Leserstimmen zu
Die Tiefe

Nick Cutter

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Taschenbuch
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Aufmachung: Also, das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist düster, wie es sich für einen Thriller gehört. Gleichzeitig sieht es sehr geheimnisvoll aus und spiegelt das wider, was auch der Titel aussagt. Der Titel selber ist sehr passend. Die Kapitel sind alle kurz bis mittellang. Meine Meinung: Oh. Mein. Gott. Das Buch ist definitiv das beste Buch, das ich dieses Jahr bis jetzt gelesen habe!!! Anfangs war ich da zwar noch etwas skeptisch, da mich in letzter Zeit alles, was als Thriller verkauft wurde, ja mehr oder weniger enttäuscht hatte, also habe ich dieses Buch auch nur widerwillig angefangen. Aber bereits nach dem ersten Buchstaben hat "Die Tiefe" meine Zweifel sofort aus dem Weg geräumt, der Schreibstil fesselt den Leser ab der ersten Seite, obwohl noch nicht wirklich etwas passiert ist. Dazu kommt, dass der Protagonist mit seiner sarkastischen, selbstironischen Art und Weise einem direkt sympathisch ist und man ihn unbedingt näher kennenlernen möchte. Dadurch hat der Leser keine Probleme sich in ihn hineinzuversetzen, und auch wenn seine Entscheidungen manchmal nicht ganz so mit dem übereinstimmen, was man selber machen würde, fiebert man die ganze Zeit über mit ihm mit und hofft, dass ihm nichts passiert. Es dauert auch nicht lang, bis die erste Spannung einsetzt, denn selbst bei den kleinsten Problemen schafft es der Autor, die Nerven des Lesers bis aufs Äußerste zu reizen; wenig bis gar nichts lässt sich bereits vorher erahnen, und man tappt durchgehend im Dunkeln (buchstäblich). Dadurch ist man von vorne bis hinten ans Buch gefesselt. Das allein hat für mich schon einen hohen Stellenwert, da mir das, wie gesagt, sehr selten passiert ist in letzter Zeit. Zum Ende hin wird alles allerdings ein bisschen befremdlich; das, was passiert, ist zwar nicht unbedingt schlecht, aber in meinen Augen passt das alles nicht so wirklich zum Rest des Buches, stattdessen hätte z. B. ein offenes Ende besser gepasst. Aber wer bin ich, dass ich die Werke von anderen Menschen verändern will, ich sollte selber erst einmal ein Buch schreiben. Trotzdem fand ich das etwas seltsam; dennoch bleibt bis zum Ende die Spannung ganz oben und das Buch ist absolut genial. Sogar meine Schwester, die sonst nie irgendetwas (zuende) liest, hat das Buch gelesen und es hat ihr sehr gut gefallen. Fazit: Kurz: Bestes Buch aus diesem Jahr. Das Ende passt meiner Meinung nach nicht so ganz da rein, aber das ändert nichts an der Genialität dieses Buches. 5/5 Lesehasen.

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Die Menschenwelt zerbricht an einer unbekannten Krankheit. Eine Krankheit, die den Menschen erst unwichtige Dinge vergessen lässt. Mit der Zeit wird vergessen, wie man sich die Schuhe anzieht, dass man menschlichen Bedürfnissen nachgehen muss... dass man essen und schlafen muss... bis schließlich selbst die Organe vergessen, wie sie funktionieren. Die Geschichte beginnt quasi mitten im Geschehen. Luke Nelson ist bereits auf dem Weg zu seinem Bruder, den er schon seit Jahren weder gesehen, noch gesprochen hat. Ein Roman, der schon innerhalb der ersten 5 Seiten einen ganz gewaltigen Spannungsbogen aufbaut und diesen auch im gesamten Verlauf beibehält. Ich habe selten eine Geschichte gelesen, die so drückend rüberkommt, die zusätzlich auch noch so eindringlich erzählt wird, als wäre man selbst vor Ort. Hin und wieder musste ich ganz schön schlucken und mich fragen, ob ich unwissend an Klaustrophobie leide. Ich wäre richtig begeistert von diesem Thriller, wenn der Autor etwas mehr auf die Krankheit, die er erschaffen hat und auf die menschliche Bevölkerung eingegangen wäre, statt sich zu 90 % der Geschichte nur auf die Unterwasserwelt und das Tauchschiff zu konzentrieren. Trotzdem eine wirklich unglaubliche Geschichte. Aber diese Punkte kamen mir einfach viel zu kurz.

