Leserstimmen zu
13 Stufen

Kazuaki Takano

(17)
(13)
(0)
(0)
(0)
Taschenbuch
€ 10,00 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empf. VK-Preis)

Kazuaki Takano überraschte mich mit einem guten, spannenden, aber schlicht gehaltenen Schreibstil. Ohne Brutal oder Actionreich werden zu müssen, gelingt es Takano den Leser zu fesseln und mitfiebern zu lassen.

Lesen Sie weiter

Es wurde ein brutaler Mord an einem Ehepaar begangen und ein Mann wurde daraufhin zum Tode verurteilt. Er ist jedoch unschuldig. Ein anderer beging wirklich Mord und wurde wiederum vor seiner offiziellen Haftstrafe freigelassen. Diese Geschichte spielt sich im Heimatland des Autoren ab, in Japan. Er beschäftigt sich mit der Todesstrafe dort und wir lernen viel über das Rechtssystem in Japan kennen. Hier ein Zitat: "Dreizehn Personen. Der Staatsanwalt rechnete nach, wie viele Formalitäten erledigt werden mussten, bis die Verkündung des Todesurteils zur Vollstreckung gelangte. Es waren dreizehn Schritte. Dreizehn Stufen. Ein Synonym für den Aufstieg zum Galgen." (S.38+39) Der Autor schreibt sehr lebendig, detailliert, eindringlich und trocken. Es geht um Moral, Gewissen und Anstand, aber es zeigt uns auch eine andere Seite von Schuld, Bestrafung und Verurteilung auf. Das Buch ist ein spannender Krimi mit einigen Thriller Eigenschaften. Es beinhaltet eine Tiefe, die den Leser nicht mehr loslässt. Darin kommt es auch zu interessanten Wendungen mit denen ich nicht unbedingt gerechnet hätte. In der Geschichte passt alles zusammen und ist wundervoll ineinander verwoben. Das Thema und der komplette Inhalt regt zum Nachdenken an, da es sehr intensiv ist. Vor allem hat mir aber der Epilog gefallen! Dort ist alles Wichtige zusammengefasst und auch aufgelöst, sodass keine offenen Fragen mehr bleiben, außer natürlich einer einzigen: Todesstrafe Ja? oder Nein? Diese Frage muss jedoch jeder mit sich selbst ausmachen. Dies ist ein Buch, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ich kann es jedem Leser empfehlen, der nach Sinn und Tiefe sucht.. Es war einfach grandios!

Lesen Sie weiter

„Man wird mich hinrichten. Für eine Tat, an die ich mich überhaupt nicht erinnern kann.“ Zitat S. 10 Anders ergeht es Jun’ichi Mikami, der vorzeitig aus seiner Haft entlassen wird. Aber auch das schildert Takano mit einigen Schauderelementen. Jun’ichi würde man als den netten Jungen von nebenan bezeichnen. Er ist höflich, er fühlt sich verantwortlich, aber insgeheim bereut er seine Tat nicht. Warum, wird erst gegen Ende der Geschichte klar und als Leser wird man mit der Frage konfrontiert, ob manche Morde nicht doch gerecht seien. Erschreckend, oder? Vom Gefängniswärter Shōji Nangō wird Jun’ichi angeheuert, die Unschuld Kiharas zu beweisen und ihn dadurch vor dem Galgen zu retten. Die Story zeigt einerseits wie ungerecht manche Todesstrafen vollzogen werden, wie erschreckend Bürokratie und Gesetz ausgelegt werden, aber andererseits gibt es auch eine vertrackte Story mit vielen falschen Fährten und Geheimniskrämerei. Leser, die Sinn und Tiefe in Geschichten suchen, kommen hier voll in den Genuss. Takano beleuchtet die Todesstrafe von allen Seiten: Von Verurteilten, die zitternd auf den Spruch der Todesboten warten, von Henkern, die das Urteil vollziehen müssen und zwischen Mitleid und dem Gefühl von Ungerechtigkeit und Abscheu und dem Gefühl von Gerechtigkeit hin- und hergerissen sind. Auch die Angehörigen der Opfer werden verschiedenen beleuchtet: Die einen, die trotz der Tat eine Begnadigung für den Täter fordern, und anderen, die unbedingt Rache in Form des Todes möchten. Aber auch Leser, die eine gute Unterhaltung suchen, werden mit vielen falschen Fährten und einer Handlung, die sich langsam steigert und schließlich thrillerartig endet, belohnt. Der Stil ist an manchen Stellen sehr japanisch. Sehr nüchtern, stellenweise sehr höflich, manchmal aber auch trocken. Der Stil zeigt aber auch, den kulturellen Unterschied zwischen uns und den Japanern. Emotionen werden verborgen, sind zwischen den Zeilen zu finden, ganz anders als bei uns. Anfangs befremdlich zu lesen, doch mit ein paar gelesenen Seiten gewöhnt man sich daran und lässt sich ein, in japanisches Denken und Leben. Was Takano hier vorgelegt hat, ist ein Roman, der einen am Ende nicht mehr loslässt. Der die Frage, ob eine Todesstrafe gerecht ist oder nicht, nicht beantwortet. Der aber dazu anregt, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, weil es den Leser nicht mehr loslässt. So einfach sind Lebens- oder wie in diesem Fall - Todesfragen nicht zu beantworten. Von daher sehr glaubwürdig, sehr erschreckend, sehr nachwirkend. Ohne zu urteilen oder zu bewerten, wird der Leser sich seine Antwort auf die Frage nach der Gerechtigkeit der Todesstrafe selbst suchen müssen.

