Leserstimmen zu
Als unsere Herzen fliegen lernten

Iona Grey

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"Als unsere Herzen fliegen lernten" ist das bislang einzige Buch der britischen Schriftstellerin Iona Grey, das auf Deutsch erschienen ist. Es spielt auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen und liefert vier Erzählperspektiven, die aber auf wunderbare Weise miteinander verwoben sind. Die Geschichte von Jess und Will bildet dabei die Rahmenhandlung; die wesentlich detaillierter erzählte Geschichte von Stella und Dan erfahren wir zum einen durch einen erzählenden Text, der primär die Perspektive der jungen Pfarrersfrau schildert, und zum anderen durch die Briefe, die Dan ihr während seiner Zeit in Großbritannien schreibt. Grey wechselt dabei mit einer beneidenswerten Leichtigkeit zwischen dem London der Vierzigerjahre und dem der Gegenwart. Protagonisten der historischen Handlung sind die frisch verheiratete Stella Thorne und der amerikanische Flieger Dan Rosinski. Stella ist in einem Waisenhaus aufgewachsen und hat ihre erste Anstellung als Haushälterin bei Charles Thorne, einem etwas älteren Pfarrer, gefunden, der sie schon nach kurzer Zeit um ihre Hand bittet. Stella ist ein ruhiges, schüchternes, loyales, aber auch naives Mädchen. Sie träumt von einer zärtlichen, liebevollen, gleichzeitig aber auch leidenschaftlichen Beziehung, wie sie sie aus dem Kino kennt. Als Waisenkind sehnt sie sich darüber hinaus nach einer eigenen Familie, nach einem eigenen Zuhause. Dass sie alles andere als das bekommen wird, signalisiert die Autorin schon durch die zerrissenen, blutbefleckten Handschuhe, die sie an ihrem Hochzeitstag trägt (eine sehr simple Symbolik). Aber jede Leserin, die Zeugin davon wird, wie Charles seine Frau auf ihrer Hochzeit behandelt – und wem er deutlich mehr Aufmerksamkeit schenkt! –, weiß spätestens hier, dass die Geschichte eher tragisch verlaufen wird. In den darauffolgenden Monaten muss Stella feststellen, dass die Ehe-Realität wenig mit Hollywood-Filmen zu tun hat. Ihr Mann ist distanziert und kühl, von Leidenschaft keine Spur, stattdessen behandelt er sie wie ein kleines, unselbstständiges Kind. So ist es dann auch kein Wunder, dass sie als Jungfrau aus den Flitterwochen zurückkehrt und dass sie auch im neuen Heim keine leidenschaftliche Liebe erwartet. Allerdings schiebt Stella dies auf die Ernsthaftigkeit des Glaubens ihres Mannes; sie ist fest davon überzeugt, dass er sich ihr nicht nähert, weil er sich (in Glaubensdingen) unzulänglich fühlt. Als ihr Mann sich freiwillig zur Armee meldet, ist sie daher nicht traurig, sondern eher erleichtert. Als sie in einer zerbombten Kirche nach ihrer verlorenen Uhr sucht, lernt sie den amerikanischen Flieger Daniel Rosinski kennen. Und endlich findet sie das, was sie schon ihr ganzes Leben lang gesucht hat. Sie fühlt sich rasch zu ihm hingezogen, denn er ist im Grunde das Gegenteil ihres Mannes: Dan ist lebensfroh und macht sie mit neuen Dingen bekannt. Er interessiert sich wirklich für Stella – für das, was sie tut, ebenso wie für ihre Gedanken und ihre Gefühle; er baut sie auf und ermutigt sie. Dan nimmt Anteil an ihrem Leben und schaut auch nicht auf sie herab, wenn sie ihm von einfachen kirchlichen Veranstaltungen berichtet. Im Gegenzug gibt er ihr Einblick in seine Sorgen und Ängste und offenbart ihr, wie sehr ihn das Töten und Sterben belastet; ihre kleinen Anekdoten aus dem Alltag lenken ihn wiederholt von den Schrecken des Krieges ab. Sein Abschiedsgruß, der jeden seiner Briefe abschließt, berührt dabei jedes Mal zutiefst: "Pass auf dich auf, mir zuliebe." Man könnte an dieser Stelle einwenden, dass der amerikanische Flieger Dan etwas zu perfekt geraten ist, wenn er auch kein strahlender Held ist, sondern Schwäche und Verzweiflung an den Tag legen darf. Durch diese Figur bekommt man zumindest einen Eindruck davon, wie