Leserstimmen zu
Der Gerechte

John Grisham

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Gute Story, Sprechstimme naja

Von: Kühli aus Essen

31.12.2016

Das Buch ist spannend, leider ist beim Hörbuch die Sprechstimme eher langweilig...könnte auch ein Sachbuch vorlesen

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Sebastian Rudd, Anwalt, arbeitet alleine. Vater ist er aus Versehen, dennoch versucht er eine Beziehung zu seinem Sohn aufzubauen, der bei Rudds Ex-Frau lebt. Ein richtiges Büro hat er nicht, nur einen umgebauten Van. Nur einen Mitarbeiter hat er, der fast so etwas wie ein Freund ist und Bodyguard und Chauffeur. So ziemlich jeden Fall nimmt Rudd an, den des unter Mordverdacht stehenden Gard, den des braven Hausbesitzers, dessen Haus von einem Swat Team unter Beschuss genommen wurde. Und immer der Streit mit seiner Ex um das Umgangsrecht mit seinem Sohn. Was treibt ihn an, möchte man sich fragen. Etwas haltlos wirkt er, einzig auf die Tätigkeit als Anwalt konzentriert. Ohne Illusionen, was das amerikanische Rechtssystem angeht. Da wird eher gelogen als ermittelt, was wirklich gesehen ist. Selbst die Polizei oder die Staatsanwaltschaft schreckt nicht davor zurück, das Recht zu biegen oder gar zu brechen, wenn es darum geht einen Fall vor Gericht zu bringen. Ein Urteil, irgendein Urteil, das scheint das einzige Ziel zu sein. Kein Wunder, dass Rudd sich befleißigt fühlt, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Und meist macht er seine Sache gut, selbst wenn er persönlich in Gefahr gerät oder bedroht wird. Doch besteht nicht die Gefahr, das ein Fall im das Genick bricht. An einen Charakter wie Sebastian Rudd muss man sich erstmal gewöhnen. Er wirkt recht kühl und von seinen Fällen erzählt er recht distanziert. Nach und nach aber gewinnt man mehr Verständnis für die Art des Anwalts. Wenn kein anderer bereit steht, versucht er das beste für seine Klienten heraus zu holen. Verschiedene Verhandlungen werden nacheinander abgehandelt und erst nach einer Weile kristallisiert sich die eigentliche Handlung heraus, um dann gegen Ende wieder ein wenig zu zerfasern. Und so bleibt ein ungewöhnlicher Anwalt und nicht ganz einfacher Charakter mit teils ausgesprochen spannenden und interessanten Fällen, und ein Verlust jeglicher Illusion, die man über das amerikanische Rechtssystem in seiner praktischen Ausführung gehabt haben könnte.

