Leserstimmen zu
Wie ein Fisch im Baum

Lynda Mullaly Hunt

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Meine Meinung: Lynda Mullaly Hunt hat einen gut verständlichen und lockeren Schreibstil. Ally wirkt sofort sympathisch, auch wenn sie eher eine Art Außenseiterin durch ihre Lese-/ Rechtschreibschwäche ist. Dafür hat das Mädchen jedoch ganz andere Qualitäten. Unter anderem finde ich sie total Mutig und auch sehr klug. Ally versucht ihre Schwächen zu verstecken. Einfach klar zu kommen. Was auf Dauer natürlich nicht klappen kann und trotzdem schafft sie ihren Alltag ohne, dass es jemand merkt. Nicht einmal ihre eigene Mutter. Die Thematik des Buches finde ich super gewählt. Denn dieses Problem betrifft doch sehr viele Menschen. Und dann auch noch in so einer berührenden Geschichte verpackt. Ich habe mutgezittert, mitgelitten und auch ihre Freuden geteilt. “Ich weiß nicht warum die Dinge in meinem Kopf auf dem Weg zur Hand verloren gehen." Fazit: Das Buch regt zum Nachdenken an. Es ist tiefgründig und gefühlvoll. Die Charaktere sind gut durchdacht und facettenreich. Ein tolles Buch auch zum Thema Akzeptanz und Toleranz.

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"Wie ein Fisch im Baum" wird aus der Ich-Perspektive der 11-jährigen Ally erzählt. Sie ist in der Schule als Störenfried und Rebell bekannt, da sie sich stets die absonderlichsten Gründe einfallen lässt, warum sie nichts schreiben oder vorlesen muss. Was anfangs noch aufmüpfig wirkt, zeigt schnell das eigentliche Probleme: Ally kann nicht schreiben oder lesen. Buchstaben bewegen sich vor ihren Augen und es fällt ihr unfassbar schwer, sie zu Worten zusammenzusetzen. Jedem Leser dürfte schnell klar sein, dass Ally Legasthenie hat. Doch Ally selbst denkt, sie sei einfach nur dumm und hält ihr Problem geheim. Und weil sie wegen dem Beruf ihres Vaters (Soldat) so oft umziehen musste, hat noch kein Lehrer bemerkt, was los ist. Mich hat "Wie ein Fisch im Baum" total überrascht. Es ist sehr einfühlsam und zeitgleich immer wieder humorvoll geschrieben. Ally ist so unglaublich sympathisch und ein sehr liebes, hilfsbereites und intelligentes Mädchen, sodass es mir immer wieder leid tat, wie sie sich selbst für dumm hält und von ihren Mitschülern ständig deswegen geärgert wird. Etwas gewundert hat mich, dass ihrer Mutter nichts auffällt und die Gründe dafür wurden auch nicht so richtig erklärt. Vor allem, da auch Allys Bruder Probleme mit dem Lesen hat, hätte ich von Seiten der Mutter mehr Aufmerksamkeit erwartet. Auch die Nebencharaktere sind sehr individuell beschrieben und man schließt am Ende sogar die Klassenzicke etwas ins Herz. Überhaupt wirkte der Roman sehr lebendig und die Seiten flogen nur so dahin. Inhaltlich geht es natürlich um Allys Probleme, für die es erst einen Hoffnungsschimmer gibt, als der neue Lehrer Mr Daniels in die Klasse wechselt. Wie dieser allmählich von Allys Problemen erfährt und sie - und auch den Rest der Klasse - unterstützt und sehr individuell auf die einzelnen Schüler eingeht, war total schön zu lesen! Dass die Autorin im Nachwort berichtet, Mr Daniels hätte ein reales Vorbild aus ihrer Schulzeit, hat mich wirklich gefreut. Es gibt leider viel zu wenige Lehrer, die sich wirklich mit den Schülern und nicht nur mit dem Unterrichtsmaterial auseinander setzen. Insgesamt hat mich "Wie ein Fisch im Baum" total begeistert und ich fand es einfach nur schade, dass die knapp 300 Seiten so schnell vorbei waren. ;-) Es sollten definitiv noch mehr Menschen auf Legasthenie aufmerksam werden, da es immer noch häufig viel zu lange dauert, bis die betroffenen Schüler Hilfe bekommen (meine beiden Schwestern haben Legasthenie, daher weiß ich, wie es bei ihnen ablief...). Der Roman ist für mich eine absolute Leseempfehlung!

