Leserstimmen zu
Die drei Sonnen

Cixin Liu

Die Trisolaris-Trilogie (1)

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Paperback
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Während der Kulturrevolution in China während des Kalten Krieges versuchen Wissenschaftler und Politiker Kontakt mit außerirdischen Zivilisationen aufzunehmen. Wird es klappen? Und was wären die Konsequenzen? Das Buch Die drei Sonnen ist in drei Abschnitte unterteilt, die chronologisch aufeinander aufbauen und von der Zeit des Kalten Krieges bis in die Gegenwart reichen. Wir erfahren erst, wie die westlichen Naturwissenschaftler und ihre Anhänger verleumdet werden, lernen später Physiker und Politiker kennen, die sich mit der Kontaktaufnahme mit Außerirdischen beschäftigen. Eine zentrale Figur ist hierbei Ye Wenjie, die Tochter eines Physikers, der für seinen Glauben an und die Verbreitung von bspw. der Relativitätstheorie mit dem Leben bezahlen musste. Seiner Tochter wird im Laufe der Geschichte eine Stelle in einer geheimen Forschungsbasis angeboten, wo sie versuchen soll, außerirdisches Leben zu finden. Außerdem spielt Wang Miao eine wichtige Rolle, der ebenfalls Physiker ist, zu Nanomaterialien forscht und eines Tages auf das Spiel Three Bodies aufmerksam wird, in dem man die Geschichte von Trisolaris kennen lernt- einer Welt, die chaotische Zeitalter (starke Hitze oder Kälte, keine oder ewig dauernde Nächte und Tage) und stabile im Wechsel erlebt und deren Zivilisationen immer wieder durch chaotische Zeitalter ausgelöscht werden und neu auferstehen. Doch es wird schnell klar, dass hinter dem Spiel mehr steckt. Meine Meinung Am Anfang (ca. die ersten 50 Seiten) fand ich Die drei Sonnen etwas verwirrend und die Politik spielt eine sehr wichtige Rolle. Abgesehen davon tauchen sehr viele Personen auf und chinesische Namen sind für mich einfach relativ ungewohnt, so dass man sich da auch erst einmal dran gewöhnen musste. Hat man das einmal hinbekommen, geht aber alles viel leichter und keine Sorge: Die Namen sind unterschiedlich genug, dass man sie auseinander halten könnte. Und zur Not hilft das Personenverzeichnis am Anfang des Buches, das die im Endeffekt doch erstaunlich wenigen wichtigen Figuren den zeitlichen Abschnitten des Buches entsprechend nochmal kurz auflistet. Mit der Zeit fand ich das Buch echt cool. Es ist eine großartige Mischung aus Astrophysik, Politik, Soziologie und einigen elementaren Fragen, die sich jeder, der sich für extraterrestrisches Leben interessiert sicher schon einmal gestellt hat. Es gibt keine wirklichen krassen Actionszenen oder dergleichen und dennoch schafft es der Autor, das Buch spannend zu halten. Die erklärte Technik ist hochkomplex und doch so erklärt, dass man es auch ohne großes Vorwissen ganz gut verstehen kann. Und selbst wenn nicht, ist das auch nicht so schlimm. Ich fand es immer wieder erstaunlich, wie komplex und detailreich das Buch ist, ohne sich in unnötigen Beschreibungen zu verrennen. Ein kurzes Beispiel: Die Szenen sind so ausführlich, dass man gut reinfindet, aber der Körperbau oder Kleidungsstil der meisten Figuren wird mit keiner Silbe erwähnt, weil es für die Handlung nicht relevant ist. Dennoch sind die Personen deutlich voneinander unterscheidbare Individuen. Abgesehen davon fand ich das, doch recht persönliche, Nachwort des Autors auch interessant. Ganz am Ende des Buches gibt es übrigens nicht nur eine Erklärung der Aussprache der chinesischen Laute, sondern auch Erklärungen zu Anspielungen des Buches und Erklärungen von wichtigen Theorien und Organisationen, die für das Buch relevant sind. Ich finde es toll, dass der Autor manchen Personen, die die Geschichte der Menschheit vielleicht gerne unterschlägt auf diese Weise eine Würdigung erfahren haben. Wusstet ihr übrigens, dass es dieses Buch bereits auf die Listen von Büchern geschafft hat, die man lesen sollte? Ihr kennt doch sicher Listen mit alten und modernen Klassikern / Must-Reads. Dem kann ich mich nur anschließen. Fazit Als nächstes lese ich Band 2. Sofort. Die drei Sonnen | Cixin Liu | 545 Seiten bzw. 591 Seiten (inkl. Anhang) | 14,99€ | Heyne Verlag (Randomhouse) | Originaltitel: 三部曲《三体》(The Three Body Problem Trilogy Book 1 - Sanbuqu Santi) (ursprüngl. in Fortsetzungen i.d. Magazin Science Fiction World erschienen) - Rezensionsexemplar

