Leserstimmen zu
Der Turm der Ketzerin

Deana Zinßmeister

Die Hugenotten (2)

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Klappentext: Frankreich 1588. Der junge Pierre wuchs im katholischen Glauben auf, bis er erfahren musste, dass er als Hugenotte geboren wurde. Aufgrund der verheerenden Glaubenskriege im Land war sein Vater jahrelang gezwungen, ihre Religion zu verheimlichen. Während seine Schwester Magali dem Katholizismus treu bleibt, möchte Pierre nun zu seiner ursprünglichen Konfession zurückkehren. In La Rochelle verliebt er sich in die Hugenottin Florence. Doch die strengen Sitten- und Lebensvorstellungen ihrer Familie stehen ihrer gemeinsamen Zukunft im Weg. Und dann wird der neue Glaube auch noch zur Gefahr für die beiden Liebenden ... Inhalt: Pierre ein junger Glasmacher, der im katholischem Glauben aufwuchs, erfuhr dass er als Hugenotte geboren wurde. Pierre macht sich auf die Suche nach seinem eigentlichem Glauben, über den er doch so wenig wusste. er reiste nach La Rochelle, der Hochburg der Hugenotten und verliebte sich schnell in eine Hugenottin, die eigentlich für jemanden anderen bestimmt sein sollte. Er lernt alles was einen guten Hugenotten ausmacht, aber das ganze wird trotzdem keine einfache Sache werden. Schnell befinden sie sich Ihres Glauben wegen in einer großer Gefahr. Erster Satz: Sie erwachte. Ihre Lieder waren schwer und ließen sich nicht heben. Meine Meinung: Das Cover finde ich sehr gelungen. Passt auf alle Fälle zu der Geschichte. Auf der Innenseite des Covers wird man als erstes von der Autorin begrüßt, das gefällt mir gut und wirkt obendrein sehr persönlich. Auch befindet sich eine so schöne Landkarte in dem Buch. Da es eine unabhängige Fortsetzung ist, kann man es prima lesen auch wenn man wie ich Teil 1 nicht gelesen hat. Einige wichtige Sachen wurden im Buch eh nochmals erklärt. Obwohl das Buch der Historischen Literatur entspringt, ist es keine so schwere Kost und auch prima für Leute die mal in die Historie reinschnuppern wollen geeignet. Vorausgesetzt man kann mit Religionen was anfangen. Ich hatte sofort eine Sympathie zu dem Protagonisten. Wobei ich mich stellenweise fragte, was wäre wenn die Gefühle für Florence nicht da wären, wäre er dann auch so zu seinen eigentlichen Glauben gestanden? Man merkt auch das das Buch eine gute Recherche genossen hat. Man bekommt einen guten Einblicke in die Welt der Hugenotten und wie es damals eben war. In der Danksagung steht dass die Autorin alle Ihre Schauplätze selbst besucht hat und dass merkt man deutlich an Ihrer fabelhaften Umschreibung der Orte. Ein wunderbarer Historischer Roman der hier entstanden ist. Mein Fazit: Wer historische Romane mag oder mal reinschnuppern möchte und obendrein sich für die Hugenotten interessiert, für den ist das Buch eine echte Empfehlung!