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Könnt ihr euch vorstellen, was es bedeutet in der heutigen Zeit nicht lesen oder schreiben zu können? Welche Hindernisse auf einen warten und vor allem wie die Gesellschaft ist?  Schüler können sehr gemein sein und das lernt auch Ally leider in diesem Roman kennen. Inhalt: Ally ist elf Jahre alt und eine Einzelgängerin. An der Schule ist sie als Freak bekannt und den Lehrern ein Dorn im Auge. Dabei geht es Ally nur um eins: Um jeden Preis ihr Geheimnis zu wahren – sie kann weder lesen noch schreiben. Da kommt ein neuer Lehrer in die Klasse, Mr. Daniels. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern beobachtet er Ally genau und findet bald heraus, dass Ally an einer Lese-Rechtschreibschwäche leidet und gleichzeitig hochintelligent ist. Langsam lernt Ally, ihm zu vertrauen und schließt nebenbei Freundschaft mit zwei anderen Außenseitern. Gemeinsam widersetzen sie sich mutig dem Mobbing ... Fazit: Mich hat dieser Roman zutiefst berührt und ich konnte ihn nicht zur Seite legen. Wie Ally die Situation meistert und wie ihr der Lehrer zur Seite steht hat mich beeindruckt. Des Weiteren fand ich die Anmerkung der Autorin toll, in der sie auch zu Ihrer Schwäche steht, das machte für mich den Roman umso nahbarer.  Der Schreibstil ist angenehm und regt den Leser zum Nachdenken an - während des Lesens habe ich mich z.B, gefragt, ob ich es merken würde wenn jemand in meiner Umgebung Legasthenie hat und wie ich reagieren würde? Das Buch ist für mich zum einen berührend und zum gleichen Teil auch erschreckend, da in meinen Augen Legasthenie in der Gesellschaft noch nicht ganz angekommen ist - vielen sagt das Wort was, aber der Umgang damit ist glaube ich das schwierige. Im Buch steht MUT sehr im Vordergrund und die Stärke MAN SELBST ZU SEIN. Mich konnte es überzeugen und deswegen 5 von 5 Sternen ♥

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Vorsicht Spoiler "Jeder ist auf seine Weise klug. Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, er sei dumm." (S.180) Dieses Zitat trifft sehr genau die Situation der elfjährigen Ally. Genau wie ihr großer Bruder Travis ist Ally Legasthenikerin. Sie kann kaum lesen und schreiben. Dafür schämt sie sich und verbirgt ihre Legasthenie sehr gekonnt. Das führt in der Schule aber häufig zu Konflikten mit den Lehrern, die sie für faul und aufsässig halten. Oft landet sie daher bei der Rektorin, weil ihr Verhalten für die Lehrer einfach nicht mehr tragbar ist. Ihre Klassenkameraden halten Ally hingegen für einen Freak und so kommt es, dass sie auf den sieben Schulen, die sie bisher besucht hat, überall eine Außenseiterin ist. Dabei wünscht sie sich doch so sehr dazuzugehören. Niemand bekommt mit, welche Schwierigkeiten Ally das Lesen und Schreiben machen. Ihr Vater ist bei der Armee und häufig nicht bei der Familie. Allys Mutter arbeitet als Bedienung in einem Restaurant. Vor nicht allzu langer Zeit starb Allys Opa, der immer an seine Enkelin geglaubt hat. Ally hatte eine engere Beziehung zu ihrem Opa, als zu ihrem Vater, den sie kaum erwähnt. Die Mutter scheint mit der Legasthenie ihrer Kinder überfordert zu sein, jedenfalls thematisiert sie diese nicht, sodass Ally sich wirklich ganz alleine und dumm fühlt. Dabei ist Ally alles andere als dumm. In Mathe ist sie eigentlich gut, wenn es nicht gerade darum geht, Aufgabenstellungen zu lesen. Ihre ganze Leidenschaft gehört aber dem Zeichnen und Ally zeichnet wirklich gut. Mit diesem