Leserstimmen zu
Deutschland. Ein Wandermärchen

Anna Magdalena Bössen

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Es gibt da ein Buch, welches mich ganz schön ins Grübeln versetzte, welches mich zum Lachen brachte und manchmal auch zu melancholischen Gedanken stimmte. Ein Buch, das mich unterstützt, meine Tagträume in wahre Pläne umzusetzen. Ein Buch, in welchem mein klitzekleiner Traum bereits verwirklicht wurde und nur darauf wartet erneut in die Tat umgesetzt zu werden. Die Rede ist von Anna Magdalenas Bössens Buch „Deutschland. Ein Wandermärchen“, welches mir freundlicherweise vom Ludwig Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Vielen lieben Dank!* Das Reisetagebuch handelt von ihren Erlebnissen und Erfahrungen, die sie in zwei Halbjahren gesammelt hat. Nur mit einem Fahrrad und ein bisschen Gepäck machte sich die diplomierte Rezitatorin auf um Deutschland zu erkunden und gegen Kost und Logis Gedichte vorzutragen. Einfach so, ganz frei von allen Dingen. Anhalten wo man möchte und sich vom Fahrtwind treiben lassen. Hört sich das nicht toll an? Ebenso toll beschreibt die Autorin auch ihre Geschehnisse. Zwischen den authentischen Hoch und Tiefs der Reise fühlt man sich schon selbst so, als würde man im Starkregen mit nassen Sachen auf dem Sattel sitzen oder ein gigantisches Feuerwerk vom Leuchtturm aus beobachten. In manchen Momenten möchte man Anna Magdalena Bössen einfach nur eine warmherzige Umarmung geben, für die Dinge die sie tut, schreibt und natürlich sagt. In diesem Buch steckt eine Menge Liebe zum Detail. Auf den beiden Buchumschlägen befinden sich Deutschlandkarten mit eingezeichneter Reiseroute und passender Legende. Das Cover ziert Magdalena Bössen auf ihrem Fahrrad und ihren typisch gelben kleinen Koffer voller Gedichte. Zudem befinden sich nicht nur Tagebucheinträge auf den ca. 400 Seiten, sondern auch einzelne Gedichte von Hermann Hesse bis hin zu Dieter Mucke. In Kombination mit passenden schwarz-weiß Fotos der Reise ergibt sich das Buch als stimmige Komposition. Ein kleines künstlerisches Meisterwerk sozusagen. Eine Frage taucht mehrmals zwischen den Kapiteln auf: Wer ist Deutschland? Wie definieren wir uns? Welche Facetten und Lebenseinstellungen hat unser Volk? Ist Deutschland unsere Heimat? Man beginnt selbst tiefsinnig über verschiedene Fragen nachzudenken und findet sich in manchen Personen und Situationen wieder. So, wie es bei einem guten Buch sein muss. Ich möchte nichts vorwegnehmen, denn jedes Kapitel ist eine Reise an sich, die man selbst einmal erleben sollte. Es gab ein paar Stellen, die mich einfach nur zum Lächeln brachten z.B. die "Heimat für den einen Moment" stelle. In diesem Kapitel erklärt Anna Magdalena Bössen, dass sie in jeder Stadt die ihr gefällt und in der sie mehrere Tage verbringt, versucht ein Stammcafe zu finden. Dort möchte sie nach Möglichkeit immer dasselbe konsumieren. "Damit ich an Tag drei sagen kann: "Dasselbe wie gestern bitte"." (Kapitel: Am Neckar oder: Ein Narrensprung ins Ländle, S.263) Es sind eben die kleinen Dinge, die einem im Leben begeistern. Die kleinen Erinnerungen, die wir fest im Kopf behalten. Die kleinen Erinnerungen die uns zeigen, wie wichtig es ist frei zu sein. Und die kleinen Erinnerungen die uns dazu beflügeln, noch mehr von ihnen zu sammeln. "Deutschland. Ein Wandermärchen" inspiriert und macht Lust und Mut selbst auf Reisen zu gehen. Ein tolles Buch!

