Leserstimmen zu
Nebelschrei

Sam Baker

(1)
(3)
(7)
(0)
(1)
€ 9,99 [D] inkl. MwSt. | € 9,99 [A] | CHF 12,00* (* empf. VK-Preis)

Helen Graham hat sich am Rande der Dales ein Haus gemietet. Das Anwesen mit dem Namen Wildfell ist seit längerem nicht bewohnt und umso interessierter zeigen sich die Bewohner an der zugereisten Helen. Allen voran Mrs. Margaret Millward welche den kleinen Lebensmittelladen im Dorf führt. Sie lädt Helen zu einem regelmäßigen Treffen der Dorfgemeinschaft ein und ist entrüstet, als Helen dieser Einladung nicht nachkommt – kein Wunder, denn Gesellschaft ist das letzte was Helen augenblicklich sucht. Helen ist auf der Flucht nach einem Brand in ihrer alten Wohnung, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Art Huntingdon bewohnt hat. Leider kann sie sich an nichts mehr erinnern, außer dass sie bei der Flucht aus den Flammen eine Leiche gesehen hat. Doch wie es zu dem Feuer kam ist ihr unklar. Schlimmstenfalls könnte sie sogar mit Schuld daran und somit für den Tod eines Menschen verantwortlich sein. Umso erstaunlicher ist es, dass sie sich ausgerechnet Gil Markham, einem ehemaligen Reporter aus dem Dorf öffnet und ihm die Wahrheit über ihr Leben mit Art schildert. Ein Leben voller Trauer, falschem Stolz und Gewalt. Doch Gil tut ihr gut und so versucht sie auf diese Weise über die Vergangenheit hinweg zu kommen und vor ihrer Flucht zu fliehen. „Der Junge war klein und dunkel; dünne Beine in zu großen Shorts, ein breites Grinsen, in der ausgestreckten Hand ein roter Power Ranger. Doch Gils Blick wurde vor allem von den braunen Knopfaugen angezogen, denn er könnte schwören, dass es dieselben Augen waren, die ihn vor zwei Wochen aus der Heckscheibe eines sich entfernenden Wagens angestarrt haben.“ (S. 205) „Nebelschrei“ von Sam Baker handelt von einer Psyche am Abgrund: von einer Reporterin die in ihrem Leben zu viel sehen musste. Durch Reportagen in Kriegsgebieten hat sie mehr Gewalt und Grausamkeit erlebt als viele andere. Wenn dann noch Spannungen im privaten Umfeld dazukommen, wird es schwierig einen Ausweg zu finden. Kein Wunder, dass die Protagonistin mit einigen Problemen kämpft, die für ein kleines neugieriges Dorf nur schwer begreifbar sind. Sam Baker baut die Spannung recht langsam auf. Wenn man aber verstanden hat, welcher Bedrohung die Protagonistin ausgesetzt ist, lässt einen das Buch nicht mehr los. Die Entführung in eine andere, gemütlichere, dörfliche Welt tut im heutigen hektischen Alltag gut. Man kann sich die Natur rund um den Berg Scar gut vorstellen und bekommt vielleicht sogar ein kleines bisschen Fernweh. Einige technische Fehler sind der Autorin allerdings unterlaufen: mit einem „USB-Stick“ geht man nicht ins Internet. Und ein – nicht eine – virtuelles privates Netzwerk (VPN) verschafft einem Internet-Nutzer in aller Regel keine Anonymität im Netz. Hier muss man schon ein wenig tiefer in die Trickkiste greifen und sich Tor-Netzen oder ähnlichen Anonymisierungs-Diensten bedienen. Ob es sich bei diesen Fehlern um Übersetzungsfehler oder inhaltliches Unverständnis handet, müsste man in der Original-Fassung recherchieren. Alles in allem war das Buch aber unterhaltsam, und gegen Ende auch recht spannend. Die Ausflüge ins Mystische (wie die Erscheinung eines Toten Jungen, die von mehreren Personen wahrgenommen wird) stören dabei kaum.

