Leserstimmen zu
Macbeth

Jo Nesbø

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Ich bin ein bekennender Fan von Cover-Songs. Ich liebe es einfach, bekannte Lieder im neuen Gewand zu hören. Doch funktioniert das auch in der Literatur? Im Unterschied zur Musik liest man Bücher ja meist nicht wieder und wieder, wie man sich Lieder ständig anhören kann, sondern meist nur einmal. Auf jeden Fall finde ich den Ansatz, den das Hogarth Shakespeare Projekt fährt, super spannend: Bekannte Autoren nehmen die Klassiker und versetzen sie in die heutige - oder zumindest eine modernere - Zeit. Die Verschmelzung beider Welten gelingt #JoNesbø in #Macbeth einwandfrei. In typischer Nesbø-Manier bewegen wir uns in Polizei-Kreisen, mit Macbeth als Helden mit dunkler Vergangenheit, der den Aus- und Aufstieg geschafft hat - bis sich die Ereignisse überschlagen und die Gier nach Macht Überhand nimmt, wie wir es ja aus dem Original von #Shakespeare kennen. Überhaupt ist das Buch sehr nahe am Original gehalten, wir finden alle Charaktere, von Duff über Duncan, Hecate und natürlich Lady, wieder, auch die Orte lehnen sich an den Klassiker an. Als Cover-Fan habe ich das sehr gerne gelesen! Ein kleines Manko ist in meinen Augen der eingangs angesprochene Punkt: Wir wissen, was passiert, wir wissen, wie die Charaktere reagieren, wie die Handlung ausgeht. Für mich nahm das schon zu einem gewissen Maße die Spannung. Aber #Macbeth von Nesbø hat - in meinen Augen - eben nicht den Anspruch, als eigenständiges Werk zu funktionieren. Würde man das Original überhaupt nicht kennen, wären die Verhaltensweisen der Personen nicht zwingend schlüssig, die übertriebene Brutalität und die rasante Entwicklung dieser Gier nach Macht nicht unbedingt glaubwürdig. Ich für mich habe daher stets im Kopf behalten, dass es sich hier um eine Hommage an den Klassiker handelt - und vor diesem Hintergrund hat das Buch großen Spaß gemacht!

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"Denn Verrat ist menschlich, ewige Treue nicht." (Track 38) Jo Nesbø nimmt den Leser in seiner Adaptation von William Shakespeares Tragödie ‚Macbeth‘ mit ins schottische Fife, einer tristen Stadt, in der Drogen, Korruption und Gewalt an der Tagesordnung sind, seit Chief Commissioner Kenneth das Sagen hatte. Nach dessen Tod wird Duncan sein Nachfolger, ein integrer Polizist und Hoffnungsträger der Bewohner Fifes. Duncan schätzt den Polizeiinspektor Macbeth, der als unbestechlich gilt, der allerdings von seiner Freundin Lady aufgestachelt wird, Duncan aus dem Weg zu schaffen, um selbst die Macht über die Stadt zu übernehmen. Ich gestehe: Ich habe weder Shakespeares Original gelesen noch kenne ich eine andere Veröffentlichung aus dem Shakespeare-Projekt. Ich habe mich also ganz unvoreingenommen auf Nesbøs Thriller eingelassen, wobei ich den Autor durch seine Harry Hole-Reihe kenne, die ich gerne gelesen habe. Ich war sehr gespannt auf die Geschichte, aber Nesbø hat es mir lange nicht leicht gemacht. Mehrmals habe ich überlegt, ob ich das Hörbuch abbreche, weil der Autor am Anfang überhaupt nicht auf den Punkt kam und sich in endlosen Details verloren hat. Mich hat das Hörbuch zu Beginn eher verwirrt und oft auch gelangweilt, weil Nesbø für meinen Geschmack unheimlich langatmig in die Geschichte einführt. Erst nach einem Drittel bzw. fast der Hälfte des Hörbuchs habe ich Gefallen an der Geschichte gefunden. Dabei hat Nesbø seine Macbeth-Adaptation eigentlich spannend umgesetzt, und das Szenario der drogendominierten Stadt hat mir gefallen, aber alles ist deutlich zu ausufernd geraten, und am Ende war mir die Geschichte außerdem viel zu actionlastig. Macbeths körperlicher und moralischer Abstieg wurde allerdings sehr überzeugend geschildert, und die Verlagerung der Königsgeschichte in ein Polizei- und Drogenmilieu ist dem Autor meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Das Hörbuch fand ich insgesamt gut gelesen, was mich aber wirklich gestört hat, ist die Tatsache, dass dem Sprecher kein korrektes ‚th‘ gelingt, sondern dass es immer sehr deutsch klingt, was ich bei einem th-lastigen Hörbuch einfach unpassend finde. Jo Nesbø: Macbeth. Übersetzt von André Mumot. Gekürzte Lesung mit Wolfram Koch. der Hörverlag, 2018; 24 Euro.

