Leserstimmen zu
Finderlohn

Stephen King

Bill-Hodges-Serie (2)

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Zum Cover: Das Cover gefällt mir richtig gut. Für mich sind die Cover, die besten, die auch einen klaren Bezug zur Geschichte darstellen. Der Füller mit dem Blut an der Feder stellt hier auf jeden Fall einen Bezug zum Roman dar und wirkt edel, obgleich mysteriös. Besonders gefällt mir auch die verlaufene Tinte auf dem Cover. Auf jeden Fall ein schönes Cover! Meine Meinung: Als ich erfahren habe, dass es einen Folgeband zu "Mr. Mercedes" geben wird, musste ich diesen sofort haben, kam aber leider lange Zeit nicht dazu, diesen zu lesen. Der zweite Band der Bill-Hodges-Serie macht sich nicht allzu abhängig vom ersten Band, kann daher also auch gut gelesen werden ohne "Mr. Mercedes" vorher gelesen zu haben. Das Buch besteht aus drei Teilen in verschiedenen wechselnden Zeitperspektiven. Im Vordergrund der Geschichte steht der Teenager Pete, welcher als eher eigenbrödlerisch wahrgenommen wird. Pete ist ein sehr familienbezogener Mensch, der alles für seine Familie tun und sich ohne Frage immer hinten anstellen würde, damit es seinen Liebsten gut geht. Am Anfang der Geschichte wird der Bezug zu "Mr. Mercedes" hergestellt, denn Petes arbeitssuchender Vater wurde Opfer des Täters, der im ersten Band wütend in eine Menschenmenge raste. Die selbe Szene wird wieder erzählt, allerdings von einem anderes Blickwinkel aus. Für die Familie, die schon vorher in in Geldnot war, beginnt eine harte Zeit, bis Pete einen geheimnisvollen Koffer findet, der all seine Sorgen begraben könnte. Darin befindet sich eine Menge Geld und unveröffentlichte Romane eines Autors, der mit seinem Tod dafür büßen musste, dass seine veröffentlichten Werke nicht ganz den Vorstellungen seines Mörders Morris Bellamy entsprachen. Pete entwickelt bald eine Leidenschaft für die Werke, kann diese jedoch nicht mit der Öffentlichkeit teilen, denn somit würde er mit einer Straftat in Verbindung gebracht werden... und dann ist da noch der Mörder des Schriftstellers, der alles daran setzen wird, die Bücher wieder in seinen Besitz zu bringen... Auch Bill Hodges findet wieder seinen Part in der Geschichte. Ich muss aber leider sagen, dass der Charakter in dieser Geschichte etwas unter geht und nicht unbedingt vonnöten gewesen wäre. Diesbezüglich habe ich mir etwas mehr erwartet. Das Ende des Buches gibt einen Hinweis auf den dritten Teil der Reihe "Mind Control", der den Leser geradezu verführt weiterlesen zu wollen. Kings Schreibstil ist gewohnt flüssig, aber auch oft etwas zu detailliert. Wer King kennt und mag, hat damit allerdings keine großen Probleme, denn King neigt in den meisten Büchern zu ausschweifenden Erzählweisen. Trotzdem schafft Stephen King es immer wieder, die Geschichten mit dem gewissen Etwas aufzuwerten und in richtige Pageturner zu verwandeln. Mich konnte das Buch begeistern. Das Einzige was mich nachwievor etwas stört ist, dass die Rolle des Bill Hodges etwas unterging und dass der Geschichtsverlauf manchmal etwas zu detailliert und langatmig war. Dennoch fand ich das Buch spitze und freue mich schon auf "Mind Control". Fazit: "Finderlohn" ist ein großartiges Buch. Mich konnte die Geschichte begeistern, wenngleich die Rolle des Bill Hodges, nach meinem Geschmack, etwas zu kurz kam. Ich vergebe daher für dieses Buch 4 von 5 Sternen.

