Leserstimmen zu
Das barmherzige Fallbeil

Fred Vargas

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Taschenbuch
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Fred Vargas ich liebe dich. Ein geschichtlich fabelhaft untermauerter Krimi. Dieses Buch hat mir meine liebste Geschichtslehrerin vor den Abiturprüfungen wärmstens als spannende Abwechslung ans Herz gelegt. Wir teilen beide schon länger eine Faszination für Vargas, aber dieses Buch kannte ich noch nicht. Und was soll ich sagen, ich bin schlichtweg begeistert. Anders als in bisherigen Büchern der Autorin, rückt die geschichtliche Facette weit mehr in den Vordergrund. Als Leser werde ich entführt in die Zeiten Robesspierres und erlebe in Paris hautnah die Aufarbeitung der französischen Revolution. Aber das ist nicht das einzige Thema, parallel zieht es den Hauptkommissar Adamsberg mit seiner Truppe auch nach Island auf eine kleine Insel und in weitere Gefahren. Der geschichtliche Ausflug war dabei ausgewogen sowohl mit Fakten als auch mit überlieferten Anekdoten und Interpretationen gefüttert und so keineswegs ermüdend. Vargas schafft es auf über 500 Seiten die verschiedensten Erzählfäden am Ende gekonnt zu einem nachvollziehbaren Strang zu verknüpfen und nimmt den Leser dabei mit auf eine Reise ins Ungewisse. Besonders gefallen hat mir, dass es an keiner Stelle langweilig wurde, und trotzdem nie so rasant Fahrt aufnahm, dass die Handlung dadurch vorhersehbar wurde. Adamsberg und sein Team als immer wiederkehrende Figuren der Reihe waren auch dieses mal wieder charakteristisch wunderbar kontrastreich ausgeprägt. Adamsberg pflegt eine völlig konfuse und ungewöhnliche Herangehensweise an Ermittlungen, die in Textform ebenso humoristisch wie verwirrend sein kann. Verbunden mit dem prägnanten Sprachstil, der teilweise an lyrische Texte erinnert und doch immer einen harten harschen Unterton mitbringt, der die Handlung auf ihr Minimum herunterbricht. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser teils künstlerische Ton nicht für jeden Spannungsfan geeignet ist, da er eine Länge mitbringt, die nicht jeder in der Spannungsliteratur schätzt, daher würde ich einen kurzen Blick ins Buch empfehlen. Das Ende kam für mich und meine mitlesenden Freunde völlig schlagartig und all die vorher gefassten Vermutungen wurden dadurch mit ganzer Kraft in den Wind geworfen. Dieses Gefühl der Überraschung und das trotzdem noch mitfiebern wollen, zeichnet für mich einen guten Kriminalfall aus. Aber selten erlebe ich es, dass ein völlig unvorhergesehenes Ende so viel Logik mit sich zieht. Chapeau!

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Selbstmorde, die keine sind und ein scheinbar unentwirrbares Algenknäuel sind das große Problem für Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg in Fred Vargas‘ neuestem Roman „Das barmherzige Fallbeil“. Mit letzter Kraft versucht die pensionierte Mathematiklehrerin Alice Gauthier einen Brief zum Briefkasten zu bringen. Doch auf dem Weg bricht sie – gezeichnet von ihrer schweren Krankheit – zusammen. Eine Passantin nimmt den Brief an sich und wirft ihn am nächsten Tag ein. Damit beginnt eine Serie von Morden mit deren Aufklärung Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg betraut wird. Denn am nächsten Tag findet man Alice Gauthier tot in ihrer Badewanne und an der Wand ein merkwürdiges Zeichen. Auch bei einem zweiten vermeintlichen Selbstmord eines Schlossherrn taucht das Zeichen auf und damit auch die Spekulationen, was es zu bdeuten hat. Auf jeden Fall einen gewaltsamen Tod, denn wie sich herausstellt, brachten sich beide Opfer nicht selber um. Das Zeichen führt Adamsberg und seinen belesenen Stellvertreter Adrien Danglard auf die Spur der französischen Revolution und führt sie gleichzeitig ins eisige Island. Weitere Morde, Robespierre und Robenfett machen den Fall zu einem einzigen verworrenen Algenknäuel, das Adamsberg am Ende nur entwirren kann, weil er einer Sache bis zum Ende nachgeht, obwohl sie sinnlos zu sein scheint. Anspruchsvoll, aber lohnenswert Nachdem mein erster Versuch einen Roman von Fred Vargas zu lesen („Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord“) vor einigen Jahren nun schon scheiterte – ich legte das Buch nach 10 Seiten beiseite – wollte ich es noch mal probieren. Vielleicht liegt es an meinem fortgeschrittenen Alter oder aber der Lust auf eine Herausfoderung, aber diesmal habe ich es zu Ende gelesen und bin positiv überrascht. Obwohl die Sätze weiterhin ziemlich lang sind und manche Dialoge und Aussagen wenig Sinn erkennen lassen, haben mir sowohl die Geschichte als auch die Charaktere gut gefallen. Vielleicht ist es sogar dieses „Ungewöhnliche“, was so erfrischend war. Im Gegensatz zu den meisten anderen französischen Krimis, die sich mittlerweile auf dem Literaturmarkt tummeln. Es ist eben nicht dieser "typische" Urlaubskrimi, in dem Land und Leute mehr Platz erhalten als die eigentlichen Ermittlung. Dennoch erhält man als LEser einen interessanten Einblick in die französische Geschichte. Doch das Wichtisgte ist: Der Fall ist spannend und bietet zahlreiche Überraschungen, um zu keiner Zeit langweilig zu werden. Bei dem nächsten Roman von Fred Vargas werde ich wieder zuschlagen und vielleicht versuche ich es auch noch einmal mit den älteren Romanen.

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