Lesen Sie weiter

Inhalt: Helen, eine Junge Frau, mietet sich in einem kleinen Dorf wo jeder jeden kennt ein kleines Häuschen außerhalb da sie die Ruhe genießen will und zeit für sich haben möchte. Da sie sich sehr zurückzieht und nicht so oft im Dorf zu sehen ist, gehen in dem Kleinen Dorf schnell Gerüchte über sie rum und die meisten finden sie eigenartig. Gil, ein in Ruhestand gegangener Journalist lässt nicht locker und Helen vertraut sich ihm schon bald an. Er erfährt was ihr in der Vergangenheit alles passiert ist und warum sie sich so zurückzieht und hilft ihr. Meine Meinung: Der Prolog ist super allerdings ist der Anfang von der Geschichte ziemlich zäh und nicht so spannnungsvoll wie ich es mir gewünscht hätte. Das ganze hält ziemlich lange an bis Helen Gil trifft, da wird es spannender. Die Geschichten aus ihrem Leben haben mir super gut gefallen und das Ende war auch sehr Spannungsvoll. Ich gebe dem Buch: 3 Sterne

Lesen Sie weiter

Rezension "Nebelschrei" von Sam Baker Inhaltsangabe: Nach außen ist Helen eine starke Frau. Niemand ahnt, dass ihr die Erinnerungen an die Hölle, die sie erlebt hat, täglich den Atem rauben. Und dass sie nur knapp dem Tod entkommen ist. Das fast verfallene Anwesen in einer abgelegenen Gegend in Nordengland scheint das perfekte Versteck zu sein. Doch die Dorfbewohner kommen ihr näher, als ihr lieb ist. Denn niemand darf wissen, wo sie ist – vor allem nicht der Mensch, dem sie am meisten vertraut hat… Rezension und Fazit: Durch den recht interessanten Klappentext bin ich auf "Nebelschrei" aufmerksam geworden. Das Buch liest sich sehr leicht. Man bekommt relativ gute Einblicke in den Journalismus. Durch ihren Einsatz als Fotografin in diversen Kriegsgebieten hat die Protagonistin das Leid der zivilen Bevölkerung hautnah miterlebt und war auch selbst starken psychischen Belastungen ausgesetzt. Auf die spannende Story, die der Klappentext verspricht, muss der Leser jedoch eine ganze Weile warten. Die erste Hälfte des Buches ist etwas zäh und langatmig, aber dann wird es zunehmend spannender. Je mehr Details und Fakten offen gelegt werden, umso deutlicher wird, wohin das Ganze führt. Ein solider Thriller mit Höhen und Tiefen.

Lesen Sie weiter

Nebelschrei

Von: Marnie7412

08.01.2017

Klappentext Nach außen ist Helen eine starke Frau. Niemand ahnt, dass ihr die Erinnerungen an die Hölle, die sie erlebt hat, täglich den Atem rauben. Und dass sie nur knapp dem Tod entkommen ist. Das fast verfallene Anwesen in einer abgelegenen Gegend in Nordengland scheint das perfekte Versteck zu sein. Doch die Dorfbewohner kommen ihr näher, als ihr lieb ist. Denn niemand darf wissen, wo sie ist – vor allem nicht der Mensch, dem sie am meisten vertraut hat … Inhalt Nur hat sie die Rechnung nicht ohne den Journalisten Gil gemacht. Dieser ist erst in den Ruhestand gegangen. Und hat demzufolge viel Zeit. Zuviel Zeit. Mit der er nicht wirklich weiß , was er anfangen soll. Bis sich Helen am Rande des Dorfes in einem alten Haus einmietet. Am Anfang lernt man beide Protagonisten , Gil und Helen , näher kennen. Das Buch nimmt leider erst an fahrt auf , als Gil und Helen aufeinander treffen. Gil kommt , dank seines journalistischens Spürsinns , schnell hinter Helens Geheimnis. So kommt es , das Helen aus ihrer Vergangenheit erzählt. Gegen Ende des Buches kommt es zum Showdown, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Fazit. Etwas zu langatmig. Der Schluss kommt dann zu plötzlich. Wobei der SchreibStil sehr flüssig ist. Sehr genau beschrieben, wurde auch Helens arbeit in den Kriegsgebieten. Was das glaubwürdiger machte. Alles in allem zwar ein spannender Thriller , aber mit einem zu abrupten Ende Daher nur 🌟 🌟 🌟