Lesen Sie weiter

13 Stufen

Von: paper_stories

29.05.2018

»Es waren 13 Schritte. Dreizehn Stufen. Ein Synonym für den Aufstieg zum Galgen.« Ein unschuldig wegen Mordes zum Tod Verurteilter soll hingerichtet werden. Der ehemalige Gefängnisaufseher Nangō und der auf Bewährung entlassene Jun'ichi erhalten den Auftrag, den wahren Täter zu finden. Für das ungleiche Ermittlerduo beginnt damit nicht nur ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit, sondern beide müssen sich auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen. Cover und Schreibstil Wie im Laufe des Buches erklärt wird, trägt das Buch nicht zufällig den Namen „13 Stufen“. Es ist bereits eine Anspielung auf die dreizehn Stufen, die zum Galgen hinführen. Ebenfalls sind auf dem Cover Stufen abgebildet, wobei man auch hier den Zusammenhang deutlich erkennen kann. An dem Schreibstil gibt es wirklich nichts auszusetzen. Das Buch lässt sich unglaublich schnell lesen. Es ist spannend und aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, so dass man einen direkten Einblick in die Gedanken der Hauptprotagonisten bekommt. Charaktere Wie bereits oben erwähnt, ist das Buch aus verschieden Perspektiven geschrieben. Dabei spielen der Gefängnisaufseher Nangō und der auf Bewährung entlassene Jun'ichi die Hauptrollen. Es gestaltet sich äußerst schwierig die Personen so zu beschreiben, ohne zu spoilern. Deswegen nur eine kurze Charakterisierung. Zuerst zu Nangō. Er wirkt oftmals hin und hergerissen, aber durchaus zielstrebig und ehrgeizig. Ebenso wie Jun'ichi. Er versucht vorallem seinen Eltern aus der finanziellen Krise aufgrund seines Verschuldens zu helfen. Am Ende des Buches merkt man allerdings sehr deutlich, dass die Protagonisten nicht unbedingt die Menschen sind, für die man sie am Anfang gehalten hat, denn im Laufe der Geschichte kommen immer mehr Geheimnisse beider Seiten zum Vorschein. Mein Leseeindruck Das Buch lässt sich unglaublich schnell lesen. Es gibt mit wenigen Ausnahmen kaum Stellen im Buch, wo es langweilig wurde. Man konnte zwischendurch auch immer wieder sich selbst Vermutungen zum wahren Täter überlegen. Allerdings übertraf das Ende etwas meinen Vermutungen und wirkte etwas chaotisch. Fazit Es ist ein durchaus faszinierender Roman, an dem man wieder erkennen kann, wie skrupellos eine Gesellschaft sein kann. Man kann außerdem eine äußert kritische Auseinandersetzung mit dem japanischen Strafrechtssystem erkennen. Alles im allem ein gelungener Roman.

