Leserstimmen zu
Mit dem Herzen einer Tigerin

Amila, Katharina Finke

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Das Cover zeigt eine junge Frau, vermutlich eine Inderin eventuell sogar Amila. Sie lüftet für den Fotografen zur Hälfte den Schleier und zeigt etwas von ihrem Gesicht, dass sie in der Öffentlichkeit hinter dem Schleier verstecken muss. Die Frau hinter dem rosa Schleier sieht etwas verschmitzt in die Welt. Ich finde es zeigt ganz deutlich den Mut und die Stärke die Amila ausstrahlt. Katharina Finke gibt einen eindrucksvollen, ergreifenden und traurigen Einblick in das Leben einer „gekauften“ Frau in Indien. Die Autobiographie von Amila steht stellvertretend für viele, oft muslimische Frauen in Indien. Immer noch sind Frauen in diesem asiatischen Land nichts Wert, egal welcher Religion sie angehören. So kommt es leider immer wieder dazu, dass Mädchen nach der Geburt direkt beseitigt werden. Finke reiste mit Fotograf und Dolmetscher in ländliche Regionen Indiens und suchte den Kontakt zu Frauen. Sie erlangte das Vertrauen der Frauen und ließ sich ihre Geschichten erzählen. Stellvertretend für viele hat es ihr die Geschichte von Amila besonders angetan. Amila wächst in Assam auf. Im Norden des Landes haben es die Frauen schon etwas leichter. Es scheint mir eine liberalere Region zu sein. Trotzdem gelangt sie in fremde Hände und wird an einen Mann in Alwar verkauft. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie grausam die Hochzeit mit 11 Jahren gewesen sein muss. Ich durfte mit elf noch ganz unschuldig mit Barbies spielen und zur Schule gehen. Aller Grausamkeit zum Trotz zieht Amila ihre Kinder mit viel Liebe groß und versucht sie so gut wie möglich vor deren Vater, ihrem Ehemann zu schützen. Dafür steckt sie selbst sehr viel ein. Mutig steht sie Akthar gegenüber und erkämpft sich etwas Freiraum. Während ich dieses Buch gelesen habe standen mir immer wieder Tränen in den Augen. Ich habe mit Amila geweint, wenn sie gerade wieder von ihrem Mann mißhandelt wurde. Ich habe mit ihr um ihre größer werdende Familie gebangt. Ich habe immer wieder gehofft, sie kann ihrem Mann entkommen und zu ihrer Familie nach Assam fliehen. Bewundert habe ich den Mut der Frauen. Und war irgendwie auch erschrocken über diese Welt in Indien, die man zwar aus der Presse zum Teil zwar erahnen kann, aber das war es dann auch. In den Bollywood Filmen sieht man nur das wundervolle Indien voller Liebe. Und auch als Tourist kommt man dem wahren Indien nicht all zu nah. Im letzten Jahr war ich in Cochi, Marmugoa und Mumbai. Also in verschiedenen Landesteilen von Indien, doch als Tourist in den Hafenstädten scheut man davor, sich auch in die Randgebiete vorzuwagen. So ergreifend und traurig das Buch auch war, ich möchte die Geschichte nicht missen. Es hat mir wieder vor Augen geführt wie groß die Unterschiede für Frauen immer noch sind und wie froh man sein kann, in Deutschland auf die Welt gekommen zu sein. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

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Meine Meinung: Mir war von vornherein klar, dass dieses keine leichte Lektüre ist, die ich mal so eben zwischendurch lesen kann. Aber mich interessierte die Geschichte von Amila, zumal in der Presse ja schon einiges über die Probleme, die die Frauen in Indien haben, geschrieben wurde. Ich war erschüttert über die Zustände, berührt und auch wütend und sauer. Und dann auch froh, dass ich nicht in solch einem Land unter diesen Umständen leben muss. Amila berichtet was sie seit ihrem neunten Lebensjahr erdulden musste. Im guten Glauben hat ihre Mutter sie einer Bekannten anvertraut. Beide waren im Glauben, dass sie einen schönen Ausflug machen würde und nach einiger Zeit wieder nach Hause, nach Assam kommen wird. Leider war die Wirklichkeit viel schlimmer und Amila und auch ich mussten erfahren, wie mit den Frauen dort umgegangen wird. Welche Macht die Männer ausüben, die natürlich kein Interesse daran haben, etwas zu ändern. Würde dadurch doch ihre gute faule Zeit zu Ende gehen. Denn Amilas Mann und viele in ihrem Umfeld ließen es sich gut gehen und behandelten ihre Frauen unwürdig. Kein Wunder, dass Amila irgendwann Angst um ihre Töchter bekam und einiges ändern wollte. Ich bewundere diese junge Frau, deren Lebensgeschichte stellvertretend für viele Frauen, geschildert wird. Ich wünsche ihr den Mut, dass sie so weitermacht und auch einiges erreichen wird. Vielleicht erfahren wir Leser ja eines Tages, wie sich alles weiter entwickelt hat. Es ist wirklich erschreckend, wie mit den Frauen in Teilen von Indien umgegangen wird. Wie unlogisch dort gedacht und gehandelt wird. Eine Frau zählt nichts und viele weibliche Babys werden umgebracht. Auf der anderen Seite wird nicht überlegt, wer die Kinder zur Welt bringen soll und das viele Familien nur von der Arbeit der Frau leben. Ich musste sehr oft mit dem Kopf schütteln, als ich das Buch gelesen habe. Sehr interessant fand ich die Bilder in der Mitte des Buches und auch zu Beginn eines jeden Kapitels. So konnte ich mir einiges noch besser vorstellen. Fazit: Obwohl ich erschüttert war, bin ich doch froh, dass ich dieses Buch gelesen habe. Es hält uns vor Augen, dass es leider immer noch viele Frauen gibt, die um ein würdigeres Leben kämpfen müssen. Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall weiter!

