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Finn-Ole Heinrich: Gestern war auch schon ein Tag

Gestern war auch schon ein Tag Blick ins Buch

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-71318-9

Erschienen: 11.01.2016
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Gestern war auch schon ein Tag

Von: Seehase1977 Datum : 22.04.2016

seehases-lesewelt.blogspot.de/

Klappentext:
Susan fehlt ein Bein. Tom ist die Treppe runtergefallen. Und Henning lügt so lange, bis er die Wahrheit sagt. Finn-Ole Heinrich erzählt von Menschen, die ins Schwanken gekommen sind, die das Leben mit aller Härte umgeworfen hat. Und die nun wieder aufstehen müssen. Die Texte hinterlassen in ihrer Ehrlichkeit, sprachlichen Klarheit, ihrer Sensibilität und auch in ihrem Humor eine Faszination, die lange trägt. »Heinrichs Erzählweise hat etwas, was man wenigen jungen Schriftstellern heutzutage bescheinigen kann. Sie hat einen eigenen Ton.« Sebastian Reier, Die Zeit

Ich höre mich vor einiger Zeit noch sagen, dass ich grundsätzlich kein großer Freund von Kurzgeschichten bin. Doch neuerdings beobachte ich mich, wie ich hin und wieder doch nach solchen Büchern greife und auch bis jetzt noch nicht enttäuscht wurde. Das Buch „Gestern war auch schon ein Tag“ von Finn-Ole Heinrich beinhaltet acht Kurzgeschichten die mitten aus dem Leben gegriffen sind. Ohne Schnörkel, ehrlich, direkt und schonungslos lässt der Autor seine Leser am Leben und Denken seiner jeweiligen Protagonisten teilhaben. Es geht z.B. um eine junge Frau die ihr Bein verloren hat und es den Anschein macht, als hätte ihr Partner die größeren Probleme mit dem Verlust zurechtzukommen. Oder aber der Wochenend-Hooligan, der unter der Woche als liebender Vater und renommierter Rechtsanwalt lebt Über die einzelnen Geschichten möchte ich hier aber gar nicht zu viel verraten. Nicht jede der acht Geschichten konnte mich komplett überzeugen, manche waren mir zu kurz, manche zu lang, aber im Großen und Ganzen haben mich alle auf ihre Art nachdenklich gemacht und sind mir teilweise wirklich unter die Haut gegangen.

Die Kurzgeschichtensammlung „Gestern war auch schon ein Tag“ von Finn-Ole Heinrich handelt von Menschen, denen das Leben übel mitgespielt hat, die wieder zurückfinden müssen oder aber von jenen, die am Rande der Gesellschaft leben und denen das Leben nicht schenkt. Lesens- und empfehlenswert!

Ziemlich hart, aber auch ziemlich gut!

Von: booksinmyworld Datum : 19.02.2016

www.booksinmyworld.de

In „Gestern war auch schon ein Tag“ erzählt Finn-Ole Heinrich 8 Kurzgeschichten mit unterschiedlichem thematischen Schwerpunkt, die aber eines gemeinsam haben: Die Gedanken und Gewissenskonflikte der Protagonisten stehen im Fokus jeder Geschichte. Jeder Protagonist befindet sich in einer schwierigen Situation, die mal mehr und mal weniger dramatisch sind. Manchmal steht das Leben eines Menschen auf dem Spiel, manchmal „nur“ die Beziehung.

Finn-Ole Heinrich erzählt sehr klar, ohne blumige Metaphern und ausschweifende Sätze. Etwas anderes würde zu der bedrückende Atmosphäre in seinen Erzählungen aber auch gar nicht passen. Jede einzelne Geschichte regt zum Nachdenken an und ist je nach Thematik und persönlicher Situation manchmal wirklich schwer verdaulich. Es ist gut, dass es sich hier um Kurzgeschichten handelt, da man diese ungewöhnliche Härte in den Erzählungen auf lange Sicht nur schwer ertragen könnte.

