Leserstimmen zu
Das Böse vergisst nicht

Roberto Costantini

Trilogie des Bösen (3)

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Sommer 2011: Während in Libyen Bürgerkrieg herrscht, treffen sich in Rom auf einem Luxusschiff internationale Wirtschaftsbosse zu Geheimverhandlungen über den Mittleren Osten. Am nächsten Tag werden eine junge Hostess, die auf dem Schiff arbeitete, und ihre kleine Tochter ermordet aufgefunden. Commissario Balistreri, desillusionierter Chef der Mordkommission, trifft bei den Ermittlungen bald auf alte Bekannte aus seiner libyschen Kindheit, die er in den letzten Winkel seines Bewusstseins verdammt hatte. Durch die Ermittlungen wird er gezwungen, in das von Bomben zerstörte Libyen zurückzukehren und seinem früheren Ich und einer unerträglichen Wahrheiten ins Auge zu sehen ... Das Böse vergisst nicht ist das fulminante Finale von Costantinis "Trilogie des Bösen", ein atemloser Abgesang, der alle Facetten von Gut und Böse in einem Reigen von Wahrheit und Lüge durcheinanderwirbelt, bis die Grenzen verschwimmen. Der finale Teil "DAS BÖSE VERGISST NICHT" handelt auch diesmal wieder von dem italienischen Commissario Michele Balistreri. Das Buch kann zwar für sich allein gelesen werden, die beiden Vorgänger jedoch zu kennen erweist sich klar als Vorteil. Bei mir sind die beiden ersten Teile schon ein paar Tage her, war aber schnell wieder drin. Die motivierte Journalistin Linda Nardi berichtet über den Libyen Krieg und über einige Krankenhäuser in Kenia. In Afrika stößt sie auf kriminelle Verwicklungen der Vatikanbank. Bei ihren Nachforschungen erhält sie eine Einladung auf eine noble Yacht. Eine junge Mutter die sie da kennenlernt sind beide am nächsten Tag tot, angeblich Mord und Selbstmord. Was aber irgendwie einen üblen Nachgeschmack beim Comissario bewirkt, und er wird mit seiner eigenen Vergangenheit in Libyen konfrontiert. Das Cover des Finale passt wie seine Vorgänger gut zur Geschichte, der Schreibstil ist fesselnd und wenn das Buch auf Dauer nicht so schwer gewesen wäre hätte ich es in einem durchgelesen, da es fesselnd und spannend geschrieben ist. Freue mich zukünftig mehr vom Autor zu lesen. Fakten 445 Seiten TB 10,00 € Ebook 15,99 € HC 19,99 € Eine echte Leseempfehlung, und auch der Tipp die ganze Trilogie zu lesen. Erschienen im Goldmann Verlag Kaufen kann man das Buch direkt beim Verlag und hier : https://www.amazon.de/gp/aw/d/3570102572/ref=mp_s_a_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85Z%C3%95%C3%91&qid=1503682932&sr=8-1&pi=AC_SX236_SY340_FMwebp_QL65&keywords=das+b%C3%B6se+vergisst+nicht&dpPl=1&dpID=51sBJsXYxTL&ref=plSrch Ihr findet diese Rezension auch wie immer auf unserem Blog: http://ourfavorbooks.blogspot.de/?m=1 Ich möchte mich bei RandomHouse für die Verfügung Stellung des Rezensionsexemplars zu danken.

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Gelungen

Von: Carmen

01.08.2017

Der Autor Roberto Costantini hat genau wie in den ersten beiden Bände auch hier wieder ein Meisterwerk erarbeitet. Wir werden durch seinen flüssigen mitreisenden Schreibstil regelrecht in den Thriller hineingesogen. Ohne es zu merken werden wir mit der Geschichte verwoben und merken es kaum. Erst wenn der Morgen graut und es heißt aufstehen wird uns die ganze Tragweite unseres tun bewusst, wir müssen müde zur Arbeit gehen denn wir konnten das Buch nicht zur Seite legen und haben es in einem Durchgelesen. Das nenne ich gelungen!