Lesen Sie weiter

Als ich das Cover sah, wußte ich, das ist ein Buch für mich. Total düster und geheimnisvoll - auch das Genre "Thriller" kam wir wie gelegen, mit dem Cover und dem Klappentext verspricht es ein total spannendes Buch zu werden. Leider muß ich sagen, das mich dieses Buch so gar nicht überzeugt hat. Weder spannend noch düster noch hat es wirklich den Genre "Thriller" verdient. Ich würde es eher unter "Roman" einordnen. Das Buch umfasst 343 Seiten, und bis zur Seite 277 ist noch immer nicht wirklich was spannendes passiert. Teilweise wird es recht langatmig erzählt, das mich schon manchmal der Schlaf überkommen ist. Erst gegen Ende kommt dann etwas Spannung rein, aber auch nicht das was ich mir erwartet habe. Schade - irgendwie hab ich es mir anders vorgestellt.

Lesen Sie weiter

Helen ist eine angesehene Fotografin, die in vielen Krisengebieten gearbeitet hat. Oft war der ebenfalls renommierte Auslandskorrespondent Art Huntingdon mit von der Partie, den sie später heiratete. Doch die psychischen Belastungen, denen sie ausgesetzt war, wenn sie in zerstörte Gebiete kam und mit Chaos und Tod konfrontiert wurde, sind nicht spurlos an Helen vorbeigegangen und auch Art hat sich verändert. Nach dem Brand in einer Pariser Wohnung, den sie knapp überlebt, flüchtet die Fotografin Hals über Kopf in eine einsame Gegend Nordenglands. Hier lebt sie unter falschem Namen in einem maroden Haus und glaubt, ein sicheres Versteck gefunden zu haben. Denn niemand darf wissen, wo sie ist, niemand darf sie finden. Doch die Dorfbewohner sind neugierig, beobachten "die Neue" genau, wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Und auch das Interesse des dort lebenden frühpensionierten Journalisten Gil Markham ist geweckt. Resümee: Die erste Hälfte - das entspricht Teil 1 - des gut 440 Seiten starken Buches plätschert ziemlich unspannend dahin: Die berufliche und private Entwicklung der Fotografin Helen wird geschildert. Sehr breiten Raum nehmen aber auch die familiären Verhältnisse des pensionierten Journalisten Gil Markham ein. Diesbezüglich fragt man sich mehr als einmal nach dem Warum - soll doch laut Klappentext Helen die Hauptperson sein, während Gil dort keine Erwähnung findet. Seine Rolle bleibt über viele Kapitel unklar, ein Bezug zwischen beiden Personen ist sehr lange - für mich zu lange - nicht gegeben. Im Prolog wird erzählt, wie Helen dem Brand in einer Pariser Wohnung gerade noch lebend entkommen konnte. Warum sie sich danach in dem einsam gelegenen englischen Dorf versteckt, bleibt jedoch offen. Dem Leser werden auch keinerlei Spekulationsansätze geboten. Die Aufklärung über die Geschehnisse, die zum Brand und damit zur überstürzten Flucht führten, erfolgt erst am Schluss. Der Schreibstil passt zu den beiden Protagonisten Helen und Gil - meist ist er nüchtern und sachlich, für einen Thriller jedoch viel zu trocken. Der Handlung fehlt dadurch der nötige Drive, den Charakteren die Lebendigkeit, von einem "Thrill" kann nicht die Rede sein. Konnte mich die erste Hälfte des Buches aus den genannten Gründen nicht fesseln, verhielt es sich mit den Teilen 2 und 3 anders. In ihnen stieg die Spannung stetig an: Zunächst erfahren wir von den Belastungen, denen Kriegs-Berichterstatter und -Fotografen ausgesetzt sind, wenn sie in zerstörte Orte kommen, wo sie mit Chaos und Tod konfrontiert werden. Helen erzählt Gil Markham von ihren persönlichen Erlebnissen, die ihre weitere Entwicklung und ihr Verhältnis zu Art Huntingdon stark beeinflusst haben. Hier kommt deutlich Bewegung ins Geschehen. Das letzte Drittel baut darauf auf und ist wieder in der Gegenwart angesiedelt. Die Dramatik erfährt noch einmal eine rasante Steigerung und erreicht ihren Höhepunkt gegen Schluss. Man fühlt mit Helen mit und bangt um ihr Leben. Außerdem tauchen weitere Personen auf, die in den bis dahin recht stringenten aktuellen Handlungsverlauf "funken" und für unerwartete Wendungen sorgen. Fazit: Während die erste Hälfte des Buches überwiegend langweilig war, wurde es in der zweiten zunehmend spannend und endete mit einem dramatischen Schluss.

