Leserstimmen zu
Das Bündnis

Conn Iggulden

Die Rosenkriege-Serie (2)

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Band 2 des bald 4 teiligen Romanepos Die Rosenkriege steigt im Jahr 1454 ein. Anfänglich glaubt man die Szenerie in England hat sich beruhigt. Der König ist weiterhin erkrankt, König Margaret von Anjou führt die Geschäfte, Richard von York leckt sich noch die Wunden. Doch schnell werden wir Leser eines Besseren belehrt. Lokale und persönliche Feden einiger adligen Häuser lassen den Thronstreit zwischen den Häusern Lancaster und York wieder aufleben. Und wie.. in den nächsten 7 Romanjahren fallen so viele Engländer (später auch Waliser und Schotten), das ich Angst hatte, England würde entvölkert. Der 2. Band Das Bündnis hat mir besser gefallen als der erste Teil. Die eingedeutschte Namensgebung ist natürlich weiterhin unglücklich, dafür scheinen mir die Personenbeschreibungen und ihre Erlebnisse etwas detaillierter zu sein als vorher. Das liegt daran, dass es mehrere Erzähler gibt. Mal wird die Handlung aus Sicht von Margaret, mal aus Sicht von Richard und Derry (dem Meisterspion), aber dann auch weiteren Protagonisten beleuchtet. Dadurch habe ich ein besseres Lesegefühl und kann die Handlungsstrenge und Motive leichter erfassen. Weiterhin ist der Umgang mit den historischen Angaben lockerer als bei anderen Autoren. Aber auch hier meine ich, dass nicht jeder Roman ein Live Bericht aus der Zeit sein muss. Meine Empfehlung bleibt aber, erst die Anmerkungen des Autors lesen, dann in die Handlung einsteigen. Mein Fazit: Das Bündnis von Conn Iggulden ist ein leicht zu lesender historischer Roman, der Handlung und Personen verständlich und nachvollziehbar gestaltet. Eine packendes und intensives Lesebuch!

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Die Beteiligten der Rosenkriege sind nicht immer leicht auseinander zu halten. Es nehmen vorrangig die Häuser Lancaster und York eine wichtige Rolle ein. Aber auch die Familien Percy und Neville, die Earls von Salisbury, Warwick und Buckingham ziehen an den Fäden, weil ihr König Edward VI. gesundheitlich zu schwach war, um sein Land zu regieren. Nahezu zwei Jahre verfiel er in eine Art Wachkoma, bevor er sich langsam erholte. In dieser Zeit setzte man Richard von York, der ebenfalls einen Thronanspruch hatte, als Lordprotektor ein. Der machthungrige York verbündet sich mit seinen Schwagern Salisbury und Warwick und greift so nach der Krone, die Margaret von Anjou für ihren Mann und später ihren Sohn sichern will. Im Laufe der Jahre bringen mehrere Schlachten hier die Wendungen in der Geschichte. Conn Iggulden zeigt auch in dem zweiten Band der Trilogie um Englands Rosenkriege sein Talent, historische Begebenheiten als spannende Geschichte wiederzugeben. Er lässt im Gerangel um Macht und die Krone Armeen auf marschieren und Intrigen spinnen, wie man es sich nicht besser hätte ausdenken können. Immer an der Seite der Königin ist der Meisterspion Derry Brewer, der bereits aus Sturmvogel bekannt ist. Aufgeteilt ist die Handlung in zwei Abschnitte, die die Jahre von 1454 und 1455 beziehungsweise von 1459 bis 1461 beschreiben. Die fehlenden vier Jahre lässt der Autor zugunsten der Spannung aus. Die Stärke des Autors ist eindeutig das Schildern von Schlachten. Die wohl blutigste Epoche der englischen Geschichte gibt hier reichlich Möglichkeit. Als Leser fühlt man sich mitten in die Ereignisse versetzt, wenn um einen herum die Schwerter gezogen werden. Immer wieder muss man sich in Erinnerung rufen, welche Familie jetzt wen unterstützt, um die jeweiligen Absichten der Charaktere zu verstehen. Jeder wird dabei so tief gezeichnet, dass er lebendig wirkt. Richard von York bekommt eine dermaßen komplexe Ansicht, dass sein Handeln etwas Positives verliehen bekommt, das aus ihm einen Menschen mit Emotionen macht. Ebenso ist die Last, die Margaret von Anjou trägt, deutlich zu spüren. Sie verteidigt den Thron für ihren Mann und das Erbe für ihren Sohn. Das Einführen der Familie Tudor, die im dritten Teil vermutlich eine größere Rolle bekommen, wirkt mit ihrer familiären Art dagegen wie der Besuch bei alten Bekannten. Die Trilogie umfasst die 30 Jahre der immer wieder aufflackernden Kämpfe zwischen den rivalisierenden Familien Lancaster und York, die später als Rosenkriege in die Geschichte eingingen. Der Erzählstil ist nüchtern und passt zu den Schilderungen. Am Beginn des Buches klären Stammbäume über die verwandtschaftlichen Verhältnisse der Familien untereinander auf. Auch auf Landkarten wurde nicht verzichtet, was ein Nachverfolgen erleichtert. Die im Nachwort erklärten Zusammenfassungen und Kürzungen wirken plausibel. Alles zusammen ergibt einen spannenden Historienschmöker, der ohne fiktive Figuren auskommt.

