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Leserstimmen (71)

Stephen King: Finderlohn (Bill-Hodges-Serie) (2)

Finderlohn Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-27009-1

Erschienen:  08.09.2015
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Kundenrezensionen

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Liebe zur Literatur, oder eher Wahnsinn?!...

Von: Shelly Booklove Datum : 28.10.2017

shellybooklove.blogspot.de/

Zum Cover:
Das Cover gefällt mir richtig gut. Für mich sind die Cover, die besten, die auch einen klaren Bezug zur Geschichte darstellen. Der Füller mit dem Blut an der Feder stellt hier auf jeden Fall einen Bezug zum Roman dar und wirkt edel, obgleich mysteriös. Besonders gefällt mir auch die verlaufene Tinte auf dem Cover. Auf jeden Fall ein schönes Cover!

Meine Meinung:
Als ich erfahren habe, dass es einen Folgeband zu "Mr. Mercedes" geben wird, musste ich diesen sofort haben, kam aber leider lange Zeit nicht dazu, diesen zu lesen.
Der zweite Band der Bill-Hodges-Serie macht sich nicht allzu abhängig vom ersten Band, kann daher also auch gut gelesen werden ohne "Mr. Mercedes" vorher gelesen zu haben. Das Buch besteht aus drei Teilen in verschiedenen wechselnden Zeitperspektiven.
Im Vordergrund der Geschichte steht der Teenager Pete, welcher als eher eigenbrödlerisch wahrgenommen wird. Pete ist ein sehr familienbezogener Mensch, der alles für seine Familie tun und sich ohne Frage immer hinten anstellen würde, damit es seinen Liebsten gut geht.
Am Anfang der Geschichte wird der Bezug zu "Mr. Mercedes" hergestellt, denn Petes arbeitssuchender Vater wurde Opfer des Täters, der im ersten Band wütend in eine Menschenmenge raste. Die selbe Szene wird wieder erzählt, allerdings von einem anderes Blickwinkel aus.
Für die Familie, die schon vorher in in Geldnot war, beginnt eine harte Zeit, bis Pete einen geheimnisvollen Koffer findet, der all seine Sorgen begraben könnte. Darin befindet sich eine Menge Geld und unveröffentlichte Romane eines Autors, der mit seinem Tod dafür büßen musste, dass seine veröffentlichten Werke nicht ganz den Vorstellungen seines Mörders Morris Bellamy entsprachen.
Pete entwickelt bald eine Leidenschaft für die Werke, kann diese jedoch nicht mit der Öffentlichkeit teilen, denn somit würde er mit einer Straftat in Verbindung gebracht werden... und dann ist da noch der Mörder des Schriftstellers, der alles daran setzen wird, die Bücher wieder in seinen Besitz zu bringen...
Auch Bill Hodges findet wieder seinen Part in der Geschichte. Ich muss aber leider sagen, dass der Charakter in dieser Geschichte etwas unter geht und nicht unbedingt vonnöten gewesen wäre. Diesbezüglich habe ich mir etwas mehr erwartet.
Das Ende des Buches gibt einen Hinweis auf den dritten Teil der Reihe "Mind Control", der den Leser geradezu verführt weiterlesen zu wollen.

Kings Schreibstil ist gewohnt flüssig, aber auch oft etwas zu detailliert. Wer King kennt und mag, hat damit allerdings keine großen Probleme, denn King neigt in den meisten Büchern zu ausschweifenden Erzählweisen. Trotzdem schafft Stephen King es immer wieder, die Geschichten mit dem gewissen Etwas aufzuwerten und in richtige Pageturner zu verwandeln.

Mich konnte das Buch begeistern. Das Einzige was mich nachwievor etwas stört ist, dass die Rolle des Bill Hodges etwas unterging und dass der Geschichtsverlauf manchmal etwas zu detailliert und langatmig war. Dennoch fand ich das Buch spitze und freue mich schon auf "Mind Control".

Fazit:
"Finderlohn" ist ein großartiges Buch. Mich konnte die Geschichte begeistern, wenngleich die Rolle des Bill Hodges, nach meinem Geschmack, etwas zu kurz kam.
Ich vergebe daher für dieses Buch 4 von 5 Sternen.

Rezension zu Finderlohn

Von: KruemelGizmo Datum : 18.07.2016

https://www.facebook.com/tanjasbuecherwelt?ref=tn_tnmn

Drei berühmte Romane hat John Rothstein in den 60igern veröffentlicht, danach zog er sich komplett zurück und veröffentlichte nie wieder ein Buch. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer ermordet den Autor aus Wut über dessen "Verrat". Dabei erbeutet er eine Menge Geld, was für ihn aber nur zweitrangig ist, und eine Unmenge von Rothstein beschriebener Notizbücher. Bellamy vergräbt seine Beute erstmal und wandert wegen eines anderen Verbrechens fpr sehr lange Zeit in den Knast, ohne ein Auge auf den Inhalt der Notizbücher werfen zu können. Jahre später findet der Junge Peter Sauber das Geld und die Notizbücher und nimmt alles an sich. Mit dem Geld unterstützt er seine notleidende Familie, die Notizbücher liest er nach und nach. Nach 35 Jahren kommt Bellamy frei und will zu seiner Beute und kommt dahinter das Peter sie hat und macht nun Jagd auf den Jungen. Kann Bill Hodges und seine Freunde Peter helfen und Bellamy stoppen...

Finderlohn von Stephen King ist der zweite Teil der Bill.Hodges-Trilogie.

In diesem Teil stehen Peter Sauber und Morris Bellamy im Vordergrund der Geschichte, die in zwei Zeitebenen beginnt. Die Geschichte beginnt 1978 mit Bellamy und springt dann abwechselnd zu Peters Geschichte die 2009 beginnt. Im weiteren Verlauf nähern sich die Ebenen an um dann in einer gemeinsamen Geschichte fortgeführt zu werden. Erst nach mehr als einem Drittel des Buches hat Bill Hodges seinen Auftritt, was mich doch ein wenig überraschte und auch am Anfang ein wenig enttäuschte. Aber die Handlung der Geschichte tröstet mich dann über meine Enttäuschung hinweg, denn sie zog mich in ihren Bann.

Die Protagonisten Peter und Bellamy waren für mein Empfinden sehr gut ausgearbeitet und glaubhaft dargestellt in ihrem Denken und auch Handeln, so daß ich gerne ihre Entwicklung verfolgte.
Bill Hodges, Holly und Jeremy aus dem ersten Teil nehmen als Protagonisten wirklich sehr wenig Raum ein und man erfährt außer bei Hodges doch recht wenig überraschte ihre Entwicklung in den Jahren zwischen dem ersten und zweiten Teil.
Wohin die Reise der drei in der Trilogie gehen könnte zeigte glaube ich die kleinen Einschübe die den Killer aus Mr. Mercedes betrafen, sie waren sehr interessant und machten mich vor allem sehr neugierig auf den nächsten Teil.

Finderlohn kann eigentlich auch als eigenständiges Buch gelesen werden, da man für die Handlung in diesem Teil kein Vorwissen benötigt. Da aber immer wieder mal die Geschehnisse aus Mr. Mercedes erwähnt werden, erfährt man doch so einiges über die Handlung und über die Auflösung der Geschichte und würde sich so des Vergnügens beim Lesen des ersten Teils ein wenig berauben.

Finderlohn war für mich ein gelungener Krimi, in dem daß Katz-und-Maus-Spiel zwischen Peter und Bellamy klar im Vordergrund stand.

Mein Fazit:
Ein gelungener Krimi und guter zweiter Teil, der mich wie der erste Teil wieder begeistern konnte.

wenn Bücher töten könnten

Von: der Michi Datum : 27.06.2016

www.seilerseite.de

King-Fans dürfen aufatmen: Der Altmeister hat nichts von seiner Fabulierfreudigkeit verloren und erschafft wieder einmal einzigartige Figuren voller unterschiedlicher Facetten. Dabei ist sein neuer Kriminalroman relativ geradlinig angelegt, größere Überraschungen hält die Handlung nicht bereit. Dafür erscheinen das Porträt des fiktiven Kultautors und Mordopfers John Rothstein und dessen Romane umso glaubwürdiger. Ganz nebenbei spiegeln die nämlich wesentliche Motive der amerikanischen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts wider, was eine persönliche Hommage eines gleichfalls bücherbegeisterten King sein dürfte. Petes Literaturbegeisterung und die perversere Version davon, die den fanatischen Fan Bellamy (quasi als verfeindeten Literaturkritiker) antreibt, bieten einen reizvollen Gegensatz, der nur auf eine entscheidende Konfrontation hinauslaufen kann.
Bevor es im letzten Viertel des Buches atemlos spannend werden darf, müssen allerdings einige Strukturschwächen überwunden werden. Die ersten zweihundert Seiten lesen sich wie ein extrem ausgedehnter Prolog für einen eigentlich viel kürzeren Krimi, der ermittelnde Bill Hodges tritt erst sehr spät in Erscheinung. Immerhin werden dessen Vorgeschichte und die wesentlichen Handlungselemente des letzten Bandes noch einmal kurz nacherzählt, so dass diese Fortsetzung auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Große Schockmomente, wie in frühen kingschen Psychothrillern, gibt es nicht. Klar werden einige gewalttätige Szenen auch entsprechend beschrieben, aber langjährige Leser dürften abgehärtet genug sein, um schlimmeres zu vermuten.
Ein Buch für Buchliebhaber. Hat man sich erst einmal ein wenig eingelesen, zeigt "Finderlohn" früher oder später seine guten Seiten. Wer selbst schon einmal mit Buchcharakteren intensiv mitgefiebert und -gelitten hat, kann manche Motive des Mörders Bellamy womöglich sogar nachvollziehen. Auch wenn es sich nicht gerade um das neue "Shining" handelt, ein ordentlicher Krimi ist Stephen King hier allemal gelungen.

Originaltitel: "Finders Keepers" ("Wer es findet, darf's behalten")
Seitenzahl: 544
Format: 14,9 x 22,2 cm, gebunden (auch als Taschenbuch erhältlich)
Verlag: Heyne

Etwas schwächer als Band 1

Von: Mella Datum : 26.05.2016

book-angel.blogspot.de/

Klappentext/Inhalt:

Besessen bis zum Mord

John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen?

Meine Meinung:

Vor kurzem habe ich meinen ersten Stephen King gelesen und dieser war Mr. Mercerdes. Ich fand das Buch ja unglaublich gut und ich wollte einfach wissen wie es mit Hodges weitergeht. Natürlich hatte ich so einige Erwartungen an das Buch aber alle wurden nicht erfüllt.

Der Autor John Rothstein hat drei Bücher veröffentlicht. Die Bücher sind sehr erfolgreich gewesen. Morris vergöttert die Bücher ist aber mit einem Teil nicht zufrieden. Er kann nicht verstehen wie der Autor nur sowas schreiben konnte. Deshalb will er unbedingt wissen, ob der Autor noch mehr geschrieben hat und geht dabei sehr brutal vor. Wegen etwas völlig anderem muss Bellamy für lange Jahre ins Gefängnis und kann sein Ziel nicht mehr verfolgen. Eines Tages findet Peter Saubers einen Koffer in dem sich ein großer Schatz befindet und somit beginnt zu Anfang ein tolles Leben für Peter aber er merkt schnell, dass die Jagd eröffnet ist.

Morris Bellamy ist ein total verrückter Typ. Er ist total besessen von den Büchern des Autors. Im Grunde lebt er nur noch dafür. Dadurch schmiedet er einen grausamen Plan. Er nimmt vor nichts halt um sein Ziel zu erreichen.

Peter Saubers hat kein einfaches Leben. Sein Vater wurde bei einem Verbrechen schwer verletzt und kann nicht mehr arbeiten gehen. Seine Mutter muss alles finanzielle stämmen und dies ist nicht immer einfach. Die Wirtschaftskrise ist für alle schwierig. Als er einen Koffer mit einem Schatz drin findet, kann er es nicht glauben und tut etwas, was vermutlich alle gemacht hätten. Dabei verstrickt er sich aber immer mehr in Lügen, Betrügen und vieles mehr. Als sich die Erreignisse dann überschlagen merkt er schnell, dass er hier in etwas viel größeres hineingeraten ist als gedacht.

Dieses Buch habe ich teilweise gelesen aber auch teilweise als Hörbuch gehört. Ich finde es einfach grandios wie David Nathan die Bücher von Stephen King liest. Der Anfang des Buches war sehr vielversprechend und ich habe mich auf eine spannende Geschichte gefasst gemacht. Diese habe ich aber nur teilweise erhalten. Wir erfahren sehr lange erstmal die Geschichten von Morris und Peter. Diese fand ich nur teilweise spannend und interessant. Außerdem kam mir Hodges viel zu spät in diesem Buch vor. Ich hätte mir gewünscht, dass er schon eher aufgetaucht wäre. Sobald Hodges aufgetaucht ist, wurde die Geschichte gefährlicher und rasanter. Dies hat mir gut gefallen und das Ende verspricht auf jeden Fall große Lust auf Band 03.

Fazit:

Der Anfang des Buches war wirklich gut. Danach ging es für mich etwas langamtig und nicht ganz so spannend weiter. Sobald Bill Hodges im Buch auftaucht wurde die Geschichte wieder richtig spannend und der große Showdown hat mir richtig gut gefallen. Das Ende verspricht große Lust auf Band 03 und ich freue mich, dass dieser schon im Herbst erscheint.

Bewertung:

Cover: 5/5
Klappentext: 5/5
Inhalt: 3,5/5
Schreibstil: 3,5/5
Gesamtpaket: 3,5/5

3,5 von 5 Sterne 

Ein spannender Thriller

Von: Jessica Datum : 10.04.2016

www.testen-mit-spass.de

Wie ja schon in anderen Beiträgen erwähnt, liebe ich die alten Bücher von Stephen King und somit habe ich auch bei "Finderlohn" wieder einmal auf ein ähnliches Konzept gehofft - vergebens, trotzdem würde ich hier nicht von einer Enttäuschung sprechen.