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Ein starkes Buch!

Von: A.D.

09.03.2016

Die Tiefe ist ein Thriller, der seinen Horror erst im Kopf der Protagonisten entwickelt, nach und nach in den Verstand des Lesers einpflanzt, um schließlich auch in wüsten Body-Horror zu kippen. Die Inhaltsangabe wird dem Buch nicht so richtig gerecht, ist der Roman doch eigentlich ein Science-Horror-Thriller. Das verkaufen weder das Cover noch das generische Thriller am Cover so richtig. Ich denke doch, wer einen Thriller lesen will, wird mit Die Tiefe nicht glücklich werden, das Buch ist viel zu horrend dazu, es ist eine Geschichte über den Wahnsinn, der nun stattfinden mag oder nicht, und das inmitten der real geschehende Apokalypse der Menschheit. Die Tiefe ist eine Art Bastard von zwei Filmen: John Carpenter's The Thing. Der eine. Solaris, in der Version von Steven Soderbergh. Der andere. (Die literarischen Vorlagen beider Werke lasse ich aus, die sind mehr Schablonen und Richtlinien für die Verfilmungen gewesen. Ah, und dann ist da noch ein Tupfen von Es dabei, dem Roman von Stephen King. Hineingesprenkelt. Extrem effektiv. Eine Kreuzung dieser beiden Filme, die Geschichte unter Wasser angesiedelt. Das kommt ungefähr hin. Viel Psycho, sehr viel Körper, Paranoia, Klaustrophobie, schleichender Wahnsinn, Verlust der Realität, reale und fiktive Bedrohungen. Emotional unterkühlt mit Szenen, die einem unter die Haut gehen. Mit unerwarteten Wendungen. Mir hat Die Tiefe wirklich verdammt gut gefallen. Aber ich mochte auch schon DAS CAMP. Und ich freue mich auf DIE ERLÖSER. Von den Faktoren Thrill, Härte und Rücksichtslosigkeit den Protagonisten gegenüber siedelt man Cutter besser in den vorderen Rängen an. Der Kerl ist gut und er beherrscht die Klaviatur der Spannung blind. Und - er schreibt gut. Cutter hat einen tadellosen Stil, er schreibt flüssig, sprachsicher und mit wortgewandter Bildhaftigkeit. Das Grauen des Buches wirkt um so stärker, weil es einprägsam und nüchtern-klar geschildert wird. Für mich war Die Tiefe ein hervorragender, horrender Trip in endlose Abgründe. Schweinegeil, das Buch.

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Die Menschheit erzittert unter einer unheimlichen, tödlichen Krankheit, die sich rasend schnell ausbreitet. In dieser Krisensituation wird der Arzt Luke Nelson zu Hilfe gerufen. In den Tiefen des Meeres ist ein Organismus aufgetaucht, ein Parasit, mit dem sich die Krankheit vielleicht bekämpfen lässt. Lukes Bruder Clayton, ein genialer Biologe, ist mit seinem Team bereits im Tauchschiff Trieste. Doch der Kontakt zur Trieste bricht ab. Als die grausam entstellte Leiche eines der Forscher geborgen wird, begibt Luke sich hinab in den Marianengraben. In die dunkle Tiefe … Luke hat nichts mehr zu verlieren, denn alle die er liebt, sind nicht mehr bei ihm. Darum macht er sich sofort auf den Weg, als er gebeten wird, seinen Bruder zu unterstützen. Der ist gerade vielen Meilen unter dem Meer und versucht ein Heilmittel gegen die grausame Krankheit zu finden, mit der die Menschheit befallen ist. Wie sollte Luke ihm, als Tierarzt, dabei helfen können? Ich habe mir große Spannung von dem Buch erwartet, die ich auch teilweise bekommen habe. Leider gibt es dazwischen immer wieder langatmige Passagen, die dann jedes mal die Fahrt aus der Geschichte nehmen und den Lesefluss bremsen. Aner trotzdem hat mir die Geschichte gefallen. Der Autor versteht es eine düstere, beklemmende und bedrückende Atmosphäre entstehen zu lassen. Das Eingesperrt sein auf dem Meeresboden in unglaublicher Tiefe fand ich schon sehr schlimm. Das Unterwasserlabor ist alles andere als gemütlich und die 3 Wissenschaftler..... Na lest selbst. Die Charaktere des Buches waren überwiegend unsympathisch. Luke und Alice waren sehr nett, den Rest konnte man in die Tonne kloppen, aber das war auch richtig so für die Geschichte. Das Ende des Thrillers konnte mich nicht so ganz begeistern. Und zwar fand ich die Auflösung des Ganzen ziemlich doof. Andere Sachen passten wieder perfekt zur Geschichte. Obwohl nicht alles so rund war, vergebe ich doch gerne 4 von 5 Punkten, denn ich war doch ziemlich gefesselt und fieberte dem Ende und der Auflösung des Buches entgegen. Dass mir diese nicht so gefiel, ist meinem persönlichen Geschmack geschuldet. Auf jeden Fall finde ich "Die Tiefe" lesenswert und bin mal gespannt, ob mir "Das Camp" von Nick Cutter auch gefällt. © Beate Senft