Lesen Sie weiter

Nebelschrei

Von: SophieNdm

15.11.2016

Inhalt: Nach außen ist Helen eine starke Frau. Niemand ahnt, dass ihr die Erinnerungen an die Hölle, die sie erlebt hat, täglich den Atem rauben. Und dass sie nur knapp dem Tod entkommen ist. Das fast verfallene Anwesen in einer abgelegenen Gegend in Nordengland scheint das perfekte Versteck zu sein. Doch die Dorfbewohner kommen ihr näher, als ihr lieb ist. Denn niemand darf wissen, wo sie ist – vor allem nicht der Mensch, dem sie am meisten vertraut hat … Meine Meinung: Nach der Inhaltsangabe habe ich schon einiges an Spannung erwartet. Leider nahm die Geschichte erst auf den letzten 150 Seiten fahrt auf, bis dahin hat es sich ziemlich gezogen. Daher ist es mir auch der Einstieg ziemlich schwer gefallen. Die Charaktere und die verschiedenen Zeitebenen haben aber dafür gesorgt, dass ich das Interesse am Buch nicht verloren habe. Helen ist ein recht undurchsichtiger aber dennoch nicht unsympathischer Charakter. Ihre Handlungsweise kam mir anfangs etwas merkwürdig vor, aber nachdem man erfährt, was ihr Geheimnis ist, ist dies durchaus nachvollziehbar. Auch unser journalistischer Ermittler Gil war für mich ein großer Sympathieträger. Seine Recherchearbeit und Intelligenz fand ich echt authentisch und gut gemacht. Die Rückblicke zwischendrin haben zwar für Abwechslung gesorgt, waren aber dennoch relativ langatmig. Fazit: Das Buch war gut aber kein spannender Thriller der mich vom Hocker gerissen hat. Anhand des Klappentextes hatte ich andere Erwartungen, die leider nicht erfüllt wurden. Dennoch kann ich das Buch durchaus weiter empfehlen.

