Leserstimmen zu
Unterleuten

Juli Zeh

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Von: Sabine Winter aus Nöda

15.03.2020

Der beste Film seit langem. Ausgesuchte Besetzung.

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Bartsch.rheinau@freenet.de

Von: Volkhard Bartsch aus Rheinau

13.03.2020

Ich sehe eigentlich nicht gerne 3 Teiler. ABER der war wirklich SUPER👌👍

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Das fiktive 200-Seelen Dorf Unterleuten in Brandenburg ist von außen betrachtet eine Idylle: Es liegt mitten in der Natur, in der es auch noch seltene Vogelarten gibt, und überwiegend kleine Häuser prägen das Bild. Die umliegenden Orte tragen so klangvolle Namen wie z.B. Seelenheil, Wassersuppe, Regenmantel, und einige Alteingesessene sind echte Originale. Viele Großstädter - vor allem Berliner - wollen dort fernab aller Hektik einen Neuanfang wagen und Dinge tun, von denen sie bislang nur träumen konnten. Doch sie müssen bald feststellen, dass es im vermeintlichen Paradies auch Probleme gibt, und es dort gelegentlich zu eng sein kann. Obwohl Berlin nur ca. eine Stunde entfernt ist, scheint Unterleuten "hinter dem Mond" zu liegen. Haben die Dörfler ihre Probleme bislang unter sich gelöst - meist vor dem Hintergrund der Frage, wer wem einen Gefallen schuldet -, so gerät die verkrustete Gemeinschaft nun gefährlich aus dem Gleichgewicht: Ein gewinnträchtiger Windpark soll gebaut werden. Da kommen plötzlich doch wieder alte Animositäten zwischen den "Ureinwohnern" hoch, und der Gegensatz zu Ansichten und Mentalität der Zugezogenen sorgt für zusätzliche Konflikte. Kein Wunder, dass sich im Laufe der Zeit das vermeintliche Paradies immer mehr zur Hölle entwickelt. Resümee: Der Roman besteht aus VI Teilen und insgesamt 62 kurzen Kapiteln, in denen die jeweiligen Protagonisten - Einheimische und Zugezogene - aus ihrer Sicht das Geschehen erzählen. Insgesamt gibt es ca. 20 Akteure, allesamt sehr individuelle Charaktere, mal mehr, mal weniger sympathisch. Dabei ist bar jeden Selbstzweifels jeder davon überzeugt, im Recht zu sein und das Richtige zu tun. Im Verlauf des Geschehens ändert man oft sein Urteil über die Personen - auch dadurch bedingt, dass sie in variierenden Konstellationen auftreten. Man entwickelt Verständnis für die anfangs Unsympathischen und macht Abstriche bei den zunächst als "nett" Eingestuften. Insgesamt ergibt sich ein komplexes Gesellschaftsbild, und der ein oder andere Leser wird sich und seine Mitmenschen in verschiedenen Personen wiedererkennen. Vor dem Hintergrund, dass im bislang so idyllischen Unterleuten ein Windpark gebaut werden soll, geht es um alte, bis vor Kurzem erfolgreich unterdrückte zwischenmenschliche Konflikte unter den Alteingesessenen. Die Zugezogenen sorgen für zusätzlichen Sprengstoff, denn nun geht es auch um die Themen "Ossis" vs. "Wessis", vermeintliche Wendegewinner und -verlierer und um menschliche Moral zugunsten des eigenen Vorteils. Das starre, aber bislang funktionierende "System Unterleuten" wird immer mehr aufgeweicht und gerät ins Wanken. Die romantische Vorstellung von einem idyllischen, harmonischen Landleben wird peu à peu ad absurdum geführt. Fazit: ein höchst interessantes Buch. Aber man muss sich auf die Thematik respektive Problematik und die Charaktere einlassen - sonst droht es langweilig zu werden.

