Leserstimmen zu
Winzig

Sandra Leitte

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Der Schein trügt. Mitunter sogar recht heftig. Das "Refugi Lieptgas" (Schweiz) scheint eine ganz normale Waldhütte zu sein. Jedenfalls von weitem betrachtet. Gut, die Farbe des "Holzes" scheint etwas ausgebleicht zu sein, was sich aber letztlich optimal in die verschneite Winterlandschaft einpasst. Fast zu gut eigentlich ... Doch bei näherer Betrachtung ergeben sich gleich mehrere Besonderheiten, die zunächst überhaupt nicht auffallen. Der Blockhüttencharakter ist nicht zu übersehen, aber irgend etwas scheint hier nicht zu stimmen. Graue Stämme gibt es eigentlich nicht und solche, die sich nach innen wölben schon gar nicht. Des Rätsels Lösung ist wahrlich verblüffend. Die vermeintliche Holzstruktur entpuppt sich als eine Betonkonstruktion! Die vorhandenen alten Hölzer wurden dazu als Verschalung verwendet, wodurch "ein negatives Abbild der alten Almhütte" entstand. Auch das Innenleben, hochmodern, aber sehr minimalistisch gestaltet, passt sich der natürlichen Umgebung, auch und besonders farblich, perfekt an. Allein dieses Projekt, welches als Ferienwohnung vermietet wird, rechtfertigt den Kauf dieses Buches und belohnt diejenigen, welche sich für kleine, aber kreative Behausungen interessieren, ganz besonders, auch wenn das (die nächste Überraschung!) zweistöckige Gebäude mit 35m² nicht gerade "winzig" erscheint. Doch es geht natürlich noch viel kleiner, was eine bulgarische Architektin bewiesen hat. 9m² sind nicht wirklich viel, doch eine großzügige Verglasung in Verbindung mit einer Raumhöhe von 2,40m vermitteln das Gefühl, das Refugium sei größer, als es wirklich ist. Zudem steht "Koleliba" auf Rädern und ist damit ortsungebunden, ohne dabei jedoch auch nur im entferntesten wie ein Wohnwagen auszusehen. Was Redakteurin und Lektorin Sandra Leitte an Innovationen und Kuriositäten zum Thema "Downsizing" zusammengetragen hat, kann sich sehen lassen. Die vorgestellten Projekte ergänzen sich in keinster Weise, denn sie sind, jedes für sich, ein in sich geschlossener Höhepunkt. Vergleichbar ist hier gar nichts. Dazu sind die Häuser in ihrem Wesen viel zu individuell und einzigartig, egal ob es sich um ein schwimmendes, eiförmiges Holzhaus in Großbritannien handelt, Bambushütten in Modulbauweise in Vietnam oder um einen ganz speziellen Hundesalon in Japan. Und sobald man denkt, es gäbe keine Steigerungen mehr, wird man auch hier wieder korrigiert. "Winzig" hat nicht nur ein Ass im Ärmel. Noch einmal geht es um eine "Hütte im Wald", die mit der schon zitierten allerdings in keinerlei Zusammenhang steht. Wie ein Ding aus einer anderen Welt sieht sie aus. Dinge gibt's, die gibt's gar nicht ... Gegen Ende des Buches werden die Behausungen aber immer größer und scheinbar luxuriöser, was mit der Titelgebung nicht mehr unbedingt im Zusammenhang steht. Mit dem Verzicht auf kompliziert-verschnörkelte Formengebung, verschachtelten und unnütz umbauten Raum und der damit verbundenen Anhäufung von Dingen und Materialien, die man zum Leben prinzipiell gar nicht braucht, stimmt aber die Grundrichtung wieder. Wie auch immer: Verblüffung und Erstaunen geben sich bei der Lektüre dieses Büchleins die Hand und wenn einem erst einmal klargeworden ist, was mit etwas Phantasie und (relativ) wenigen Handgriffen entstehen kann, wird man eventuell anliegende Bauvorhaben auf jeden Fall noch einmal grundlegend überdenken.

