Leserstimmen zu
Vier nach Mitternacht

Stephen King

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„Vier nach Mitternacht“ umfasst vier Kurzromane von Stephen King. Wobei das Wort „Kurzroman“ nicht so ganz treffend ist, denn jeder der Romane hat mehrere Hundert Seiten. Das ist für ein King Buch zwar relativ wenig, trifft aber nach meinem Verständnis die Länge eines „normalen“ Romans. Aber gut. Jede der Geschichten enthält einen Hauch Übersinnliches – die eine mehr, die andere weniger. Keine der Geschichten lässt einen nachts nicht mehr schlafen, aber so ein leichtes Gruseln beim Lesen ist doch ganz angenehm. Die Geschichten sind im typischen King-Stil verfasst. Am besten gefallen haben mir die „Langoliers“. Fazit Stephen King wie man ihn kennt und liebt. Vier spannende Geschichten, die sich aufgrund ihres angenehmen Schreibstils viel schneller lesen lassen, als man es bei mehr als 1.100 Seiten erwarten würde.

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In "Langoliers" ist der Horroranteil relativ gering: Eine Ladung Passagiere eines Linienflugs strandet in einer eigenartigen leeren Welt. Alles Leben scheint verschwunden zu sein, doch eine bedrohliche Macht nähert sich. Packend ist der Auftakt des mitternächtlichen Reigens trotzdem und er greift das zentrale Motiv des Bandes am passendsten auf. Das Motiv der Reise zwischen den Welten passt vielleicht eher in den Bereich Mystery, doch um derartige Abgrenzungen muss man sich nicht scheren. Wie so oft konzentriert sich King auf seine Figuren und ihren Umgang mit dem Unerklärlichen, was immer noch genug Platz für handfesten Wahnsinn lässt. Die knapp dreihundertsechzig Seiten sind auch aufgrund der ausführlich recherchierten Flugzeugszenen nie langweilig zu lesen. Das macht Lust auf mehr. "Das heimliche Fenster, der heimliche Garten" stellt, ähnlich wie der King-Klassiker "Stark - The Dark Half", das Schicksal eines Schriftstellers in den Vordergrund. Der muss sich unverhofft mit mörderischen Plagiatsvorwürfen auseinandersetzen und zu allem Unglück verschwinden sämtliche Beweise für seine Unschuld auf Nimmerwiedersehen. Hier ist trotz der hohe Erwartungen weckenden Ausgangslage noch Luft nach oben. Am Anfang machen die ausführlichen Anekdoten aus Morton Raineys Leben noch einen Gutteil der Faszination dieser Geschichte aus. Spätestens nach der Hälfte offenbaren sich diese Schilderungen allerdings als Füllmaterial einer Handlung, deren Ausgang man schon frühzeitig zu ahnen beginnt. Denn ab einem bestimmten Punkt gibt es nur noch eine Erklärung für die Vorkommnisse, für die man nicht viel um die Ecke denken muss. "Der Bibliothekspolizist" spielt ebenfalls in der Welt der Bücher: Sam Peebles vergisst, zwei ausgeliehene Bücher rechtzeitig in die öffentliche Bücherei von Junction City zurückzubringen. Doch es ist nicht die ältliche Bibliothekarin, die sich an ihm rächt, sondern ein unheimlicher Fremder, der Sams finsterste Seiten weckt. Eine gelungene Erzählung rund um verdrängte Kindheitsängste und die zerstörerische Macht endloser Gier bildet den dritten Teil des Buches. Der finale Exorzismus der titelgebenden Kreatur weckt entfernt Erinnerungen an "Es", sonst steht diese Geschichte weitgehend für sich selbst. Trotz vieler Rückblicke im Mittelteil eine spannende Angelegenheit, die wieder Hoffnung weckt und uns die Schwächen des Vorgängers vergessen lässt. Den Abschluss bildet "Zeitraffer". Hier nimmt King den Leser in seine fiktive Stadt Castle Rock, den Handlungsort mehrerer seiner Romane, mit. Kevin Delevan bekommt zu seinem fünfzehnten Geburtstag eine Polaroidkamera geschenkt, die einen entscheidenden Fehler hat: Sie spuckt jedesmal ein anderes Bild aus, doch niemals das, was man im Sucher anvisiert. Eine schreckliche Kreatur ist auf den Bilder zu sehen, die mit jedem Drücken des Auslösers näher kommt. Auch