Leserstimmen zu
Das Blut der Pikten

Bastian Zach, Matthias Bauer

Die Pikten-Saga (1)

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Wie schon in ihrem Drehbuch zum Schlachtfest "Northmen - A Viking Saga" inszeniert das Autorenduo Zach und Bauer hier jede Menge gefühltes Mittelalter, ergänzt um manche reizvolle Idee. Erneut steht eine Schar Krieger im Mittelpunkt, die sich im Feindesland beweisen muss. Erkenntnisse über das Leben der historischen Pikten sind rar, ihre Spuren verlieren sich im neunten Jahrhundert. Also kann mit ihnen alles mögliche passiert sein und da ist es keine allzu weit hergeholte Idee, die letzten Überlebenden auswandern zu lassen. Warum es nun ausgerechnet Grönland sein musste und warum die Siedler dort über Generationen hinweg nie auf Wikingerstämme treffen, die dort zur selben Zeit gesiedelt haben müssten, bleibt unklar. Auf der Coverabbildung und in vielen Namen finden sich zudem allerhand keltische Elemente, als die Kriegerschar jedoch von einem Fischer in einer offenbar rekonstruierten Form von frühem schottischen Gälisch angesprochen werden, versteht niemand ein Wort. Erstaunlicherweise kann aber einer der Pikten Ogham lesen, das zwar untypischerweise nicht in den Rand eines Steines sondern auf eine ebene Oberfläche geritzt wurde, und führt das auf eine mit ins Exil genommene fortlaufende Tradition zurück. Dergleichen Ungereimtheiten kann man im Rahmen eines Abenteuerromans mit historischem Hintergrund gerade noch akzeptieren, der prinzipiell interessante Gedanke der Rückkehr der letzten Pikten hätte besser recherchiert aber noch glaubwürdiger gewirkt. Nachdem das eigentliche Abenteuer ab Seite einhundertfünfzig endlich beginnt, driftet die Erzählung leider in bekannte Klischees ab. Zuvor reißen die Autoren noch allerhand Interessantes an, beispielsweise eine Religion, die aus Elementen des überlieferten Götterglaubens der Pikten und christlichem Gedankengut besteht, wie es auch am wahrscheinlichsten ist. Kaum befinden sich die Krieger jedoch an Bord des Schiffes deutet sich ein Bruderzwist zwischen den Stiefbrüdern Caitt und Kineth an. Aufgrund ihrer sehr eindeutigen Charakterzeichnung ist abzusehen wie das ganze ausgeht. Gegner und Mitstreiter sterben unter verschiedenen Umständen, die meisten Hauptfiguren bleiben jedoch zugunsten einer im nächsten Jahr folgenden Fortsetzung unangetastet. Zudem wird manches Ideal etwas überstrapaziert, denn für Päderastie und mörderische Verschwörungen sind natürlich größtenteils christliche Mönche zuständig, während die Pikten, sowie ihre Freunde und Verbündeten, selbst heute als feministisch wahrgenommenen Ideen wie selbstverwalteten Frauendörfern aufgeschlossen gegenüber stehen. Doch auch dieser Aspekt dient eher als Vorwand für genüsslich beschriebene Kopulationsszenen, in denen sich volle Brüste an Körper schmiegen, Frauen Männer unterwerfen und flotte Dreier in gemütlichen Hütten stattfinden. In der Figur des literarisch und historisch verbürgten Egill Skallagrímsson findet sich ebenfalls eine grundsätzlich gute Idee, die sogar eine Lücke in dessen Lebenslauf zu schließen versucht. Leider bleibt es auch hier bei einer groben und austauschbaren Charakterzeichnung, ähnlich wie bei vielen anderen Angehörigen der Kriegerschar. Für begeisterte Leser von Abenteuerromanen wie Giles Kristians "Götter der Rache" ist "Das Blut der Pikten" durchaus zu empfehlen. Die Schreibe ist schnörkellos, die Handlung tritt selten allzu lange auf der Stelle und über diese Eventualität der piktischen Geschichte wurde noch nicht viel geschrieben. Wer mit Rücksicht auf Zeitgeist und Eigensinn geschriebene Historienromane à la Gablé oder Cornwall vorzieht, wird hier allerdings nicht glücklich. Seitenzahl: 560 Format: 12,1 x 18,9 cm, Klappenbroschur Verlag: Heyne