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Der Einstig ins Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Kapitel sind kurz und der Leser findet sofort in die Handlung hinein. Es wird geschildert, wie der Tierarzt Dr. Luke Nelson auf dem Weg zu einer Forschungsstation im Pazifik ist, in der sein Bruder Clayton an einem Heilmittel für eine mysteriöse Krankheit forscht, die der "Fleckige Tod" genannt wird und an der Seuche schon viele Menschen gestorben sind. Die Forschungsstation "Trieste" befindet sich am tiefsten Ort des Meeres, im Marianengraben, und Luke muss genau dorthin reisen, denn es gibt keinen Kontakt mehr zur Forschungstation und seinem Bruder. Die ersten Kapitel, in denen die Reise zur Foschungsstation geschildert werden, der Leser erfährt, was diese mysteriöse Seuche eigentlich ist, und wie sich das Leben auf der Welt dadurch verändert hat, fand ich sehr spannend zu lesen. Nachdem Luke die Trieste erreicht hat, flacht die Handlung meiner Meinung nach allerdings deutlich ab und der Leser erfährt zunehmend Geschehnisse aus Lukes Vergangenheit, die alle keine glücklichen Erinnerungen sind. Die Suche nach einem Heilmittel tritt vollkommen in den Hintergrund. Das fand ich ziemlich schade, denn ich habe einen Wisschenschaftsthriller erwartet. Allerdings ist dieses Buch meiner Meinung nach eher ein Psychothriller, denn im Buch werden die Urängste der Protagonisten thematisiert. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, auch wenn manche Passagen zu langatmig waren. So findet Luke in der Trieste wissenschaftliche Aufzeichnungen eines verstorbenen Forschers, die ganze Kapitel füllen. Außerdem nehmen die Wahnvorstellungen über vergangene Handlungen viel zu viel Platz ein und haben es mir schwer gemacht, zunehmend nicht den roten Faden zu verlieren. Am meisten habe ich mich allerdings darüber geärgert, wie schlecht der Autor vor dem Schreiben des Buches recherchiert hat. Clayton scheint ein wissenschaftliches Wunderkind zu sein, das schon in seiner Kindheit eine Maus gentechnisch so manipuliert hat, dass auf deren Rücken eine Nase wächst. Als Biologin habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie er das wohl als Kind geschafft haben mag. Auch wenn er die Grundzüge der Molekularbiologie verstanden haben mag, wird er wohl kaum das ganze Laborequipment im Keller seines Elternhauses rumstehen haben. Auch das Ende hat mich nicht sonderlich mitgerissen. Es konnten nicht alle meine Fragen beantwortet werden und ich fand das Ende sehr verwirrend. Schade, denn das Buch hat sehr gut angefangen, aber ab der Hälfte ist es einfach nur ncoh langatmig und durchschnittlich.