Lesen Sie weiter

Ein Buch für alle, denen gute Recherche, Atmosphäre, ein angenehmer Schreibstil und eine interessante Gliederung in der Umsetzung mit überraschender Wendung wichtiger sind als durchgehende, nervenzerreißende Spannung, wie man sie bei einem Thriller erwarten würde. Es gibt sie einfach, die Bücher, die gleich durch einen vielversprechenden und von der Masse abweichenden Klapptext, direkt neugierig machen, begeistern und den Spannungsliebhaber gleich in den Bann ziehen. Mit „Nebelschrei“ von der britischen Autorin Sam Baker hält man ein solches Buch in den Händen. Ein Buch, wenn es denn erst einmal in die Hände der neugierigen Leser gelangt ist, sicherlich nicht mehr so schnell zur Seite gelegt wird. Denn wer sollte sich besser und intensiver in dem Thema Kriegsgebiete, Journalismus und Auslandskorrespondenz auskennen, als eine Person, die in diese Richtung vor ihrer Tätigkeit als Autorin und Schriftstellerin im Journalismus tätig war und einige Berufserfahrung aufweist und viele Referenzen bietet? Das beste Fundament für einen spannenden Krimi, der ganz anders daherkommt, wie seine Konkurrenz in den Regalen der Spannungsliteratur… Erschienen im Diana Verlag (https://www.randomhouse.de/Verlag/Diana-Verlag/31000.rhd) Darum habe ich dieses Buch gelesen: Der Klapptext hat es mir hier angetan, er macht mich neugierig und klingt vielversprechend. Das Cover bedient das Klischee Thriller perfekt und mein Blick blieb rasch an diesem neuen Buch hängen. Düster, gefährlich, verworren, alt und doch mit einer positiven Anziehungskraft versehen. Einen Thriller, der eher einem guten Krimi gleicht, mit einer besonderen Protagonistin und einem von seiner Neugierde getriebenen Ermittler. Außerdem hat mich die Vita der Autorin sehr neugierig gemacht. Wieviel von ihren Erfahrungen und Erlebten werden wir in diesem Krimi wiederfinden? Zum Inhalt: "Nach außen ist Helen eine starke Frau. Niemand ahnt, dass ihr die Erinnerungen an die Hölle, die sie erlebt hat, täglich den Atem rauben. Und dass sie nur knapp dem Tod entkommen ist. Das fast verfallene Anwesen in einer abgelegenen Gegend in Nordengland scheint das perfekte Versteck zu sein. Doch die Dorfbewohner kommen ihr näher, als ihr lieb ist. Denn niemand darf wissen, wo sie ist – vor allem nicht der Mensch, dem sie am meisten vertraut hat …" Handlung: Das Buch gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil lernen wir unsere Hauptprotagonistin Helen kennen. Zumindest lernen wir die junge Frau so kennen, wie ihre Umwelt sie wahrnimmt. Als starke, resolute und taffe Frau, die als Kriegsfotografin einen guten Job gemacht hat und sich dem Elend der Welt hart stellt um sachlich die Tragik und Dramatik einzufangen. Besonders die der Kriegsgebiete. Auf ihren Reisen hat Helen viel gesehen, doch davon lässt sie sich nichts anmerken. In Helens Inneren sieht es anders aus, sie ist eine gebrochene Frau und stark traumatisiert. Nach einem Brand in ihrer Pariser Wohnung sucht sie das Weite und will ein neues Leben beginnen in dem sie ihre Vergangenheit hinter sich lassen kann. Helen hat Schlimmes erlebt und wäre beinahe zu Tode gekommen. Nun hat sie sich in ein ziemlich heruntergekommenes und einsames Anwesen in Nordengland zurückgezogen. Sie will nicht gefunden werden, vor allem nicht von dem Menschen, der ihr am vertrautesten war und ihr Vertrauen schändlich missbraucht hat. Aber auch vor ihren Erinnerungen ist sie auf der Flucht. Aber nichts lässt sich auf immer und ewig verdrängen