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Gleich zu Beginn möchte ich hier eine Warnung aussprechen, denn der Schreibstil der Autorin ist so eingehend, dass er süchtig macht!! Dieses Buch ist nicht "nur" ein Reisetagebuch, das als Wandermärchen deklariert ist, sondern vielmehr ein Sinn- und Fragenstellerbuch mit äusserst wertvollem psychologischen Hintergrund. Das bedeutet, dass es zwar die Route, die die Autorin mit ihrem Rad zurückgelegt hat, in detailreichen und liebevollen Momentaufnahmen wiedergibt, doch eben vor allen Dingen, dass die Fragen, Antworten, Gedanken und Erkenntnisse, die ihr auf dieser Reise begegnen, beinhaltet. Hier wird der Leser mit warmherziger und lebhafter Erzählung auf das, was wirklich zählt, aufmerksam gemacht. Anna Magdalena Bössen beschreibt die unterschiedlichsten Begegnungen mit einer Offen- und Ehrlichkeit, charmantem Humor und Detailinfos, die zum Nachdenken, in sich gehen und obendrein zum Schmunzeln einladen. Die einzelnen Stationen und Vorkommnisse sowie die Gefühlswelt, die von energiegeladen, am Boden zerstört, genervt, hocherfreut und und und....(eben die ganze Palette umfassend) werden in authentischen und bewegenden Erläuterungen rübergebracht. Vermeintliche Schwächen, die humorig dargestellt werden, stellen sich oftmals als wahre Stärken und als ein Wachsen heraus. Das liebevoll gestaltete Cover, die Routendarstellung und Legende im vorderen und hinteren Klappentext, bewegende Gedichte und die aussagekräftigen Schwarz-Weiß-Fotos geben ein stimmiges Bild und untermalen das gekonnte "Reisetagebuch" vortrefflich. Achja, hier will ich auch die Arbeitshypothesen, die die Autorin immer wieder gekonnt einflicht, nicht vergessen. Diese wirken oft wie eine sinnvolle Zusammenfassung oder auch Erklärung und verstärken den enormen Tiefsinn. Hierzu nur ein Beispiel davon: "In jedem Menschen stecken unendlich viele Geschichten, jeder ist eine Reise wert". Es werden tiefe Einblicke in die verschiedensten Lebensentwürfe und -vorstellungen, die unser Land zu bieten hat, gewährt, denn das Leben und die Facetten der Gastgeber etc. pp. könnte unterschiedlicher nicht sein, so dass man hier nicht "nur" das Land, sondern eben gerade die Leute, die es ausmachen, kennen- und liebenlernen kann. Kurz gesagt, macht dieses Buch deutlich, welche elementaren Dinge das Leben lebenswert machen. Mein Fazit: mit diesem Buch ist man "mittendrin und nicht nur dabei" und es macht Lust auf mehr davon

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Dieses Mal war die Lektüre besonders passend zum Wander-Urlaub gewählt. „Deutschland. Ein Wandermärchen“ von Anna Magdalena Bössen (Rezensionsexemplar) sollte es sein. Hier berichtet die Diplom-Gedichte-Sprecherin (ja sowas gibt es und in mir ist jetzt der große Wunsch gewachsen, mal jemand Live auf der Bühne Gedichte zitieren zu sehen und hören) von ihrer Radl-Wanderschaft durch Deutschland. Mit dabei ein gelber Koffer und der starke Wille Gedichte quasi gegen Kost und Logis zu tauschen. Originaltitel: Deutschland. Ein Wandermärchen Erscheinungsdatum: 9. Mai 2016 Verlag: Ludwig Verlag Autor: Anna Magdalena Bössen ISBN: 978-3453280762 Preis: 16,99 € (broschiert) Unglaublich mutig fand ich die Idee und die zugehörige Reise, das Auseinandersetzen mit sich selbst und unserer Heimat und die vielen wichtigen Aspekte die Anna Magdalena Bössen dabei immer wieder im aufgreift. Sind wir eigentlich noch das Land der Dichter und Denker? Wie steht es um unsere Toleranz und den Zusammenhalt? Schönes, nachdenkliches und trauriges erlebte die Autorin unterwegs und zeichnet in diesem Buch sehr ehrlich einen bunten Reisebericht. Dabei finden sich zwischen den Kapiteln jeweils passenden Gedichte und aussagekräftige schwarz-weiß Fotos. Und wer bei dem Buchtitel kurz überlegt hat, weiß es sicher schon, welches Gedicht man natürlich auch im Buch findet. „Deutschland, ein Wintermärchen“ von Heinrich Heine. Und der Deutschen liebstes Gedicht „Die Stufen“ von Hermann Hesse, bei dem ich tatsächlich auch immer ein wenig schlucken muss bei den Zeilen „Wohlan denn, Herz, nimm Abschied…“ Manchmal hätte ich Frau Bössen ein wenig mehr Rückenwind gewünscht, wenn sie besonders gegen den Wind anfahren musste. Aber so ist das im Leben und eben auch auf Wanderschaft, der Wind mach was er will :-) In mir schlummert allemal auch eine kleine Wanderseele, ein Herz das Deutschland und seine unendlich vielen schönen Ecken und Enden liebt und so war von der ersten Seite an eine wunderbare Verbindung zu diesem Buch geschaffen. Für mich ein Buch, dass mich noch vieles gelehrt hat und das ich sofort weiterempfehlen würde. Und ein zwei Orte aus dem Buch sind Schwupps auch gleich auf meiner persönliche „Da will ich mal hin“-Liste gelandet.

