Leserstimmen zu
Deadline

Renée Knight

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Als Catherine das Buch eines unbekannten Autors aufschlägt, das ihr scheinbar zufällig in die Hände geraten ist, stellt sie schockiert fest, dass die Geschichte sie 20 Jahre zurück in ihre eigene Vergangenheit führt und ein Geheimnis offenbart, von dem sie niemanden erzählt hat, nicht einmal ihrem Ehemann. Dieses Buch endet mit ihrem Tod, was sie in Angst versetzt, weil sie den Schriftsteller nicht kennt und nicht weiß, wie weit er gehen wird. In spannender Weise wird in diesem Buch in kurzen Kapiteln abwechselnd über das Jahr 1993 und das Jahr 2013, der Jetzt-Zeit, entweder in personaler Erzählweise oder in der Ich-Form über die Gedanken- und Erlebniswelt des Schriftstellers geschrieben. Im Laufe des Romans setzen sich die Handlungsstränge in logischer Reihenfolge zusammen und wenn man eigentlich glaubt zu wissen, wie alles zusammenhängt und warum es so weit gekommen ist, wendet sich das Blatt auf unvorhersehbare Weise. Danach werden die bis dato noch offengebliebenen Fragen nach und nach beantwortet, so dass dieses Buch schließlich zu einem runden Ende kommt. Die Charaktere sind in ihren unterschiedlichen Facetten beschrieben und weder ausschließlich gut noch ausschließlich böse. Sie sind zwar nicht vielschichtig, aber durchaus interessant und sorgen neben einer flüssigen Schreibweise und dem fast bis zum Schluss sorgsam gehüteten Geheimnis dafür, das man als Leser unbedingt wissen möchte wie es weiter geht und mehr oder weniger durchs Buch fliegt. "Deadline" hat mich gut unterhalten und ich würde das Buch jedem empfehlen, der Lust auf einen unblutigen, aber psychologisch grausamen und spannenden Unterhaltungsroman hat.