traumatisch die Einsätze für die Soldaten gewesen sein müssen. Dan leidet zunehmend darunter, dass die Statistik gegen ihn spricht und er irgendwann von einem der vorgeschriebenen 25 Einsätze über Deutschland nicht zurückkehren wird. Als beide ein Wochenende miteinander verbringen, kommt Stella an einen ersten Wendepunkt in ihrem Leben. Sie beschließt, nicht länger fremdbestimmt zu sein und kein passives Leben mehr zu führen; sie will nun auf ihre eigene Stimme hören. Aber da sie in den Vierzigerjahren des 20. Jahrhunderts lebt, ist dies nicht mehr als ein frommer Wunsch, wie der Leser später erfährt. Wahrscheinlich ist das Verhalten der Protagonisten jedoch realistisch für die damalige Zeit und auch aus juristischer Sicht korrekt, was die Rechte der Frauen angeht, aber aus moderner Perspektive betrachtet ist es schier unerträglich. Vor allem, wenn man erfährt, dass die detailliert beschriebenen Ereignisse aus Stellas Leben nur die Spitze des Eisbergs sind. Es gelingt der Autorin dennoch immer wieder, Hoffnung zu wecken, dass die Liebesgeschichte zwischen Dan und Stelle ein gutes Ende nimmt, sodass das Buch eine gewisse Leichtigkeit nicht verliert. In der Gegenwart begeben sich Jess und Will auf die Spuren der beiden Liebenden. Die Ereignisse in der Vergangenheit entpuppen sich dabei in vieler Hinsicht als zeitlose, universelle Themen, die sich auch im Leben der beiden jungen Menschen wiederfinden: abwesende, gefühlskalte Eltern, Missbrauch/Misshandlung, Sehnsucht nach Liebe, zerplatzte Träume, Gefühle von Unzulänglichkeit ..., sodass es der Autorin wunderbar gelingt, die beiden Handlungsstränge zu verknüpfen. Im London des 21. Jahrhundert stößt die junge Jess auf diese besondere Liebesgeschichte, als sie auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund in ein leer stehendes Haus einbricht und dort in einer Schachtel alte Briefe findet, die zum Teil noch ungeöffnet sind. Auch Jess sehnt sich danach, eine Liebe zu erleben, wie sie sie in Dans Briefen vorfindet. Es wird rasch deutlich, dass Jess und Stella sich in vielem ähneln: Beide führen ein alles andere als glückliches Leben. Beide sind ohne die Zuneigung und den Halt eines richtigen Elternhauses aufgewachsen und verwechseln Interesse schnell mit Liebe. Auch Jess sucht die Zuneigung der falschen Männer. Beide haben keine oder nur ganz wenige Freunde und sind daher auch emotional recht vereinsamt. Stella hat das Gefühl, unsichtbar zu sein; sie hofft, dass endlich jemand sie wahrnimmt und sich wirklich für sie interessiert. Jess hingegen hofft, dass man ihre Anwesenheit im Haus nicht bemerkt, bzw. dass man sie nicht sieht, während sie durch die Straßen des Vorortes schlendert. Alles ändert sich, als sie Will kennenlernt. Dieser stammt aus einer wohlhabenden, standesbewussten Familie, ist aber in deren Augen das schwarze Schaf, da er im Gegensatz zu seinem Bruder weder einen prestigeträchtigen Job noch eine vorzeigbare Freundin aus gutem Hause hat; ganz zu schweigen davon, dass er etwas übergewichtig ist und sich durchs Leben treiben lässt. Auch er ist wie Dan kein strahlender Held, sondern punktet mit Komplexen und Traumata. Die Figuren des Romans – primär die vier Protagonisten – sind facettenreich und besitzen die nötige Tiefe, um wirklich echt und authentisch zu wirken. Iona Grey gelingt es wunderbar, die Emotionen der vier Protagonisten zu vermitteln, sodass man wirklich mitleidet, mitfiebert, mitbangt und mithofft. Es macht auch sehr viel Freude, ihnen dabei zuzusehen, wie sie – getrennt durch die Jahrzehnte – auf der gleichen universellen Suche sind. Andere Figuren spielen nur kleine Nebenrollen: Nancy Price zum Beispiel, Stellas beste Freundin seit ihrer gemeinsamen Zeit im Waisenhaus, eine abenteuerlustige, lebenshungrige junge Frau, die auch auf der Suche nach Liebe ist. Ada, Stellas Nachbarin, die sie darin bestärkt, auszugehen und