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Ein bisschen schwer fällt es mir überhaupt einen Anfang zu finden. Seit ich "Macbeth" vor knapp mehr als 10 Jahren im Englisch-Unterricht zum ersten Mal gelesen habe, übt dieses Stück über Macht, Gier, menschliche Abgründe und das Zusammenspiel mit dem Übernatürlichen eine große Faszination auf mich aus. Ich kann es ausgiebig rezitieren (sogar als notwendiges Übel in Form der obligatorischen Grüße in meiner Abitur-Zeitung), habe unzählige Verfilmungen regelrecht inhaliert (und abgeschrieben, weil sie der Großartigkeit des Ursprungstextes nicht gerecht werden) und ich liebe liebe liebe wie Ian Doescher einige der ikonischsten Szenen in seine Star Wars Retellings eingebaut hat (die drei Monster auf Geonosis als "Hexen" mit ihrem "Food is fair!" bringen mich immer noch zum hysterischen Lachen). Die Erwartungen an Joe Nesbøs Retelling waren gigantisch und die Fallhöhe entsprechend gewaltig. Ein bisschen hatte ich Angst vorm Lesen, doch es hat nicht viele Seiten gebraucht, um mich davon zu überzeugen, dass der norwegische Thriller-Experte einen sehr guten Job gemacht hat. Ich habe noch keinen anderen Titel von ihm gelesen, daher kann ich keine Einschätzung dazu abgeben, wie sich "Macbeth" im Vergleich zu Nesbøs vorherigen Romanen anfühlt. Ich kann nur aus der Sicht von jemandem, der "Macbeth" als sein Lieblings-Shakespeare-Stück bezeichnet, ohne Zögern bestätigen, dass meine Begeisterung für das Retelling der für das Original in nichts nachsteht. Das Setting Wie das Shakespeare-Stück lebt auch der Roman von seiner Atmosphäre. Bereits die ersten Seiten ziehen den Leser hinab in eine düstere, dreckige und verruchte Stadt, die Sin City und Gotham alle Ehre macht. Man erlebt die Jagd auf die Mitglieder einer Motorradgang so greifbar, dass man sie fast bildlich vor sich sieht, die quietschenden Reifen hört. Die Handlung des Romans ins Verbrechermillieu zu setzen ist zwar keine neue Idee (schon in der 2006-Verfilmung von Macbeth mit Avatar Sam Worthington wurde es so umgesetzt), aber es ist der einzig konsequente Ansatz, da uns heut zu Tage kaum eine gesellschaftliche Struktur begegnet, die nach dem antiken und mittelalterlichen Grundsatz von König und Königreich funktioniert ("Breaking Bad" warb schließlich nicht umsonst mit "All hail the king" und wie die Nachfolgeregelungen bei Motorradgangs von statten gehen, hat uns "Sons of Anarchy" ebenfalls anschaulich gelehrt ;)). Zwielichtige Spieltempel, Drogenküchen in alten U-Bahn-Schächten, windige Politiker als Marionetten des Verbrechens, Kingpins, die ihr "Imperium" ausbauen wollen - und mitten in diesem Moloch zwei eigentlich integre Polizisten, deren Wege sich im Verlauf des Romans kaum unterschiedlicher entwickeln könnten. Von dieser Mischung hat man sicherlich schon des öfteren gelesen und gesehen, doch sie bildet die perfekte Basis für die Interpretation des Shakespeare-Stücks. Die Hommage an den Originaltext Wichtige Orte und Gebäude