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Wer aktuell eine Wohnung oder ein Haus sucht, wird es bestätigen können: Einfach ist es momentan nicht, ein schönes Heim zu finden, zumindest wenn die Finanzmittel begrenzt sind. Viele leihen sich angesichts der niedrigen Zinsen das Geld von der Bank, um ihr Traumhaus bauen zu können. Allerdings gibt es auch einen interessanten Gegentrend von Leuten, die das als Anlass nehmen, nochmal kritisch zu hinterfragen, ob sie tatsächlich 150 qm, Doppelgarage, Swimmingpool und eine Bibliothek (ja auch das, liebe Bibliomane!) benötigen, um glücklich zu sein. Und viele scheinen festzustellen, dass der bewusste Verzicht - oder aus ihrer Sicht eher die Konzentration auf das wirklich Wichtige - sehr befreiend ist und durchaus auch ein Mehr an Lebensqualität bedeuten kann. Die Architektin Sandra Leitte hat diesen Trend beobachtet und in ihrem Buch "Winzig - Innovative Häuser im Mini-Format" 38 sehr unterschiedliche Entwürfe gesammelt. Das Format des Buches ist mit etwa 17x17cm insbesondere für ein Architekturbuch mit vielen Bildern relativ klein, der Anteil an Text ist eher gering. Die Objekte sind nach steigender Wohnfläche sortiert, und es sind von 4 qm für eine Schutzhütte in den Alpen bis 95 qm für ein modernes Wohnhaus alle Bedürfnisse abgedeckt. Zu jedem Haus gibt es eine Angabe, in welchem Land, teilweise auch in welcher Stadt es steht, und es sind auch nahezu alle Kontinente vertreten. Der Großteil der Häuser steht aber in Europa. Der Begleittext füllt etwa eine halbe Seite und gibt einige Informationen über die Architekten, die Bewohner und welche Nutzung beabsichtigt ist. So sind einige Unterkünfte eher als Notlager für Wanderer oder zur Naturbeobachtung gedacht, andere wurden als extravagante Hotelzimmer konzipiert. Die meisten wurden aber exakt nach den Wünschen ihrer Bewohner entworfen, ihnen quasi auf den Leib geschnitten. Anschließend folgen drei bis fünf Seiten mit Bildern. Zu jedem Haus gibt es außerdem mindestens eine Zeichnung, meist der Grundriss aller Stockwerke, teilweise auch Seitenansichten, so dass sich der Leser zusammen mit den Fotos ein relativ gutes Bild von dem Objekt machen kann. Weitere Informationen, etwa zu den verwendeten Materialien, der Haustechnik oder dem Energiebedarf sind nur teilweise im Text angesprochen, dafür gibt es im Anhang aber noch Links zu den Webseiten der Architekten. Die Bilder sind, wie man es von einem Architekturbuch erwartet, durchgehend von sehr hoher Qualität und vermitteln einen sehr guten Eindruck von den Objekten. Allerdings ist auch festzustellen, dass die positive Präsentation im Vordergrund steht. Bei genauerer Beschäftigung mit einigen Unterkünften kommen schon Fragen auf, ob z. B. der Schlafbereich ausreichend Platz bietet, oder ob wirklich ein vollwertiges Bad dabei ist. Das Modell "hOMe" z.B. beeindruckt durch eine vollwertige Küche auf 29 qm mit einem fünfflammigen Gasherd und einer mannshohen Kühl-Gefrierkombi. Vom Bad dagegen kann man nur einen kleinen Blick erhaschen. Über die Website der Erbauer kommt man auf ein Video, in dem diese durch das ganze Haus führen und stellt fest, dass das Badezimmer zwar mit allem ausgestattet ist, aber dann wohl doch nicht so ganz im Fokus lag. Da lassen sich Schranktüren nicht ganz öffnen, am Waschbecken ist kaum Bewegungsraum, und auch die Dusche ist recht niedrig und eng. Aber gut, "sich auf das Nötigste zu konzentrieren" bedeutet natürlich für jeden etwas anderes, und auch die Geschmäcker sind verschieden. Die Auswahl der Objekte ist auf jeden Fall sehr interessant, da jedes durch seinen speziellen Charakter einen neuen Blickwinkel erlaubt. Es gibt noch weitere klassische Tiny Houses, also Häuser, die wie "hOMe" auf einem Anhänger stehen und so auch bewegt werden können. Teilweise handelt es sich eher um Baumhäuser im weiteren Sinne, und auch drei schwimmende Unterkünfte sind dabei. Häufige, aber nicht immer wiederkehrende Elemente sind dabei die Wiederverwendung von gebrauchten Materialien und die Nähe zur Natur. Gegen Ende des Buches, mit steigender Quadratmeterzahl, ist das Attribut "Winzig" allerdings nicht mehr so ganz angebracht, etwa bei einem Sommerhaus mit 90 qm, oder einer regelrechten Villa für eine Person mit 95 qm. Dennoch bringt jedes Kapitel einen neuen interessanten Aspekt, der Mut macht, unkonventionell zu denken und eigene Ideen beim Bau des eigenen Hauses umzusetzen. Insgesamt hat mich das Buch in dem Eindruck bestärkt, dass ich persönlich nicht in einem konventionellen Reihenhaus oder Wohnblock wohnen möchte. Auch fand ich es interessant, was für ansprechende Lösungen teilweise mit sehr einfachen Mitteln realisiert werden können. Ich persönlich hätte mir allerdings noch mehr Informationen zu den einzelnen Objekten gewünscht, aber eigentlich kommt man auch mit den Links im Anhang schnell weiter. Auch fand ich, dass sich viele der Objekte für meinen Geschmack zu wenig in die Umgebung einpassen, was man wiederum sicher auch anders sehen kann. Anfänglich hat mich außerdem sehr gestört, dass die finanziellen Rahmenbedingungen gar nicht betrachtet werden. Da sind auf der einen Seite idealistische und gesellschaftskritische Ansätze wie das Silohaus, das mit kleinem Budget weitgehend aus Schrott gebaut wurde. Auf der anderen Seite sind da dann fertige Designerwohncontainer, die über 500.000 Euro kosten und als Wochenendzuflucht für gestresste Millionäre beworben werden. Kann man das wirklich beides gut finden? Ich finde, das Buch polarisiert durchaus durch die Gegenüberstellung so unterschiedlicher Konzepte. Allerdings erlaubt es gerade durch die neutrale und relativ oberflächliche Darstellung, dass sich der Leser unvoreingenommen mit allen Objekten beschäftigen und eben genau das mitnehmen kann, was ihm wichtig ist. Letztendlich profitiert der Leser doch durch das aufgebaute Spannungsfeld, so dass das Buch eigentlich genau so wie es ist perfekt ist. Jeder, der sich für kleines Bauen interessiert, sollte es lesen.