und so dürfen wir uns darauf vorbereiten, dass auch Helens Vergangenheit sie einholen wird und ihre Flucht nur ein kurzer Lichtblick darstellt ihrem Schatten zu entkommen. Diese Unsicherheit bekommt auch das Dorf schnell mit. Dort wird wie üblich geklatscht und getratscht und die Neue im alten Haus ist natürlich Gesprächsthema Nummer eins. Und da der alte Ruheständler Gil nichts besser zu tun hat, heftet er sich einfach an Helens Fersen und will mehr über diese geheimnisvolle Frau erfahren…. Schreibstil: Ich erwarte bei Thrillern gerne richtige Spannungsspitzen und Nervenkitzel. Das findet man hier eher wenig bis gar nicht. Autorin Sam Baker setzt auf Tiefenpsychologie, beklemmende Stimmungen und Gefühle, sie schreibt sehr flüssig, überzeugt und zielgerichtet. Um ihre Leserschaft in den Bann zu ziehen setzt sie auf unterschwellige Spannung, die spürbar, aber lange nicht greifbar ist. Man ist als Leser in ständiger Bereitschaft, dass endlich etwas Unheilvolles passieren muss. Das kitzelt am Nervenkostüm, kann aber auch schnell in Ungeduld und Missmut umschlagen. Hier ist der Grat sehr schmal und die Autorin spielt in diesem Punkt der Spannungselemente mit dem Feuer. Autorin Sam Baker erklärt sich sehr detailliert, beschreibt selbst den kleinsten Windhauch oder dezenten Geruch, sie dreht sich damit aber auch sehr im Kreis und kommt in der Handlung nur schwer voran. Was anfangs noch von Begeisterungsströmen gern gelesen wurde, wiederholt sich in den Gesprächen mehrmals, wird gefüttert und mit neuen Erkenntnissen oder Mutmaßungen genährt, entwickelt sich aber zu einer Spirale die lange und zunächst kein Ende sieht. Ein dichter Nebel, der sich nur ganz mühsam lichtet. Die schier endlos erscheinen Gespräche zwischen Helen und Gil, ihr schicksalhaftes Kennenlernen, ihr geteiltes Leid und Gils Unzufriedenheit und sein Trübsal , wirken auf mich zu unecht und durch die immer wiederkehrenden Winks etwas zu aufdringlich von der Autorin in Worte gefasst. Manchmal will man etwas Abstand zu den beiden gewinnen, muss aber immer wieder ihr Thema aufnehmen, bis sich der Nebel im dritten Teil des Buches lichtet und der Schrei das ganze durchbrechen kann und wie eine Bombe platzt. Ehe man jedoch zum Ende des Thrillers gelangt, müssen wir uns stellenweise mit einem langwierigen Monolog aus Erinnerungen, Flashbacks, Bauchgefühl und Vermutung und Gils misanthropischen Gedanken widmen. Schade, hier hätte ich mir gern mehr frischen Wind, Abwechslung und Dynamik gewünscht. Die Autorin Sam Baker hält hier sehr lange und ausgiebig an einer Sache fest, die sie ohnehin später nochmals aufgreifen wird und genauso akribisch erneut unter das mentale Röntgenlicht zieht. Nach knapp gerade mal 80 Seiten wollte ich das Buch schon vorzeitig beenden, bin dann über mehrere mitreißende und überzeugte Rezensionen gestolpert, die mich dem Buch noch eine Chance haben geben lassen. Diese Chance habe ich genutzt und war zunächst wieder mit mehr Eifer und Neugier dabei. Es sollte ja noch etwas Großartiges und Hochspannendes geschehen. Darüber dürfen wir uns tatsächlich freuen, aber leider doch erst recht spät und dann ist das Buch auch schon fast beendet. Meine Antriebskraft zum Weiterlesen war hier rein meine persönliche Neugier und Erwartungshaltung. Schade. Charaktere: Dieses Buch besteht eigentlich aus zwei wichtigen Hauptprotagonisten und einem „Phantom“. Da ist der alte Dörfler und Ruheständler Gil, ein Journalist, der mit seiner neuen Situation im Alter noch nicht