Leserstimmen zu
Drei Liter Tod

Juliane Uhl

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Gleicht zu Beginn muß ich mit meiner Hauptkritik an dem Buch starten - der Untertitel "Mein Leben im Krematorium" weckt in meinen Augen eine falsche Erwartungshaltung beim Leser des Buches. Über ihre (Verwaltungs-)Arbeit im Krematorium schreibt Juliane Uhl recht wenig. Zu Beginn definiert sie den sozialen, physischen, psychischen, biologischen und juristischen Tod, danach gibt sie interessante Einblicke in andere Berufsgruppen, die sich tagtäglich mit dem Tod auseinandersetzen - sei es Bestatter, Hospizmitarbeiter, Rechtsmediziner oder Amtsärzte. Sie belässt es dabei auch nicht "nur" beim Interview, sondern sie absolvierte - teilweise hochschwanger - Praktika in den jeweiligen Bereichen. Sie schreibt offen über ihre Erlebnisse, ihre Ängste und Befürchtungen und was diese Zeit mit ihr gemacht hat. Das Buch ist nichts für schwache Nerven, es geht unter die Haut, es macht das Buch sehr authentisch, dass die Autorin nichts beschönigt oder verschweigt. Ich habe das Buch als eine große Bereicherung empfunden, man bekommt einen guten und umfassenden Einblick in die jeweiligen Tätigkeitsbereiche und erhält auch Anregungen, was alles möglich ist, wie man den Tod eines geliebten Menschen schön und würdevoll gestalten kann (Leider wird auch deutlich, wo es immer noch deutlichen Handlungsbedarf gibt.). Auch möchte die Autorin dazu ermutigen, dass man sich selber bereits zu Lebzeiten Gedanken macht, wie es nach dem eigenen Tod weitergehen soll - wenn man diese Gedanken auch seinen Angehörigen mitteilt, ist das im Trauerfall eine enorme Erleichterung für die Hinterbliebenen, weil diese sich nicht permanent hinterfragen müssen, was Oma Erna wollte. Das Buch ermutigt dazu, das Tabuthema "Tod" aufzugreifen und darüber zu reden.

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Das was bleibt...

Von: Bine

03.08.2016

Der Tod gehört zum Leben dazu und sollte für jeden ein wichtiges Thema sein. Bei jeden kam erschon mal ins Haus und hat einen geliebten Menschen mit sich genommen. In diesem Buch von Juliane Uhl, die in einem Krematorium arbeitet, gibt es mehrere unterschiedliche Kapitel. Es fängt mit einem sehr persönlichen eigenen Todesfall in der Familie an. Ihre Schwiegermutter ist an Krebs erkrankt und die Familie begleitet sie die letzten Tage zusammen. Das ist mir ziemlich an die Nieren gegangen und ich habe eine Menge Taschentücher verschwendet. Aber nicht immer wird es so persönlich traurig im Buch. Man erfährt ihre Einstellung zu Sterbehilfe (die ich absolut genaus teile!) und man differenzieren sollte ob jemand Sterbenskrank ist, Depressiv, oder einfach die Familie es für "besser" empfindet wenn bspw. die demente Mutter erlöst wird und in Würde gehen kann. "Würde" wird auch diskutiert. Was ist Würde, warum entscheiden die Würde andere Familienmitglieder für einen. Warum ist es okay wenn man sich als Kind in die Hose macht und das Hirn noch nicht so weit entwickelt ist, aber bei einem alten Menschen nicht? Auch verschiedene Sterberiten werden behandelt. So kann man in Tibet bspw. die Menschen nicht in den zu harten Boden vergraben, Holz zum Verbrennen gibt es auch nicht, somit werden die Toten an die Geier verfüttert. Ich persönlich fand das Buch in keinster Weise morbid. Der Umgang mit dem Tod ist oft ein sachlicher (Arzt), monetärer (Leichenbestatter, Erbschaft) aber auch ein intimer und persönlicher! Man setzt sich auch mit der eigenen Sterblichkeit auseinander und wiegt ab, will ich mal eingegraben oder verbrannt werden? Das verstreuen der Asche oder vergraben der Urne hört sich nicht schlecht an, wenn man bedenkt, dass es kaum noch Angehörige zum Friedhof lockt, so ist der Gedanke schön im Garten im Kreise der Familie begraben zu werden. Kinderlachen oder einfach Leben in der Nähe zu haben.... Klar berührt einen das Buch, da jeder mit dem "Tod etwas anfangen kann". Er ist allgegenwärtig. Kaum ist man geboren, beginnt schon der Verfall - streng gesagt ;)... Mir hat das Buch sehr gut gefallen und kann es jedem empfehlen, der sich mit diesem Thema befassen möchte.