sich zu amüsieren, als der Pfarrer im Krieg ist. Eine kleine Schwäche des Romans sind m. E. allerdings die fehlenden Beschreibungen. Grey verzichtet weitgehend darauf; wir erfahren nur selten, wie die Landschaft aussieht, die vor den Fenstern eines Zuges vorüberzieht (und dass damals überall verstärkt Kohl und Kartoffeln angebaut werden, hatte ich spätestens nach der dritten Erwähnung verstanden). Wie sieht es auf der amerikanischen Basis aus? Wie sehen die Personen aus, mit denen Stella tagtäglich Kontakt hat? Wie ist das Haus, in das Jess einbricht, detailliert eingerichtet? Selbst als Stella und Dan ein Wochenende in Cambridge verbringen, ist in den Beschreibungen nur von engen Gassen, honigfarbenen Gebäuden, niedrigen Torbögen die Rede. Das ist angesichts der historischen Bedeutung und des architektonischen Reichtums der alten Universitätsstadt einfach zu wenig; und für die britische Hauptstadt, die wiederholt von der deutschen Luftwaffe angegriffen wird, gilt dies natürlich um ein Vielfaches. Es gibt Autoren, denen es deutlich besser gelingt, fremde Städte und historische Zeiten vor dem Auge des Lesers bzw. Zuhörers lebendig werden zu lassen. Stattdessen beschränkt sich Grey auf die Schilderungen, die für die Handlung relevant sind bzw. diese voranbringen. Das ist ausgesprochen schade, da gerade London und Cambridge viel Lokalkolorit besitzen. Andere Besschreibungen gelingen Grey jedoch deutlich besser: Als Dan und Stella z. B. in Tagträumen versinken und über ihr Traumhaus sinnieren, kann man dies regelrecht vor seinem inneren Auge sehen. Oder wenn die Autorin dem Leser einen kleinen Eindruck davon vermittelt, wie hart der Alltag der Menschen während des Zweiten Weltkrieges war, wenn Verdunklung herrschte oder die Menschen unter der Lebensmittelknappheit zu leiden hatten. Ein weiteres Manko sind die zwei oder drei Antagonisten, die ein wenig zu eindimensional geraten sind, allen voran Stellas Ehemann Charles, der das Potenzial zu einer großartigen Figur gehabt hätte. Allerdings hat sich die Autorin hier meines Erachtens für den einfachen Weg entschieden. Pfarrer Charles Thorne leidet zutiefst unter den ihm von der Gesellschaft und von seiner Religion auferlegten Zwängen (worum es im Einzelnen geht, soll nicht verraten werden), was ihn zu einem Sympathieträger hätte machen können, wenn Iona Grey ihm nicht doch die simple Rolle eines Bösewichts übertragen hätte, wodurch viel Potential verschenkt wurde. Über das Hörbuch Gelesen wird die ungekürzte Ausgabe des Buches von der Hamburger Schauspielerin Jodie Ahlborn (*1980). Die Sprecherin hat eine angenehme, sympathische Lesegeschwindigkeit und spricht sehr deutlich, sodass man ihr gut folgen kann. Im Gegensatz zu vielen anderen Sprechern, die ich mir in den vergangenen Monaten angehört habe, gibt Ahlborn den einzelnen Figuren durch unterschiedliche Sprechfarben nur begrenzt eine eigene Persönlichkeit, allerdings lernt man gerade Stella und Jess sehr schnell von anderen Figuren zu unterscheiden. Dennoch zieht sich z. B. bei der Figur von Stella eine einzige "Lesart" durchs Hörbuch, gleichgültig, ob die junge Frau laut Geschichte gerade schüchtern, verzweifelt oder hölzern ist/spricht. Allerdings fiel mir auf, dass Ahlborn gerade exotischere Begriffe (z. B. Arkansas, Quilt, Pint) falsch ausspricht, was aber bei einem Werk von ca. 16 Stunden nicht weiter negativ ins Gewicht fällt. Mein Fazit: Eine zeitlose Geschichte darüber, dass wir die Hoffnung niemals aufgeben dürfen. Darüber hinaus ein dramatischer, zu Herzen gehender Liebesroman, der zu keiner Zeit kitschig ist und trotz einiger Kritikpunkte eine ganze Vielfalt an Emotionen bei mir ausgelöst hat. Ich habe mich mit Stella in den sympathischen Flieger Dan verliebt, ihren Ehemann leidenschaftlich gehasst, Nancys Lebenshunger gespürt und gemeinsam mit Jess und Will gehofft, dass die Liebesgeschichte zwischen Pfarrersfrau und Flieger ein gutes Ende nimmt …