tragen in Anspielung aufs Stück Namen aus dem Originaltext, das Spielcasino von Macbeths Lebensgefährtin heißt beispielsweise "Inverness". Die Namen der Charaktere sind weitestegehend ebenfalls übernommen, wirken aber nicht altbacken, sondern fügen sich wunderbar in das Setting ein. Der Originaltext verwendet viele Stilmittel, um dem Stück seine Atmosphäre zu verleihen und den Inhalt zu unterstreichen. Das Wetter spielt eine zentrale Rolle, ebenso wie die Natur mit ihrer Flora und Fauna. Die Hexen treten immer im Zusammenhang mit unheilvollem Wetter auf, in der Nacht von Macbeths Machtergreifung gerät die Natur durcheinander (eine Eule schlägt einen Falken, die Pferde des Königs fallen übereinander her) und Lady Macbeth fällt nach dem Mord langsam dem Wahnsinn anheim und beginnt zu schlafwandeln. Nesbø webt diese Motive gekonnt in seinen Erzählstil mit ein. So ist auch das Wetter stets ein wichtiger Indikator für das, was auf den nächsten Seiten geschieht ("Es war einer jener seltenen Tage gewesen, an denen die Sonne von einem wolkenlosen Himmel schien und Lady war sich sicher gewesen, dass sie morgens einen Vogel singen gehört hatte. Doch als die Sonne untergegangen war [...], war ein böser Mond über dem Inverness aufgegangen." S. 120). Die Tiermotive finden Verwendung ("Wenn man ein Fisch außerhalb des Wassers ist, spielt es keine Rolle, wie viel man verdient. Der Fisch kann nicht atmen und stirbt neben einem dicken Sack Geld.", S. 260) und ein Politiker, der für die Handlung wichtig ist, heißt nicht nur ähnlich, sondern wird auch stets über das Bild einer Schildkröte definiert (Tourtell = turtle). Politik nimmt eine tragende Rolle in der Handlung ein, allerdings eher ihre dunkle Seite. "Meine Religion heißt Kapitalismus, und der freie Markt ist mein Glaubensbekenntnis."(S. 24) kommt es beispielsweise gleich zu Beginn von einem der Drogenbarone und im Verlauf der Handlung wird ein System offenbart, in dem sich die Starken auf Kosten der Schwachen bereichern. Man könnte fast Bezüge zur Realität herstellen ;) Einer von Macbeths wichtigsten Beweggründen für den Mord am Polizeichef ist die durch seine Frau eingeflüsterte Befürchtung, es nicht auf herkömmlichem und ethisch richtigem Weg "nach oben" zu schaffen, sondern nur durch Betrügerei und Mord ("Du hast diesen Posten nur bekommen, damit es so aussieht, als wärest du so viel Wert wie sie. Den Job an der Spitze werden sie dir niemals geben. Nicht aus eigenem Antrieb. Wir müssen ihn uns nehmen." S. 132). Und Banquos Sohn Fleance, der Jura studiert, um seinem Durst nach Gerechtigkeit zu stillen, lässt in einer der wichtigsten Szenen der Handlung "nun, da bei ihm endlich der Groschen gefallen war und er die ganze Sache verstanden hatte, den Unterschied zwischen falsch und illegal, zwischen Moral und Gesetzgebung. Zwischen Macht und Verbrechen."