! Von mir gibt es lieb gemeinte 3 von 5 möglichen Herzen! <3 Eure Carina

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Inhalt Cécile sitzt auf dem Rückweg nach Paris im 06 Uhr 41 Zug. Der Platz neben ihr ist noch frei, doch es dauert nicht lange, da setzt sich zu ihrem Entsetzen ein alter Bekannter neben sie. Auch Leduc hat Cécile erkannt. Anstatt aber miteinander zu reden, denken beide an ihre vergangene gemeinsame Zeit und wie sie endete. Eigene Meinung Bis auf einige Stellen, die ich dann sogar zweimal lesen musste, ließ es sich echt flüssig lesen. Ungewohnt war, dass die beiden wirklich kaum miteinander reden und jeder in seiner eigenen Gedankenwelt versunken ist. Beide lassen ihre damalige Beziehung unterschiedlich Revue passieren und fragen sich die ganze Zeit, ob sie den jeweils anderen ansprechen und worüber sie dann überhaupt reden sollen. Denn was wirklich zwischen ihnen geschehen ist, kommt für den Leser nur Stück für Stück ans Licht. Und so erfahren wir auch nur nach und nach welche Gefühle die beiden noch für einander haben. Spannung kommt allerdings nur auf, wenn beide wieder kurz davor sind, den anderen anzusprechen, und trotzdem wollte man die ganze Zeit über wissen, wie die Geschichte wohl endet. Fazit Auch, wenn das Buch mit seinen knapp 200 Seiten recht kurz ist, war das Lesevergnügen sehr hoch. Man fühlt immer mehr mit beiden mit und vor allem das Ende hat mich nach diesem doch eher seichterem Roman unglaublich begeistert! Eigentlich hatte ich vor, dem Buch drei Sterne zu geben, aber diese letzten paar Seiten haben für mich alles verändert.

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Cecile und Philippe waren vor fast dreißig Jahren für ein paar Monate ein Liebespaar. Er der beliebte und gutaussehende Student, sie eher schüchtern und unscheinbar. Nach der Trennung haben sich die Beiden nicht mehr gesehen und nun sitzen sie sich plötzlich im 6 Uhr 41 Zug nach Paris gegenüber. Beide wissen nicht, wie sie sich verhalten und ob sie sich zu erkennen geben sollen. Die einst unscheinbare Cécile ist eine selbstbewusste und elegante Geschäftsfrau geworden, die ihre eigene Pflegeprodukte-Linie erzeugt und verkauft. Philippe jedoch wirkt wie ein alter Mann, dem das Schicksal übel mitgespielt hat. Der einst sportliche und hübsche junge Mann hat sich mit Bauch und Glatze in einen Durchschnittstypen verwandelt. Beide grübeln wie es den anderen wohl ergangen sein mag und beginnen, jeder für sich, an die Zeit von damals zurückzudenken. Dabei kommt auch immer wieder die Reise nach London ins Spiel, die zur Trennung der Liebenden führte. Die ganze Geschichte spielt sich in den Köpfen der Hauptfiguren ab, die während der Fahrt ihren Gedanken nachhängen und an die Zeit von damals zurückdenken. Die einzelnen Kapitel sind in der Ich-Form und im Wechsel - einmal aus der Sichte von Cécile und einmal aus der von Philippe - geschrieben. Dabei sprechen die Beiden nicht miteinander, sondern der Leser erlebt eine Art "Was-wäre-wenn" Dialog. Die Geschichte mutet an ein Kammerspiel und erinnerte mich an Glattauers "Die Wunderübung", auch wenn es sich hier um keine Komödie handelt, sondern der Roman eher in die Richtung Drama geht. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und bildhaft. Ich konnte mir Cécile und Philippe sehr gut vorstellen und liest sich sehr gut. Gefallen hat mir auch der französische Flair, den Romane aus Frankreich ganz einfach immer wieder besitzen. Leider kamen bei mir die Gefühle und Empfindungen der beiden Protagonisten nicht ganz an. Auch hatte ich nicht damit gerechnet, dass Cécile und Philippe nicht wirklich miteinander sprechen würden, sondern nur in ihren Gedanken. Trotzdem regt der Roman nach dem Zuschlagen der letzten Seite zum Nachdenken an und hat mich noch einige Zeit später beschäftigt. Fazit: Ein ruhiger französischer Roman ohne wirklichen Höhen und Tiefen, der aber trotzdem im Gedächnis bleibt und zum Nachdenken anregt. Eine Alltagsgeschichte mit Flair!

