Leserstimmen zu
DNA

Yrsa Sigurdardóttir

Kommissar Huldar und Psychologin Freyja (1)

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Da ist der Autorin ein toller Start einer neuen Serie gelungen, die ich auf alle Fälle weiterverfolgen werde. Ein spannender Fall, mit fiesen Mordmethoden und einer Aufklärung die mich extrem überrascht hat. Zudem bekommen auch die einzelnen Protagonisten hier genug Zeit sich vorzustellen und manches ist nicht leicht zu lesen, vor allem wenn es um die kleine Margret geht, die während des schrecklichen Mordes an ihrer Mutter, sich unter deren Bett versteckt hält und alles direkt mitbekommt. Des Mädchens, welches extrem verstört ist, nimmt sich die Kinderpsychologin Freyja an, die mit diesem Kontakt dann auch noch ins Visier des verrückten Mörders gerat. Kommissar Jonas Huldar bearbeitet den Fall und kann somit auf der Karriereleiter etwas aufsteigen, deswegen kann er diesen nicht vermasseln und er hängt sich voll rein. Den Großteil des Buches nimmt deswegen auch die Ermittlerarbeit ein, die aber keineswegs langweilig oder unrealistisch daherkommt. Zudem werden die Foltermethoden erwähnt, aber nur angedeutet und ich konnte als Leserin dann meine Phantasie spielen lassen. Interessant fand ich beim Lesen, das ich irgendwie so gar keine Verbindung zwischen den einzelnen Opfern finden konnte und was die Amateurfunkerfreunde darin zu suchen hatten, außer das sie ID´s und Personennummern illegal abgehört hatten. Doch die ganzen einzelnen Fäden kamen am Ende des Buches logisch zusammen und es hat mich echt umgehauen, denn damit hatte ich so gar nicht gerechnet, das die Person was damit zutun hatte. In der Story haben fast alle Charaktere ihr persönliches Päckchen zu tragen, so das oftmals diese düstere und schwer zu ertragende Wehmut aufkam, die aber wieder so typisch für diese skandinavischen Krimis und Thriller ist. Ich liebe das sehr. Freue mich schon auf weitere Fälle mit Freyja und Jonas.

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Eine Frau wird nachts grausam ermordet, während ihre Tochter unter dem Doppelbett kauert. Eine weitere Frau wird unter ähnlichen Umständen brutal zu Tode gebracht und niemand kann einen Zusammenhang sehen. Außer den merkwürdigen Botschaften, die der Täter bei beiden Opfern hinterlassen hat. Kommissar Huldar liegt nun viel daran, dass kleine Mädchen als einzige Zeugin zu verhören, doch dazu muss er sich mit Psychologin Freya auseinandersetzen. Obwohl die knappe Inhaltsangabe banal und typisch klingt, konnte ich mich von der ersten Seite an Yrsa Sigurdardóttirs Stil nicht entziehen. Es ist ein ganz typischer Kriminalroman, mit vagen Spuren, seltsamen Ereignissen und den