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"Drei Liter Tod" spannender Titel, könnte ein Krimi sein. Aber nein ein Krimi ist das Buch von Juliane Uhl nicht, das Sachbuch, als das es daherkommt, aber auch nicht. Amazon ordnet es ein unter: Biografien und Erinnerungen. Und das passt schon eher. Der Untertitel: „Mein Leben im Krematorium“ in Verbindung mit dem Bild einer Urne ,der das schlichte (asch) graue Cover schmückt, ist sehr passend gewählt. Das Buch beginnt recht sachlich, setzt sich mit Fragen auseinander wann ein Mensch wirklich tot ist. Beleuchtet den sozialen, physischen, psychischen, biologischen und juristischen Tod. Nach eigenen Worten geht es der Autorin um nichts weniger, als „ein Plädoyer dafür, unsere Toten wahrzunehmen und anständig zu verabschieden“ und dies will sie in ihrem Buch dadurch erreichen, dass sie „skurrile und vielleicht auch erschreckende Details, oberflächliche Beobachtungen und tief greifende Fragen“ erörtert und beschreibt. Und indem sie den Tod auch gerne mal „auf die leichte Schulter nimmt“ und uns bittet: „gönnen Sie es mir. Gönnen Sie es sich selbst“. Und da zeigt sich auch schon das Problem, das sich durch das ganze Buch zieht. Auf der einen Seite der Anspruch, die Dinge beim Namen zu nennen und zu beschreiben, und auf der anderen Seite ein flapsiger Ton und ein Voyeurismus, der für mich stellenweise schwer zu ertragen war. Zuerst zum Positiven. Die Autorin hat sich mit dem Thema Tod und Sterben wirklich auseinandergesetzt. Sie hat ein Praktikum im Hospiz gemacht, war beim Bestatter, in der Rechtsmedizin und hat, wie im Titel schon erwähnt, im Krematorium gearbeitet und Erfahrungen gesammelt. Am Ende des Buches lässt sie uns sogar an ihren Gedanken teilhaben, wie sie die Beerdigung ihrer Großmutter dereinst gestalten will. Sie beleuchtet in ihrem Buch die Aspekte Sterbehilfe und Körperspenden und beschreibt verschiedene Bestattungsmöglichkeiten. Setzt sich mit dem Thema: Tod und Geld, Tod und Kinder und Tod und Gesellschaft auseinander. Soweit der sachliche und auch feinfühlige Teil des Buches. Leider wird dieser aber immer wieder von einer teilweise sehr drastischen Detailverliebtheit und einem gewollten Cool sein unterbrochen: „hast du gerade einen Toten“ lautet die Frage an den Bestatter. Ihre ständigen Bezüge zu Horrorfilmen (gefühlt auf jeder 10. Seite), ihre Schilderung von Albträumen, all das trägt nicht dazu bei, dass ich das am Anfang des Buches definierte Ziel der Autorin wirklich ernst nehme. Klar muss man den Tod vielleicht nicht todernst nehmen, aber so flapsig wie Juliane Uhl mit dem Tod und den Toten sprachlich umgeht, das muss auch nicht sein. Eine Situation im Autopsieraum wird dann mit einem Klassenausflug nach Buchenwald verglichen – „in beiden Situationen will man sich nicht die Blöße des Schockiertseins geben.“ Und mit unerträglichen Ausführungen geht es dann weiter – etwa wenn die Gerüche in der Rechtsmedizin die Vorstellung der gut sortierten Theke eines Metzgers hervorruft. Ich finde, man braucht gute Nerven und ganz wenig Vorstellungskraft um dieses Buch zu lesen.

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Der Tod spielt in unserer heutigen Gesellschaft keine Rolle mehr. Der Tod ist nicht mehr im Leben integriert und am liebsten will man gar nichts davon hören. Dieser Gedanke ist aber nicht richtig, wie auch Juliane Uhl in ihrem Buch „Drei Liter Tod“ zum Nachdenken anregt. Jeder sollte sich schon zu Lebzeiten darüber Gedanken machen, wie nach dem Tod weiter verfahren wird. Das macht es auch für die Hinterbliebenen einfacher. Juliane Uhl arbeitet selbst in einem Krematorium und macht sich dennoch auf die Reise. Sie macht Praktikas in einem Hospitz, bei einem Gerichtsmediziner, einem Bestatter und auch an der Uni. Nur so konnte sie alle Bereiche des Todes vereinen und auch mit vielen Vorurteilen aufräumen. Für mich eine sehr mutige Frau! Dieses Buch zeigt auch auf, welche Möglichkeiten man nach dem Tod hat. Will ich anonym auf einer großen, grünen Wiese beigesetzt werden? Oder doch lieber klassisch auf dem Friedhof? Ist die Feuerbestattung für mich das Richtige? Es werden viele Facetten angesprochen und auch der Sterbeprozess an sich wird beschrieben. Auch geschichtliche Hintergründe werden erläutert, ebenso wie heutige Rituale auf der ganzen Welt. Aber eines bleibt bestehen: Der respektvolle Umgang mit einem verstorbenen Menschen. Der Schreibstil ist klasse und das Buch ist in einem Rutsch gelesen. Es gibt auch ein paar witzige und kuriose Geschichten, welche dieses ernste Thema sehr auflockern. Mein Fazit Dieses Buch sollte in keinem Haushalt fehlen. Man erhält sehr viele wichtige Informationen zum Thema Tod und es kann auch als kleines Nachschlagewerk dienen. Es ermuntert zum LEBEN und auch dazu, sich zu seiner Lebenszeit schon Gedanken zum Tod zu machen. Denn eines ist sicher: Der Tod kommt, ob wir wollen oder nicht. Und dann ist es hilfreich für die Angehörigen, wenn sie Bescheid wissen, was zu tun ist.

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