"Finderlohn" ist bereits der zweite Teil der Bill-Hodges-Serie. Den ersten Teil habe ich bisher noch nicht gelesen, dadurch hatte ich bei diesem Buch aber keine Nachteile. Es ist sehr flüssig und mitreißend geschrieben und hält einige spannende Stellen bereit. Wenn schon keine Horrorgeschichte, so ist Stephen King hier aber ein äußerst guter Thriller gelungen, den ich gerne auch ein zweites Mal lesen werde.

Finderlohn

Von: Naddlpaddl Datum : 10.03.2016

schlunzenbuecher.blogspot.de

John Rothstein, der in den Sechzigerjahre aufgrund der Jimmy-Gold-Trilogie als bester Autor des Jahrhunderts bezeichnet wurde, wird von Morris Bellamy, einem jungen psychotischen Verehrer ermordert, aus Wut über die Entwicklung des Protagonisten Jimmy Gold. Er stiehlt das im Haus befindliche Bargeld und, was am wichtigstens ist: weit über hundert Notizbücher mit unveröffentlichten Werken. Alles versteckt er in einem vergrabenen Koffer und landet für die Vergewaltigung einer Frau nach einer durchzechten Nacht im Gefängnis.
Peter Saubers stößt Jahre später auf den vergrabenen Schatz. Mit dem Geld unterstützt er seine Eltern, die, nachdem sein Vater durch den Mercedes-Mörder seine Arbeit verlor, in Geldnot sind. Doch was macht er mit den Notizbüchern? Und was passiert, wenn Morris plötzlich nach 35 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird und seinen Koffer leer vorfindet?



Der von Stephen King im Jahre 2014 veröffentliche Roman gilt als Nachfolger von Mr. Mercedes und als zweiter Band der Mercedes-Trilogie, die als zentrales Thema das Mercedes-Massaker am Auditorium hat. Die Folgen eines solchen Anschlags für eine Familie finden ihre Entsprechung in der Familie des jungen Protagonisten: Peter Saubers. Die Saubers als Mitglied des klassischen Mittelstands, die schwer von der Wirtschaftskrise getroffen sind, erfahren nach dem Anschlag noch größere finanzielle Probleme, die (weit interpretiert) als Kritik am amerikanischen Krankenkassensystem verstanden werden können. Ebenfalls erscheinen ein paar alte Bekannte aus dem Vorgänger des Buches: Jerome, Holly und nicht zuletzt Bill Hodges, der als Detective im Ruhestand, nun seine Zeit als Privatermittler verbringt.
Das Thema ist relativ klar: die Liebe zur (amerikanischen) Literatur und der daraus leider viel zu oft resultierende Fanatismus. Die Angst vor fanatischen Fans, die King immer wieder in Interviews angerissen hat, manifestiert sich hier im Antagonisten Morris Bellamy. Was wenn die Fiktion eine zu starke Macht über die Realität ausübt? Szenen, die man aus Misery kennt, tauchen in leicht verschobener, radikalerer Art im Prolog auf und durchziehen die gesamte Geschichte. Doch unterschwellig geht es um viel wichtigeres; ein Gedanken, den King in vielen seiner Werke und insbesondere in der Kurzgeschichte Atemtechnik aus der Sammlung Frühling, Sommer, Herbst und Tod thematisiert: „Die Geschichte zählt, nicht der Erzähler.“
Der Erzählstil entspricht dem King'schen Ideal: rudimentäre Ausschmückungen und die zentrale Fokussierung auf das Wichtigste stehen im Mittelpunkt, werden jedoch mit brachialer Ironie gekoppelt. Die Geschichte ist äußerst spannend aufgebaut und nach jedem Kapitel lockt der Altmeister der suspense ein weiteres Ass aus seinem Ärmel. Typisch nach King'scher Art geht es im Wechsel zwischen zwei zeitgleichen Zeitsträngen, die in überraschenden Wendung auf den Klimax zu rennen. Eine weitere große Stärke Kings ist, unglaublich kraftvoll Machtabhängigkeiten unter Charakteren zu demonstrieren. Dieses gegenseitige In-der-Hand haben, das als scheinbar nicht lösbares Dilemma erscheint, taucht in vielen verschiedenen anderen Werken auf: Der Musterschüler oder Needful Things um zwei zu nennen.
Die Charaktere, meist bekannt aus Mr. Mercedes, wirken lebendig und kraftvoll. Die oft bei King zu findenden „Ticks“ seiner Charaktere verbildlichen sich erneut in der liebenvollen, aber introspektiven Holly, während die jungen Seite Kings erneut in der Rolle des Jerome eine Stimme geliehen wird. Interessant jedoch: die enorme Alterverschiebung der Protaganisten und Antagonisten. Während in Kings früheren Werken es oft um das Problem des Älterwerdens geht (Carrie,ES, Die Leiche), in seinen mittleren es oft um den Versuch geht, sich an seine alten Freunde zu erinnern (ES, Dreamcatcher), so folgt der Altmeister seinem eigenem Älterwerden. So sind in diesem Fall der Anta- und (zweite) Protagonist im Rentenalter und verspüren auch die körperlichen Folgen des gehobenen Alters (wie in den späteren dunkler Turm Bänden).
Die Figur Morris Bellamy jedoch – und man verzeihe die Bemerkung – wirkt für mich zu oberflächlich und eindimensional. Die oft von King durchgeführten Rückblicke, die seinen Charakteren sonst eine unglaubliche Tiefe geben, fehlen bei Morris oder werden nicht konsequent durchgeführt. Stattdessen sieht man nur die Spitze des Bellamy'schen Charakter-Eisbergs. Diese Schwäche des zweiten Teils im Vergleich zur unglaublichen Figur des Brady Hartfield, der in Interaktion mit seiner Mutter, seine krankhafte Psychose ausbildet, fällt besonders ins Auge, wenn man die erneute gestörte Beziehung (im Werk Finderlohn zwar in deutlich abgeschwächter, aber dennoch immer noch erkennbarer Form) zwischen dem Antagonisten und seiner Mutter bemerkt.
Die spannende Frage, die sich bei King jedoch immer ergibt: wo sind die Verknüpfungen zu anderen Werken? So tauchen gut versteckte Eatereggs zu Mr. Mercedes, Misery, Shining und nicht zuletzt dem dunklem Turm selbst auf, um nur einige zu sehen. Welcher Art diese sind, soll jeder selbst für sich finden.
Die letzte Frage nun, die sich am Ende des zweiten Bandes der Mercedes-Reihe stellt: ist diese Trilogie eigentliche Thriller oder Horror. Die Antwort darauf erfahren wir wohl erst im dritten Teil: End of Watch.

Vielen Dank an den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Mein erstes Buch von Stephen King, ich bin begeistert ...

Von: lenisvea Datum : 16.01.2016

lenisvea.blogspot.de

Zum Inhalt:
Besessen bis zum Mord

John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen?

Meine Meinung:

Ich muss dazu sagen, dass ich mit diesem Buch das erste Mal etwas von Stephen King gelesen habe. Die Horrorbücher wären nichts für mich, aber da diese Hodge-Reihe ja Thriller sind, habe ich mich mal ran getraut. Dieses ist ja der 2. Teil um den Ermittler Hodge, aber man konnte es auch gut ohne Vorwissen des 1. Teils lesen. Allerdings möchte ich den 1. Teil jetzt auf jeden Fall auch noch lesen.

Das Cover zum Buch gefällt mir richtig gut und der Titel ist im nachhinein auch sehr treffend gewählt.

Es wechselt in den Kapiteln immer zwischen den zwei hauptbeteiligten Personen: Morris Bellamy, mehrfacher Mörder und dem Jugendlichen Peter Saubers, der den "Schatz" gefunden hat.

Der Kriminelle Morris Bellamy wurde richtig gut beschrieben, es spielte ja auch ein Teil seiner Geschichte noch im Gefängnis, man hat ihn sozusagen von jungen Mann bis Mann im Rentenalter begleitet.

Des Weiteren lernt man den Jugendlichen Peters Saubers im Laufe der Geschichte recht gut kennen. Sein Vater war eines der Opfer des Amokfahrers in Mr. Mercedes. Die Familie ist schon vor dem Attentat in finanzielle Schwierigkeiten geraten, da der Vater arbeitslos geworden war. Nach dem Unfall hat sich die Situation natürlich noch verschlimmert.

Ich fand nur, dass Bill Hodges eine recht kleine Rolle eingenommen hat, er kam erst zum Schluss in der Geschichte vor. Von daher braucht man wirklich nicht zwingend den 1. Teil Mr. Mercedes gelesen haben.

Mir hat die Geschichte an sich auch richtig gut gefallen, es war alles stimmig. Der Schreibstil war sehr flüssig und ich empfand das Buch auch nicht als langatmig.

Alles in allem hat mir das Buch richtig gut gefallen. Ich kann eine klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen. Ich möchte dem Buch 4,5 Sterne geben.

Man darf als Stephen-King-Fan aber meiner Meinung nach nicht von einem Horrorbuch ausgehen, es ist und bleibt für mich ein Thriller. Ich möchte auf jeden Fall noch den 1. Teil, Mr. Mercedes, lesen.

Aus Liebe zu Büchern

Von: kinderdok Datum : 29.12.2015

kinderdoc.wordpress.com

Stephen King setzt seine Geschichte um den alten Polizisten Hodges fort, aber dieser erscheint erst im zweiten Drittel des Buches. Vordergründig geht es um die gestohlenen Notizbücher der Schriftstellerikone John Rothstein, der vor dreißig Jahren in seinem Haus ermordet wurde. Ein Jugendlicher findet die Bücher und viel Geld und gerät in den Konflikt, seine Familie zu retten oder die gestohlene Ware zurückzugeben. Der Mörder, nach dreißig Jahren aus dem Gefängnis entlassen, sucht ebenfalls nach den Manuskripten. Spannend sind alle Bücher Kings, das ist banal, man darf Fan sein, darf ihn auch testen, sollte sich bei seinen Büchern aber nicht von den Schockeffekten abschrecken lassen. Vielleicht wäre hier weniger davon besser gewesen, aber wenn Du Stephen King heißt, musst Du konsequent bleiben. Nebenbei ist “Finderlohn” eine Variation über die Liebe zu Büchern, über den Wunsch, Geschichten weiterzuerzählen, auch eine Variation über Kings eigenes Werk “Misery”.

Ein Schatzfund mit Folgen

Von: Cocolinchen Datum : 18.12.2015

cocolinchenundkatti.blogspot.de/

Worum geht's?
Schüler Peter (Pete) Saubers findet eines Tages in der Nähe seines Elternhauses einen vergrabenen Koffer. Ein Schatz, der auf den ersten Blick keiner zu sein scheint, denn der Koffer ist voller alter Notizbücher. Glücklicherweise befindet sich auch noch ein höherer Betrag Geld darin, mit dem Pete seine Familie unterstützen kann. Die wertlosen Notizbücher entpuppen sich bald als unveröffentlichte Schriften des berühmten Autors John Rothstein, der Jahre zuvor bei einem Einbruch in sein Haus getötet worden ist. Pete lernt den Wert dieser Notizen zu schätzen. Genau diesen Wert kennt auch der Mörder Rothsteins. Morris Bellamy verehrte den Autor krankhaft, bestiehlt und tötet ihn. Die Beute vergräbt er damals, dann kommt er ins Gefängnis und wartet nun auf die Gelegenheit, seinen Schatz an sich zu bringen. Denn den glaubt er immer noch sicher verwahrt. Nach 35 Jahren Haft wird er frühzeitig entlassen. Bellamy erfährt von dem Schicksal der Notizbücher und versucht nun alles, um sie wieder in seine Gewalt zu bringen. Dabei scheint dem Psychopathen jedes Mittel recht.

Meine Meinung:
Finderlohn hat mich begeistert. Die Handlung an sich fand ich von Anfang an spannend, auch wenn sich im Buch manches erst etwas langsam aufbaut. Trotzdem wurde es nie langweilig. Der Roman hat eben sein eigenes Tempo.

Wer Mr. Mercedes gelesen hat, wird auch den ein oder anderen wiedererkennen.
Peters Vater ist damals unter den Opfern, was dazu geführt hat, dass es der Familie finanziell nun gar nicht gut geht. Da kommt dem Jungen der Geldfund gerade recht. Als anonymer Spender unterstützt er seine Familie. Doch dann ist das Geld aufgebraucht und er versucht die wertvollen Notizbücher zu veräußern. Von da an wird es für Pete problematisch und gefährlich.
Peter ist ein cleveres Kerlchen, manchmal ein wenig naiv, für sein Alter dennoch sehr erwachsen. Er ist fleißig und ein guter Mensch, der seiner Familie helfen will. An mancher Stelle vielleicht ein wenig farblos, trotzdem sympathisch. Ich fand es spannend, ihn zu begleiten.

Morris Bellamy muss seine lebenslange Haftstrafe im Gefängnis absitzen. Man erfährt ein wenig von seinem Alltag dort und seinen Gedanken. John Rothstein und die Notizbücher lassen ihn nicht los. Er ist ein wenig wie Gollum im Herr der Ringe. So kam es mir jedenfalls manchmal vor. Und man versucht zu verstehen, wie jemand so werden kann und wie Werke eines Autors so eine Macht auf einen haben können. Bellamy kommt dann vorzeitig aus dem Gefängnis frei und muss sich in einer ihm fremden Welt zurechtfinden. Doch vieles zieht an ihm vorbei, denn er verfolgt nur ein Ziel. Seinen Schatz. Bellamy ist unheimlich und skrupellos. Ein guter Täter.

Erst recht spät taucht Bill Hodges Detective a.D. auf. Ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass noch ein Ermittler zum Geschehen hinzustoßen könnte. ;-) Hier zeigt sich wieder dieses ganz eigene Tempo von Finderlohn. Durch Hodges wird der Bezug zum Mr.Mercedes-Fall auch größer, was ich sehr spannend fand, obwohl ich Mr.Mercedes noch nicht gelesen habe.

Sprachlich hat mir der Roman sehr gefallen. Einmal angefangen hätte ich immer weiterlesen können, auch wenn nicht ein Knaller dem anderen folgt. Trotzdem wird es nie langweilig. Es ist einfach spannend eine Handlung über so viele Jahre, sogar Jahrzehnte zu verfolgen. Die vielen Nebenhandlungen machen das ganze einfach rund.

