Leserstimmen zu
Der Sommer der schwarzen Schafe

Joanna Cannon

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..bestimmen den Sommer in einer kleinen Siedlung. Wohin ist Mrs. Creasy verschwunden, und warum? Grace und Tilly wollen es in den Ferien herausfinden, und über ihre erfrischend kindliche Betrachtungsweise kommt mehr als ein verborgen gehaltener Fakt ans Tageslicht.

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Nicht nur ein ungewöhnlich heißer Sommer erhitzt die Gemüter. In einer Straße in England verschwindet auch noch ganz plötzlich eine Frau - Mrs Creasy. Die Bewohner der Straße sind in Aufruhr und jeder macht sich so seine Gedanken. Wurde Mrs Creasy gekiddnapt oder ging sie aus freien Stücken? Und warum? Als dann auch noch die beiden Mädchen Grace und Tilly beschließen von Tür zu Tür zu gehen um Mrs Creasy zu finden und das Rätsel zu lösen, kommen viele schlummernde Geheimnisse wieder an die Oberfläche... Dieses Buch ist sooo schön! So liebevoll geschrieben und durch den kindlichen Blickwinkel teilweise so zum lachen! Aus meiner Sicht handelt es sich hier eher weniger um einen Krimi, denn eigentlich geht es mehr um gesellschaftliche "Probleme". Wie sehen wir den Anderen? In wie weit lassen wir uns von Vorurteilen leiten? Wie stark kann die Dynamik einer Gruppe das eigene Denken beeinflussen? Das ist wirklich spannend und macht auch nachdenklich! Grace und Tilly können teilweise ganz ungehindert die Nachbarn befragen, denn sie werden einfach nur als Kinder wahrgenommen. Und auch hier fand ich es wieder sehr amüsant auf welche Schlussfolgerungen die beiden kommen - im Gegensatz zu mir! Ja, ich gebe zu: Ich habe schon sehr lange keinen so kritischen und gleichzeitig liebevollen Roman mehr gelesen! Daher hoffe ich von ganzem Herzen auf weitere Romane der Schriftstellerin!

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Das Cover mit einer alten Damen und Schafen hat mich zu diesem Buch greifen lassen. Der Titel hat sein Übriges getan und nach dem Klappentext habe ich einen Krimi erwartet. Gelesen habe ich über die Bewohner einer Straße, ihrem Alltag, ihren Sorgen und Freundschaften. Mrs. Creasy, eine Dame aus der Straße, ist plötzlich verschwunden und das ist ein ganz klein wenig Krimi. Die Geschichte wird teils in Ich-Form aus Sicht des Mädchens Grace erzählt. Eigentlich ist es die Geschichte der Avenue die hier auf zwei Zeitschienen (1976, 1967) erzählt wir Da mir der Schreibstil nicht gefallen hat war die Lektüre für mich im Ganzen etwas zäh. Zwischendurch gab es Lichtblicke, Humor kam zum Vorschein und dann wieder Langeweile. Wer gesellschaftskritische Lektüren mag wird auch dieses Buch mögen. Ich war enttäuscht weil ich etwas anderes erwartet hatte.