diese Geschichte hat mit dem Thema "Mitternacht" nur wenig zu tun. Dafür erschafft King mit Pop Merrill einen durchtriebenen Antagonisten, der hinsichtlich der korrekten Verwendung übernatürlicher Dinge seine ganz eigenen Vorstellungen hat. Das große Finale ist dann leider doch nicht ganz so gravierend wie man vielleicht gehofft hat und gerade hinsichtlich der Herkunft der Kamera hätte man sich noch so manche Erklärung gewünscht. Immerhin schlägt die Erzählung keine unnötigen Haken, bleibt stets fokussiert und bietet meistens schnurgerades Lesevergnügen. Unentdeckte Meisterwerke enthält dieser Band also nicht gerade. Für Fans des Horrormeisters und zur Ergänzung jeder King-Sammlung eignet sich "Vier nach Mitternacht" dennoch, denn trotz mancher Schwächen lesen sich die meisten Geschichten in einem Rutsch durch. Originaltitel: "Four After Midnight" Bonusmaterial: Vorwort, Vorbemerkungen zu jeder Geschichte

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King schreibt selbst im Vorwort, dass er die Geschichten, die er in diesem Buch veröffentlicht hat, für eine Kurgeschichte zu lang und für ein eigenständiges Buch zu kurz hält. Wer King kennt, mag es ihm abnehmen, dass 200 bis 250 Seiten für seine Verhältnisse nicht für ein Buch ausreichen. Das hat zur Folge, dass das Buch "Vier nach Mitternacht" über 1100 Seiten verfügt. Nun ist es nach Kingschen Maßstäben ein richtiges Buch. Allerdings hat er mit zahlreichen Kurzgeschichten, die zuletzt als Story Selection einzeln als eBook veröffentlicht wurden, bewiesen, dass er auch gute kurze Geschichten schreiben kann. Die vier Novellen aus "Vier nach Mitternacht" sind eigenständige Geschichten, die nicht aufeinander aufbauen und einzeln betrachtet werden können. Langoliers Kann es Zeitreisen geben? Diese Frage beschäftigt King in zahlreichen Büchern. Er kommt zuweilen zu unterschiedlichen Ergebnissen, denn während sie in vielen Büchern von ihm möglich ist, wird hier ein interessantes Gedankenspiel geschaffen. In Langoliers gibt es nur eine Zeitlinie. Zu dieser Erkenntnis kommen die Passagiere eine Flugs nach Boston, als die Maschine durch einen Zeitriss fliegt. Die Charaktere sind in dieser Geschichte geschickt ausgewählt und folgen typischen Stereotypen. Neben dem klassischen überdrehten und ruhigen Charakteren gibt es auch untypische Figuren, wie zum Beispiel das blinde Mädchen, dass dieser Geschichte die letzte Würze gibt. Dadurch ist es möglich einen Spannungsbogen aufzubauen, der in dieser Geschichte nie abflacht. Allerdings ist so manches Mal die Handlung der Protagonisten nicht nachvollziehbar. Aber wer weiß schon, wie er reagieren würde, wäre er in der Zeit verloren? Diese Geschichte wurde verfilmt, wobei sich dieser recht dicht an die Buchvorlage hält. Allerdings ist der Film schon 20 Jahre alt, was sich in den technischen Effekten äußerten. Davon abgesehen ist er durchaus sehenswert. Das heimliche Fenster, der heimliche Garten Stell Dir vor, Du bist Autor und plötzlich steht jemand vor der Türe, der behauptet, dass Du ihm seine Geschichte geklaut hast. Und weil bekanntlich ein Unglück selten alleine kommt, ist der Autor auch zugleich in einer Schaffenskrise und die Ehe ist kürzlich zerbrochen. Diese Novelle ist sicherlich die beste von allen vieren. Lange Zeit begleitet der Leser den Autor Mort durch sein zerbrochenes Leben und erlebt die Bedrohung der fremden Person Shooter (der Name wurde glücklicherweise nicht übersetzt) hautnah mit. Die Spannung ist gleich zu Anfang recht hoch und zahlreiche Wendungen in der Geschichte halten den Leser bei der Stange. Das fulminante Finale, das sich nach und nach angekündigt hat, hat es dann in sich. Diese Geschichte ist mehr eine Charakterstudie des Autors, in der King sicherlich einige seiner eigenen Ängste verarbeitet hat. Auch diese Geschichte wurde verfilmt. Trotz seines