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Drei berühmte Romane hat John Rothstein in den 60igern veröffentlicht, danach zog er sich komplett zurück und veröffentlichte nie wieder ein Buch. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer ermordet den Autor aus Wut über dessen "Verrat". Dabei erbeutet er eine Menge Geld, was für ihn aber nur zweitrangig ist, und eine Unmenge von Rothstein beschriebener Notizbücher. Bellamy vergräbt seine Beute erstmal und wandert wegen eines anderen Verbrechens fpr sehr lange Zeit in den Knast, ohne ein Auge auf den Inhalt der Notizbücher werfen zu können. Jahre später findet der Junge Peter Sauber das Geld und die Notizbücher und nimmt alles an sich. Mit dem Geld unterstützt er seine notleidende Familie, die Notizbücher liest er nach und nach. Nach 35 Jahren kommt Bellamy frei und will zu seiner Beute und kommt dahinter das Peter sie hat und macht nun Jagd auf den Jungen. Kann Bill Hodges und seine Freunde Peter helfen und Bellamy stoppen... Finderlohn von Stephen King ist der zweite Teil der Bill.Hodges-Trilogie. In diesem Teil stehen Peter Sauber und Morris Bellamy im Vordergrund der Geschichte, die in zwei Zeitebenen beginnt. Die Geschichte beginnt 1978 mit Bellamy und springt dann abwechselnd zu Peters Geschichte die 2009 beginnt. Im weiteren Verlauf nähern sich die Ebenen an um dann in einer gemeinsamen Geschichte fortgeführt zu werden. Erst nach mehr als einem Drittel des Buches hat Bill Hodges seinen Auftritt, was mich doch ein wenig überraschte und auch am Anfang ein wenig enttäuschte. Aber die Handlung der Geschichte tröstet mich dann über meine Enttäuschung hinweg, denn sie zog mich in ihren Bann. Die Protagonisten Peter und Bellamy waren für mein Empfinden sehr gut ausgearbeitet und glaubhaft dargestellt in ihrem Denken und auch Handeln, so daß ich gerne ihre Entwicklung verfolgte. Bill Hodges, Holly und Jeremy aus dem ersten Teil nehmen als Protagonisten wirklich sehr wenig Raum ein und man erfährt außer bei Hodges doch recht wenig überraschte ihre Entwicklung in den Jahren zwischen dem ersten und zweiten Teil. Wohin die Reise der drei in der Trilogie gehen könnte zeigte glaube ich die kleinen Einschübe die den Killer aus Mr. Mercedes betrafen, sie waren sehr interessant und machten mich vor allem sehr neugierig auf den nächsten Teil. Finderlohn kann eigentlich auch als eigenständiges Buch gelesen werden, da man für die Handlung in diesem Teil kein Vorwissen benötigt. Da aber immer wieder mal die Geschehnisse aus Mr. Mercedes erwähnt werden, erfährt man doch so einiges über die Handlung und über die Auflösung der Geschichte und würde sich so des Vergnügens beim Lesen des ersten Teils ein wenig berauben. Finderlohn war für mich ein gelungener Krimi, in dem daß Katz-und-Maus-Spiel zwischen Peter und Bellamy klar im Vordergrund stand. Mein Fazit: Ein gelungener Krimi und guter zweiter Teil, der mich wie der erste Teil wieder begeistern konnte.

