Leserstimmen zu
Ein Wunder alle hundert Jahre

Ashley Ream

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„Bei Sonnenuntergang versammelten sie sich alle an dem steinigen Strand der Bucht und betrachteten das Wasser, das allmählich grünes Feuer fing … Streifen und Schlieren von Limettengrün tauchten am Ufer auf, als wären Hunderte, vielleicht Tausende Leuchtstäbe geknickt und dann in die Bucht geschüttet worden. Die Flecken aus phosphoreszierendem Neon wuchsen, breiteten sich aus und gingen ineinander über.“ „Ein Wunder alle hundert Jahre“ ist eine behutsam erzählte Geschichte, die ihren Sog langsam entwickelt. Eine außergewöhnliche, besondere Erzählung, die mich, kurz nach Lesebeginn recht schnell gepackt und das Buch in einen Pageturner verwandelt hat. Die Charaktere entfalten sich ruhig und unaufgeregt, wie der auktoriale Erzähler, der sich ebenfalls unaufdringlich im Hintergrund hält. Ashley Ream lässt ihnen Raum sich zu entfalten. Das liest sich angenehm sachlich, fast unemotional, trotz der dramatischen Ereignisse im Leben der Protagonisten, die in der Vergangenheit spielten und auf einen Höhepunkt, der in der Zukunft liegt, angelegt sind. Über allem schwebt das nächtliche Leuchten des „Wunders“, jene lumineszierenden Kleinstlebewesen „Artemia Lucis“, die nachts das Meer in der kleinen Bucht der Insel Ollo’eteet an der Küste von Washington Island erleuchten. Sechs Tage lang, während der Paarungszeit, alle hundert Jahre … Ein Forscherteam versucht dieses „Wunder“ zu untersuchen, um es zu schützen und zu bewahren, doch einige der Forscher verfolgen dabei eigene Interessen. Wie Rachel, die sich Heilung ihrer chronischen Schmerzen erhofft und John, Ureinwohner und Experte für Küstenökosysteme, der mehr um die Geheimnisse der kleinen biolumineszierenden Gliederfüßler weiß, da sie seinen dort ansässigen Stamm über die Jahrhunderte begleiteten und spirituelle Quelle waren. Dann ist da noch Harry, Musiker und Komponist, dem nicht mehr viel Zeit bleibt. Er stirbt an einer Nervenerkrankung (womöglich ALS), die die Verbindung des Gehirns zu den Muskeln langsam absterben lässt. Seine Exfrau Tilda, die ihre eigene Geschichte zu verarbeiten hat ist zurückgekehrt, um sich um ihn zu kümmern. „<<Ich richte ein Boot her>>, sagte Tilda, weil es der Wahrheit entsprach und zumindest irgendetwas war. ‚Ein Boot‘, sagte Tip, als hätte er zum ersten Mal etwas Derartiges gehört. ‚Ein Segelboot, ein kleines, Vielleicht sechs Meter.‘ ‚Ich wusste nicht, dass du dich mit Booten auskennst.‘ ‚Ich bin ja weiträumig. Ich enthalte Vielheiten.‘ Falls Tip das Whitman-Zitat erkannte behielt er es für sich.“ Ashley Ream erzählt viele Geschichten in „Ein Wunder alle hundert Jahre“. Geschichten um Liebe, Verlust, Verzweiflung. Auch diese weiträumig, vielheitlich und in unaufgeregter schöner Sprache, die mir ausnehmend gut gefiel. Aus einiger Distanz, mit ab und an aufblitzendem, leisen Humor, schildert sie die Menschen, ihre Gedanken, Beweggründe, Bedürfnisse und Gefühle in einer großartigen Naturkulisse, die man beim Lesen beinahe riechen und spüren kann. Diese Distanziertheit muss man mögen, sich auf den Sog den der Roman entwickelt und die emotionale Wucht die so klar und unbeteiligt geschildert wird, einlassen können Dies ist ein Buch für Erwachsene. Ein wenig Lebenserfahrung ist unabdingbar, um Zugang zu dieser großartig erzählten Geschichte zu finden. „Ein Wunder alle hundert Jahre“ wird noch lange nachhallen. Der Geruch nach Meer, Salz und Algen, das Gefühl von Sand und Wind auf der Haut, Ashley Ream hat es in ihrem Roman, dieser Mischung aus Roman und Thriller eingefangen. Noch eine Warnung: Wer sich angelockt durch Cover und Titel in der Hoffnung hier kitschige romantische Lovestory und Herzzschmerzdramen vorzufinden zum Buch entschließt wird sicher enttäuscht werden. Wer eine packende, außergewöhnliche Geschichte erzählt bekommen möchte und gerne selbst denkt wird hier fündig.

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Nur alle 100 Jahre erscheint das Phänomen - das Meer leuchtet an der Küste einer kleinen Insel. Nur alle 100 Jahre vermehren sich die Spezies Artemia lucis und das Spektakel ist auch nach nur 6 Tagen wieder vorüber. Dr. Rachel Bell, die hier forschen soll, weiß mehr als die Anderen, denn sie hofft hier auf ein neues Leben... OMG! Was ein Buch! Es ist packend, spannend, zauberhaft, liebevoll-zart und dann wieder wild-aggressiv. Wirklich sehr schwer zu beschreiben. Ich habe es wahnsinnig genossen, Seite um Seite weiter in die Geschichte eingetaucht. An das Wunder geglaubt, gezweifelt und mich auch bei täglichen Arbeiten dabei ertappt wie ich die Frage "Was wäre wenn...?" in meinem Kopf gedreht und gewendet habe. Obwohl das Ende des Buchs schon als Prolog vor allem steht hat es mich völlig überrumpelt! Ashley Ream hat bei diesem Roman echt gezeigt was ihn ihr steckt. Sie hat wirklich außergewöhnliche Charaktere erschaffen und zum Leben erweckt... So ist da zB Dr Rachel Bell, die seit ihrer Kindheit mit schwersten Schmerzen zu kämpfen hat. Dazu hat sie aus meiner Sicht eine soziale Störung und trotz (oder vielleicht auch deswegen?) hat sie es zur Wissenschaftlerin geschafft. Aber auch der undurchsichtige John, der zum Forscherteam gestoßen ist und Ureinwohner Blut in seinen Adern hat... Hach ich will wirklich nicht zu viel verraten... Fazit: Ich fand das Buch wirklich toll auch wenn für mich am Ende ein paar Fragen offen blieben :-)

