Leserstimmen zu
High Dive

Jonathan Lee

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Am 12. Oktober 1984 detoniert im Grand, einem Hotel in Brighton, mitten in der Nacht eine Bombe. 5 Menschen werden getötet, 31 Personen verletzt. Zum Zeitpunkt des Anschlags befinden sich sowohl die Premierministerin Margaret Thatcher als auch die Mitglieder des Kabinetts in diesem Hotel, da dort der Parteitag der Konservativen abgehalten werden soll. Deren Politik der Ungerechtigkeit hat dafür gesorgt, dass das Land im Aufruhr ist: Nordirland strebt nach Unabhängigkeit, in den Kohlerevieren streiken die Bergarbeiter – und in beiden Fällen schlägt die Tory-Regierung mit Gewalt zurück. Diese gesellschaftspolitische Situation bildet den Hintergrund für Jonathan Lees Roman „High Dive“, in dem er Fakten und Fiktion zu einer spannenden Story rund um das Thema „Brighton Bomb“ zusammenführt. Vier Wochen vor dem Anschlag. Die Vorbereitungen für den hohen Besuch im Grand laufen auf Hochtouren, wenngleich auch der normale Hotelalltag von dem Personal bewältigt werden muss. Die einen Gäste reisen ab, die anderen checken ein. So auch Roy Walsh (aka Patrick Magee), der drei Tage im Grand logieren und in seiner Badezimmerwand eine Sprengladung platzieren wird, die von Dan, einem jungen Bombenbauer der IRA hergestellt wurde. Dan, Walshs Komplize, ist eine der drei zentralen Figuren in diesem Roman, aus deren Perspektive abwechselnd die Ereignisse geschildert werden. Des Weiteren Philip „Moose“ Finch, ehemaliger Spitzensportler mit gesundheitsbedingten Einschränkungen, nun als Hotelmanager tätig, sowie dessen Tochter Freya, Rezeptionistin, die gerade die Schule beendet hat und noch auf der Suche nach der neuen Richtung in ihrem Leben ist plus das übrige Hotelpersonal in Nebenrollen. Lee wechselt nicht nur gekonnt zwischen diesen Protagonisten sondern auch zwischen Belfast und Brighton, den beiden für die Story wichtigen Städten hin und her, was das Interesse des Lesers fesselt und die Spannung bis zum Schluss hoch hält. „High Dive“ ist ein politischer Roman der leisen Töne, der nachdenklich macht und jedem Leser empfohlen wird, der an zeitgeschichtlichen Themen interessiert ist! Zwei kurze Ergänzungen: Patrick Magee wurde zwei Jahre später zu einer Haftstrafe von 8 mal lebenslänglich, mindestens aber 35 Jahren Gefängnis verurteilt. Seine Entlassung aus dem Maze Prison erfolgte nach 14 Jahren Haft im Rahmen des Karfreitagsabkommens. Der Bombenanschlag in Brighton wird auch in Adrian McKintys drittem Band der Sean-Duffy-Reihe „Die verlorenen Schwestern“ behandelt (ebenfalls eine sehr empfehlenswerte Lektüre).

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