Talent und mit ihrem Kopfkino schafft sie sich kleine Fluchten aus dem zermürbenden Schulalltag. Ally schämt sich und das ist auch der Grund, warum sie sich nicht traut, jemanden um Hilfe zu bitten, obwohl sie sich so nach Antworten sehnt. In einem Schulaufsatz schreibt sie einmal eine ganze Seite mit dem Wort „warum“ voll – zum Einen, weil sie weiß, wie dieses Wort geschrieben wird, zum Anderen ist es aber auch ein Hilferuf. Nur leider versteht die Lehrerin diesen nicht. Am liebsten wäre Ally unsichtbar. Das zeigt auch sehr gut das Cover, auf dem sie sich unter einer Wollmütze versteckt. Auf der andern Seite ist Ally aber auch ganz schön tough und nicht gerade auf den Mund gefallen. Erst als Mr Daniels ihr neuer Klassenlehrer wird, wendet sich das Blatt. Mr Daniels erkennt sehr schnell, dass Ally weder faul noch dumm ist, sondern Legasthenikerin. Mit viel Geduld gewinnt er Allys Vertrauen und beginnt sie schließlich im Lesen und Schreiben zu fördern. Ally erkennt, dass die Schrift für sie kein Buch mit sieben Siegeln bleiben muss und so begreift sie, dass sie es schaffen kann, wenn sie wirklich will. Und so wird aus einem Unmöglich ein Möglich. Langsam aber sicher beginnt sich ihr ganzes Leben zu verändern und mit einem Mal hat sie auch Freunde – Albert und Keisha. Die beiden sind ebenso wie sie Außenseiter in der Klasse. Aber gemeinsam sind sie stark und schließlich muss auch Shay, eine fiese Mobberin, klein beigeben. Die Autorin Lynda Mullaly Hunt hat in ihrem fiktiven Jugendroman durchaus eigene Erlebnisse mit einfließen lassen, denn auch sie tat sich in der Schule mit dem Lernen schwer und hatte das Glück auf einen Lehrer wie Mr Daniels zu treffen. Ihr ist es gelungen sehr fesselnde und authentische Charaktere zu schaffen. Wie intelligent Ally ist, erkennt man zum Beispiel unter anderem daran, dass sie ihre Gefühle häufig in sehr kreativen Bildern ausdrückt. Die Geschichte ist sehr auf Ally und ihr direktes Schulumfeld fokussiert. Der Leser erfährt kaum etwas über die Stadt oder das Land, in dem die Geschichte spielt. Das ist aber auch unwichtig, denn überall gibt es Allys und viel zu häufig werden sie mit ihrer Not alleine gelassen. In Deutschland haben 15-20% der Schüler Probleme mit dem Lesen und Schreiben. Insgesamt gibt es bei uns 7,5 Mio. funktionale Analphabeten. Das sind Menschen, die hier alle zur Schule gegangen sind. Das Buch hat eine durchgehend einfache Lesbarkeit, tendiert aber aufgrund des großen Textumfangs (XXL) zu einer normalen Lesbarkeit. Wenn Leser mit einer einfachen Lesbarkeit schon gut zurechtkommen, sich aber mit dem Umfang noch schwertun, empfehle ich, sich für das Buch eine Lesebegleitung zu suchen, das Buch abwechselnd oder im Tandem zu lesen. Ansonsten – einfach vorlesen lassen, es lohnt sich auf alle Fälle und bringt Betroffenen bestimmt neue Impulse. Die 51 Kapitel sind meist 5-10 Seiten lang, sodass man zwischendurch auch immer wieder gut pausieren kann. Auch die Serifenschrift ist lesefreundlich – etwas größer und die Zeilen sind noch etwas weiter. Wer Probleme mit der visuellen Wahrnehmung und Verarbeitung hat, kann aber auch zum E-Book greifen. Fazit: Ein sehr einfühlsamer Roman zum Thema Legasthenie. Besonders ans Herz möchte ich dieses Buch all jenen legen, die die Hoffnung verloren haben, dass aus einem Unmöglich doch ein Möglich werden kann. Damit meine ich nicht nur die Betroffenen selber, sondern auch all die Menschen, die Legastheniker immer noch als dumm und faul abstempeln.