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6 Uhr 41

Von: Buchmomente

12.03.2016

Im Frühzug nach Paris treffen Cécile und Philippe aufeinander und sitzen nebeneinander auf der ungefähr 90 Minuten dauernden Fahrt. Sie kennen sich aus ihrer Jugend, als sie ein LIebespaar waren, haben sich dann aber im Streit getrennt - doch hier im Zug nebeneinander sitzend wagen sie es nicht, den anderen anzusprechen; vielmehr hängt jeder seinen Gedanken nach, und bei beiden ist es die Zeit vor über 20 Jahren, über die sie nachdenken. Ich hatte gedacht, die beiden würden tatsächlich auch ins Gespräch kommen – dem ist aber nicht so, und deshalb war ich zunächst ein wenig enttäuscht. Ich konnte mich aber gut auf die andere Situation einlassen und fand die Art des Erzählens sehr gelungen. Erzählt wird die Geschichte nämlich in Ich-Form, immer abwechselnd hängen Cécile und Philippe ihren Gedanken nach. Beide denken an die Zeit, als sie ein Paar waren, wie es zur Trennung kam, beide reflektieren auch ihre eigenen Verhaltensweisen durchaus kritisch und überlegen, was hätte werden können und was tatsächlich geschehen ist. Interessant fand ich den „Tausch“ beider Rollen – war Philippe in der Jugend der gutaussehende und erfolgreiche junge Mann und Cécile das verhuschte schüchterne Mädchen, verhält es sich 20 Jahre später fast genau umgekehrt. Mir hat es gefallen, in die beiden Köpfe hineinzuschauen, auch wenn ich beide Charaktere nicht sonderlich sympathisch fand und ich sie in ihren Handlungsweise – weder in der Gegenwart noch in der Vergangenheit – verstanden habe. Gelungen fand ich die Darstellung, was eine Begegnung auslösen kann, wie viel von einem vergangenen Moment tatsächlich noch in Erinnerung bleibt und wie sich die Wahrnehmung ändern kann. Der Schreibstil war der jeweils gerade in Rückblenden versunkenen Person angepasst – bei Cécile war er geprägt von kurzen abgehackten Sätzen, die zwischen verschiedenen Szenen immer hin und her gesprungen sind und so ihre Zerrissenheit und vermeintliche Überlegenheit gezeigt haben. Bei Philippe war der Schreibstil runder, mit längeren Sätzen, er blieb in Gedanken viel länger bei einzelnen Szenen, wirkte insgesamt wehmütiger und melancholischer. Letztlich aber sind beide völlig verunsichert in ihrer Situation und wissen nicht so recht, damit umzugehen. Natürlich habe ich als Leser gedacht, wann die beiden denn nun ein Gespräch miteinander beginnen und am Ende gibt es auch kleine Ereignisse, die geradezu dahindrängen, letztlich aber bleibt das Ende offen und lässt dem Leser viel Platz für eigene Spekulationen. Das Buch ist nicht spannend im herkömmlichen Sinne, hat mich aber noch Tage nach Beenden gedanklich beschäftigt, weil es einfach interessante Einblicke in unterschiedliche Seelen geboten und mich zum Nachdenken angeregt hat. Ich gebe daher knappe 4 von 5 Sternen. Mein Fazit Ein interessantes Setting, das Einblicke in die Gedanken und Gefühle zweier Menschen erlaubt, die sich nach über 20 Jahren zufällig wieder in einem Zug begegnen, sich aber nicht zu erkennen geben. Jeder hängt seinen eigenen Gedanken nach, ein Gespräch entsteht nicht und doch sinnieren beide über das Gleiche. Das Buch ist nicht unbedingt spannend, hat mich aber noch Tage nach Beenden gedanklich beschäftigt. Ich gebe ihm daher knappe 4 von 5 Sternen.

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