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„Der Gerechte“ wirkt mehr wie eine verschriftliche Doku-Serie á la „Aus dem Leben eines Strafverteidigers“ denn als Thriller. Da der Hörer immer auf dem Stand des Anwalts ist, entfällt die spannende Tätersuche. Hier liegt das Hauptaugenmerk eindeutig auf dem Schauplatz des Gerichts, den Verfahren, dem schmutzigen Spiel um die Macht. Das, was zählt, ist der Sieg und dass die Gerechtigkeit da meist auf der Strecke bleibt, ist zwar plausibel, aber auch sehr traurig. Sebastian Rudd ist geschieden und hat einen Sohn, der bei seiner Mutter und ihrer Lebensgefährtin lebt. Da die beiden Elternteile sich nicht grün sind, darf sich Sebastian auch im Privatleben immer wieder mit von der Ex angezettelten Gerichtsverfahren herumplagen. Doch er sieht es mit Humor, da er meist am längeren Hebel sitzt. Auch wenn er im Beruf steht, ist ihm der Sieg hold, denn er ist einer der besten Strafverteidiger des Landes. Sebastian kennt durch seinen unorthodoxen Stil alle Tricks und Kniffe, weiß, wen man wie anpacken muss, um letztendlich die Geschworenen zum Wunschurteil zu führen, das im Idealfall „Freispruch“ lautet. Aber auch mit gravierenden Minderungen des ursprünglich von der Anklage angestrebten Strafmaßes ist Rudd zufrieden. Denn er tritt als Pflichtverteidiger für die sogenannten hoffnungslosen Fälle auf. Seine Klienten sind die, die sonst niemand will. Der „Abschaum“, diejenigen, denen man am liebsten keinen Prozess gewähren würde. Aber Rudd findet, dass auch Vorbestraften, Junkies, Mittellosen und anderen Randgruppen ein fairer Prozess zusteht – auch wenn er schon lange jedes Vertrauen in das amerikanische Rechtssystem verloren hat. Und so kämpft er mit Leib und Seele für seine Klienten. Sehr interessant, lebendig und fesselnd schildert Rudd aus seiner Sicht die Fälle, in die er involviert ist. Obwohl „Der Gerechte“ kein Thriller im herkömmlichen Sinne ist, spürte ich immer wieder Spannung und Aufregung, wenn ich den ausgeklügelten Verhandlungsführungen Rudds beiwohnte, in denen er die gegnerische Partei auseinanderpflückte und Beweise zwar nicht manipulierte, sie aber dermaßen aufbereitete und präsentierte, dass ihnen fast schon eine eigene Wahrheit innewohnte. Fair? Nein! Aber wer ist schon gerecht? Die Anklage jedenfalls nicht, auch sie verdreht die Tatsachen….aber Rudd ist ihnen immer eine Nasenlänge voraus. Um ab und zu mal verschnaufen zu können und aus dem Anzug des Anwalts herauszukommen, durchziehen die Geschichte immer wieder private Passagen, die sehr unterhaltsam und sympathisch dargeboten werden. Erschreckend, wie sehr die Gerechtigkeit aufs Abstellgleis gestellt und die Wahrheit vor den Zerrspegel gestellt wird. Leider werden alle Fälle so überzeugend geschildert, dass man an der Authentizität der Berichterstattung gar nicht rütteln mag und das Gefühl hat, über den Buchrand hinweg direkt in den Gerichtssaal zu spähen. Der Sprecher Charles Brauer ist eine Klasse für sich. Er mimt den großen Erzähler, dem man glatt abnimmt, der echte Rudd zu sein. Abgebrüht, schadenfroh und auch irgendwie unaufgeregt plaudert er aus dessen Berufs- und Privatleben und bescherte mir ein sehr unterhaltsames Hörvergnügen. Inhalt Sebastian Rudd ist kein typischer Anwalt. Seine Kanzlei ist ein Lieferwagen, eingerichtet mit Bar, Kühlschrank und Waffenschrank. Er arbeitet allein, sein einziger Vertrauter ist sein Fahrer, der zudem als Leibwächter und Golfcaddie fungiert. Sebastian Rudd verteidigt jene Menschen, die andere als den Bodensatz der Gesellschaft bezeichnen. Warum? Weil er Ungerechtigkeit verabscheut und überzeugt ist, dass jeder Mensch einen fairen Prozess verdient. Autor John Grisham hat 28 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und fünf Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia. Sprecher Charles Brauer, bekannt aus Film, Fernsehen und von der Bühne, wurde u.a. in seiner Rolle als „Tatort“-Kommissar Brockmöller populär. Er ist die Stimme der John-Grisham-Romane und hat alle Thriller des Autors für Random House Audio eingelesen. Quelle: Randomhouse

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Klappentext: Im Zweifel gegen den Angeklagten. Sebastian Rudd ist Anwalt. Seine Kanzlei ist ein Lieferwagen, eingerichtet mit Bar, Kühlschrank und Waffenschrank. Rudd arbeitet allein, sein einziger Vertrauter ist sein Fahrer. Rudd verteidigt jene Menschen, die von anderen als Bodensatz der Gesellschaft bezeichnet werden. Warum? Weil er Ungerechtigkeit verabscheut und überzeugt ist, dass jeder Mensch einen fairen Prozess verdient. Der Autor: John Grisham hat 28 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und fünf Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia. Der erste Satz: Mein Name ist Sebastian Rudd, und ich bin Strafverteidiger. Meine Meinung: Mein Mann hat mir meinen ersten John Grisham Roman empfohlen und es werden noch viele folgen, dass kann ich vorweg schon einmal sagen. Der Protagonist Sebastian Rudd, ist kein gewöhnlicher Anwalt mit einer eindrucksvollen Kanzlei und Partnern. Nein, Rudd hat seinen Van in ein mobiles Büro umgebaut und verbringt seine Nächte in Motels. Er kümmert sich auch nicht um erfolgreichen Fälle, sondern um die, die seine Kollegen nicht mal mit den Fingerspitzen anfassen würden und zwar egal ob der Angeklagte schuldig oder unschuldig ist. Rudd hat das Vertrauen in das amerikanische Rechtssystem schon lange verloren, trotzdem ist er der Meinung das jeder Angeklagte ein Recht auf einen fairen Prozess und einen engagierten Verteidiger hat. Grisham lässt uns von Sebastian Rudd durch mehrere seiner Fälle mitnehmen, die Abwechslung zwischen seinen Verteidigungen und sein Privatleben, in dem er nicht nur um das Sorgerecht seines Sohnes kämpfen muss, fand ich sehr gelungen. Ich würde mich sehr freuen Sebastian Rudd in weiteren Romanen von John Grisham wieder zu finden, bis dahin werde ich mich mit den zahlreichen weiteren Romanen vergnügen. Fazit: Ein klares 5 Sterne Buch und somit unbedingt Lesenswert.

