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Boris Friedewald: Die Tiere von Picasso

Die Tiere von Picasso Blick ins Buch

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Gebundenes Buch, Pappband ISBN: 978-3-7913-4989-3

Erschienen:  29.09.2014
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Die Tiere von Picasso - Boris Friedewald

Von: paper.and.poetry Datum : 09.03.2017

https://paperandpoetryblog.wordpress.com/

„Picasso liebt oder hasst Menschen, aber er hängt an allen Tieren; sie sind ihm ebenso unentbehrlich wie Frauen … Wäre es nach ihm gegangen, hätte er wie Noah Tiere aller Art um sich versammelt …“ Brassaï

Picasso wird beschrieben als ein Mensch, der das Leben geliebt hat. Vor allem Tieren müssen dies wohl gespürt haben, denn kaum einer vermag eine solche Nähe zu seinen tierischen Begleitern aufgebaut zu haben wie Picasso. Egal ob Tauben, Katzen, Hunde, Affen, Pferde, Eulen, Ziegen, Fische, Stiere. Sie alle haben Picasso faszinieren können – und wohl auch umgekehrt. Von Picasso muss eine Aura der Wärme und Zuneigung ausgegangen sein, die sich nur schwer beschreiben lässt. Zeigen lässt sie sich aber in vielen seiner Werke.

Aus diesem Grund befasst sich „Die Tiere von Picasso“ in neun tierischen Kapiteln mit den zuvor genannten Tieren, wie sie Picassos Leben beeinflusst haben und auf welche Art und Weise er sich mit ihnen künstlerisch auseinandergesetzt hat. Der Autor Boris Friedewald beschreibt um diese Tiere herum Picassos Welt, seine Familie, seine Frauen, seine Kinder, seine Art, die Dinge zu betrachten und aus ihnen Kunst zu machen. Jedes Tier könnte man sozusagen als eine weitere Phase Picassos bezeichnen. Mit dem einzigen Unterschied, dass diese Phasen oft dauerhafter Natur gewesen sind, z.B. im Falle seines Hundes Lump. Es macht Spaß, durch die 143 Seiten des Buches zu blättern, mehr über Picasso, diesen faszinierenden Künstler, zu erfahren und über seine Tierliebe, die mir bisher zwar entfernt bekannt, aber doch nicht so stark bewusst gewesen ist. Die beispielhaften Abbildungen sind gut gewählt und man bekommt einen Eindruck davon, wie Picassos Werke (zum Teil) entstanden sind. Er hat Kunstwerke in den alltäglichsten Gegenständen gesehen, bevor sie anderen überhaupt hätten bewusstwerden können. Zum Beispiel erkennt er in einem alten Sattel und einer Lenkstange einen Stierkopf (Abbildung S. 127) – beide Dinge, einzeln betrachtet, sind bloß Dinge. Zusammengeschweißt ergeben sie jedoch Kunst.

Am Ende des Buches findet sich zusätzlich eine Zusammenfassung von Picassos Lebensstationen, die ich aufgrund ihrer Übersichtlichkeit für sehr empfehlenswert halte. Alles in allem ist dieses wunderbare kleine Buch eine herrliche Mischung aus Biographie und Kunstband. Boris Friedewald, dessen Werk „Dalís Bärte“ mich bereits begeistern konnte, hat es hier noch einmal geschafft, Wissen um einen individuellen Künstler und die Betrachtung seiner Kunst gekonnt und liebevoll zu kombinieren.