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Glaube vs. Liebe

Von: Eliza

31.10.2018

Meine Meinung: Bereits mit dem ersten Band ihrer Hugenotten-Saga konnte Deana Zinßmeister mich begeistern und so habe ich mir ihren zweiten Teil für ein kleines Lesetief aufgehoben. Und daraus hat die Autorin mich auch sofort herauskatapultiert und ich war von der Geschichte gefesselt. Der Wiedererkennungseffekt zu Band eins ist deutlich gegeben, wobei mir die Farbgebung dieses Covers besser gefällt. Es geht in diesem Roman, um Glauben, Liebe und Familie. Inhaltlich knüpft der Roman an den ersten Teil an, ist aber wie der Klappentext verrät auch ohne das Vorwissen von Band eins lesbar. Als Leser gewinnen wir einen sehr tiefen und bewegenden Einblick in das Leben und Leiden der Hugenotten und Katholiken im 16. Jahrhundert in Frankreich. Die Geschwister Pierre und Magali trennen sich nun und gehen jeweils ihre eigenen Wege. Pierre möchte sich auf den Glauben besinnen nachdem er getauft wurde, so setzt er alles daran, erst recht nachdem er sich in eine Hugenottin verliebt hat, als auch solcher zu leben. Magali lebt ihren Katholischen Glauben und die Familie steht vor einer ersten Zerreisprobe. Doch beide Geschwister müssen erfahren, dass der Glaubenskonflikt auch über ihre eigene Familie hinaus ihr Leben bestimmen wird. Magali kam mir in Teilen ein klein wenig naiv vor, wohin gegen Pierre eher zu der Kategorie „mit dem Kopf durch die Wand“ gehört. Beide haben ihre Stärken aber auch Schwächen, was die beiden so herrlich sympathisch macht. Zentrale Frage des Romans ist „Kann die Liebe den Hass überwinden?“. Der Roman wird chronologisch aus mehreren Perspektiven erzählt, wobei, ein Erzählstrang erst sehr spät aufgelöst wird und wir Leser eine Ahnung bekommen, was dieser mit den beiden Geschwistern zu tun hat. Im Allgemeinen ist der Roman aber sehr gut nachvollziehbar, allerdings sollte der Leser eine gewisse Affinität zu historischen Romanen haben und eine Offenheit gegenüber Religionen und Glauben im Allgemeinen haben. Die Geschichte ist leicht und flüssig zu lesen und es macht einfach Spaß die beiden Protagonisten zu begleiten. Der Roman besticht sprachlich vor allen Dingen mit seinen guten Dialogen, die die Zerrissenheit der Gesellschaft widerspiegeln und so einen tiefen Eindruck in die Gefühlswelt zeigen. Angereichert ist der Roman mit einer zeitgenössischen Karte, einem Personenregister, einem Nachwort und einer Bibliographie. Sehr gerne spreche ich für diesen Roman eine Lese- und Kaufempfehlung aus, sowohl Männer als auch Frauen werden an diesem Roman ihre Freude haben, wobei eine gewisse Offenheit zu dem Thema den Lesespaß sicherlich deutlich steigert. Ein für mich wunderbarer historischer Roman und ich bin sehr gespannt, ob es mit der Familie Desgranges und Duchene weitergeht. Ich würde mich auf jeden Fall sehr darüber freuen. Ich bedanke mich bei Deana Zinßmeister für die schönen Lesestunden, dem Goldmann Verlag, dem Bloggerportal und der Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Der Schreibstiel ist flüssig und leicht zu lesen und ich kam nach anfänglichen Schwierigkeiten ziemlich schnell in die Geschichte hinein. Die Hugenotten 1 habe ich nicht gelesen, aber das musste ich auch gar nicht. Wichtige Stellen wurden als kurzer Rückblick bzw. Erinnerung erzählt, sodass mir inhaltlich nichts fehlte und ich mich sofort auskannte. Pierre mochte ich sofort. Er ist eine sehr sympathische und starke Persönlichkeit und nimmt viele Strapazen auch sich, um seinen Glauben zu wechseln und seine große Liebe Florence zu heiraten. Auch wenn er anfangs manchmal naiv handelt und reagiert, findet in seinem Verhalten eine deutliche Veränderung statt. Bei Florence brauchte ich etwas länger, aber auch dann mochte ich sie sehr. Ich litt sowohl mit ihr als auch mit Pierres Schwester Magali mit und hoffte immer auf ein gutes Ende. Besonders haben mir die detaillierten Beschreibungen gefallen, da ich mir so das Leben im spätmittelalterlichen Frankreich gut vorstellen konnte. Ich danke dem Bloggerportal und dem Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar. Fazit Ich kann das Buch nur empfehlen. Es ist eine dramatische und doch romantische Geschichte, die zum Mitfiebern animiert.