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Heute möchte ich ein wunderschönes Sachbuch vorstellen: Sandra Leitte: Winzig – Häuser im Mini-Format. Das Hardcoverbuch ist durch sein kleineres Format sehr handlich und man kann darin auch bestens auf dem Sofa schmökern. Oft haben ja gerade Sachbücher ein zu großes Format um darin gemütlich zu blättern… Heutzutage ist Minimalismus ja in aller Munde. Man entrümpelt Haus und Garten, trennt sich von unnötigem Ballast und viele Menschen reduzieren auch ihren Wohnraum. Wunderschöne Möglichkeiten, einen noch so kleinen Wohnraum praktisch zu gestalten, zeigt dieses tolle Buch. Auf vielen Seiten werden die Häuser mit sehr anschaulichen Zeichnungen und beeindruckenden Fotos vorgestellt und man bekommt Lust, sofort eines dieser Häuschen zu beziehen. Egal ob Berghütten, mobile Häuschen, Baumhäuser oder eiförmige Wohnräume, hier ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Ein wunderschönes Buch, das ich noch sehr oft ansehen werde und das ich bestens weiterempfehlen kann! Ich gebe diesem tollen Sachbuch volle Punktzahl: fünf Sternchen!

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Allein die Größe des Buches (17,0 x17,0) zeigt schon, worum es der Autorin geht: es geht um Kleines. Genauer gesagt, kleine und kleinste Häuser. Sandra Leitte will mit diesem Buch Inspirationen geben für Häuser im Miniformat. Dazu hat sie insgesamt 40 solcher Tiny Houses aufgesucht. Jeweils auf der rechten Seite werden diese dann kurz vorgestellt und dann mit Bildern aus verschiedenen Ansichten näher porträtiert. Auf diese Weise gelingt ihr, dem Leser eine Inspiration zu geben. Der Leser bekommt durch die Fotos gleichzeitig auch immer die Form des Grundrisses mitgeliefert. Man sieht, wie unter Umständen etwas so gekonnt eingebaut werden kann, dass man dafür nicht extra Möbel benötigt. Aber auch die Fragen nach der Angemessenheit der Wohnform werden berücksichtigt. Welche Größe benötigt man? Welche Art des Lebens führt man? Ist man vielleicht gezwungen, die Möglichkeit zu haben, sein Haus auch an einen anderen Standort zu transportieren? Auch wenn es sich bei "Winzig" um einen Bildband handelt, kommen all jene Aspekte auf keinen Fall zu kurz. Alles in allem hat mich dieser Bildband gleichermaßen inspiriert und fasziniert. Daher bekommt er von mir 5 von 5 Sternen Meiner Meinung nach sollte jeder, der sich für alternative Wohnformen interessiert, dieses Buch zulegen.

