Leserstimmen zu
Die Farben der Erinnerung

Nicole C. Vosseler

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Taschenbuch
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Ich kannte die Autorin bis jetzt noch gar nicht. Umso gespannter war ich, was mich hinter dem vielversprechenden Cover und dem interessanten Klappentext erwartet. Die Geschichte dreht sich um Gemma, die als Kind ihre Eltern bei einem Brand verloren hat. Seither leidet sie unter Zwangsstörungen, womit sie aber in New York gut mit leben kann. Bis zu dem Tag, als sie ein Schmuckstück und rätselhafte E-Mails bekommt. Schnell sieht sie Verbindungen zu kunsthistorischen Forschungsergebnissen ihres Vaters, doch was hat das alles zu bedeuten? Sie muss es herausfinden. Als sie sich dem Professor Sisley anvertraut, ist dieser ebenfalls drauf und dran, das Rätsel um das Gemälde zu lösen. Mit ihm bereist sie 2 Kontinente, von Stadt zu Stadt. Sind sie dabei, ein großes Geheimnis zu lüften? Und, was hat „Die Dame in Grün“ für Auswirkungen auf Gemma? Man liest in 3 Zeitebenen, die nach und nach zusammenführen. Im Vordergrund steht natürlich Gemma, die mit Sisley auf der Suche nach der Wahrheit ist. Gefallen hat mir, dass die 2 Hauptcharaktere von Grund auf ähnlich sind. Somit konnte man ihre gemeinsame Entwicklung gut miterleben und nachvollziehen. Aber auch so fand ich die Charaktere sehr sympathisch. Die 2 Nebenebenen haben mir gut gefallen, da es dem Grundgeschehen mehr Tiefe gegeben hat. So hatte man immer Hintergrundinformationen, die sich später wunderbar in das Puzzle eingefügt haben. Der Schreibstil gefiel mir ebenfalls super, er hat sich sehr flüssig und problemlos lesen lassen. Vor allem, da die Autorin an manchen Stellen unnötige Details wegließ. Zum Beispiel der Wechsel zwischen den verschiedenen Städten auf der Reise. Neues Kapitel – neue Stadt. Ohne viel drum herum – und es war genau richtig so. Die Handlung hat sich langsam aufgebaut, bis sie dann in der Mitte an Spannung erlang und man unbedingt wissen musste, wie es weitergeht. Vom Ende bin ich überrascht worden, so hätte ich es anfangs nicht gedacht. Aber es war spannend und total passend. Fazit Für mich absolut ein Buch zum Weiterempfehlen. Ein Buch bei dem das Kunsthistorische gut verarbeitet wird – und die Familie, Gegenwart und Vergangenheit vereint werden. Das war definitiv nicht das letzte Buch der Autorin. :)

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Das Cover dieses Romans lässt bereits vermuten, dass es sich um eine Geschichte handelt, die in der Vergangenheit spielt. Mir gefallen die Blüten genauso wie das Paar, das in die Ferne blickt. Alles passt gut zueinander und wirkt stimmig. Nicole C. Vosseler verbindet in diesem Buch erneut vergangene Ereignisse mit der Gegenwart. Das gefällt mir per se schon mal sehr gut. Sie schickt ihre Protagonistin Gemma auf eine Suche, die ihre eigene Vergangenheit bzw. die ihrer Familie betrifft. Aber nicht nur! Begleitet wird Gemma von Professor Sisley. Zusammen tauchen sie ab in die Welt der Dichter, aber auch die Malerei bekommt ihren Platz in diesem Buch. Sie lösen gemeinsam Rätsel und reisen um die ganze Welt. Beide Charaktere haben ihre Besonderheiten, sind aber herzensgute Menschen, die ich schnell liebgewonne hatte. Der Schreibstil der Autorin ist immer wieder etwas Besonderes. Zum einen flüssig und zum anderen sehr bildreich, stellenweise gar poetisch würde ich sagen. Das trifft man nicht so häufig in diesem Genre. Nicole C. Vosseler gelingt es auch Vergangenheit und Gegenwart glaubhaft miteinander zu verknüpfen und sogar geschichtliche Fakten einzubauen. Fazit: Dieser Roman ist eine wunderbare Reise in die Vergangenheit. Mit Protagonisten, die man ins Herz schließt, und die man auf ihrem Weg gern begleitet. Die Autorin versteht ihr Handwerk und hat mich einmal mehr überzeugt. Wem Geschichten gefallen, die sich um Familie, Literatur, Geheimnisse u.v.m. drehen, dem empfehle ich auch dieses Buch!