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Meine Meinung zum Buch Gestaltung: Eher weniger durch das Cover, sondern viel mehr durch den sehr ansprechenden Klappentext, wurde ich auf dieses Buch neugierig gemacht. Es klang sehr viel versprechend und vor allem nach einem sehr guten Thriller, der hin und wieder Nervenkitzel sowie Gänsehautmomente erzeugen würde. Der Klappentext verrät nichts zu viel, erzeugt aber genug Spannung, dass ich dieses Buch lesen wollte. Und ich bereue es nicht! Einstieg: Augenblicklich beginnt die Autorin mit der eigentlichen Handlung und ich lernte auf den ersten Seiten durch den auktorialen Erzähler die Protagonistin Catherine kennen. Sogleich wird der Leser Zeuge, was dieses mysteriöse Buch mit der Protagonistin macht. Dadurch hob die Autorin gleich zu Beginn das Spannungslevel an, so dass ich von Anfang an an den Seiten klebte. Und so sollte es auch weitergehen. Charaktere: In verschiedenen Erzählweisen ließ Renée Knight ihre Protagonisten zu Wort kommen, was mir ausgesprochen gut gefiel. Auf der einen Seite haben wir Catherine, die mir gleich von Anfang an gefiel. Gleich zu Beginn verlieh die Autorin ihr einen sehr zerbrechlichen Touch, der sich aber nach und nach auflöst und ich als Leser selber nie genau wusste, was Catherine verbirgt. Das machte den Charakter noch interessanter. Auch fand ich es mehr als gut umgesetzt, dass die Autorin auch den Verfasser des Buches zu Wort kommen ließ. Dadurch erzeugte sie immer wieder einen gruseligen Touch und ich als Leser konnte auch in seine Gedankenwelt eintauchen. Das gefiel mir sehr gut. Handlung: Die Grundidee mit dem mysteriösem Buch, bei welchem sich weder Catherine noch ich selber mir lange nicht erklären konnten, wie es in die Hände der Protagonistin kam, gefiel mir auf der Stelle. Es verlieh dem gesamten Buch etwas gruseliges, was mir wirklich gut gefiel. Neben diesem Haupthandlungszweig, spielt sich in diesem Buch noch mehr ab und der Leser taucht nach und nach in die Vergangenheit der Hauptfigur ein. Ab und an war ich sehr überrascht in welche Richtung die Geschichte geht. Neben vielen Fragen, die auch am Ende nicht alle beantwortet wurden, kamen immer wieder überraschende und vor allem unerwartete Passagen, die das Spannungslevel durchgehend hoch ließen. Schreibstil: Zunächst emfpand ich den Schreibstil von Renée Knight als sehr komplex und etwas sprunghaft. Aber irgendwie fesselte er mich auch von der ersten Seite. Durch die Komplexität konnte ich das Buch nicht einfach nebenbei lesen, sondern musste ihm nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch volle Konzentration schenken. Diese komplexe Erzählweise ließ im Laufe der Geschichte nach, so dass ich zügig voran kam. Renée Knight hat zudem einen sehr spannungsreichen und auch temporeichen Schreibstil, so dass es nie langweilig wurde. Eine großartige Mischung! Mein Urteil Einfach nur großartig! So würde ich das Buch in wenigen Worten beschreiben. Renée Knight schrieb auf teilweise brutale und schockierende Art und Weise einen Thriller, der es echt in sich hat. Die Grundidee gefiel mir sehr schnell, aber von der eigentlichen Umsetzung, war ich sogar noch mehr begeistert. Lange Zeit konnte ich die einzelnen Charaktere nicht einschätzen, weil ich beim Lesen immer wieder etwas über die jeweilige Figur erfuhr, die sie wiederum in ein anderes Licht stellen ließen. Das gefiel mir ausgesprochen gut. Auch der zu Beginn doch recht komplexe Schreibstil, passt im Nachhinein wirklich großartig zur Handlung. Alles in allem konnte mich Renée Knight mit ihrem Thriller absolut überzeugen. Ich vergebe 5 von 5 Welten.

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Jeder Mensch hat seine Geheimnisse, die er vor anderen verbirgt. Mal ist es ein unschönes Gespräch, dessen Inhalt nicht ans Licht kommen soll, ein anderes Mal ist es ein heimliches Treffen, das mit Absicht verschwiegen wird. In Catherine Ravenscrofts Fall allerdings führt ein zwanzig Jahre altes und gut gehütete Geheimnis dazu, dass eine intakte Beziehung zerbricht und ein Mensch in Lebensgefahr gerät. Dabei hat die erfolgreiche Dokumentarfilmerin alles, was man sich nur wünschen kann. Einen guten Job, der ihr Spaß bereitet, einen liebevollen Ehemann, der sich rührend um sie kümmert und eine erwachsenen Sohn, der seinen eigenen Weg geht. Doch plötzlich führt der Roman eines Fremden dazu, dass Catherines Welt von einem Tag zum anderen auseinanderbricht. Denn der unbekannte Mann erzählt in ihm, was zwanzig Jahre zuvor in einem Urlaub in Spanien geschehen ist und will, dass sie dafür bezahlt. „Deadline“ ist das fesselnde Debüt der Londoner Autorin Renée Knight, das nach einem trügerisch ruhigen Beginn immer mehr in Fahrt gerät. Dabei ist es zunächst nur ein im Raum stehendes Geheimnis, dass seine im Verborgenen gewetzten Klauen nach der ahnungslosen Ehefrau und Mutter Catherine ausstreckt und nach einigem Gerangel erbarmungslos zuzuschlagen versteht. Eine spürbare Bedrohung ist die Folge, die gepaart mit intensiven Gefühlen von Unsicherheit und Angst nicht nur von Catherine und ihrer Familie Besitz ergreift, sondern auch zwangsläufig vom Leser. Und während es für die betroffenen Figuren im Buch um alles geht, möchte der Leser erst einmal wissen, was damals an der spanischen Küste geschehen ist und welche Schuld die junge Mutter Catherine auf sich geladen hat. Aber nicht nur der Drang die Wahrheit zu erfahren, sorgt dafür, dass das Buch nicht mehr aus der Hand gelegt werden kann, sondern auch das aufkommende Mitgefühl mit den Figuren, deren Charakterisierung tiefgründig vorgenommen worden ist. Eine bewegende Tragödie, die verbunden mit arglistiger Täuschung und der durch sie entstehenden Gefahr für ein spannendes Leseerlebnis sorgt. Fazit: „Deadline“ ist ein subtiler mit unterschwelliger Spannung angereicherter Roman, der geschickt mit den Gefühlen seiner Figuren spielt und den Leser in einen unaufhaltsamen Strom von nicht mehr zu kontrollierenden Ereignissen reißt.