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Anna Magdalena Bössen ist eine ungewöhnliche Frau. Nicht nur dass sie einen ungewöhnlichen Beruf gewählt hat, nämlich: diplomierte Gedichte-Sprecherin, sie hat auch außergewöhnliche Ideen, einen starken Willen und unglaublich viel Kraft und Mut. Unter anderem um folgendes Projekt anzugehen: Nach längerer Vorbereitungszeit ist die junge Deutsche am 10. Mai 2014 in Hamburg auf ihr Fahrrad gestiegen, um damit ganz Deutschland abzuklappern. Mit dabei ein gelbes Köfferchen, ihre Arbeitsausrüstung – Anna Magdalena Bössen wollte gegen Kost und Logis allerorts auftreten und professionell Gedichte vortragen. Nicht nur das: sie wollte dabei „ihr“ Land erkunden, ihre Heimat kennenlernen, den Menschen, denen sie begegnete, Fragen stellen und herausfinden, was es mit diesem Land auf sich hat. Wer oder was ist Deutschland? Was macht es aus? Wofür schlägt der Deutschen Herz? Was bedeuten Kultur, Menschlichkeit, Natur, Gemeinschaft, Zusammenhalt, Freundschaft, Toleranz den Menschen, die hier leben? Welche Werte zählen? Was unterscheidet den Westen vom Osten, die Friesen von den Schwaben, den Oberbayern vom Unterbayern, die Insel- von den Festlandbewohnern? Mit unzähligen Fragen und einigen Arbeitshypothesen im Gepäck war Anna Magdalena Bössen fast 2 Jahre auf Reisen. Über 8100 Kilometer hat sie mit dem Fahrrad heruntergestrampelt, 100 Auftrittein ganz Deutschland absolviert – im privaten Wohnzimmer, im Seniorenheim, auf Festen und auf vielen großen und kleinen Bühnen. Meist war sie alleine unterwegs, kurze Strecken immer wieder einmal begleitet begleitet von Freunden, ihrem Bruder und ihrem Lebenspartner, den sie erst knapp vor der Abreise kennen- und lieben gelernt hatte. Allen Zweifeln und Bedenken zum Trotz hatte dieser offensichtlich ebenso beharrliche junge Mann sie unterwegs immer wieder besucht, um ihr dann im zweiten Wanderjahr am höchsten Punkt des Landes, der Zugspitze, einen Heiratsantrag zu machen. Das alles und wie es dazu kam, was sie unterwegs erlebte, welche Menschen sie kennenlernte, mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen hatte – das erzählt die Diplom-Rezitatorin und Abenteurerin in ihrem jüngst erschienenem Buch: Deutschland. Ein Wandermärchen. Unterwegs mit einem Koffer voller Gedichte. Der Titel ist angelehnt an Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“. Das sehr lebendig geschriebene Buch enthält auch einiges vom „Arbeitsmaterial“ der Autorin, sprich: Gedichte von Heine über Huch, Bachmann und Brecht, Goethe und Roth. Dazu ein paar Schwarz-weiß-Fotos und den berührenden „Brief an meine Landsleute“, der auch auf der Homepage von Anna Magdalena Bössen nachzulesen ist. Alles in allem ein Buch, das ich regelrecht verschlungen habe. Man erfährt viele nahezu intime Details vom großen Nachbarland, es macht Lust selbst auf Entdeckerreise zu gehen, die vielen wunderbaren Orte, Landschaften und Städte zu besuchen. Und es eröffnet eine Blick auf die Menschen, ihre Vielfalt, ihre Unterschiede und – trotz allem – ihre Gemeinsamkeiten, ihre Zusammengehörigkeit, ihre Träume. Ein sehr berührendes, bewegendes Buch…. unbedingt zu empfehlen!!! Und sollte Anna Magdalena Bössen sich doch noch einmal auf die Reise begeben: Hier in Österreich würde ich sie sofort und liebend gerne empfangen :):):). Seit Mai 2016 gibt es auch noch das Bühnenprogramm DEUTSCHLAND. EIN WANDERMÄRCHEN – DAS GROSSE LITERATURSCHAUSPIEL. Premiere war in Hamburg. Hier ein kleiner Eindruck. Und hier noch ein Video Trailer von der Autorin. Zum Nachlesen: Anna Magdalena Bössen: Deutschland. Ein Wandermärchen. Ludwig Verlag, München, 2016.