Alters (2004) ist dieser Film auch heute noch sehenswert. Maßgeblich daran beteiligt ist sicherlich Jonny Depp, der die Hauptrolle übernommen hat. Das ursprüngliche Buch "Langoliers" (mit den zwei Geschichten) ist noch immer separat erhältlich. Zwischenzeitlich sind einige neue Auflagen erschienen, wobei die aktuellste aus dem Jahre 2005 stammt. Inhaltlich wurde allerdings nichts geändert. Der Bibliothekspolizist Nicht jede Bibliothek ist nachsichtig, wenn Bücher nicht zurückgegeben werden. Vor allem, wenn nicht nur die Leihfrist überschritten wurde, sondern diese sogar verloren gegangen sind. Das muss Sam erfahren, nachdem er sich Bücher entliehen hat, die für einen fulminanten Erfolg einer Rede gesorgt haben, die er kurzfristig halten musste. Diese Geschichte ist gespickt mit King typischen unterschwelligen Mystery-Effekten, wenn plötzlich die wahrgenommene Realität sich verändert. Ein sehr probates Stilmittel, dessen er sich immer wieder bedient und das in dieser Geschichte hervorragend funktioniert. Zeitraffer In dieser Geschichte gibt es die meisten Bezüge zu anderen Werken von Stephen King. Wer die Worte "King" und "Hund" hört, muss zwangsläufig an "Cujo" denken. So ist es auch in diesem Buch. Neben den Bezügen zu Cujo finden sich zahlreiche Bezüge zu anderen Büchern, die in Castle Rock spielen. Durch diese Bezüge zu anderen seiner Büchern entsteht eine Art Wiedererkennungswert, der die Authentizität der Geschichte untermauert. Was natürlich hanebüchen ist. Denn in dieser letzten Novelle spielt eine Sofortbildkamera die Hauptrolle, die Fotos einer Szenerie macht, auf der ein Hund zu erkennen ist, der sich der Kamera immer weiter nähert. Das Paranormale nimmt in diesem Buch einen recht großen Raum ein, so dass diese Geschichte recht gut ins "übliche" King-Universum passt. Auch diese beiden Bücher gibt es wie gehabt als separates Buch unter dem Titel "Nachts" zu kaufen. Fazit Diese Kurzgeschichten haben schon ein gewisses Alter erreicht. Und spiegeln somit den schriftstellerischen Stand von Stephen King zu eben jener Zeit wider. Und dieser ist meiner Meinung nach deutlich lesenswerter als so manches aktuelles Werk. In diesen Geschichten fehlt jegliche Länge. Sie sind knackig erzählt und halten den Spannungsbogen durchgehend aufrecht. Zahlreiche Wendungen überraschen beim Lesen. Ich persönlich kann mit dem Stiel dieser Bücher deutlich mehr anfangen, als z.B. mit aktuelleren Werken, wie zum Beispiel "Der Anschlag". Von daher gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung für diese Bücher, wobei ich zudem empfehle, diesen Band mit allen vier Geschichten zu lesen, so wie der Autor es vorgesehen hat.

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In Langoliers gerät ein ganz normaler Linienflug unversehens zu einer Odyssee auswegloser Schrecken. Das heimliche Fenster (verfilmt mit Johnny Depp): Ein Mann beschuldigt einen Schriftsteller, dieser habe ihm eine Geschichte gestohlen – Beginn eines Horrortrips in die mörderischen Abgründe einer schizophrenen Psyche. Der Bibliothekspolizist erzählt von alten Schulden. Ein mordender Bibliothekspolizist verfolgt Sam Peebles, weil der vor Jahren Bücher auslieh und sie nicht zurückbrachte. In Zeitraffer muss sich Kevin dem Monster stellen, das ihm auf den Fotografien, die er mit seiner neuen Kamera macht, immer näher kommt. Vier nach Mitternacht fasst die bisherigen Einzelbände Langoliers und Nachts zusammen. (Quelle Amazon) Eigentlich hätte ich die vier Geschichten des Buches kennen müssen, denn ich besitze beide Bücher, in denen sie erschienen sind. Eigentlich. Aber ich lese seit über 30 Jahren Stephen King, da kann man schon mal was vergessen. Klar Langoliers war noch so ziemlich in meinem Gedächtnis, Das heimliche Fenster hatte ich natürlich als Film gesehen und auch an Zeitraffer konnte ich mich noch ganz vage