Lesen Sie weiter

"13 Stufen" ist mein erstes Buch von Kazuaki Takano und ich wurde keinstenfalls enttäuscht! Mir ist ehrlich gesagt erst ziemlich spät aufgefallen, dass ich es hier mit einem Roman zu tun habe. Der Prolog schmeißt einen gleich in die Geschichte und das nicht zu sachte. Ein zum Tode verurteilter berichtet von der Angst nicht zu wissen, wann sein Leben ein Ende hat. Dass er jeden Tag darauf hofft, die Gefängniswärter machen nicht vor seiner Zelle halt. Der Protagonist Jun'ichi Mikami wird aus seiner Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge auf Bewährung entlassen. Sein ehemaliger Gefängnisaufseher Shoji Nango bietet ihm einen Job an, den er nicht abschlagen kann. Die beiden sollen beweisen, dass ein zum Tode verurteilter zu unrecht hingerichtet werden soll. Mich hat der Roman gleich gepackt. Ich konnte mir unter dem Titel, in Verbindung mit dem Klappentext, wenig vorstellen. Und auch während des Lesens habe ich mich oft gefragt: "Und was haben jetzt die 13 Stufen mit all dem zu tun?". Die Erklärung ist aber total schlüssig. Takano's Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich, obwohl wir es hier überwiegend mit dem Für und Wider der Todesstrafe zu tun haben. "13 Stufen" ist ein wirklich spannender Roman, der sich an nur sehr wenigen Stellen zieht. Abschnitt 3 hat mich ein wenig "kämpfen" lassen, aber sonst konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Gerade der Schluss hatte eine Wendung, die sich zwar langsam angebahnt hat, man aber trotzdem nicht hat kommen sehen. Was ich persönlich ja sehr mag. FAZIT "13 Stufen" würde ich jedem empfehlen, der gerne einen spannenden Roman lesen möchte und sich vielleicht auch für die japanische Kultur interessiert. Letzteres ist aber kein Muss ;-) Ich bin von Kazuaki Takano's Roman sehr begeistert und vergebe deshalb 4 STERNE!

Lesen Sie weiter

In 13 Stufen wird die Thematik "Todesstrafe" behandelt. Ein sehr schweres Thema,das den Leser nachdenklich zurücklässt. Der Autor erzählt die Story aus Sicht eines unschuldig Gefangenen, zudem bekommt man die Sicht einen Wärters sowie der Angehörigen zu lesen.Völlig gefesselt von der Dramatik konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil ist sehr flüssig, Spannung, Dramatik und extremer Tiefgang fesseln einen regelrecht. Takano schafft es,den Leser regelrecht fühlen zu lassen was in einem unschuldigen Menschen vor sich geht. Ganz automatisch geht das Kopfkino los, man fühlt sich als wäre man direkt an vorderster Front dabei. Spannende Wendungen führen uns durch die Story. Ein Buch das den Leser nachdenklich zurücklässt. Anspruchsvolle Lektüre mit einem ernsten Hintergrund. Logische Schlussfolgerungen,die im Epilog auch nochmals erklärt werden, somit bleibt nur noch ein wirklich ernster Gedanke zurück.... darf man sich anmaßen über Leben und Tod eines anderen Menschen zu entscheiden? Von mir eine absolute Kaufempfehlung für dieses tolle und sehr anspruchsvolle Buch. 5*