Wirklich ein sehr spannendes und fesselndes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der Stephen King, Spannung und interessante Charaktere mag!

spannend, fesselnd und aufregend

Von: Bücherfarben Datum : 10.12.2015

buecherfarben.blogspot.de/

Meine Meinung:

1.) Das Cover zu Finderlohn passt, meiner Meinung nach, super zum Inhalt des Buches und dies gefällt mir sehr gut. Auch farblich ist das Buch einfach richtig toll gestaltet, da zum Schwarz/Weiß ein roter Fleck, der Blut darstellen soll, dazu kommt und dem ganzen einen gewissen touch verrleiht. Ebenso ist der Schriftzug ein gelungenes Teil des Covers, denn mit diesem Schriftzug erscheint das Cover in wunderbarem Glanz und verleiht dem Buch den King-Touch, so wie es sich nun mal eben gehört.

2.) Der Schreibstil ist, meiner Meinung nach, sehr ausgeprägt und wieder einmal sehr mitreißend und spannend geschrieben. Dies war mein zweites Buch von Stephen King und ich muss sagen, dieses hat mir definitiv besser gefallen wie "Die Arena - Under the Dome",
da ich der Meinung bin, dass bei diesem Buch wieder Stephen King erkennbar war vom Schreibstil her und von der Spannung.Was ich auch sagen muss ist, dass mir die Story die sich hinter Finderlohn befindet, sehr gut gefallen hat und ich seit diesem Buch nun einfach King Fan bin. Die Spannung hält sich von Seite 1 an und blieb mir bis zum Ende
bestehen, was ich großartig finde, denn so habe ich das Buch sehr gerne
gelesen und vor allem schneller als ein Unspannendes Buch.

3.) Die Charaktere wurden sehr durchdacht, da ich sie von beginn an alle verstanden habe und mit ihnen klar kam, was ich nicht immer tue. King hat seinen Charakteren in Finderlohn eine Persönlichkeit gegeben und ihnen, finde ich, Leben eringehaucht. Mit keinem der Charaktere wurde es mir langweilig, da alle für sich etwas besonderes waren und unverwechselbar. Am liebsten mochte ich Pete Saubers, da er für mich eine besondere Entwicklung im Buch gemacht hat und ich diese sehr mochte. Morris Bellamy hingegen war für mich immer so ein Dorn im Auge und ich habe mich des öfteren aufgeregt über diesen Kerl, da er relativ unsympathisch und meist gestört rüber kam.

4.) An diesem Buch hat es mir sehr gefallen, dass es, zumindest die ersten Seiten, im Wechsel geschrieben wurde, so zwischen den Jahren. Dies verleihte mir einen sehr großen Überblick was eigentlich geschehen war und was gerade läuft. Ich würde das Buch jeder Zeit wieder lesen, da es mir echt toll gefallen hat und ich nur eine Kleinigkeit auszusetzen habe und zwar: Wieso sind die Bösewichte immer so große A******? Von mir gibt es zwar keine 5 Bücher, da es für mich keine 5 Bücher wert ist, da ihm der gewisse WOW Effekt fehlt.

Eine fesselnde Fortsetzung, die es in sich hat ...

Von: Marion Brunner Datum : 23.11.2015

https://buchwelten.wordpress.com/

1978 – John Rothstein, Autor der erfolgreichen Jimmy Gold-Trilogie lebt seit vielen Jahren zurückgezogen und hat lange nichts mehr veröffentlicht. Eines ruhigen Abends dringen drei junge Männer in sein Haus ein und der berühmte Schriftsteller wird brutal ermordet.
Kopf der Verbrechergruppe ist Morris Bellamy, ein mehr als fanatischer Anhänger des Autors. Und eben der begeht den Mord nicht etwa aus Habgier, sondern einzig und allein aus Rache und Wut darüber, wie der Autor die Trilogie hat enden lassen. Den Wandel, den der Protagonist der Reihe durchlebt hat, konnte und wollte Bellamy nicht akzeptieren, er sah ihn als Verrat an.
Als Beute nehmen die Eindringlinge nicht nur eine große Menge Bargeld mit, sondern auch einen kompletten Tresor voller Notizbücher, die Rothstein über Jahre hinweg Seite um Seite von Hand beschrieben hat. Für Bellamy ist dieser Teil der Beute der einzig Wichtige. Morris Bellamy vergräbt die gesamte Beute zunächst, weil die Umstände es erforderlich machen und kommt dann, einige Monate später, dummerweise für ein ganz anderes Verbrechen ins Gefängnis. Und dort bleibt er auch die nächsten 28 Jahre.

2009 – Pete Saubers ist ein Junge aus einem eigentlich völlig normalen Elternhaus. Einzig der Umstand, dass sein Vater durch einen Unfall schwer verletzt wurde, bereitet der Familie große Schwierigkeiten. Sie kommen finanziell kaum noch über die Runden und Pete und seine Schwester müssen die Streitigkeiten der Eltern leider immer öfter ertragen.
Da kommt Pete sein zufälliger Fund wie ein wahrer Segen vor. Denn Pete findet Bellamys vergrabene Beute durch puren Zufall. Er nutzt zunächst das Geld seines „Schatzes“ dafür, um seine notleidende Familie über die Runden zu bringen.

Nach 35 Jahren wird Morris Bellamy auf Bewährung aus der Haft entlassen. Natürlich will er als erstes nach seiner vergrabenen Beute sehen, denn all die Jahre im Knast hat ihn einzig und allein die Freude auf die ungelesenen Notizbücher aufrecht gehalten. Als er bemerkt, dass seine Beute verschwunden ist, macht sich Bellamy auf die Suche. Und natürlich kommt er Pete Saubers auf die Spur.
Nun ist Detective Hodges gefragt. Kann der Cop im Ruhestand, der bei Mr. Mercedes schon sehr erfolgreich „ermittelt“ hat, Pete helfen und den irren, fanatischen Anhänger des ermordeten Autors aufhalten ….?

***

Der „neue“ King. Man mag ihn oder nicht. Ich mag ihn. Ein mir bekannter King-Fan sagte mal, dass man bei ihm die ersten 100 Seiten getrost überlesen kann, weil er immer erst dann in die Handlung gefunden hat. Bei Mr. Mercedes war das schon ganz und gar nicht der Fall. Da wurde der Leser gleich zu Beginn mit Drama und Chaos, Action und Tod konfrontiert. Auch hier ist das der Fall. King geht es überhaupt nicht ruhig an, sondern kommt direkt zur Sache. Und die ist nicht unbedingt seicht.

Finderlohn ist der zweite Teil um den alternden Detective Hodges, der schon in Mr. Mercedes so brillante Arbeit geleistet hat, nachdem er damals durch den Killer selbst aus seiner Lethargie gerissen wurde. Auch hier spielt Hodges wieder eine große Rolle und wir treffen neben ihm auch weitere Personen wieder, die wir noch aus Mr. Mercedes kennen. Allerdings spielt er erst recht spät eine Rolle.

King beginnt seine Erzählung mit zwei Handlungssträngen in der Vergangenheit. Einmal im Jahre 1978 ff den Strang um Bellamy und dann im Jahre 2009 den Strang um den Jungen Pete Saubers. Wir verfolgen die beiden einige Jahre dann, bevor King dann in die Gegenwart wechselt. Und dies nicht nur in seiner Erzählung, sondern auch in der Zeitform.

Wie die Vorgänger liefert King hier einen Roman, der eher von einer ruhigen, aber sehr dichten und komplexen Stimmung getragen wird. Dennoch gibt es sehr heftige Szenen, die an Blut, Dramatik und Nervenzerren ganz und gar nicht sparen. Ich mag diesen neuen Stil von Stephen King sehr. So hat er bereits „Joyland“ und „Der Anschlag“ geschrieben und nun eben auch „Mr. Mercedes“. Viele mögen dies zu langatmig und zäh finden, mir geht es gar nicht so. Ich tauche in die Geschichte ein, begleite die Protagonisten über viele Jahre, bekomme Einblicke in ihre Charaktere, ihr Umfeld und genieße es, mich durch die Geschichte treiben zu lassen. Und ich finde es sehr positiv, dass mir seitdem auch endlich die Enden von Kings Romanen gefallen. Denn die fand ich bei den älteren Werken oft leider mäßig, missglückt oder zu kurz abgefertigt. An ganz vielen Stellen des Romans finden sich sehr gute Aussagen, bezogen auf die Arbeit eines Schriftsteller und die Liebe der Leser. Mich haben diese Stellen immer an sein Buch “Das Leben und Schreiben” erinnert (ich fand es toll). Ich muss eine kleine Stelle zitieren:

“Eine der beglückendsten Erfahrungen, die man als Leser im Leben machte, war die ein Leser zu sein – also nicht nur lesen zu können ……, sondern in die Tätigkeit als solche vernarrt zu sein. Hoffnungslos. Hals über Kopf. Das erste Buch, das dies zustande brachte, vergaß man nie, und jede einzelne Seite schien eine neue Offenbarung mit sich zu bringen, eine die brannte und begeisterte …”

Eine Kleinigkeit noch: Ich habe bei einer Figur das Gefühl nicht losbekommen, dass Stephen King die Serie Twin Peaks gesehen und gemocht hat. Denn der flippige Englisch Lehrer von Pete Saubers, namens „Ricky the Hippie“ erinnert mich sehr stark an Dr. Jacoby :-). Bauschige Hemden, Schlaghosen und sonstiges Hippie-Outfit haben mich immer genau diese Person sehen lassen …

Mein Fazit: Eine absolut gelungene Fortsetzung von Mr. Mercedes, die mich in einer ruhigen, stimmungsvollen Atmosphäre gefesselt hat. Einerseits kommt der Roman gemächlich daher und andererseits ist er voller dramatischer, heftiger, brutaler und sehr erschreckender Szenen. Die Figuren bieten alles zwischen liebenswert und total irre, sind jedoch charakteristisch alle sehr echt und glaubhaft gezeichnet. Ich freue mich sehr auf den dritten Teil!

Anfangs Spannend doch dann wurde die Geschichte zu lang.

Von: KathaFlauschi Datum : 18.11.2015

kathaflauschi.blogspot.de/

Ich muss sagen, mich hat die Geschichte in dem Buch nicht ganz so begeistert und in den Bann gezogen. Zwar sind das spannende Szenen als Morris den Autor John Rothenstein tötet, nur weil der, ein schlechtes Ende, von Morris Lieblingsbücher, geschrieben hatte. Das wollte Morris nicht so hinnehmen und wurde dadurch verrückt. Bei dem Einbrauch, mit seinen zwei Freunden, in Rothensteins Haus, finden sie nicht nur Geld, sondern auch handgeschriebene Notizbücher. Das war im Jahre 1978 und dann macht die Geschichte einen Sprung zum Jahr 2010. Peter Saubers Vater geriet in Attentat durch ein Auto, das durch die Schlange vor dem Jobcenter gefahren ist. Dadurch wurde die Finanzielle Situation der Familie Saubers schlimmer. Doch irgendwann findet Peter Saubers den Koffer, den Morris mal vergraben hatte, im Wald und die Schätze die darin verborgen sind. Natürlich unterstützt Peter seine Eltern mit den Geld und verschickt somit, jeden Monat einen Briefumschlag mit mindestens 400 Dollar darin. Der Anfang der Geschichte war spannend sowie auch verstörend. Die Morde, die Morris begangen hatte, wurden Detail genau beschrieben, wie das Blut sprizt und jegliche anderen Sachen. Doch irgendwann wird die Geschichte langweilig und zog sich nur hinaus. Am Ende wurde es dann wieder spannend, wen es gerade wirklich darum geht, wem die Notizbücher am Ende gehören. Es handelt sich aber um ein interessantes Thema, die Leidenschaft der Literaten die manche auch zum Wahnsinn führten. Das Cover ist aber sehr interessant. Es ist in einem Schwarz weiß gehalten und darin ist ein Füllerfeder abgebildet die an der Spitze mit Blut überseht ist. Es zeigt gleich, das es sich um etwas literarischem handeln muss und vorallem um einen Mord.

Ein überzeugender 2. Teil...

Von: Sharons Bücherparadies Datum : 17.11.2015

sharonsbuecher.blogspot.de

Worum gehts?
1978 wird der Schriftsteller John Rothstein von Morris Bellamy und zwei seiner Freunde überfallen, ausgeraubt und ermordet und landet im Knast, aber für ein ganz anderes Verbrechen. Als er nach 30 Jahren endlich frei kommt, sucht er nach seinem Koffer mit den Notizen und dem Geld, was er Rothstein abgenommen hat. Doch er findet diesen Koffer leer vor...

Was halte ich von dem Buch?
Zunächst ist zu erwähnen, dass es sich hier um den 2. Teil von "Mr. Mercedes" handelt, und es daher schon vorteilhaft ist, auch "Mr. Mercedes" gelesen zu haben. Es dreht sich natürlich auch hier wieder teilweise um den Ermittler Hodges. Doch nicht so sonderlich viel, wie im Band 1.

Erzählt wird die Story natürlich in erster Linie von Morris Bellamy und auch von Peter, einem kleinen Jungen, der den Koffer gefunden hat und somit auch das Geld und seiner Familie damit aushilft.

Der Einstieg in das Buch fiel mir auch nicht sonderlich schwer, da ich den Schreibstil von King bereits gewohnt war. Es ging auch direkt zur Sache und die Spannung wurde wieder sehr schnell aufgebaut und blieb bis zum Ende hin bestehen. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und las bis in den Morgengrauen hinein.

Gut fand ich auch, dass es immer wieder eine Beziehung direkt zu Mr. Mercedes gab, welcher im Vorgängerband seinen großen Auftritt hatte. Ebenso gab es immer wieder Wendungen und überraschende Momente in der Story, mit welchen der Leser niemals gerechnet hätte. Weshalb ich aber nur 4 Palmen vergebe, sind ein paar (wenige) Längen, die auch bei "Mr. Mercedes" ab und zu auftauchten. Dies sind Seiten, die sich King hätte sparen können.

Die Charaktere sind King hier diesmal absolut gelungen. Ich war regelrecht begeistert von ihnen. Morris Bellamy wurde so detailliert und böse beschrieben, besser hätte man es als Autor auf keinen Fall machen können. Man lernt diesen Charakter richtig zu verstehen. Man merkt deutlich, was er an den Romanen von Rothstein kritisierte, was ihm absolut nicht passte. Teilweise konnte man sich sogar schon richtig in diesen Charakter hineinversetzten.
Aber auch Peter gefiel mir gut. Er wurde sehr detailliert beschrieben, und hat sogar mit Morris etwas gemeinsam: die Liebe zu John Rotsteins Roman.