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1588: Während Glaubenskriege zwischen den Hugenotten und den Katholiken Frankreich erschüttern, ist der junge Mann Piere in der protestantischen Stadt La Rochelle angekommen. Dort möchte er nicht nur das Mädchen Florence wiedersehen, sondern auch vom Katholizismus zum Glauben der Hugenotten wechseln. Dafür hat er seinen Vater und seine frisch verheiratete Schwester Magali zurückgelassen, die mit ihrem Mann eine Glaswerkstatt übernommen hat... . Dies ist bereits der zweite Teil einer Buchreihe, die sich um die Hugenotten und deren Konflikte mit den Katholiken in Frankreich dreht. Obwohl ich den ersten Band ,,Das Lied der Hugenotten" nicht gelesen habe, hatte ich nicht den Eindruck, dass mir bestimmte Teile der Geschichte fehlen. Außerdem wird während der Handlung auch manchmal erzählt, was vorher passiert ist. Mit der Hauptfigur Pierre bin ich sehr schnell warm geworden. Er ist ein sympatischer junger Mann, der viele Strapazen auf sich nimmt, um den Glauben zu wechseln und seine große Liebe Florence zu heiraten. An ihm wird sehr gut deutlich, wie schwer es ist, nach den Regeln von Calvin ein echter Hugenotte zu werden. Gefallen hat mir auch seine Schwester Magali, die mit ihrem Mann eine glückliche Ehe führt und ihm auch in der Werkstatt hilft. Obwohl sie es als Frau eigentlich nicht darf, bläst auch sie filigrane Kunstwerke aus Glas und unterstützt so die Familie. Sie wirkt genau wie die anderen Figuren glaubwürdig und tief in ihrem Glauben verwurzelt. Generell wird beim lesen sehr deutlich, dass es bei jedem eine weitgreifende Entscheidung bedarf, welcher Konfession man angehört. Je nach dem muss man nämlich den Wohnort wechseln, fliehen oder wird sogar eingesperrt. Besonders gut hat mir gefallen, dass es ihm Buch mehrere Handlungsstränge gibt. Das sind nicht nur Pierre und Florence, sondern auch Magali und ihre Familie, der Onkel Antoine mit seiner Frau, aber auch die eingesperrten Protestantinnen im Turm, die man aufgrund ihres Glaubens nicht frei lässt. Deanna Zinßmeister ist es gelungen, eine glaubhafte und auch spannende Geschichte zu entwerfen, in der die Konflikte zwischen den Konfessionen mehr als deutlich werden. Sie schreibt gut lesbar und auch detailliert, so dass man dem Text anmerkt, dass sie gut und gründlich recherchiert hat. Insgesamt hat mich ,,Der Turm der Ketzerin" gut unterhalten, aber mich auch oft schockiert, gerade wenn es um die Feindseligkeiten der Gläubigen untereinander geht. Gerne empfehle ich das Buch hier weiter.

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"Der Turm der Ketzerin" ist der Nachfolgeband zu "Das Lied der Hugenotten" von Deana Zinßmeister. Ich habe den ersten Band nicht gelesen, konnte der Handlung aber mühelos folgen. In zwei Handlungssträngen wird die Familiengeschichte des Glasbläsers Jacon Desgranges erzählt. Der Hugenotte musste während der Bartholomäusnacht 1572 mit seinen Kindern Pierre und Magali aus Paris fliehen. Im kleinen Dorf Vernou-sur-Brenne findet er Zuflucht - gibt sich allerdings als Katholik aus und bleibt im Untergrund seinem Glauben treu. Die Kinder werden katholisch erzogen. Magali ist überzeugte Katholikin, doch Pierre denkt daran zu seiner ursprünglichen Konfession zurückzukehren. Während Magali und ihr Ehemann Olivier die florierende Glasbläserei übernommen haben, reist Pierre nach La Rochelle, wo er sich in die Hugenottin Florence verliebt hat. Er möchte aus Liebe zu ihr den Glauben seines Vaters annehmen. In La Rochelle beginnt er die Schriften der Calvinisten zu studieren und setzt alles daran in die Gemeinschaf der Hugenotten aufgenommen zu werden. Währendessen haben Magali und Olivier Probleme mit der Produktion, derer sie kaum nachkommen. Magali liebt die Glasbläserei, als Frau ist es ihr allerdings verboten den Beruf auszuüben. Doch auch ein Widersacher im Ort bereitet der Familie Probleme... Sowohl Pierre, als auch Magali und ihr Mann, werden hineingezogen in den Glaubenskampf der Katholiken gegen die Hugenotten... In einem weiteren Handlungsstrang erfährt der Leser mehr über den titelgebenden Turm der Ketzerin, in dem die Katholiken willkürlich hugenottische Frauen gefangen gehalten haben, um Lösegeld zu erpressen. Die Aussicht frei zu kommen war gering, da die Summen immer wieder erhöht wurden. Hier hat sich die Autorin von der wahren Geschichte der Marie Durand inspirieren lassen, die 38 Jahre (!) wegen ihres Glaubens im Turm "Tour de Constance" gefangen gehalten wurde. Unbeschreiblich, wie die Inhaftierten leiden mussten.... Deana Zinßmeister legte in ihrem zweiten Buch über die Verfolgung der Hugenotten das Hauptaugenmerk auf das alltägliche und sehr einfache Leben der Menschen. Man begleitet die Protagonisten bei ihrer Arbeit und beim beten, beim studieren und man erfährt auch mehr über die Glasbläserei. Die Verfolgung der Hugenotten wird sehr anschaulich erzählt. Hintergrundinformationen gibt es allerdings nicht wirklich. Hier hätte ich mir mehr Erklärungen zu den Ursachen ders Glaubenskrieges gewünscht. Ich kann allerdings nicht sagen, ob die Autorin hierzu bereits im 1. Band mehr Infos gegeben hat. Die Schauplätze, wie La Rochelle an der Atlantikküste und lange Zufluchtsort der Hugenotten, sowie Aigues-Mortes am Mittelmeer gelegen, sind sehr bildhaft beschrieben. Bei den Charakteren empfand ich nicht ganz so. Hier fühlte ich etwas Distanz, die mir manche Personen nicht so nahe brachten wie andere. Am Buchanfang befindet sich eine Karte von Frankreich, sowie ein Personenregister. Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft und lebendig. Abwechselnd wird aus der Sicht von Pierre oder der von Jacon, Magali und Olivier erzählt. Deana Zinßmeister hat hervorragend recherchiert und historisch belegte Ereignisse mit einer fiktiven Geschichte wunderbar vereint. Fazit: Ein interessanter und gut recherchierter historischer Roman, der sich auch alleinstehend gut lesen lässt. Ich fühlte mich gut unterhalten, hätte mir aber gerne noch ein paar mehr Informationen zu den Glaubenskriegen gewünscht. Vielleicht wäre die vorherige Lektüre des ersten Bandes doch zu empfehlen....