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Der Roman beginnt in den Wirren des Kulturrevolution im China der 1960er Jahre und entwickelt sich nach und nach zu einem Sci-Fi-Roman der sehr speziellen Art. Meine Brille ist zwar Fan von Star Trek - The new Generation, aber ihre Erfahrungen mit Sci-Fi-Romanen hält sich in engen Grenzen (zählt "Der Marsianer" von Andy Weir?). Zudem war dies meines Wissens der erste Roman eines Chinesischen Autors. "Die drei Sonnen" ist der erste Teil einer Trilogie. Sie verbindet chinesische Geschichte mit ganz, ganz, ganz viel Wissenschaft, Physik und physikalischer Grundlagenforschung im Hintergrund und einer spannenden Geschichte, mit interessanten Charakteren im Vordergrund. Da die Geschichte sehr wissenschaftslastig ist, enthält sie immer wieder grössere Abschnitte, in denen allerkomplizierteste quantenphysikalische Phänomene beschrieben und anhand wirklich sehr anschaulicher Beispiele erklärt werden. Verstanden habe ich natürlich trotzdem lange nicht alles, aber was ich verstanden hatte, reichte, um mir Albträume zu bescheren. Für diese Intensität und Dichte bewundere ich den Autor. Anfangs hatte ich Mühe, die verschiedenen Chinesischen Akteure auseinanderzuhalten. Zu fremdartig waren die Namen, die mir keinen Hinweis auf z.B. die Geschlechtszugehörigkeit oder andere Charakteristika gaben. Das legte sich aber bereits nach wenigen Kapiteln und ich wusste, wer wer ist. Die Handlung war abwechslungsreich, spannend und gross angelegt, am Ende des ersten Bandes der Trilogie ist noch nichts entschieden. Im Gegenteil, es sieht ziemlich düster aus für die Menschheit. Bevor ich mich dem zweiten Teil stellen werde, brauche ich unbedingt eine Pause, schliesslich ist ein ruhiger Schlaf auch wichtig.

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Worum gehts? Ye wenjie´s Vater wurde von der Roten Garde während der Kulturrevolution 1967 ermordet, weil er war Wissenschaftler und Dozent war und hat die Arbeiten großer Wissenschaftler, unter einem anderen Namen gelehrt. Daraufhin wird Sie vom Militär, für die geheime Basis Rotes Ufer, für Ihre gesamte Lebzeit verpflichtet. Dort entdeckt sie etwas, das die Menschheit für immer verändern soll. Wang Miao : „Frontiers of Science“ ist eine Organisation zum Zwecke des Austauschs unter Wissenschaftler, im Bereich der Grundlagenforschung. Zwanzig der Mitglieder haben jedoch Selbstmord begangen. Wang Miao ist Wissenschaftler der Nanomaterialien und wird in die Organisation eingeschleust, um herauszufinden was genau los ist. Das ist aber nur eine, der vielen seltsamen Anomalien, die sich derzeit abspielten. Wie fand ich es? Der Autor hat es mir Physik-Nichtsnutz, verständlich erklären können, ohne das es wie ein Schulbuch liest, denn das Thema Pysik wird völlig auf den Kopf gestellt. Gibt es Phsik wirklich, oder nicht? Können unsere Physikalischen Regeln, eine ganz andere Reaktion im Universum hervorrufen, also gegen unser Erdgesetzt? Solch Fragen, gepaart mit dem Erstkontakt, hat sich diese Geschichte sehr faszinierend lesen lassen. Besondern mochte ich, das der Autor nichts eingebracht hat, ohne es wissenschaftlich zu erklären, das macht die Geschichte so echt und faszinierend. Es wird oftmals philosophisch auf Themen eingegangen, wie die Technik und was dazu nötig ist um sie zu haben, zu erhalten und nutzen zu können. Sehr gelungen finde ich das einfließen der Chinesischen Geschichte. Kurzum beschäftigt sich das Buch, um den Erstkontakt mit Außerirdischen und die Frage: „würden sie uns Menschen zusammenbringen, oder eher Spalten?. Nach dem erstens Drittel dachte ich schon es ist das beste Buch das ich je gelesen habe. 😊 Ist es für Sience-Fiction Anfänger geeignet? Ja, aber man muss sich ein wenig Zeit nehmen. Die Fußnoten erklären aber soweit alles was man wissen muss, ohne auf google zurückgreifen zu müssen.