Das Cover des Buches gefällt mir im Deutschen etwas besser, als das englische Original. Es passen beide trotzdem sehr gut zur Story.

Auch Band 2 konnte mich absolut in seinen Bann ziehen und trotz einiger Längen total überzeugen. Für mich eine ganz klare Empfehlung für alle, die gern Bücher von Stephen King lesen. Ich freue mich jetzt schon total auf Band 3.

- Cover: 5/5
- Story 4/5
- Schreibstil: 5/5
- Charaktere: 5/5
- Emotionen: 5/5

Gesamt: 4/5 Palmen

Toll geschriebener Roman der sich leider zieht

Von: booknator Datum : 16.11.2015

booknaator.blogspot.de/

Meine Meinung
Kommen wir zuerst einmal zum Positiven.
Mir hat besonders gut gefallen, dass man einen Wandel in den Personen erkennen kann. Hodges ist ein lebensfroher Rentner geworden ist, der viel Sport macht und sich bewusst ernährt. Zusammen mit Holly hat er eine Firma gegründet, in der Holly beinahe aufgeht und alle Zwangsneurosen gut verarbeiten kann. Jerome stellt sich seinem noch so jungfräulichem Leben entgegen. Also sind zumindest die bereits bekannten Charaktere mit einer tollen Wandlung versehen.
Die anderen Charaktere haben aber alle mehr oder weniger einen fetten Sprung in der Schüssel. Finde ich aber gut, weil es einfach passend ist. Peter kann ich anfangs nicht einschätzen, die erste Periode mag ich ihn, die zweite absolut nicht und in der dritten dann doch. Also auch eher durchwachsen. Vom Morris werde ich gar nicht anfangen, denn sein Charakter ist mehr als nur fragwürdig und nicht nachvollziehbar, sowie unsympathisch.

Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir Stephen Kings Schreibstil. Der war wirklich herrlich. Man merkte einfach, dass dieser Mann mit Worten umgehen kann wie ein Jongleur mit seinen Bällen. Jedes Wort wirkte so perfekt passend und mit großer Bedacht gewählt, dass mich dies immer wieder aufs Neue beeindruckte. Stephen King hat also eine absolute Fähigkeit ´mit Worten umzugehen und diese geschickt einzusetzen.

Außerdem mochte ich die Grundidee wirklich gerne. Sie hört sich so vielversprechend und so aufregend an. Ein Buch, bei dem es sich hauptsächlich um Bücher dreht. Und dazu dieser unglaubliche Klappentext, der einen die wildesten Gedanken durch den Kopf schießen lässt.

Und daran ist es dann gescheitert. Einerseits hatte ich wohl zu hohe Erwartungen, andererseits ist dieses Buch aber auch wider des Klappentextes.
Damit meine ich, dass der Klappentext natürlich der Wahrheit entspricht, es aber eine gefühlte Ewigkeit (knapp 200 Seiten!) dauert, bis dann die eigentliche Handlung für die gegenwärtige Situation (Morris entdeckt, dass sein Fund futsch ist) eintritt.Und das ist mir einfach zu Lang.
Ich musste mich anfangs, aber eigentlich sogar im gesamten Buch dazu zwingen, es in die Hand zu nehmen und zu Lesen. Die ersten 200 Seiten waren mit die härtesten, wobei ich aber sagen muss, dass es beim Lesen dann ganz interessant fand.
Dennoch, wenn ein Buch mich absolut überhaupt nicht fesseln kann und mich nicht dazu bewegt es zu lesen, dann kann ich diesem Buch keine gute bis sehr gute Sternebewertung geben.

Mein Fazit
Alles in allem ist dieses Buch keinesfalls schlecht. Allerdings ist es auch nicht überragend. Es ist, naja, solide.
Der Schreibstil, sowie die Entwicklung der Charaktere aus Band 1 gefallen mir ausgesprochen gut. Die Idee kann ebenfalls mit Pluspunkten punkten und ich fand es toll, dass die alte Gruppe wieder zusammen auf Verbrecherjagd ging.
Allerdings zieht sich dieses Buch gerade auf den ersten 200 Seiten extrem und so richtig kommt erst Spannung auf den letzten 100 Seiten auf.
Teilweise, musste ich mich zwingen dieses Buch zu lesen. Dann war es ganz interessant. Schloss ich es allerdings, verspürte ich leider nicht den Drang weiterzulesen.

Ein gelungener King. Ohne Horror zwar, dafür mit einer eindrucksvollen Täter Gefühlswelt

Von: PiMi Datum : 14.11.2015

pimisbuecher.wordpress.com

Stephen King ist einer meiner Auto-Buy- Autoren und so musste ich natürlich auch Finderlohn direkt nach Erscheinen lesen. Da mir Mr. Mercedes schon sehr gut gefallen hat, hatte ich auch große Erwartungen an Finderlohn, da dieses Buch der 2. Band der Bill Hodges Reihe ist. Ich hatte im Vorfeld aber bereits gelesen, dass Bill Hodges erst sehr spät auftaucht und genau so war es auch. Das hat der Geschichte an sich aber keinen Abbruch getan. Es geht in der ersten Hälfte vor allem um 2 Personen bzw. um 2 Handlungsstränge. Der erste spielt 1978 und erzählt die Story von Morris Bellamy. Bellamy ist ein fantischer Fan des Autors John Rothenstein. Weil Rothenstein die Geschichte seines Buchhelden Jimmy Gold seiner Meinung nach in seinem letzten Werk in den Dreck gezogen hat, bringt Bellamy Rothenstein um. Er klaut unveröffentlichte Manuskripte und einen ganzen Batzen Geld und vergräbt diesen zunächst im Wald. Dummerweise wird Bellamy kurz darauf, für ein ganz anderes Verbrechen verhaftet.

Der zweite Handlungsstrang spielt über 30 Jahre später und ist die Geschichte von Pete Saubers. Pete ist ein Kind und sein Vater wurde beim Mercedes-Attentat vor dem Jobcenter (aus Mr. Mercedes), schwer verletzt. Er kann seitdem nicht mehr arbeiten gehen, das Geld ist knapp und die Eltern streiten sich fast täglich. Pete findet im Wald einen Koffer. Den Koffer, den Bellamy 32 Jahre zuvor dort vergraben hat. Pete beschließt nun mit dem Geld seine Familie zu retten, doch als auch dieses Geld aufgebraucht ist, begeht er einen Fehler.

Mir hat auch Finderlohn wieder richtig gut gefallen. Es ist eben ein „neuer King“. Die Horrorelemente sind weg, dafür gibt es Psychothrill vom Feinsten. Dieser lässt allerdings etwas länger als gedacht auf sich warten. Finderlohn ist also nichts für Ungeduldige. Denn so richtig spannend wird es erst als Bellamy aus dem Gefängnis kommt (und damit Spoiler ich nicht, da dies bereits in der Inhaltsangabe steht) und sein Schatz nicht mehr im Wald vergraben liegt. Die Jagd auf den „Dieb“ beginnt, da sind wir aber bereits auf S. 200 / 542

Und auch erst hier erscheint Hodges auf der Bildfläche. Sehr spät, dafür dass es „sein“ 2. Band ist, aber wie gesagt nicht tragisch. Ich fand es wie immer sehr eindrucksvoll wie King schreibt. Wie einem ein kalter Schauer über den Rücken läuft, wenn man von den Szenen im Gefängnis liest. Wenn man liest, was der Mörder Bellamy denkt. Wie gefühlskalt er ist und wie verbohrt. Stephen Kind holt, wie immer, sehr weit aus. Er läuft eine große Kurve und nimmt dann ganz viel Anschwung, bevor er endgültig zum Absprung kommt. So kann man auch Finderlohn beschreiben, denn es passiert eigentlich zunächst gar nicht viel. King erzählt lediglich die beiden Geschichten. Mir gefällt das, da ich die Art mag, mit der King seine Bücher aufbaut. Ich mag dieses „King-Gefühl“ welches sich bei mir beim Lesen seiner Bücher breit macht. Und am Ende bekommt man dann doch noch ein eindrucksvolles und aktionreiches Finale.
Fazit:

Wer Mr. Mercedes mochte, der wird bestimmt auch mit Finderlohn glücklich. Es ist ein neuer King. Ohne Horror, dafür mit einem kaputten Täter, in dessen Gefühlswelt uns der Autor mit einer so eindrucksvollen Präzision schauen lässt, dass es den Leser trotz fehlendem Horror gruselt.

das typische King-Problem

Von: Caröchen Datum : 13.11.2015

foodmeetsbooks.blogspot.com

Inhalt
Morris Bellamy ermordet aus Wut den Schriftsteller John Rothstein. Dabei erbeutet er Bargeld und ein Haufen nicht veröffentlichter Notitzbücher. Nachdem er seine Beute erst einmal in Sicherheit gebracht hat, wird er allerdings für ein völlig anderes Verbrechen verhaftet und wandert für lange Zeit hinter Gittern.
Jahre später findet Peter diesen "Schatz", der seiner Familie über eine schlimme Zeit hinweg hilft.
Als Bellamy entlassen wird und seine Beute nicht wieder findet, macht er gnadenlos jagt auf Peter.

Eigene Meinung
Stephen King hat manchmal die Eigenart, dass er erzählt und erzählt - an die 200 Seiten sind vergangen - und die eigentliche Geschichte ist immer noch nicht richtig ins rollen geraten. So war es leider auch hier. Stephen King schreibt und schreibt und schreibt, aber es passiert nicht wirklich viel.

Bei Joyland z. B. war das nicht so schlimm, da es trotzdem interessant war. Doch hier passiert nichts, es ist einfach eine langweilige und unnötige Vorgeschichte zu den Protagonisten. Ich sage nicht, dass ich Vorgeschichten generell unnötig finde, doch es gibt genug Autoren, die gezeigt haben, dass es auch anders geht. Z. B. kürzer und vor allem interessanter.

Irgendwann beim Lesen dämmerte es mir dann auch mal so langsam: Mr. Mercedes ist der Vorgänger des Buches. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich es wahrscheinlich nicht gelesen. So muss ich sagen, dass mir auch ohne Band 1 gelesen zu haben, keine Informationen gefehlt haben. Hodge und Holly sind die Ermittler aus Mr. Mercedes, spielen hier für die Geschichte jedoch eher eine untergeordnete Rolle. Holly hat mich mit ihrer Art nur genervt und Hodge machte auf mich einen frustrierten und müden Eindruck. Wenn das eigentlich der zweite Band einer Trilogie um Hodge sein soll, ist da wohl irgendwas schief gelaufen.

Sehr gefallen hat mir eine Figur, die leider nur sehr wenig vorkommt. Hodge besucht gelegentlich einen Mann namens Brady. Beim Weiterlesen erfährt man, dass das der Täter in Mr. Mercedes ist und in seinem näheren Umfeld wird gemunkelt, er hätte irgendwelche Kräfte. Schade, dass King hier nicht näher drauf eingegangen ist, diese Stellen waren wirklich klasse. Allerdings scheint es so (hoffentlich), dass Brady wohl im letzten Teil eine große Rolle spielen wird. Ich bin gespannt.

Fazit
Finderlohn war wieder ein King Buch, das mich nicht begeistern konnte. Es beginnt zu langsam, der Leser wird mit einer schier endlosen Einleitung zu Tode gelangweilt. Die Protagonisten konnten mich nicht vollständig überzeugen und das Ende war mir zu schnell und lieblos.
Ich würde es nicht weiterempfehlen, sofern man nicht Mr. Mercedes gelesen hat und wissen möchte, wie die Trilogie weitergeht.

Tolles Buch - leider ein bisschen zu unblutig

Von: AnnaTeresa Datum : 10.11.2015

paradoxes-leben.de/

Auszug:
Cover

Das Cover passt wirklich toll zum Thema des Buches. Es fasst das Thema Schreiben und Blut auf und ist somit ein toller Start für dieses Buch.

Mein Fazit

Ein tolles Buch mit einem aber. Dieses aber bezieht sich auf meine Erwartung. Wäre ich mit einer anderen Erwartung an das Buch gegangen, hätte ich ihm wahrscheinlich 5 von 5 Sternen gegeben. Leider bin ich mit der Einstellung ran gegangen „Es ist von Stephen King – es muss blutig sein“. Es ist blutig, aber ich bin etwas anderes von King gewohnt.

Weiter geht es hier:
http://paradoxes-leben.de/rezension-finderlohn-von-stephen-king/

Empfehlenswert

Von: Devona Datum : 07.11.2015

www.buchimpressionen.de

Normalerweise sage ich zum Klappentext nichts, ich lasse ihn als das stehen, wofür er gedacht ist: den Leser einzustimmen auf das Buch, seine Neugier auf das Buch zu wecken, indem Handlungsteile ANGEDEUTET werden. Der Klappentext von “Finderlohn” hat mir allerdings derartig die Petersilie verhagelt, dass das Lesevergnügen letztendlich ziemlich getrübt war. Das kann ich natürlich nicht dem Autor anlasten.

Mein Klappentext hätte in etwa so ausgesehen:

John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Nach seiner Haftentlassung 34 Jahre später findet er das Versteck seiner Beute geplündert vor. Auf der Jagd nach dem Dieb kreuzt Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, Morris`Weg. Kann er den Wahnsinnigen stoppen?

Das hätte gereicht, um die Neugier des Lesers zu wecken. Der Klappentext, so wie er da steht, deckt ungefähr zwei Drittel der Handlung des -kingtypisch umfangreichen- Buchs ab. Nach diesen zwei Dritteln steigt auch Hodges mit seiner Crew erst aktiv in die Handlung ein, vorher erfährt er auf wenigen Seiten lediglich Erwähnung, um den Bezug zum vorherigen Band ( “Mr.Mercedes”) herzustellen. Aber bis zu diesem Punkt geht es in perspektivisch wechselnden Kapiteln nur um die Vorgeschichten von Morris Bellamy und Pete Saubers. Wer King kennt, weiß, dass er das gründlich und in aller möglichen Breite und Tiefe tut. Was völlig okay wäre, wenn man nicht schon aus dem Klappentext wüsste, worauf es hinaus läuft. Man wäre neugierig auf Pete gewesen, hätte er im Klappentext überhaupt keine Erwähnung gefunden. Man wäre ebenso neugierig auf den weiteren Verlauf der Handlung gewesen, würde man sie nicht kennen. So weiß man: Morris wird Pete jagen, Hodges soll`s richten. Und fragt sich beim Lesen andauernd: wann geht`s denn nun los.