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Taschentuch-Alarm! Um was geht es? Die junge Jess Moran flüchtet vor ihrem gewalttätigen Freund und findet ein altes, verlassenes Haus in einem Vorort von London. Sie sieht sich in ihrem neuen Versteck um und entdeckt dabei einen Stapel Briefe, der noch aus der Zeit des zweiten Weltkrieges zu stammen scheint. Neugierig öffnet sie den ersten Brief und wird in eine Liebesgeschichte hineinmanövriert, die längst vergangen ist ... Der amerikanische Pilot Dan und die englische Pfarrersfrau Stella begegnen sich im Jahr 1943 eher zufällig in einer Ruine. Eine Bombe hat die Kirche, die einst an diesem Ort stand, in Staub und trostloses Gestein verwandelt. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Wie magisch werden sie von einander angezogen. Diese Liebe steht allerdings unter keinem guten Stern, denn Stella ist bereits (unglücklich) verheiratet. Erschwert wird das Schicksal der beiden noch zusätzlich auf Grund kriegsbedingter Einsätze von Dan, der sich immer wieder zum Dienst melden muss. Doch wie Konfuzius einst verlauten ließ: "Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer." Und so halten sie den Kontakt, indem sie sich unzählige Briefe schreiben. Wird ihre Liebe den Krieg überleben? Ich muss gestehen, dass ich am Ende ziemlich aufgelöst war, aber warum verrate ich natürlich nicht ;) Die Charaktere haben mich tief berührt und nachdenklich gestimmt. Stella und Dan stehen symbolisch für die wahre Liebe und für den Glauben an die Zukunft - sei sie noch so ungewiss. Dass man jemanden über sieben Jahrzehnte hinweg nicht vergisst, zeigt nur, wie zeitlos unsere Gefühle sein können. Wie Jess wäre auch ich ziemlich neugierig, wenn ich in einem Versteck einen ungeöffneten Stapel Briefe vorfinden würde. Zu wissen, dass dieser Teil einer anderen Geschichte ist, ruft in mir ein Gefühl von Ehrfurcht und Faszination hervor. Was dachte der Verfasser beim Schreiben der Briefe? Warum wurden diese nie geöffnet? Haben sie den Empfänger nie erreichen können? Der Schreibstil ist leicht lyrisch angehaucht, was jedoch zu dieser Art von Geschichte passt. Ein paar herrliche Schnörkeleien hier und da sind Balsam für die Seele. Einzig der Wechsel von der einen zur anderen zeitlichen Perspektive, verläuft meines Erachtens nach etwas holprig. Das Cover ist wirklich bildhübsch. Ein Stapel Briefe auf einer hellen Tischdecke, gekrönt mit einem fliederfarbenen Blumenzweig. Gut gewählt für solch eine Schmonzette. Fazit: Eine sehr berührende Geschichte für die Romantiker unter euch.

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Es lohnt sich zu kämpfen, am Ende ist es das, was wir am meisten bereuen….. Worum geht es? 1943: London: In der Ruine einer zerbombten Kirche trifft der amerikanische Pilot Dan Rosinski die junge Engländerin Stella Thorne. Es ist der Beginn einer unausweichlichen, aber unmöglichen Liebe, denn Stella ist verheiratet, und Dans Chancen als Bomberpilot, den Krieg zu überleben, sind mehr als gering. In einer Zeit, in der die Menschen jeden Tag nicht wissen, wie es morgen weitergeht und ob es weitergeht, schreiben sie sich Briefe, um an dem festzuhalten, woran sie glauben: ihre Liebe. Für beide ist das ein Rettungsanker, denn Dan sieht jeden Tag dem Tod ins Auge und Stella steckt in einer lieblosen Ehe fest, ohne Aussicht darauf, jemals so geliebt zu werden, wie sie es sich gewünscht und für ihr Leben erträumt hat. 2011: Viele Jahrzehnte später rettet sich eine junge Frau (Jess) vor ihrem gewalttätigen Freund in ein leerstehendes Haus in einem Londoner Vorort. Da erreicht sie ein Brief, der sie mitten in die Geschichte einer unerfüllten Liebe hineinzieht, die ein halbes Jahrhundert überlebt hat … Zwei Frauen ein Schicksal….. Iona Grey präsentiert zwei Frauen mit demselben Schicksal, eine -Stella -wird