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Als Grisham Fan kaufe ich Bücher von ihm schon bevor ich den Klappentext gelesen habe, was mich in diesem Fall aber auch nicht vor einem Fehlkauf gerettet hätte. Leider ist es mir schon mit seinen letzten Büchern ergangen und ich habe das Gefühle dass er mehr und mehr nachlässt. "Der Gerechte" ist in zwei Teile gegliedert, wobei der erste Teil einer Sammlung von Kurzgeschichten gleicht. Interessant ist in diesem Teil zu erfahren wie das amerikanische Rechtssystem funktioniert, nicht die einzelnen Fälle an sich. Beweise werden manipuliert und Recht gebeugt damit es einem anderen dient und hier kommt der engagierte Rudd zum Einsatz, der versucht dies mit allen Mitteln zu verhindern. Im zweiten Teil geht es viel um Rudds Privatleben, um Personen, die ihm und seiner Familie nicht wohlgesonnen sind, aber auch die einzelnen Fälle aus dem ersten Teil laufen nach und nach zusammen. Hier kam dann auch endlich Spannung auf, für mich aber ein wenig zu spät. Flüssig und locker sein Schreibstil, wie man es gewohnt ist, mit einer Prise Humor. Erschreckend wie das amerikanische Justizsystem dargestellt ist, man kann nur hoffe dass es so nicht ganz den Tatsachen entspricht und Grisham sich da einige Freiheiten genommen hat. Ein Thriller ist es für mich jedenfalls nicht, eher ein Lehrbuch über die amerikanische Justiz, das man lesen kann wenn man sich dafür interessiert, ansonsten sollte man lieber zu anderen Büchern greifen, die mehr Spannungspotential haben.