Lesen Sie weiter

"Die Japaner denken zwar insgeheim, Verbrecher sollte man hinrichten, aber wenn man das laut sagt, wird man schief angesehen. Das ist die finstere Doppelmoral eines Volkes, das seine wahren Gedanken gern hinter einer Fassade verbirgt." (Seite 193f) Die Todesstrafe wird von der Mehrheit der Japaner befürwortet und kann in Japan für 17 Delikte verhängt werden. Meist handelt es sich um Mord oder ein Verbrechen mit Todesfolge, und auch Personen, die zur Tatzeit noch nicht volljährig waren, können mit dem Tod bestraft werden. Vollstreckt wird die Todesstrafe durch Hängen, und bisweilen müssen die Verurteilten Jahrzehnte auf ihre Hinrichtung warten. Kazuaki Takano gewährt dem Leser mit seinem Roman ‚13 Stufen‘ ungewohnt tiefe Einblicke in das japanische Rechtssystem und damit auch in die Komplexität des Themas Todesstrafe. Takano erzählt in seinem Roman von Jun‘ichi Mikami, der nach einer Körperverletzung mit Todesfolge seine Strafe in der Justizvollzugsanstalt Matsuyama abgesessen hat und nun vorzeitig aus der Haft entlassen wird. Jun‘ichi Mikamis Eltern haben sich finanziell ruiniert, weil sie die - sehr hohe - Abfindung an die Eltern des Opfers zahlen müssen, und da kommt es Jun‘ichi Mikami gerade recht, dass der ehemalige Gefängnisaufseher Nangō an ihn herantritt und ihm ein finanziell sehr lukratives Angebot macht: Jun‘ichi Mikami soll drei Monate lang als Aushilfe in einer Anwaltskanzlei tätig sein und zusammen mit Nangō ein Verbrechen untersuchen, für das ein gewisser Ryō Kihara seit sieben Jahren im Todestrakt der Justizvollzugsanstalt Tokyo einsitzt und auf die Vollstreckung seines Todesurteils wartet. Ryō Kihara hat angeblich zwei Menschen getötet, leidet jedoch an retrograder Amnesie und kann sich an die Geschehnisse vor und während der vermeintlichen Tat nicht erinnern. Sämtliche Indizien sprechen gegen Ryō Kihara, aber es gibt auch ungelöste Fragen und Unklarheiten, die seit Jahren totgeschwiegen oder vertuscht werden, so dass ein Unbekannter den Fall wieder aufrollen will. Um seine verschuldeten Eltern finanziell zu unterstützen und um sein eigenes Ansehen durch die Rettung eines Unschuldigen zu verbessern, lässt sich Jun‘ichi Mikami auf das Angebot ein und beginnt zusammen mit Nangō die Ermittlungen. Schon den Einstieg ins Buch fand ich sehr gelungen und fesselnd, denn auf den ersten Seiten befindet sich der Leser mit Ryō Kihara im Todestrakt, spürt dessen Angst und das Grauen, dem er Tag für Tag ausgesetzt ist, und die Unsicherheit und Ungewissheit, ob der heutige Tag der letzte für Ryō Kihara ist. Auch im weiteren Verlauf gelingt Takano eine durchweg spannende und raffinierte Geschichte, die sich zudem aufgrund der einfachen Sprache und der sehr überschaubaren Anzahl an Protagonisten schnell und flüssig lesen lässt. Sowohl der rätselhafte Mord, der Ryō Kihara zur Last gelegt wird, als auch das ungewöhnliche Ermittlerteam sorgen dafür, dass ‚13 Stufen‘ ein Leseerlebnis ist, das sich von anderen (Kriminal-) Romanen abhebt. Auch die Einblicke in die japanische Rechtsprechung und die Besonderheiten bezüglich des Vollzugs der Todesstrafe empfand ich als sehr gelungen. Dabei gelingt es Takano, die Komplexität des Themas Todesstrafe zu veranschaulichen, indem er verschiedene Personen zu Wort kommen lässt und deren Argumentation vorträgt. So zeigt er, was es bedeutet, wenn ein Land die Todesstrafe anwendet, was es für den Einzelnen bedeutet, welche psychische Belastung das Warten und die Ungewissheit darstellen und dass auch der Henker zum Mörder wird, der sich durch den Vollzug der Todesstrafe eines Verbrechens schuldig macht und sich selbst in eine moralische Zwangslage bringt. Letztendlich erlaubt ‚13 Stufen‘ auch einen Blick hinter japanische Gefängnismauern, wo es klare Anweisungen und Gesetze gibt, die jedoch unentwegt gebrochen werden, so dass Strafen und Methoden angewendet werden, die eigentlich verfassungswidrig sind. ‚13 Stufen‘ ist ein großartiger Roman über Schuld und Vergebung, Bestrafung und Resozialisierung und die Frage, ob Gleiches mit Gleichem vergolten werden kann und sollte.

