Leserstimmen zu
Im Kino

Harald Martenstein

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Es ist nicht nur deshalb schön, wenn ein Autor kein Blatt vor den Mund nimmt, sondern sich auch noch in der Lage sieht, die ganz heißen Eisen anzufassen. Vergessen und tabuisiert - wir erinnern uns: Kaum war der zweite Weltkrieg vorüber, begannen die dunklen Tage des "Antikolumnismus" in Europa wie in den USA, perfektioniert durch McCarthys "Kolumnistenjäger". Aber im Prinzip geht es ja um Filme. Ziemlich viele sogar. Wobei sich dem blutigen Anfänger und Randbeobachter als Erstes die Frage stellt, woran man denn nun erkennt, ob es sich um einen guten oder schlechten Film handelt. Dieser Thematik widmet sich Herr Martenstein mit Leib und Seele. Selbstverständlich hat er auch eine Antwort parat. Sogar mehrere. Diese möchte der Rezensent aber nicht verraten. Nur so viel vielleicht: Grob pauschalisiert lässt sich ein gewisses Grundmuster erkennen. Was die üblichen Verdächtigen der Kritikerszene für "gut" befinden, kann gar nicht mal so selten schlicht ein "Bullshit" sein. Wird der Film in Grund und Boden verrissen, lohnt zumindest ein Blick. Letztlich kommt es sowieso nur darauf an, dass "man im Kino an die Lüge glaubt, die jeder Film für uns aufbaut". Und das ist völlig in Ordnung. Schnell kommt man in Martensteins Kolumnen aber an die eigenen Grenzen. Stolpersteine aus Fachwissen und Querbezüge zu Regisseuren und Filmen, von denen man noch nie etwas gehört hat, muss man schon verkraften können. Hinweise gibt es genug, so dass sich eigene Recherchen durchaus lohnen können. Mangelndes Wissen kann man natürlich auch elegant überspielen. Eingefleischte Indirektuelle wissen, wie das geht. Was könnte man noch über dieses Büchlein schreiben? Keine Ahnung. Deshalb jetzt eine Art Suchspiel, sozusagen als Appetithäppchen. Eine ganze Reihe existenzieller Fragen werden beantwortet. Beispielsweise was das "Wolgograd für Weicheier" ist, weshalb in Deutschland keinesfalls ein "Polizeistaat" droht, oder weshalb Bayern das "Nordkorea von Europa" ist. Für wen dieses Buch geeignet ist? Für Filmkritiker auf keinen Fall, es sei denn, sie sind gegen Nestbeschmutzung geimpft. Jedoch für die wahren Filmfans, insbesondere jene, die sich in den Streifen gerne verlieren, wegtragen und in andere Menschen und Lebenssituationen wertungsfrei versetzen lassen. Ein niveauvoll-lustiges Leseabenteuer und eine Fundgrube ist es sowieso. Selbst erlauchte Kreise der Alleswisser können ihren Spaß an den schon genannten Gedankensprüngen und Assoziationen haben. Harald Martenstein kann nicht nur ordentlich austeilen, sondern auch vor der eigenen Hütte kehren. Gegen Ende der erleuchtenden Lektüre plaudert er aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen, indem er zugibt, zu nah am Wasser gebaut zu haben. Respekt und nein, das ist ganz und gar nicht "peinlich". Hallo Nachbar!

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Hallo, ich habe letztens ein wenig mit meiner Frau zusammen ein wenig aufgeräumt und fanden das Buch bei uns zuhause. Hat meine Frau vor gut einem Monat gekauft und vergessen :) Ich bin zwar nur gut bei 2/3 des Buches angekommen, aber ich muss sagen ich bin positiv überrascht. Ich bin jetzt auch kein großer Bücherwurm eher begeisteter Kinogänger und auch kannte ich Harald Martenstein vorher nicht, aber ich muss sagen es gefällt mir. Freue mich schon wie es weiter geht. Liebe Grüße