Der Künstler und das liebe Vieh

Von: Anja Beisiegel Datum : 23.02.2017

https://hundimbuch.wordpress.com/

Das kleine Bändchen über Picassos Tiere ist ein wahrer Schatz. Es führt in knapper, gut lesbarer Form in Picassos Leben und Werk ein. Man erfährt einiges über seine Frauen, Kinder und Liebschaften sowie über die Orte, an denen er arbeitete und lebte. Ganz nebenbei gelingt dem Kunsthistoriker Boris Friedewald eine Werkschau in nuce.
Auch Menschen, die zur Kunst (oder gar zur Malerei Picassos) keinerlei Bezug haben, können Picassos künstlerischen Weg anhand dieses Büchleins und Picassos Tierdarstellungen besser verstehen. Die ersten Skizzen des kleinen Pablo aus dem Jahr 1892 zeigen, mit welcher Akribie und Begeisterung er die Tauben seines Vaters porträtiert. Anhand einer Serie von Stier-Darstellungen aus den Jahren 1946/47 kann man nachvollziehen, wie virtuos Picasso durch radikale Reduktion den Blick für das Wesentliche öffnete.
Besonders interessant ist jedoch Picassos enges Verhältnis zu seinen vielen, vielen Haustieren und sein großes Interesse an Tieren allgemein. Ein Wermutstropfen vorweg für alle Tierfreunde: Picasso war — bei aller Liebe zum Tier im Allgemeinen – begeisterter Anhänger des Stierkampfs. Auf oben erwähntem frühen Blatt mit den liebevoll dargestellten Tauben ist – der Junge ging sparsam mit Papier um – auch eine Stierkampfszene skizziert. Ich lasse Pablo Picassos Haltung zum Stierkampf (die ich ausdrücklich nicht teile) hier beiseite – es würde zu weit weg vom Thema des Buches führen. Wesentlicher – und daher passt das Buch auch so hervorragend in diesen Blog – ist das innige Verhältnis das Picasso mit all seinen Tieren verband.
Picasso machte die Taube mit seinem Plakat zum Friedenskongress 1962 zum Inbegriff der Friedensbewegung. Als Kind nahm er Tauben mit in die Schule, als Erwachsener hielt er Tauben in Volieren. Im Atelier flog seine Lieblingstaube frei herum, wenn sie nicht auf Schulter oder Kopf des Künstlers Platz nahm.
Von Picasso ist folgende Aussage überliefert: „Nur Kinder und Tiere können das Atelier durchqueren ohne dabei etwas zu zerstören.“ So ist es nicht mehr als konsequent, dass Hunde aller Rassen, Katzen und Vögel mit ihm nicht nur seine Wohnung teilten, sondern auch sein Atelier bevölkerten.
Vielfach porträtierte er seine Tiere. Den Mischlingsrüden Clipper, sein erster Hund, malte er bereits 1895. 13 Jahre alt verewigt er ihn in Öl auf einer Leinwand, auf der ursprünglich der Heilige Antonius abgebildet war. Picasso übermalte den Heiligen selbstbewusst. Clipper war ihm das lohnendere Porträt. Sein Dackel Lump war für Picasso Liebe auf den ersten Blick, der Dachshund avancierte zum unangefochtenen Star des Hauses. Picasso widmete ihm einen Porzellanteller mit Lumps Konterfei und gestaltete aus Papier einen Hasen für Lump. Als dieser den Kunsthasen zerfetzte, stellte Picassos damalige Geliebte Jacqueline Roque fest: „Lumpito dürfte das einzige Lebewesen sein, das einen echten Picasso verspeist hat.“
Boris Friedewald spürt weitere Tiere in Picassos Leben und Kunst auf: Das Äffchen Monina, ein junges Käuzchen, ein weißer Ziegenbock, eine Ziege namens Esmeralda: Alle durften in seinem Haus Leben. Es war dem Künstler egal, ob der Ziegenbock und das Käuzchen streng rochen oder das Haus mit ihren Hinterlassenschaften verunreinigt. „Wenn ich schon eine kleine Ziege habe, möchte ich sie überall umherlaufen sehen. Ich liebe sie wie eins meiner Kinder,“ verteidigte Picasso die Anwesenheit des stinkenden Bocks im Hause. „Ich liebe ihn mehr als dich,“ sagte er im Streit zu seiner Frau Francoise, als sie darum bat, das Tier aus dem Haus zu verbannen.
Viele Anekdoten vereint Friedewald in seinem Picasso-Buch, die den Künstler erlebbar machen in seiner rastlosen Kreativität und als Mensch mit einer großen Achtung vor allen Kreaturen. Friedewald regt dazu an, Picasso aus einer anderen, neuen Sicht wahrzunehmen.
Ein persönliches Vorwort steuert der Fotograf David Douglas Duncan bei. Er kannte Picasso persönlich und veröffentlichte mehrere Bildbände über Picasso (und Lump): „Es freut mich deshalb sehr, dass dieser Band sich auf jene wunderbaren Geschöpfe konzentrieren wird, die auch mir immer so viel bedeutet haben – und die dann durch Picasso berühmt wurden.“
Duncans Lob ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Boris Friedewald gelingt mit seinem kleinen Buch etwas Besonderes: Er vermittelt die enge Bildung von Künstler und Tier, Schöpfendem und Geschöpf. Damit verschafft er dem Kunstfreund Zugang zur Liebe zu allem Lebenden und dem Tierfreund eine Eintrittskarte in die Welt der modernen Kunst. Was will man mehr?

Nachtvögel unter sich: Picasso und die Eulen

Von: Gernot Uhl Datum : 10.04.2015

www.eulengezwitscher.de

Lebenslang malt Picasso Tiere. Diesen Aspekt seines Lebenswerk greift Boris Friedewald in seiner exzellent gemachten Bildbiografie heraus. In Kapiteln, die sich jeweils bestimmten Tiermotiven widmen, werden Tauben und Stiere, Hunde und Katzen, Affen und Pferde, Ziegen und Fische und natürlich Eulen so vorgestellt, wie sie Picasso gesehen hat. Beinahe (aber eben nur beinahe) nebenbei erzählt Friedewald erzählt anekdotisch die ganze Lebensgeschichte des Ausnahmemalers. Dass Picasso nicht nur vom würdevollen Habitus der Eulen begeistert ist, sondern auch ihren Lärm und ihren Dreck ausgehalten hat; dass er ganze Nächte unter den wachsamen Augen seiner Hauseule gemalt hat; dass ihm die Eule auf der Schulter sitzt und er ihren Ruf imitiert - das alles berichtet und bebildert Friedewald in einnehmender Weise. Dafür braucht er gut 140 Seiten in kleinem Format und vergisst auch eine Lebenschronik nicht. Alles in allem also ein wirkliches empfehlenswertes Büchlein für Picasso-, Biografien- und Eulenliebhaber...

Die vollständige Rezension gibt's direkt im Biografien-Blog Eulengezwitscher...