Leserstimmen zu
Das Erwachen

Simon Kernick

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Ohne lange Vorrede oder Beschreibungen geht es sofort los. Man wurde mitten ins Geschehen reingeworfen und konnte sich dem Ganzen auch nicht so schnell wieder entziehen. Natürlich ist die Geschichte nicht unbedingt neu erfunden und auch große Überraschungen kamen nicht auf - dafür jedoch las es sich wie von alleine. Kernick schafft es mal wieder mich voll und ganz zu fesseln. Ich war ganz in seiner Welt abgetaucht und wollte unbedingt wissen wie es mit Nick weitergeht.

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In meiner blogfreien Zeit konnte mich die Reihe um den ehemaligen Cop Dennis Milne, ebenfalls aus der Feder Simon Kernicks, sehr für sich einnehmen. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis auch seine aktuelle Veröffentlichung „Das Erwachen“ Einzug in die heimische Bibliothek halten durfte. Nun wissen wir aber alle, dass hohe Erwartungen nur zu gerne auch mal enttäuscht werden. Glücklicherweise, so viel kann ich vorweg nehmen, war der Roman keine Enttäuschung auf ganzer Linie. Ähnlich wie in den Milne-Romanen hält Kernick den Leser nicht lange mit einer großen Einleitung auf, sondern gibt vom Start weg Gas. Dadurch baut sich schnell eine sehr dichte, düstere Atmosphäre auf, die der Autor auch über den kompletten Umfang aufrecht erhalten kann. Auch der Spannungsbogen ist nicht von schlechten Eltern, hier und da immer wieder mit einigen Spitzen gespickt sorgt er dafür, dass der Leser am Ball bleiben will. Das Finale selbst legt dann noch einmal eine Schippe drauf, ließ mich aber, wie ich anmerken muss, dennoch etwas enttäuscht zurück, denn wie es nun für Hauptfigur Nick Barron tatsächlich ausgeht, wird nicht abschließend geklärt. Leider fehlte mir auch ein Hinweis darauf, dass „Das Erwachen“ einen direkten Vorgänger hat. „Instinkt“ nennt sich das gute Stück und es gibt immer wieder Rückblenden auf die Handlung dieses Buches. Zwar bleibt der aktuelle Kernick dennoch jederzeit verständlich, trotzdem blieb bei mir das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Was die Figuren angeht, kann ich mich nicht beklagen. Man nimmt Hauptfigur Nick Barron die Verzweiflung darüber, durch seine Amnesie in eine für ihn nicht zu überschauende Situation geraten zu sein, sehr gut ab. Der Leser wird langsam und stückweise immer mehr mit dessen Vergangenheit konfrontiert, sodass schnell das Gefühl entsteht, ihn schon lange zu kennen und ähnlich wie er selbst wieder an die vergangenen Erlebnisse erinnert zu werden. Ihm zur Seite steht die Privatdetektivin Tina Boyd, die Kernick-Leser ebenfalls aus der Dennis Milne-Reihe, beziehungsweise deren Abschluss (und noch einer ganzen Reihe weiterer Bücher), kennen. Auf diese Art wird ein Großteil von Kernicks Veröffentlichungen auf eine ziemlich interessante Weise miteinander verwoben – es wird dem Leser aber auch sehr schwer gemacht, die Bücher in der chronologisch richtigen Reihenfolge zu lesen. Tina selbst ist eine Powerfrau, die stellenweise fast schon etwas zu tough wirkt, auf der anderen Seite aber auch immer wieder durch Selbstzweifel und das Infragestellen ihrer eigenen Handlungen einen bodenständigeren Eindruck machen kann. Eine gesunde Mischung, die zu gefallen wusste. Stilistisch ist Simon Kernick vor allem eines: temporeich. „Das Erwachen“ ist ein actionhaltiger Thriller, der durch einen lockeren und anschaulichen Schreibstil sehr gut zugänglich ist. Immer wieder wird zudem ein sehr zynischer, aber zum Buch gut passender, Humor eingebunden. Nun muss man an dieser Stelle aber leider auch das große „Aber“ hinterher schießen. So sehr mir der Drive der Story auch gefallen hat, muss ich leider sagen, dass (zumindest vermute ich, dass es daran liegt, denn ich habe Gunter Blanks Arbeit an der Milne-Reihe in sehr positiver Erinnerung) die Übersetzung vor allem im letzten Drittel des Romans nicht vollends überzeugen konnte. So werden Türen ein- statt aufgebrochen, jemandem muss Schweigegelübde gezahlt werden, damit er die Klappe hält… dazu gesellen sich noch einige andere Stilblüten, die mir in der Gesamtheit leider eindeutig zu oft aufgetreten sind. Außerdem zieht sich das Wort „prächtig“ mit einer übermäßigen Präsenz durch das Buch, am Ende habe ich das fast schon für einen Running Gag gehalten. Dadurch geht leider auch immer wieder etwas der eigentlich guten Atmosphäre verloren. Fazit: „Das Erwachen“ von Simon Kernick hätte ein sehr guter Thriller werden können. Die Atmosphäre, das Erzähltempo, der Spannungsbogen und die Figuren, hier stimmt fast alles. Allerdings wird der sehr gute Eindruck, den der Roman hätte hinterlassen können, im letzten Drittel durch eine stellenweise zumindest fragwürdige Übersetzung teilweise wieder negiert. Die unpassende und mitunter unfreiwillig komisch anmutende Wortwahl schlägt sich zwangsläufig auf die Atmosphäre nieder und sorgt für Abzüge in der B-Note. Wer darüber hinweg sehen kann, sollte aber ruhig mal einen Blick riskieren. Vorzugsweise, nachdem er „Instinkt“ gelesen hat.

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Rasant

Von: Harakiri

11.12.2015

„Seit einiger Zeit habe ich das Gefühl, jemand anders zu sein“ Und dieses Gefühl trügt Matt/Sean nicht. Doch was hinter allem steckt, damit hätte er selbst nicht gerechnet. Auf einem einsamen Gut unter Drogen gesetzt, diversen Mordanschlägen ausgesetzt, gelingt Sean die Flucht und wird fortan gehetzt. Immer mehr findet er über seine Vergangenheit heraus, doch nicht alles gefällt ihm. Einzige Hilfe: Privatdetektivin Tina. Doch auch diese gerät in Gefahr, kann sich dem Rätsel aber nicht entziehen. Ein Buch mit unheimlichem Tempo. Gleich von Anfang an fiebert man mit Sean mit und erlebt Stück für Stück wie er sich wieder erinnert. Dadurch, dass Sean selber nicht weiß, wer er ist, bleibt auch der Leser im Dunkeln und hofft, dass sich alles zur Zufriedenheit aufdröselt. Doch vorher muss Sean noch einige Gefahrensituationen durchstehen. Zugegeben: ein wenig unglaubwürdig waren manche Szenen schon, aber nichtsdestotrotz atemberaubend und spannend. Sean ist ein Mann mit Ecken und Kanten, aber auch einem weichen Herz. Doch wenn es drauf ankommt, dann ist er auf Zack. Und dies deutet auf eine Vergangenheit hin, in der er wohl auf etwas gestoßen ist, das ihn nun verfolgt. Nur was? Sehr schön fand ich, dass sich hier keine unglaubwürdige Romanze entspann. Ein wenig bleibt das Ende offen, aber die losen Fäden sind verknüpft, das Puzzle gelegt. Und ein wenig kann man ja auch der Fantasie des Lesers überlassen. Fazit: Dr. Kimble flieht wieder :)

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