Leserstimmen zu
Das Alabastergrab

Helmut Vorndran

Kommissar Haderlein (1)

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Inhalt: Im oberfränkischen Bamberg nutzt Kriminalhauptkommissar Franz Haderlein die sommerliche Verbrechensflaute, um bei dem einen oder anderen Bier zu entspannen. Doch mit der Ruhe ist es schnell aus: Erst sorgt am Main eine rätselhafte Flutwelle für Chaos, und dann wird die Leiche eines Fischers entdeckt. Wie sich herausstellt, war der Mann ein erbitterter Gegner des Bootsverkehrs. Plötzlich bekommt Haderlein es mit aufgebrachten Anglern, feindseligen Paddelboot-Lobbyisten, einem gewieften Politiker und sogar einem skrupellosen Auftragsmörder zu tun. Und eines ist klar: In diesem Fall geht es um weitaus mehr als um die Vorherrschaft in heimischen Gewässern. Cover: Das Cover bietet alles, was typisch für die provinz ist, ein Schwein, Bier und schön rustikales Ambiente. Dennoch würde ich dieses Buch nicht gerade wegen seines Covers kaufen, aber man sollte ein Buch ja ohnehin nicht nur nach seinem äußeren bewerten. Und gerade bei einem krimi kommt es nun wirklich nicht auf das Cover an Charaktere: Das Ermittlerteam in diesem Krimi ist anders, und das nicht nur, weil ein Schwein dazu gehört. Damit meine ich kein Charakter Schwein, sondern ein echtes Ferkel, welches auf den Namen Riemenschneider hört. Hauptkommissar Haderlein und seine Leute geben diesem Buch eine leicht humoristische Note, und erinnern mich ein wenig an mein geliebtes Münsteraner Tatort Team ( Ja da spricht der münsterländer Patriotismus aus mir) Handlung: Es ist ein Krimi, also gibt es auch Mord und Totschlag. Aber bei weitem nicht so blutig wie beispielsweise die Morde bei Hannibal oder die Leichen bei Bones. Nein eben wie der Kommissar selbst ist der Fall auch ein wenig ruhiger. Zudem gibt es die beiden gegenüberstehenden Lager der Angler und der Bootsfahrer. Auch bleibt es bei weitem nicht bei einem Toten und so steigt der Druck auf das Ermittlerteam, denn der oder die Täter müssen schnell gefasst werden. Schreibstil: Das es sich bei diesem Buch um einen Provinzkrimi handelt, sieht man alleine schon an der Verwendung des fränkischen Dialekts an welchen man sich ( besonders wenn man aus dem Norden kommt) erst einmal gewöhnen muss, aber es wird nur ab und zu ins fränkische gewechselt, so dass man in der Regel alles verstehen kann. Zudem ist der Stil sehr bunt und detailliert, so werden beispielsweise auch viele Sehenswürdigkeiten der Umgebung genau beschrieben. Was mir besonders gefallen hat, ist der humorvolle Unterton, welcher diesen Krimi begleitet. Fazit: Alles in allem ist dieses Buch ein solider Krimi. Er bringt eine schöne Mischung aus Spannung und Witz mit. Er lässt sich gut lesen und bis zu einem gewissen maß, kann man selbst ein wenig die Fakten zusammen zählen um den Täter zu ermitteln. Ein schöner Krimi für alle Fans von Provinzkrimis.