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Mit 'Das Bündnis: Die Rosenkriege 2' geht Conn Igguldens Historienepos in die zweite Runde und übertrifft den Vorgänger noch einmal hinsichtlich packender und intensiver Erzählung, da es ihm bei vergleichsweise geringen historischen Freiheiten gelingt, eine spannende und gleichsam nachvollziehbare Chronologie der Ereignisse abzuliefern, die vor vielschichtig gezeichneten Charakteren nur so wimmelt. Wenn auch die zeitliche Abfolge nicht immer hundertprozentig nachvollziehbar bleibt, droht man kaum je den Überblick zu verlieren, während das lohnenswerte Nachwort des Autors das Buch gekonnt abrundet.

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Achtung: Diese Rezension enthält kleinere Spoiler zu Sturmvogel! Inhalt England, 1454: Seit einiger Zeit ist Richard Neville, Earl of York, Lord Protector, König in allem außer dem Namen nach, denn König Henry VI befindet sich in einer Art Dämmerzustand. Doch auch wenn York sehr gewissenhaft vorgeht, gibt es viele, die mit seiner Regentschaft nicht einverstanden sind. Doch dann wacht Henry auf und sprüht nur so vor Energie. Durch seine Berater auf den neuesten Stand gebracht, entschließt er sich, eine Gerichtsreise abzuhalten. Auf der Reise treten ihm jedoch York und seine Verbündeten Salisbury und Warwick in den Weg, jeder von ihnen mit einem anderen Ziel... Meine Meinung Mit Sturmvogel, dem ersten Band der Reihe um die englischen Rosenkriege, hat Conn Iggulden die Vorgeschichte beschrieben, wieso die Parteien in England so sehr gespalten sind, doch die Rosenkriege selbst waren da noch kein Thema. Dies ändert sich hier schon bald, und man ist sehr schnell mitten drin in den frühen Jahren dieses englischen Bürgerkriegs. Das Buch ist in zwei Abschnitte eingeteilt, die mit den Zeitangaben 1454-1455 und 1459-1461 versehen sind. Die Zeit dazwischen, in der in England halbwegs Frieden geherrscht hat, wird ausgespart. Dies zeigt schon recht deutlich, dass es genau wie im ersten Band insbesondere die Kampfhandlungen sind, die den Roman ausmachen, während andere politische Themen neben dem Konflikt der Häuser Lancaster und York gar nicht thematisiert werden. Was war außenpolitisch los? Wie genau hat York angeblich die Nevilles bevorzugt? Wie geht es der normalen Bevölkerung unter York und später unter König Henry? Das alles wird, wenn überhaupt, dann nur im Zusammenhang mit dem Konflikt angesprochen. Man bekommt hier also eine sehr ausführliche Chronologie der Kampfhandlungen, wie sie auch möglicherweise gewesen sein mögen. Dies fand ich einerseits zwar sehr interessant, andererseits aber auch einseitig und wenig abwechslungsreich, denn wer mehr erwartet, beispielsweise zusätzliche Einblicke in das Leben der Menschen zu dieser Zeit oder vielleicht eine romantische Nebenhandlung, ist hier fehl am Platz. Hauptperson ist wie im ersten Band der Reihe der fiktive Meisterspion Derry Brewer. Wieder hat er seine Finger in vielen Entscheidungen, seine Spione hat er überall, so dass er meist auf dem Laufenden ist. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass seine Rolle hier weniger zentral ist als noch im ersten Band, dennoch hat es hier gepasst, ist er doch kein Ritter und somit an den Kämpfen selbst eher indirekt beteiligt. Überrascht hat mich hier die Darstellung von Richard Neville, Earl of York. Im ersten Band wurde er direkt als jemand eingeführt, der sich am Unglück Anderer erfreuen kann, das ganze Buch hindurch war er mir absolut unsympathisch. Hier jedoch wird er als jemand gezeigt, der zunächst nur Gerechtigkeit will und der seinen möglichen Thronanspruch gar nicht durchsetzen möchte, der in diese Position als Feind des Königs bloß hineingerutscht ist. Auch Henry VI und Margaret von Anjou werden nicht negativ gezeichnet, der Autor vermeidet also überwiegend, Partei für eine der beiden Konfliktparteien zu ergreifen. Stattdessen sind es die Verbündeten und Berater der Häuser York und Lancaster, die hier als die Schuldigen ausgemacht werden, besonders Percy und Salisbury, die ihren persönlichen Konflikt auf dem Rücken des Königs austragen. Einer meiner größten Kritikpunkte mit dem ersten Band betrifft die fehlenden Zeitangaben. Dieses Problem besteht hier nicht, weil zunächst die Abschnitte klar mit Zeitangaben versehen sind und zudem auch in den beiden Teilen, die zugegebenermaßen jeweils nicht allzu viele Monate umfassen, immer mal wieder beschrieben wird, um welche Jahreszeit es sich handelt, wodurch der Überblick nie verloren geht. Der Schreibstil ist für den Roman angemessen, meist ist er recht neutral und beschreibend gehalten. Obwohl die Kriegsszenen so eine zentrale Position in diesem Roman einnehmen, werden die Kämpfe nicht in brutalen Details ausgeschmückt, so ganz kann aber nicht auf blutige Beschreibungen verzichtet werden. Wieder einmal wurde hier nicht mit Zusatzmaterial gespart. Neben einem recht ausführlichen Nachwort, in dem Conn Iggulden die Ereignisse noch einmal zusammenfasst und auf Fiktion und Realität eingeht, gibt es ein Personenregister, sechs Stammbäume sowie mehrere Karten, zwei davon farbig in den Klappen des Covers. Fazit Viel Abwechslung bietet der zweite Band aus der Feder Igguldens über die Rosenkriege nicht, wer sich jedoch für die Chronologie der Kampfhandlungen zu dieser Zeit interessiert, wird hier sicher seine Freude haben. 3,5 Sterne

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