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Alle hundert Jahre wiederholt sich ein Naturschauspiel vor der Küste einen kleinen Insel in der Nähe von Seattle. Das Wasser schimmert für sechs Tage grün, weil winzige Wassertierchen, die Artemia lucis, sich in dieser Zeit vermehren. Um das Phänomen ranken sich viele Mythen, die von den Ureinwohnern der Insel nur untereinander weiter gegeben wurden. In dem Roman "Ein Wunder alle hundert Jahre" von Ashley Ream, der bei btb erschienen ist, beschäftigt sich eine Gruppe Wissenschaftler mit dem Naturphänomen. Die junge Biologin Dr. Rachel Bell hat jedoch noch ein ganz eigenes Interesse. Sie erhofft sich, dass das grüne Wasser ihr helfen kann, die unerträglichen Schmerzen, die sie seit einem schrecklichen Ereignis in der Kindheit hat, zu lindern. Neben Rachel Bell spielt auch noch ein älteres Paar, das auf der Insel lebt, eine Rolle. Bei ihnen quartiert sich Rachel ein und bringt einiges durcheinander. Je weniger Zeit bleibt, um dem Geheimnis der Artemia lucis auf die Spur zu kommen, um so angespannter werden die Protagonisten des Buches und um so spannender wird die Geschichte. Die Autorin versteht es sehr geschickt, die Spannung aufrecht zu erhalten und komplexe Figuren zu zeichnen. Obwohl die junge Wissenschaftlerin Rachel Bell eher rücksichtslos und unsympathisch erscheint, kann man sich als Leserin gut in sie einfühlen und mit ihr mitfiebern. Auch die anderen Figuren des Romans sind vielschichtig und die Geschichte nimmt immer wieder eine neue Wendung. Sprachlich witzig und elegant ist das Buch ein echtes Lesevergnügen. Ashley Ream, die bereits mit ihrem ersten Buch "30 Tage und ein ganzes Leben" sehr erfolgreich war, hat einen wirklich spannenden zweiten Roman vorgelegt, den ich mir auch sehr gut als Film vorstellen kann.

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Rezension INHALT/Klappentext: Alle hundert Jahre geschieht ein Wunder an der Küste von Washington Island: das Wasser glüht und schimmert grün wie ein Polarlicht. Für sechs Tage. Dr. Rachel Bell erforscht dieses Wunder sowie die winzigen Wasserwesen, die es hervorrufen. Sie hofft, dass das Geheimnis über das grüne Wasser, das allen Mythen und Geschichten zugrunde liegt, wahr ist: demnach könnte es eine Kraft besitzen, die Rachel das Leben retten und die ganze Welt verändern könnte. Rachel hat genau sechs Tage lang Zeit, das herauszufinden. Bevor das Wasser wieder dunkel wird - für die nächsten einhundert Jahre ... MEINE MEINUNG: Dr. Rachel Bell leidet täglich unter unsäglichen Schmerzen, die ihr in der Kindheit durch eine Verletzung , hervorgerufen durch ein grausames Geschehen, zugefügt wurde. Trotz dieser Beschwerden ist sie zu einer exzellenten Forscherin in der Molekular - und Meeresbiologie herangereift. Diese Protagonistin hat nicht meine Sympathie erhalten, aber meine Achtung vor ihrem Durchhaltevermögen und ihrem fanatischen Ehrgeiz als Forscherin, welchen die Autorin genauestens beschreibt. Ashley Ream hat uns aber noch mehr interessante Figuren in diesem super spannendem, mystisch angehauchtem Biologie-Thriller geschenkt. Da sind die sehr sympathische ehemalige Senatorin Tilda, die ihrem todkranken Ex-Ehemann Harry in seinen letzten verbleibenden Monaten zur Seite stehen möchte, der geheimnisvolle Forscher John mit indianischen Wurzeln, der attraktive Nachbar Tip, Tilda’s und Harry’s Sohn Juno und nicht zuletzt, die in jungen Jahren verstorbene Tochter der Familie, Becca, die eine ganz besondere Rolle ausfüllt. Diese unterschiedlichen Lebens-Geschichten der Protagonisten werden glaubhaft vor dem Hintergrund und der Atmosphäre eines Insel- und Strandlebens packend und stetig miteinander verwickelt und von der Autorin in einem ungewöhnlich fesselndem Schreibstil dargestellt . Ashley Ream hat es sehr lange geschafft mich als Leserin über ihren wahren Hintergrund der Geschichte zu täuschen und das spricht für ihre bildhafte und fantasievolle Schreibweise. Ich habe mitreissende Erlebnisse verfolgt und das Buch nur ungern aus der Hand gelegt. Für mich war es ein Thriller nach meinem Geschmack, ohne offensichtlich brutale Gewalt oder blutige Exzesse. Meine Empfehlung : Unbedingt lesen ! FÜNF *****STERNE! Herzlichen Dank an die Autorin und den btb Verlag in der Random House Group für diesen fiktiven Roman!

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