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King-Fans dürfen aufatmen: Der Altmeister hat nichts von seiner Fabulierfreudigkeit verloren und erschafft wieder einmal einzigartige Figuren voller unterschiedlicher Facetten. Dabei ist sein neuer Kriminalroman relativ geradlinig angelegt, größere Überraschungen hält die Handlung nicht bereit. Dafür erscheinen das Porträt des fiktiven Kultautors und Mordopfers John Rothstein und dessen Romane umso glaubwürdiger. Ganz nebenbei spiegeln die nämlich wesentliche Motive der amerikanischen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts wider, was eine persönliche Hommage eines gleichfalls bücherbegeisterten King sein dürfte. Petes Literaturbegeisterung und die perversere Version davon, die den fanatischen Fan Bellamy (quasi als verfeindeten Literaturkritiker) antreibt, bieten einen reizvollen Gegensatz, der nur auf eine entscheidende Konfrontation hinauslaufen kann. Bevor es im letzten Viertel des Buches atemlos spannend werden darf, müssen allerdings einige Strukturschwächen überwunden werden. Die ersten zweihundert Seiten lesen sich wie ein extrem ausgedehnter Prolog für einen eigentlich viel kürzeren Krimi, der ermittelnde Bill Hodges tritt erst sehr spät in Erscheinung. Immerhin werden dessen Vorgeschichte und die wesentlichen Handlungselemente des letzten Bandes noch einmal kurz nacherzählt, so dass diese Fortsetzung auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Große Schockmomente, wie in frühen kingschen Psychothrillern, gibt es nicht. Klar werden einige gewalttätige Szenen auch entsprechend beschrieben, aber langjährige Leser dürften abgehärtet genug sein, um schlimmeres zu vermuten. Ein Buch für Buchliebhaber. Hat man sich erst einmal ein wenig eingelesen, zeigt "Finderlohn" früher oder später seine guten Seiten. Wer selbst schon einmal mit Buchcharakteren intensiv mitgefiebert und -gelitten hat, kann manche Motive des Mörders Bellamy womöglich sogar nachvollziehen. Auch wenn es sich nicht gerade um das neue "Shining" handelt, ein ordentlicher Krimi ist Stephen King hier allemal gelungen. Originaltitel: "Finders Keepers" ("Wer es findet, darf's behalten") Seitenzahl: 544 Format: 14,9 x 22,2 cm, gebunden (auch als Taschenbuch erhältlich) Verlag: Heyne

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Klappentext/Inhalt: Besessen bis zum Mord John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen? Meine Meinung: Vor kurzem habe ich meinen ersten Stephen King gelesen und dieser war Mr. Mercerdes. Ich fand das Buch ja unglaublich gut und ich wollte einfach wissen wie es mit Hodges weitergeht. Natürlich hatte ich so einige Erwartungen an das Buch aber alle wurden nicht erfüllt. Der Autor John Rothstein hat drei Bücher veröffentlicht. Die Bücher sind sehr erfolgreich gewesen. Morris vergöttert die Bücher ist aber mit einem Teil nicht zufrieden. Er kann nicht verstehen wie der Autor nur sowas schreiben konnte. Deshalb will er unbedingt wissen, ob der Autor noch mehr geschrieben hat und geht dabei sehr brutal vor. Wegen etwas völlig anderem muss Bellamy für lange Jahre ins Gefängnis und kann sein Ziel nicht mehr verfolgen. Eines Tages findet Peter Saubers einen Koffer in dem sich ein großer Schatz befindet und somit beginnt zu Anfang ein tolles Leben für Peter aber er merkt schnell, dass die Jagd eröffnet ist. Morris Bellamy ist ein total verrückter Typ. Er ist total besessen von den Büchern des Autors. Im Grunde lebt er nur noch dafür. Dadurch schmiedet er einen grausamen Plan. Er nimmt vor nichts halt um sein Ziel zu erreichen. Peter Saubers hat kein einfaches Leben. Sein Vater wurde bei einem Verbrechen schwer verletzt und kann nicht mehr arbeiten gehen. Seine Mutter muss alles finanzielle stämmen und dies ist nicht immer einfach. Die Wirtschaftskrise ist für alle schwierig. Als er einen Koffer mit einem Schatz drin findet, kann er es nicht glauben und tut etwas, was vermutlich alle gemacht hätten. Dabei verstrickt er sich aber immer mehr in Lügen, Betrügen und vieles mehr. Als sich die Erreignisse dann überschlagen merkt er schnell, dass er hier in etwas viel größeres hineingeraten ist als gedacht. Dieses Buch habe ich teilweise gelesen aber auch teilweise als Hörbuch gehört. Ich finde es einfach grandios wie David Nathan die Bücher von Stephen King liest. Der Anfang des Buches war sehr vielversprechend und ich habe mich auf eine spannende Geschichte gefasst gemacht. Diese habe ich aber nur teilweise erhalten. Wir erfahren sehr lange erstmal die Geschichten von Morris und Peter. Diese fand ich nur teilweise spannend und interessant. Außerdem kam mir Hodges viel zu spät in diesem Buch vor. Ich hätte mir gewünscht, dass er schon eher aufgetaucht wäre. Sobald Hodges aufgetaucht ist, wurde die Geschichte gefährlicher und rasanter. Dies hat mir gut gefallen und das Ende verspricht auf jeden Fall große Lust auf Band 03. Fazit: Der Anfang des Buches war wirklich gut. Danach ging es für mich etwas langamtig und nicht ganz so spannend weiter. Sobald Bill Hodges im Buch auftaucht wurde die Geschichte wieder richtig spannend und der große Showdown hat mir richtig gut gefallen. Das Ende verspricht große Lust auf Band 03 und ich freue mich, dass dieser schon im Herbst erscheint. Bewertung: Cover: 5/5 Klappentext: 5/5 Inhalt: 3,5/5 Schreibstil: 3,5/5 Gesamtpaket: 3,5/5 3,5 von 5 Sterne 