so recht klar kommen will. Er weiß mit seiner vielen Freizeit noch nichts anzufangen, bisher war sein dynamischer Job alles, was er hatte. Zum Glück sind da noch die anderen einfältigen und gelangweilten Dörfler, die sich im einzigen Pub natürlich jeglichen Klatsch und Tratsch zum Thema machen. Das kommt dem neugierigen Journalisten a.D. natürlich gerade recht…. Und genau am Rande dieses eingeschlafenen und öden Dorfes zieht sich Helen zurück und mietet ein altes und fast brüchiges Haus. Kurz gesagt erwecken die ersten beiden Teile in die sich dieser Thriller gliedert dem Eindruck einer klischeehaften Handlung: Junge Frau zieht in das gottverdammte alte Haus am Rande des Dorfes und erweckt die Neugierde der gelangweilten Dörfler. Einer der alten Herren macht es sich zur Aufgabe etwas weiter zugehen, als dem üblichen Gerüchten und Mutmaßungen und beginnt zu schnüffeln und stellt einen Kontakt zu Helen her. Klingt plump und schon zu oft in spannenden Büchern vorgefunden, aber dass hinter dieser Mainstream-Situation mehr steckt, dass entblättert sich erst im dritten hinteren Teil des Buches und lässt den Leser dann doch sehr überrascht und überrumpelt zurück. Denn eine weitere wichtige Person taucht auf… Mit Art Huntingdon bekommt das Buch ein nebulösen Charakter und dunklen Flair und hier ist auch der Punkt, wo sich die Haut des Lesers kühl und feucht anfühlen wird und ein Schauer über das Rückgrat läuft…. Diese Wende sorgt für einen gelungenen Aha-Moment um sich von den zäheren Passagen der ersten beiden Abschnitte zu erholen und sich mit dem Buch anzufreunden. Leider ist die letzte Seite dann auch schon schnell gelesen. Gleich zu Beginn des Buches habe ich stets Helens Angst und Unruhe gespürt, sie hat Todesangst, gefunden zu werden und von ihrem Trauma eingeholt zu werden. Der Brand aus dem Prolog bringt man schnell mit Helen in Bezug, was jedoch absolut nicht hinderlich ist weitere Hintergründe verschleiert zu halten. Helens Migräne hat mich ebenso getroffen, wie ihre Angstzustände, vielleicht sogar noch schlimmer. Als Leidensgenossin muss man sich hier auf wirklichen Nervenkitzel in Bezug auf die hämmernden Schmerzen im Hirn einstellen. Grrrr….. Erst als Helen und Gil aufeinander treffen und sich langsam kennenlernen, nimmt die Story etwas Fahrt auf, die sich aber tatsächlich erst im letzten Teil zum wirklichen Thriller steigern wird. Helen wirkt stets verschlossen und skeptisch, aber irgendwann beginnt sie sich Gil anzuvertrauen und berichtet ihm von ihrem vorherigen Leben. Gil weiß es die richtigen Fragen zu stellen und er blüht regelrecht wieder auf. Sein stetiges Gemecker und Gehader ebbt ab und er wird richtig mobilisiert von Helens Erzählungen. Gil ist wach und höchst interessiert mehr zu hören und ich als Leserin bin zutiefst erschrocken und schockiert. Was ich da zu lesen bekam hat mich dann sehr gefesselt aber mehr denn erschüttert. Je mehr Details und Fakten bekannt wurden desto klarer wird dem Leser, warum das Buch den verlauf nimmt, den es einfach nehmen müsste, um seine ganze Spannung und seinen ganzen Nervenkitzel in diesem Showdown zu bündeln. Wer zuvor von dem Buch abgelassen hat, so wie ich zwischenzeitlich mit dem Gedanken des „vorzeitigen Beenden“ gespielt habe, wird das Beste am Buch verpassen und den „Nebelschrei“ versäumen… Durch die Dialoge zwischen Gil und Helen, lädt die britische Autorin Sam Baker die Leser dazu ein, zu spekulieren und dieses Puzzle des Lebens der augenscheinlich taffen und starken