Leserstimmen zu
Der Weg zum Mars - Aufbruch in eine neue Welt

Sascha Mamczak, Sebastian Pirling

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Der Kinofilm "Der Marsianer" hat einen kleinen Mars-Hype ausgelöst. Und so hat der Heyne-Verlag passend zum Kinodebüt eine ganze Reihe von Büchern passend zu der Thematik aufgelegt. Darunter auch "Der Weg zum Mars: Aufbruch in eine neue Welt". Herausgegeben wurde der Band von Sascha Maczak und Sebastian Pierling. Die beiden sind auch die Herausgeber der letzten Ausgaben von "Das Science-Fiction Jahr". Das vorliegende Buch ist allerdings etwas anderes. Es ist eine Mischung aus Sachbuch und Roman. Fiktionale Elemente gehen nahtlos über in fachliche Texte. Daher ist dieser Band ein ungewöhnlicher, bei dem man zu Beginn die Befürchtung hat, dass er weder Fisch noch Fleisch ist. Eine Furcht, die sich aber schon nach den ersten Seiten schnell legt. Denn was man hier zu lesen hat, ist exemplarisch dafür, wie so ein Band aussehen könnte. Das liegt vor allem an der klaren Aufgabenverteilung der Texte. Die fiktionalen Elemente erzählen von einer möglichen Reise der Menschheit zum Mars. Doch anders als bei einem richtigen Roman werden die Handlungsträger nicht mit Namen genannt, sondern nur mit Funktion. Es gibt einen Geologe, einen Chemiker und so weiter und so fort. Im Vordergrund stehen also ihr Nutzen und ihre Aufgabe. Aber ihre Persönlichkeit wird nur angedeutet. Ebenso existieren auch keine Dialoge, keine Wortwechsel. Auch dies sorgt dafür, dass man es nicht mit richtigen Charakteren zu tun hat, sondern vielmehr mit Archetypen. Und trotzdem erhalten diese Figuren genug Profil, um einem in Erinnerung zu bleiben. Denn sie erhalten Hintergründe, wie zum Beispiel, aus welchem Land sie kommen. Oder wie sie miteinander umgehen. Es ist ein ziemlicher Balanceakt, den die Autoren hier eingehen. Und einer, der funktioniert! Das ist auch das erstaunlichste an diesem Band! Das dieses Experiment funktioniert, ohne dass es zu einem Desaster wird. Hier müssen sich die Verantwortlichen sehr viele Gedanken vorab gemacht haben, wie sie das Buch aufbauen wollen. Mit einem erstaunlichen Endergebnis. Die fiktionale Seite dient dabei vor allem als Stichwortgeber, für die faktische Seite. Jeder Aspekt, der bei den fiktiven Elementen auftaucht, wird dann in dem sachlichen Anteil des Bandes ausgiebig analysiert. So bleibt keine Frage offen, etwa zum Beispiel, wie Sex im Weltraum funktioniert oder wie das mit persönlichen Beziehungen ist. Dabei wird vieles entromantisiert. So ist es zum Beispiel nicht möglich, die Toten direkt auf dem Mars zu bestatten, aus Furcht vor Kontaminierung. Und vor allem wird dies logisch und nachvollziehbar dargestellt. Im Prinzip bleiben am Ende keinerlei Fragen oder Aspekte offen. Und deshalb wird dieses Buch auch als "Klassiker" empfohlen, der ebenso ein "Splashhit" ist.

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