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Taschenbuch: 464 Seiten Verlag: Goldmann Verlag (15. Januar 2018) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3442484103 ISBN-13: 978-3442484102 Größe und/oder Gewicht: 11,6 x 3,5 x 18,5 cm PREIS: 10,00 Euro Band 1 der Geschichte rund um die Hugenotten mit dem Titel "Das Lied der Hugenotten" hatte ich verschlungen, so war klar, Band zwei muss ich auch lesen. Wir befinden uns im Frankreich des Jahres 1588. Der Leser lernt Pierre kennen, der katholisch erzogen wurde. Allerdings hat er die Wurzeln der Hugenotten in sich. Es herrschten einst verheerende Glaubenskriege im Land. Pierres Vater sah keine andere Überlebenschance, als seine Religion zu verheimlichen. Pierres Schwester Magali möchte dem Katholizismus nicht abschwören, wohingegen Pierre sich entschlossen hat, zu seiner ursprünglichen Konfession zurückzukehren. Pierre verliebt sich in die Hugenottin Florence. Ist ihnen eine Zukunft beschieden, dem Katholiken Pierre und der Hugenottin Florence? Die beiden geraten in Gefahr - wegen ihrer Konfessionen ... Betrachtet man die Tatsache, dass es sich um eine Fortsetzung handelt, muss ich sagen, dass diese extrem gelungen ist. Die Geschichte liest sich glaubwürdig und knüpft in der Spannung an den ersten Teil an. Man muss sagen, dass es angebracht ist, mit Band 1 einzusteigen, aber er ist auch möglich, die beiden Bücher losgelöst voneinander zu lesen. Einführend gibt es doppelseitig eine Karte der Region, in der die Handlung angesiedelt ist. Es folgt ein Personenregister, in welchem die historisch belegten Personen mit einem Sternchen versehen sind. Wir steigen mit einem kurzen Prolog in die Handlung ein, die dann in La Rochelle im Sommer des Jahres 1588 beginnt. Leseprobe: ======== "Da magst du recht haben. Aber ich weiß auch, dass der Starrsinn vieler Hugenotten Ursache der Unruhen ist. Auch sie waren einst Katholiken. Und nur weil sie die Bibel verstehen wollen und unsere Kirchensitten bei ihnen verpönt sind, ist das Land in Aufruhr." Magali sah Fleur herausfordernd an. ... Die Autorin schreibt sehr bildhaft und lebendig, sodass man sich von Beginn an in die stets spannende Handlung einfindet, an sie gefesselt ist, weil sie einfach nicht nur die Spannung hält, sondern ständig neu aufbaut. Es passiert immer wieder etwas, was mich am Buch festgehalten hat. Schön zu lesen die Verbindung der Fiktion mit der historischen Hintergrund- und Rahmenhandlung. Bin gespannt, was Frau Zinßmeister ihren Lesern und Leserinnen als nächstes präsentiert