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,Jeder Mensch hat seine Geheimnisse, die er vor anderen verbirgt. Mal ist es ein unschönes Gespräch, dessen Inhalt nicht ans Licht kommen soll, ein anderes Mal ist es ein heimliches Treffen, das mit Absicht verschwiegen wird. In Catherine Ravenscrofts Fall allerdings führt ein zwanzig Jahre altes und gut gehütete Geheimnis dazu, dass eine intakte Beziehung zerbricht und ein Mensch in Lebensgefahr gerät. Dabei hat die erfolgreiche Dokumentarfilmerin alles, was man sich nur wünschen kann. Einen guten Job, der ihr Spaß bereitet, einen liebevollen Ehemann, der sich rührend um sie kümmert und eine erwachsenen Sohn, der seinen eigenen Weg geht. Doch plötzlich führt der Roman eines Fremden dazu, dass Catherines Welt von einem Tag zum anderen auseinanderbricht. Denn der unbekannte Mann erzählt in ihm, was zwanzig Jahre zuvor in einem Urlaub in Spanien geschehen ist und will, dass sie dafür bezahlt. „Deadline“ ist das fesselnde Debüt der Londoner Autorin Renée Knight, das nach einem trügerisch ruhigen Beginn immer mehr in Fahrt gerät. Dabei ist es zunächst nur ein im Raum stehendes Geheimnis, dass seine im Verborgenen gewetzten Klauen nach der ahnungslosen Ehefrau und Mutter Catherine ausstreckt und nach einigem Gerangel erbarmungslos zuzuschlagen versteht. Eine spürbare Bedrohung ist die Folge, die gepaart mit intensiven Gefühlen von Unsicherheit und Angst nicht nur von Catherine und ihrer Familie Besitz ergreift, sondern auch zwangsläufig vom Leser. Und während es für die betroffenen Figuren im Buch um alles geht, möchte der Leser erst einmal wissen, was damals an der spanischen Küste geschehen ist und welche Schuld die junge Mutter Catherine auf sich geladen hat. Aber nicht nur der Drang die Wahrheit zu erfahren, sorgt dafür, dass das Buch nicht mehr aus der Hand gelegt werden kann, sondern auch das aufkommende Mitgefühl mit den Figuren, deren Charakterisierung tiefgründig vorgenommen worden ist. Eine bewegende Tragödie, die verbunden mit arglistiger Täuschung und der durch sie entstehenden Gefahr für ein spannendes Leseerlebnis sorgt. Fazit: „Deadline“ ist ein subtiler mit unterschwelliger Spannung angereicherter Roman, der geschickt mit den Gefühlen seiner Figuren spielt und den Leser in einen unaufhaltsamen Strom von nicht mehr zu kontrollierenden Ereignissen reißt.