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Kunst

Von: diebecca

21.04.2018

In den Farben der Erinnerung von Nicole C. Vosseler geht es um Gemma. Sie verliert als Kind ihre Eltern bei einem tragischen Unglück. Auch als Erwachsene verfolgt sie das Unglück noch. Sie erhält eines Tages anonyme Post, Zeilen eines viktorianischen Gedichts und ein antikes Schmuckstück. Der charismatische Professor Sisley begibt sich mit Gemma auf Spurensuche. Ihre Suche führt sie über zwei Kontinente und setzt sie großer Gefahr aus. Sie ist dabei ein Geheimnis aufzudecken, das jahrhundertelang gehütet wurde. Ist es auch der Schlüssel zu ihrer eigenen Vergangenheit? Die Blumen auf dem Cover sind sehr dominant, insgesamt ist es sehr stimmig. Was wohl der Titel bedeuten mag? Der Schreibstil ist flüssig, fast schon malerisch. Gemma ist eine sensible junge Frau, die sehr zurückgezogen lebt und in einer Bibliothek arbeitet. Sie hat ihre Eltern bei einem Brand verloren, was sie immer wieder in Panik versetzt und bei ihr Zwänge hervorruft. Sie lebt in New York, wo sie ein ziemlich anonymes Leben führen kann. Ihre Familie und ihre Vergangenheit spielen immer wieder eine Rolle, genauso wie die von Professor Sisley auch immer wieder. Auf der Suche nach dem Geheimnis spielen hauptsächlich die Künste eine Rolle, vor allem die Malerei und die Dichtkunst. Bei der Lösung werden viele Mutmaßungen geäußert, dem ist nicht immer ganz einfach zu folgen. Das Rätsel ist auch ziemlich schwierig. Um das Rätsel zu lösen, müssen Gemma und Sisley immer wieder reisen. Gemma und Sisley sind zwei besondere Menschen, die es bisher nicht leicht hatten im Leben. Ein Roman, bei dem die Kunst im Vordergrund steht, Familie und die Vergangenheit aber auch eine sehr wichtige Rolle spielen.

