Leserstimmen zu
Wenn du vergisst

Lisa Ballantyne

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Die Geschichte beginnt mit einem Unfall. Lehrerin Margaret gerät auf glatter Straße in einen Verkehrsunfall und rettet danach einem wildfremden Mann das Leben. Dieser Unfall bringt bei Margaret Erinnerungen ins rollen die sie seit Jahren erfolgreich verdrängt hat. Sie möchte nun unbedingt herausfinden woher diese Erinnerungsfetzen kommen und was sie mit ihrem Leben zutun haben. Sie begibt sich aus Spurensuche und stößt auf dem Dachboden ihrer Eltern auf das ein oder andere Überbleibsel ihrer Kindheit. Die Geschichte spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen in verschiedenen Handlungssträngen. Im Jahr 1985 lernen wir George McLaughlin kennen, einem Mittzwanziger der von einem besseren, anderen Leben träumt. Mit seiner ehemaligen Freundin hat er eine kleine Tochter und möchte die beiden nun damit überraschen, das ein gemeinsames Leben möglich ist. Seine Tochter kennt ihn allerdings nicht und seine Ex-Freundin hat inzwischen einen anderen geheiratet. Wenn es nach George geht ist diese Tatsache zwar bedauerlich, aber kein Hindernis. Er beobachtet die Familie, insbesondere seine Tochter und fasst aus einer Situation heraus kurzentschlossen den Entschluss seine Tochter einfach mitzunehmen. Andere Handlungsstränge beschrieben Margarets Suche nach ihrer Erinnerung und die Kindheit ihrer eigenen Mutter als Tochter eines gewalttätigen Vaters. Die Autorin wechselt immer wieder den Blickwinkel um die Ereignisse rund um das kleine Mädchen wiederzugeben. Die Autorin schreibt sehr flüssig und fesselnd, ich habe schon sehr früh im Buch die Zusammenhänge verstanden. Genau die waren es, die mich dazu gebracht haben, dieses Buch zu verschlingen. Ich finde der Autorin gelingt es immer wieder eigene und lebendige Charaktere zu erschaffen. Diese sind meist eher kantig und eigenwillig, haben ihre Eigenarten und Schwächen. Das macht sie in meinen Augen so interessant. Der Charakter George McLaughlin zum Beispiel reagiert zunehmend unüberlegt, naiv und manchmal auch ein wenig kindlich. „Wenn Du vergisst“ ist ein leichter Roman. Ein Familiendrama mit viel Spannung und Geschichte, aber wenig Action. Für mich genau die richtige Mischung. Für Leser die trotz Spannung keinen Thriller erwarten genau das Richtige. Eine Leseempfehlung für die kommenden Herbsttage.

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Inhalt: Die Londoner Lehrerin Margaret Holloway ist auf dem Weg von der Schule nach Hause, als ihr Wagen in einen Unfall gerät. Sie ist gefangen in dem Fahrzeug, das kurz davor ist, in Flammen aufzugehen. Ein Fremder befreit sie und verschwindet sofort wieder. Anfangs kann sich Margaret kaum an etwas erinnern – wie so oft in ihrem Leben. Nur die Narben im Gesicht des Mannes sind ihr deutlich vor Augen. Doch nach und nach kehren die Erinnerungen zurück: nicht nur an den Unfall, sondern auch an Erlebnisse in ihrer Kindheit in Schottland, die sie allzu lange verdrängt hat. Meine Meinung: Der Roman ist aus verschiedenen Perspektiven geschildert und behandelt einmal das Leben von Margaret Holloway im Jahr 2013 und die Vergangenheit von George McLaughlin im Jahre 1985. George ist der klassische Antiheld, der sich durch unüberlegte und impulsive Handlungen ständig selbst in Schwierigkeiten bringt. Dennoch ist er ein guter Mensch dessen Handlung und Verhalten aufgrund seiner Vorgeschichte gut nachvollziehbar ist. Man erfährt viel über die Familie McLaughlin und George's Kinheit. Er war mir sofort sympathisch, wobei mich sein vorschnelles Handeln manchmal zum Kopfschütteln gebracht hat. Margaret ist eine engagierte und herzliche Lehrerin, die einen schlimmen Autounfall hat, welchen sie nur durch die Rettung eines unbekannten Fremden überlebt. Sie beginnt sich für ihren mysteriösen Retter zu interessieren und nachzuforschen was es mit ihm auf sich hat. Dann gibt es noch ein traumatisches Ereignis in ihrer Kindheit/Jugend, welches sie erfolgreich über viele Jahre hinweg verdrängt hat. Doch nach und nach kommen die Erinnerungen zum Vorschein und Margarets sicheres Leben gerät immer mehr außer Kontrolle. Der Aufbau der Geschichte und auch die verschiedenen Perspektiven haben mir gut gefallen. Der Leser rätselt lange inwiefern die beiden Zeitebenen miteinander verknüpft sein könnten. Die Charaktere waren mir größtenteils sympathisch (bis auf Angus!) und ich konnte ihr handeln meist nachvollziehen. Das Schicksal von George und Margaret war gut durchdacht und authentisch. Lisa Ballantynes Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und es fiel mir leicht mich in die Geschichte einzufinden. Der Roman ließ sich schnell und flüssig lesen und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Fazit: Ein gefühlvolles Familiendrama mit ein wenig Spannung und einem guten, unerwarteten Plot am Ende. Durchaus empfehlenswert!

