Leserstimmen zu
Drei aus dem Ruder

Annette Lies

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Drei Frauen , die unterschiedlicher nicht sein könnten, treffen in einer psychosomatischen Klinik aufeinander. Ihre einzige Gemeinsamkeit: Eine Lebenskrise! Henriette, erfolgreiche Ärztin, leidet darunter, dass ihre Kinder ausziehen und ihr von ihrer Ehe mit Georg außer Alltag nichts geblieben ist. Coco ist eine erfolgreiche Köchin, die von ihrer großen Liebe und ihrem Steuerberater übers Ohr gehauen wurde. Mieke ist verliebt in eine verheirateten Mann und verliert langsam aber sicher den Blick für die Realität. In der Klinik Seeblick erhoffen sie sich Hilfe für ihre Probleme. Es sind doch Probleme? Oder liegen die woanders? Zu sich selbst zurückzufinden, ist ein hartes Stück Arbeit. Jeder der bereits in solch einer Klinik war ( dazu gehöre ich übrigens auch ), weisss das. Aber dieses Buch ist so humorvoll und überraschend, dass ich es jedem empfehlen kann. Betroffenen werden sich wiederfinden und andere vielleicht Anregung bekommen!

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Die drei Frauen, die sich zufällig in der psychosomatischen Klinik „Seeblick“ begegnen, könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch gehen sie aufeinander zu, obwohl sie in verschiedenen Wohnbereichen untergebracht sind und zum großen Teil unterschiedliche Therapien besuchen. Ihre Probleme, die sie einander nur zögernd offenbaren, kann man durchaus nachvollziehen. Auch wenn sie oft unterschiedlicher Meinung sind und nicht immer gegenseitiges Verständnis aufbringen können, so wird ihre Freundschaft im Lauf der Zeit doch immer intensiver, und sie geben sich gegenseitig Halt. Henriette, Mieke und Coco sind gut charakterisiert, und ich konnte für alle drei Frauen in gewisser Weise Verständnis und Sympathie aufbringen. Ihre Umgebung und ihre Mitmenschen im Seeblick sind jedoch recht klischeebehaftet, und vieles wirkte auf mich nicht sonderlich glaubwürdig. Es gibt zwar einige derartige Kliniken am Chiemsee, die sicher auch Bewegungstherapie anbieten, aber dass Standup-Paddling mit abschließender Regatta als fester Programmpunkt in so einer Klinik angeboten wird, bezweifle ich doch stark. Das ist wohl eher im Bereich Touristik zu finden. In die Geschichte passt es trotzdem gut hinein, denn vor allem Marius, der Wassersport-Therapeut, spielt eine wichtige Rolle im Roman. Die Handlung verläuft auch nicht geradlinig, was ja sonst nicht sonderlich aufregend wäre, sondern irgendwann kommt es zum Eklat, wobei mir hier einige Szenen recht überspitzt erschienen, was aber ja vielleicht in der Absicht der Autorin lag. Eine Gemeinsamkeit der drei Frauen, die einen Mann betrifft, wie ihnen eine Wahrsagerin, die sie gemeinsam aufsuchen, prophezeit, fand ich dann doch etwas fragwürdig, als sich die Sache am Ende aufklärt. Aber es ist ein kurzweiliger, amüsanter Frauenroman, und Unterhaltungswert hat er auf jeden Fall, und in Sachen Glaubwürdigkeit drücke ich mal beide Augen zu, denn immerhin hat mir der Roman ein paar unterhaltsame Stunden gebracht.