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„Literaturwerkstatt- kreativ“ rezensiert "Der Sommer der schwarzen Schafe" von Joanna Cannon Wir schreiben das Jahr 1976. Schauplatz ist eine kleine, englische Vorstadtavenue in einem sehr heißen Sommer. Die Hauptprotagonisten sind Grace (10 Jahre) und ihre etwas jüngere Freundin Tilly. In diesem Sommer verschwindet Grace Nachbarin Margaret Creasy. Die beiden Mädchen beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen und fangen an Mrs. Creasy zu suchen. Sie geben sich als Pfadfinderinnen aus, gehen in jedes Haus der Avenue und bieten ihre Hilfe an. Dabei ist immer wieder die Frage nach Gott ein wichtiges Thema. Die beiden Mädchen stellen Fragen, die vielleicht lieber nicht gestellt hätten werden sollen. Bekommen jedoch auch Antworten, - weil sie halt noch Kinder sind. Mit dem Verschwinden von Mrs. Creasy beäugen sich die andern Nachbarn sehr kritisch. Hat Mr. Creasy, der Ehemann etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun? Oder hängt vielleicht doch der Vorfall aus dem Jahr 1967 etwa mit diesem Fall zusammen, - als ein Baby entführt wurde und Mr. Bishop aus Haus Nummer 11 seitdem unter Verdacht steht, die Entführung begangen zu haben? Hat er vielleicht auch Mrs. Creasy entführt oder sogar umgebracht. Als der Sommer zu Ende geht und die Hitze immer drückender wird kommt Licht ins Dunkel. Fazit: Joanna Cannon macht es mir mit der Beurteilung ihres Romans nicht leicht (was natürlich primär auch nicht Ihre Aufgabe ist). Aufmerksam auf das Buch bin ich durch das wunderschöne, sehr ansprechende Cover geworden und dem sehr originellen Titel. Ich habe mir den Klappentext angeschaut und wusste, diese Buch wollte ich lesen. Im festen Glauben, mich erwarte ein Krimi im klassischen englischen Stil, fing ich also an zu lesen. Doch es ist kein Krimi. Der Inhalt dieses Buches besteht aus einem Konglomerat von Freundschaft, Sinnsuche, Gesellschaftskritik und nur ein kleines bisschen Krimi. Und genau damit hatte ich so mein Problem. Es ist von allem etwas, aber somit von allem auch nur ein bisschen. Die Autorin kratzt bei allen Themen an der Oberfläche, ohne in die Tiefe zu gehen. Die Freundschaft von Grace und Tilly wird beschrieben, mehr aber auch nicht. Dann, die Sinnsuche nach Gott, auch hier bleibt es Oberflächlich. Und was Gesellschaftskritik angeht, - Diese wird zwar von der Autorin gut beschrieben und Sie zeigt deutlich wie schnell jemand zum Außenseiter gemacht werden kann, aber da fehlt mir dann doch auch hier das richtig „Abgrundtiefe“. Joanna Cannon hat einen schönen Schreibstil. Das Buch ist leicht und flüssig zu lesen - und gelacht habe ich auch, denn das Buch hat durchaus auch seine humorvollen Seiten. Auch die Idee, das die beiden Mädchen durch die Avenue ziehen und alle Menschen nach Gott fragen, finde ich witzig. Das Buch als Gesamtwerk hat mich aber leider nicht überzeugt, mir fehlte letztlich auch die Spannung. Es zog sich an manchen Stellen doch etwas zu sehr in die Länge. Und da meine Meinung natürlich subjektiv ist, empfehle ich das Buch an all die weiter, die zwar gerne gesellschaftskritische Bücher lesen, es jedoch nicht allzu tiefgründig haben wollen. Besten Dank an den Limes Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Grace erinnert sich an den heißen Sommer 1976 in dem ihre Nachbarin Margaret Creasy plötzlich verschwand. Sie war damals zehn Jahre alt und beobachtete das Geschehen gemeinsam mit ihrer Freundin Tilly. „Mrs. Creasy verschwand an einem Montag“, beginnt sie. Es war ein Tag, an dem die Müllabfuhr kam. Die Suche nach der Dame bringt mehr Geheimnisse zutage als manch einem lieb ist. Es werden Vermutungen angestellt und misstrauische Blicke mit denjenigen getauscht, die schon seit Jahren Seite an Seite wohnen. Nach und nach verändert sich das ruhige Bild. Graces Bemerkungen sind sprachlich an ihr Alter angepasst. Die Mädchen werden von den Bewohnern der kleinen, englischen Vorstadtstraße nicht als Gesprächspartner wahrgenommen, weswegen sie viel mehr beobachten können als andere. Gerade deshalb treten beim genaueren Hinsehen in mehreren Haushalten Ungereimtheiten auf, die offenbar vertuscht werden wollen. Je länger Mrs. Creasy weg ist, desto mehr drängt sich der Verdacht auf, dass ihr Ehemann damit etwas zu tun hat. War er nicht immer schon verdächtig? Und was ist mit der Gruppe Nachbarn, die über einen Vorfall in der Vergangenheit diskutieren? Wurde nicht auch ein Baby entführt? Wie gut kennt man eigentlich seine eigenen Nachbarn? Joanna Cannon erstellt mit ihrem belletristischen Romandebut eine Szenerie, die trotz aller offensichtlich illegalen Tätigkeiten nicht ins Genre Krimi passt. Es ist vielmehr ein Gesellschaftsporträt, das die britischen Bewohner einer Vorstadt abbildet. Auf den ersten Blick scheint alles ruhig zu verlaufen, bis man ein wenig an der Fassade kratzt. Die Perspektiven wechseln zum Teil, damit Dinge ungesagt bleiben und der Leser sich seine eigenen Gedanken machen kann. Alle Figuren bekommen etwas Typisches, das fast einem Klischee gleichkommt. Stets geht es um die Suche nach Mrs. Creasy, auch wenn das manchmal durch die Suche nach Gott abgelenkt wird. Das ist halt der britische Humor. Die Befragungen offenbaren so viel mehr, dass dieser Roman nicht einfach so verschlungen werden kann. Er verlangt, dass man sich mit den Charakteren auseinandersetzt und ihre Handlungen nachvollzieht. Unterschwellig spielt eine ganze Menge Humor mit hinein, der viele Situationen ein zweites Mal lesen lässt. „The Trouble with Goats and Sheep“, wie der Titel im Original lautet, ist hervorragende Unterhaltung, wenn man denn die englische Lebensart kennt.