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Sämtliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen… Die Erklärung ist fein säuberlich, mit Rotstift, durchgestrichen. Ein Hinweis, den sie übersehen hat, als sie das Buch aufschlug. Die Ähnlichkeit mit ihr ist unübersehbar. Die Namen mögen verändert sein, doch die Details sind unverkennbar. Ein Kapitel ihres Lebens, das sie unter Verschluss gehalten hat. Ein Geheimnis, das sie keinem Menschen anvertraut hat. Und doch steht es jetzt da – schwarz auf weiß. Das liest man, wenn man dieses Buch aufschlägt. „Deadline“ ist der Debütroman von Renée Knight und gefiel mir richtig gut. Vor allem wegen dem Spannungsbogen. Zum Inhalt: Catherine und ihr Mann Robert ziehen in ein kleineres Haus, da ihr Sohn inzwischen alt genug ist, allein zu wohnen. Nach dem Umzug fällt Catherine ein Buch in die Hände, was sie anfängt zu lesen. Schnell wird ihr klar, das, was sie da liest, ist ihre eigene kleine Geschichte. Eine Geschichte, die niemals Jemand erfahren sollte und dennoch muss es Jemanden geben, der sie kennt. Catherine gerät in Panik, denn was auf den letzten Seiten steht, ist das „neue“ Ende für ihre kleine, geheime Geschichte. __________________________________________________________ Diese Geschichte wird in abwechselnden Kapiteln erzählt. Einmal aus der Sicht von Catherine und einmal aus der Sicht von demjenigen, der Catherine besser zu kennen scheint, als sie es ahnt. Der Schreibstil ist großartig. Durch kurze abgehackte Sätze wirkt das Ganze fast ein wenig verstörend, was aber nicht negativ ist, in dem Fall. Es passt zu der Erzählform und der Geschichte. Die Spannung wird bis zur Mitte des Buches aufrechterhalten und man hat keine Ahnung, was damals passierte, lediglich, dass ihr Sohn dabei fast ums Leben gekommen wäre. Ich konnte diese Spannung kaum aushalten und wollte unbedingt wissen, was damals geschehen ist. So habe ich Seite um Seite gelesen um endlich zu erfahren, was es war. Jedes Mal, wenn ich dieses Buch aus den Händen legte, ließ es mich mit einer gewissen Unzufriedenheit zurück. Ab dem Moment, als ich endlich wusste, was damals geschehen ist, war ich zufrieden und konnte auch etwas entspannter weiter lesen und komischerweise hatte mich dann diese Geschichte leider ein Stück weit verloren. Aber…. …kurze Zeit danach schaffte es die Autorin mich erneut zu fassen. Vom Mount Everest ins Flachland und um dann nochmal Kraft zu tanken, für Aufstieg auf den K2. …Ich konnte zufrieden, mit einer Erkenntnis, dieses Buch zuschlagen, denn es gibt immer zwei Seiten! Diese Geschichte hat mir nochmal gezeigt, wie wir Menschen oftmals Schubladendenken haben. Dass man häufig glaubt, was man hört und sich voreilig eine Meinung bildet. Vielen Dank Renée Knight, für diese spannende Geschichte <3 und vielen Dank auch an Random House und den Goldmann Verlag, für dieses, zur Verfügung gestellte, Leseexemplar.