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Der Titel „Deutschland. Ein Wandermärchen“ erinnerte mich gleich, als ich das Buch ansah, an Heinrich Heines Gedicht „Deutschland. Ein Wintermärchen“. Und nach wenigen Seiten war mir klar, dass es daran auch erinnern soll. In diesem in locker-leichter Sprache erzählten Buch geht es um Deutschland und um Gedichte. Auch Heinrich Heines Gedicht ist auf Seite 19 abgedruckt. Das bunte Buchcover fand ich genauso ansprechend wie den Titel. Man sieht darauf eine Frau, wohl die Autorin selbst, die auf einem Fahrrad, auf das sie einen gelben Koffer geschnallt hat, über einen Feldweg fahren. Da bekommt man gleich selbst Lust, auf eine solche „Wanderschaft“ zu gehen. In ihrem Buch erzählt die Autorin davon, wie sie ihre Wohnung vermietet und ihren Job kündigt, um auf einem Fahhrad durch ganz Deutschland zu reisen. Auf ihrer Fahrt wohnt sie bei verschiedenen Menschen und rezitiert Gedichte gegen Kost und Logis. Ein wirklich toller Reisebericht, in dem man sehr viel über die verschiedenen Regionen Deutschlands erfährt und herrliche Gedichte bekannter Autoren lesen kann. Vorn und hinten im Buch findet man eine Deutschlandkarte mit den verschiedenen Stationen von Anna Magdalena Bössens Reise. So kann man ihren die einzelnen Stationen immer wieder gut verfolgen. Zwischen den Kapiteln sind jeweils Gedichte eingefügt, die alle bestens zu den jeweiligen Kapiteln passen. Ein wirklich tolles Buch, das ich bestens weiterempfehlen kann. Auch die Sprache ist bestens lesbar. Mir hat es riesen Spaß gemacht, dieses schöne Buch zu lesen. Ich vergebe diesem unterhaltsamen Reisebericht volle Punktzahl: fünf Sternchen!