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zum Inhalt In Brittanien ist im Jahre 937 das Volk der Pikten so gut wie ausgelöscht. Die Überlebenden fliehen nach Grönland und fristen dort ihr Dasein. Kein einfaches Leben in der Kälte und der Kargheit und dem schlimmsten Schmerz von allem - dem Hunger und das Heimweh. Eines Tages werden sie erneut in eine Schlacht mit Wikingern verwickelt.....Werden sie sich verteidigen können? Und was genau hat es mit der großen Prophezeihung auf sich? Der junge Krieger Kineth reist mit weiteren Kriegern in die Heimat seiner Ahnen um sich der Prophezeihung zu stellen und sein Volk zu retten. Was wird er in Brittanien vorfinden? meine Meinung Da ich ein Coverkäufer bin, hätte ich dieses Buch so nie gekauft. Es wirkt eigentlich dunkel, brutal und verspricht blutige Seiten mit einer Schlacht nach der anderen. Dem ist aber nicht so. Natürlich gibt es Schlachten, aber diese stehen nicht im Vordergrund und überdimensionale Details bleiben uns erspart. Vielmehr geht es ums große Abenteuer, um Zusammenhalt, Freundschaft, den Glauben und auch um Liebe - allerdings ohne Kitsch. Die über 500 Seiten lesen sich durch den tollen Schreibstil wie im Fluge, auch wenn ich manchmal stutzte und einige Passagen erneut überfliegen musste um den Sinn zu erfassen. Das liegt wohl an den oft wechselnden Charakteren.... und davon gibt es wirklich viele. Die Hintergründe sind sehr schön recherchiert, man lernt also noch einiges dazu. Da ich die Pikten noch gar nicht kannte, habe ich mich im Internet belesen und denke das die Pikten stolz auf dieses Buch über sie wären :) Eine spannende historische Abenteuergeschichte die es sich zu lesen lohnt ! 4 ★★★★

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Die Pikten, unterschiedliche Stämme aus Schottland, sind seit 100 Jahren nicht mehr existent. Sie haben in der Mitte des 8. Jahrhunderts mit den Skoten ein gemeinsames Reich gebildet. Während dieser Zeit war eine kleine Gruppe Pikten ausgewandert und in Grönland gelandet. 937 nach unserer Zeitrechnung beginnt der Roman Das Blut der Pikten und erzählt das Schicksal einer Gruppe mutiger Männer und Frauen, die die Orte ihrer Ahnen wieder aufsuchen wollen, um dem harten Klima Grönlands zu entkommen. Da ich nicht viel über die Pikten wusste, stürzte ich mich in das Buch. Der Erzählstil von Bauer-Zach gehört zum Besten des Jahres 2016. Klare Sprache, detaillierte Beschreibungen von Szenerien und Emotionen machen das Lesen des Romans kurzweilig und interessant. Es gibt viele Charaktere, die unterschiedlich stark beschrieben sind. Die Handlungsweisen waren für mich immer nachvollziehbar und begründet. Was mir gar nicht gefallen hat, sind die vielen losen Handlungsstränge, die am Ende des Romans offen blieben. Sei es die Frage, ob die Abenteurergruppe ihr Glück findet in der neuen Heimat, warum eigentlich der Bach versiegt ist im Heimatort auf Grönland oder ob der Dorfchef in seiner Verbannung überlebt, werden nicht beantwortet. Selbst wenn ein Folgeroman geplant wäre, ist das sehr unbefriedigend für mich. In der E-Book Ausgabe fehlt im Gegensatz zum gebundenen Werk eine Schottlandkarte. Das Glossar hat seinen Namen nicht verdient. Damit ist für die Verfolgung der Geschichte wieder mal Google notwendig. Schade! Und wie sieht es mit der historischen Genauigkeit aus? Es ist ein Fantasy Roman, kein historischer Roman. Aber diesen Anspruch stellen die Autoren selber scheinbar nicht. Mein Fazit: Der im August 2016 erschienene Roman Das Blut der Pikten hat mein Herz knapp verfehlt. Brillant beschrieben, aber nicht völlig durchdacht, hat dieses Werk mir ein einige spannende Lesestunden bereitet. Vielleicht hätte dem Werk an der einen oder anderen Stelle etwas Straffheit gut getan, aber die 560 Seiten finde ich sinnvoll gefüllt. Auch wenn der Roman einige Schwächen hat, empfehle ich ihn trotzdem.