Ich möchte an dieser Stelle nicht den Inhalt jeder Geschichte nacherzählen, da ich damit viel zu viel spoilern würde. Nur so viel sei verraten: Die erste Geschichte von einem Mann, dessen Freundin ein Bein amputiert worden ist sowie die dritte Geschichte bei der ein Junge in einem Kinderheim im Fokus steht, haben mich am meisten beeindruckt, da sie Themen beinhalten, die in unserer Gesellschaft eher totgeschwiegen werden. Die vierte Geschichte über einen Abschied eines Paares fand ich im Vergleich zu den anderen eher nichtssagend und die sechste Geschichte über eine junge, außergewöhnliche Liebe, die mit Abstand die umfangreichste der Erzählungen ist, erschien mir unnötig in die Länge gezogen. Ihr hätte die Kürze der anderen Geschichten gut getan.

Insgesamt sind jedoch alle Geschichten absolut lesenswert, weil jede für sich ein Unikat ist, man sie nicht miteinander vergleichen kann, aber vor allem, weil in ihnen Situationen geschildert werden, die zwar in der Realität gar nicht so unalltäglich sind, in der Gesellschaft aber nicht oder nur kaum thematisiert werden.

Mein Fazit: Es gibt wenig gut Kurzgeschichten. Jene von Finn-Ole Heinrich sind trotz ihrer Härte oder vielleicht eher aufgrund ihrer Härte lesenswert, weil sie mit schnörkellosen Worten Wahrheiten aussprechen, vor denen die Gesellschaft gerne die Augen verschließt. Ich fand nicht jeden Text grandios, aber die Mehrheit der Geschichten hat überzeugt!

Kurzgeschichten, die das Seelenleben grundsätzlich unterschiedlicher Menschen beschreiben

Von: schnäppchenjägerin Datum : 25.01.2016

erdbeersekt-testet.blogspot.de/


"Gestern war auch schon ein Tag" ist eine Sammlung von acht Kurzgeschichten, die jede auf ihre Weise tragisch, skurril und irgendwie anders ist und trotz oder gerade wegen ihrer Kürze zum Nachdenken anregen.

Die erste Geschichte handelt von einer jungen Frau, der ein Beim amputiert worden ist. Sie vermisst scheinbar nichts, ihr Freund dagegen kann sich an die neue Situation nicht gewöhnen und entfremdet sich immer mehr von ihr.

Die zweite Erzählung dreht sich um einen Mitarbeiter der Müllabfuhr und seinen "geheimnisvollen" Blackout.

Die dritte handelt von einem Jungen in einem "Heim für gestörte Kinder", der seine Wut durch Gewalt abbaut.

Die vierte Geschichte war am kürzesten und eher melancholisch. Sie spielt im Herbst und thematisiert den Abschied mit der Option auf ein Wiedersehen.

Die fünfte Erzählung schildert den typischen Samstag von drei Hooligans.

Die sechste, mit Abstand längste und damit auch eingehendste Geschichte dreht sich um die frische Beziehung eines jungen Paares, dessen Ende aufgrund der Drogensucht der egozentrischen Marta bereits vorgezeichnet ist.

Geschichte Nr. 7 fand ich auch sehr erschüttert. Hier geht es um einen abgebrühten Bauarbeiter, der sein Geld illegal mit einer Pitbullzucht verdient.

Die achte und letzte Kurzgeschichte war für mich ein gelungener Abschluss der Sammlung. Sie dreht sich um das traurige Schicksal einer Familie. Im Zentrum steht dabei eine Schülerin, eine Waise, die vor dem Abitur steht und den Familienalltag zwischen dementer Oma und behindertem älteren Bruder managt.

Alle Geschichten und ihre Protagonisten sind grundsätzlich unterschiedlich, bei allen betrachtet der Autor vor allem deren Seelenleben, das durch bestimmte Situationen oder äußere Umstände aus dem Gleichgewicht geraten ist. Beschrieben werden viele alltägliche Themen oder Probleme, die jeden einzelnen von uns treffen können - sei es der Umgang mit Behinderungen, das Älterwerden oder der Tod - aber alles eher unangenehme Themen, die man deshalb häufig lieber verdrängt. Jede Kurzgeschichte berührt und regt zum Nachdenken an.
Manchmal was es wirklich schade, dass es "nur" Kurzgeschichten sind. Oft habe ich mich gefragt, wie es mit den Protagonisten weiter gegangen wäre (oder wie es angefangen hat?), wenn der Autor einen ganzen Roman über sie und ihr Schicksal geschrieben hätte.

Keine leichte Kost, aber gerade deshalb auch sehr lesenswert!
Nicht von ungefähr wird Finn-Ole Heinrich (* 1982) als einer der größten Nachwuchsliteraten von der Presse gelobt.