durch gesellschaftliche Zwänge gezwungen, auf ihr Glück zu verzichten, der anderen –Jess- gelingt es ihrem Leben mit der Hilfe eines jungen Mannes eine andere Richtung zu geben. Und doch ist es die Geschichte von Stella, die mich mehr fesseln konnte. Stella und Dans Geschichte ist herzerweichend: man spürt ihre Ängste, das sich aufbäumen gegen die Konventionen dieser Zeit, erlebt ihr scheitern an den Zwängen der gesellschaftlichen Umstände und am Ende sowas wie fast ein Happy End. Die junge Jess bleibt für meinen Geschmack blass und bietet kaum Projektionsfläche, weil so vieles bei ihr im ungefähren bleibt, sie ist fast wie eine Requisite, die allein dazu da ist, die Konturen und das Leid der anderen noch zu schärfen. Das ist ein geschickter dramaturgischer Schachzug, wenn es einer Autorin darum geht, den Blick des Lesers darauf zu lenken, dass wir heute so viel mehr Möglichkeiten haben, unser eigenes persönliches Glück zu finden und zu leben. Niemand muss sich mehr verstecken wegen seiner sexuellen Orientierung und Frauen nehmen sich das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und persönliche Entfaltung. Außerdem haben wir vor allem die Chance, eine gleichberechtigte Partnerschaft zu leben. Das ist viel mehr als sich junge Frauen in den vierziger erträumen konnten….. Fazit: Die Rechnung der Autorin ist aufgegangen der Kontrast dieser Frauen, die ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Zwängen unterworfen sind, lässt mich nicht unberührt zurück, wie sehr wünscht man sich, dass Stella und Dan ihre Liebe endlich Leben können. Das Buch ist spannend und herzergreifend, obwohl die Figur der jungen Frau blass bleibt, hier wäre sicherlich mehr möglich gewesen. Trotzdem fand ich den Roman anrührend und mitreißend auch wenn jede Menge Kitsch mit im Spiel ist und musste hier immer weiter lesen. Ein gutes Buch, um einen verregneten Tag im Bett zu verbummeln. Wer nah am Wasser gebaut hat, wird vielleicht auch ein paar Tempos benötigen.

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Hier haben wir den Debütroman der Autorin vorliegen und ich muss sagen, ich war wirklich von der Handlung begeistert. Und zwar haben wir hier zwei Liebesgeschichten in einem Buch. Diese werden jeweils wechselnd erzählt. Einmal befinden wir uns bei Stella, die zu Zeiten des Krieges im Jahre 1943 Dan trifft und diesem auch näherkommt, obwohl sie verheiratet ist. Die andere Geschichte im Jahre 2011 handelt von Jess, die obdachlos ist und durch Zufall Will kennenlernt. Jeder der beiden Handlungsstränge war sehr interessant und gefühlvoll zu lesen. Ich muss aber sagen, mir hat die Handlung von Dan und Stella mehr zugesagt. Die Hauptcharaktere waren mir alle eigentlich recht sympathisch und ich finde die Autorin hat hier auch wunderbare Charaktere geschaffen, die auch einen nötigen Tiefgang haben, somit wirkte für mich keiner oberflächlich. Es war ja recht schnell bekannt, dass es kein Happy End geben wird, dennoch wurde der Grund dafür von der Autorin erst später erzählt, was auch die Geschichte recht spannend macht, weil man ja als Leser wissen will, was passiert ist. Mir persönlich gefallen Geschichten, die in diversen Zeitebenen erzählt werden eigentlich immer sehr gut, weil es eine Handlung sehr spannend machen kann, wenn es gut gemacht ist, was auch hier der Fall ist. Den Schreibstil der Autorin finde ich richtig toll. Sie hat hier eine wunderbare Geschichte geschaffen, die meines Erachtens nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Die Geschichte liest sich leicht und flüssig und auch die Thematik des Krieges wurden sehr gut in die Geschichte eingebaut. Das Cover finde ich sehr gelungen und es macht richtig wieder Lust mal einen richtigen Brief zu schreiben. Fazit: 4 von 5 Sterne. Die Geschichte erhält von mir eine Kauf – und Leseempfehlung. Es ist hier ein wirklicher Mix diverser Gefühle verpackt.