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Ob Goethe, Hölderlin oder Ringelnatz, Anna Magdalena Bössen (*1980) hat die großen deutschen "Dichter und Denker" auf ihrer über 8.000 Kilometer langen Radreise durch Deutschland im Gepäck. Im Mai 2014 bricht die Diplom-Rezitatorin mit einem gelben Koffer voller Gedichte mit ihrem Fahrrad in Hamburg auf, um bei fremden Gastgebern überall in der Bundesrepublik zu übernachten und gegen Kost und Logis in Theatern, Klassenräumen und Wohnzimmern von Nordfriesland bis Niederbayern Gedichte vorzutragen. Die Eindrücke und Erlebnisse ihres zwei Jahre umfassenden Projekts "Wandermärchen", das die Autorin als "Radreise mit Fragestellungen"1 versteht, schildert Bössen in ihrem 2016 erschienen Buch Deutschland. Ein Wandermärchen. Ähnlich dem Literatur-Nobelpreisträger John Steinbeck, der sich 1960 mit Pudel Charley auf die "Suche nach Amerika" machte,2 sucht Bössen nach Deutschland und fragt sich und ihr Publikum: "Bin ich Deutschland?" In ihrem sehr persönlichen Reisebericht reflektiert die Autorin anhand der Erlebnisse ihrer Reise was es ist, das Deutschland ausmacht. Die Antworten reichen von der "deutschen Ernsthaftigkeit" über die Spannung zwischen Stadt- und Landleben bis zur gründlichen Beschilderung der Straßen. Die facettenreiche Landschaft und die Geschichte Deutschlands sind in ihrem Bericht ebenso Thema wie aktuelle politische und gesellschaftliche Diskurse. So fragt sich die Autorin etwa bei einer Besichtigung von Goethes Wohnhaus in Weimar, was der Dichter von Umweltverschmutzung, Digitalisierung und dem ungeheure Tempo des heutigen Lebens halten würde. Die Frage nach der Identifikation mit der deutschen Kultur, die Auseinandersetzung mit solch schwierigen Phrasen wie Stolz und Liebe zum Vaterland werden im Rahmen von Bössens Bühnenprogramm vom Publikum als auch in Gesprächen mit den wechselnden Gastgebern immer wieder rege diskutiert. Besonders brisant scheint dabei die Frage, ob Kultur ein Ort der Ablenkung oder der Lösungen sei. Auch an dem derzeit abseits von Heimatmusik und Heimatfilm strapazierten Begriff der Heimat arbeiten sich Bössen und ihr Publikum wiederholt ab: Ist Heimat ein Ort oder ein Gefühl? München, Bayern, Deutschland oder Europa? Darüber hinaus gewährt die Rezitatorin Einblicke in ihre private Suche nach der eigenen Identität, dem Überprüfen des eigenen Lebensentwurfs und so manchen persönlichen Höhen und Tiefen ihrer zwei "Wanderjahre". Dabei tragen insbesondere die Momente, in denen Bössen etwa mit einem verhaltenen Publikum ringt oder vor lauter Frust dem Wind entgegen brüllt, zur Sympathie gegenüber der Autorin bei. Auch die Beschreibung der bisweilen kauzigen Gastgeber, der kuriosen Spielstätten des "Kofferprogramms" und der mal beschwingten, mal mühseligen Radreise zeichnen diesen au- thentischen Reisebericht aus. Bössens Buch lässt durchaus die Frage zu, was Deutschland abseits von Pünktlichkeit, Ernst und Sauerkraut sein kann. Anna Magdalena Bössen: Deutschland. Ein Wandermärchen. Unterwegs mit einem Koffer voller Gedichte. Ludwig Verlag, München 2016, 16,99€ ISBN : 978-3-453-20876-2 www.ein-wandermaerchen.de

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Anna Magdalena Bössen beschließt mit Anfang 30 sich auf den Weg zu machen, Deutschland und ihren ganz eigenen Bezug zum Thema Heimat zu entdecken. Auf Ihrer Reise durch Deutschland macht sie Station bei Gastgebern, die ihr Kost und Logis bieten und die sie wiederum dafür mit einem Auftritt "entlohnt". Auf diesem Weg stellt sie sich vielen Fragen und lernt die verschiedensten Menschen kennen. Als Besonderheit gibt es zwischen den einzelnen Kapiteln Gedichte die mit dem Kapitel, und damit dem Erlebten, in Zusammenhang stehen und es abrunden. Fotos von ihrer Reise machen es noch leichter "mit dabei zu sein", Frau Bössen besticht von Anfang an durch ihre offene, ehrliche und humorvolle Art. Ich habe in das Buch reingelesen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Durch ihren herzlichen und lebendigen Schreibstil schafft sie es, dass man immer weiterlesen möchte. Sie lässt uns teilhaben an ihren Zweifeln, Ihrer Wut (auf den Gegenwind und gutmeinende Sprüche dazu ;-) ) und natürlich