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Immer, wenn ich mir eine Ausgabe der Zeitung „Die Zeit“ kaufe, lese ich zuerst das Zeit Magazin wegen der Kolumne von Harald Martenstein. Dabei wurde ich bisher nie enttäuscht, ich musste immer schmunzeln und sehr oft hatte ich nach der Lektüre auch etwas zum Nachdenken. Harald Martenstein ist eben ein sehr zuverlässiger Unterhalter. Mittlerweile würde ich sogar so weit gehen und sagen, er ist einer meiner Vorbilder. Ich würde auch gern so schreiben können wie er. Aus diesem Grund habe ich auch seine neuste Textsammlung „Im Kino“ gelesen. Eigentlich wollte ich mir nur Dinge, die er gut macht, für mich klauen und angepasst umsetzen. Aber dann kam es anders. Harald Martenstein Harald Martenstein sagt über sich und seine Arbeit: „Es gibt kaum eine journalistische oder literarische Gattung, die ich […] nicht ausprobiert habe, zum Teil freiwillig, zum Teil auf Wunsch meiner Vorgesetzten und Arbeitgeber. Lokalglossen, Kolumnen, Reportagen, Leitartikel, Romane, Essays, Kritiken, Werbetexte, Rede, Comictexte, Radiofeatures, Ghostwriting, ein Drehbuch, das zu Recht nicht genommen wurde, schlechte Gedichte und den ganzen anderen Kleinkram, das habe ich alles auf dem Kerbholz.“ (Aus: „Im Kino“ von Harald Martenstein, Seite 9) Gefühlt war Martenstein schon überall: Stuttgarter Zeitung, bei einer Abendzeitung in München, Tagesspiegel, Die Zeit, mit einer Videokolumne bei watchberlin.de, am Deutschen Theater in Berlin mit eigenem Veranstaltungsformat, bei radioeins und in der ARD bei Dieter Nuhr. Sogar in der Henri-Nannen-Schule unterrichtet er regelmäßig. Vielleicht verstehst du jetzt meine Begeisterung für ihn als Journalisten? Im Kino Das Buch „Im Kino“ ist eine Sammlung über Texte von der Berlinale und Filmkritiken. Die ältesten Artikel stammen aus dem Jahr 1999 und die jüngsten von 2015. Manchmal war ich zu jung für seine Artikel. Ich kenne mich bei Filmen vor etwa 2007 einfach nicht gut aus und daher habe ich beim ersten Drittel des Buchs Probleme gehabt, denn Kolumnen leben davon, dass man den beschriebenen Gegenstand kennt und feine Anspielungen versteht. Erst ab dem zweiten Drittel von „Im Kino“ kam ich mit Harald Martensteins Ausführungen richtig mit. Aber ist ja nicht seine Schuld, dass ich so jung bin, denn im späteren Verlauf des Buchs habe ich viel gelacht. Den Stil kann ich nur schwer in Worte fassen: Manchmal schreibt Harald Martenstein bissig, aber zugleich ist er dabei nicht verbittert, sondern alles geschieht sehr leicht. Beim Lesen hatte ich ein starkes Gefühl der Nähe, denn der Autor schreibt sehr viel über seine privaten Erlebnisse und Gedanken. Da sind Blogs und Zeitungen sich also sehr ähnlich. Die Inhalte seiner Texte variieren. Manchmal wird über einen bestimmten Film geschrieben, dann wieder über ein Thema, dass mehrere Filme betrifft oder auch über Berlin und Kritik an sich. In einer der ersten Texte von „Im Kino“ schreibt Harald Martenstein darüber, wie Kritiken sein sollen: „Kritiken sollten ebenfalls unterhaltsam und ehrlich sein, sie müssen eine Meinung riskieren und damit das Risiko des Irrtums. Kritiken sollten sich nicht lesen wie ein Lexikonartikel, sie dürfen ihre Subjektivität ruhig offen ausstellen.“ (Aus: „Im Kino“ von Harald Martenstein, Seite 11) Lustigerweise war für mich der wichtigste Text von allen aus diesem Buch „Warum das Ganze?“. Darin stellt sich Harald Martenstein selbst vor und erzählt über das Schreiben. Der Rest des Buches war gute Unterhaltung, hat mich aber nicht so sehr beschäftigt wie das Zitat über die Beschaffenheit von Kritiken. 3 Filme, die ich dank Harald Martenstein unbedingt sehen will Der Vorleser Happy-Go-Lucky Genius Fazit „Im Kino“ ist ein tolles Buch für Harald-Martenstein-Fangirls wie mich und Filmbegeisterte.

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