Ansonsten gibt es nichts zu meckern. King entwickelt die aus “Mr.Mercedes” bekannten Protagonisten weiter, die allerdings in diesem Band wirklich nur späte “Nebenrollen” einnehmen. Holly und Hodges betreiben mittlerweile eine kleine, aber einträgliche Detektei, der chaotische Hodges hat sich diszipliniert und achtet nun auf einen geregelten Tagesablauf, Gewicht und Ernährung. Holly konnte als mittlerweile eigenständiger Mensch ihre psychischen Defizite auf ein paar liebenswerte Macken reduzieren und ihr Selbstbewusstsein erheblich aufbessern. Jerome taucht in diesem Band noch später auf und gibt weiterhin den Sunnyboy.

Wie von ihm gewohnt stellt King auch hier durch Involvierung handelnder Personen in die Handlungen vorherige Bücher (hier: Petes Vater in die Katastrophe aus “Mr.Mercedes”) Verbindungen her, die dem Leser Vertrautheit vermitteln. Das ist eines der Kingschen Markenzeichen, die ich sehr mag. Morris und Pete sind die Hauptprotagonisten dieses Buches, beide verfallen den Büchern von John Rothstein. Während man es bei Pete Leseleidenschaft nennen könnte, ist bei Morris die Grenze vom fanatischen Fan zur Besessenheit weit überschritten. Hier kann der Leser sich auch selbst hinterfragen: wie weit würde man für Dinge gehen, die man mit Leidenschaft praktiziert, wo sind die Grenzen? Ich fand diese Fixierung auf das geschriebene Wort eines Dritten von zwei so völlig unterschiedlichen Menschen wie Morris und Pete absolut faszinierend. Das aus dem Koffer verschwundene Geld ist Morris nicht wichtig. Er will Rothsteins Bücher.

Hat man dann den Klappentext in der ausführlichen Form gelesen, kommt`s dank gradliniger Plotausrichtung auch schon zum großen Showdown. Der ist spannend, der ist rasant, der ist richtig, richtig gut. Und im allerletzten Kapitel war ich dann wieder versöhnt: ein grandioser Cliffhanger macht Lust auf den dritten Hodges-Band. „Finderlohn“ fühlt sich nach diesem letzten Kapitel wie ein Intermezzo zwischen Band 1 und Band 3 an, wie eine Brücke, über die man zurück in die Vergangenheit zu „Mr.Mercedes“ geht. Ich wünsche mir aber für den dritten Band , dass Bill Hodges und sein Team wieder mehr im Mittelpunkt stehen.

Fazit: Klappentext versaut Spannung, trotzdem ein sehr empfehlenswertes Bill-Hodges-Buch.

Ein guter solider King

Von: Vanessa Datum : 30.10.2015

vanessasbibliothek.blogspot.de/

Es ist auf seiner Art ein typischer Stephen King mit ausführlicher Charakterbeschreibung allerdings nicht ins Paranormale sondern eher Krimi/Thriller. Aber trotzdem gut!
Gut und solide. Allerdings habe ich erst Finderlohn gelesen. Ihr solltet mir Mr. Mercedes anfangen!

Ein King wie man ihn gewöhnt ist

Von: Kristina Rox Datum : 30.10.2015

https://www.youtube.com/channel/UCgFYoJIbJeWD0J4P1M8Cjhw

Zum Inhalt:
Finderlohn ist der zweite Band der aktuellen Trilogie von Stephen King.

Wir befinden uns im Jahre 1978. Morris Bellamy ist besessen von seinem Lieblingsautor und lauert diesem eines Nachts mit zwei weiteren daheim auf und überfällt diesen. Die Komplizen von Morris sind natürlich nur auf das Geld aus doch Morris ist hauptsächlich an den handgeschriebenen Manuskripten des Autors interessiert. Leider kommt eins zum anderen und Morris erschießt den Autor ungeplant.

Schnell noch vergräbt er die Beute in einem Koffer im Wald, denn die Polizei ist ihm bereits wegen vergangener Delikte dicht auf den Fersen. Es kommt wie es kommen musste, Morris wird geschnappt und muss für viele Jahre ins Gefängnis.

Hier machen wir einen Zeitsprung und befinden uns nun im Jahre 2009 wo der junge Peter zufällig auf den vor vielen Jahren vergrabenen Koffer mit Morris's Beute stößt und diese ausgräbt. Hier findet er nicht nur die Manuskripte des Toten Autors sondern auch das viele Geld, welches ihm gerade recht kommt. Seine Eltern sind nämlich nur noch am Streiten und der Hauptgrund ist das fehlende Geld, denn Peters Vater wurde damals beim dem Anschlag von Mr. Mercedes vor dem Arbeitsamt schwer verletzt und ist nun Berufsunfähig.

Heimlich lässt Peter seinen Eltern das Geld Stück für Stück jeden Monat zukommen.

Als Morris seine Zeit im Gefängnis abgesessen hat und endlich wieder auf freiem Fuß ist hat er nur eins im Kopf, seine Beute ausgraben. Doch als er bei dieser ankommt muss er feststellen, dass sein Koffer leer ist. Es setzt alles daran herauszufinden wer ihn bestohlen hat.


Meine Meinung:
Die Geschichte hat mir soweit ganz gut gefallen, jedoch nicht so gut wie Mr. Mercedes. Ich fand es schade, dass dieser Band ansich nichts mit Mr. Mercedes zu tuen hatte, lediglich der Charakter Chaffery kommt hier hin und wieder mal vor und der Anschlag wird erwähnt. Aber leider war es das auch schon. Der Schreibstil ist wieder unverwechselbar typisch Stephen King. Seine Neigung zum Detail hat er auch hier wieder ausgelebt aber dennoch hat er es nicht, wie in seinen älteren Werken übertrieben.

Mein Fazit:
Eine empfehlenswerte Geschichte und ein Muss für alle King Fans.

Literatur zum Töten - Finderlohn

Von: Nothing But N9erz Datum : 26.10.2015

nothingbutn9erz.blogspot.co.at/

John Rothstein war einer der bekanntesten Autoren der Sechzigerjahre - auch wenn er nach dem Ende seiner "Der Läufer" Trilogie sich nicht bei allen seinen Fans Freunde gemacht hat. So wird er Jahre später ermordet, sein Erspartes gestohlen und auch seine unveröffentlichten Notizbücher entwendet. Doch durch einen Schlag des Schicksals bleiben die Notizbücher weiterhin unveröffentlich und ungelesen.

Erst viele Jahre später findet der junge Pete Saubers die Beute des Raubes und hilft damit seiner zerrütteten Famile aus der Krise. Die Notizbücher bleiben vorerst unangetastet - doch nach langer Zeit wird der Mörder von Rothstein auf Bewährung entlassen. Und der will seine Notizbücher wiederhaben.
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Stephen King schafft mit "Finderlohn" einen Roman, der sich einzig und alleine einem widmet: Der Liebe zur Literatur und dem Wahnsinn der dahinter stecken kann. Mit dieser ausgeklügelten Geschichte rund um die Notizbücher und unveröffentlichten Werke eines Autors bringt er die Leidenschaft des Schreibens selbst aufs Papier - verpackt in eine eigentlich tolle Geschichte.

Doch warum nur eigentlich? Der Beginn ist so genial wie interessant. Man verfolgt zwei verschiedene Geschichten: wie die Notizbücher erbeutet werden und wie sie Jahre später wieder ausgegraben werden. Erst langsam merkt man, wie die beiden Geschichten zusammenhängen und blickt hinter das Konstrukt. Dann vermischen sich Zukunft und Vergangenheit immer mehr - bis nur mehr der Strang in der Zukunft übrig bleibt.
Der Kampf um die Notizbücher spitzt sich zu und wird immer gefährlicher. Doch was eigentlich sehr spannend klingt, ist ab der Hälfte des Buches stellenweise schon sehr langatmig und ausführlich. Die Notizbücher und die Philiosophie dahinter stehen weitaus mehr im Vordergrund als die eigentliche Spannung. Manchmal wünschte man sich, dass einfach schnell irgendetwas wichtiges passieren würde anstatt nur eine nette Geschichte zu erzählen.

Erst gegen Ende kommt dann wirklich wieder Spannung auf, wenn der wirkliche Kampf um das Eigentum der Notizbücher beginnt. Doch das beschränkt sich dann auf gerade mal 50 Seiten. Bei einem über 500 Seiten dicken Werk - von Stephen King - könnte man sich durchaus mehr erwarten.

Auch wenn die Erwartung, da es sich um die Fortsetzung von Bill Hodges handelt, nicht auf Horror und Übernatürlichem eingestellt war, ist dieser Roman wirklich eher flach und unspannend - sogar für einen normalen Krimi. Nur das Ende reißt hier leider auch nicht mehr allzu viel raus. Insbesondere weil der Anfang ja eigentlich ganz gut und interessant war, der große Mittelteil aber doch nachlässt.

Interessant und wirklich gut eingeflossen sind hingegen die Ereignisse aus "Mr Mercedes" selbst. Immer wieder wird auf den grausamen Anschlag referier - dezent und nebensächlich aber toll für Fans und Leser des ersten Bandes.

Im Ganzen betrachtet wirklich fast nur mehr ein Roman (als was er sich ja auch Betitelt) und in keiner Weise ein Krimi oder gar Thriller. Dafür hat er ein interessantes Thema - die Leidenschaft und den Wahnsinn der Literaten, was wohl jeder Leser so ein klein wenig mitfühlen kann.

genial

Von: Manuela G. Datum : 25.10.2015

manustintenkleckse.blogspot.de/


Über den Autor:

So spektakulär die Geschichten sind, so bürgerlich klingt Kings Werdegang. Nach Schule, Universität und früher Heirat arbeitete er zunächst als Englischlehrer. Seiner Passion fürs Schreiben ging er abends und am Wochenende nach, bis ihm der Erfolg seiner ersten großen Geschichte, "Carrie", erlaubte, ausschließlich als Schriftsteller zu leben. Der Rest ist Legende.



Zum Inhalt: Klapptext

John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen?



Meine Meinung:
Die Hauptfigur Peter Saubers findet eines Tages einen vergrabenen Koffer, voll Geld und Notizbücher
eines vor zwanzig Jahren ermordeten Autors. Die Notizbücher erweisen sich als wertvoller Schatz,
allerdings gibt es da noch Morris Bellamy, der den Schatz damals vergraben hat und auch den Autor
ermordete. Jetzt, nach 35 Jahren im Gefängnis, kommt er frei und möchte seine Beute zurück.
Da taucht Bill Hodges auf, der Detective im Ruhestand aus Mr. Mercedes, um wie immer zu helfen so gut er kann. Alle Charaktere und ihre ganz persönlichen Geschichten werden toll erzählt und man versteht, was in jedem einzelnen vorgeht. Die Geschichte ist präzise geschrieben und die Protagonisten wirken sehr real. Stephen Kings Schreibstil ist einfachmitreissend wie immer. Man kann diesen Roman unabhängig von dem Vorgänger Mr. Mercedes lesen.


Cover:

Ein absoluter Eyecatcher mit kalten, düsten Farben.


Fazit:
Was soll ich sagen? Einfach toll und spannend wie immer, Stephen King schafft es mal wieder, das man das Buch nicht aus der Hand legen mag. Ich freue mich schon auf ein neues Werk von ihm. Ich kann diesen Roman nur weiterempfehlen.

Ein fanatischer Fan und so viel mehr!

Von: Leapunch Datum : 21.10.2015

leas-lesezauber.blogspot.de

Wieder ein geniales Stephen King Cover, mit dem Blut auf dem Füller unter der nach unten laufenden schwarzen Farbe, gefällt es mir richtig gut. Der zweite Band mit Bill Hodges der Detective aus "Mr. Mercedes". Der Klappentext hat mir gut gefallen und ich habe vor einiger Zeit eine Leseprobe von dem Buch gelesen und war schon von der ersten Seite an begeistert, deswegen musste ich das Buch einfach haben.

Finderlohn ist kein typisches Werk von King, es enthält keine Horrorelemente sonder schlägt eher in die Richtung Krimi/Thriller ein. Die Charaktere sind wieder einmal ausgezeichnet detailreich und bildlich beschrieben, wodurch sie sehr lebendig wirken, es gibt nicht einen Charakter, der in dieser Geschichte flach und leblos wirkt. Sowohl positive Eigenschaften als auch kleine Ticks kommen zum Vorschein, wodurch man sich sehr besser in die Geschichte hinein versetzen kann. Ebenfalls gut finde ich den Wechsel der Perspektiven und dazu ändert sich auch die Schreibweise, dem Alter entsprechend.

Man fühlt sich gut in die Geschichte integriert hat sogar zeitweise das Gefühl mit im Raum zu stehen und die Charaktere zu kennen. Das was King mit dieser Geschichte zu vermitteln versucht, ist das Literatur viel Macht auf uns ausübt und das uns diese Macht auch beeinflussen kann. Natürlich ist es hier extrem dargestellt, die Sucht die Bill Morris in Besitz genommen hat ist extrem, das hat nichts mehr mit einfacher Fanliebe zu tun. Dann auch die Situation in Gefängnissen, wie Menschen sich dort verändern und was sie dazu antreibt, den Alltag zu überstehen.

Man sollte immer den Unterschied erkennen zwischen Fiktion und Realität, denn genau diesen Unterschied erkennt Bill Morris nicht mehr. Einfach gelungen, was dem Leser alles vermittelt wird. Dieser Band hat mir sogar noch besser gefallen als "Mr. Mercedes", obwohl ich den auch schon sehr gut fand.


Fazit:

Ein geniales Buch, das mich sehr gut unterhalten hat, mal wieder etwas anders als die bekannten "Horrorgeschichten" für die King bekannt ist aber kein bisschen schlechter, wer "Mr. Mercedes" mochte wird dieses Buch lieben, so ging es mir zumindest!