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Der neue Roman von Nicole C. Vosseler hat mich überrascht und dies im äußerst positiven Sinne. Denn er hat nicht viel gemeinsam mehr mit ihren Romanen, die sie noch bei Bastei-Lübbe geschrieben hat. Dieser Roman nimmt einen gefangen und entführt in eine ganz eigene Welt. Das Cover ist sehr stimmungsvoll, die Farben sind gut gewählt, insgesamt kommt das Cover eher schlicht daher. Der Klappentext macht neugierig und verspricht schon Spannung pur auf der Reise in die Vergangenheit. In diesem Roman geht es nicht nur um die Vergangenheit im Allgemeinen, sondern vor allen Dingen um ihre Bewältigung und das Annehmen des eigenen Schicksals. Gemma und Sisley sind zwei Figuren, die ich direkt ins Herz geschlossen hatte, sie sind so wunderbar authentisch, in dem wie sie sich verhalten, mit ihren Ticks und Zwängen. Zwei Menschen denen man glaubt wirklich zu begegnen. Ich denke jeder Mensch hat irgendeinen Tick und wird sich genau deshalb mit Gemma oder Sisley identifizieren können. Einfach wunderbar zwei Menschen begleiten zu können, die so überzeugend dargestellt werden. Das Geheimnis der Vergangenheit lastet schwer auf Gemma, sie will endlich wissen, was damals bei dem Hausbrand wirklich passiert ist. Denn dieses Ereignis hat sie schwer geprägt, da sie das Ganze als Kleinkind miterleben musste und ihre Eltern bei dem Feuer ums Leben kamen. Der Roman wir insgesamt auf drei Zeitebenen erzählt, dies verlangt vom Leser schon eine gewisse Aufmerksamkeit, doch genau dies macht meiner Meinung nach den Reiz des Romans aus. Ich möchte nicht erzählen warum und weshalb drei Zeitebenen, denn dies würde viel Spannung nehmen, nur so viel sei verraten, es wir literarisch. ;-) Die Autorin schafft es sehr gut ihre Leser mit auf diese Reise zu nehmen, ohne sie durch Zeit und Raum zu verlieren. Denn wir bereisen sowohl den amerikanischen Kontinent, als auch Europa zu unterschiedlichen Zeiten. Von mir gibt es für diesen kunstvoll gewebten, literarisch und künstlerischen Roman, ja auch die Malerei spielt eine Rolle, eine ganz klare Lese- und Kaufempfehlung. Ich bedanke mich sehr bei der Verlagsgruppe Random House und dem Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Das Cover Das Cover ist farblich und bildlich dem Inhalt des Buches angelehnt. Es passt sehr gut und zusammen mit dem Klappentext ist es eine schöne und stimmige Präsentation des Buches. Die Geschichte (Achtung Spoiler!) Im Alter von vier Jahren verlor Gemma in Italien bei einem Brand ihre Eltern. Ihr Vater war Professor und hatte wohl etwas entdeckt. Es wurde aber damals nicht aufgearbeitet. Dieses Trauma verursacht bei Gemma noch nach Jahrzehnten nicht nur Alpträume. Ihr ganzes Leben ist kompliziert. Sie muss alles gut strukturieren, sie kontrolliert ständig auf Sicherheit und ist dadurch in ihrem Alltag sehr eingeschränkt. In ihrem kleinen Appartement und in der Bibliothek an ihrem Arbeitsplatz, fühlt sie sich sicher und beschützt. Eines Tages erhält sie Mails mit Auszügen aus Gedichten und auch ein Päckchen mit einem Schmuckstück. Das alles ist sehr geheimnisvoll und lässt sie nicht mehr ruhen. Sie nimmt Kontakt mit dem Oxfort Professor Sisley auf und bittet ihn um Hilfe. Nach kurzem Zögern sagt er ihr seine Unterstützung zu. Sisley und Gemma sind beide Außenseiter und verstehen sich deshalb sehr gut. Sie machen sich gemeinsam auf eine lange und gefährliche Reise, die sie auch in Gefahr bringt und viele überraschende Dinge zutage befördert. Meine Meinung Die Autorin hat das Buch in der Gegenwart erzählt. Als Leser wird man durch die anspruchsvolle Sprache sehr gefordert. Hinzu kommen mehrere Zeitebenen, die untereinander verwoben wurden. Dadurch wird Gegenwart und Vergangenheit subtil mit der Geschichte und den Geschehnissen in Einklang gebracht. Schwergefallen sind mir die Ausflüge in die Kunstgeschichte, wo ich mir die Epochen und Künstler erst einmal als kleines Grundwissen erarbeiten musste, um dann zu verstehen und die Verbindungen und Puzzleteile der Geschichte zuführen zu können. Gemma und Sisley die beiden Protagonisten sind wunderbar erarbeitet, sind authentisch und lassen tief in die Seelen blicken. Die beiden kennen sich ja anfänglich nicht, gehen aber auf eine Spurensuche, die es in sich hat, die sie außerdem bis zu den Medici und ins viktorianische Zeitalter bringt. Um das alles so spannend umsetzen zu können, ist eine umfangreiche Recherche notwendig. Diese wurde von der Autorin gepaart mit viel Liebe zum Detail. Es ist spannend wie ein Thriller oder auch ein Drama. Eine wunderbare Geschichte über deren Ende ich immer noch nachdenken muss. Das Buch ist ein literarisches Meisterwerk. Ich bin froh dieses Genre kennengelernt zu haben. Glaube aber auch, dass ich das Buch noch ein oder zweimal lesen muss, um alle Facetten des Buches, auch die Verbindungen zur Kunstgeschichte und der Vergangenheit, besser ausleuchten zu können. Ich möchte der Autorin gratulieren und möchte ermutigen anspruchsvolle Ausflüge in die Literatur zu wagen und diese geduldig zu erleben und zu erarbeiten. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art. Von mir bekommt das Buch eine ausdrückliche Leseempfehlung. friedericke von "friederickes bücherblog"