Helen neu zu legen. Ein großer und lobenswerter Pluspunkt in dem sonst eher für mich enttäuschenden Thriller. Meinung: Das ganz besondere an diesem Thriller ist, dass er gar kein Thriller ist. Für mich ein gelungenes Psychodrama. Jedoch war es nicht das, was meine Erwartung an dem Buch gestillt hätte. Der Klapptext tönt absolut verheißungsvoll und Titel, sowie Cover reizen mich sofort zum Kauf eines solchen Thrillers. Abschließend würde ich jedoch fast sagen, dass dem Buch der Schriftzug Kriminalroman oder auch Psychodrama besser gestanden hätte. Eindringliche Tiefenpsychologie in guten Romanen bin ich gewohnt und mag das auch sehr. Doch hier gerät die Autorin etwas in einer Spirale, die nur mühsam und wenig Neues bringt und sich in endlosen Wiederholungen und Gesprächen verliert. Noch vor den ersten 100 Seiten verlor ich den Antrieb und die Lust am Weiterlesen. Andere Rezensionen sprühen nur so vor Begeisterung, und stoßen darauf hin, dass aber noch etwas passieren wird, was zu vielen lobenden Sternen führt. So, dass ich mich doch animiert fühlte diesen Wendepunkt noch auszukosten. Es gibt diesen Wendepunkt, versprochen. Aber leider auch erst recht spät und mit dem Auftauchen einer weiteren Schlüsselrolle. Aber dann gibt es auch kaum ein Halten und der Thriller bündelt alles wie ein starker Laser auf einen brennenden Punkt im Leben von Helen, in dem nun Gil auch eine zentrale Rolle spielen wird. Hut ab! Dieser Roman, Krimi, Psychodrama oder Thriller bietet eine unterschwellig spannende und stets beklemmende Recherche und bohrende Suche nach Antworten, aber wenig Abwechslung und sehr viel Monolog. Rückblicke in die Vergangenheit und neugierige Fragen eines alten Mannes, teils sehr langwierig, und mühsam. Mir gefällt jedoch, dass sich die beiden ersten Abschnitte des Buches so überraschend in den dritten Teil fügen, dass ich mich doch sehr begeistert und unterhalten fühle und sogar Gänsehaut hatte. Meine persönliche Messlatte an einem Thriller ist recht hoch. Dieses Buch weist auf dem Cover zwar Thriller aus, aber so ganz gebe ich mich diesem Genre mit dem Buch nicht hin. Wer wirklichen Thriller sucht, sollte bei diesem Buch darauf vorbereitet sein, sich erst durch andere Genres zu bewegen und gegen Ende einen Hauch Thriller zu spüren. Cover: Dieses Cover ist ein Blickfang, grandios, weckt Neugierde und lädt zu Assoziationen ein. Nebelig, düster, beschattet und brüchig. Ein altes baufälliges Haus. Einsam, verlassen, anonym. Das Schriftbild ist sehr angenehm und einzelne Passagen werden durch andere Schriftarten erkenntlich gemacht und ermöglichen ein wirklich flüssiges und aufgeräumtes Lesen. Die Autorin: "Sam Baker wurde im südenglischen Hampshire geboren und studierte Politik in Birmingham. Sie arbeitete als Journalistin für namhafte Zeitschriften und war viele Jahre Chefredakteurin des Lifestyle-Magazins Red. Mit ihrem Mann lebt sie heute in Winchester." Fazit: Für mich war dieser tiefenpsychologische Thriller leider mit 2,5 Sternen eine Achterbahnfahrt. Ich fühle mich hin- und hergerissen. Das Ende ist grandios und wirklich kaum zu toppen. Aber ein guter Schlussteil macht noch kein vollkommenes Leseerlebnis aus. Es verzeiht einiges, aber leider nicht alles. Ich bewege mich zu aufgerundeten 3 Sternen und würde diesen Thriller trotz meiner Kritik am Genre und der Erwartungshaltung sehr empfehlen! Kein schlechtes Buch, aber eben mit falschem Etikett. Krimi statt Thriller würde dieses Buch besser kleiden.

Lesen Sie weiter