Gelungene Fortsetzung mit einigen Längen

Von: Biggi Friedrichs Datum : 20.10.2015

vergessenebuecher.blogspot.de/

Der 2. Teil der Reihe rund um den Ermittler Bill Hodges, den wir schon aus "Mr. Mercedes" kennen, könnte man auch lesen, ohne den 1. Teil der Reihe zu kennen. Allerdings trifft man hier auf einige Personen aus dem Vorgänger. Raffiniert gemacht ist, dass der Vater von Peter Saubers in "Mr. Mercedes" schwer verletzt wurde. Der Ermittler Bill Hodges tritt allerdings erst ziemlich spät in dieser Geschichte auf.

Stephen King erzählt die Geschichte, die sich rund um einen Schriftsteller, Fans und Literatur dreht, aus verschiedenen Perspektiven. Da ist z. B. Morris Bellamy, einer der Hauptfiguren dieser Geschichte, dessen Lebensgeschichte wir erfahren, oder der Junge Peter Saubers, der das von Bellamy vergrabene Geld und die Notizbücher des ermordeten Autoren findet.

Morris Bellamy und Peter Saubers verbindet nicht nur der vergrabene Koffer, beide sind Literaturliebhaber, jeder aber auf seine ganz eigene Weise. Während Morris Bellamy ein unsympathischer Zeitgenosse ist, der besessen davon ist, dass die Story, auf die er sich eingeschossen hat, weitererzählt werden muss, ist Peter Saubers ein total sympathischer, unschuldiger Charakter, der seiner Familie helfen möchte, und die gefundenen Notizbücher aus Liebe zur Literatur veröffentlicht sehen möchte.

Die Charaktere in diesem Buch sind wieder einmal sehr gut ausgearbeitet und sehr lebendig. Gut gefallen haben mir auch die Dialoge und den typischen King-Sarkasmus, der immer wieder aufblitzt.

Obwohl die Geschichte einige Längen hat und sicherlich wieder gut 100 Seiten weniger hätte umfassen können, hat mich der 2. Band der Trilogie doch irgendwie gefesselt und das, obwohl das Ende auch sehr vorhersehbar war.

4/5 Sterne bekommt diese Geschichte von mir. Ich bin sehr gespannt auf den dritten Teil dieser Reihe, denn Bill Hodges besucht den Täter aus "Mr. Mercedes" regelmäßig im Krankenhaus. Er versucht herauszufinden, ob er wirklich an einer irreparablen Hirnverletzung leidet oder nicht. Das werden wir wohl dann im 3. Teil erfahren, auf den wir wohl noch etwas warten müssen.

Ein bibliophiler Krimi voll interessanter Fragen

Von: Michael (Influenza Bookosa) Datum : 19.10.2015

influenza-bookosa.de/finderlohn-stephen-king/

Literarische Schatzsucher graben in „Finderlohn“ zwar weder Stephen Kings Vermögen noch seine unveröffentlichten Manuskripte aus, werden dafür aber von ihm mit einer bibliophilen Kriminalstory bestens unterhalten. Stephen King kann nicht nur Horror. Das beweist er in „Finderlohn“ einmal mehr eindrucksvoll.

Shit don't mean shit

Von: Moon Datum : 19.10.2015

www.thoughtsofmoon.com

Inhalt:
Pete Saubers, dessen Familie vom Mercedes-Killer auf eine harte Probe gestellt wurde, findet eine Tasche voller Geld - und Notizbüchern. Der Inhalt gehört dem Autoren John Rothstein, der in den 70ern brutal ermordet wurde. Und der Mörder wird zur gleichen Zeit aus dem Gefängnis entlassen, wo er über 30 Jahre darauf gewartet hat, Rothsteins Vermächtnis zu lesen ...

Hardcover
Verlag: Heyne
Seitenanzahl: 544
Erscheinungsjahr: 2015
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Bill Hodges ist zurück! Oder?

Nicht so ganz ... Zwar taucht "Kermit" wieder als Ritter in der strahlenden Rüstung auf, doch diesmal ist es mir zu wenig von ihm und seiner Crew, den "Finders Keepers". Hodges und Holly und auch ein relativ normaler Jerome tauchen erst relativ spät auf und spielen keine wirklich wichtige Rolle.

Die bleibt Pete Saubers und Morris Bellamy vorbehalten, ein Teenager und ein Mörder, beide fasziniert von den Werken John Rothsteins.

Die beiden machen diese Geschichte aus: Diese beiden so gegensätzlichen Charaktere, die gleichzeitig soviel gemein haben. Nur Stephen King kann so faszinierend von Büchern, den Macht der Worten und über das Schreiben und Lesen schreiben, zeigen, was es aus Menschen machen kann. Es ist ein Vergnügen, den Weg der beiden zu begleiten und das, obwohl Morris bei weitem nicht so ein interessanter Charakter wie es seinerzeit Brady Hartsfield war.

Und auch hier gelingt es King wieder einmal, ein Familienleben so zu sezieren, dass man mitfühlt, sich hineinversetzt und das, ohne dass eigentlich etwas passiert. Man baut eine Verbindung zu Pete auf, macht sich Sorgen um die Ehe seiner Eltern und natürlich auch, wie es seiner kleinen Schwester ergehen wird. Und obendrein bekommt man als Leser schöne Parallelen zu "Mr. Mercedes" serviert.

Jedoch gibt es für mich ein großes Manko an diesem Buch: Die Vorhersehbarkeit, die dafür sorgt, dass man genau weiß, worauf es hinausläuft und somit das, was wirklich spannend sein sollte, blass und eben spannungsarm wirkt. Obwohl zu Ende hin soviel passiert, ist es irgendwie enttäuschend geworden - da hätte man einfach mehr Spannung herausholen, den Leser mehr mitnehmen können.

Ich sage es ungern, aber da hat King einfach mehr drauf. In Mr. Mercedes lief ein Film vor meinen Augen ab, der in Finderlohn manchmal stockte, bei dem es mich nicht störte, mal eine Pause einzulegen.

Alles in allem hatte ich mir etwas mehr erwartet, denn als Krimi/Thriller wäre das Buch bei mir durchgefallen, nur die Charaktere und die tolle Story um die Faszination der Bücher hat daraus einen Roman gemacht, in den man gerne eintaucht und der sicher auch für ein erneutes Lesen zur Hand genommen wird. Stephen King regt zum Nachdenken an und das auf seine eigene Art. Und dank des Endes kann ich es kaum erwarten, bis es weiter geht - da könnte etwas ganz Großes auf uns zu kommen.

Fazit:
Shit don't mean shit

Toller zweiter Band der "Bill Hodges"-Trilogie

Von: Kleinbrina Datum : 15.10.2015

www.kleinbrina.de

Nachdem ich "Mr. Mercedes", den ersten Band der "Bill Hodges"-Trilogie leider nur mittelmäßig fand, war ich auf den zweiten Band "Finderlohn" umso gespannter, denn zuletzt habe ich immer wieder gelesen, dass dieser weitaus besser als der erste Band sein soll. Dies kann ich zum Glück auch bestätigen, denn mir hat "Finderlohn" gut gefallen.

Da ich "Mr. Mercedes" leider etwas flach und als untypisch für einen King-Roman empfand, habe ich den Autor bei "Finderlohn" direkt am Schreibstil erkannt, denn dieser ist wieder typisch für den Autor: Sehr spannend, oftmals verwirrend und salopp, gerne mit ein paar Flüchen versehen und immer wieder geradeaus ohne etwas zu beschönigen. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, die Dialoge sarkastisch, aber auch wahnsinnig interessant und der Verlauf der Geschichte ist fast immer unvorhersehbar.

Bei "Finderlohn" wurde ich gleich mehrfach vom Autor überrascht, denn immer dann, wenn ich dachte, dass ich bereits alles herausgefunden habe, hat Stephen King komplett in eine andere Richtung gelenkt, sodass ich oftmals ratlos mit dem Buch in der Hand im Sessel saß und dementsprechend auch unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht.

Außerdem sollte angemerkt werden, dass man die Geschichte auch unabhängig von "Mr. Mercedes" lesen kann, allerdings die Reihenfolge meiner Meinung nach einhalten sollte, da es immer wieder kleine Anekdoten gibt und Figuren aus "Mr. Mercedes" auftauchen, die sonst unter gewissen Umständen beim Leser untergehen könnten.

Bill Hodges hat sich gut weiterentwickelt. Zwar ist er immer noch ein hartes und scharfsinniges Kerlchen, der oftmals mit seiner Art recht schroff rüberkommt, allerdings habe ich ich den alternden Detective außer Dienst trotz seiner Schwächen ins Herz geschlossen. Der Täter, Morris Bellamy, ist dem Leser von Anfang an bekannt, was aber den Reiz an der Geschichte ausmacht. Dieser ist nahezu besessen von einer Romanfigur und möchte unbedingt wissen, wie es mit seiner Lieblingsfigur weitergeht. Da der Autor allerdings keine weiteren Bücher mehr veröffentlicht, bringt er diesen kurzerhand um, weil er die Hoffnung hat, dass er in seinem Nachlass noch weitere Bücher findet, die bislang noch unveröffentlicht sind. Dass er dabei schnell geschnappt wird und im Gefängnis landet, ist dabei kein Wunder, allerdings beginnt die Geschichte erst so richtig, als dieser wieder aus dem Gefängnis frei kommt.

Auch die anderen Figuren, wovon man bereits einige aus "Mr. Mercedes" kennt, werden gut und glaubwürdig in die Geschichte eingegliedert, sodass man hier das ein oder andere Wiedersehen hautnah miterleben darf. Neue Figuren werden ebenfalls gut in die Geschichte eingebaut, sodass Stephen King hier mal wieder vielseitige und interessante Figuren geschaffen hat, die das Ganze zu einer (fast) perfekten Geschichte machen.

Das Cover ist im selben Stil wie "Mr. Mercedes" gestaltet, sodass beide Bände sehr gut zueinander passen. Durch den blutigen Füller gefällt mir das Cover von "Finderlohn" sogar noch viel besser. Auch die Kurzbeschreibung hat mich begeistern können, sodass das Buch unbedingt gelesen werden musste.

Abschließend kann man sagen, dass die Geschichte rund um Bill Hodges gut weitergeführt wird und ich großen Spaß an der Geschichte hatte, da der Autor hier noch einmal eine ganze Schuppe drauf gelegt hat. Wer "Mr. Mercedes" schon gut fand, wird "Finderlohn" lieben.

Interessante Story!

Von: Laura Datum : 12.10.2015

zeilenverliebt.blogspot.de/

"Finderlohn" ist der Nachfolger von "Mr. Mercedes" und somit der zweite Teil in der Bill Hodges-Trilogie von Stephen King. Vorab: Ich habe "Mr. Mercedes" nicht gelesen, denke aber, dass man "Finderlohn" auch sehr gut als alleinstehenden Band betrachten kann. Man könnte eventuell aber darüber gespoilert werden, was in "Mr. Mercedes" teilweise so passiert ist.
Allein das Cover von "Finderlohn" hat mich schon absolut in seinen Bann gezogen. Es besticht, passend zu den anderen King-Büchern aus dem Heyne Verlag, mit einem einfachen, aber doch sehr einprägsamen Design.
Der Einstieg in das Buch fiel mir persönlich leider nicht so leicht. Gleich zu Beginn werden viele verschiedene Personen vorgestellt, die teilweise auch noch in beiden Zeitebenen agieren. Da kann man als Leser schnell mal durcheinander kommen.
Doch das ist bei King eben nicht untypisch, genau wie die Beschreibung der jahrelangen Entwicklung eines oder mehreren Protagonisten. Damit sollte man als Leser keine Probleme haben, Kings Romane sind eben nicht die ganze Zeit super spannend. King setzt stets darauf, seine Charaktere dem Leser so nah wie möglich zu bringen, so gewinnen seine Bücher nur langsam an Spannung, dafür lässt sich bei den Protagonisten eine große Charaktertiefe finden.
"Finderlohn" spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen, im Mittelpunkt stehen dabei zum Einen Morris Bellamy, der in den Siebzigern den berühmten Autor John Rothstein ermorderte, danach aber wegen eines anderen Vergehens im Gefängnis landete.
Die Leser begleiten Bellamy über 33 Jahre hinweg, bis dieser auf Bewährung frei kommt und sich auf die Suche nach seinen zuvor versteckten Notizen des ermordeten Autors macht.
Die andere Zeitebene spielt von 2010-2014 und begleitet den engagierten Schüler Pete Saubers, der durch Zufall die versteckte Beute von Bellamy findet.
Nach und nach entsteht so ein verzwicktes Katz und Maus-Spiel, zu dem ab Mitte des Buches noch der Ermittler Bill Hodges mit seinem Team dazustößt. King schafft es mal wieder geschickt, viele verschiedene Handlungsstränge gegen Ende in einem fulminanten Ende zusammenlaufen zu lassen. Dabei spielen Personen, denen man am Anfang keine große Rolle zugetraut hätte, letztendlich doch eine wichtige Rolle.
Hatte das Buch doch ziemlich langsam begonnen, so nahm es ab dem letzten Drittel dann wirklich rasant an Fahrt auf und wurde zum Teil auch ziemlich blutig (also nichts für schwache Nerven! ;)).
Es geht in "Finderlohn" primär nicht darum, den Killer endlich zu fassen, viel mehr steht dieses Katz und Maus-Spiel im Vordergrund. Ich fand es sehr interessant, einen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt eines kaltblütigen Mörders zu bekommen. Aber auch Pete Saubers' Kapitel waren für mich sehr interessant zu lesen.

"Finderlohn" konnte mich durch seine interessanten, typisch King sehr gut ausgemalten und farbigen Charakteren und einer interessanten Story wirklich in den Bann ziehen. Der Leser sollte keinen großen Spannungs- oder gar Horror-Roman erwarten, denn das wird er in "Finderlohn" definitiv nicht finden. Die Story hat mir aber gut gefallen, auch die Einblicke in die Gedankenwelt der verschiedenen Charaktere fand ich gelungen.