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Einem Unbekannten, mit tiefen Narben im Gesicht, verdankt Margaret ihr Leben nach dem schrecklichen Autounfall an jenen Dezembertag. Alleine hätte sie niemals den Weg aus dem explodierenden Wagen geschafft. Doch zu schnell ist ihr Retter verschwunden. Nach dem traumatischen Unfall kehren bei Margaret schleierhafte Erinnerungen aus ihrer Kindheit zurück. Als sie anfängt zu forschen, stößt sie auf Erinnerungen, die sie all die Jahre verdrängt hatte... Mit falscher Erwartung beendete ich diesen Roman. Als ich anfing, mich dieser Story zu widmen, war ich eigentlich ganz angetan und empfand die Geschichte auch als spannend. Durch die Erzählweise, die sich perfekt für solche Familiengeheimnisse eignen, war ich voller Spannung und Euphorie, bereit für eine raffinierte Geschichte. Erzählt wird dem Leser die Story aus verschiedenen Sichten. Jedes Kapitel trägt die Überschrift des jeweiligen Charakters, sodass die Sprünge klar abgesteckt sind. Das erste Drittel der Story, in dem die ganzen wichtigen Protagonisten beschrieben werden & der Leser einen ersten Eindruck bekommt, empfand ich noch als wirklich spannend. Die nächsten Seiten wartete ich allerdings auf einen Knaller, der die Wende bringt oder etwas völlig Unvorhersehbares enthüllt. Die Geschichte ist nicht schlecht, gerade die Charaktere sind authentisch & einige mit ihren konservativen Denken & Handeln so beschrieben, dass ich mir sie bildlich äußerst gut vorstellen konnte und ziemlich angewidert war. Dennoch fehlte mir die gewisse Spannung. Das Buch wird als Roman angepriesen, von daher ist die Geschichte gut. Selbst die frühe Ahnung, wie der Roman womöglich enden wird, nahm mir trotzdessen nicht die Leselust an der Story. Das Interesse an der rührenden Entstehung des Vertrauens & die Verbundenheit zweier Charaktere - hier Vater - Tochter - ließen mich das Buch beenden. Ein Roman über ein Familiengeheimnis, einige Blicke in die Vergangenheit & das Hervorholen der damaligen Geschehnisse, die bis zum Unfall schwer verdrängt wurden. Das frühere Leben mit all´ ihren düsteren Geheimnissen um in der Gesellschaft das Ansehen beizubehalten.

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Die Handlung spielt eigentlich in der Gegenwart, wird aber immer wieder durch sehr lange Schilderungen der Geschehnisse aus dem Jahr 1985 unterbrochen. Durch den Unfall der Protagonistin Margaret im Jahr 2013 werden Erinnerungen, Gefühle und Emotionen wachgerüttelt, welche tief in ihrer Seele verborgen waren. Und diese Begebenheiten werden von der Autorin sehr gefühlvoll und emotional erzählt, dass man beim Lesen manchmal Gänsehaut bekommt. Bis zum Ende des ersten Drittels hat man noch keine Ahnung davon, wie die Geschehnisse im Zusammenhang stehen könnten. Später ahnt man es, wird aber doch in Spannung gehalten. Am besten hat mir die Person George gefallen. Er ist für mich fast die Hauptperson in dem Buch, weil mich seine Geschichte fast noch mehr berührt hat als die von Margaret. Seine Geschichte zeigt, dass trotz der schrecklichen Erfahrungen in der Kindheit, trotz der Schläge vom Vater, die Züchtigungen der Nonnen in der Schule und eine eigene sehr schreckliche Tat doch nicht das Gute in seinem Inneren zerstören konnte. Der Journalist Angus, eine sehr undurchsichtige Figur im Geschehen. Er ist ein äußerst gottgläubiger und gottesfürchtiger Mensch, der jedoch Frau und Kinder züchtigt weil er meint, so wäre „Erziehung“ gottgewollt. Das Buch gibt während der eigentlichen Handlung tiefe Einblicke in verschiedene Charaktere von Menschen, die mit klaren Worten, aber auch mit viel „zwischen den Zeilen“ beschrieben sind. Manches bleibt erstaunlich offen und ungeklärt. Aber trotzdem hat mir das Buch gefallen, auch der Schluss.

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