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Die Ausgangslage des Romanes hörte sich unglaublich spannend an. Eine Frau, deren Geheimnis in einem Buch niedergeschrieben steht? Die Idee ist zwar nicht ganz neu, da sie schon zB im Film Number 23 auftauchte, allerdings ist die Ausführung ebendieser umso besser gelungen. Als Leser ist man am Anfang genau so unwissend über Catherines Geheimnis wie auch ihre Mitmenschen. Es ist noch unklar, in welche Richtung die Geschichte gehen soll und welche Ausmaße dieses Geheimnis annehmen wird, dass der sonst so perfekt erscheinenden Frau eine solche Last und Schuld aufbürdet, bis hin zur Schlaflosigkeit. Catherines Geschichte erfährt man erst Stück für Stück bis fast zum Ende des Buches, was es unglaublich spannend macht, da man nach kurzer Zeit schon unbedingt wissen möchte, was in ihrer Vergangenheit passiert ist. Besonders spannend wird es, indem sich die Kapitel aus ihrer Sicht mit denen aus der Perspektive des Autors abwechseln, der den Roman Das Opfer des Fremden veröffentlicht und es an Catherine verschickt hat. Seine Motive sind ebenfalls nicht von Anfang an ersichtlich und erschließen sich dem Leser, während er immer mehr Bruchteile vergangener Erinnerungen zugespielt bekommt. Wie bereits angedeutet, erinnert Deadline an einen intelligent konzipierten Thriller, ohne wirklich ein Thriller zu sein, denn Renée Knight setzt in ihrem Buch weder darauf, ihre Leser zu schocken, noch kommt es zu Gewalttaten uä... viel mehr werden die innere Psyche des Menschen, der Umgang mit äußerem Druck, Schuld, der Last eines schlechten Gewissens und der Verstrickung in eigene Lügen thematisiert. Deadline handelt von Bedrohung und psychischem Terror, und das aus zwei Perspektiven - der Perspektive des Täters und der des Opfers. Wer von beiden nun der Täter und wer das eigentliche Opfer ist, sei nun dahingestellt und kann jeder individuell für sich entscheiden. Oder eben nicht. Denn in Deadline gibt es kein Schwarz und Weiß, keine völlige Schuld und makellose Unschuld. Die Autorin zeigt eindrucksvoll, wie sehr sich die Frage nach Schuld beeinflussen lässt, je nachdem aus welcher Sicht man die Geschichte betrachtet. Und gerade das hat den Roman in meinen Augen unglaublich spannend und tiefründig gemacht. Ein gut konstruiierter, spannungsgeladener Roman über die Psyche des Menschen, der den Leser zweifeln lässt, was richtig und was falsch, was gut und was böse ist, wer schuldig ist und wer nicht. Deadline hat einige Schwächen, ist aber ein solider und nachdenklich stimmender Roman für zwischendurch.

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Deadline

Von: jojo-lesemaus

01.10.2016

Hinter dem Titel "Deadline" verbirgt sich ein spannender, manipulativer und irrefürender Roman, der in das Genre "Psychologischer Spannungsroman" als eines der besten Bücher eingehen sollte. Catherine bekommt von einem vermeintlich unbekannten ein Buch geschenkt, das von ihrem Tod und einem jahrelang gehüteten Geheimnis handelt. Als dann auch noch andere Personen aus ihrem Umfeld die verdrehten Fakten dieses Buches gegen sie verwenden, ist sie vollkommen am Ende. Der physische Druck, den der Autor auf sie aus ausübt, wird beim Lesen dieses Buches beinahe spürbar und ich hatte das Gefühl, als ob sein Hass direkt gegen mich gerichtet ist. Durch dem Wechsel der Perspektiven bekommt man einen guten und detaillierten Eindruck, der oftmals täuschend echt und gefühlvoll ist. Der aufbau ist raffiniert und abwechslungsreich. Außerdem befindet sich am Ende von jedem Handlungsabschnitt ein lese-Anreiz, der einen dazu zwingt das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen.