Ich danke dem Heyne Verlag für die freundliche Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

Mich konnte Finderlohn mehr begeistern als Mr. Mercedes

Von: Max Sanders von Sixth Chapter Datum : 12.10.2015

sixthchapter.blogspot.de/

Zuerst einmal möchte ich klären, was es mit Finderlohn und seiner Beziehung zu Mr. Mercedes auf sich hat. Es handelt sich bei diesen beiden Werken Kings nicht um eine Reihe. Beide Storys sind voneinander unabhängig zu lesen und zu verstehen. Wie allerdings oft bei King, gibt es wiederkehrende Figuren und sehr viele - ich nenne es mal -Anspielungen, die man nicht als solche erkennt, wenn man Mr. Mercedes nicht gelesen hat.
Da der Anspruch der meisten Leser ja auch darin besteht, den Autor "zu verstehen" bietet es sich daher aber trotzdem an, zuerst Mr. Mercedes zu lesen und danach Finderlohn.

Nun zum Buch selbst.
King schafft es, den Leser im Glauben zu lassen, er wisse wie sich die Handlung entwickeln wird. Um so spannender ist es, die Handlung zu verfolgen, denn natürlich ist alles ganz anders und nichts so wie man glaubt. Man wird als Leser immer wieder auf die sprichwörtliche falsche Fährte gebracht.

Finderlohn ist einer der Romane des Autors, die sich erst am Ende zu einem großen Ganzen zusammensetzen.

King gehört für mich zu den Autoren, die sich nicht an die Grenzen eines Genre halten. So war es für mich erstaunlich oder vielleicht eher überraschend, dass dieses Buch vom selben Autor wie Es (1986) stammt.
Wer also auf einen Roman des Horrorgenre aus ist, sollte dann doch lieber zu einem anderen King greifen. ;-)

Versöhnt mit dem ersten Band und macht Lust auf den dritten.

Von: Fabian Neidhardt Datum : 08.10.2015

www.mokita.de

Das ist also nach Mr. Mercedes der zweite Teil der Bill-Hogdes-Trilogie. Der erste Teil hat mir nicht so gefallen, wie ich es von einem Stephen King gehofft hatte. Trotzdem wollte ich wissen, wie er mit dem pensionierten Polizisten weitergeht. Zusätzlich Interessierte mich dann auch die Handlung:

In den 1970ern wird ein alter Schriftsteller ermordet und der Mörder stiehlt neben ein wenig Geld auch hunderte vollgeschriebener Notizbücher, die er versteckt, kurz bevor für Jahrzehnte ins Gefängnis kommt. In dieser Zeit findet ein Junge das Geld und die Notizbücher. Und als der Mörder aus dem Gefängnis kommt, macht er sich auf die Suche nach den Notizbüchern und auf die Jagd nach dem Jungen.

Natürlich, Stephen King hat das Thema des besessenen Fans auch schon in „Sie – Misery“ verarbeitet, brauchen wir nicht weiter drüber reden. Hier nimmt er sich dem Thema nochmal anders an. Hier ist es nicht nur ein besessener Fan, sondern eigentlich gleich zwei, nämlich ein „guter“ und ein „böser“. Und dann gibt es noch den großen Faktor der Menschlichkeit, der bei all dem noch eine riesige Rolle spielt.

Obwohl jeder Versuch, die Geschichte zu beschreiben, etwa Dreiviertel des Inhalts wiedergibt, bleibt der Roman spannend und liest sich sehr gut runter. Zwei Sachen, die mir dabei sehr aufgefallen sind: Obwohl mir der erste Band nicht ganz so gut gefallen hat, wird dieser hier durch die Kenntnis des ersten umso großartiger. Es ist eine von Kings Spezialitäten, seine Werke in einem Universum spielen zu lassen und die Geschichten miteinander zu verbinden. Das tut der Geschichte extrem gut. Und zum anderen, wie es auch die Ärzte singen: Denn du bist immer dann am Besten, wenn’s dir eigentlich egal ist.
Es ist halt Stephen King. Und wahrscheinlich kann er schreiben, was er will und es wird veröffentlicht und gekauft. Einerseits ist das gruselig, andererseits gibt es ihm Freiheiten, die kaum ein anderer hat. So spielt er in diesem Roman beispielsweise extrem mit der Erzählperspektive, so wechselt er für eine einzige Szene in eine Drehbuchschreibe, nur um dann ganz normal weiterzuschreiben. Die Ambitionen, diesen Spieltrieb kenne ich bei vielen Autoren, wie auch bei mir und meinen Kommilitonen. Aber wenn wir das in Hildesheim beim Literarischen Schreiben einem Mentor vorlegen, dann werden solche Sachen rausgestrichen. „Das kann man sich unbekannter Schriftsteller nicht leisten.“ Stephen King kann das. Und als Leser ist das ein riesiger Spaß!

Finderlohn ist ein gutes Buch, ein spannender Thriller, der mich einerseits mit dem ersten Band versöhnt hat auch sehr Lust macht auf den letzten Teil der Trilogie.

Finderlohn von Stephen King wurde übersetzt von Bernhard Kleinschmidt und erschien bei Heyne. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Ein Meisterwerk mit erschreckend authentischen Charakteren

Von: TrollMutti Datum : 07.10.2015

trollmuttis-buecherwelt.blogspot.de/

Morris ist ein Literaturfanatiker, vor allem wenn es um den Autor John Rothstein geht. Weil der Autor jedoch seine Lieblingsgeschichte nicht so erzählt hat, wie Morris es sich wünschte, entwickelt er einen perfiden Plan. Er bricht bei dem Schriftsteller ein und entdeckt jede Menge unveröffentlichtes Material. Morris kann nicht anders und stiehl die Manuskripte. Vorher jedoch bringt sein Wahn und Fanatismus ihn dazu den brillanten Autor zu erschießen. Unglücklicherweise kann er sich jedoch nicht auf die neu entdeckten Geschichten stürzen, sondern wird für ein anderes Verbrechen für mehrere Jahrzehnte ins Gefängnis gesteckt.
Peter macht bei einem Spaziergang eine für ihn lebensverändernde Entdeckung - ein Koffer voller alter Notizbücher und jede Menge Geld. Was soll er damit machen? Soll er mit dem Geld seiner Familie helfen? Soll er die Polizei informieren? Was sind das für Bücher?
Zwei Protagonisten, die eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen und doch unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihre Liebe zu Literatur und John Rothsteins Geschichten bringt sie schließlich zusammen - doch dieses Zusammentreffen dürfte nicht gut verlaufen...
Als ein großer Stephen King Fan und nach meiner Begeisterung von Mr. Mercedes musste ich das Buch einfach so schnell wie möglich (also direkt nach dem Erscheinen) lesen. Meine Erwartungen waren sehr hoch und wurden absolut erfüllt. Wenn auch nicht übertroffen.
Ein Zitat, das meine Meinung perfekt zum Ausdruck bringt. Seite 389: „Großartig. Regelrecht fantastisch sogar.“

Die Geschichte entwickelt sich anfangs sehr rasant und zeigt die Ursache der ganzen folgenden Entwicklung, wie und warum es zu den Grausamkeiten und psychischen Belastungen der Protagonisten kommt. Zum Einen erzählt Morris seine Geschichte und der Leser lernt seinen Wahn kennen bzw. die Folgen davon. Diese Seite des Buches ist vor allem geprägt durch Gewalt, psychische Störungen und gleichzeitig intelligentem Charakter. Die andere Sicht und ein anderes Leben erzählt Peter. Er ist ein eher ruhiger Junge, der sich um seine Mitmenschen und vor allem seine Familie sorgt. Er stellt ihr Glück über seinem und möchte helfen. Sein Schicksal ist unmittelbar mit dem von Morris verbunden, doch wissen beide vorerst nichts von diesem "Glück". Nach und nach verbindet der Autor jedoch die Geschichten auf eine sehr spannenden und auch leicht verstörende Art und Weise. Der kriminalistische Charakter der Story, wie er beim ersten Teil der Reihe zu finden ist, wurde hier ausgelassen. Was ich auch nicht vermisst habe. Es gibt jedoch immer wieder Verbindung zu Mr. Mercedes und die Folgen der Ereignisse aus dem ersten Band spielen eine sehr große Rolle in dieser Fortsetzung.

Die Stärke des Buches sind, wie meistens bei Stephen King, die erschreckend reale Charaktere mit sehr viel einzigartiger Persönlichkeit. Beide Protagonisten sind absolut authentisch dargestellt, sodass man jede Empfindung, jede Tat und Emotion als Leser miterlebt und mitfühlt.

Der Schreibstil von Stephen King ist unbeschreiblich. Auch in diesem Werk wird deutlich wie gut er Geschichten erzählen kann und wie viel nicht nur seine großartige Sprache bewirkt, sondern auch sein Talent die perfekte Atmosphäre zu erschaffen. Die Worte, die er verwendet erzeugen beim Leser sofort die passenden Bilder und zwischen den Zeilen entdeckt man immer wieder Besonderheiten, die praktisch in die Geschehnisse einsaugen und nicht mehr loslassen. Selbst wenn das Buch schon beendet ist. Wer die Bücher des Autors kennt, weiß auch, dass man mit ausführlichen Beschreibungen rechnen muss. Doch diese wirken keineswegs langweilig oder zu viel, sondern fügen sich perfekt in die Erzählung ein.
Dieses Buch hatte leider in der Mitte einige Längen, bei denen ich mir wünschte, es würde etwas passieren. Es fehlte für mich ein wenig Handlung bzw. das Warten auf die bevorstehenden Ereignisse war zu lang
Das Ende des Buches jedoch konnte mich absolut vom Hocker reißen und begeistern, auch wenn ich den Ausgang der Geschichte zum größten Teil erahnt habe. Was mich jedoch vor Spannung und Überraschung buchstäblich aufschreien lies, war das letzte kurze Kapitel. Hiernach kann ich es kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen. Ich fürchte jedoch, auf diese dürfen die Leser noch ein Jahr warten, falls der Rhythmus der Erscheinungen beibehalten wird. Wie ich es aushalten soll, ist mir noch schleierhaft.

Zusammenfassend kann ich wieder von der Geschichte und vor allem von den Charakteren nur Schwärmen und mich vor Stephen Kings Erzähltalent verneigen. Eine spannenden, fesselnde und leicht verstörende Darstellung zweier unterschiedlich und doch sehr ähnlicher Personen, die ihre Liebe zu Literatur auf die Spitze treiben. Grausam und doch realistisch, mit einer atemberaubenden Atmosphäre.

Finderlohn

Von: Manuela Hahn aus Haigerloch Datum : 06.10.2015

Meine Meinung:

Stephen King hat wieder einmal bewiesen, dass er mehr kann als Horror, dass er unabhängig vom Genre ein Ausnahmeschriftsteller ist, der es mit fast jedem Buch schafft, seine Leser in den Bann zu ziehen.

Musste ich mich bei Mr. Mercedes - dem Vorgängerband, den man unbedingt vor Finderlohn lesen sollte - noch darauf einstellen, eben keinen Horrorroman vor mir zu haben, war mir beim aktuellen Buch natürlich klar dass ich einen Krimi vor mir habe und wurde wie so oft vom Autor überrascht, aber dazu verrate ich nicht mehr.

Finderlohn lebt größtenteils vom überragenden Schreibstil, der Ausarbeitung seiner Charaktere und Örtlichkeiten. Die Story an sich ist gut und interessant, wenn auch durch die Umsetzung leicht vorhersehbar wenn man wie ich, größtenteils Krimis und Thriller liest. Nichtsdestotrotz habe ich Finderlohn verschlungen und wer klassische Krimis liebt, wird auch dieses Buch mögen.

Ich werde auch weiterhin meinem Motto

*King schreibt, ich lese*

folgen und freue mich schon auf den 3. Teil mit dem Ermittler Bill Hodges und hoffe, dass er im nächsten Band mehr Raum bekommt. Er kam etwas zu kurz.

...der wahrscheinlich begabteste Erzähler, den es jemals gab...

Von: Zwischen den Zeilen Datum : 03.10.2015

www.facebook.com/rundumsbuch

Wir versuchen dieses Mal unsere Rezension 'kurz' zu halten! Wieso? Weil jedes einzelne Lobeswort, das wir über Stephen King aufzuschreiben versuchen, seiner Genialität, seinem wahnsinnigen Talent und seinem immensen Einfallsreichtum einfach nicht gerecht werden kann!

Egal ob man seine Geschichten mag, ober sie gar verabscheut, man hält trotzdem immer das Werk eines Ausnahme-Erzählers in Händen.

Was Stephen King von vielen anderen Autoren klar unterscheidet, ist die Tatsache, dass er aus einem ganz herkömlichen Plot, eine ausgedehnte, strukturierte, spannende Geschichte erzählen kann. Jede einzelne Romanfigur hat (s)eine Vergangenheit und Stephen King kennt sie bestens. Aber es reicht nicht sie nur zu kennen, man muss sie auch elegant zu Papier bringen. Genau das tut er mit Bravour!

- 35 mal auf Platz 1 der New York Times Bestsellerliste.

- über 400 Millionen verkaufte Bücher.

...mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen...

Kurzbeschreibung:

Besessen bis zum Mord
John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen?

Finderlohn, Teil 2 der geplanten Trilogie, ist die umwerfende Geschichte von Morris und Peter, zweier verlorener Seelen, die drei wesentliche Dinge miteinander teilen:

o) Einen vergrabenen Schatz.

o) Die Verbundenheit zu einem ganz besonderen Menschen.

o) Die Liebe zur Literatur.

Auch wenn sie so einiges verbindet, so haben sie dennoch nichts gemein. Der eine ein eiskalter Mörder, der andere ein armer Schlucker. Und so will es der Zufall, dass sich beide begegnen!

Interessant fand ich übrigens die spürbare Liebe zur Literatur, die Stephen King in seinem Werk deutlich hervorhebt. Da wird einen förmlich warm ums Leserherz. Es ist fast jede Passage auf den rund 540 Seiten so lesenswert und interessant, dass man das Buch kaum aus den Händen legen kann. Ja, ja, ab und zu - vor allem gegen Ende hin - wirds dann doch etwas langatmiger, aber schwamm drüber, dabeibleiben lohnt sich. Am Schluss schaut eine tolle Erzählung raus, die phasenweise (vor allem am Ende) sehr morbide und gewalttätig rüberkommt!