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INHALT: Die Einwohner des irgendwo in Brandenburg angesiedelten Dorfes "Unterleuten", stehen Kopf. Bisher gab es in ihrem kleinen Ort weder Geschäfte, Ärzte, Schulen, oder gar eine Kanalisation. Und nun soll ausgerechnet eine große Windkraftanlage vor ihren Augen errichtet werden! Während sich die einen strikt dagegen wehren, um die ländliche Idylle zu wahren, gibt es andere, die ihren Nutzen daraus ziehen wollen. Jeder sieht sich im Recht. Und so dauert es nicht lange, bis alte Streitereien wieder ans Tageslicht gelangen... MEINUNG: Mit "Unterleuten" hat Juli Zeh einen vielschichtigen Gesellschaftsroman geschrieben. Dabei wirft der Leser einen Blick hinter die Kulissen. So wird das Buch aus den verschiedenen Perspektiven einiger Dorfbewohner geschildert: Naturschützer, Landwirte, Investoren, Eingesessene, Hinzugezogene - jeder hat seine eigene Sicht auf die Dinge. Durch die vielen Perspektiven ist es nicht unbedingt ein Buch, das man nebenbei lesen kann, man muss sich schon etwas konzentrieren, um die Beziehungen und Absichten der Dörfler zu erkennen. Gleichzeitig lebt das Buch regelrecht von den verschiedenen Blickwinkeln, wodurch das Dorfgeschehen von unterschiedlichen Seiten betrachtet werden kann und dabei anschaulich beschrieben wird. Zudem kommt dadurch ein bisschen Schwung in die Handlung, so dass Längen - die es für mich schon häufig gab - glücklicherweise nie all zu lange anhielten. Mir persönlich blieb die Geschichte trotzdem inhaltlich ein bisschen zu ruhig, was natürlich immer eine Frage des persönlichen Geschmacks sein dürfte. Die zum Teil sehr gegensätzlichen Lebensweisen und Ansichten der Einwohner, boten schon von sich aus einiges an Konfliktpotential für den Verlauf der Geschichte. Dabei wirkten die verschiedenen Charaktere auf mich stets authentisch und ihr Handeln nachvollziehbar. Während ich bei "Neujahr" von dem Blick in die Vergangenheit absolut begeistert war, weil mich dieser so mitgerissen hat, hat mir hier bei "Unterleuten" die Tiefe gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass mich das Buch beim Lesen auch emotional erreicht hätte, was hier leider eher selten der Fall war. Fazit: Ein vielschichtiger Gesellschaftsroman für Leser, die ruhigere Handlungen zu schätzen wissen. Viele interessante Blickwinkel und authentische Charaktere sprechen für das Buch. Längen blieben zum Glück nie all zu lange bestehen. Leider hat mich das Buch persönlich jedoch emotional kaum berührt. 3,5-4/5 Sterne

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Wenn in einem Buch die alte Heimat zum Ort der Handlung wird, dann vermag dies ein Grund sein es anzulesen. So ist es bei mir und dem Buch „Unterleuten“ von Juli Zeh. Es spielt im fiktiven Örtchen „Unterleuten“ im ländlichen Brandenburg. Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen unglaublich großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben. Als ich mir vorgenommen habe eine Rezension darüber zu schreiben war und bin ich grundlegend bis jetzt hin- und hergerissen, welchen Schwerpunkt in der Betrachtung ich setzen sollte. Wer einen nur unterhaltsamen Roman erwartet wird enttäuscht sein. Die Brillanz liegt hier im Detail und zwischen den Wörtern. Würde man das Unausgesprochene aufschreiben, wäre man in der Lage aus „Unterleuten“ ein weiteres Buch zu machen. Über „Unterleuten“ von Juli Zeh „Unterleuten“ liest sich im ersten Augenblick wie ein Thriller über die Moral jenseits des egoistischen Eigeninteresses. Wir müssen uns fragen, woran glauben wir. Wie hängt es zusammen, dass alle zwar nur das Beste wollen und am Ende, trotzdem etwas Schreckliches passiert? Das Dorf „Unterleuten“, an irgendeinem Ort in Brandenburg, ist die bildliche Entsprechung der Idylle. Unheil deutet sich an, als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe zur Ortschaft zu errichten plant. Es brechen Streitigkeiten auf, die lange Zeit tief im Inneren der Bewohner des Ortes schlummerten. Die Berliner Aussteiger und die ursprünglichen Dorfbewohner könnten nicht von größerem Antagonismus geprägt sein, wie es in „Unterleuten“ gezeigt wird. Zusammen mit dem untergründig schwelende Konflikt der Gewinner und Verlierer der Wende bildet sich ein ausgezeichneter Nährboden für zwischenmenschliche Katastrophen. Juli Zeh gelingt es in hervorragender Weise ein düster, realistisches Szenario zu zeichnen, dass die Hölle im Dorf ausbrechen lässt. Mein Eindruck Der Roman ist sprachlich nicht die schwerste Kost, wer einen leichten Landroman erwartet, wird aber enttäuscht sein. „Unterleuten“ zählt meiner Meinung nach zu den Büchern, bei denen es lohnt, zweimal zu lesen. Viele Facetten der Geschichte werden erst beim zweiten Gedankengang klar.Die Geschichte lebt von Ihren Figuren, aber nicht nur, sondern vor allem durch den sehr gut geschriebenen Konflikt zwischen Alt- und Neubewohnern des Dorfes. Vielleicht braucht es für den geneigten Leser eine gewisse Vorerfahrung, wie es den Menschen im Osten nach der Wende ging, aber ohne dies wird man von der Stimmung in „Unterleuten“ schnell in die Geschichte hineingezogen.Der Roman „Unterleuten von Juli Zeh ist eine Leseempfehlung wert. Und sonst so… Unter http://www.unterleuten.de können interessierte Leser mehr über den Roman erfahren. So findet man auf der Seite u.a. einen Stadtplan des fiktiven Ortes. Ebenso sind dort die Lebensläufe und Beschreibungen der Bewohner vorhanden. Die Seite erleichtert das Figurenverständnis über die Beziehungen zwischen Protagonisten und ermöglicht ein besseres Begreifen der weiterführenden Gesellschaftskritik, die sich teilweise nur zwischen den Worten wiederfindet.