standardisierten Ermittlern. Denn schafft es die Autorin schafft aus diesen einfachen Zutaten ein kriminalistisches Meisterwerk zu kreieren. Gleich am Anfang ist man mittendrin. Man befindet sich bei einer jungen Frau, die mit ihren Kindern allein zuhause ist. Es ist Nacht, es ist ruhig, die Kinder schlafen schon, und auf einmal kriegt sie es mit der Angst zutun. Diese und andere Szenen sind so realistisch beschrieben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, weil ich mitten im Geschehen auf Island war. Die Protagonisten - Kommissar Huldar und Psychologin Freya - sind ebenso aus dem Leben gegriffen. Sie haben zwar beide ihr Päckchen zu tragen, allerdings gerade so, wie es für Menschen in diesem Alter normal ist. Es gibt keine versteckten Superhelden, keine traumatischen Erlebnisse, von denen sie für ihr ganzes Leben gezeichnet sind, sondern es handelt sich dabei um zwei ganz normale Menschen, die gute und schlechte Zeiten hinter sich haben und nun gemeinsam an diesem Fall arbeiten. Außerdem begleitet man noch einen jungen Mann namens Karly, der sich ganz und gar der Funkerei verschrieben hat. Hier arbeitet die Autorin interessante Fakten über das Funken ein, das mittlerweile in Vergessenheit gerät, jedoch nach wie vor eine wichtige Funktion einnimmt. Diese Perspektiven wechseln sich ab. Einmal geht man mit Freya die Zeugenaussage des kleinen Mädchens an, dann ist man mit Huldar dem Mörder auf der Spur und auf einmal wird wieder eine Frau umgebracht. Die Mordarten sind äußerst brutal gewählt. Wer solche Szenen scheut, darf sich hiervon nicht einschüchtern lassen, weil es die Autorin dem Kopfkino überlässt, die Details auszuschmücken. Die Sterbeszenen enden genau im richtigen Moment, bevor es grauslich wird. Die Handlung ist typisch Krimi und dann auch wieder nicht. Denn Yrsa Sigurdardóttir hat mich derart auf die falsche Fährte gebracht, dass ich am Ende erstaunt die Augen aufgerissen habe. Wer hätte das gedacht? Die Hintergründe waren einleuchtend und mit diesem wunderbaren Island-Krimi-Charme versehen, der mit den Besonderheiten der Insel und der Bevölkerung besticht. Meiner Meinung nach hat die Autorin einen außergewöhnlichen Stil, den ich als „isländisch“ bezeichne, obwohl ich natürlich nicht weiß, was typisch für isländische Schriftsteller ist. Denn trotz des nüchternen, ruhigen Tons, baut sie eine unheimliche Spannung auf, die einen nicht mehr loszulassen gedenkt. Für mich ist Yrsa Sigurdardóttirs „DNA“ ein Krimi erster Klasse, wie man ihn selten zu lesen bekommt. Wer Atmosphäre, Stimmung und authentische Charaktere schätzt, sollte sich unbedingt auf Island begeben und mit Huldar und Freya diese brutalen Morde aufklären.