In Summe muss man klar sagen: Er beweist einmal mehr, welch großartiger Autor er doch ist. Finderlohn ist allen Krimi-Lesern und Leserinnen wärmstens ans Herz zu legen!

Abschließend noch ein paar intelligente Worte vom Erzählmeister selbst:

„…Ein guter Romanautor führt seine Figuren nicht, er folgt ihnen. Ein guter Autor erschafft die Ereignisse nicht, er beobachtet, wie sie geschehen, und schreibt dann nieder, was er sieht. Ein guter Autor erkennt, dass er ein Sekretär ist, nicht Gott…“
(Auszug aus „Finderlohn“ –Seite 176)

Chapeau!

Ein weiteres Meisterwerk des Autoren!

Von: Lines Bücherwelt aus Nentershausen Datum : 30.09.2015

linejasmin.blogspot.de/

Meine Meinung:

Auf diesen neusten Streich des Autoren war ich sehr gespannt.
Der Klappentext überzeugte mich sofort und das Cover ist der Hammer!
Eines vorweg, hierbei handelt es sich um den zweiten Band. Den ersten Band Mr. Mercedes sollte man meiner Meinung nach gelesen haben, klar kann man Finderlohn auch so lesen aber man verdirbt sich dabei selbst den Spaß.

Ich werde auch in dieser Rezension nicht Spoilen weder zu dem ersten Band noch zu Finderlohn.

Die Story an sich ist leicht erklärt, ein fanatischer Fan bringt sein Idol, den Autor John Rothstein, um und stielt dessen Notizbücher die voller neuer Ideen stecken.
Für den Mord kommt er ins Gefängnis, in der Zwischenzeit findet ein liebenswürdiger Junge diesen Schatz und damit nimmt das Unglück seinen Lauf. Denn als Morris aus dem Gefängnis entlassen wird macht er sich auf die Suche nach seinem "Schatz" und die Jagd beginnt!

Dieses Buch ist kein typischer King wie wir ihn kennen, denn den Horror sucht man hier fast vergebens, das machte mir aber nichts aus denn dieses Buch ist durch seine Thriller / Krimielemente doch sehr spannend.

Der Schreibstil ist typisch für King, zu dem jeweiligen Charakter findet er die passende Sprache.
Dieses Buch liest sich flüssig, und ja ich konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen.
Es entwickelte eine unglaubliche Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte.

Die Protagonisten sind authentisch, realistisch und liebevoll gezeichnet. Der Autor steckt so viel Herzblut in seine Figuren, dass es mir so vor kam als wären es reale Menschen und ich kenne ich wirklich.
Das finde ich einmalig und dies schafft nicht jeder Autor, daran merkt man deutlich was der Autor drauf hat.

Die Handlung ist spannend und fesselnd.
Bis zur letzten Seite war ich gefesselt und völlig in die Geschichte versunken.
Ich persönlich finde, dass dieses Buch ein sehr gelungener neuer King Roman ist, der mich bestens unterhalten konnte.

Ich empfehle dieses Buch uneingeschränkt, besonders Fans des Autoren werden mit diesem Buch bestens bedient.


Fazit:

Mit Finderlohn ist dem Autoren ein weiters Meisterwerk gelungen welches spannungsgeladen, nervenaufreibend und sehr fesselnd ist.
Finderlohn werde ich so schnell nicht vergessen, dieses Buch bekommt von mir die volle Punktzahl.

Ein weiteres Meisterwerk des Kings

Von: tamysbuecherwelt Datum : 28.09.2015

www.tamysbuecherwelt.wordpress.com

Cover

Das Cover von Finderlohn finde ich einfach nur wunderschön. Es passt so gut zur Geschichte des Buches, da John Rothsteins Geschichten Morris Bellamy dazu verleiten, ihn selbst zu töten und es auch im Laufe der Geschichte zu weiteren blutrünstigen Taten kommt. Mittelpunkt all dieser schlimmen Dinge sind die Geschichten Rothsteins, er hat also im übertragenen Sinne mit Blut geschrieben. Passt meiner Meinung nach auch ziemlich gut zu Stephen King selbst ;) .

Allgemeines zu Buch und Autor

Auch wenn ich glaube, dass man zu Stephen King eigentlich nicht viel sagen muss, will ich es trotzdem tun. Er wurde 1947 in Maine, USA, geboren und lebt auch heute noch dort und in Florida, gemeinsam mit seiner Frau Tabitha. Sie haben 3 Kinder und auch schon einige Enkelkinder. Mittlerweile hat er über 400 Millionen Bücher verkauft, “Carrie” war sein erstes Buch, ads veröffentlicht wurde. Die Bücher sind in insgesamt 40 Sprachen übersetzt worden und er gehört zu den kommerziell erfolgreichsten Autoren unserer Zeit.

“Finderlohn” ist genau genommen der zweite Teil und ich muss gestehen, ich habe den ersten Teil, “Mr. Mercedes” noch nicht gelesen, was aber glaube ich gar nicht schlimm war, da zwar einige Charakteren erneut auftauchen und die Bücher auch den gleichen Anfang haben, die Geschichten an sich aber abgeschlossen sind. Ich werde aber den ersten Teil auf jeden Fall in nächster Zeit lesen.

Das Thema des Buches, also die Besessenheit von Menschen zu Literatur, finde ich sehr gut umgesetzt und auch die Idee dahinter ist alles andere als abwegig. Es geht hauptsächlich um Morris Bellamy, den Mörder von John Rothstein und ursprüngliche Dieb seiner Notizbücher und um Pete Saubers, der die gestohlenen Bücher findet und Gefahr läuft, genausp besessen zu werden, wie Bellamy. Doch was passiert, wenn Bellamy aus dem Gefängnis entlassen wird und heraus findet, das er bestohlen wurde, das müsst ihr schon selbst lesen :) .

Kritische Auseinandersetzung

Das Thema des Buches, also wie weit eine Besessenheit reichen kann, finde ich in “Finderlohn” absolut auf den Punkt gebracht und super umgesetzt, aber ich möchte da jetzt natürlich nicht zu viel verraten. Bei Stephen King ist es immer schwierig zu sagen, worum es geht, ohne zu viel vorwegzunehmen. Die Entwicklung von Pete und Morris finde ich aber sehr gut dargestellt, auch wenn wir Morris bereits bei einem seiner ersten Höhepunkte der Besessenheit kennen lernen, werden die Schritte dorthin in Rückblenden aber durchaus noch erklärt. Bei Pete hingegen sind wir von Anfang an Zuschauer. Doch es gilt zu bedenken, wie ihr nach der Lektüre von “Finderlohn” selbst wissen werdet, WARUM die beiden tun, was sie tun, denn die Beweggründe könnten unterschiedlicher nicht sein.

Ich muss trotzdem gestehen, dass ich mich auch in Morris Bellamy hinein versetzen konnte. Wer hat nicht schon mal eine Buchreihe gelesen, die nicht so ausgegangen ist, wie man gehofft hatte? Wer hat sich nicht schon mal gefragt, wie der Autor dies oder jenes einem bestimmten Charakter antun konnte? Ich kann mich davon nicht freisprechen. Dennoch denke ich, dass ich deshalb keinen Autoren umbringen werde :D . Ich will damit nur sagen, dass die Besessenheit von Morris nicht von irgendwoher kommt und auch nicht total abwegig ist, da es mit Sicherheit auch einigen von uns anderen Lesern mal so ergangen ist.

Auch Peter Saubers finde ich gut dargestellt und auch seine Verhaltensweisen kann ich gut nachvollziehen. Generell sind die Figuren alle sehr gut dargestellt und realistisch beschrieben, man hat fast ein bisschen das Gefühl, sie zu kennen. Das liegt natürlich zum großen Teil auch an der Schreibweise. Es gibt einen allwissenden Erzähler, doch in den Kapiteln ändern sich die Blickwinkel, mal “beobachten” wir also Pete, mal Morris und auch manchmal den pensionierten Detective Hodges oder Pete’s Schwester. Ich fand alle Charaktere sehr sympathisch und nachvollziehbar.

Die Geschichte ist spannend aufgebaut und am Ende kommt es zu einem großen Finale, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich muss trotzdem dazu sagen, dass es für mich zwischendurch mal ein paar Längen hatte, vielleicht war ich aber auch nur zu ungeduldig und mir ging es nicht schnell genug.

Fazit

“Finderlohn” ist ein großartiges Buch, das mich sehr gut unterhalten hat und es hat viel Spaß gemacht, es zu lesen. Es war spannend aber auch sehr interessant, da immer wieder Teile aus anderen großen literarischen Werken vorkommen. Ich mag so etwas. Ich freue mich schon auf den dritten Teil und hoffe, dass ich es bald schaffe, den ersten teil zu lesen, da ich darauf jetzt doch ziemlich neugierig geworden bin :) .

Ein packender Krimi mit faszinierenden Figuren und interessanten Einsichten zur Verantwortung des Autors für sein Werk

Von: Dirk Hoffmann Datum : 27.09.2015

mamouliansgeschichten.blogspot.de

New Hampshire im Jahre 1978. Sechs Monate vor seinem achtzigsten Geburtstag wird der einst erfolgreiche, seit Jahren aber zurückgezogen auf einer Farm lebende Schriftsteller John Rothstein von drei vermummten Männern in seinem Schlafzimmer überfallen und zur Öffnung seines Safes gezwungen. Dort lagern nicht nur über 20.000 Dollar an Bargeld, sondern - was zumindest Morris Bellamy, dem gebildeten Anführer des Trios, wichtiger zu sein scheint – auch etliche Notizbücher, in denen Rothstein neben Gedichten und Essays auch die Entwürfe zu zwei neuen Romanen um seinen Helden Jimmy Gold niedergeschrieben hat. Wie der alternde Autor vor seinem Tod noch erfahren darf, ist Bellamy ganz und gar nicht davon angetan, wie Rothstein seinen Helden Jimmy im abschließenden Band seiner Trilogie seine Ideale verraten und in die Werbebranche gehen ließ.
Bellamy entledigt sich nach dem Mord an Rothstein auch seiner beiden Komplizen und vergräbt seinen Schatz in einem Koffer in der Nähe eines Trampelpfads, der seine Wohnung in der Sycamore Street mit dem Jugendzentrum in der Birch Street verbindet. Doch bevor er sich später den Notizbüchern widmen kann, wandert Bellamy wegen eines anderen Verbrechens für 35 Jahre hinter Gittern.
2010 lebt der junge Pete Saubers mit seiner Familie in dem ehemaligen Bellamy-Haus und findet bei einem Spaziergang zufällig den Koffer. Mit dem Geld unterstützt er in monatlichen Raten seine nicht nur finanziell angeschlagene Familie. Die Notizbücher versucht er über den leicht anrüchigen Buchhändler Drew Halliday zu verkaufen, damit seine Schwester Tina aufs College gehen kann. Doch auch Halliday selbst wittert ein großes Geschäft.

„Die angekündigten sechs Notizbücher kamen ihm bereits wie ein magerer Appetithappen vor. Sämtliche Notizbücher – von denen einige einen vierten Roman über Jimmy Gold enthielten, wenn Drews psychopathischer Freund damals, vor so vielen Jahren, recht gehabt hatte – waren unter Umständen bis zu fünfzig Millionen Dollar wert, wenn man sie aufteilte und an verschiedene Sammler verkaufte.
Allein schon der vierte Jimmy Gold konnte zwanzig Millionen bringen. Und da Morrie Bellamy im Gefängnis schmorte, stand Drew nur ein junger Bursche im Weg, der nicht einmal einen anständigen Schnurrbart zustande brachte.“ (S. 248)

Allerdings haben Halliday und Pete Saubers ihre Pläne ohne den vorzeitig aus dem Gefängnis auf Bewährung entlassenen Bellamy gemacht. Nachdem dieser nur einen leeren Koffer in seinem Versteck vorgefunden hat, braucht er nicht lange, um herauszufinden, wer die Notizbücher in seinem Besitz hat …
Auch wenn Stephen King als „King of Horror“ bekannt geworden ist und seinen Weltruhm gruseligen Frühwerken wie „Carrie“, „Christine“, „Feuerteufel“ und „Friedhof der Kuscheltiere“ verdankt, sind viele seiner letzten Werken kaum noch dem Horrorgenre zuzuordnen. Das traf bereits auf „Mr. Mercedes“ zu und noch mehr auf das jetzt veröffentlichte „Finderlohn“, das sich fast wie eine Fortsetzung zu „Mr. Mercedes“ liest. Denn das familiäre Elend, das die Saubers erfasst, ist eben auf das Massaker zurückzuführen, das ein gewisser Brady Hartsfield 2009 mit einem gestohlenen Mercedes vor dem City Center veranstaltete, als er den Wagen mit voller Absicht in eine Masse von Arbeitssuchenden lenkte und dabei auch Pete Saubers Vater Tom erwischte.
Mit dem pensionierten Detective Kermit Bill Hodges, seinen Helfern Jerome und Holly sowie dem in einer psychiatrischen Anstalt verwahrten Attentäter Hartsfield tauchen auch einige Figuren aus „Mr. Mercedes“ in „Finderlohn“ in mehr oder wenigen wichtigen Nebenrollen auf, aber die eigentliche Handlung spielt sich zwischen dem ursprünglichen „Besitzer“ von Rothsteins Notizbüchern und ihrem späteren Entdecker ab.
Hier entwickelt Stephen King einen klassischen Krimi-Plot in bester John-D.-MacDonald-Tradition (dem King diesen Roman auch gewidmet hat) und schreibt dabei auch über das Schreiben an sich, über die Rolle des Autors und seinem Verhältnis zu seinem Werk, seinen Figuren und letztlich auch zu seiner Leserschaft.
Dieses Thema hat King bereits in Werken wie „Stark – The Dark Half“, „Das geheime Fenster“ und „Misery“ meisterhaft in Szene gesetzt, nur kommt er in „Finderlohn“ ganz ohne übernatürliche Elemente aus. Und bei dem faszinierenden Ende bleibt sogar die Hoffnung, einigen der interessanten Figuren in weiteren Büchern von Stephen King wiederzubegegnen.
Einmal mehr hat der produktive Erzähler einen Pageturner geschrieben, der vor Einfallsreichtum, sorgfältig gezeichneter Figuren und dramatischer Spannung nur so strotzt.