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Das Cover: Passend zum Titel wird man mit dem Cover in die Tiefen des Meeres katapultiert. Man schwimmt im Wasser, es ist finster und kleine Luftbläschen steigen um einen herum auf. Wären da nicht die Fäden von Blut, die langsam aus der Tiefe emporsteigen, wäre das Cover nur unheimlich. So aber wirkt es bedrohlich. Der Tod lauert in der Tiefe und er wartet auf dich. Die Story: Die Menschheit ist von einem unheilbaren Virus befallen und die einzige Hoffnung verbirgt sich in den Tiefen des Meeres, beim Marianengraben. Dort wurde eine Substanz entdeckt, die möglicherweise nicht nur den Virus, sondern auch alles andere heilen könnte. So weit, so gut... Da aber nie etwas so ist, wie es scheint, ist dem Leser schnell klar, dass es kein Happy End geben wird. Das bringt auch bereits der Klappentext zum Ausdruck. Die Frage ist nur, wie unumstößlich und vielleicht auch gefährlich dieser Strohhalm ist, den die Menschen hier ergreifen. Das ist der Plot, der auf den Leser wartet und der ihn mit in "die Tiefe" zieht. Und vielleicht... vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung... Die Charaktere: Einziger und alleiniger Protagonist ist Lucas "Luke" Nelson. Er ist Tierarzt und bisher von der mysteriösen Krankheit verschont geblieben. Sein Bruder Clayton befindet sich in der Unterwasser-Forschungsstation "Trieste", um an einer neu entdeckten Substanz zu forschen, die vielleicht ein Heilmittel darstellt. Doch irgendetwas läuft dort unten schief und der Funkkontakt zur Forschungsstation bricht ab. Luke erhält einen Hilferuf von seinem Bruder und begibt sich auf den Weg in die Tiefe. Jedoch nicht, um seinem Bruder zu helfen, denn die beiden haben sich nie richtig gemocht und seit Jahren keinen Kontakt - sondern einzig und allein für das Wohl der Menschheit. Luke ist ein eher ängstlicher und auch gebrochener Mann. Seine Ehe nahm ein jähes Ende als sein einziger Sohn Zachary durch seine Unachtsamkeit spurlos verschwand. Er besitzt nicht mehr viel im Leben, das ihn antreibt. Mit dem Hilferuf aus der Trieste hat er ein neues Ziel. Nach und nach kommt außerdem seine zerstörte Kindheit zu Tage, an der seine Mutter Schuld ist. Ein fast schon bemitleidenswerter, aber dennoch sympathischer Charakter mit tiefsitzenden Problemen. Der Schreibstil: In "Die Tiefe" ist das Grauen allgegenwärtig. Der Autor konfrontiert den Leser mit immer mehr und mehr Horrorszenarien und... verliert sich dann irgendwann darin. Anfangs war es noch nett zu lesen, welche kranken Grausamkeiten sich der Autor da erdacht hat - schließlich bin ich eingefleischter Horror-Fan. Doch irgendwann bekommt man den Eindruck, dass nahezu alles und jede Situation brutal und krank sein muss. Für mich wurde es schlichtweg einfach zu viel und die Story verlor ihre Glaubwürdigkeit. Es ist unüberlesbar, dass Nick Cutter ein großer Freund von Vergleichen ist. Nahezu jeder Gegenstand, jedes Geräusch muss verglichen und damit näher beschrieben und versinnbildlicht werden. Manchmal waren die Sätze damit ganz nett zu lesen. Doch häufig wirkte der Einsatz des Stilmittels an den Haaren herbei gezogen und nicht passend. Als hätte der Autor eine Liste mit schönen Vergleichen abgehakt, die er unbedingt einbauen will. Bei all seinen vielen bestialischen Szenen und Vergleichen verliert Cutter leider auch irgendwann den roten Faden und, wie es mir scheint, sich selbst. Das Ende: Anstatt sich aus der ganzen Misere zu retten, setzt er mit dem Ende noch die Krone auf. Cutter versucht mit dem Finale etwas "Logik" in den Plot einzubauen, aber richtig gelungen ist es ihm nicht. Denkbar, sicherlich... irgendwie... Aber SO? Fazit: Der Autor macht die schöne Idee, die hinter dem Buch steckt leider mit überzogenen und unglaubwürdigen Horrorszenen und im Überschuss verwendeten Stilmitteln zunichte. 3 1/2 von 5 Isis'

