Leserstimmen zu
DEMUT

Mats Olsson

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4,5 von 5 🌟 ich liiiiiiiiiebe Schwedenkrimis Das hatte er sich anders vorgestellt: Harry Svensson, Exreporter einer Stockholmer Zeitung und angehender Kneipenwirt, hat sich in Malmö mit einer Weinhändlerin verabredet – doch aus der gemeinsamen Nacht wird nichts. Ulrika Palmgren überlegt es sich im letzten Moment anders und setzt ihn vor die Tür. Statt speziellen Sex gibt‘s ein lädiertes Ego und eine gebrochene Nase. Als er notdürftig verarztet in sein Hotel zurückkehrt, entdeckt er im Nachbarzimmer, dessen Tür lediglich angelehnt ist, den bekannten Blues-Sänger Tommy Sandell, der seinen Rausch ausschläft – neben ihm die Leiche einer Frau. Die Ermittlungen der Polizei in dem Mordfall wollen nicht so recht vorankommen. Nur eins ist sicher: der Musiker war es nicht. Svensson betreibt derweil seine eigenen Recherchen. Als es wenig später in Göteborg zu einem ähnlichen Fall kommt, ist Harry Svensson sich sicher, dass man es mit einem Serienmörder zu tun hat … Als das Buch bei mir ankam und ich die Innenseite aufschlug. Stand innendrin ein Satz, der mich direkt angefixt hat. "Es fühlt sich ein bisschen so an, als würde man mit einem T-Shirt bekleidet in der Tundra spazieren gehen, wenn man die Welt des Mats Olssen betritt." EXPRESSEN Das hat mich tierisch neugierig gemacht, Schwedenkrimis haben diesen ganz eigenen Stil. Und bis jetzt habe ich keinen schlechten gelesen, und ich wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Das Debut von Mats Olssen beginnt stark, man ist gleich im Geschehen drin. Harry Svensson, Exreporter versucht sich nun als eine Art Privatdetektiv. Der Fall mit dem er es zu tun hat verschlägt ihn in die Sadomaso-Szenenerie, mit der er selbst auch schon Erfahrungen gemacht hat. So ploppen auch immer wieder Erinnerungen und Spielereien hoch die ihm selbst nur allzu vertraut sind. Ein Gewalttäter treibt in dieser Szene sein Unwesen und ausschließlich Frauen sind seine Opfer, wobei nicht alle ermordet werden, manchmal reicht ihm auch einige harte Schläge zur Befriedigung aus, aber regelmäßig sterben auch einige die Opfer werden immer häufiger ausgesucht. Es gibt immer mehr Opfer und die Zeiten dazwischen werden immer kürzer. Die Vergangenheit von Harry und die Gegenwart verschwimmen ineinander. Wer ist der skupellose Täter, bei seinen Recherchen in Zusammenarbeit mit der Polizei in Malmö kommt er immer näher. Der Schreibstil ist flüssig und absolut fesselnd. Die Figuren haben eine tolle Lebendigkeit, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Das Cover sieht aus wie ein Sofa welches Knöpfe in regelmäßigen Abständen hat diese sind erhaben. Und sind in ihrer Schlichtheit sehr interessant. Obwohl über 700 Seiten echt heftig sind hat es kaum Längen. Ich freue mich nach diesem gelungenen Debut freue ich mich schon auf sein nächstes Werk. Klare Leseempfehlung! Für Leute die Schwedenkrimis genauso spannend finden wie. Fakten 774 Seiten TB 14,99 € Ebook 11,99 € Erschienen @btb Verlag Kaufen kann man das Buch direkt beim Verlag und hier : https://www.amazon.de/gp/aw/d/3442714648/ref=cm_cr_arp_mb_bdcrb_top?ie=UTF8 Ihr findet diese Rezension auch wie immer auf unserem Blog: http://ourfavorbooks.blogspot.de/?m=1 Ich möchte mich bei @Randomhouse für die Verfügung Stellung des Rezensionsexemplars bedanken.

