Leserstimmen zu
Vom Ende der Ewigkeit

Camille Seaman, Elizabeth Sawin

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"Seit Ende August 2011 bin ich nicht mehr an den Polen gewesen. Bei meinem letzten Besuch gab es so wenig Eis, dass es mir das Herz brach." (Seite 20) Eine Reise in die Eiswelten unseres Planeten war kein Kindheitstraum von Camille Seaman, die Pole haben sie nie wirklich interessiert, doch 1999 führte sie der Zufall nach Alaska. Sie war sofort fasziniert und bereiste seitdem mehrfach die Arktis und die Antarktis. In ‚Vom Ende der Ewigkeit‘ erzählt sie von ihrer Kindheit, ihrer Familie, ihrem Leben, den Folgen ihrer ersten Arktis-Reise und ihrer Begeisterung für die Pole. Ihre Texte informieren und unterhalten, aber sie mahnen auch und erinnern uns daran, was wir auf unserem Planeten anrichten und wie sich die Pole mit der Zeit verändern. Die großformatigen Fotografien stammen von Reisen in die Antarktis, nach Spitzbergen und Grönland und sind einfach wundervoll. Sie zeigen Eis und Eisberge, düsteren Himmel und spektakuläre Lichtstimmungen, Meer und Wolken, Eisbären und Walrosse, Pinguine und Seeschwalben. ‚Vom Ende der Ewigkeit‘ ist ein bewegender, weiser, ästhetischer, stimmungsvoller und lehrreicher Bildband mit einer wichtigen Botschaft: "Sei ein guter Vorfahre!" (Seite 117) Camille Seaman: Vom Ende der Ewigkeit. Eine Reise durch bedrohte Polarwelten. Aus dem Englischen von Annegret Hunke-Wormser. Prestel Verlag, 2015, 156 Seiten; 29,95 Euro.

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Gletscher und Eisberge sind ein - wenn nicht DAS - Beispiel für Wandel, für Vergänglichkeit, für Veränderung. Ein Eisberg bleibt niemals gleich, er ist in stetiger Veränderung. Er schmilzt, er bewegt sich, er dreht sich. Und wir Menschen tragen einen Teil der Verantwortung für diese Veränderungen. Vom Ende der Ewigkeit ist ein Stück weit ein Aufruf: ein Aufruf, die Augen zu öffnen, zu erkennen, zu verstehen. Wenn die Gletscher schmelzen, dann betrifft das auch uns. Ein Aufruf, sich der Ursachen für das Schmelzen der Gletscher und Eisberge bewusst zu machen und zu entscheiden, ob man etwas daran ändern möchte. Ein Aufruf, das Buch und das Wissen und die Erfahrungen, die darin stecken, mit anderen zu teilen. Vom Ende der Ewigkeit ist eine Sammlung von atemberaubenden Fotos und nachdenklichen Essays. Zu jedem Foto gibt es einen kurzen Text. Manchmal sind diese Texte rein sachliche Beschreibung des Erlebten, nähere Informationen zu dem, was auf den Fotos abgebildet ist. Manchmal sind es persönliche Gedanken. Die Essays finden sich zwischen den Fotos und erzählen von den Veränderungen, die Camille Seaman in den Jahren, die sie die Pole bereiste, mitbekommen hat. Den Rückgang von Schnee und Eis, die erhöhten Temperaturen, das Verschwinden den Eisbären. Sie erklärt, wie das Verschwinden von Meereis dazu führen kann, dass die Insektenpopulation in Europa geradezu explodiert, dass Nahrungsmittel knapp werden, dass die Meeresspeigel ansteigen. Und sie verzweifelt daran, dass es den Menschen, die nie gesehen haben, was sie gesehen hat, völlig egal ist. Die Fotos zeigen nicht nur beeindruckende Aufnahmen der Eisberge und Gletscher in all ihrer Vielfalt, sondern auch Bilder der Tiere, die an den Polen leben und deren Lebensraum immer kleiner wird. Fotos von Eisbären beispielsweise, die nicht länger im Eis leben, sondern auf kargen Felsen klettern müssen und nichts weiter tun können, als zu warten, dass Nahrung vorbei kommt. Bilder, bei denen mir das Herz blutet und mich bei aller Schönheit der Fotos eine tiefe Traurigkeit überkommt. Es sind wunderschöne Aufnahmen von Eisbären, Pinguinen und Seeschwalben dabei, aber genauso viel traurige und bedrückende Fotos finden sich darunter. Camille Seaman entführt uns in ihrem Bildband auf eine emotioale Reise in die Schönheit und Vergänglichkeit der Arktis und Antarktis und macht uns klar, wie wichtig es ist, für den Erhalt dieser eisigen Schönheiten zu kämpfen. Elizabeth Sawin, die das Vorwort geschrieben hat, hat recht: dies ist ein Buch, dessen Wissen und Erfahrungen man verbreiten muss und genau das mache ich hiermit.