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Rezension Inhalt: Die Ureinwohner Britanniens, die Pikten haben sich im Jahr 937 A.D. nach Grönland zurückgezogen , um der Ausrottung in ihrer ursprünglichen Heimat zu entgehen. Die Lebensbedingungen sind hart, es gibt strenge Winter und sie leben dort recht abgeschieden von anderen Volksgruppen. Bis eines Tages ein Schiff der Nordmänner strandet und die Schiffsleute eine Seuche in sich tragen und die Pikten damit infizieren. Diese beschliessen nach langem Zögern in ihre alte Heimat zurückzukehren und ein Teil des Volkes macht sich auf den Weg über das Meer,,,,, Meine Meinung: Ich musste mich regelrecht zwingen im oben abgebildetem Buch weiter zu lesen. Es ist kein typisch historischer Roman in meinen Augen, sondern eher eine oberflächliche Zusammenstellung von Fakten, ungenau beschriebenen , viel zu vielen Personen, deren Charaktere einfach in ein paar Sätzen angerissen wurden und die dann nie oder nur noch selten wieder auftauchten. Nur die drei Geschwister um den Protagonisten Kineth erhalten meine Sympathie in der Geschichte. Der Roman ist nicht einmal besonders blutig oder mit brutalen Szenen ausgestattet. Ich habe einfach keinen echten, fesselnden, roten Faden gefunden. Das Glossar wird superklein gehalten, wohl um den Leser nicht zu überfordern . Dabei bin ich eigentlich frohgemut auf diese Geschichte eingegangen - endlich über die Ureinwohner Britanniens - die sagenumwobenen Pikten, etwas zu erfahren. Teilweise sind diese Erwartungen auch erfüllt worden. Zumindest weiss ich nun, dass sie wohl intensiv tätowiert waren. Ich habe trotz allem keinen echten Zugang gefunden und mich durch das Buch gequält. Leider. Ich vergebe mit ungutem Gefühl nur drei Sternchen. Herzlichen Dank an den Heyne-Verlag, RandomHouse und die beiden Autoren für die Bereitstellung des Buches.

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Grandios

Von: Carmen

08.11.2016

Ohne großes Überlegen wie war das doch gleich noch mal und ohne das man noch einmal den ersten Teil gelesen haben muss kommt man schnell wieder in die Geschichte hinein. Was ja für die Geschichte spricht, die Protas haben ihr Autorengespann im Griff. So das sie sich weiterentwickeln können und dem Leser immer wieder eine Überraschung bereiten. Und das ist auch gut so. Den nichts ist schrecklicher als Charaktere die sich nicht entwickeln dürfen. Auch ist für ein Auf und Ab der Gefühle bestens gesorgt, so möchte man ab und zu einmal einem Prota den Hals umdrehen oder einfach nur mal in den Arm nehmen. Aber das Buch nicht auf mehrere Etappen lesen ist fast unmenschlich aber wer kann schon einfach nur mal so 640 Seiten auf einmal durchlesen. Nach wie vor bin ich von dem Schreibstil der beiden Autoren begeistert und hoffe doch stark das ich dieses mal nicht ein Jahr warten soll um den 3 Band zu lesen. Auch bin ich auf das Cover des neuen Bandes gespannt, da es für meine Begriffe nicht mehr zu toppen ist.