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Ich habe selten so ein langweiliges Werk gelesen, von daher wundern mich die Stimmen, die diesen Schinken in den höchsten Tönen loben. Aus dem Exposé hätte man einen richtig guten und spannenden Roman zaubern können, stattdessen verliert sich der Autor in Nebenschauplätzen. Sorry, ich kann dieses Buch nicht empfehlen.

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Die Trisolaris-Trilogie 1 China 2006/2008 Die Drei Sonnen Alternativ: Three-Body, The Three-Body Problem Autor: Cixin Liu Verlag: Heyne Übersetzung: Martina Hasse Genre: Hard Science-Fiction Die bemerkenswerte Science-Fiction Trilogie von Cixin Liu hört auf den Titel "Earth's Past" oder ganz einfach "Three Body" (dem Begriff aus der Physik). Im Heimatland China sind die 3 Romane zwischen 2008 bis 2010 erschienen, international schwappte die Begeisterung erst einige Jahre später über (vermutlich besonders ab jenem Moment, als Ex-Präsident Obama das Buch lobte und einen gewissen Trost darin fand im Bezug auf sämtliche irdische Probleme, mit denen er sich zu seiner Amtszeit befassen musste). Da die Geschichte vorher noch in China in Kapitel abgedruckt wurde, geht die Entstehungsgeschichte sogar zurück bis ins Jahr 2006. Die Veröffentlichung in den USA heimste den Hugo Award ein und besonders viel Anerkennung generierte besonders die Übersetzung von Ken Liu (Übersetzer und Autor von Science-Fiction Literatur). Deutsche Leser mussten bis ende 2016 darauf warten, eine übersetzte Ausgabe in die Finger zu bekommen. Eine große Überraschung hierbei ist, der Heyne Verlag lizenzierte nicht die englischsprachige Übersetzung von Ken Liu (die sich übrigens inhaltlich und in einigen anderen Punkten wie Chronologie vom Original unterscheidet), sondern kreierte mit der Übersetzerin Martina Hasse eine Übersetzung der chinesischen Originalausgabe. Abseits des Buches selbst ist es mindestens genau so interessant zu recherchieren, wie sehr Cixin Liu nicht nur bei seinem Heimatvolk polarisiert, sondern auch bei den internationalen Lesern. Wo es Anerkennung gibt, dort gibt es auch Kritik und umgekehrt. Im Fokus der Kritik steht meistens die Komplexität der Geschichte. Einige internationale Leser kritisieren auch die mangelnden Erklärungen für die geschichtlichen Hintergründe. Und genau hier gibt es einen Einspruch von mir. "Die Drei Sonnen" wurde nie für den westlichen Markt konzipiert. Und dies gilt für die gesamte Trilogie. Wir haben es hier mit einem Autor aus China zu tun, gewisse kulturelle Unterschiede sind hier unvermeidbar (auf den letzten Seiten gibt es ein ausführliches Register). Verzichtet ein ausländischer Verlag aber auf diese Teile der Geschichte, könnte man sich die Veröffentlichung auch komplett sparen. Einen größeren Teil des Kulturschocks wird hier wohl die Thematik rund um die chinesische Kulturrevolution sein (1966-1976). Das komplette Buch baut seine Geschichte auf dieses signifikante Ereignis in der chinesischen Geschichte auf. Cixin Liu beschreibt die Zustände überraschend schonungslos aber auch ausführlich. Für mich als Leser, der sich mit der Revolution bisher nicht großartig befasst hatte (ein Ereignis, welches das China heute so prägte, wie wir es kennen), ein interessantes Thema was noch ein bisschen zusätzliche Recherche nötig machte. Es könnte diese zusätzliche Recherche sein, die einige Leser vielleicht als etwas lästig ansehen