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Meine Meinung: Das Buchcover und die Kurzbeschreibung versprachen mir einiges, was ich dem Buch finden wollte. Spannung, Humor und ein Wiedersehen mit Bamberg, zumindest mit Hilfe dieses Buches. Auf jeden Fall fing die Geschichte sehr interessant an, wobei die Überschrift des ersten Kapitels schon sehr aussagekräftig war: "Fisherman's End". Ziemlich schnell kommt dann auch Kommissar Haderlein ins Spiel, der anscheinend durch eine verrückte Idee seiner Kollegen nun der Besitzer eines kleines Schweinchens ist. Riemenschneider, so der Name, wird in dem Buch eine wichtige Rolle spielen. Ich lerne dann noch den Kollegen von Franz Haderlein kennen: Lagerfeld, der eigentlich einen anderen Namen hat. Jeder kann sich vielleicht vorstellen, weshalb er so gerufen wird. Überhaupt hat der Autor den Beteiligten interessante Namen und Charaktere zugeordnet. Seinen Schreibstil und seine Ausdrucksweise fand ich zunächst ungewöhnlich, aber nicht uninteressant. Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, kam ich sehr gut mit dem Buch klar. Nebensächlichkeiten wurden in die Geschichte eingebaut und besonders hervorgehoben. Ohne viel zu verraten, möchte ich hier einfach mal die Flussregenpfeiferin erwähnen, die Bamburg Richtung Norden verlassen will und sich in einer Gegend niederlassen möchte, wo die Aussprache der Menschen verständlicher war.Thüringen vielleicht? Lach, wer nun denkt, was schreibt sie denn da? Tja, auch das kommt in dem Buch vor und spiegelt etwas von dem Humor wieder, den ich an mehreren Stellen fand. Natürlich kam die Spannung auch nicht zu kurz. Ich konnte zwar einiges vermuten, aber trotzdem gab es dort überraschende Wendungen für mich. Fazit: Wer etwas Lokalkolorit, Spannung und Humor in einem Buch finden möchte, wird hier Glück haben. Man darf allerdings keinen "gewöhnlichen" Krimi erwarten.

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Bislang waren und sind es immer die süddeutschen Kriminalromane, die mich interessieren. Sei es nun in Buchform oder in Form von Fernsehserien wie Die Rosenheimcops: Krimis aus Süddeutschland, besonders solche mit Dialekt, haben für mich einfach einen ganz eigenen Charme. Mir gefällt das Humorvolle an diesen Kriminalromanen, denn wenn ich es wirklich spannend und düster will, greife ich lieber zum Thriller. Krimis sollen für mich in erster Linie also eines: mich unterhalten und Spaß machen. Das sind also die Voraussetzungen, mit denen ich an Das Alabastergrab herangegangen bin. Zunächst bietet es eine Fülle an Sehenswürdigkeiten, die er Leser sich gleich für seinen nächsten Trip nach Oberfranken merken kann. Ein bisschen weniger hätte es ruhig sein können, ich mag es, wenn noch Raum für die Fantasie bleibt. Der Kommissar Henderlein mag es lieber ruhig, er genießt die verbrechensfreien Tage und verbringt seine freie Zeit gerne bei einem oder zwei Bieren. Viel unterhaltsamer als Haderlein ist aber das Ferkel. Ja, richtig, ein Ferkel, und es spielt nicht nur eine Rolle, es ist eine Figur, aus dessen Perspektive zwischendurch erzählt wird. Eigentlich mag ich tierische Krimis, aber hier wurden mir die vielen Perspektivenwechsel zu viel und zu ... ausgefallen? Ich hätte es schöner gefunden, wenn Vorndran sich beispielsweise auf das Ferkel, den Kommissar und vielleicht eine weitere Person konzentriert hätte. Mir ist es ein bisschen zu viel, ein bisschen zu bunt. Als hätte er zu viel gewollt, zu viel in einen zu kleinen Roman quetschen wollen. Es wirkt ein wenig überladen. Kurz gesagt, die Idee gefällt mir, die Umsetzung ist ausbaufähig. Der Plot des Krimis gefällt mir. Die unterschiedlichen Fraktionen (Angler und Bootsfahrer), die Tagung der CSU, die Leichen. Der geübte Krimileser erkennt die Auflösung etwas schneller, als mir lieb ist, aber dafür ist der Plot selbst so abgedreht, dass er irgendwie wieder Spaß macht - und er gleicht den Humor wieder aus, der mir ehrlich gesagt zu platt ist. Setting, Figuren, Ton, Atmosphäre, Dialekt: es ist ein Krimi nach meinem Geschmack, wenn er auch an einigen Stellen überzogen daherkommt. Was mich zudem ein bisschen stört ist der Schreibstil, der etwas runder und flüssiger sein könnte. Es ist kein Krimi, den ich in einem Flutsch durchlesen konnte. Übrigens, wem Inhalt und Titel bekannt vorkommen: 2009 ist Das Alabastergrab bereits (mit deutlich abweichendem Cover) im Emons Verlag erschienen. Ich muss sagen, dass mir das neue Cover deutlich besser gefällt, weshalb ich vermutlich auch erst jetzt danach gegriffen und es gelesen habe.

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