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Wie ja schon in anderen Beiträgen erwähnt, liebe ich die alten Bücher von Stephen King und somit habe ich auch bei "Finderlohn" wieder einmal auf ein ähnliches Konzept gehofft - vergebens, trotzdem würde ich hier nicht von einer Enttäuschung sprechen. "Finderlohn" ist bereits der zweite Teil der Bill-Hodges-Serie. Den ersten Teil habe ich bisher noch nicht gelesen, dadurch hatte ich bei diesem Buch aber keine Nachteile. Es ist sehr flüssig und mitreißend geschrieben und hält einige spannende Stellen bereit. Wenn schon keine Horrorgeschichte, so ist Stephen King hier aber ein äußerst guter Thriller gelungen, den ich gerne auch ein zweites Mal lesen werde.

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Finderlohn

Von: Naddlpaddl

10.03.2016

John Rothstein, der in den Sechzigerjahre aufgrund der Jimmy-Gold-Trilogie als bester Autor des Jahrhunderts bezeichnet wurde, wird von Morris Bellamy, einem jungen psychotischen Verehrer ermordert, aus Wut über die Entwicklung des Protagonisten Jimmy Gold. Er stiehlt das im Haus befindliche Bargeld und, was am wichtigstens ist: weit über hundert Notizbücher mit unveröffentlichten Werken. Alles versteckt er in einem vergrabenen Koffer und landet für die Vergewaltigung einer Frau nach einer durchzechten Nacht im Gefängnis. Peter Saubers stößt Jahre später auf den vergrabenen Schatz. Mit dem Geld unterstützt er seine Eltern, die, nachdem sein Vater durch den Mercedes-Mörder seine Arbeit verlor, in Geldnot sind. Doch was macht er mit den Notizbüchern? Und was passiert, wenn Morris plötzlich nach 35 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird und seinen Koffer leer vorfindet? Der von Stephen King im Jahre 2014 veröffentliche Roman gilt als Nachfolger von Mr. Mercedes und als zweiter Band der Mercedes-Trilogie, die als zentrales Thema das Mercedes-Massaker am Auditorium hat. Die Folgen eines solchen Anschlags für eine Familie finden ihre Entsprechung in der Familie des jungen Protagonisten: Peter Saubers. Die Saubers als Mitglied des klassischen Mittelstands, die schwer von der Wirtschaftskrise getroffen sind, erfahren nach dem Anschlag noch größere finanzielle Probleme, die (weit interpretiert) als Kritik am amerikanischen Krankenkassensystem verstanden werden können. Ebenfalls erscheinen ein paar alte Bekannte aus dem Vorgänger des Buches: Jerome, Holly und nicht zuletzt Bill Hodges, der als Detective im Ruhestand, nun seine Zeit als Privatermittler verbringt. Das Thema ist relativ klar: die Liebe zur (amerikanischen) Literatur und der daraus leider viel zu oft resultierende Fanatismus. Die Angst vor fanatischen Fans, die King immer wieder in Interviews angerissen hat, manifestiert sich hier im Antagonisten Morris Bellamy. Was wenn die Fiktion eine zu starke Macht über die Realität ausübt? Szenen, die man aus Misery kennt, tauchen in leicht verschobener, radikalerer Art im Prolog auf und durchziehen die gesamte Geschichte. Doch unterschwellig geht es um viel wichtigeres; ein Gedanken, den King in vielen seiner Werke und insbesondere in der Kurzgeschichte Atemtechnik aus der Sammlung Frühling, Sommer, Herbst und Tod thematisiert: „Die Geschichte zählt, nicht der Erzähler.