auch an ihren Begegnungen mit den Gastgebern und dem Publikum. Sie schreibt so mitreißend, das ich den Regen und das Lampenfieber ebenso spüren konnte wie die heiße Badewanne und das Gefühl der Zufriedenheit nach einer tollen neuen Begegnung mit - bis dato - fremden Menschen die ihr Unterkunft und wohltuendes "bemuttern" gewährt haben. Das Buch ist für mich ein Stück mehr als "nur" gute Literatur. Es macht auch Mut. Und Lust auf Neues. Und Neugierig auf Begegnungen. Und damit ist es sofort zu einem meiner Lieblingsbücher avanciert, das ich mit Sicherheit nicht nur einmal lesen werde. Ein Buch, dass Mut macht und inspiriert. ♥ Ein absoluter Buchtipp ♥

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Unterwegs durch eine unbekannte Heimat. Bin ich Deutschland ? Um das zu erfahren, reisst die Rezitatorin Anna Magdalena Bössen durch die ganze Republik und tritt wie die alten Geschichtenerzähler überall dort auf, wo sie eingeladen wird. Dafür vermietet sie ihre Wohnung, lässt den Job ruhen und wagt das Leben neu. Die Autorin wird beim Adel residieren und in Wohnzimmern rezitieren. Dörfer entdecken und in Städten versinken - und endlich verstehen, warum aus jeder Richtung der Gegenwind blässt. Ein Buch, das von der Freiheit des Unterwegsseins erzählt und dieses Land und seine Menschen auf eine ebenso lebendige wie ehrliche Weise einfängt. Ein persönlicher Reisebericht voller Fragen an sich selbst und die eigene Heimat, voller Wagemut und Wunder am Wegesrand : ein Wandermärchen ! Als ich von diesem Buch gehört hatte, dachte ich, das ist die ideale Begleitung für meinen Urlaub. Einfach ein wenig Unterhaltung, ohne viel nachdenken zu müssen. Aber noch nie war ich so falsch gelegen. Erzählt wird von Anna Magdalena Bössen, dass sie das Gefühl hatte, sie müsse in ihrem Leben was Neues erleben. So kam ihr der Gedanke, frei nach Heinrich Heines Gedicht "Deutschland. Ein Wintermärchen", Deutschland zu erkunden und zwar mit dem Fahrrad. Überall, wo ihr angeboten wurde, ihre Gedichte vortragen zu können, würde sie das tun, und zwar nur gegen Kost und Logis. Ihre Gedichtesammlung hatte sie in ihren gelben Koffer gepackt, minimale Reisekleidung in den Fahrradtaschen, das Handy als "Navi" um an die einzelne Ziele zu kommen, so hat sie sich auf die Reise gemacht und Deutschland auf dem Fahrrad erkundet. Auf der Reise merkte sie erst, wie viel Kraft ihr Vorhaben kostet und nicht wenig, merkt sie, dass sie eigentlich am Ende ihrer Kräfte angekommen ist. Dieser Erschöpfungszustand wurde durch den Tod ihrer Mutter noch verstärkt. Aber, wie immer im Leben, muss man kleine Pausen machen, Kraft sammeln und sich weiter im Leben vorwärts kämpfen. Sie lernte dadurch die unter-schiedlichsten Menschen und Gegenden Deutschlands kennen, musste sich den unterschiedlichsten Gegebenheiten stellen und hat es trotz Widrigkeiten geschafft, Deutschland auf dem Fahrrad zu durchreisen, ihre Gedichte vor Publikum vorzutragen und dabei unheimlich viel fürs eigene Leben gelernt. Ein Buch, das ich auf jeden Fall empfehlen kann. Allein ihre Sicht und Erlebnisse mit den verschiedenen Menschen in Deutschlands Regionen hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Bin ich Deutschland ?? Eine Frage, die wohl jeder für sich betrachten und beantworten muss. Vor dem Lesen des Buchs hätte ich auf diese Frage leichtfertig geantwortet, dass ich natürlich Deutsche bin. Aber dieses Buch eröffnet neue Blickwinkel, so dass ich diese Frage gar nicht so einfach beantworten kann. Ich möchte Euch daher einladen, beschafft Euch dieses Buch und liest es. Mich hat es auf jeden Fall sehr nachdenklich gemacht, obwohl ich nicht den Eindruck erwecken möchte, dass dieses Buch düstere Gedanken erzeugt, nein wirklich nicht, es gibt durchaus Erlebnisse, da musste ich einfach lachen. Meine Bewertung : 5 von 5 möglichen Punkten,für eine ungewöhnliche Reise durch Deutschland und die Welt der Gedichte. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim Verlag bedanken, der mir dieses Buch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Jedoch möchte ich ebenso betonen, dass es sich bei meiner Rezension um meine eigene Meinung handelt.

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