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Absolute Coverliebe. Ein Cover, dass mehr aussagt als man anfangs denkt. Hat man das Buch erst einmal gelesen, weiß man, warum Wie ein Fisch im Baum dieses Cover bekommen hat. Ich find es absolut passend zum Inhalt dieses Buches und möchte euch nun in einigen Worten erzählen, wie mir das Buch gefallen hat. Du redest Blödsinn, wenn du sagst, dass ich nicht verstehe, wie es ist, anders zu sein. Aber die Sache ist die... ich bin nur für die Leute anders, die mich mit den falschen Augen sehen. Und es kümmert mich nicht, was solche Leute denken. - Seite 159 In diesem Buch lesen wir über ein doch ernstes Thema, dass unglaublich toll umgesetzt worden ist. Viele Menschen dort draußen können weder lesen noch schreiben und leiden unter Legasthenie, so auch Ally. Man schämt sich dafür und versucht es im Alltag mit viel Druck stets zu verheimlichen. Auch Ally möchte nicht, dass jemand in ihrer Klasse erfährt, dass sie weder lesen noch schreiben kann. Sie mogelt sich durch die ersten Wochen richtig gut durch, bis sie einen neuen Lehrer, Mr. Daniels, bekommt. Er gewinnt Allys Vertrauen ziemlich schnell und stellt fest dass sie hochintelligent ist. Mr. Daniels gibt Ally Nachhilfe und kommt auch so auf ihr kleines Geheimnis. Endlich ein Hoffnungsschimmer für Ally, dass sie nun eine Person hat, der sie sich anvertrauen kann und der ihr hilft, lesen und schreiben zu lernen. In ihrer neuen Klasse hat sie sich ebenfalls schon eingelebt und mit ihren Freunden Keisha und Albert setzt sie schließlich sogar die mobbende Klassenkönigin Shay schachmatt. Jeder ist auf seine Art klug. Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist. - Seite 180 Eine absolut warmherzige und berührende Geschichte, die wir hier geliefert bekommen. Ally ist ein Mädchen, dass man sofort in sein Herz schließt. Man kann sich in ihre Ängste und Gefühle sehr gut hineinversetzen, was für mich als Leserin immer sehr sehr wichtig ist. Ich kann mit Protagonisten absolut nichts anfangen, dessen Gefühle und Gedanken ich nicht verstehen kann. Hier hat es die Autorin absolut richtig gemacht. Ein Buch, in dem der Leser auch zu lesen bekommt, wie grausam Schüler sein können. Ist man anders als alle anderen, wird man abgestempelt, verspottet, missachtet oder gemobbt. Das ist die Realität, die mich immer wieder unglaublich traurig macht. Ally konnte gott sei Dank Freunde finden, die sich für sie stark gemacht haben, aber man weiß, dass es sich dort draußen oft nicht so abspielt und wie einsam und allein gelassen man sich in so einer Situation fühlen kann. Opa sagt immer, dass man mit Wörtern so vorsichtig umgehen muss wie mit Eiern. Bei beiden kann man den einmal angerichteten Schaden nicht mehr rückgängig machen. - Seite 207 Eine Geschichte, die mich zutiefst bewegt hat. Eine bezaubernde Story, die man unbedingt lesen sollte. Toller Schreibstil, tolle Charaktere und eine wahnsinns Thematik, die richtig toll in dieser Geschichte verpackt wurde. Dreihundert Seiten, die mich sehr nachdenklich zurück gelassen haben. Ein einfühlsames Buch, dass realer und authentischer nicht sein hätte können. Lesen, lesen und nochmals lesen! Wenn man sich mit etwas schwertut, heißt das wohl nicht, dass man es nicht kann. - Seite 221