“ Der Erzählstil entspricht dem King'schen Ideal: rudimentäre Ausschmückungen und die zentrale Fokussierung auf das Wichtigste stehen im Mittelpunkt, werden jedoch mit brachialer Ironie gekoppelt. Die Geschichte ist äußerst spannend aufgebaut und nach jedem Kapitel lockt der Altmeister der suspense ein weiteres Ass aus seinem Ärmel. Typisch nach King'scher Art geht es im Wechsel zwischen zwei zeitgleichen Zeitsträngen, die in überraschenden Wendung auf den Klimax zu rennen. Eine weitere große Stärke Kings ist, unglaublich kraftvoll Machtabhängigkeiten unter Charakteren zu demonstrieren. Dieses gegenseitige In-der-Hand haben, das als scheinbar nicht lösbares Dilemma erscheint, taucht in vielen verschiedenen anderen Werken auf: Der Musterschüler oder Needful Things um zwei zu nennen. Die Charaktere, meist bekannt aus Mr. Mercedes, wirken lebendig und kraftvoll. Die oft bei King zu findenden „Ticks“ seiner Charaktere verbildlichen sich erneut in der liebenvollen, aber introspektiven Holly, während die jungen Seite Kings erneut in der Rolle des Jerome eine Stimme geliehen wird. Interessant jedoch: die enorme Alterverschiebung der Protaganisten und Antagonisten. Während in Kings früheren Werken es oft um das Problem des Älterwerdens geht (Carrie,ES, Die Leiche), in seinen mittleren es oft um den Versuch geht, sich an seine alten Freunde zu erinnern (ES, Dreamcatcher), so folgt der Altmeister seinem eigenem Älterwerden. So sind in diesem Fall der Anta- und (zweite) Protagonist im Rentenalter und verspüren auch die körperlichen Folgen des gehobenen Alters (wie in den späteren dunkler Turm Bänden). Die Figur Morris Bellamy jedoch – und man verzeihe die Bemerkung – wirkt für mich zu oberflächlich und eindimensional. Die oft von King durchgeführten Rückblicke, die seinen Charakteren sonst eine unglaubliche Tiefe geben, fehlen bei Morris oder werden nicht konsequent durchgeführt. Stattdessen sieht man nur die Spitze des Bellamy'schen Charakter-Eisbergs. Diese Schwäche des zweiten Teils im Vergleich zur unglaublichen Figur des Brady Hartfield, der in Interaktion mit seiner Mutter, seine krankhafte Psychose ausbildet, fällt besonders ins Auge, wenn man die erneute gestörte Beziehung (im Werk Finderlohn zwar in deutlich abgeschwächter, aber dennoch immer noch erkennbarer Form) zwischen dem Antagonisten und seiner Mutter bemerkt. Die spannende Frage, die sich bei King jedoch immer ergibt: wo sind die Verknüpfungen zu anderen Werken? So tauchen gut versteckte Eatereggs zu Mr. Mercedes, Misery, Shining und nicht zuletzt dem dunklem Turm selbst auf, um nur einige zu sehen. Welcher Art diese sind, soll jeder selbst für sich finden. Die letzte Frage nun, die sich am Ende des zweiten Bandes der Mercedes-Reihe stellt: ist diese Trilogie eigentliche Thriller oder Horror. Die Antwort darauf erfahren wir wohl erst im dritten Teil: End of Watch. Vielen Dank an den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