erinnern, aber wann soll ich Der Bibliothekspolizist gelesen haben? Die Geschichte war mir vollkommen fremd. Trotzdem wurde ich gefragt, warum man unbedingt ein Buch möchte, wenn man doch die Geschichten alle schon im Regal stehen hat. Tja, das ist eben so, wenn man so ein großer King-Fan ist. Und es ist schon sooo lange her, seit ich die Bücher gelesen habe. Darum bin ich dem Bloggerportal von Randomhouse auch sehr dankbar, dass ich das Buch als Rezensionsexemplar bekommen habe. Langoliers fand ich schon beim ersten Mal so richtig gut. Leider konnte ich mich nur noch an wenige Einzelheiten erinnern. Zum Beispiel an das blinde Mädchen und das Geräusch. Ihr wisst schon welches ich meine. Darum war das Lesen der ersten Geschichte auch ein großes Vergnügen für mich. Es muss doch schrecklich sein, wenn man in einem Flugzeug das hoch am Himmel fliegt aufwacht und es sind plötzlich nur noch ganz wenige Personen an Bord. Zum Glück ist noch ein Pilot unter den verbliebenen Passagieren und dem gelingt es doch tatsächlich das Flugzeug zu landen. Und dann muss man mit Entsetzen feststellen, dass am Flughafen keine Menschenseele ist. Und nicht nur am Flughafen. Es sieht aus, als wären diese Menschen im Flugzeug, die letzten auf der Erde. Was sonst noch so passiert und ob diese Menschen wieder in ihr Leben zurück können, müsst ihr schon selbst herausfinden. Das geheime Fenster meine ich noch nie gelesen zu haben, aber ich kenne den Film mit Johnny Depp. Die Geschichte dazu las sich wirklich großartig und hat mir richtig viel Spaß gemacht. Was empfindet ein Schriftsteller wenn plötzlich ein fremder Mann auftaucht und behauptet man hätte sein Buch abgeschrieben. Und wenn man dann noch versucht zu beweisen, dass man die Geschichte zuerst geschrieben hat, aber irgendwie alle Beweise nicht mehr aufzufinden sind? Eine großartige Geschichte, die richtig Spaß gemacht hat. Der Bibliothekspolizist war mir vollkommen neu, oder aber ich habe die Geschichte verdrängt. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, sie jemals gelesen zu haben. Ein Mann soll eine Rede halten und bekommt den Tipp, sich doch zwei bestimmte Bücher aus der Bibliothek zu leihen. Gesagt, getan. Aber die Bibliothekarin kommt ihm sehr merkwürdig vor. Auch das Gebäude ist seltsam. Kalt und abweisend. Und erst die Poster in der Kinderbibliothek. Da bekommt man ja als Erwachsener Angst. Die Rede wird ein voller Erfolg, aber als er die Bücher zurückgeben möchte, sind sie verschwunden und nicht nur sie. Auch die Leihbücherei sieht plötzlich ganz anders aus und an die Bibliothekarin kann sich auch keiner erinnern. Tja und dann beginnt der Horror für Sam Peebles. Die Geschichte war unglaublich spannend und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Aber die letzte Geschichte Zeitraffer, ist mein persönlicher Liebling. Kevin bekommt zum Geburtstag eine Polaroid geschenkt und freut sich wahnsinnig darüber. Bis er die ersten Bilder damit macht. Denn auf den Fotos ist nicht das was er fotografiert hat, sondern immer ein Lattenzaun und ein Hund. Und der Hund kommt auf jedem Foto ein Stückchen näher. Hier hatte mich King fest im Griff. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen, aber irgendwann fielen mir gestern Abend dann einfach die Augen zu. Gleich heute Morgen um 6 Uhr hab ich mir das Buch geschnappt und die letzten Seiten zu Ende gelesen. Ich! Wo ich doch sonst die absolute Langschläferin und Spätaufsteherin bin. Ich glaube, zu Kings Schreibstil muss ich nichts mehr schreiben. Oder? Es weiß doch sowieso jeder, dass der einfach genial, großartig, wahnsinnig bildhaft und einfach super ist. Genau wie seine Charaktere. Kaum ein Autor lässt sich für die Charakterentwicklung so viel Zeit und man hat das Gefühl, die Personen schon ewig zu kennen. Für mich ist und bleibt Stephen King der King of Horror. Der Meister des dicken Buches. Der großartigste Geschichtenerzähler. Natürlich vergebe ich 5 von 5 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung. Was anderes habt ihr doch auch gar nicht erwartet. Oder? Und jetzt fiebere ich dem neuem Buch "Mind Control" entgegen und kann es kaum noch erwarten, es in Händen zu halten und mit dem Lesen zu beginnen. © Beate Senft

