Leserstimmen zu
Wunschdenken

Thilo Sarrazin

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Hardcover
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500 lesenswerte Seiten, aber mir fehlt was

Von: Ernst Reinwein aus Wien, Österreich

20.09.2016

WUNSCHDENKEN von Thilo Sarrazin ist ein lesenswertes Buch. Herr Sarrazin legt seine Sicht der Dinge zu vielen politischen Fragen dar, umfassend, begründet, informativ. Insbesondere die absehbare Völkerwanderung vom armen Afrika ins reiche Europa und das Versagen der öffentlichen Verwaltung scheinen ihm besonders am Herzen zu liegen. Nachdem ich die 500 Seiten gelesen hatte blieben mir aber zwei Fragen unbeantwortet, die ich dem Buch als Mängel anlaste (daher nur 4 Sterne). Zum Ersten wird zum Thema Atomenergie die Frage der Kosten einer Endlagerung der atomaren Abfallprodukte nicht einmal ansatzweise erwähnt, so als wäre dieses Problem gar nicht existent. Und zum Zweiten wird bezüglich Wirtschaftswachstum zuerst festgestellt, dass u.a. durch den menschlichen Erfindergeist die Produktionsmethoden verbessert werden, also mehr Produkte bei weniger Arbeitsleistung auf den Markt kommen. Und dann folgt lapidar die Behauptung "Natürlich muss die Menge der Produktion auch auf eine kaufkräftige Nachfrage treffen, aber das ist im Geldkreislauf grundsätzlich gesichert". Wie ist das gesichert und wenn das gesichert ist, warum hat es Aufstände der Weber bei Einführung der Webstühle gegeben? Da fehlt mir eine Erklärung.

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Die leise Revolution - oder das Spannungsbogen von Statistiken

Von: Kornelia Lösch aus Berlin

07.08.2016

Bisher sind alle Bücher dieses Autoren zwar zunächst anstrengend zu lesen. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann eröffnet sich eine unumstößliche Faktenwelt, an der die Schönredner aus Wolkenkukucksheim sich erfolglos ihre kariösen Zähne ausbeißen. Alles in Allem, dieses und auch die anderen Bücher des Autoren sind SEHR HILFREICH(!) um zu verstehen, was in unserer Zeit alles so schiefläuft und wo man den Politikern genauer auf Ihre arbeitsscheuen Finger sehen muss. Ich ziehe meinen (sprichwörtlichen) Hut vor dem Autoren, der auch übelsten Anfeindungen mutig widerstanden hat. Ohne ihn wäre seine Partei nur noch die Hälfte wert.

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Ein politisches Testament

Von: Tannenberg aus Rheinbach

20.05.2016

Lange habe ich kein so spannendes Sachbuch mehr gelesen. Endlich bekommt man Politik mal von Grund auf erklärt, aus reichlichstem eigenen Erleben und mit statistischen Fakten aus besten Quellen untermauert und ohne die üblichen und abgenutzten nebligen Formeln und Versprechungen. Das einzige Versprechen lautet: "Benutze deinen eigenen Verstand - dann geht es dir besser!" Es kann bei einem so erfahrenen Kämpfer auf dem politischen Schlachtfeld nicht ausbleiben, dass die Gegner nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, aber sie werden auch nicht mit Dreck beworfen, wie das heute leider so üblich geworden ist. Über längere Strecken hatte ich den Eindruck, dass hier jemand sein politisches Testament verfasst hat, bestrebt, seinen Nachfahren haltbares und vielseitig verwendbares Werkzeug für den Aufbau der Zukunft vorzulegen. Dass manche der Vorschläge trotzdem etwas Utopisches an sich haben, hängt mit dem Charakter von Politik selbst zusammen. - Man sollte dieses Buch wirklich als Lehrbuch nutzen!

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Das Buch ist so anregend zu lesen, wie eine Magister- oder Doktorarbeit. Und es ist auch genauso aufgebaut. Es werden über zig Seiten weiträumig Beispiele aufgezeigt, welche oft genug weit hergeholt sind, um daraus dann eine Essenz von Theorie mit daraus folgender Erkenntnis zu filtern. So werden im zweiten Kapitel. z.B. Mores Utopia, Platon und Aristoteles bemüht, um dann aufzuzeigen, was an Utopien und Ideologien so gefährlich ist und wo diese drei Utopien in der Geschichte und der Politik umgesetzt worden sind. Selbst mit Vorbildung verlangt Sarrazin dem Leser einiges ab. Mir ist einfach irgendwann der Geduldsfaden gerissen. Ich mag es, wenn Autoren auf den Punkt kommen und diesen illustrieren. Aber bei Wunschdenken kam ich mir vor, als wenn ich eine nicht enden wollende Doktorarbeit lesen würde. Fazit Auch wenn ich mit den Thesen des Autors übereinstimme und er diese hinreichend belegt - er schafft es nicht, diese lesbar an den Leser zu bringen.

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