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Zum Inhalt: Besessen bis zum Mord John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen? Meine Meinung: Ich muss dazu sagen, dass ich mit diesem Buch das erste Mal etwas von Stephen King gelesen habe. Die Horrorbücher wären nichts für mich, aber da diese Hodge-Reihe ja Thriller sind, habe ich mich mal ran getraut. Dieses ist ja der 2. Teil um den Ermittler Hodge, aber man konnte es auch gut ohne Vorwissen des 1. Teils lesen. Allerdings möchte ich den 1. Teil jetzt auf jeden Fall auch noch lesen. Das Cover zum Buch gefällt mir richtig gut und der Titel ist im nachhinein auch sehr treffend gewählt. Es wechselt in den Kapiteln immer zwischen den zwei hauptbeteiligten Personen: Morris Bellamy, mehrfacher Mörder und dem Jugendlichen Peter Saubers, der den "Schatz" gefunden hat. Der Kriminelle Morris Bellamy wurde richtig gut beschrieben, es spielte ja auch ein Teil seiner Geschichte noch im Gefängnis, man hat ihn sozusagen von jungen Mann bis Mann im Rentenalter begleitet. Des Weiteren lernt man den Jugendlichen Peters Saubers im Laufe der Geschichte recht gut kennen. Sein Vater war eines der Opfer des Amokfahrers in Mr. Mercedes. Die Familie ist schon vor dem Attentat in finanzielle Schwierigkeiten geraten, da der Vater arbeitslos geworden war. Nach dem Unfall hat sich die Situation natürlich noch verschlimmert. Ich fand nur, dass Bill Hodges eine recht kleine Rolle eingenommen hat, er kam erst zum Schluss in der Geschichte vor. Von daher braucht man wirklich nicht zwingend den 1. Teil Mr. Mercedes gelesen haben. Mir hat die Geschichte an sich auch richtig gut gefallen, es war alles stimmig. Der Schreibstil war sehr flüssig und ich empfand das Buch auch nicht als langatmig. Alles in allem hat mir das Buch richtig gut gefallen. Ich kann eine klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen. Ich möchte dem Buch 4,5 Sterne geben. Man darf als Stephen-King-Fan aber meiner Meinung nach nicht von einem Horrorbuch ausgehen, es ist und bleibt für mich ein Thriller. Ich möchte auf jeden Fall noch den 1. Teil, Mr. Mercedes, lesen.

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Stephen King setzt seine Geschichte um den alten Polizisten Hodges fort, aber dieser erscheint erst im zweiten Drittel des Buches. Vordergründig geht es um die gestohlenen Notizbücher der Schriftstellerikone John Rothstein, der vor dreißig Jahren in seinem Haus ermordet wurde. Ein Jugendlicher findet die Bücher und viel Geld und gerät in den Konflikt, seine Familie zu retten oder die gestohlene Ware zurückzugeben. Der Mörder, nach dreißig Jahren aus dem Gefängnis entlassen, sucht ebenfalls nach den Manuskripten. Spannend sind alle Bücher Kings, das ist banal, man darf Fan sein, darf ihn auch testen, sollte sich bei seinen Büchern aber nicht von den Schockeffekten abschrecken lassen. Vielleicht wäre hier weniger davon besser gewesen, aber wenn Du Stephen King heißt, musst Du konsequent bleiben. Nebenbei ist “Finderlohn” eine Variation über die Liebe zu Büchern, über den Wunsch, Geschichten weiterzuerzählen, auch eine Variation über Kings eigenes Werk “Misery”.

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