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Meinung: In „Als unsere Herzen fliegen lernten“ geht es um eine Liebe, die sich ohne den Krieg niemals gefunden hätte. Jess flüchtet vor ihrem Freund und entdeckt ein leerstehendes Haus, in dem sie erst einmal Unterschlupf sucht. Plötzlich liegt ein Brief vor der Tür, den der mittlerweile 90-jährige Dan an seine große Liebe Stella adressiert hat. Trotz aller moralischen Widersprüche liest Jess den Brief und beschließt dieser Liebe, die über 70 Jahre überdauert hat, zu helfen und Dan bei der Suche nach Stella zu unterstützen. Auch wenn der Einstieg für mich etwas schleppend war, umso mehr fasziniert war ich von der Liebe, die sich in einer Zeit entwickelt hat, in der es täglich um Leben und Tod ging. Besonders gefallen hat mir, dass die Briefe von Dan auch als solches im Buch zu erkennen waren. Nach und nach liest Jess die Briefe, die Dan Stella im Laufe der letzten Jahrzehnte geschickt hat und erfährt mit jedem weiteren Brief etwas mehr über diese außergewöhnliche Liebe. Ich hatte zwar des Öfteren eine Vermutung, wie die Geschichte weiter gehen wird oder mit welchen Schicksalsschlägen Stella und Dan fertig werden mussten, aber dennoch war ich mir nie wirklich sicher. Umso mehr wollte ich immer weiter lesen, um herauszufinden ob ich richtig lag. Es gab dennoch, trotz meiner Vermutungen, die eine oder andere Wendung, mit der nicht gerechnet habe und die nicht nur mein Herz zum Schmelzen brachte sondern es auch brach. Aber es ging nicht nur um die Geschichte und Vergangenheit von Dan und Stella, sondern auch um Jess, die bis zu jenem Tag, an dem der Brief von Dan eintraf, nicht an die wahre Liebe geglaubt hat. Alle Charaktere sind auf ihre Art einzigartig und dennoch haben sie eines gemeinsam. Sie wissen, wie es ist mit einem Schicksalsschlag umgehen zu müssen. Jeder von ihnen findet dafür seinen eigenen Weg, auch wenn dieser manchmal nicht der Beste ist. Von allen habe ich besonders Dan ins Herz geschlossen, weil er auch nach so vielen Jahren seine Liebe zu Stella noch nicht aufgegeben hat. Seltsamerweise habe ich sogar etwas Mitgefühl für Charles, Stellas Mann, denn auch er hatte es zur damaligen Zeit nicht leicht, mit seiner „Situation“ umzugehen. Aber an dieser Stelle möchte ich darauf gar nicht weiter eingehen, sonst würde ich zu viel verraten. Auch jetzt, ein paar Tage nachdem ich das Buch beendet habe, hat es mich noch nicht ganz losgelassen und ich denke noch öfter darüber nach. Fazit: Iona Grey hat es geschafft, mit ihrem anschaulichen Schreibstil, einen Teil der 40er Jahre aufleben zu lassen und ein bisschen des damaligen Lebensstils mit allen Hindernissen, die eine verbotene Liebe mit sich bringt, in das hier und jetzt zu holen.

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€ 9,99 [D] € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empf. VK-Preis) Taschenbuch, Klappenbroschur ISBN: 978-3-7341-0188-5 NEU Erschienen: 16.05.2016 Zum Buch: http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Als-unsere-Herzen-fliegen-lernten/Iona-Grey/Blanvalet-Taschenbuch/e471080.rhd Er versprach, sie ewig zu lieben. Doch selbst die Ewigkeit kennt manchmal ein Ende ... 1943, London: In der Ruine einer zerbombten Kirche trifft der amerikanische Pilot Dan Rosinski die junge Engländerin Stella Thorne. Es ist der Beginn einer unaufhaltbaren, aber unmöglichen Liebe, denn Stella ist verheiratet, und Dans Chancen, den Krieg zu überleben, sind mehr als gering. In einer Zeit, in der alles ungewiss ist, schreiben sie sich Briefe, um an dem festzuhalten, woran sie glauben: ihre Liebe. Viele Jahrzehnte später rettet sich eine junge Frau in ein leerstehendes Haus in einem Londoner Vorort. Da erreicht sie ein Brief, der sie in die Geschichte einer Liebe hineinzieht, die ein halbes Jahrhundert überlebt hat … Meine Meinung: In letzter Zeit lese ich sehr gerne Bücher, die auch in der Vergangenheit so wie Vorkriegszeit bis Nachkriegszeit spielen. Da bin ich dann auf dieses Buch gestoßen, was sich sehr interessant angehört hat. Ich habe mich dann doch etwas erschrocken, was für ein dickes Buch es doch ist. Mir wurde das Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Es kam in einer ganz tollen Verpackung an, da war die Freude groß. Das Buch spielt sozusagen in zwei Zeitebenen, zum einen geht es um Jess, die die Briefe von Dan Rosinski an Stella findet und zum anderen 1943, als sich Dan und Stella kennen lernen. Ich bin aber mit den verschiedenen Zeitepochen sehr gut zurecht gekommen. Ich muss sagen, die Passagen um Dan und Stella fand ich sehr berührend, die Geschichte von Jess und Will konnte mich nicht so wirklich mitreißen, habe mich immer mehr auf die anderen Passagen gefreut. In diesem Buch gibt es ja sozusagen zwei Liebesgeschichten, einmal 1943 und 2011, das zeigt sehr gut, wie unterschiedlich die Zeiten sind, wie viel einfacher es in der Hinsicht heute ist, seine Liebe zu leben. Es war ja leider von Anfang an bekannt, dass Stella und Jess kein HappyEnd hatten, da Jess ja 2011 den aktuellen Brief von Dan an Stella erhält, mit dem er versucht, Stella noch einmal zu sehen, bevor er sterben muss. Trotz der über 600 Seiten, die das Buch hat, gab es meiner Meinung nach keine großartigen Längen, der Schreibstil war sehr flüssig und daher ließ sich das Buch relativ schnell durchlesen. Ich fand die Charaktere von Stella und Dan einfach nur toll und habe mit beiden mit gelitten und werde noch länger an sie denken. Alles in allem hat mir dieses Buch sehr gut gefallen, manchmal war es mir etwas zu seicht in der Gegenwart, aber für alle Fans von Büchern über Liebe und Familie ist es sehr empfehlenswert, ich kann es auf jeden Fall weiter empfehlen. Von mir bekommt das Buch 4 Sterne.