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Das Cover: Passend zum Titel wird man mit dem Cover in die Tiefen des Meeres katapultiert. Man schwimmt im Wasser, es ist finster und kleine Luftbläschen steigen um einen herum auf. Wären da nicht die Fäden von Blut, die langsam aus der Tiefe emporsteigen, wäre das Cover nur unheimlich. So aber wirkt es bedrohlich. Der Tod lauert in der Tiefe und er wartet auf dich. Die Story: Die Menschheit ist von einem unheilbaren Virus befallen und die einzige Hoffnung verbirgt sich in den Tiefen des Meeres, beim Marianengraben. Dort wurde eine Substanz entdeckt, die möglicherweise nicht nur den Virus, sondern auch alles andere heilen könnte. So weit, so gut... Da aber nie etwas so ist, wie es scheint, ist dem Leser schnell klar, dass es kein Happy End geben wird. Das bringt auch bereits der Klappentext zum Ausdruck. Die Frage ist nur, wie unumstößlich und vielleicht auch gefährlich dieser Strohhalm ist, den die Menschen hier ergreifen. Das ist der Plot, der auf den Leser wartet und der ihn mit in "die Tiefe" zieht. Und vielleicht... vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung... Die Charaktere: Einziger und alleiniger Protagonist ist Lucas "Luke" Nelson. Er ist Tierarzt und bisher von der mysteriösen Krankheit verschont geblieben. Sein Bruder Clayton befindet sich in der Unterwasser-Forschungsstation "Trieste", um an einer neu entdeckten Substanz zu forschen, die vielleicht ein Heilmittel darstellt. Doch irgendetwas läuft dort unten schief und der Funkkontakt zur Forschungsstation bricht ab. Luke erhält einen Hilferuf von seinem Bruder und begibt sich auf den Weg in die Tiefe. Jedoch nicht, um seinem Bruder zu helfen, denn die beiden haben sich nie richtig gemocht und seit Jahren keinen Kontakt - sondern einzig und allein für das Wohl der Menschheit. Luke ist ein eher ängstlicher und auch gebrochener Mann. Seine Ehe nahm ein jähes Ende als sein einziger Sohn Zachary durch seine Unachtsamkeit spurlos verschwand. Er besitzt nicht mehr viel im Leben, das ihn antreibt. Mit dem Hilferuf aus der Trieste hat er ein neues Ziel. Nach und nach kommt außerdem seine zerstörte Kindheit zu Tage, an der seine Mutter Schuld ist. Ein fast schon bemitleidenswerter, aber dennoch sympathischer Charakter mit tiefsitzenden Problemen. Der Schreibstil: In "Die Tiefe" ist das Grauen allgegenwärtig. Der Autor konfrontiert den Leser mit immer mehr und mehr Horrorszenarien und... verliert sich dann irgendwann darin. Anfangs war es noch nett zu lesen, welche kranken Grausamkeiten sich der Autor da erdacht hat - schließlich bin ich eingefleischter Horror-Fan. Doch irgendwann bekommt man den Eindruck, dass nahezu alles und jede Situation brutal und krank sein muss. Für mich wurde es schlichtweg einfach zu viel und die Story verlor ihre Glaubwürdigkeit. Es ist unüberlesbar, dass Nick Cutter ein großer Freund von Vergleichen ist. Nahezu jeder Gegenstand, jedes Geräusch muss verglichen und damit näher beschrieben und versinnbildlicht werden. Manchmal waren die Sätze damit ganz nett zu lesen. Doch häufig wirkte der Einsatz des Stilmittels an den Haaren herbei gezogen und nicht passend. Als hätte der Autor eine Liste mit schönen Vergleichen abgehakt, die er unbedingt einbauen will. Bei all seinen vielen bestialischen Szenen und Vergleichen verliert Cutter leider auch irgendwann den roten Faden und, wie es mir scheint, sich selbst. Das Ende: Anstatt sich aus der ganzen Misere zu retten, setzt er mit dem Ende noch die Krone auf. Cutter versucht mit dem Finale etwas "Logik" in den Plot einzubauen, aber richtig gelungen ist es ihm nicht. Denkbar, sicherlich... irgendwie... Aber SO? Fazit: Der Autor macht die schöne Idee, die hinter dem Buch steckt leider mit überzogenen und unglaubwürdigen Horrorszenen und im Überschuss verwendeten Stilmitteln zunichte. 3 1/2 von 5 Isis'