Lesen Sie weiter

Einzelbewertung: Plot: 3/5 Atmosphäre: 5/5 Charaktere: 3/5 Spannung: 4/5 Showdown: 3/5 --- Aus Japan kennt man in unseren Breitengraden für gewöhnlich nur verrückte Gameshows, Manga-Comics oder Sushi. Über Dinge wie Strafrecht, Haftbedingungen oder die Todesstrafe bekommt man recht wenig mit. Kazuaki Takano ist mir nicht unbekannt, sein deutsches Debüt „Extinction" habe ich gelesen und es hat Eindruck hinterlassen – auch wenn ich den Originaltitel „Genocide of One" wesentlich epischer finde als den deutschen. „Extinction" war ein Wissenschaftsthriller und mir teilweise zu abstrakt, „13 Stufen" bewegt sich zumindest im wissenschaftsnahen Bereich, ist aber für meine Begriffe mit der oben beschriebenen Themenlage wesentlich näher an der Realität als „Extinction". Im Prolog lesen wir über Ryō Kihara, der in Tokyo in der Todeszelle sitzt und sich plötzlich an eine Treppe erinnert, als er aus dem Fenster schaut, denn eigentlich hat er vor zehn Jahren nach einem schweren Unfall einen Gedächtnisverlust erlitten. Nach dem Prolog existiert Kihara nur mehr auf der Meta-Ebene, denn die beiden Protagonisten sind der frisch entlassene Ju‘nichi und sein ehemaliger Gefängniswärter Nangō. Nangō ist für einen Gefängniswärter überraschend freundlich, was vielleicht an seiner Vergangenheit liegt, die dem Leser später erzählt wird. Und Ju‘nichi wirkt verschüchtert und vor allem zu Beginn unsicher – da sich seine Eltern wegen seiner Verurteilung hoch verschuldet haben, muss er den Job, den Nangō ihm anbietet, annehmen. Immerhin winken mehrere Millionen Yen, wenn sie die Unschuld von Kihara beweisen können. Viel Zeit bleibt ihnen dafür allerdings nicht. Man merkt von Anfang an, dass „13 Stufen" nur dem Zweck dient, das japanische Strafrecht, die Todesstrafe und die Haftbedingungen anzuprangern – und die Doppelmoral der japanischen Gesellschaft zu Zweiterem. In weiten Teilen dient der Plot nur als Mittel zum Zweck und wird zwischendurch auch gerne zum Statisten degradiert. Wie Takano die teils unmenschlichen Haftbedingungen und die Hinrichtungsstätte beschreibt, geht einem nicht nur nahe, sondern lässt einen erschauern – obwohl Takano es völlig nüchtern und ohne Emotionen tut. In diesen Passagen, die der Autor immer wieder zwischen der Geschichte einstreut, bewegt er sich in Richtung des besagten wissenschaftsnahen Bereiches. Wobei es genau so gut exzellent recherchierte Zeitungsartikel sein könnten – man merkt jedenfalls, dass sich Takano in das Thema hineingefuchst hat und es dem Leser verständlich näherbringt. Die Beziehung zwischen Ju‘nichi und Nangō ist freundschaftlich, wobei man doch eine gewisse Hierarchie erkennt, die den Gefängniswärter etwas über den ehemaligen Häftling stellt. Nicht nur das stellt dar, dass ehemalige Häftlinge immer stigmatisiert sein werden, sondern auch der Umstand, dass sich frisch entlassene Häftlinge in Japan nach verbüßter Strafe bei den Hinterbliebenen etwaiger Opfer entschuldigen und stets Reue zeigen müssen. Bei der Geschichte sollte man auf jedes Detail achten, denn bei der Auflösung am Ende ist wirklich alles wichtig; die Konstruktion des Plots hat mir sehr gut gefallen. Dadurch dass nicht der Plot, sondern die Message im Vordergrund steht, wirkt die Geschichte teilweise hölzern, was man am ehesten in den Dialogen merkt. Auch ist der Showdown etwas unübersichtlich. Das Ende ist dafür ein einziger Gänsehautmoment und entschädigt für einiges. Tl;dr: Kazuaki Takano legt mit „13 Stufen" ein grandioses Buch vor, bei dem die Aussage weit mehr wiegt als die Geschichte. Er erklärt uns nicht nur sehr plastisch die japanische Justiz, er berührt uns auch noch zutiefst damit. Die Geschichte wirkt teilweise zwar hölzern, aber das nimmt man gerne in Kauf.

Lesen Sie weiter