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Solide

Von: Weinlachgummi

01.11.2016

Über das Volk der Pikten ist nicht viel bekannt. So gibt es auch nicht viele Romane über sie. Deswegen habe ich mich auch sehr gefreut, als mir dieser hier vom Verlag Vorgestellt wurde. Der Klappentext versprach eine Abenteuerliche Reise. Das Cover ist passend für einen historischen Roman und reiht sich mit seinem Design in viele andere dieses Genre ein. So sticht es zwar nicht heraus, wirkt aber stimmig. In der Klappbroschur findet man eine Karte von Nord Schottland und am Ende ein Glossar. Dieses fand ich leider nicht sehr hilfreich. Hier hätte ich mir mehr Erklärungen gewünscht. Manches musste ich mir selbst, mit Hilfe von Google zusammensuchen. An sich kein Problem, sofern man beim Lesen zugriff zum Internet hat, ansonsten eher unpraktisch. Grönland 937 A. D. Um der Auslösung zu entgehen haben sich die Pikten nach Grönland aufgemacht. Doch nun Jahre später, ist das Leben nicht leichter geworden. Der Boden ist meist unfruchtbar, die Winter lange und hart. Und es gibt nichts Neues, isoliert leben sie auf ihrem Gebiet, abgeschieden von anderen Völkern. Doch dann strandet ein Schiff mit Nord Männern. Dieses bietet die Chance, einer alten Legende zu folgen und endlich wieder in die Heimat zurück zukehren. Die Entscheidung fällt dem Clanoberhaupt nicht leicht, doch als die von den Nord Männern eingeschleppte Krankheit um sich greift, bleibt ihm kaum eine andere Wahl. Zu den Charakteren, da gibt es so einige. Manche werden nur kurz angeschnitten, andere erlebt man das ganze Buch hindurch. Besonders die drei Kinder von Brude dem Clanoberhaupt, Caitt, Ailean und Kineth. Wobei ich Letzteren fast als Hauptcharakter betiteln würde. Leider fand ich durch die ständigen Wechsel nicht so richtig zu den einzelnen Charakteren, ich konnte keine richtige Beziehung aufbauen. Noch dazu war ich manchmal etwas orientierungslos, weil die Blickwinkel mal mehr mal weniger schnell wechseln, ohne dies durch eine Überschrift etc. anzukündigen. Andererseits ermöglichten diese vermehrten Wechsel, einen guten Rundumblick. So wusste man zum Beispiel auch, was in Grönland passiert. Ich bin wirklich kein Mensch, der Schlachten und viel Blut braucht. Und es gibt auch Schlachten in diesem Roman, aber trotzdem hat mir hier etwas im Bezug darauf gefehlt. Wenn ich da zum Beispiel an die Kampfszenen aus Götter der Rache von Giles Kristian denke, da haben mir hier die Emotionen gefehlt, die Gefühle, das Adrenalin kam nicht bei mir an. Wer aber an sich nicht so viel gefallen an Schlachtszenen hat, wird dies hier kaum als Merkel wahrnehmen. Allgemein kam ich nicht so gut in die Geschichte rein, vielleicht lag es an den eher geringen Beschreibungen. Wobei ich mir auch Vorstellen könnte, dass das Buch durch zu viele Beschreibungen zu zäh geworden wäre. Fazit: Durch die vielen Perspektivwechsel bleibt die Handlung dynamisch, aber die Charaktere kamen mir nicht richtig nahe. Die Geschichte ist solide, mit spannenden Szenen, aber auch mit Längen. Empfehlung an alle, die gerne mehr über die Pikten erfahren möchte und allgemein gerne historische Romane lesen.

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Ich habe eine neue Rezi für euch! Heute geht es um den Roman „Das Blut der Pikten“ von Bastian Zach und Matthias Bauer. Die beiden Autoren erzählen eine Geschichte, die um 937 A.D. in Grönland spielt. Eine Gruppe Pikten machen sich auf den Weg, ihr nahezu ausgelöschtes Volk vor dem Untergang zu retten. Auf ihrer Reise haben sie einige Prüfungen zu bestehen. Die Einführung in das Buch ist recht kurzgehalten und kommt ohne Schnickschnack direkt zur Sache. Der Schreibstil ist detailliert genug, um den Leser sofort in das Geschehen eintauchen zu lassen, ohne sich in Unwichtigkeiten zu verlieren. Die Figur des Protagonisten ist sympathisch und passt zur Story. Unerwartete Ereignisse halten die Spannung aufrecht und lassen das Ende im Dunkeln, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Mich konnte sowohl die Story, als auch die Handlungen der Charaktere überzeugen. Wer gerne frühmittelalterliche Fantasy-Romane liest macht bei dem Buch sicher keinen Fehler. Freunde historischer Romane mit höherem geschichtlichen Anspruch kommen allerdings nicht auf ihre Kosten, da es sich um einen Fantasy-Roman ohne historischen Hintergrund handelt. Alles in allem aber ein gelungenes Buch um sich die Zeit zu vertreiben.