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In dem Buch geht es um die tragische Liebesgeschichte zwischen der Engländerin Stella und dem Amerikaner Dan wärend des zweiten Weltkrieges. Und um die junge Jess, die im Jahre 2011 zufällig auf die Geschichte von Stella und Dan stößt. Mir hat an diesem Buch sehr gut sowohl der Schreibstil der Autorin gefallen, als auch die Geschichte selbst. Das war eine Geschichte auf die ich unterbewusst gehofft habe lesen zu dürfen. Die Zeitsprünge zwischen der Zeit im zweiten Weltkrieg und 2011 waren so realistisch geschildert und hat es dem Leser leichtgemacht, direkt in die Geschichte einzutauchen und alles mitzuerleben was den Protagonisten passiert. Die Einführung in die Geschichte war perfekt gewählt und es war einfach direkt in die Geschichte einzutauchen!! Die Autorin schafft es die Spannungsbögen perfekt einzusetzen und das macht es einfach so schwer das Buch zur Seite zu legen, weil man einfach gerne wissen will, wie es weitergeht. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und einfach zu lesen, man kann entspannt in die Geschichte eintauchen ohne dass man groß nachdenken muss, was man da liest! Einfach perfekt zum Relaxen und die Seele baumeln zu lassen. Andere würden es vielleicht als „Leichte Kost“ auslegen, aber ich finde das die Geschichte packend ist und einen nicht loslässt und dazu einlädt mit den Protagonisten mitzuleiden, zu lieben und zu schwärmen. Gerade mit den zwei weiblichen Hauptprotagonistinnen Stella und Jess konnte ich mich sehr gut identifizieren und ich war total bei ihnen. Und Dan ist einfach der absolute Traummann, wer möchte nicht so geliebt und begehrt werden wie er es bei Stella getan hat. Die Aussicht bis zum Ende des Lebens so sehr geliebt zu werden ist einfach traumhaft. Die Idee des Buches ist einfach perfekt umgesetzt worden. Auch wenn ich zu Beginn nicht sicher war, ob ich eine Schnulze ertrage! Aber ich habe mich total geirrt, da es sich hierbei nicht um eine Schnulze handelt!! Abgesehen von den Liebesgeschichten zwischen Stella und Dan sowie Jess und Will, verdeutlicht es einem einfach, wie schwer das Leben doch zu Zeiten des zweiten Weltkrieges war und wie froh wir heutzutage sein können unser Leben leben zu können! Ebenso hat mir sehr gut gefallen, dass die Autorin Gesellschaftskritische Themen anspricht und in der Geschichte bearbeitet! Das Buch lädt auf jeden Fall dazu ein, das zu schätzen zu wissen, was man hat. Die Handlung ist absolut realistisch und konnte mich vollkommen überzeugen! Ebenso war das Ende perfekt umgesetzt und hat mich emotional extrem mitgenommen! Zu Beginn hat man definitiv keine Ahnung wie das Ende sein wird und man hofft im Laufe des Buches einfach, das die Liebe siegt. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Punkten! Ich bedanke mich beim Verlag für die Möglichkeit dieses wunderbare Buch zu rezensieren.