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„Je mehr ich erfuhr, desto stärker erinnerte mich die Geschichte an mein Lieblingsspielzeug aus Kindertagen, ein rotes Kaleidoskop, in dem man Muster aus winzigen bunten Perlen betrachten könnte. Man dreht ein wenig, und alles sah anders aus. Ich konnte stundenlang hineinsehen. Eine Geschichte wird nicht klarer dadurch, dass viele Leute sie erzählen.“ - Seite 629 Dieses Zitat fasst eigentlich schon ganz gut zusammen, worum dieses Buch im Groben und Ganzen handelt - um Missverständnisse und die Komplexität vieler kleiner Dinge. Die Kapitel sind immer aus der Sicht eines Dorfbewohners von Unterleuten geschrieben und so lernen wir diese zunächst mit all ihren Wünschen, Absichten und Zielen kennen. Ich finde die Charakterbeschreibung von Juli Zeh sehr ausführlich, was mir jedoch sehr gut gefällt. So lernt man auch die Macken kennen, muss ab und zu schmunzeln und hat ein unfassbar einprägsames Bild der Protagonisten. Zu dem vermitteln die einzelnen Protagonisten perfekt dieses Dorfflair. Die Autorin spielt hier zwar mit Klischees, aber wenn man selbst vom Dorf kommt, muss man feststellen wie gut das doch eigentlich zutrifft. Trotz der einprägsamen Charakterbeschreibung ist jedoch auch noch eine Übersichtskarte in der Klappenbroschüre beigefügt, die dazu beiträgt nicht den Überblick zu verlieren. Im Anschluss kommt es zu einer Situation, die sozusagen alles ins Rollen bringt. Es bauen sich neue Beziehungen unter den Bewohnern auf bzw. werden alte Beziehungen im Laufe der Geschichte genauer erläutert. Und so setzt sich ein Puzzle aus Aktion und Reaktion zusammen, was Juli Zeh meiner Meinung nach hervorragend gelungen ist. Sie spielt mit Klischees, lässt Kompromisse entstehen und am Ende artet alles aus. Dieses Buch hat mich super unterhalten, aber auch zum Nachdenken anregt. Es gibt nicht immer nur eine Sicht - man sollte immer versuchen alles zu beleuchten und sich in andere Leute hineinzuversetzen. Empathie und Kommunikation ist das was und allen irgendwie noch fehlt.