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Die Protagonistinnen und ihre Geschichte Henriette, Mieke und Coco lernen sich in einer psychosomatischen Klinik am Chiemsee hängen. Die selbständige Frauenärztin Henriette ist mit Georg verheiratet und hat zwei Kinder, die gerade dabei sind, das Elternhaus zu verlassen. Seit ihrem Studienabschluss ist sie mit Georg zusammen, hat immer Mann, Kinder und Familie unter einen Hut gebracht und ist auf der Strecke geblieben. Vor einigen Wochen ist sie bei rot über die Ampel gegangen. Da sie sich kaum daran erinnern kann, plagen sie Zweifel, ob sie möglicherweise absichtlich auf die Straße gelaufen ist. Im Gegensatz zu Georg, der nicht versteht, warum Henriette sich psychologisch betreuen lassen möchte, hat sein bester Freund Daniel Henriette kurzfristig einen Therapieplatz verschafft. Henriette ist schon damit überfordert, ihren Koffer auszupacken und hat kein Interesse, sich mit anderen Gästen der Klinik auseinanderzusetzen. Mieke hat in einer Kfz-Werkstatt gearbeitet bis ihr Chef sie mit einem Kunden erwischt hat. Nun hat sie keinen Job und ist schwanger von einem verheirateten Mann. Ihre Zwangsstörungen sind derzeit das eher kleinere Problem, denn Mieke muss sich klar darüber werden, ob sie das Kind behalten möchte. Mieke ist ein Sonnenschein und hat keine Berührungsängste, manchmal wirkt sie ein wenig naiv, aber das kann man der mangelnden Lebenserfahrung zuschreiben. Coco ist eine bekannte Fernsehköchin, für Mann und Karriere hat sie auf Kinder verzichtet und sitzt nun nicht nur vor dem Scherbenhaufen ihrer Ehe sondern muss mit einer Haftstrafe rechnen, weil ihr Ex-Mann Steuern hinterzogen hat. Sie gibt zunächst die unnahbare Diva. Die drei unterschiedlichen Frauen haben eines gemeinsam, sie sind an einem Punkt angelangt, an dem ihr Leben völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Aus der Schicksalsgemeinschaft entwickelt sich eine Freundschaft mit allen Höhen und Tiefen und am Ende des Aufenthaltes müssen alle drei eine Entscheidung treffen, die die Weiche für ihre Zukunft stellt. Meine Gedanken zum Buch Beim Anblick des Covers habe ich zunächst an eine leichte Sommergeschichte gedacht, doch nach dem Lesen des Klappentextes war mir schnell klar, dass der Titel wörtlich zu nehmen ist, weil das Leben der drei Frauen „aus dem Ruder“ gelaufen ist. Die Thematisierung von psychosomatischen Erkrankungen, Sorgen und Ängsten ist tiefsinnig, manchmal sogar etwas schwermütig und dennoch hat Annette Lies es geschafft, um dieses Thema herum einen unterhaltsamen und humorvollen Roman aufzubauen, ohne eine gewisse Ernsthaftigkeit aus den Augen zu verlieren. Die Handlung ist eher unaufgeregt, es gibt ein paar wenige Ausreißer, aber im Großen und Ganzen bewegen sich die drei Protagonistinnen in ruhigem Fahrwasser, dennoch ist die Geschichte sehr lebendig und kurzweilig. In einer Zeit, in der Druck im Job in Verbindung mit der Versorgung der Familie zur Tagesordnung einer berufstätigen Mutter gehört, haben heute möglicherweise viele Menschen im Ansatz eine Ahnung, was in Henriette vorgeht. Ich konnte ihr beispielsweise nachfühlen, dass sie keine Kraft dafür hatte, ihren Koffer auszupacken, weil es eben Tage gibt, an denen einem alles zu viel ist. Auch kenne ich die Situation, dass ich während einer Mutter-Kind-Kur das Gefühl hatte, dass es mir gar nicht so schlecht geht, wie den anderen Frauen und dass diese eine größere Berechtigung hätten, in der Klinik zu sein. Aber die Krankheitsbilder sind eben ganz verschieden, genau wie die Menschen und so kommt der eine früher und der andere später an den Punkt, an dem er das Gefühl hat, sein Leben laufe aus dem Ruder. Das hat die Autorin für mich wunderbar umgesetzt. „Drei aus dem Ruder“ hat mich überzeugt, sowohl, was die Ausarbeitung der Thematik betrifft, wie auch die Handlung selbst.