könnten, da man bei einem Roman der Kategorie Science-Fiction gerne sofort und ohne geschichtliche Hintergründe in eine exotische Welt eintauchen möchte. Und genau hier liegt der springende Punkt: "Die Drei Sonnen" ist klassische harte Science-Fiction. Diverse Ähnlichkeiten zu Asimovs Foundation-Trilogie werden gewiss nicht zufällig sein, unterstreichen aber, in welchen Kreisen sich Cixin Liu aufhält. Denn schon lange gab es nicht mehr eine Trilogie, die in so eine klassische Kerbe einschlägt. Und dennoch sind die Wissenschaften im Buch eher zweitrangig und auch für den Leser relativ leicht verständlich. In einem Interview mit chinesischen Studenten an einer britischen Universität gab Liu besonders amüsiert zu, er habe nicht einmal einen besonders starken Draht zur Physik. "Die Drei Sonnen" kombiniert also gleich mehrere Genre. Historischer Roman, eine Hard Boiled Geschichte und klassische Science-Fiction. Und dennoch schafft es der Autor, diese völlig verschiedenen Elemente natürlich in seine Geschichte einzubauen. Wir haben es hier mit einer Geschichte zu tun, die sich über eine extrem lange Zeitspanne erstreckt. Doch der Ausgangspunkt dieser epischen Reise ist das Jahr 1967 mitten in der Kulturrevolution. Jetzt habe ich zwar eine menge über das Buch geschrieben und meine Begeisterung ausgedrückt, doch schaffe ich es auch, die Geschichte zusammenzufassen für die Leute, die hier eine Empfehlung suchen? Kann ich nicht einfach die Frage beantworten, ob es in dieser Geschichte Außerirdische gibt? Nun, damit würde ich es mir etwas zu einfach machen. Mit den Trisolanern gibt es zwar eine außerirdische Rasse die sich auf der Erde niederlassen will, aber es ist eher das Wie und Warum und Weshalb, was man hier erklären müsste. Und hier liegt dann die bereits angesprochene Komplexität die den Rahmen einer Rezension sprengen würde. Was man für "Die Drei Sonnen" braucht ist Zeit und eine Liebe zur klassischen Science-Fiction. Sofern man vor hat, Band 1 dieser dreiteiligen Reihe zu lesen, der sollte vorher ein wenig über die Kulturrevolution stöbern, bevor er sich mit dem Buch befasst um so einen leichteren Einstieg zu haben. Resümee Ein Buch, etwas zu komplex um es gebührend in einer Rezension zu besprechen. Cixin Liu macht mit "Die Drei Sonnen" Werbung für die chinesische Literatur. Dass ausgerechnet aus China ein solcher Science-Fiction Knaller kommt, damit hätten wohl im Vorfeld nicht viele gerechnet. Besonders das Gebiet, auf dem Liu wandelt galt beinahe als ausgestorben. Diese Renaissance wird seine Leser mit einer Geschichte belohnen, die sich über Zeit und Raum erstreckt. Ich könnte noch Stunden über das Buch weiter plaudern, aber ich denke, jeder sollte "Die Drei Sonnen" für sich selbst entdecken (außerdem würden sämtliche Namen und Begriffe die Rezension unnötig verkomplizieren und den Plot vermutlich wirrer darstellen, als er ist). Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass hier viel Konzentration vom Leser verlangt wird und sich die Ruhe antun sollte, denn sonst könnte es sein, dass man Gefahr läuft, aus der Geschichte geworfen zu werden. Wer sich darauf einlassen kann, der wird hier den Auftakt zu einer fantastischen Trilogie erleben. Weiter geht es in einigen Tagen mit der Fortsetzung "Der dunkle Wald". Zusätzlich wird es demnächst noch einen Einwurf über Cixin Liu geben, wo ich ein wenig näher auf den Autor und seinen Stilmitteln eingehen werde.