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Amila hat eine glückliche Kindheit im Kreise ihrer Familie. Zwar ist Amilas Familie finanziell nicht gut aufgestellt, doch es reicht zum Leben und zum Glücklich sein. Leider wird Amila schon viel zu früh ihre Kindheit genommen. Eines Tages steht eine Bekannte der Familie vor der Tür und möchte Amila nach Neu-Delhi mitnehmen. Amila solle etwas erleben und in ein paar Wochen ist sie wieder zuhause, so die Begründung der Bekannten. Jedoch passiert weder das eine noch das andere. Die damals gerade neunjährige Amila wird als Arbeitssklavin missbraucht und dann auch noch einem Witwer verkauft, welcher sie zu seiner Frau machen möchte. Hier gelingt es Amila schließlich gerade noch zu entkommen und den Handel rückgängig zu machen. Nach zwei Jahren wird sie jedoch entgültig an einen jungen Mann, Akthar, verkauft. Ihre Ehe ist gekennzeichnet von Schlägen, Demütigungen und Vergewaltigungen. Bereits mit zwölf wurde sie das erste Mal Mutter, vier weitere Kindere folgen. Aber Amila gibt nicht auf. Für sich und vor allem für ihre Kinder kämpft sie um eine vielleicht bessere Zukunft. Das Schicksal von Amila, welche hier stellvertretend für den Großteil der Frauen in Indien steht, hat mich sehr berührt. Frauen haben in Indien keinen Stellenwert, sie sind Rechtelos und können zu jeder Zeit an jedem Ort sexuell missbraucht werden. Es ist keine Seltenheit, dass die eigenen Väter und Verwandten ihre Kinder sexuell missbrauchen. Auch die körperliche Züchtigung bestimmt den Alltag. Vor Gesetz ist dies alles keine Straftat. Die Moralvorstellungen dieses Landes reichen sogar soweit, dass in der Öffentlichkeit weder Zärtlichkeiten noch Küsse ausgetauscht werden dürfen. Die Frauen arbeiten den ganzen Tag. Neben Haushalt, Essen zubereiten und Kinder versorgen müssen diese auch noch einer bezahlten Arbeit nachgehen. Die Männer machen meist den ganzen Tag nichts. Sie sind beherrschend und gewalttätig. Den meisten ist das Wort Liebe fremd und von einer Partnerschaft braucht man gar nicht sprechen. Die Ehe ist ein reiner Tauschhandel, Frau gegen Geld. Selbst der Wasserbüffel hat in der Region von Neu-Delhi ein höheres Ansehen als eine Frau. "Aber statt Liebe zur Macht, brauchen wir die Macht der Liebe" Zum Glück gibt es immer mehr Frauen und Organisationen, welche den Mut haben, sich gegen die Traditionen aufzulehnen und auch andere Frauen aufzuklären. Dass dies ein langer Weg ist braucht wohl nicht erwähnt zu werden. Hier kann ich mir nur wünschen, dass dieses Land offener und frauenfreundlicher wird, so dass in Indien nicht alle zwei Minuten eine Straftat an einer Frau ausgeführt wird. Ich wünsche mir noch viel mehr mutige Frauen wie Amila, welche die Welt mit ihrer Geschichte aufklären. Der Schreibstil von „Mit dem Herzen einer Tigerin“ ist sehr flüssig und man fliegt nur so durch die Seiten. Ein großes Lob hier an die Autorin und die Dolmetscherin, welche diese Autobiographie so toll aufs Papier gebracht haben. Die Bilder in dem Buch bereichern diese Geschichte sehr und man kann sich noch mehr darunter vorstellen. Fazit Dieses Buch sollte wirklich jeder lesen, welcher sich für andere Nationalitäten und Schicksale interessiert. Man entwickelt ein noch größeres Verständnis für die Menschen fremder Kulturen und auch für die zahlreichen Flüchtlinge, welche zu uns kommen. Denn Indien ist nicht das einzige Land, in welchem Frauen extrem gefährlich leben. Auch China, Afghanistan, Pakistan und Saudi-Arabien.

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