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Meine Meinung zum Buch Gestaltung: Wie ich auf dieses Buch gestoßen bin, kann ich gar nicht mehr genau sagen, aber es war einer der tyischen Momente, in denen das Buch laut "hier" schrie. Am Ende war es vermutlich der Klappentext, der mich nicht nur neugierig machte, sondern in mir direkt ein Urlaubsflair entfachte. Interessant finde ich allerdings das Cover, welches auf den ersten Blick irgendwie einen ganz anderen Eindruck erweckt. Im Nachhinein finde ich dieses aber sehr passend zur Geschichte gewählt. Einstieg: Der Prolog, mit dem Annette Lies in die Geschichte startet, machte mich direkt ein wenig stutzig. Ich selber fand ihn auf der einen Seite wirklich sehr schön und als Einstieg wirklich gut gemacht, gerade weil hier die Gefühlslage von Henriette sehr gut dargestellt wird. Allerdings, und das ist direkt ein Kritikpunkt, hat er mir einen wichtigen Punkt aus der Geschichte vorweggenommen. So war meine Euphorie gleich nach dem Einstieg etwas begrenzt. Aber das hat die Autorin definitiv wieder wett gemacht. Spätestens als Henriette, Mieke und Coco das erste Mal richtig in Erscheinung treten. Charaktere: Annette Lies hat in dieser Geschichte nicht nur eine oder zwei, sondern eine Vielzahl an Figuren geschaffen, bei denen mir immer wieder das Herz aufging. Soviel vorweg. Zu allererst muss ich das Trio Henriette, Mieke und Coco erwähnen. Es ist einfach herrlich. Müsste ich mich entscheiden, wüsste ich nicht, welche der drei Frauen ich lieber mag. Denn alle sind sie so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Und diese Mischung machte es auch so real. Denn im Leben ist es auch nicht immer so, dass man die selben Interessen und schon gar nicht die selben Ansichten vertritt. Henriette, eine gestandene Frau, die sehr darunter zu leiden hat, dass ihre nun erwachsenen Kinder hinaus in die Welt schreiten. Coco, eine Ex-Starköchin, die sich lieber in ihre Esoterik verkriecht. Und Mieke, die voller Euphorie strahlt und zu dem in einen verheirateten Mann verliebt ist. Jeder dieser Figuren hat sein eigenes Päckchen zu tragen, und umso authentischer ist es dann, wie sie sich entwickeln. Ein tolles Trio, das ich beim Lesen unglaublich liebgewonnen habe. Aber auch die Nebencharaktere haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Handlung: Es geht in erster Linie um Freundschaft, das dürfte nach dem Lesen des Klappentextes schnell klar sein. Aber ich verspreche sicherlich nicht zu viel, wenn ich sage, dass Freundschaft nicht das einzige Bedeutende in diesem Buch ist. So verwebt Annette Lies ganz geschickt Themen wie Toleranz und Akzeptanz, aber auch ein wenig Mut in ihre ohnehin schon schöne Geschichte. Wie ein roter Faden zieht sich neben den genannten Themen auch der Aspekt durch das gesamte Buch, dass man auch mal etwas neues wagen, den Horizont erweitern, über den Tellerrand schauen sollte. Und das gefiel mir wirklich sehr gut. So durchlebte ich nicht nur die immense Entwicklung der einzelnen Figuren, oder die Kraft der Freundschaft, sondern spürte immer wieder, wie wichtig ein kleines bisschen Mut sein kann. Schreibstil: Die angenehme Erzählart von Annette Lies trug ihren wesentlichen Teil dazu bei, dass ich wirklich zügig voranschritt und schneller als ich dachte am Ende angelangt war. Das Buch verbirgt unglaublich viele Botschaften, bei denen viele auf den ersten Blick nicht gleich erkennbar sind. So vermittelt die Autorin im gesamten Buch, dass auch nach jeder Dunkelheit wieder Licht kommt, und dass man Krisen nicht alleine bewältigen muss. All dies und mehr brachte mich selber immer wieder zum Nachdenken. Mein Urteil Trotz anfänglicher Ungereimtheiten, schuf Annette Lies mit "Drei aus dem Ruder" einen berührenden Roman über drei Frauen, die nicht unterschiedlicher sein können und trotzdem eine Gemeinsamkeit haben: sie stecken mitten in einer Lebenskrise. In diesem Buch zeigt die Autorin, dass man eine Krise niemals alleine bewältigen muss und Offenheit für neue Menschen und neue Dinge diesen Weg erleichtern können. Ein wahrhaftiges Mut-Mach-Buch mit liebenswürdigen Figuren. Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Welten.