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„Es ist jemand im Haus“ wird Elísa von ihrer kleinen Tochter Margrét gewarnt. Doch Elísa glaubt ihr nicht und kurz darauf ist sie tot. Ermordet auf grausamste Weise und das siebenjährige Mädchen ist die einzige Zeugin. Vorsichtig versuchen die Beamten der Polizei mit Hilfe der Psychologin Freyja das traumatisierte Mädchen zu befragen und erfahren, dass Elísa wohl nicht das einzige Opfer bleiben wird. Freyja ist verblüfft als ihr der leitende Ermittlungsbeamte Huldar gegenüber steht. Ausgerechnet mit ihm hat sie vor kurzem eine Nacht verbracht und bisher glaubte sie, er sei Tischler. Die Polizei hat kaum Anhaltspunkte, doch währenddessen gehen bei einem jungen Amateurfunker merkwürdige Zahlencodes ein. Sie scheinen mit dem Mord in Verbindung zu stehen und merkwürdigerweise auch mit seiner Person. Mit „DNA“ startet Yrsa Sigurðardóttir in eine neue Reihe um Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja. Zunächst fällt auf: Es gibt mit Anika Wolff eine neue Übersetzerin. Vielleicht bleiben somit zukünftig Schnitzer wie der Schreibtisch auf dem Computer (gemeint war der Desktop) oder penetrantes Kontern („Das letzte Ritual“) zukünftig erspart. Es ist das erste Mal, dass ich bei einem Buch von Yrsa Sigurðardóttir etwas zurückschrecke. Der Mord, der gleich am Anfang passiert, ist von unvorstellbarer Grausamkeit. Zwar wird zum Ende hin klar, warum er gerade so passieren musste, dennoch frage ich mich, warum es eigentlich immer perverser werden muss. Dennoch, eins muss ich ihr lassen. Yrsa Sigurðardóttir erzählt, was passiert ist, erspart aber dem Leser eklige Details und zwingt nicht widerliche Bilder auf, die schlaflose Nächte versprechen – vor allem kommt sie nicht immer wieder darauf zurück. Der Fokus liegt bei Yrsa Sigurðardóttir nach wie vor auf genial konstruierten Plots und spannenden Verwicklungen, von denen man zunächst nichts ahnt. Der eigentlichen Handlung wird ein Prolog vorangestellt, in dem 28 Jahre zuvor drei verwaiste Geschwister voneinander getrennt werden. Immer wieder fragt sich so der Leser, welche Rolle diese Episode aus der Vergangenheit spielt und in welchem Zusammenhang sie zu den derzeitigen Ereignissen stehen könnte. Ein geschickter Schachzug, der mich bis zum Ende hat rätseln lassen, genauso allerdings wie der Titel „DNA“. Auch hier erschließen sich erst ganz zum Schluss Zusammenhänge. Mit ihren beiden Protagonisten Haldur und Freyja schafft Sigurðardóttir ein ungleiches Pärchen, das sich als solches nicht sieht, und dadurch sehr viel Entwicklungspotenzial hat. Gute Voraussetzungen also für die Fortsetzungen. Überhaupt zeigt Sigurðardóttir bei der Entwicklung von Charakteren besonderes Einfühlungsvermögen, Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis. Ihre Figuren sind wie aus dem Leben gegriffen und mit ihren Eigenarten sympathisch und authentisch. Dabei muss der Kommissar weder eine gescheiterte Existenz oder dem Suff verfallen sein, wie es in skandinavischen Krimis Usus zu sein scheint. Auch die Nebenfiguren sind bildhaft gezeichnet und beleben den Plot auf ihre Weise. Dadurch, dass viel Wert auf eine anschauliche Charakterisierung der Personen gelegt wird, könnten Leser einige Szenen als langatmig empfinden, vor allem wenn sie ihren Fokus mehr auf atemloser Spannung haben. Für mich war es denn auch eher Krimi als Thriller, wobei in meinen Augen der Spannungsbogen konsequent gehalten wurde. Der Kriminalfall ist von den Mordmethoden her zwar echt widerlich, aber wie gesagt, man muss sich glücklicherweise nicht weiter damit auseinandersetzen, sondern kann sich vielmehr auf die Lösung desselben konzentrieren. Gar nicht so einfach, denn auch wenn keine falschen Fährten gelegt werden, ist der Fall so verzwickt, dass nicht einmal der zweite Handlungsstrang mit dem Amateurfunker wirklich Licht ins Dunkel bringt. Zwar frohlockte ich am Ende, dass ich wüsste, wer der eigentliche Mörder sei, aber nein, weit gefehlt, am Ende kam dann doch noch mal alles ganz anders – und ehrlich gesagt dann auch mit konsequent-logischer Aufklärung. Mich hat Yrsa Sigurðardóttir mal wieder überzeugen können und ich freue mich auch schon auf den nächsten Fall von Haldur und Freyja. © Tintenhain