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Ich muss gestehen, ich kann noch gar nicht in Worte fassen, wie sehr mich dieser Photoband beeindruckt und berührt hat. er ist so vielschichtig, spricht auf so vielen verschiedenen Ebenen die Leserin und den Leser an, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll, darüber zu berichten. Mit diesem Werk hat Camille Seaman eindrücklich und gefühlvoll die Polarwelt festgehalten. Und zwar so gut, dass man ds Gefühl hat, selbst dort zu sein. Die Hände werden beim Blättern durch das Buch kalt, die Nasespitze friert, die Füße sehnen sich nach Wärme. Gleichzeitig schlägt einem das Herz kraftvoller und rhythmischer, als sei es mit dieser einzigartigen Naturgewalt Wasser eine plötzliche Verbindung eingegangen. Die Photographien entführen einen in eine Natur, die zunächst als bedrohlich und kalt, riesig und unbezwingbar erscheint. Doch dann taucht man ein. Man taucht ein in Einzelheiten, die einem die Schönheit der Eiskolosse und deren Zerbrechlichkeit, ja deren Bedrohtheit vor Augen führen. Ein Wechselbad der Gefühle wird in einem entfacht. Ist man zunächst beeindruckt und vielleicht sogar eingeschüchtert, ist man im nächsten Moment betroffen und traurig über die Schmelze, die Giftfässer, das schwinden der Arktis und Antarktis. Dann ist man wiederum berührt von der facettenreichen Schönheit, die Camille Seaman auf wirklcih jedem Bild einfangen konnte. Dieser Bildband ist einfach unglaublich bewegend. Neben den aussagekräftigen, emotionsgeladenen Photographien, die ihresgleichen suchen, beschreibt Camille Seaman zu jedem Bild behutsam, wie es zustande kam und lässt uns in ihr Erleben miteintauchen, indem sie uns mitteilt, was sie bei der Aufnahme empfand oder was sie im Nachhinein bewegte. Und als ob dies nicht ausreichen würde, gibt es dazwischen noch wundervolle Kapitel, in denen uns Camille Seaman mit auf die Reise durch ihr Polarwelt-Leben nimmt. Intim und niemals distanzlos. Ganz wundervoll. Ich kann dieses Buch, diese Mischung aus Bildband, Gesellschaftkritik, Naturgewalt und Biographie der Autorin, einfach nur jedem (!) empfehlen: egal, ob ihr euch für Bildbände oder Photographien interessiert oder nicht; diese Buch ist eine Perle, die in jede Bibliothek gehört! Camille Seaman wurde 1969 geboren und studierte Photographie an der Universität in New York. Ihre Fotografien wurden in zahlreichen Magazinen publiziert, darunter National Geographic Magazine, Geo, TIME, The New York Times Sunday magazine, Newsweek, Zeit Wissen und American Photo. Für ihre Arbeitem wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 2008 wurden ihre Bilder mit der Einzelausstellung “The Last Iceberg” in der Akademie der Wissenschaften in Washington DC bedacht.

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