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Inhalt Drei Frauen, drei Geschichten. Henriette, Mieke und Coco haben alle drei ihre ganz eigenen Probleme und Sorgen und sind deswegen in der psychosomatischen Klinik Seeblick. Hier suchen sie nach Hilfe, einer Auszeit und der Möglichkeit wieder zu sich selbst zu finden. Mit verschiedenen Therapieansätzen bekommen die drei Frauen Unterstützung wieder auf den rechten Weg zu finden und lernen sich dabei immer besser kennen. Die drei werden Freundinnen und vertrauen sich nach und nach ihre Geschichten an. Doch dann kommt es zu einem großen Streit zwischen den neuen Freundinnen und jede muss sich entscheiden wie es mit ihr in Zukunft weitergehen soll ... Meinung "Drei aus dem Ruder" ist ein sehr unterhaltsamer Roman über Frauen und ihre Freundschaft. Der Leser begleitet Henriette Hoppe in die Klinik Seeblick. Man erfährt, dass Henriette einen Unfall hatte und es wird auch schnell deutlich, dass es womöglich sogar um einen Selbstmordversuch gehandelt hat. Ihr Leben scheint komplett aus den Fugen geraten zu sein, obwohl sie doch eigentlich alles hat: eine eigene Praxis, zwei fast erwachsene Kinder, einen Mann, ein Haus. Von außen betrachtet gibt es also beim besten Willen keinen Grund für Zweifel und Traurigkeit. Und genau das lässt auch Henriette zweifeln, ob sie in Seeblick wirklich richtig ist. Sie ist doch schließlich nicht verrückt. In der Klink trifft Henriette auf Coco und Mieke und freundet sich mit ihnen an. Die drei Frauen könnten nicht unterschiedlicher sein und doch verstehen sie sich und hören einander zu. Das Buch erzählt auf leichte Art und Weise von den Problemen der Frauen und ihren Geschichten ohne sie dabei ins Lächerliche zu ziehen. Annette Lies hat mich mit feinem Humor immer wieder zum Schmunzeln gebracht, aber auch zum Nachdenken. Die Geschichte findet eine schöne Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Unterhaltung. Fazit Alle Däumchen hoch für einen unterhaltsamen Frauenroman!

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In der psychosomatischen Klinik Seeblick am Chiemsee treffen die drei erstmals aufeinander: Henriette, Coco und Mieke. Jede von ihnen hat ihr Päckchen zu tragen. Henriette leidet darunter, dass ihre Kinder das mütterliche Nest verlassen, Mieke hat ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann und Coco steht vor den Scherben ihres erfolgreichen Lebens. In der Therapie müssen die Damen mit unbequemen Fragen umgehen, doch schon bald werden die drei Freundinnen. Vielleicht ist das sogar die bessere Therapie... "Drei aus dem Ruder" ist eine richtig schöne Geschichte bei der man den Alltag hinter sich lassen kann. Annette Lies verpackt das ja eher ernste Thema eines Aufenthaltes in einer psychosomatischen Klinik auf absolut unterhaltsame Weise. Mit Humor und wunderbaren Protagonistinnen schreibt sie über Dinge, die uns alle angehen und über Freundschaft, die so manches bewirken kann. Schön zu sehen, wie die drei aus ihren langjährig gestrickten Mustern ausbrechen und sich weiterentwickeln und sich aus ihrem Trott befreien und neue Wege gehen. Durch den angenehmen, spritzigen und fluffigen Schreibstil der Autorin konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, so habe ich mit Henriette, Mieke und Coco mitgefiebert. Wobei ich schon bei den hinreißenden Charakteren bin, die mit viel Herzblut geschaffen sind und somit die drei Damen mit ihren jeweiligen Macken für mich absolut liebenswert machen. Dabei ist mein persönlicher Liebling ja Coco, die so herrlich ehrlich ihre Meinung kundtut, teilweise dabei auch übers Ziel hinausschießt, aber trotzdem das Herz am rechten Fleck hat. Ich habe diesen kurzweiligen, witzigen und doch gehaltvollen Roman sehr gerne gelesen und kann ihn absolut weiterempfehlen. Fazit: unterhaltsam, humorvoll, einfach gut