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Es ist nicht unbedingt dieser „eine Fall“, es ist nicht, dass manche Personen immer wieder in seinem Leben auftauchen, nicht, dass es doch „der alte Feind“, „Das Böse“ ist, dass sich in einigen immergleichen, oft aber in neuen Personen mit „dem gleichen alten Gesicht“ zeigt. Korruption. mächtige Männer, die ihren Teil nicht unbedingt mit fairen Methoden zu sichern denken, kaltblütige Morde, die fast ungesühnt bleiben würde. Hätte, ja hätte sich Kommissar Michele Balistreri nicht irgendwann in seinem Leben „gehäutet“. Mehrfach eigentlich, vor allem aber vom hedonistischen Zyniker zum innerlich unerbittlichen Kämpfer gegen „Das Böse“. Wie im ersten Fall, mit dem Constantini den Leser mit seinem Commissario bekannt machte, wird auch hier eine Frau ermordet. Und auch das letztlich nicht nur von „dem Mörder“, sondern vor allem aus „den Umständen heraus“, aus denen der Mord geschah. Und, was den zweiten Fall des Mannes angeht, wird in diesem abschließenden Roman Balistreri an die Stätte seiner Kindheit nach Lybien zurückkehren. Und dort auf seine Vergangenheit, auf wichtige Momente seiner Familiengeschichte treffen, die er teils verdrängt hat, teils einfach erst jetzt im Gesamten versehen lernen wird (eher verstehen lernen muss). Und immer wieder, das ist das Thema dieser sprachlich hervorragend und psychologisch filigran verfassten Romane, geht es um den Kampf des Einzelnen gegen die Korruption als solche. Mit dem Verdacht beim Leser, je länger er liest, dass Korruption nicht primär einer inneren Haltung bedarf, sondern eher aus Gelegenheiten erwächst und so ziemlich für jeden, der die Chance hat, darin „mitzuspielen“, zur Gewohnheit, zum alltäglichen Handeln, zum „eigenen Recht“ scheinbar wird. Und jeder, der dabei stört, der etwas Wissen könnte, der keine Ruhe lässt, wird zum Schweigen gebracht. Selbst wenn die eigene Familie vor langer Zeit bereits die Finger zumindest im Geschäft eifrig mit drin hatte. „Die künftigen Handelsbeziehungen zwischen Italien und Libyen werden in zweierlei gründen: Erdöl und Autos“. Und da ist nicht nur offiziell viel zu holen, da könnte Geld aus vielen Kanälen fließen, mit der entsprechenden Skrupellosigkeit. Vielfach sind die Personen, die im Roman miteinander verbunden auftreten werden, auf der einen oder der anderen Seiten. Hartnäckig und hart verfolgt Balistreri zunächst den Fall einer ermordeten Hostess, um damit in ein Wespennest aus Intrigen und verdeckten Geschäften der „höheren Gesellschaft“ zu stoßen, dass das ein oder andere Mal droht, ihm selbst um die Ohren zu fliegen. Und wie gewohnt legt Constantini einiges an falschen Spuren, setzt für den Leser und die Ermittler die ein oder andere in Sicherheit wiegende Gewissheit, die nicht lange halten wird und bohrt seinen schmerzenden Zeigefinger tiefer und tiefer in die schwärenden Wunden einer (immer schon) korrupten, gierigen und egozentrischen Welt, in der, da ist Constantini weiter eng an der Realität, der „Fisch immer vom Kopf her stinkt“. Einer Welt, der man mit Abhärtung, Zynismus eher begegnen kann und in der Mann mit solchen Eigenschaften besser besteht, als mit Empathie und Nachgiebigkeit. Denn, auch das gilt weiterhin, auch die Methoden des Kommissars sind nicht immer astrein, eine Beugung von Regeln wird sich auf allen Seiten am Ende finden, ein Handeln in Stereotypen von „Gut und Böse“ ist Constantinis Sache nicht. Was auch diesen Thriller mit einer ganz eigenen, reizvollen Atmosphäre, hohem Tempo und tiefem Blick für die moderne Welt versieht. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