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Seitdem Gemma bei einem Feuer als kleines Mädchen ihre Eltern verlor, lebt sie zurückgezogen in New York und hat einige Zwangsstörungen entwickelt. Als sie an ihrem Arbeitsplatz, der ,,New York Public Library" Zeilen eines alten Gedichts und dazu ein merkwürdiges Schmuckstück erhält, holt sie sich Rat in England bei Professor Sisley. Er begleitet Gemma bei ihrer weiteren Spurensuche, die mehr aus ihrer Vergangenheit hervorbringen wird, als beide ahnen... . Mich hat Nicole C. Vosseler mit diesem vielschichtigen und spannenden Roman von Anfang an mitgenommen und konnte mich bis zum Ende begeistern und gut unterhalten. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Handlung nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Vergangenheit spielt. So macht man als Leserin eine kleine Zeitreise nach Ferrara im 16. Jhd zu der unglücklich verheirateten Lucrezia und im 19 Jhd. zu dem Dichter Robert Browning, der das viktorianische Gedicht, welches Gemma anonym erhält, verfasst hat. Gemma ist eine sehr sympatische Protagonistin, die am Anfang mit ihren Kontrollbedürfnissen auf mich etwas merkwürdig wirkte. Erst wenn man sie besser kennenlernt und mehr über ihre Geschichte erfährt, kann man verstehen, warum sie so zurückgezogen lebt und eigentlich lieber den Kontakt zu anderen Menschen meidet. Umso schöner ist es, beim lesen mitzuerleben, wie sie aus ihrer Wohlfühlzone heraustritt und dabei immer stärker wird. Zur Seite steht ihr dabei Sisley, ein sehr intelligenter Mann, der ebenfalls wie Gemma etwas merkwürdig und befangen vor Fremden ist. Er entwickelt sich zu einem tatkräftigen Helfer, der sie nicht nur bei den Recherchen unterstützt. Nicole C. Vosseler hat einen sehr gut lesbaren und auch poetischen Schreibstil. Was ihr gut gelingt, ist während der Zeitsprünge den einzelnen Figuren jeweils eine eigene Erzählstimme zu geben und somit auch die verschiedenen Situationen sehr authentisch und glaubwürdig darzustellen. Die Handlung selbst hat sie unglaublich spannend und abwechslungsreich gestaltet und mich wieder überrascht. Auch logisch ist alles gut durchdacht und hat mich überzeugt. Insgesamt ist ,,Die Farben der Erinnerung" ein toller und unterhaltsamer Roman, der sehr poetisch erzählt wird. Gerne empfehle ich das Buch hier weiter.

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In "Die Farben der Erinnerung" werden mehrere Erzählstränge gekonnt miteinander verwoben. Dieses erzeugt eine gewisse Spannung und eine hohe Erwartungshaltung an mich als Leserin. Gemma die Protagonistin erscheint anfänglich etwas blass und kann sich im weiteren Verlauf so weiterentwickeln, dass sie zur Sympathieträgerin wird. Ich gestehe, dass mich das Ende des Romans sehr schockiert hat, denn die Wahrheiten die Gemma aufdeckt sind sehr verletzend und wirken auf mich geradezu abscheulich. Ich kann kein Verständnis aufbringen sein Kind gewissen Lügen auszusetzen und zu hoffen Vergebung zu bekommen. Ich fand es hart erzählt und knacke auch nach einigen Tagen immer noch daran, wie ich dieses bewerten soll. Diese Lüge zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und ist nicht offensichtlich genug und wirkt daher letztendlich sehr überraschend. "Die Farben der Erinnerung" brilliert durch einen wunderbaren Schreibstil, der keine Langeweile aufkommen lässt, auch wenn ich lange nicht wusste, weshalb so viele unterschiedliche Perspektiven genutzt werden. Sie dienen dazu mich ratlos zu machen, Rätsel aufzudecken und letztendlich dem Roman einen faszinierenden Unterton zu vermitteln. Letztendlich kann ich nur mit großer Begeisterung eine Leseempfehlung aussprechen, da ich mich überrascht und übermannt von Emotionen einem Roman hingegeben habe, der ganz anders war als ich vermutete als Klappentext oder Cover vermittelt haben. Ich empfand das Ende als hochdramatisch und kann dies kaum in Worte fassen. Auch wenn das Ende mir nicht gefallen will, so ist es doch das, was Gemma sucht: Die Wahrheit. Ob sie tatsächlich glücklich ist sie aufgedeckt zu haben? "Die Farben der Erinnerung" ist ein sehr intensives Buch, welches keine schnöde Liebesgeschichte erzählt und daher ein Lesen lohnenswert macht.