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"Wie ein Fisch im Baum" ist mir zuerst einmal wegen dem Cover ins Auge gestochen. Danach kam mir das Bilderbuch "Wenn die Ziege schwimmen lernt" in den Sinn, ein wichtiges Bilderbuch, das wohl in jedem Pädagogikstudium thematisiert wird. Es handelt davon, wie schwierig es ist, wenn die unterschiedlichsten Spezies die gleichen Ziele erreichen müssen. So muss die Ziege schwimmen üben und der Elefant versucht, einen Baum hochzuklettern. Vor lauter üben, um ihre Schwächen auszumerzen, vergessen die Tiere ihre eigentlichen Stärken. Ally ist elf Jahre alt und kann weder lesen noch schreiben. Doch das darf niemand merken und so überspielt sie ihre Schwächen mit negativem Benehmen. In der Klasse wird sie ein Freak geschimpft und gemobbt, so dass sie mit ihren Problemen ganz alleine da steht. Doch dann bekommt ihre Klasse einen neuen Lehrer und Mr Daniels schickt Ally nicht zur Direktorin. Im Gegenteil: Er merkt, dass sie an Legasthenie leidet, aber auch hochintelligent ist. Die Geschichte ist aus der ich-Perspektive der elfjährigen Protagonisting geschildert, so dass man sich sehr gut in ihre Situation hineinversetzen kann. Es hilft, Legasthenie besser zu verstehen, denn ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, wie es ist, nicht lesen und schreiben zu können. Das ist für mich so etwas Alltägliches, das zu meinem Leben dazugehört, über das ich gar nicht nachdenken muss. Umso wichtiger ist es, dass sich Lynda Mullaly Hunt der Thematik der Lese-Rechtschreibeschwäche annimmt. Ally ist eine wunderbare Protagonistin, die trotz dem Mobbing gegen sie ein grosses Herz hat. Sie versucht immer, die anderen zu verstehen, nur sich selber traut sie leider viel zu wenig zu. Doch Mr Daniels macht ihr Mut und zeigt ihr, dass er sie mit ihren Problemen nicht alleine lässt. So einen Lehrer müsste jeder haben. Einer, der die Schwächen (an-)erkennt und einen nicht abstempelt. Einer, der jeden Schüler so nimmt, wie er ist und das Beste aus ihm herausholen will. "Wie ein Fisch im Baum" wird ab 12 Jahren empfohlen, so dass der Schreibstil sehr einfach gehalten ist und die Kapitel angenehm kurz ausfallen. Lyna Mullaly Hunt vermag mit wenigen Worten sehr viel auszudrücken, und schenkt uns eine tiefgründige, wichtige Geschichte. Fazit: "Wie ein Fisch im Baum" ist ein wunderbar tiefgründiges und wichtiges Buch. Lynda Mullaly Hunt bietet nicht nur eine Geschichte über Freundschaft und (Selbst-)Vertrauen, sondern bringt uns auch noch die Thematik Legasthenie näher. Sie überzeugt mit einem schlichten aber eindrücklichen Schreibstil, bietet eine gute Portion Humor und bringt den Leser zum Nachdenken. 300 Seiten, die sich definitiv lohnen!