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Im Roman von Deana Zinßmeister gibt es drei Handlungsstränge. Zum einen wird von Pierre und seiner Liebe Florence erzählt. Pierre wurde als Protestant, in Frankreich hießen sie Hugenotten, getauft, aber im Katholizismus erzogen. Er verliebt sich in Florence, einer Hugenottin, in der Hugenottenstadt LaRochelle und will dort seinen Taufglauben praktizieren. Zum anderen ist da Magali, Pierres Schwester. Sie hält an ihrem Glauben fest und ist mit einem Katholiken verheiratet. Nachdem, und dies ist der dritte Handlungsstrang, die Bewohner des katholischen Dorfes Vernou-sur-Brenne feststellen, dass der Vater der beiden Hugenotte ist, wird er aus dem Dorf vertrieben. Er muss mit Magali und seinem Schwiegersohn flüchten. Schlussendlich gibt es noch den Nebencharakter Constance, die im Turm der Ketzerin in Aigues-Mortes einsitzen wird und dort bei ihrer Befreiung auf Pierre, ihren Bruder, trifft. Ihr seht, der Roman ist verzwickt, aber beim Lesen sind die Handlungen durchsichtig und gut erzählt. Wenn es nichts anderes geben würde, würde ich das Buch als spannend und gut empfinden und dann ablegen. Jetzt kommt aber der Teil, der den Roman zu einem höchst interessanten und verwirrenden Buch macht. Frau Zinßmeister beschreibt das Leben der Hugenotten: ihre alltäglichen Arbeiten, ihre Glaubensausführungen, aber auch Grundsätzliches. Und dies ist doch als Mensch unserer Zeit sonderbar. Wie die Hugenotten von einst so spaß-frei durch die Welt gehen konnten, werde ich bestimmt nie verstehen können. Aber genau diesen Teil der Erzählung fand ich besonders schätzenswert. Darüber hinaus kann uns die Autorin zeigen, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Das Werk enthält eine Literaturliste sowie einen Anhang indem die Autorin auf die historischen Hintergründe Bezug nimmt. So stelle ich mir den Umgang mit der Geschichte vor. Mein Fazit: „Der Turm der Ketzerin“ von Deana Zinßmeister ist ein vortrefflicher Roman zum Thema Glauben, Glaubensauslegung, Liebe und dem täglichen Miteinander untereinander. Für mich ist der Roman ein klares „Hurra“.

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Der Turm der Ketzerin

Von: Bettina Hertz aus 03238 Göllnitz

11.02.2018

Der Turm der Ketzerin Autor: Deana Zinßmeister Frankreich 1588. Der junge Pierre wuchs im katholischen Glauben auf, bis er erfuhr, dass er als Hugenotte geboren wurde. Aufgrund der Glaubenskriege musste sein Vater jahrelang ihre Religion verheimlichen. Während Pierres Schwester Magali weiterhin dem Katholizismus treu bleibt, möchte Pierre zu seinem ursprünglichen Glauben zurückkehren. In La Rochelle verliebt er sich in die junge Hugenottin Florence. Pierre setzt alles daran, in die Hugenottengemeinschaft aufgenommen zu werden, um mit Florence eine gemeinsame Zukunft zu haben. Am Ende wird dann auch der neue Glaube für beide eine große Gefahr. Der Turm der Ketzerin ist der Folgeband von Das Lied der Hugenotten aus der Feder von Deana Zinßmeister. Beide Bände lassen sich aber getrennt voneinander lesen. Ich kenne der ersten Band nicht und hatte auch keine Schwierigkeiten in diesen neuen Band einzutauchen. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, spannend, bildhaft und emotional, so dass man kaum das Buch aus der Hand legen möchte. Abwechselnd ist der Roman in zwei Erzählsträngen aufgebaut, einmal aus der Sicht von Pierres Familie in Vernou-sur-Brenne und dann aus Sicht von Florence Familie in La Rochelle. Zudem gelingt es Deana Zinßmeister hervorragend, die damaligen Glaubensbekenntnisse der Menschen zu vermitteln und mit einer tollen Story bzw. Liebesgeschichte zu verbinden. Vor allem das Leben der Hugenotten, ihr Fühlen, denken, ihren Lebenswandel wird sehr authentisch dargestellt, ist es doch in unserer modernen Welt fast unverständlich, wie man so fest an diesem Glauben hängen konnte. Pierre und Florence als Hauptcharaktere haben mir sehr gefallen. Anfangs fand ich Pierre etwas naiv und verträumt, Florence dagegen sehr erwachsen, aber beide sind mir sehr ans Herz gewachsen. Auch die vielen Nebencharaktere, die hier Deana Zinßmeister Leben eingehaucht hat, machen diese Geschichte verbunden mit den historischen Fakten zu einem tollen Lesegenuss. Ich habe mich toll unterhalten gefühlt und kann den Roman uneingeschränkt weiterempfehlen und vergebe fünf Sterne.

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