(S. 258) kein gutes Haar an der herrschenden Auffassung von Recht und Ordnung. Damit spricht Nesbø wohl einige Meinungen, Befürchtungen, Ängste aus, die in unserer europäischen Gesellschaft erschreckenderweise immer salonfähiger werden. Und wenn man noch einen Schritt weitergeht, finden auch die ganz großen menschlichen Fragen Einzug in die Handlung (für mich persönlich eine Sache, die sowohl Original als auch Retelling so faszinierend macht). Wo liegen meine Wurzeln, wie finde ich Erfüllung in meinem Leben, was hinterlasse ich? Wie viel bin ich bereit zu opfern und ist es das am Ende wert? Eine sehr eindringliche Antwort darauf lässt Nesbø seinen Protagonisten auf Seite 496 geben. Für mich schon im Original eine der stärksten Szenen überhaupt und das Retelling setzt das gereimte Original in Prosa derart genial um, wie man es in noch keinem der anderen Hogarth-Romane gelesen hat. Man kann dem Autor zu dieser Umsetzung nur gratulieren. Bei aller möglichen Begeisterung sollte man sich als Leser aber auch bewusst sein, dass der "blutrünstige" Untertitel des Romans durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Im Originaltext geht es bereits blutig her und auch das Retelling macht in dieser Hinsicht keine Gefangenen. Mir jagen einige Szenen - speziell Macbeths Visionen von den Menschen, für deren Tod er verantwortlich ist, und Lady Macbeth, die ein erschossenes Baby in den Armen hält oder beschreibt wie sie ihr eigenes Kind getötet hat - immer noch einen Schauer über den Rücken. HIer braucht man starke Nerven, um die Bilder, die sich zwangsläufig manifestieren, wieder loszuwerden. Ich könnte noch über so viel anderes schreiben, dass Nesbø in Anlehnung an die Textvorlage brillant neu interpretiert hat, möchte euch aber nicht langweilen. Eine letzte Sache muss jedoch noch sein und soll Zweifler dazu bewegen, diesen zugegebenermaßen dicken Thriller-Schinken bis zum Ende zu lesen. Das zentrale Motiv von Macbeth ist das Prinzip von "Aufstieg und Fall", das Schicksalsrad, das sich dreht, und somit auch Vorkommnisse, die sich zwangsläufig wiederholen. Am Ende des Romans taucht ein Totgesagter wieder auf und nichts aber auch nichts könnte Macbeth besser beenden als diese letzten 4 Seiten. Es mag euch an dieser Stelle vielleicht ein wenig kryptisch erscheinen, aber ihr werdet es verstehen. Dazu müsst ihr den Roman nur selbst lesen! ;) FAZIT Ich denke, es dürfte hinreichend deutlich geworden sein, dass ich "Macbeth" nur aus vollem Herzen zum Lesen empfehlen kann. Es ist ein Thriller, auf den man sich einlassen muss. Kein seichter Brei, den man einfach so ohne Köpfchen herunterliest, bei dem man sich durch die Handlung hechelt, vor lauter Spannung getrieben. Vielleicht muss man über die ein oder andere Länge hinwegsehen und ja eine Szene gab es, die sogar mir ein wenig zu übertrieben daherkam. Aber der Roman ist über fast die gesamte Textlänge eine derart kongeniale Hommage an den Ursprungstext, mit so vielen sprachlichen Feinheiten und Subtilitäten, dass es mich über den ein oder anderen Kritikpunkt hinwegsehen lässt und ich Nesbøs "Macbeth" sicher noch mehr als einmal lesen werde.