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Ein gelungenes Debüt

Von: David Cappel aus Düsseldorf

06.06.2017

Den subtilen Schrecken einer nach außen hin intakt wirkenden Nachbarschaft in einer englischen Kleinstadt und die abenteuerlichen Erlebnisse von Gracie und Tilly, zweier zehnjähriger Mädchen, die sich auf die Suche nach der plötzlich verschwundenen Margaret Creasy machen, beschreibt die englischen Autorin Joanna Cannon in ihrem gelungenen Romandebüt. Das Ganze ereignet sich im heißen Sommer des Jahres 1976 und es ist vor allem Cannons feiner Humor und sprachliche Eleganz, die ihr literarisches Puzzlespiel lesenswert machen. Behutsam erzählt sie, wie das Verschwinden der Nachbarin mit einem tödlichen Brand neun Jahre zuvor zusammenhängt und wie eine Verschwörung mehrerer Nachbarn gegen den unbeliebten Walter Bishop, der der Kindesentführung verdächtigt wird, zu einer regelrechten Hexenjagd wird, ab der selbst Gracies Eltern beteiligt zu sein scheinen. Der komplexe Aufbau des Romans erinnert an die britische Serie "Broadchurch", da nahezu jede Person zum Kreis der Verdächtigen gehört - doch trotz diverser mysteriöser Vorgänge ist Cannon weniger an Krimispannung, sondern mehr an einem Psychogramm der (schein)heil(ig)en Welt einer aus "Normalbürgern" bestehenden Nachbarschaft interessiert und an den feinen Rissen, die kleine und große Tragödien erkennen lassen. Sie stellt die Menschen mit all ihren Zwängen, Irrtümern und kleinen Geheimnissen in den Mittelpunkt. Dass viele Passagen aus der kindlichen Sicht der beiden Mädchen erzählt sind, die Detektiv spielen und sich intensiv mit der Frage befassen, ob und wo sich Gott in ihrer Straße finden lässt, fügt dem Roman wohltuende Leichtigkeit und Humor hinzu und ist ähnlich gelungen wie die Erzählperspektive in Mark Haddons "Supergute Tage". Ein schönes Buch, eine interssante neue Autorin.

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Aus der Inhaltsangabe heraus erwartete ich einen Krimi. Tatsächlich besticht dieser Roman mit einer vor sich hin plätschernden Geschichte aus der Perspektive zweier Grundschülerinnen, die in den Sommerferien bei ihren Nachbarn nach Gott suchen. Dabei treten allerlei mehr oder weniger skurrile und engstirnige Eigenarten der Anrainer hervor. Und ja, auch eine Art Krimi, allerdings zerschlägt sich diese Hoffnung ab der Buchmitte wieder. Zu Beginn ist dieser Roman spritzig und amüsant. Das Gefühl verfliegt leider ziemlich rasch, denn die Autorin kaut vor allem auf zwei möglichen Zusammenhängen herum ohne dass sich tatsächlich etwas bewegt. Sie arbeitet die geistige Enge der Bewohner dieser Straße in einer englischen Siedlung genau heraus. Man kann sich die Leute, ihr Aussehen, ihre Verhaltensweisen gut vorstellen. Man sieht sie morgens ihre Milchflasche, Eier und die Zeitung hereinholen, die der Milchwagen in aller Herrgottsfrüh lieferte. Das eigentliche Ereignis - das Verschwinden einer Gattin - wirft Fragen auf, doch die Geschichten darum plätschern vor sich hin. Weder witzig noch spannend noch total langweilig. Eben mäßig. Dafür wird eine fiktive Begebenheit neun Jahre zuvor auf einmal thematisiert, die mit dem aktuellen Fall nichts zu tun hat und die vor allem wieder mal die Engstirnigkeit der Leute betont. Als Leserin langweilte ich mich im letzten Drittel und fand am Ende wenigsten einen der zerfaserten Zwirne wieder verknotet.