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An dieser Stelle noch eine kurze Entschuldigung, dass es etwas länger gadauert hat, was leider damit zusammenhing, dass das Buch einen etwas schleppenden Anfang hatte und ich kaum zum Lesen gekommen bin. (Rezension ab Do, den 11.08.16 auf dem Blog verfügbar) Thriller habe ich schon einige gelesen, aber einen "Psychologischen Spannungsroman"? Darunter kann man sich im Großen und Ganzen ein spannendes Buch vorstellen, dass die Psyche des Menschen näher beleuchtet, die Schock- momente und Brutalitäten eines Psychothrillers allerdings missen lässt. Der Roman beschäftigt sich mit Schuld, Lügen und Rache, bringt dem Leser verschiedene Sichtweisen näher und geht über die Vorstellung von Schwarz und Weiß weit hinaus. ♥ Cover & Aufmachung ♥ Deadline ist mir vor allem durch das interessante Cover aufgefallen. Der Titel des Romans wirkt, als sei er direkt in den Sand geschrieben und auch die Beschichtung des Buches ist rau, erinnert also stark an Sand. Ein Bezug zum Inhalt besteht ebenfalls, auf den ich allerdings nicht näher eingehen werde, da ich niemanden spoilern möchte. Die vereinzelt gesetzte rote Schrift wirkt bedrohlich auf den Leser, wodurch sich sofort eine sich anbahnende Gefahr vermuten lässt. Insgesamt fühlt sich die schwere Klappenbroschur sehr gut in der Hand an, hat allerdings einen etwas zu dünn geratenen Buchrücken, bei dem man wirklich aufpassen muss, dass keine Leserillen entstehen. Was mich etwas stört, ist, dass hier schon wieder der bereits englische Titel für die deutsche Ausgabe gegen einen anderen, ebenfalls englischen Titel ausgetauscht wurde. Der Sinn erschließt sich mir leider nicht ganz. ♥ Inhalt ♥ Diesen einen Tag vor zwanzig Jahren wird Catherine nie vergessen. Was damals geschah, sollte für immer ein Geheimnis bleiben, bis zum Ende ihres Lebens. Doch dann hält sie plötzlich diesen Roman in den Händen, in dem ihre geheime Geschichte bis ins Detail erzählt wird. Bestürzt blättert sie eine Seite nach der anderen um. Wer kann so genau von den damaligen Ereignissen wissen, und was will der mysteriöse Verfasser des Buches von ihr? Als sie die letzte Seite aufschlägt, findet sie die grausame Antwort: Die Geschichte endet mit ihrem gewaltsamen Tod. Catherine gerät in Panik – und das ist genau das, was Stephen Brigstocke gewollt hat. Er kennt Catherine nicht, aber er weiß von ihrem Geheimnis. Und er hat sich geschworen – sie soll büßen für das, was sie getan hat, bis zu ihrem letzten Atemzug… (Quelle: Goldmann) Die Ausgangslage des Romanes hörte sich unglaublich spannend an. Eine Frau, deren Geheimnis in einem Buch niedergeschrieben steht? Die Idee ist zwar nicht ganz neu, da sie schon zB im Film Number 23 auftauchte, allerdings ist die Ausführung ebendieser umso besser gelungen. Als Leser ist man am Anfang genau so unwissend über Catherines Geheimnis wie auch ihre Mitmenschen. Es ist noch unklar, in welche Richtung die Geschichte gehen soll und welche Ausmaße dieses Geheimnis annehmen wird, dass der sonst so perfekt erscheinenden Frau eine solche Last und Schuld aufbürdet, bis hin zur Schlaflosigkeit. Catherines Geschichte erfährt man erst Stück für Stück bis fast zum Ende des Buches, was es unglaublich spannend macht, da man nach kurzer Zeit schon unbedingt wissen möchte, was in ihrer Vergangenheit passiert ist. Besonders spannend wird es, indem sich die Kapitel aus ihrer Sicht mit denen aus der Perspektive des Autors abwechseln, der den Roman Das Opfer des Fremden veröffentlicht und es an Catherine verschickt hat. Seine Motive sind ebenfalls nicht von Anfang an ersichtlich und erschließen sich dem Leser, während er immer mehr Bruchteile vergangener Erinnerungen zugespielt bekommt. Wie bereits angedeutet, erinnert Deadline an einen intelligent konzipierten Thriller, ohne wirklich ein Thriller zu sein, denn Renée Knight setzt in ihrem Buch