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Meine Meinung "Als unsere Herzen fliegen lernten" spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart begleiten wir Jess wie sie vor ihrem gewalttätigen Freund flieht. Sie findet Unterschlupf in einem alten, verlassenen Haus. Sie hat kaum Geld in der Tasche und besitzt nur die Dinge, die sie am Leib trägt. Schließlich trifft sie auf Will. Er ist ein gescheiterter Geschichtsstudent, der jetzt als Erbenermittler arbeitet. Er trifft Jess mehrfach und findet sie schließlich schwer krank in dem verlassenen Haus. Dabei findet er noch sehr viele alte Briefe in denen sie gelesen hat. Diese Briefe erzählen von einer großen Liebe im zweiten Weltkrieg. In der Vergangenheit befinden wir uns genau dort: Im zweiten Weltkrieg. Stella ist als Waise aufgewachsen und heiratet den ersten Mann, der ihr über den Weg läuft. Es stellt sich aber schnell heraus, dass ihr romantischen Vorstellungen der Ehe nicht in Erfüllung gehen. Ihr Mann flieht vor ihr, in dem er sich freiwillig an die Front meldet. Sie bleibt alleine zurück und lässt sich schließlich von ihrer Freundin Nancy unter deren Fittiche nehmen. Letztendlich lernt Stella dann den amerikanischen Soldaten Dan kennen. Dan erweist sich als liebevoller, ehrlicher und aufrichtiger Mensch. Stella verliebt sich in ihn und sieht durch die Liebe auch einige Dinge nun klarer. Dan möchte sich eine gemeinsame Zukunft mit Stella aufbauen., Er weiß jedoch nie ob er die nächste Mission überleben wird. Schon im Prolog wird deutlich, dass Stella und Dan kein gemeinsames Happy-End haben, da der im Sterben liegende fast neunzigjährige Dan nach seiner Stella sucht. "Als unsere Herzen fliegen lernten" erzählt eine Liebesgeschichte wie sie schwieriger nicht sein könnte. Nicht nur der Krieg auch Stellas Ehe sind Hindernisse für die beiden Liebenden. Dabei hält Stella noch sehr lange an ihrer Ehe fest. Für mich war es schon sehr früh klar, dass irgendetwas mit Charles nicht stimmt. Kein frisch verheirateter Mann, würde sich so benehmen wie er. Stella ist allerdings naiv und weiß nicht, wie sie mit Charles umgehen soll. Die Beziehung mit Dan ist dann eine Offenbarung. Stella findet immer mehr zu sich selbst. Die Liebe zwischen den beiden wird nur in wenigen Szenen gelebt, da sie sich selten sehen. Allerdings erfahren wir vieles über die Tiefe ihrer Gefühle aus ihren Briefen. Ich habe richtig mit den beiden mit gefiebert. Natürlich weiß man nach dem Lesen des Prologs bereits, dass die Geschichte zwischen den beiden kein gutes Ende genommen hat. Trotzdem habe ich immer gehofft, dass es doch noch anders kommen würde. Stella und Dan sind mir sehr während des Lesens sehr ans Herz gewachsen. Ich konnte mir kaum ein Ereignis vorstellen, dass die Beiden voneinander zu trennen vermochte. Die Liebesgeschichte in der Gegenwart bleibt die Liebesgeschichte zwischen und Jess und Will irgendwie blass. Beides sind irgendwie kaputte Charaktere, die für einander die passenden Ersatzteile zu haben scheinen. Trotzdem kam bei den beiden für mich nie das "Stella und Dan" Gefühl auf. Ich konnte insbesondere keinen Bezug zu Will aufbauen. Sein Charakter blieb für mich irgendwie schwammig und unscharf. Die Sprache ist natürlich darauf ausgelegt Gefühle zu erzeugen. Die in dem Buch abgedruckten Briefe sind fast schon poetisch. Natürlich kann man das Ganze auch als Kitsch abtun. Aber gerade diese bildhafte, poetische Sprache passt sehr gut zu Dan und Stella. Sie Sprache unterstreicht die Gefühle, die beide füreinander hegen und hat mir beim Lesen das Herz gewärmt. Das Ende ist Buch ist wie erwartet - und doch ganz anders. Es hat mich traurig hinterlassen. Gleichzeitig glomm aber auch ein Funke Hoffnung in meinem Herzen. Fazit "Als unsere Herzen fliegen lernten" hat mich durch die Liebesgeschichte zwischen Stella und Dan begeistern können. Ihre Geschichte ist wirklich hingebungsvoll erzählt und gut in den Rahmen des zweiten Weltkrieges eingebettet. Die restlichen Charaktere in dem Buch blieben seltsam flach. Ich konnte keinen guten Bezug zu Jess und Will aufbauen. Bei ihrer Geschichte zog auch die romantische Sprache nicht bei mir und konnte kein echtes Gefühl erzeugen. Die beiden schienen mir Lückenfüller zu sein, damit man die Vergangenheit irgendwie mit der Gegenwart verknüpfen konnte. Insgesamt gebe ich dem Buch vier Sterne. Stellas und Dans Geschichte wird mir noch einige Zeit im Kopf und im Herzen bleiben.

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