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Sie treffen sich in den Seeblick-Kliniken. Henriette, Mieke und Coco, drei ganz unterschiedliche Frauen mit Altersunterschied brauchen wegen ihrer ganz eigenen persönlichen Probleme unbedingt eine Auszeit und vor allen Dingen eine Lösung für ihre jeweilige aktuelle Lebenssituation. Nur so können sie den Weg zurück in ein normales Leben wieder finden. Die psychosomatische Klinik soll ihnen dabei im Rahmen von Gruppentherapie und Einzelgesprächen helfen. Henriette steht zwar als Frauenärztin mit beiden Beinen fest im Berufsleben, aber ihre Ehe ist nicht mehr ganz neu und birgt auch kaum noch Gemeinsamkeiten. Die einzige noch vorhandene Gemeinsamkeit sind die zwei gerade flügge werdenden Kinder. Gerade das ist Henriette mehr als präsent und stellt für sie ein großes Problem dar. Mieke ist in einen verheirateten Mann verliebt und hat noch weitere Probleme und Coco steht gerade beruflich wie privat vor den größten Katastrophen ihres bisherigen Lebens. In ihrer größten Not also finden diese Frauen mehr oder weniger freiwillig zusammen und freunden sich an. Wobei das Wort Freundschaft vielleicht teilweise etwas zu weit geht. Schließlich ist es nicht leicht sich tagtäglich mit Menschen auseinanderzusetzen, die so ganz anders ticken als man selbst. Aber es lenkt natürlich perfekt von den eigenen Unzulänglichkeiten ab. So gibt es hier immer etwas zu lachen, wenn die drei Frauen beginnen sich gegenseitig zu therapieren. Hier kann der Leser sich wirklich herrlich amüsieren, besonders wenn Coco zu Wort kommt. „Drei aus dem Ruder“ ist eine fröhliche Lektüre mit ernstem Hintergrundthema. Das ist verlockend und birgt auch eine Menge Lesespaß. Dabei sollte der Leser aber kein Patentrezept für psychosomatische Probleme erwarten, denn die sind wohl so individuell, dass sie jeweils eigenständig behandelt werden sollten. Dennoch macht diese Geschichte Mut. Es gibt immer einen Weg nach vorne und zurück an das eigene Lebensruder. Ehrliche Freundschaft kann dabei sicher eine große Hilfe sein, zumindest ist das bei Henriette, Mieke und Coco der Fall. Copyright © 2018 by Iris Gasper

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Die Gynäkologin Henriette steckt gerade voll in einer Lebenskrise und bekommt auf Empfehlung ihres guten Freundes Daniel einen Therapieplatz in der psychosomatischen Klinik Seeblick in Prien. Wie der Zufall es will, lernt sie dort sofort zwei Leidensgenossinnen kennen, die sich auf Anhieb sympathisch sind. Mieke leidet unter Zwängen und der Liebe zu einem verheirateten Mann und Coco, als Fernsehköchin unter einem Betrug und Selbstzweifeln. Sie entwickeln ihre eigene Therapie, erleben unvergessliche Momente, Krisen und werden Freundinnen fürs Leben. „Drei aus dem Ruder“ ist ein sehr unterhaltsamer und erfrischender Roman über drei Frauen und ihre Lebenskrisen, der mit einer Portion Realität und einem Augenzwinkern erzählt wird. Der lockere, spritzige und wortgewandte Schreibstil von Annette Lies lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Sehr lebendig erlebt man durch Henriettes Gedanken die Geschichte von ihr und ihren zwei Freundinnen. Ihr Kennenlernen, ihre Probleme, ihre Verletzlichkeit, ihre gemeinsamen Unternehmungen und Ausflüge, der Zusammenhalt und ihre Streitereien werden neben dem Klinikalltag mit viel Ironie und Wortwitz versehen. Alle drei sind spannende und interessante Charaktere, die einen neugierig auf ihre Vergangenheit und die mögliche Zukunft machen. Henriette gibt Einblicke in ihren Beruf und dem Familienleben mit ihren Zwillingen, Mieke als Frohnatur hegt ihre Zweifel an der Liebe zu einem älteren Mann und Coco fühlt sich dem Druck der Medien nicht gewachsen, da sie kurz vor einem Gerichtsprozess steht. Ihnen zur Seite hat Annette Lies reizvolle Charaktere gestellt, die die Geschichte wunderbar abrunden. Hier sind die Psychologin Frau Küppers, die sehr liebenswert, erfahren und empathisch rüberkommt und der Sporttherapeut Marius, dem alle Herzen zufliegen und sie bei ihren Aktivitäten in jeder Weise unterstützt, zu erwähnen. Das Henriette, Mieke und Coco aber eine Gemeinsamkeit verbindet offenbart ihnen die Wahrsagerin Madame Froufrou. Wer oder was steckt hinter dieser Andeutung? Die ganze Zeit ist man am Rätseln und die Auflösung war wirklich eine gelungene Überraschung. Mein Fazit: „Drei aus dem Ruder“ war für mich ein sehr schönes kurzweiliges Lesevergnügen, dass aufgezeigt hat, wie wichtig Freundschaften und die gegenseitige Unterstützung im Leben sein können. Verdient vergebe ich 4 Sterne.

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