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Für solch ein Buch eine Einleitung zu finden, ist recht schwer. Ich könnte einfach schrecklich viele Superlative aneinanderhängen. Ich könnte kurz erwähnen, dass es den Galaxy Award sowie den Hugo Award erhalten hat. Du könntest auch erwähnen, dass Cixin Liu ein Chinese ist und es eine ganze Weile gedauert hat, ehe es jemand geschafft hat, dieses geniale Werk zu übersetzen. Oder ich mach es mir einfach und zeige es euch durch die Worte eines Anderen. "Jeder anständige Autor muß auf jeder nur denkbaren Stufe sein Publikum respektieren und darf ihm darum nur das subjektiv Beste vom Besten bieten." Kurt Tucholsky Ein wahres Wort. Und zutreffend auf Cixin Liu. Mit "Die Drei Sonnen" bietet er dem Leser das Beste aus Geschichte, Mathematik und visionärem Zukunftsdenken, garniert durch mitreißende Einzelschicksale. Wir erleben die chinesische Kulturrevolution im Jahr 1967 und die grausame Verfolgung von Millionen Menschen, unter ihnen Ye Wenjie. Eine junge Astrophysikerin, die in den Wirren der Revolution ihre komplette Familie verliert, und sich später auf einer geheimen Militärbasis der Erforschung von Radiowellen widmet. Dies tut sie auf eine besondere Art und Weise. Zum Einen ist sie jahrzehntelang abgeschieden auf dieser Station und zum Anderen ist sie es, die gewaltige Fortschritte in der Forschung verzeichnen kann und eine bahnbrechende Entdeckung macht . Wir lernen auch Wang Miao kennen .... oh ja da fallen mir viele viele unqualifizierte Dinge ein, die dir nicht gefallen werden, liebe Apos. Wang Miao: "Miau-das neue unfassbar Gute Futter für Ihre Katze"; "Einmal die 62 - Wang Miao-gebratene Nudeln mit viel Flaaaaiß" Also an einen hochwertigen Roman hab ich an dieser Stelle schon nicht mehr gedacht. Und ernst nehmen konnte ich das Ganze an der Stelle, an der dieser Name das erste Mal fiel erst recht nicht mehr. Ok, man kann und muss das auch überwinden können. Wenn man das schafft, dann lernt man Wang gut kennen und im Anschluss lieben. Ähm. Ja. Also wir lernen Miao Mi.., Professor Wang Miao kennen. Einen Nanowissenschaftler, der beginnt Dinge zu sehen, die für einen normaldenkenden Menschen völlig unerklärlich sind. Zu allem Überfluss wird er auch zu einer, vom Militär komplett von der Öffentlichkeit abgeriegelten Sitzung eingeladen. Mit ihm treffen sich dort hochrangige Mitglieder der chinesischen Armee sowie zahlreiche Physiker. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf und kommt richtig in Fahrt. Sie beginnt damit, dass auf Miaos Netzhaut auf unerklärliche Art und Weise ein Countdown auftaucht. Er hat allerdings keine Ahnung, warum er diesen Countdown sieht und vor allem auf was er sich bezieht. Das wollen wir euch natürlich nicht vorweg nehmen. Miao gerät jedenfalls in eine Spirale der Verunsicherung, weil er nicht mehr sicher sagen kann, was nun Realität ist und was nicht. Dies liegt auch daran, dass er in dieser Phase ein Computerspiel für sich entdeckt, welches mit einem Virtual Reality Anzug zu spielen ist. In diesem Spiel gerät er in eine Welt, in der es drei Sonnen gibt. Die Welt ist unterteilt in Phasen der Dunkelheit (Kälte) und Licht (Hitze). Das bedeutet, die Spieler, die sich in jedem Level Zivilisationen aufbauen geraten ebenfalls in diese Phasen, mit denen die jeweiligen Gesellschaften umgehen müssen. Herrscht beispielsweise eine Phase der Sonnen, so schützen sich die Menschen so, dass sie sich "zusammenfalten", also dehydrieren und am Ende der Phase wieder hydrieren. So können sie überleben und die Welt kann sich weiterentwickeln. Die drei Sonnen - genau. Hier nun kommen wir zur Mathematik. Zwischendurch wird der Leser immer wieder mit dem Drei-Körper-Problem konforntiert. Es gilt als eines der schwierigsten mathematischen Probleme, welches darin besteht, eine Lösung - also Vorhersage - für den Bahnverlauf dreier Körper unter dem Einfluss der Gravitation, also der gegenseitigen Anziehung, zu finden. Ein faszinierendes Problem, welches schon die größten mathematischen Köpfe beschäftigt hat - Euler, Lagrange, Thiele, Poincare. (Um nur einige zu nennen) Wer nicht so sehr an den wissenschaftlichen Aspekten interessiert ist, könnte die besagten Stellen vielleicht etwas zäh finden. Zäh? Ja das ist ja nett ausgedrückt. Ich halte mich ja doch für ziemlich intelligent, aber DAS, DAS war einfach zu viel. Ich kam mir wirklich unglaublich dumm vor, weil ich fast nichts verstanden habe. Deprimierend, jedoch lehrreich zu gleich. Cixin Liu hat nämlich für die "Nicht-Mathematiker", "Nicht-Physiker" und "Nicht-Chemiker" unter uns ein wunderbares Glossar angehängt, in dem jegliche abgefahrene Theorie verständlich erklärt wird. Tja, das dauert zwar, aber dann kommt auch über diese Passagen hinweg. Hat man es soweit geschafft, wird man mit der Zusammenführung von Wang Miao und Ye Wenje belohnt. Dies kann natürlich nur innerhalb einer abgefahrenen Geheimgesellschaft passieren. Diese will die Entdeckung Ye Wenje's für sich nutzen um die Welt weiter zu verbessern oder zur retten. Ganz einig ist sich der Verband da nicht und ein neuer Strang beginnt. Nachdem man also einen Grundkurs in höherer Mathematik, chinesicher Geschichte und futuristischer Spieleentwicklung erfolgreich absolviert hat, bleibt man mit einem Gefühl der Leere zurück. Denn die Fortsetzung wird aller frühestens Mitte 2018 erscheinen. Alles in allem: Gelungener Auftakt einer Trilogie. Absolut lesenswert. Maßstäbe im Science-Fiction Genre setzend.