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Zum Inhalt Sebastian Rudd ist Anwalt. Sein Büro befindet sich in einem umgebauten Lieferwagen, sein einziger Mitarbeiter heißt Partner und ist zugleich Fahrer, Leibwächter und Babysitter, seine Klienten sind die, um die sich sonst niemand kümmert: Mittellose, Vorbestrafte, Ungebildete. Als Strafverteidiger kämpft er für Gerechtigkeit, denn jeder hat einen fairen Prozess verdient. Da ist z.B. der nicht so intelligente Gardy Baker, der zwei kleine Mädchen umgebracht haben soll. Dass alle Indizien für seine Unschuld sprechen und Gardy die Mädchen gar nicht umgebracht haben kann, interessiert die Öffentlichkeit nicht. Hauptsache ein Schuldiger ist gefunden. Dann ist da noch Douglas Renfro. Ein älterer gesetzestreuer Herr, der noch nie etwas Unrechtes getan hat. Durch eine Verwechslung stürmt ein Sondereinsatzkommando mitten in der Nacht sein Haus und erschießt dabei nicht nur seine beiden Hunde sondern auch noch dessen Ehefrau. Damit nicht genug, will der Staatsanwalt Mr. Renfro auch noch hinter Gittern bringen. Hat dieser doch in seinem Schreck auf die Polizisten geschossen, in dem Glauben Einbrecher wären in sein Haus eingedrungen. Einzig bei Arch Swanger, einem mehrfach vorbestraften Herumtreiber kann sich Rudd nicht so richtig überwinden. Doch schließlich gelingt es ihm durch Swanger die vor Jahren entführte Tochter des örtlichen stellvertretenden Polizeichefs zu befreien. Während Rudd beruflich für seine Mandanten kämpft, muss er sich privat immer wieder mit seiner Ex-Frau Judith auseinandersetzen. Diese ist nun mit einer Frau verheiratet und versucht Rudd ständig jeglichen Kontakt zu seinem Sohn Starcher zu verbieten. So treffen sich die beiden alle paar Monate vor dem Familiengericht. Persönliches Fazit Mit Sebastian Rudd hat Grisham eine sehr sympathische Figur geschaffen. Idealistisch und klug kämpft der Anwalt gegen die Ungerechtigkeiten des Systems. Herrlich unkonventionell verzichtet Rudd auf teure Büroräume, Partner und Sekretärinnen und begnügt sich mit seinem mobilen aber kugelsicheren Büro und seinem Freund und „Mädchen für alles“ genannt Partner. Sebastian Rudd ist der Anwalt der John Grisham laut Klappentext gerne selber geworden wäre, er ist ein sehr netter Typ, der sich selber nicht allzu ernst nimmt und spannende Fälle zu bearbeiten hat. Sein außergewöhnliches Hobby, dem Zugucken von Käfigkämpfen und Förderer junger „Talente“ macht ihn dabei noch menschlicher ebenso wie der dauernde Streit mit seiner Exfrau und die manchmal unbeholfenen aber liebevollen Versuche seinem Sohn ein guter Vater zu sein. Grisham benutz Rudd als Ich-Erzähler, was teilweise auch zu ganz witzigen Gedankengängen führt. „Das Familiengericht sehe ich immer nur dann von innen, wenn ich dort hin befohlen werde um Rechenschaft über meine Sünden abzulegen.“ (S.182) Anders als in allen anderen Büchern die ich bisher von John Grisham gelesen habe, handelt es sich bei diesem Buch nicht um eine durchgehende Geschichte. Vielmehr werden aus Sicht des Ich-Erzählers Sebastian Rudd einzelne Fälle beschrieben. Anfangs war ich daher etwas enttäuscht, da ich mich auf eine zusammenhängende Story eingestellt hatte und dieses Format von dem Autor auch überhaupt nicht kenne. Da die einzelnen Fälle aber so spannend waren und am Ende einige Fäden zusammenliefen, hat mich auch „Der Gerechte“ sehr begeistert. Wie in allen seinen Büchern beschreibt Grisham auch in den Fällen von Rudd Korruption bei der Polizei, Eitelkeiten eines Staatsanwaltes der auf Kosten unschuldiger Menschen die Karriereleiter erklimmen will, die schiefe Gesetzeslage und die Lügen der Politiker. Auch hier kann ich mir wieder vorstellen, dass alles genauso passiert sein könnte, was mich als Leser oft wütend zurück lässt. Soviel Ungerechtigkeit ist einfach schwer zu ertragen. Dazu kommen gefälschte Beweismittel, bezahlte Zeugenaussagen und erfundene Anklagepunkte die dazu führen, dass man jeden einzelnen Fall schnell zu Ende lesen möchte. Auch wenn der anfangs Episodenhafte Aufbau des Buches gewöhnungsbedürftig ist, kann ich das Buch jedem Grisham Fan empfehlen.

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In „Der Gerechte“ werden nacheinander einzelne Fälle erzählt. Diese sind zum Großteil abgeschlossen, aber auch Teil eines großen Ganzen. Der Streit um das Sorgerecht von Rudds Sohn zieht sich dabei durch das Buch wie ein roter Faden. Dass Rudd seinen Sohn zu einem Käfigkampf mitgenommen hat, stärkt dabei nicht seine Position. Ob Rudd mir sympathisch ist, nun ja, meine Meinung wechselte dazu immer mal wieder. Rudd ist auf jeden Fall ein unorthodoxer Anwalt. Seine Freude an Käfigkämpfen ist nur eine seiner Macken. Auf der anderen Seite ist er mit Leib und Seele bei der Sache, was ihm wieder einige Pluspunkte einbringt. So bringt er auch zum Schutz seines Mandaten den Richter so sehr auf die Palme, dass er freiwillig für kurze Zeit im Gefängnis einsitzt. Mittels eher unkonventioneller Methoden, setzt er sich für das Recht seiner Mandaten ein. Die Fälle sind recht abwechslungsreich: Mal hat sein Mandat einen Ringrichter nieder geschlagen, mal wird sein Mandat einer Entführung verdächtigt, mal hat jener auf ein SWAT-Team geschossen, welches unberechtigterweise die falsche Wohnung gestürmt hatte. Grundtenor aller Fälle ist Korruption, auf die man an jeder Ecke trifft. Da die Fälle ziemlich kurz gehalten sind, hatte ich ab und an Probleme, mich auf den neuen Fall einzustellen. Die Grundidee des Buches und der Charakter Sebastian Rudd haben mir gefallen, allerdings plätscherte das Geschehen eher vor sich hin. Da ich das Buch auf dem Weg zur Arbeit hörte, war das okay, ich weiß aber nicht, inwieweit ich das Buch zu Ende gelesen bzw. gehört hätte, wenn ich mich voll und ganz drauf konzentriert hätte. Die Spannung, die Grisham in seinen Fällen kreiert, und sich dann zum Schluss völlig entlädt, wie in „Die Jury“ oder „Die Akte“ fehlte mir in „Der Gerechte“ leider völlig. Aufgrund dieser fehlenden Spannung, kann ich nur drei Sterne vergeben.