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Ich war sehr gespannt, endlich mal einen Roman über die Pikten zu lesen, die in der Literatur noch nicht ganz so weit verbreitet sind. Und es war auch wirklich interessant, so einiges über ihre Lebensweise und das Sozialgefüge zu erfahren. Allerdings handelt es sich hier um einen Clan, der in seit Generationen in Grönland lebt, da seine Vorfahren der völligen Vernichtung in der Heimat knapp entgangen waren und in der rauen Umgebung ein mehr oder weniger karges Leben führen. Die Winter werden härter, die Ernten ärmer und das Leben immer schwerer. Als dann eines Tages ein Schiff der Nordmänner mehr oder weniger strandet und die Eindringlinge leicht besiegt wurden, keimt schnell die Hoffnung auf, dieses öde Eiland endlich verlassen und in die alte Heimat zurückkehren zu können. Doch das Schiff ist Segen und Fluch zugleich, denn die Nordmänner haben eine Krankheit eingeschleppt, die schnell um sich greift. Und schließlich muss das eigentlich umsichtig handelnde Clanoberhaupt Brude doch seine Einwilligung zum Aufbruch von 49 tapferen Männern und Frauen geben, die einer alten Legende folgen und die alte Heimat zurückerobern sollen. Was nun beginnt ist ein Abenteuer mit vielen Hindernissen für die 49 und ein Drama für die Daheimgebliebenen, die nicht nur mit der Krankheit zu kämpfen haben, sondern leider auch einen sehr ehrgeizigen Priester in ihren Reihen haben (denn diese Pikten sind inzwischen zum „rechten“ Glauben übergetreten). Die Handlung ist wirklich spannend mit interessanten Schauplätzen und Entwicklungen. Da gibt es zum Beispiel ein Dorf, in dem nur Frauen leben. Dieses Kapitel gehörte zu den unterhaltsamsten im Buch. Es wimmelt von verschiedenen Charakteren. Einige davon sind wirklich gut gelungen, vor allem die drei so unterschiedlichen Kinder Brudes, die sich auf der Fahrt bewähren müssen, haben mir gut gefallen. Der ein oder andere darf mal kurz aufblitzen und viele werden erwähnt, sind aber schon drei Sätze weiter wieder aus dem Gedächtnis verschwunden. Und gerade, als die Handlung so richtig Fahrt aufgenommen hat, die Gemeinschaft beinah am Ziel der Mission ist und sich die Charaktere wirklich offenbaren, sind die Autoren leider zu dem Schluss gekommen, dass das jetzt genug sei. Der Leser bleibt mit vielen offenen Fragen und ziemlich unbefriedigt zurück. Bleibt zu hoffen, dass die Fortsetzung (zu der ich zwar noch nichts gefunden habe, aber die es einfach geben muss) nicht allzu lange auf sich warten lässt. Mir fällt es wirklich schwer, dieses Buch zu bewerten. Es war interessant und auch sehr gut und zügig zu lesen, weil die Autoren auf ausschweifende Erklärungen und Beschreibungen verzichten. Aber diese vielen offenen Handlungsstränge lassen mich einfach unzufrieden zurück. Weder weiß man, ob die Mission der 49 von Erfolg gekrönt wird oder was aus ihnen allen wird, noch wie sich die Dinge auf Grönland entwickeln werden, wo auch einiges im Argen liegt. Hinzu kommt noch ein Glossar, dass den Namen nicht verdient, weil viele Dinge nicht erklärt werden, die ich mir dann ergoogelt habe. Eigentlich werden nur ein paar Redewendungen und Worte übersetzt, was man auch gut per Fußnote hätte tun können. So werden es jetzt am Ende doch nur 3 statt 4 Sterne, aber die Fortsetzung werde ich auf jeden Fall lesen, weil ich wissen will, wie es mit den Pikten in der alten und neuen Heimat weitergeht und ob sich am Ende die als die wahren Anführer erweisen werden, von denen ich es mir erhoffe. Unerwähnt bleiben sollen allerdings nicht die wunderschönen Einschübe vor den Kapiteln, die aus der Vorstellungswelt der alten Völker geboren sein mögen, die die Götter auch in Gestalt von Raubtieren verehrten und ein ganz anderes Verhältnis zur Natur hatten, als wir heute. Diese Stellen haben mir ganz besonders gut gefallen. Wer sich für Lebensweise und Bräuche der Pikten und die Verhältnisse im Norden Europas im ersten Jahrhundert interessiert, darf hier gern zugreifen, sollte aber vielleicht warten, bis die Reihe vollständig und somit der Frustfaktor nicht so groß ist. Fazit: Spannende Story, interessante Charaktere, aber leider eine (noch) unvollendete Geschichte.

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