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Ein Buch das mich zu 100% überzeugen konnte. Alles hat gestimmt. Toller Schreibstil, wundervoll gestaltete Charaktere, die einen ans Herz wachsen, ein ernstes Thema wurde behandelt und ich habe noch wunderschöne Zitate mir markiert. Was will man mehr! Ich werde von Lynda M. Hunt auf jeden Fall noch mehr Bücher lesen. :-) Ein besonders Kinderbuch, das mit viel Liebe gestaltet wurde; das einen zum Nachdenken anregt, einem Mut gibt und sagt, dass man nicht weniger wert ist, nur weil man manche Sachen auf eine andere Weise lernt. Klare Leseempfehlung! <3

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Natürlich war mir durch den Klappentext schon klar, dass es um Legasthenie geht, allerdings finde ich es immer wieder erstaunlich, von Menschen zu hören, die Klasse um Klasse versetzt werden, ohne wirklich lesen und schreiben zu können. Ich frag mich da oft, wie geht das? Diese Menschen müssen ja eigentlich unglaublich intelligent sein, um dieses Schauspiel jahrelang aufrecht zu erhalten. Jeder findet seine eigene Lösung, das Geheimnis für sich zu behalten, Ally wählt den Weg des Unruhestifters. Gilt es einen Aufsatz zu schreiben, verweigert sie sich, stellt irgendwas blödes an, was sie wieder einmal zu Direktorin bringt. Ally könnte man wohl als Problemschülerin bezeichnen, aber da man ihre Gedanken kennt, die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, merkt man ihren Konflikt und sieht hinter die Fassade, die sie versucht unbedingt aufrechtzuerhalten. Allerdings, auch die Direktorin und die Lehrer sind sich irgendwie bewusst, das Ally nicht die typische Problemschülerin ist. Sie versuchen zwar, ihr immer wieder auf dem Weg zu geben, dass, sollte etwas sein, sie jederzeit zu ihnen kommen könnte, aber niemand schafft es wirklich, ihr Vertrauen zu gewinnen – bis der neue Lehrer Mr Daniels kommt. Auf den ersten Blick war mir nicht klar, warum sie gerade ihm vertraut, aber im Nachhinein betrachtet denke ich, gerade weil er Ally beobachtet, relativ schnell feststellt, dass sie Probleme mit lesen und schreiben hat, sie allerdings darauf nicht anspricht, sondern durch sein Verhalten zeigt – ich sehe dich, deine Schwierigkeiten, stelle mich darauf ein, du brauchst dich deswegen nicht zu schämen, genau durch diese Art findet er einen Zugang. Hier sieht man, welchen Spagat Lehrer vollführen müssen – sie müssen/sollten sich auf jeden Schüler individuell einstellen. Für Ally war der falsche Weg, sie zu bedrängen, ihr Hilfe anzubieten, sie brauchte mehr die Sicherheit, dass zwar jemand merkt, dass sie ein Problem hat, ihr aber die Zeit gibt, selbst zu entscheiden, wann sie darüber sprechen möchte. Ally hat sich von den Menschen abgekapselt, weil zwischenmenschliche Kontakte immer die Gefahr darstellen, das Geheimnis zu verraten. Sobald sie allerdings zu sich steht und langsam merkt, dass sie sich deswegen nicht schämen muss, findet sie Freunde, die sie sehen und nehmen, wie sie ist, weil sie ein wunderbarer und ziemlich witziger Mensch ist. Legastheniker sind nicht dumm, wie man oft vermuten könnte, das Gehirn gehorcht einfach nicht richtig, tut sich extrem schwer, die Buchstaben zu verarbeiten. Vermutlich stellt sich der eine oder andere jetzt die Frage: Wo ist den Allys Familie, warum bemerkten die nichts? Ihre Familie besteht aus Bruder und Mutter – sie sind nicht ignorant, interessieren sich für Ally. Ihr Bruder, er hat eine eigene Geschichte, die ich jetzt nicht verrate, aber es ergibt Sinn und ihre Mutter, nun ja, sie ist alleinerziehend, arbeitet sehr viel, gibt für ihre Kinder alles, nur eben Zeit, Zeit hat sie nicht viel. Man könnte jetzt sagen, wenn sie eine gute Mutter wäre, würde sie etwas merken, dann hätte sie Zeit – aber klar ist auch, reden kann man viel. Es zeigt eher eine gesellschaftliche Tragöde – ein Vollzeitjob reicht nicht, um eine Familie über die Runden zu bringen, dazu braucht es Überstunden und Überstunden bedeuteten, weniger Zeit für die Familie. Ein Teufelskreis. Das Thema wird im Buch nur kurz angeschnitten, gibt aber Verständnis für die Familie, wo man doch oftmals viel zu schnell geneigt ist, im Vorfeld zu verurteilen.

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