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„Ich konnte das Raunen ihrer Gedanken hören, aber ihren Lauf nicht ändern. […] Nicht einmal ein Schrei begleitete ihren Sturz. Und die Stille änderte für immer mein Leben.“ (S.7) Michele Balestreri ist inzwischen ein Mann höheren Alters und trotzdem noch nicht alt genug, um seine letzten Lebenstage auf der Couch herumlümmeln zu können. Aktuell arbeitet er für die Mordkommission in Tripolis. Mehr recht als schlecht, denn seine Motivation der frühen Jahre ist nie so recht zurückgekehrt. Egal wie sehr sein Kollege Corvu auch an ihn glaubt, so richtig aufbauen kann selbst er ihn nicht. Da kommt es gerade recht, dass die Journalistin und alte Bekannte Linda Nardi, einen Hinweis der Geldwäsche nachgeht, der es in sich hat. Denn statt klein anzufangen, packt sie sich direkt die großen Fische der Wirtschaft an. Während ihrer Recherche kommt eine junge Frau mitsamt Tochter ums Leben. Bei einem kurzem Hinblick könnte man denken, dass es Selbstmord gewesen ist. Aber, wer auch immer der Täter war, hat seinen inszenierten Mord schlecht vertuscht. Oder wollte er Michele Blut schnuppern lassen? Denn je mehr er sich in den Fall vertieft – nicht gerade freiwillig – umso mehr, muss er sich mit den Schatten seiner Vergangenheit auseinander setzen. Diese huschen seit Jahrzehnten um ihn herum und kommen nicht zur Ruhe. Doch nun hat er die Chance auf den Tisch zu hauen und klar Schiff zu machen. „Normalerweise hilft die Vergangenheit, die Gegenwart zu verstehen. Aber in diesem Fall ist es anders. Sie tun gut daran, sich damit abzufinden.“ (S.192) Man kann es sich schon denken: Ein Spaziergang wird das nicht werden. Schließlich ist bekannt, dass ein zielgerichteter Michele äußerst hartnäckig sein kann und gerne dunkle Geheimnisse an das Tageslicht zerrt. So hat er zum Beispiel endlich die Möglichkeit zu erfahren, was denn nun damals mit seiner geliebten Mutter passiert ist. Deren Tod und seine Schuldgefühle ihn bis heute belasten. Ob man ihm diese Wahrheit nun erzählen wird? „Das Böse vergisst nicht“ ist ein äußerst zutreffender Buchtitel. Hier sammelt sich nun alles, was in den ersten beiden Bänden offen geblieben ist. Ich kann also vorweg nehmen: Ja, es wird ein rundes Ende. Als Leser schlägt man das Buch zufrieden zu und hat nicht das Gefühl im Stich gelassen worden zu sein. Was mir ebenso positiv aufgefallen ist, ist der Lesefluss. Hatte ich bei den Vorgängern zeitweise das Gefühl von Informationen, Macht und Gewalt erschlagen zu werden – da einfach so umfangreich und zeitnah recherchiert wurde – so war dies hier nicht der Fall. Zwar ist der Text immer noch voll mit Informationen, aber sie scheinen besser verteilt zu sein. „Die Mank wird dort enden, der Blutspakt wird dort enden, mein Leben wird dort enden.“ (S.337) Und was ist mit Tea? Den gibt es auch, vor allen in Libyen, wo Michele erneut einreisen muss. Aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Zwar seicht, aber dennoch immer im Hintergrund vorhanden. Manche Züge ahnt man und wird wirklich erst im letzten Moment bestätigt oder eben nicht. Selbst Schockmomente kommen plötzlich daher, die man so nicht gewohnt ist von Roberto Costantini. Vom Aufbau her bleibt sich der Autor treu. Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich ab. In dem Fall die Jahre 2011 und 1969/1970. Die Übersicht verliert man dabei nicht im geringsten, da immer mit Kapitelüberschriften, das Land, die Zeit und der Name, der sprechenden Person genannt wird. Als besonderes i-Tüpfelchen, werden die Ereignisse der Vergangenheit, jeweils aus der Ich-Perspektive beschrieben. Alles in allem bekommt das Buch und somit auch die Trilogie ein fettes Däumchen nach oben! Absolut lesenswert, wenn man einen Krimi lesen möchte, der mit einer Menge italienischen Temperament gefüllt ist.

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