weder darauf, ihre Leser zu schocken, noch kommt es zu Gewalttaten uä... viel mehr werden die innere Psyche des Menschen, der Umgang mit äußerem Druck, Schuld, der Last eines schlechten Gewissens und der Verstrickung in eigene Lügen thematisiert. Deadline handelt von Bedrohung und psychischem Terror, und das aus zwei Perspektiven - der Perspektive des Täters und der des Opfers. Wer von beiden nun der Täter und wer das eigentliche Opfer ist, sei nun dahingestellt und kann jeder individuell für sich entscheiden. Oder eben nicht. Denn in Deadline gibt es kein Schwarz und Weiß, keine völlige Schuld und makellose Unschuld. Die Autorin zeigt eindrucksvoll, wie sehr sich die Frage nach Schuld beeinflussen lässt, je nachdem aus welcher Sicht man die Geschichte betrachtet. Und gerade das hat den Roman in meinen Augen unglaublich spannend und tiefründig gemacht. ♥ Charaktere ♥ Catherine ist eine erfolgreiche Karrierefrau, trägt aber ein dunkles Geheimnis mit sich, das niemals hätte ans Licht kommen soll - bis plötzlich dieser Roman auf ihrem Tisch lag. Das ganze Buch über konnte ich mich nicht entscheiden, was ich von ihr halten sollte. Einerseits tat sie mir wirklich leid, da sie mir nicht wirklich böse vorkam, sondern einfach irgendwie kaputt und gezeichnet vom Leben. Es gibt einige Dinge, die sie bereut und mit denen sie nie abschließen konnte, da ihre Fehler sie immer wieder verfolgen. Teilweise tat sie mir sehr leid, da sie für etwas, dass nicht aus ihrer boshaften Absicht entstanden ist, dermaßen terrorisiert wird, dann wiederum hatte ich aber auch einfach kein Mitleid mehr mit ihr, weil ich Catherine einfach unglaublich unsympathisch fand. Ihre berechnende Art, immer genau das zu sagen und zu machen, dass sie am besten dastehen und ihre Geheimnisse nicht auffliegen lässt, ist einfach ein Charakterzug, den ich bei anderen Menschen einfach überhaupt nicht leiden kann. So konnte ich auch nicht richtig mit ihr mitfühlen, als sie sich immer tiefer in ihr Lügennetz verstrickt hat. Besonders leid tat mir ihr Mann, der alles für diese Frau tun würde, aber eigentlich nur benutzt und immer wieder so gelenkt wird, dass es für Catherine möglichst angenehm ist. Der geheimnisvolle Mann, der Catherine den ominösen Roman zukommen lässt, kann Catherine aus ebendiesen Gründen auf den Tod nicht ausstehen. Sie verkörpert für ihn den Ursprung all seiner Probleme, ebenso gibt er ihr die Komplettschuld an einer Tragödie, die sich in der Vergangenheit abgespielt hat. Schnell wird klar, dass er auf gut Deutsch "nicht alle Tassen im Schrank hat", was aber gerade die psychologische Spannung von Deadline ausmacht. Er ist absolut unsympathisch, unmoralisch und besessen davon, seine Spielchen mit Catherine zu spielen. Leider liegt genau hier der Knackpunkt des Buches: Es gibt einfach keine Person, die man wirklich leiden kann. Zwar fällt es nicht schwer, sich mit Catherine und ihren Problemen zu identifizieren, jedoch brauche ich ein bisschen mehr als das, um beim Lesen richtig mit den Protagonisten mitzufiebern. ♥ Schreibstil ♥ Knights Schreibstil ist nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes. Der Roman ließ sich flüssig und spannend lesen, sodass kaum Langeweile aufkommen konnte. Durch die recht kurzgehaltenen Kapitel und den Perspektivenwechsel wird dieser Effekt noch um einiges verstärkt. Leider merkt man nur daran, dass sie Kapitel sich immer abwechseln, aus welcher Perspektive die Geschichte gerade geschildert wird. Anhand der Wortwahl leider nicht. ♥ Fazit ♥ Ein gut konstruiierter, spannungsgeladener Roman über die Psyche des Menschen, der den Leser zweifeln lässt, was richtig und was falsch, was gut und was böse ist, wer schuldig ist und wer nicht. Deadline hat einige Schwächen, ist aber ein solider und nachdenklich stimmender Roman für zwischendurch. Wertung: 4/5

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