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Harry Svensson, ehemaliger und doch irgendwie ständiger Journalist und SM-Sympathisant, befindet sich in der grundsätzlich schmeichelhaften Lage, gerade nur arbeiten zu müssen, wenn er es will. Doch wie alles im Leben hat auch dies seine Schattenseiten, stolpert er doch mitten in einen Tatort, der ihn schließlich einem sehr speziellen Mörder auf die Spur bringt. Dieser Thriller ist zugleich ungewöhnlich und ganz normal. Normal und sehr sehr packend wie Romane und Thriller aus Skandinavien meistens sind, unterhaltsame und fesselnde Krimikunst aus dem Norden. Man weiß, was man bekommt. Nicht so hier. Von der klassischen Krimiseite schon: ein Journalist „ermittelt“ aus Neugier und behält zu viel für sich, wird in die Sache hineingezogen. Doch die sich entfaltende Geschichte selbst ist ungewöhnlich und daher sehr erfrischend. Der Autor schafft es, komplett ohne Blut, aber mit viel Humor und Leidenschaft aller Charaktere, eine sehr eigene Story zu spinnen. Auch der Täter kommt zu Wort und erlaubt so dem Leser, selbst mitzuraten und beide Sichtweisen kennenzulernen. Letztenendes wäre ich zwar mit einem anderen Ausgang der Geschichte wohl ebenso zufrieden oder noch glücklicher gewesen, aber vielleicht passt auch das tatsächliche Ende besser in die doch spezielle Handlung rund um zu beschäftigte Polizisten, ehemalige Journalisten, neue Freundschaften und viele Teppichklopfer.

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Faszinierender Schreibstil

Von: anyways aus Greifswald

22.03.2017

So turbulent hat sich Harry Svensson seinen Ausstieg aus der Journalistenbranche eigentlich nicht vorgestellt. Er träumt von einem neuen Leben als Kneipenbesitzer. Auf der Suche nach Spirituosen und Weinen läuft er Ulrika Palmgren über den Weg. Die Weinhändlerin hat er auf einschlägigen Spanking-Seiten im Internet kontaktiert und plant nach der Weinverkostung ein gemütlichen (Teppichklopfer schwingenden) Ausklang des Abends mit ihr. Der endet dann allerdings nicht wie erhofft, sondern er bekommt von Ulrika einen üblen Nasenschwinger, der ihn erst in die Notaufnahme und dann zurück in sein Hotel führt. Dort stellt er fest, das die Tür vom Nebenzimmer offen steht, neugierig tritt er ein und findet dort den abgehalfterten Möchtegern Blues-Sänger Tommy Sandell im Bett vor, neben ihm liegt eine Tote. Der Journalist in ihm übernimmt jetzt das Weitere, Fotos werden gemacht und sein ehemaliger Arbeitgeber kontaktiert, bevor Harry die Polizei ruft. Damit setzt er eine Kette von Ereignissen in Gang, die ihn auch in den Fokus des Mörders rücken. Mats Olsson verfügt über eine außerordentlich begnadete Schreibkunst, denn obwohl für einen Thriller viel zu wenig Spannung vorhanden ist, folgt man der Geschichte fast ohne Pause. Über ein Jahr dauern die nachfolgenden Taten bzw. die Feststellung des Täters, in dieser Zeit ermittelt Harry nicht nur auf eigene Faust, sondern der Autor gibt über gewisse Sexpraktiken Auskunft, die nicht jedem vertraut sein dürften. Er gibt ebenfalls über weite Strecken einen gesellschaftlichen Einblick in die verschiedensten Landschaften und Großstädte Schwedens und Dänemarks. Hellhörig wurde ich dann immer wenn von Malmö die Rede war, meine Erinnerungen gaukeln mir eine Postkartenidylle vor, Mats Olsson beleuchtet größtenteils die Schattenseiten einer schwedischen Großstadt. Eigentlich würde ich für einen Thriller, der über weite Passagen relativ wenig Spannung aufbaut eher drei Sterne geben, allerdings hat mich bei diesem Buch der Schreibstil, der Humor und der Zynismus des Autors dermaßen in seinen Bann gezogen, so dass ich hier die volle Punktzahl vergebe. Ein Beispiel für den besonderen Witz des Mats Olsson möchte ich an diesem Beispiel aus dem Buch verdeutlichen:“… er tappte nicht nur sehenden Auges in jede Falle, er stellte darin auch noch ganze Couchlandschaften auf, hängte Bilder an die Wände und machte es sich so richtig gemütlich.“ Eine sehr lustige Erweiterung einer Redewendung, die in meinen Augen jedoch nicht zu übertrieben oder aufdringlich wirkt.

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