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Rezension zu -Unterleuten- Zum Buch Autorin: Juli Zeh Verlag: btb Verlag Erscheinungsdatum: September 2017 Buchlänge: 656 Preis: 12,00 € in Deutschland Auszeichnungen: Rauriser Literaturpreis, Hölderlin Förderpreis, Ernst-Toller-Preis, Carl-Amery-Literaturpreis, Thomas-Mann-Preis, Hildegard-von-Bingen-Preis. Klappentext Mit dem Dorf stimmt was nicht. Ganz massiv. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf in Brandenburg wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten. Doch hinter den Fassaden der kleinen Häuser brechen alte Streitigkeiten wieder auf. Und obwohl niemand etwas Böses will, geschieht Schreckliches. Rezension Unterleuten war mein erster Roman von Juli Zeh und ich war sehr gespannt darauf. Über die Bücher, der in Bonn geborene Autorin, habe ich Unterschiedliches gehört. Habe mich nach kurzer Überlegung für Unterleuten, entschieden, da sie für dieses Werk des öfteren ausgezeichnet wurde und die allgemeine Lesermeinung sehr positiv ist. In dem Gesellschaftsroman geht es um ein Dorf in Brandenburg “Unterleuten” und dessen unterschiedlen Einwohnern. Normalerweise stresst es mich immer sehr beim Lesen, wenn aus vielen Blickwinkeln und von vielen Personen erzählt wird, hier aber nicht. Ich bin sehr gut in die Geschichte hineingekommen und habe gerne die Sichtweisen, der teilweise skurrilen Charaktere gelesen. Die Personen des Dorfes könnten nicht unterschiedlicher sein, da gibt es z.B. Rudolf Gombrowski, der als ziemlich laut und grob beschrieben wird, oder Jule Fließ-Weiland, die alle Hände mit ihrem kleinen Säugling zu tun hat und auch den humpelnden Kron kann man in Unterleuten finden, der ebenfalls laute Bewohner ist meisten auf Streit aus. Die Personen sind eine explosive Mischung und als in Unterleuten ein Windpark gebaut werden soll, prallen alle aufeinander. Der Schreibstil ist wirklich toll und angenehm, das Buch lässt sich dadurch sehr leicht und auch schnell lesen. Immer wieder habe ich während des Lesens Parallelen zu meinem Umfeld und zu der Gesellschaft im allgemeinen gezogen. Ebenfalls habe ich des öfteren überlegt, wie weit ich gehen würde, um meine persönlichen Ziele zu erreichen. Fazit Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und es hat mich auch stark zum Nachdenken angeregt. Das wird nicht mein letztes Buch von Juli Zeh gewesen sein, ich will unbedingt mehr davon.

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Dorfleben

Von: Grenzenlos

29.05.2018

Unterleuten ist ein klingender Name für einen Ort, in dem es brodelt und in dem man sich unter Leuten befindet, die einem nicht nur wohlgesinnt sind. Sie spielen alle das Spiel namens Dorfleben. Eine kleine Auswahl von Menschen, die beschlossen haben, am selben Platz zu leben. Mit einem ungefälschten Blick auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und für unwissende Zuschauer unverständlichen Dynamiken, die in so einer Gemeinschaft entstehen, schafft es Juli Zeh einen Gesellschaftsroman vorzulegen, der Menschenstudie und Krimi zugleich ist. Erzählt wird aus der Sicht unterschiedlicher Dorfbewohner und -bewohnerinnen. Alteingesessene und neuzugezogene, junge, alte, Frauen und Männer. Man muss dranbleiben, um nicht den Überblick zu verlieren, wer jetzt mit wem und warum und was hat das alles im Großen und Ganzen zu bedeuten. Man bekommt einen gutes Gespür dafür, wie unterschiedlich Menschen Gegebenheiten wahrnehmen, wie viele unterschiedliche Gefühle durch Ereignisse hervorgerufen werden können. Die Geschichte ist keine leichte Kost. Viele der Charaktere sind sehr unsympathisch, wurden jedoch komplex aufgebaut und authentisch dargestellt. Die Geschichte ist unangenehm. Man spürt das Brodeln und wartet darauf, dass alles bald explodiert. Wohlfühlen kann man sich dabei nicht, es löst ein inneres Unbehagen aus, das zu keinem Zeitpunkt beim Lesen aufhört. Die Geschichte hinterfragt Einstellungen und Werte. Und nichts bleibt verschont. Dazu gehören Familie, Freundschaften, Politik, Zusammenhalt, Macht, Geld, Liebe. Die Anonymität ist nicht gegeben und viele kennen sich im Dorf seit ihrer Kindheit und das macht es nicht immer einfacher. Für mich, als jemand, der im Dorf aufgewachsen ist, war es trotz beklemmendem Thema eine doch auch lustige und unterhaltsame Geschichte, in der ich vieles wieder erkannt habe und die zum Schluss nochmal einen draufsetzt, durch das man das Ganze aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann. Der Blick hinter die Fassade der Menschen war für mich sehr bereichernd, auch wenn ich solchen Machtspielen, wie sie hier dargestellt wurden, nichts abgewinnen kann. Dieses Buch ist für anspruchsvolle Leser eine Traumlektüre!

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