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Trennung

Von: wal.li

02.10.2016

Die Polizei ist ratlos. Eine junge Mutter wurde tot aufgefunden, die Nachbarn haben ihre zwei Söhne vorübergehend in Obhut genommen, von der Tochter fehlt noch jede Spur. Kommissar sucht den Tatort auf, um Hinweise zu finden, die auf den Täter hindeuten könnten. Zu seinem Entsetzen findet er die siebenjährige Tochter des Opfers. Sie hatte sich versteckt und musste miterleben wie ihre Mutter zu Tode kam. Das Mädchen ist die einzige Zeugin, jedoch völlig traumatisiert. Die Polizei wendet sich deshalb an das Jugendhaus, um sie von einer Psychologin befragen zu lassen. Im Jugendhaus trifft Kommissar Huldar ausgerechnet auf Freyja, der er während einer Nacht erzählt hat, er sei Tischler. Mordfälle wie aus dem Nichts heraus, was kann einen Täter veranlassen plötzlich zum Mörder zu werden. Gibt es eine Verbrecherkarriere oder wird manchmal auch ein vorher völlig unauffälliger Mensch zum personifizierten Bösen. Kommissar Huldar leitet die Ermittlungen, allerdings nicht, weil er sich besonders hervorgetan hat, sondern weil etliche der erfahrenen Kollegen in einen Skandal verwickelt sind und sie nicht mit so einem möglicherweise öffentlichkeitswirksamen Fall betraut werden können. Huldar ist sich dessen bewusst und er tut sich etwas schwer unter den Kollegen plötzlich der Chef zu sein. Die Wiederbegegnung mit Freyja macht es auch nicht einfacher. Sie ist nach dem One-Night-Stand nicht besonders gut auf ihn zu sprechen. Verwertbare Spuren sind kaum zu finden und ihre junge Zeugin mag sich nur ungern an die Nacht erinnern, in der ihre Mutter starb. Yrsa Sigurdardóttir schickt mit diesem Roman ihr neues Ermittlerteam zum ersten Mal in den Ring. Nach einer gemeinsamen Nacht haben beide nicht mit einem Wiedersehen gerechnet und aus dieser pikanten Vorgeschichte und der Peinlichkeit des erneuten Aufeinandertreffens hätte vielleicht etwas mehr gemacht werden können. Ansonsten entwickelt sich dieser Kriminalfall äußerst spannend. Zwar tappt die Polizei beinahe zwangsweise zunächst im Dunkeln, denn der Täter erweist sich als ausgesprochen geschickt und perfide. Doch der Leser ist durch die Nachforschungen des jungen Karl, an denen er teilhaben darf, manchmal ein paar Schritte voraus. Allerdings nie soweit, dass sich die Lösung erraten ließe. Aus allem, was sich nach und nach offenbart, entwickelt sich eine Story, von der man meint, dass es sie eigentlich nicht geben dürfte. Entscheidungen, die im besten Sinne getroffen werden, führen mitunter zu fatalen Ergebnissen. Am Ende ahnt man, was es mit dem Titel dieses Buches auf sich haben könnte, und man fragt sich, ob Blut nicht doch dicker ist als Wasser. Eine gelungene Einführung des Duos aus Kommissar Huldar und der Psychologin Freyja.

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"DNA" ist ein solider Thriller, der aber leider einige Längen aufweist. Gewünscht hätte ich mir einen höheren Spannungsbogen. Durch Titel und Cover angesprochen widmete ich mich dem Klappentet und erhoffte mir spannendes Lesevergnügen. Dies bekam ich auch geliefert, obwohl ich hier und da einige Kürzungen ansprechender gefunden hätte. Eigentlich mag ich es sehr, wenn Figuren ein Eigenleben entwickeln und ihre Privatsphäre hinter den Ermittlungen bekannt werden. In "DNA" ist dies eher so, dass es den Lesefluss ein klein wenig zu bremsen vermochte, denn nach den brutalen Morden wäre ich lieber auf falsche Fährten geführt worden oder hätte meinen eigenen Instinkten folgen wollen. Das Ende ist bombastisch gelungen und hat mir letztendlich doch noch Hochspannung beschert. "DNA" beginnt mit einer Tragödie und diese wird am Ende dann noch einmal verdeutlicht. Man kann es Psychose nennen oder auch einen Rachfeldzug, der dem Titel des Buches mehr als gerecht wurde. Auch das Klebeband auf dem Cover wird im Verlauf der Story einen Platz einnehmen können. Es ist grausam und brutal. Einen der Morde wird von einem Kind begleitet. Ein Kind, welches sich unter dem Bett befindet und mitbekommt, wie ihre Mutter stirbt. Dies ist der rote Faden, der sich durch den Thriller zieht, obwohl eben auch "DNA" einen hohen Stellenwert hat, der aber nur zu Beginn und Ende deutlich wird. Letztendlich hat mir der Thrillerauftakt einer Buchreihe um ein neues Ermittlerduo gefallen, obwohl mir wie gesagt zwischendurch die Hochspannung fehlte, die ich mir erwünscht hätte. Solide, gut zu Lesen und mit einem gewissen Potential sich weiterzuentwickeln, möchte ich gerne eine Leseempfehlung aussprechen. Die Protagonisten sind deutlich gezeichnet, eine sehr detaillierte Sprache sorgen für Authentizität, die Story ist letztendlich nachvollziehbar und einige Überraschungen am Ende geben "DNA" eine gewisse Würze. Nicht perfekt, aber dennoch lesenswert.

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