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Nicht nur, weil Grisham wie gewohnt plakativ, flüssig und bildkräftig seine neue Geschichte erzählt (und damit vor den inneren Augen des Lesers die Ereignisse sehr lebendig und anschaulich werden lässt), sondern auch im Gesamtaufbau des neuen Werkes sind Tempo, Szenen, Verbindungen und je neue Impulse sorgfältig so gesetzt, dass man fast die einzelnen Folgen einer Serienstaffel aus dem Buch herauszulesen vermag. „Es gibt jede Menge Leute, die mich umbringen wollen und einige davon haben das ziemlich deutlich zum Ausdruck gebracht“. Aber da sei der Leser unbesorgt dieser Rudd kann sich wehren, privat wie beruflich. So ist verständlich (und wirkt frisch, anders), dass Sebastian Rudd, der Anwalt, der die dunkelsten Fälle übernimmt, sein Büro in einem Van eingerichtet hat und kaum einen Schritt ohne seinen Beschützer, Fahrer, Mädchen für alles und Freund „Partner“ unternimmt. Auf der einen Seite bietet Grisham in den einzelnen Hauptteilen des Buches immer wieder neue Fälle und neue Mandaten, deren Ergehen er zudem benutzt, immer wieder andere Teile des amerikanischen Gerichtswesens näher zu erläutern. Geschworenenauswahl, Vergabe von Richtern als Vorsitzende, die marode Arbeitsweise der Polizei, die vor gefälschten Beweisen, Vorverurteilungen, im Extremen gar Kindesentführung zur Erpressung von Informationen nicht zurückschreckt. Eine Staatanwaltschaft, die mit Eitelkeit und ständigem Schielen auf die eigene Karriere und Wiederwahl mehr beschäftigt ist, als mit gründlicher Rechtsprechung. Dass der des Mädchenmorde Angeklagte die Tat gar nicht begangen haben kann, egal, die Stadt will ihren Mörder und die Justiz ihren Erfolg. Dass ein unbescholtener Bürger sich mitten in der Nacht dunklen schießenden Gestalten gegenübersieht und Opfer zurückbleiben werden, was soll´s, da gibt es doch extra ein Gesetz für. Neben den konkreten Fällen lässt Grisham, auch das, wie bei erfolgreichen TV Serien üblich, einige Handlungsfäden sich durch die einzelnen Ereignisse durchziehen. Sein Sorgerechtstreit mi seiner Ex-Frau, die Anklage gegen einen MMA Kämpfer, den Rudd seit Jahren bereits mit gesponsert hat, alte Feindschaften, die auf harte Weise ihren Preis von Rudd einfordern, dazu ein gefährlicher Mann mit gefährlichen Neigungen und gefährlichen Informationen über das Verschwinden der Tochter eines Polizisten, der seinen Narren an Rudd gefressen zu haben scheint. Und diesen für die Polizei viel weiter in den Scheinwerfer rückt, als es ihm und seiner Familie je lieb hätte sein können. Wobei Grisham dafür sorgt, dass sich zum Ende hin alle Fäden vereinigen, alle Fälle auf die ein oder andere Weise schließen und so eine anregende, spannende, genau richtig getimte Lektüre ergibt. Temporeich, sehr flüssig und sprachlich eingängig aus einem Guss erzählt, sieht man die Ereignisse dieses neuen Romans und „neuen Helden“ tatsächlich bereits wie in Film-Form vor sich. Gespickt mit jeder Menge harter, teils zynischer (und wohl wahrer) Kritik am Justizwesen der USA.

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