Leserstimmen zu
Freundinnen

Marilyn Yalom, Theresa Donovan Brown

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Sachbuch und Wohlgefühl? Passt eigentlich nicht so zusammen, ist aber bei diesem Werk von Marilyn Yalom wirklich erstaunlicherweise Programm. Marilyn Yalom ist übrigens die Frau von Irvin D. Yalom, der mich mit seinen Psychologenromanen (Die rote Couch, Und Nietzsche weinte etc.) als Teenager schwer beggeisterte, aber das nur am Rande. Im Vordergrund des Buches stehen LADIES/ Damen/ Frauen und ihre Beziehungen untereinander. Hinter dem eher nüchternen Titel verbirgt sich eine Reise über die Dokumentation und Ausgestaltung von Frauenfreundschaften - beginnend bei der Bibel und endent bei Sex and the City. Wurden Frauen früher eher als Rivalinnen dargestellt und die Freundschaft zwischen Frauen einfach weggeschwiegen oder als minderwertig angesehen, zeigt die Entwicklung, wie sehr Freundschaft zwischen Frauen nicht nur deren Welt verändern kann. Gegenseitige Hilfe, Unterstützung und Zuneigung prägen das Bild, das dieses Buch vermittelt - keine Bitch fights/ Frauenkriege oder Intrigen. Schon immer haben sich Frauen gegenseitig unterstützt, gefördert, haben zusammen gewohnt und gemeinsam ihre Kinder groß gezogen. Besonders schmunzeln musste ich über das Konzept der "Boston Marriage". Angereichert werden die Kapitel über die einzelnen Epochen immer mit Erzählungen über eine oder zwei typische/berühmte Frauenfreundschaften der jeweiliegn Zeit, was dem Buch eine gute Struktur gibt. Positiv hervorzuheben ist hier auch, dass dieses Buch auf knapp 400 Seiten ohne nervige Redundanzen auskommt, nicht wertet und den Leser (also, zumindest mich) in eine Art Hochstimmung a la "Wir sind auf einem guten Weg, Frauenpower, JETZT!" versetzt, ohne sich ausdrücklich feministisch zu positionieren. Mit "Freundinnen" ist den beiden Authorinnen wirklich ein sprachlich wie inhaltlich wundervolles Buch gelungen, das ich jeder Freundin gerne schenken möchte.

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