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Letztes Jahr las ich bereits das Debüt Nick Cutters (Das Camp) und war von diesem doch ekligen Horrorbuch sehr begeistert. Ein Erstlingswerk (jedenfalls unter diesem Pseudonym) des kanadischen Autors, von dem ich unbedingt mehr lesen wollte. Es war also klar, dass auch “Die Tiefe” von mir gelesen werden würde. In diesem Buch wird dem Leser eine andere Art Horror geboten, denn er ist weniger eklig und brutal, als vielmehr subtil, beklemmend und gruselig. Die Menschheit wird von einer Krankheit heimgesucht, deren Opfer auf eine perfide Art und Weise zugrunde gerichtet werden und die mich an eine pervertierte Form der Alzheimerkrankheit denken ließ (wenn man diese Krankheit noch pervertieren kann). Die einzige Chance auf Heilung scheint 8 Meilen unter dem Meer auf dem schlammigen Grund zu finden sein. Die besten und eigensinnigsten Wissenschaftler der Welt werden dort unten in einer neuartigen und hochtechnischen Unterwasserstation auf ein Heilmittel angesetzt, doch irgendwas geht schief. Luke Nelson wird nun in diese Unterwasserstation gebracht. Er ist der Bruder des vielversprechendsten Wissenschaftlers und soll die Verbindung zum Forscherteam wiederherstellen. Was ist dort unten passiert, wer lebt noch und wer ist tot und wird es ein Heilmittel geben? Ein vielversprechender Plot für einen beklemmenden Horrorroman, jedoch muss ich gestehen, dass der Funke bei mir erst sehr spät übergesprungen ist. Dies liegt nicht am Schreibstil, welcher gut und flüssig zu lesen ist. Das teilweise verwirrende benutzen des Namens Luke und dem Wort Luke (eine Luke) verwirrte zwar mitunter, jedoch wird Cutter beim Schreiben seines englischsprachigen Romans nicht daran gedacht haben, dass in anderen Sprachen lesetechnische Schwierigkeiten dieser Art auftreten können. Wie auch. Vielmehr hat dieses Buch neben einem für mich schwer vorstellbaren Setting meines Erachtens viel zu viele Themen, denen zwar Platz eingeräumt wird, die aber dennoch ungenügend besprochen wurden. Das Geschehen auf der Erdoberfläche ist Nebensache und eigentlich nur der Aufhänger dafür, dass man sich acht Meilen unter dem Meer befindet. Dies fand ich schade, da ich diese übertriebene Form der Demenzerkrankung an sich sehr spannend fand und gerne weitaus mehr davon gelesen hätte. Die in zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielenden Handlungsstränge unter Wasser sind anfänglich für mich schwer vorstellbar gewesen, werden aber im weiteren Verlauf spannend und beklemmend und auch teilweise etwas eklig. Zudem gibt es noch zwei Erzählstränge aus Lukes Vergangenheit, die einerseits verstörend und gruselig, andererseits erschütternd und heftig waren. Alle Handlungsstränge oder eben die nur nebensächlich besprochenen Themen sind sehr interessant. Für dieses Buch waren mir dies jedoch zu viele interessante Dinge, die dafür zu ungenügend behandelt wurden. In meinen Augen hätte es dem Buch sehr gut getan, wenn man einige dieser Verläufe weggelassen oder für ein eigenes Buch verwendet hätte. Lieber weniger Themen, dafür intensiviert. Die dargestellten Charaktere sind etwas klischeehaft, alleine Luke hat mir gefallen und war recht realistisch beschrieben. Dennoch ein befriedigend umgesetzter Charakterausbau, an dem man sich nur am Rande stören kann. “Die Tiefe” braucht Zeit um in Fahrt zu kommen, doch wenn dies geschehen ist, gibt es auch kein zurück mehr. Die Horrorszenen sind teilweise sehr gut, beklemmend, gruselig und wuaaaah und man beschäftigt sich sehr mit dem Thema: Wer ist wer und vor allem, wer ist nicht mehr er selbst und was genau ist er dann? Dies wurde schon sehr gut umgesetzt. Ich finde, dass das Finale des Buches gut gelungen ist, dass das Ende jedoch einige Seiten früher hätte stattfinden sollen. Die neue Ebene, auf welche die Geschichte dann noch einmal gehoben wird, hat für meinen Geschmack gar nicht gepasst und dem wirklich guten Schluss einen faden Beigeschmack verliehen. “Die Tiefe” kommt nicht an seinen Vorgänger heran, braucht Entwicklungszeit und behandelt zu viele Themen. Wenn man von diesen Kritikpunkten jedoch absieht bekommt man durchaus einen sehr gut geschriebenen soliden Horrorthriller mit teilweise sehr gruseligen Szenen. Auch wenn mir dieses Buch weniger gefallen hat als das Debüt, so bleibt Cutter für mich auch weiterhin ein Name, von dem ich noch mehr Bücher lesen möchte.

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