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„Der Sommer der schwarzen Schafe“ von Joanna Cannon ist 2017 im Limes Verlag erschienen. Zum Inhalt lt. Verlagshomepage: Eine ganz normale Straße in einer ganz normalen Vorstadt irgendwo in England. Als während eines ungewöhnlich heißen Sommers Mrs. Creasy verschwindet, wird hinter verschlossenen Türen und vorgehaltenen Händen getuschelt. Ist sie aus freien Stücken gegangen? Oder wurde Mrs. Creasy Opfer eines Verbrechens? Die beiden Mädchen Grace und Tilly beschließen, die Sache aufzuklären. Sie klopfen an Türen, stellen Fragen – und kommen dabei einem ganz anderen Geheimnis auf die Spur. Jeder hier scheint etwas verbergen zu wollen. Und als die Hitze immer drückender wird, drängt eine lange vergrabene Wahrheit ans Licht, die für alle Bewohner Konsequenzen haben wird … Was kann ich zu diesem Buch sagen, ohne zu spoilern oder sonst irgendwie zuviel von all den Geheimnissen, Abgründen oder der Verselbstständigung von Vorurteilen zu verraten? „Es liege an der Hitze, hatte Mr. Forbes gesagt, als er sie mit einer Tasse Tee und der Fernsehzeitschrift wieder ins Haus holte. „Warum geben die Leute der Hitze die Schuld an allem?“, fragte Tilly. „Weil es leichter ist.“ „Leichter als was?“ „Leichter als den anderen die echten Gründe zu sagen.“ Die Autorin, die hier ihren ersten Roman vorlegt, erzählt aus wechselnden Perspektiven und Zeitebenen eine Geschichte, die vordergründig von den Bewohnern einer typischen englischen Kleinstadt erzählt. Zunächst scheint alles, trotz des Verschwindens von Mrs Creasy, recht idyllisch und harmonisch. Blickt man jedoch hinter die Fassade, sieht man die Abgründe und durch etliche Andeutungen wird langsam deutlich, dass so einige der Bewohner ihre Geheimnisse haben. Dabei gelingt es Cannon, ihre Andeutungen so zu streuen, dass man als Leser zwar doch bald meint zu ahnen, was passiert sein könnte. Trotzdem bleibt es undurchsichtig. Und im letzten Drittel schafft dieses Buch es, mich vollkommen zu überraschen und im positiven Sinne umzuwerfen. „Wir müssen doch was tun.“ „Eine Hexenjagd?“ „Wenn es sein muss, ja, eine Scheißhexenjagd.“ Cannon schreibt mit typischem britischen Humor – oft sehr schwarz und oft hintergründig und nicht gleich als solcher zu erkennen. Sprachlich ist dieses Buch für mich oft ein Wechselspiel zwischen heller Begeisterung und leichtem Angenervtsein, da ich immer wieder Schwierigkeiten damit habe, wenn etwas aus Sicht von Kindern erzählt wird. Allerdings rutschen die zwei dadurch in die Rolle von Beobachterinnen, die das ganze wiederum auch sehr interessant macht. Freunde von englischer Literatur werden an diesem Buch ihre helle Freude haben. Der Autorin ist es sehr gut und eindringlich gelungen, das Wechselspiel einer Gemeinschaft mit all ihren Tiefen und Höhen darzustellen. Auf dieses Buch und seine Charaktere muss man sich einlassen können – dann wird man es lieben …

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