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Es ist wieder mal eines dieser Bücher, bei denen ich nicht weiß, wie ich meine Rezension beginnen soll. Das Buch hat mich so sehr umgehauen, dass ich nicht so ganz weiß, wie ich das beschreiben soll. Diese SciFi Geschichte war ganz anders, als ich es erwartet habe. Es war deutlich komplexer und wissenschaftlicher, als ich vermutet habe und ich war absolut begeistert davon. Die Menge an komplizierten Unterhaltungen über Physik, Astronomie und Forschung war enorm, aber wer ein bisschen Grundlagen hat und davor nicht zurückschreckt, wird von Cixin Lius Beschreibungen genauso gefesselt sein wie ich. Leider bin ich nicht in der Position, um bei der Wissenschaft immer zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden, aber egal welches von beidem der Großteil der Ideen entsprungen ist, es hat mich gepackt und mich staunen lassen. Ich habe es geschafft, diese fast 600 Seiten in 3 Tagen zu lesen, weil ich immer wissen wollte, wie es weiter ging und nicht aufhören konnte, über das Buch nachzudenken. Was den Schreibstil / die Charaktere angeht, bin ich ein wenig skeptisch. Denn es fehlt leider komplett der zwischenmenschliche und emotionale Aspekt der Geschichte. Wang Miao, einer der Hauptcharaktere, hat zB eine Frau und einen Sohn, die werden aber nur einmal ganz kurz erwähnt. Was er für sie empfindet, ob er auch mal an sie denkt und was sich durch Wangs Erfahrungen, die er im Buch macht, in der Familie verändert, kommt überhaupt nicht vor. Auch er selbst scheint keine charakterliche Entwicklung durchzumachen. Und so war es mit allen Charakteren. Niemand hatte Emotionen, niemand veränderte sich, es gab überhaupt keinen Rückschluss auf das Zwischenmenschliche und Dialoge waren immer nur reiner Informationsaustausch und keine richtigen Gespräche. Das fand ich schade, aber aus irgendeinem Grund hat es mich gar nicht so sehr gestört. Dabei sind diese Elemente für mich eigentlich immer die wichtigsten - aber hier fehlten sie mir nicht. Ich war auch so vollkommen gebannt von der Geschichte und ihrer Komplexität. Cixin Liu hat mit diesem ersten Buch bereits etwas so Großes geschaffen, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, was in den nächsten beiden Bänden noch kommt. Er vereint blühende Fantasie mit weitreichendem Wissen und Gesellschaftskritik zu einem Buch, dass mich mit seiner Andersartigkeit überzeugen und vollständig mitreißen konnte. Ich weiß nicht, wie ich ein Jahr auf das nächste Buch warten soll.

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Als Fan von guter SF-Literatur ist der erste Band der Trilogie des chinesischen Autors Cixien Liu seit dem Lesen meines ersten großen SF-Romans "Menschen wie Götter" von Sergei Alexandrowitsch Snegow ein ganz phantastisches Buch. Die Idee ist so etwas von eigenartig aber irgendwie auch "realistisch", dass die Lektüre dieses Buches zu einem Abenteuer mit der Lust auf mehr wird. Die Bilder, die der Autor zaubert, sind alle glaubhaft, die Kulturrevolution wirkt so echt, so ehrlich, so grausam, so menschgemacht, wie auch die folgenden wissenschaftlichen Erläuterungen, die trotz des grossen Fantasiequantums auf wirklichen wissenschaftlichen Grundlagen beruhen und verständlich scheinen. Ein Buch, welches Hunger auf Weiteres macht, und welches definitiv die Einkehr in das eigene Denken einfordert.

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