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Gemma war noch ein kleines Mädchen, als sie ihre Eltern bei einem verheerenden Brand verlor. Die traumatischen Erlebnisse von damals verfolgen sie auch drei Jahrzehnte später noch bis in ihre Träume. Ihr Vater, Professor für italienische Renaissance, hatte damals wohl etwas sehr Wichtiges entdeckt, das ihm und seiner Familie zum Verhängnis wurde. Plötzlich erhält Gemma mehrere rätselhafte Mails, mit Bruchstücken von Gedichten aus Robert Brownings Feder. Auch ein Schmuckstück erreicht sie von einem anonymen Absender, und so beschließt sie, den versteckten und in gewisser Weise beunruhigenden Hinweisen nachzugehen. Bei ihrer Suche nach dem Sinn der anonymen Botschaften wendet sie sich an den Oxford-Professor Sisley Ryland-Bancroft. Nach kurzem Zögern beschließt dieser, ihr zu helfen, denn irgend etwas an der verletzlichen jungen Frau und ihrer Geschichte berührt ihn zutiefst. Gemeinsam machen sie sich auf eine lange Reise, die ungeahnte Gefahren und so manche Überraschung mit sich bringt. Der Roman spielt auf drei Zeitebenen. Die Rahmenhandlung bildet dabei Gemmas Geschichte, die passenderweise im Präsens erzählt wird. Dazwischen findet man Abschnitte, die ins 19. Jahrhundert, zu dem Dichterehepaar Elizabeth Barrett und Robert Browning, entführen. Weitere Passagen erzählen die anrührende Geschichte von Lucrezia di Cosimo de’ Medici. Diese sind aus der Ich-Perspektive der jungen Lucrezia geschrieben. Bei den beiden historischen Handlungssträngen hat man anfangs den Eindruck, sie hätten recht wenig mit dem aktuellen Geschehen um Gemma zu tun. Es lohnt sich jedoch, hier ein wenig Geduld aufzubringen und sich darauf einzulassen, denn erst nach und nach fügt sich eines zum anderen, bis sich zuletzt alle Puzzleteile passgenau zusammensetzen und ein fertiges Gesamtbild ergeben. Es sind so viele Details in der Geschichte versteckt, die sich erst auf den zweiten oder gar dritten Blick erschließen! Mit Gemma und Sisley hat der Roman zwei außergewöhnliche, interessante Charaktere, die einerseits so verschieden wirken und doch die selbe Sprache sprechen. Es sind zwei richtige „Anti-Helden“, die im Lauf ihrer Reise in Situationen geraten, die sie an ihre Grenzen bringen, die sie aber gerade miteinander bestehen können, weil sie gegenseitig ein tiefes Verständnis aufbringen. Bildhaft und wunderschön ist die Sprache der Autorin, und die Protagonisten sind so farbig und lebendig dargestellt, dass es ein Leichtes ist, sie und ihre Beweggründe zu verstehen und mit ihnen zu fühlen. Überhaupt spielen Bilder und Farben in der Handlung eine tiefgreifende Rolle, und es hat mir viel Freude gemacht, ein Gemälde bis in seine Details zu erschließen. Dies ist ein Buch, das sich lohnt, mehrfach zu lesen, denn erst nach und nach wird man alle Facetten und Zusammenhänge erkennen und so manche Metapher entdecken. Darüber hinaus zeichnet sich der Roman durch plastische, farbenprächtige Schilderungen der besuchten Schauplätze aus, was das Lesen zum Genuss macht.

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