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leider nicht mein Fall

Von: Claudia

30.12.2018

Nesbo lese ich normalerweise sehr sehr gerne und kann in seine Bücher tief eintauchen. ich mag seinen Schreibstil, seine besondere Art, Spannung aufzubauen und gleichzeitig die Figuren bis ins Detail auszuleuchten. In diesem Buch habe ich all das vermisst und nach dem ersten Drittel aufgegeben. Es ist mir zu gewollt "opulent". Fazit: gewiss ein gutes Buch, aber nicht mein Fall. Kann ja mal vorkommen, selbst bei Lieblingsautoren...

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Sprecher und Regie überfordert?

Von: Eckart Waage aus Ruhrgebiet

30.12.2018

Sehr ärgerlich: Wolfram Koch ist ein guter Schauspieler, aber als Vorleser ist er leider lahm. Absätze/Zäsuren, wo keine hingehören, schleppende Dialoge im Diktat-Tempo und Betonungen, die teilweise den Textsinn entstellen...da hat auch die Regie komplett geschlafen. Von Spannung keine Spur, nach einer Stunde hatte ich schon keine Lust mehr, dem uninspirierten Vortrag weiter zu folgen. (Hatte Uve Teschner keine Zeit? Oder Sascha Rothermund?) Leider kein Hörvergnügen.

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Generell gefällt mir die Idee, Romane von Shakespeare neu zu interpretieren, vielleicht auch um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Inwiefern eine neue Auslegung von Sprache und Raffinesse an Shakespeares jedoch heranreichen kann, lässt mich zweifeln. Jo Nesbø, den ich als Kriminalautor sehr schätze, hatte nun die Ehre in der Hogarth-Reihe, neben Kollegen wie Margaret Atwood mit „Der Sturm“ oder Tracy Chevalier mit „Othello“, sich an Macbeth heranzuwagen und fängt Düsternis, Brutalität und Korruption gut ein. Vom ursprünglichen Königshaus zu einer verlorenen, dem Drogen verschriebenen Stadt in Schottland, die durch Sucht nach Macht dem Untergang geweiht ist. Kurzweilig, prägnant und blutrünstig wie ein Quentin Tarantino Film, fehlt mir allerdings der unbekannte Ausgang, der bei bekanntem Material natürlich nicht gegeben ist. So bevorzuge ich doch Shakespeare oder Nesbø pur.

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Der Meister der norwegischen Kriminalliteratur wagt sich an Shakespeare! In „Macbeth“ verwandelt Jo Nesbø den klassischen Tragödienstoff in einen modernen, düsteren Thriller. In einer heruntergekommenen Industriestadt versucht ein Inspector den Verlockungen von Geld und Macht zu widerstehen. Ein ambitioniertes Vorhaben für Protagonist und Autor zugleich. Ein Kommissar im Blutrausch Inspector Macbeth ist tough und lässt die Drogenbosse und andere Kriminelle in seiner maroden Stadt Capitol ganz schön alt aussehen. Immer vor Augen hat er das Ziel, Chief Commissioner und damit faktisch Bürgermeister und Herrscher über die Stadt zu werden. Angestiftet von seiner Frau Lady schreckt Macbeth bald nicht mehr davon zurück, seine Gegner und Konkurrenten durch Mord auszuschalten. Im regelrechten Blutrausch gerät der Inspector immer weiter in die Fänge jener dunklen Kräfte, die er eigentlich besiegen wollte. Der Machtkampf zwischen einer korrupten Polizei, dem organisierten Verbrechen und mittendrin dem Protagonisten wird auf über 600 Seiten erzählt. Der Roman lebt vor allem von seiner dichten Atmosphäre im Noir-Stil. Shakespeare mal anders Der Roman „Macbeth“ ist Teil des Hogarth-Shakespeare-Projekts anlässlich des 400. Todestages von William Shakespeare. Acht namhafte Autoren wie Margaret Atwood und Tracy Chevaliers haben sich jeweils einem Werk des großen Dramatikers angenommen und in Romanform einen neuen Anstrich gegeben. Eine skandinavische Erfolgsgeschichte Über mehr als 20 Millionen verkaufte Bücher weltweit kann sich Nesbø bereits freuen. Der Schriftsteller aus Norwegen wurde vor allem durch seine Romanreihe rund um den – mit vielen Makeln ausgestatteten – Kommissar Harry Hole berühmt. Das Buch „Schneemann“ aus dieser Reihe wurde 2017 verfilmt. Mit dem Roman „Macbeth“ hat Jo Nesbø seit 2014 das erste Buch, das nicht zur Harry-Hole-Reihe oder der neuen Blood-on-Snow-Trilogie gehört und für sich als eigenständiges Werk steht, veröffentlicht. Lahmer Start, mittelmäßig über weite Strecken Ich lese gerne Krimis von Jo Nesbø. Die Reihen um Harry Hole oder Blood on Snow erfreuen sich bei mir großer Beliebtheit. Meiner Meinung nach gilt für Macbeth: Autor bleib bei deinem Material, dass du kennst und dass du liebst. Alles andere kann nur schief gehen. Das ambitionierte Projekt Shakespeare in einen modernen, skandinavischen Krimi zu verwandeln ist gründlich in die Hose gegangen. Leider lernt der Leser den Protagonisten erst so spät kennen, dass er nicht mehr daran glaubt über den Prolog hinaus zu kommen. Bevor die Story anfängt zu funktionieren ist das Buch bereits zu Ende. Ein dermaßen wenig fesselndes Buch eines Krimiautoren habe ich lange nicht lesen müssen. Wer mit einer gewissen Erwartungshaltung an ein Werk von Jo Nesbø heran geht, der wird bei Macbeth leider sehr enttäuscht sein.

