Leserstimmen zu
Honeymoon

Harlan Coben

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Bei „Honeymoon“ handelt es sich zwar um eine deutsche Erstveröffentlichung, jedoch erschien der Thriller bereits 1990 mit dem Titel „Play dead“ und ist damit Harlan Cobens erster veröffentlichter Roman in den USA. In einem Vorwort bittet der Autor daher auch um Nachsicht, denn auch wenn er heute einiges anders machen würde, so hat er sein Frühwerk nicht überarbeitet. Ob man es dem Thriller anmerkt? „Honeymoon“ hat mich sehr schnell fesseln können und obwohl recht früh klar wird, dass hinter Davids Verschwinden ein abgekartetes Spiel steckt, entwickelt sich der Thriller schnell zum Pageturner. Ich liebe Cobens Erzählstil, der schnell, klar und sehr bildhaft ist. Zeitweise hat man regelrechte Filmszenen vor Augen, die dramaturgisch gut aufgebaut sind. Die Rückblenden sind vom Erzählstil allerdings etwas merkwürdig. Kursiv gesetzte Absätze, zum Teil durchsetzt mit Gedanken aus der Gegenwart. Das lässt sich sicher auch besser gestalten. Sehr genervt war ich vom Frauenbild in „Honeymoon“, da scheinen die Hormone mit dem Autor durchgegangen zu sein. Die Frauen sind allesamt wunderschön – eine schöner als die andere. Die Männer sabbern geradezu, wenn eine von ihnen auftaucht. Dabei ist im Übrigen unerheblich, ob die Frau jung oder alt, Model oder Sekretärin ist. Davon abgesehen mochte ich die Charakterzeichnung der Figuren. Sie sind lebendig, bildhaft und authentisch. Auch haben sie meist Ecken und Kanten, und vor allem verhalten sie sich glaubhaft. Okay, bis auf Stan, Davids Bruder, der durch die Liebe gewandelt wird. Das ist irgendwie bescheuert, jedenfalls bei so einem A**loch wie diesem hier. Großen Raum nimmt bei Coben das Basketballspiel ein, hier merkt man, dass ein Profi erzählt. In „Honeymoon“ merkt man das besonders stark, natürlich auch, weil David Basketballspieler ist/war. Es ist einerseits interessant, aber wenn man sich nicht besonders für Sport und die NBA interessiert, kann es auch zu detailliert werden. Ein Punkt, der mich bisher von seiner Myron-Bolitar-Reihe abgehalten hat. Die Handlung des Thrillers ist jedoch gut konstruiert, vielleicht auch schon mit etwas zu vielen Wendungen. Obwohl für den Leser recht schnell klar ist, was mit David passiert, bleiben die Gründe dafür lange im Unklaren. Hier wartet Coben vor allem zum Ende hin immer wieder mit Überraschungen auf, die die Seiten nur so dahin fliegen lassen. Trotz des überstrapazierten Wortes „Schönheit“ und kleinerer Schwächen hat mich „Honeymoon“ unglaublich gefesselt, so dass ich das Buch an einem Tag gelesen habe. Ich wäre Harlan Coben auch bei seinem Erstlingswerk verfallen. Ich war geschockt, fassungslos, aufgeregt und gerührt im Wechsel. Ich finde es toll, dass Goldmann das Buch auch im Deutschen veröffentlicht hat, auch wenn deutlich ist, dass Harlan Coben sich in seinen späteren Büchern deutlich gesteigert hat. Für Fans trotzdem ein Muss! © Tintenhain https://tintenhain.de

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Harlan Coben hat hier ein kurzes Statement zu seinem Erstlingswerk vor der eigentlichen Handlung für seine Leser einfügt, wo er Erstlesern seiner Thriller vom Lesen dieses Buches abrät…. Nun, da ich viele seiner spannenden Bücher kenne, konnte mich dieser Hinweis nicht abschrecken und ich war auf den Inhalt gespannt: Auf eine Inhaltsangabe verzichte ich hier, es steht genug dazu als Info auf dem Cover. Sportler und das Thema darum kommen oftmals wohldosiert in den Büchern des Autors vor, diesmal hätte man etwas den Rotstift ansetzten können. Die eingewobene Liebesgeschichte erinnert an "Seiferopern" mit ihren sehr gut aussehenden Mitwirkenden. Etwas weniger "Schönheit" hätte es auch getan. Vergleiche ich das Erstlingswerk mit den darauffolgenden sehr lesenswerten Büchern, kann man die Weiterentwicklung deutlich erkennen, denn die "Unebenheiten", die hier noch vorhanden sind, kommen in seinen weitern Büchern immer weniger, bis gar nicht mehr vor. Trotz oben genannter "kleiner Mängel" habe ich das Buch gern gelesen, denn Spannung war durchaus vorhanden und seinen Erzählstil mag ich sowieso!

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Leider zu konstruiert

Von: Bettina aus Niederndodeleben

29.07.2019

Ich hatte das Frühwerk als Hörbuch und wurde beim Hören zunehmend unruhig: fast zwanghaft wurde über die außergewöhnliche Schönheit der Protagonistinnen fabuliert, unnötige Längen, die den Hörer/ Leser auch nicht gerade fesseln, vorhersehbare "Geheimnisse" - das war schade. Ich habe die 17 Stunden "ab"gehört, fand das "Grab im Wald" knackiger. Ist wohl auch Geschmackssache. Und bei einem Frühwerk sollte ich wohl nicht zu streng sein ... Alles in allem gebe ich 3 Sterne.

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Was passierte wirklich auf der Hochzeitsreise von Laura und David? Eigentlich sind sie ein Traumpaar, doch dann verunglückt David in Australien und Laura ist todunglücklich. Allerdings häufen sich rätselhafte Vorkommnisse und Laura beginnt nachzuforschen. Doch sie stößt in ein Wespennest… Im Vorwort verrät Coben, dass das Buch schon länger in einer Schublade ruht und erst jetzt veröffentlich wurde. Oh je, waren meine Gedanken, ein Buch, bei dem der Autor noch geübt hat, das kann ja nichts werden – wo ich doch ein Fan seiner neuen Romane bin. Doch das Buch hat mich überrascht. Der Schreibstil von Coben ist gewohnt flüssig und anschaulich und zuerst auch spannend. Allerdings wird es schnell vorhersehbar und warum alle Frauen so klischeehaft „schön“ sein müssen, hat sich mir auch nicht erschlossen. Sonst hat mich das Buch aber gefesselt, vor allem, weil ich unbedingt wissen wollte, was da jetzt wirklich dahinter steckt. Ein Geheimnis über fast 600 Seiten geheim zu halten, das wirkte manchmal schon etwas gezwungen, und weil der Leser im Buch mehr weiß als Laura, flacht die Spannung gegen Mitte des Buches etwas ab, bleibt aber gut zu lesen und man wartet ja auch noch gespannt auf die Zusammenhänge. Fazit: Coben ist zu Recht stolz auf sein älteres Werk, allerdings hat er sich in den 20 Jahren doch sehr verbessert.

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