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Stephen Kings neustes Werk "Vier nach Mitternacht" enthält vier Kurzromane, die erstmals in den beiden Einzelbänden "Langoliers" und "Nachts" im Jahre 1990 erschienen sind. Mit folgenden Geschichten lehrt er uns erneut das Fürchten: Eins nach Mitternacht: LANGOLIERS Auf einem Nachtflug von Los Angeles nach Boston verschwindet auf mysteriöse Weise ein Großteil der Passagiere. Nur elf von ihnen sind noch da. Unter ihnen ist auch der Pilot Brian Engle, der als Privatperson mitgereist ist. Sofort übernimmt er das Kommando und stellt fest, dass niemand am Boden erreichbar ist. Alles scheint verlassen. Doch das wahre Grauen beginnt erst, als sie planen zu landen... "In diesem Augenblick spürte Brian, wie etwas - etwas wie ein Bolzen- tief in seinem Verstand nachzugeben begann. In diesem Augenblick spürte er, wie das gesamte Gebäude seines organisierten Denkens langsam auf einen dunklen Abgrund zu schlitterte." -Seite 74 Zwei nach Mitternacht: DAS HEIMLICHE FENSTER, DER HEIMLICHE GARTEN Eines Tages erhält Autor Mort Rainey Besuch von einem Fremden, der ihm böse Plagiatsvorwürfe an den Kopf wirft. Nach dieser Begegnung ist für Rainey nichts mehr so wie es mal war. Unerklärliche Dinge geschehen, der Fremde verfolgt ihn und schreckt auch vor Mord nicht zurück... Drei nach Mitternacht: DER BIBLIOTHEKSPOLIZIST Um seine geplante Rede noch zu verfeinern, beschließt Versicherungsmann Sam Peebles, sich in der Bibliothek zwei Bücher auszuleihen. Doch die Bibliothek scheint ihm unheimlich, besonders die Bibliothekarin, die ihn mehrfach darauf hinweist, die Bücher rechtzeitig zurückzubringen. Doch plötzlich sind die Bücher verschwunden und der gefürchtete Bibliothekspolizist steht vor der Tür. Damit beginnt für Sam ein kaum vorstellbarer Albtraum... " Der Bibliothekspolizist trat in seinem eigenen kalten Lufthauch ein. Er kam langsam herein, als hätte er alle Zeit der Welt, und machte die Tür hinter sich zu." - Seite 717 Vier nach Mitternacht: ZEITRAFFER Zu seinem 15. Geburtstag bekommt Kevin von seinen Eltern eine Polaroidkamera geschenkt. Begeistert macht er ein paar Bilder - und erstarrt. Die Fotos zeigen nicht das, was er fotografiert hat, sondern etwas völlig anderes, aus einem anderem Leben, einer anderen Realität. Als Kevin schließlich den etwas unheimlichen Pop Merrill in seinem Trödelladen aufsucht, wittert dieser das ganz große Geschäft - nicht ahnend, welche große Gefahr wirklich von dem Gerät ausgeht... Jeder dieser vier Kurzromane hat seine ganz eigene, unheimliche Atmosphäre. Stephen King schafft es hier immer wieder, in einer völlig normalen Gegend das übernatürliche Grauen anzusiedeln. Da ich die beiden Einzelbände "Langoliers" und "Nachts" bisher noch nicht gelesen hatte, war ich von diesem Sammelband sehr begeistert. Wie in "Basar der Bösen Träume" gibt es auch hier zu jeder Geschichte ein Vorwort, wie diese Geschichte entstanden ist. Mein Fazit: Jeder der vier Kurzromane ist sehr lesenswert. Spannende, unheimliche Storys mit einer gewissen Portion Horror und dem typisch Unerklärlichem - King, wie man ihn kennt. Der Schreibstil ist gewohnt locker und fesselnd, daher fällt es schwer, das 1.136 Seiten starke Buch aus der Hand zu legen. Eine wirkliche Leseempfehlung für alle, die die Einzelbände noch nicht kennen. Natürlich ist das Buch auch als re-read geeignet. Ein klasse Band im typischen King-Stil.

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