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Macbeth-Blut wird mit Blut bezahlt von Jo Nesbo Penguin Verlag 2018 Schottland 1970 Inspektor Macbeth, ein gerissener und kluger Cop, will die marode Industriestadt im Norden säubern und die Drogenbosse der Rockerbande Norse Riders und der Hecate-Bande auslöschen. Auch Macbeth kennt aus der Vergangenheit das Gefühl sich mit Drogen abzuschießen und hat deshalb ein klares Ziel vor Augen: Er will die Banden zerschlagen. Doch sein größter Feind ist die erwachende Gier nach Macht. Angestachelt von seiner Geliebten, der Casino-Besitzerin Lady, will er mehr: mehr Geld, mehr Respekt und vor allen Dingen mehr Macht. Aber ihm ist klar, dass sie einen wie ihn, der schon einmal ganz unten war, niemals nach oben kommen lassen - außer er schafft sie sich alle vom Hals und tötet. Der Thriller-Autor Jo Nesbo hat mit Macbeth einen spannenden und blutigen Thriller verfasst. Im Gewand eines Shakespeare-Dramas zeigt er, wie die Gier nach Macht einen Menschen verändern kann. Von Liebe angetrieben werden Freund und Feind vernichtet, um das Ziel zu erreichen. Er will die Stadt beherrschen – um jeden Preis. Als liebeskranker Ex-Junkie lässt sich Macbeth von seiner Geliebten dermaßen beeinflussen und gerät in einen Strom von Brutalität und Kompromisslosigkeit. „Wie eine Motte, die hilflos zum Licht gezogen wird, zur Macht“. Macbeth ist ein in der Hogarth-Reihe erschienenes Werk. Das Hogarth-Shakespeare-Projekt bietet international bekannten und erfolgreichen Autoren die Möglichkeit, ihre ganz persönliche Neuerzählung eines Werkes von William Shakespeare zu präsentieren. Das ist Jo Nesbo mit Macbeth hervorragend gelungen. Relativ nah an der Tragödie hat er die Handlung in die Neuzeit übertragen. Trotz der Tatsache, dass man vom Original Personen, Verlauf und Ende kennt, ist es ein sehr spannender und mitreißender Thriller, der nichts vermissen lässt. Für mich war es der erste Nesbo und ich war begeistert von Schreibstil und Spannung. Von der ersten bis zur letzten Seite (bei über 600 Seiten sicher nicht selbstverständlich) ein großartiges Werk. Zitat: „ … Seltsam, dass wir das Wort ‚menschlich’ benutzen, wenn wir etwas Gutes und Mitfühlendes meinen … wenn man bedenkt, was wir einander in der Weltgeschichte alles angetan haben.“ Macbeth ist eine klare Leseempfehlung und erhält von mir 5 Sterne.

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