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Innovative Häuser im Mini-Format versammelt WINZIG, eine Publikation der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA) aus dem Sommer 2016. So viel sei gleich zu Beginn gesagt: Der Titel verspricht Kleines. Und beglückt den Leser am Ende mit etwas ganz Großartigem. Weniger Besitz, mehr Leben 39 kleine und kleinste Tiny Houses aus der ganzen Welt hat die studierte Architektin Sandra Leitte in diesem wunderschönen Bildband zusammengestellt – von minimalistischen 4m² bis großzügigen 95m², von der Schweiz über Deutschland, Amerika bis hin zu Chile, Slowenien und Brasilien. Alle mit einer Kurzbeschreibung, mit Grundriss und/oder Querschnitt sowie Bildern zur Bauphase und/oder Inneneinrichtung samt lustigen Anekdoten über Bewohner und Besitzer, von denen man als i-Tüpfelchen an der einen oder anderen Stelle gerne noch mehr erfahren und gesehen hätte. Denn diese Publikation macht Kindheitsträume wahr, indem sie Baumhäuser und Puppenstuben in realistische, erwachsene Projekte verschiedener Designer und Architekten übersetzt, zu denen ein Alltag im Wohnwagen oder Hausboot ebenso gehört wie im Schiffscontainer und im antiken Cottage. Alte Dinge werden und wurden in den letzten Jahren des 21. Jahrhunderts auf eine überraschende Art und Weise neu interpretiert, Formen und Funktionen aus der Natur kopiert, Ausgestaltung und Einrichtung mit klugen Konzepten auf das Nötigste beschränkt. Die Art des einzelnen Tiny Houses hängt dabei sehr stark von den baurechtlichen Verordnungen des jeweiligen Landes ab, die es Amerikanern bspw. erlaubt, ihr Modell auf einem Anhänger und damit auf Rädern zu bauen. Eine Mobilität, die in Deutschland (noch) undenkbar ist. Hierzulande bestechen dafür echte Designklassiker wie die Weißenhofsiedlung in Stuttgart, die in den 1920er Jahren erbaut worden ist. Die Beweggründe, die Menschen zu einem Leben auf kleinstem Raum veranlassen, sind so verschieden wie international. Zu ihnen gehören finanzielle Überlegungen und Umweltschutz ebenso wie die bewusste Philosophie des „Less is more“. Themen wie Recycling, Nachhaltigkeit und eine ressourcenschonende Bauweise spielen in Leittes Buch vor diesem Hintergrund eine große Rolle und regen zum Nachdenken über alternative Wohnmodelle von Morgen an. Fairerweise sei jedoch gesagt, dass nicht alle vorgestellten Modelle als Vollzeitunterkunft taugen, manche vielmehr als reines Wochenend- oder Ferienhaus sowie als Schutzhütte angelegt sind. Der Großteil der vorgestellten Häuser geht mit einem großartigen Grundstück einher, was die eigentliche Wohnfläche optimal ins Freie erweitert und die eigentliche Fläche im – besser gesagt – am Grunde deutlich erweitert. Die Definition von Tiny House ist durchaus Ansichtssache. Was das sog. „Downsizing“ am Ende allerdings ohne Zweifel immer mit sich bringt, ja notwendigerweise bringen muss, ist das Reduzieren des eigenen Besitzes. In diesem Sinne ist WINZIG so etwas wie eine Ode an die Freiheit, verpackt in einem haptischen Erlebnis, wie es in meinen Augen am Ende nur eine Printpublikation wirklich zu leisten vermag. Mit rund 18 x 18 cm spielt das ungewöhnliche Format des gebundenen Buches mit Inhalt und Titel. An die 200 Farbfotos auf schönem, dicken Papier regen alleine schon zum wiederholten Durchblättern und in die Hand nehmen an. Würde ich diese Rezension im Comicstil schreiben, wäre mein Fazit: Hach, stöhn, seufz, wie schön. Ein sinnliches Buch für kalte Winterabende und laue Sommernächte. Und für die Konzentration aufs Wesentliche.

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Das im kleinen übersichtlichen Formt von 17,0 x 17,0 cm gebundene Buch zeigt schon, wovon es handelt: “WINZIG“ ist nicht nur die Größe des Buches sondern auch das selbige Thema. Jedoch auf Bauten bezogen. Und diese präsentieren sich im puristischen Miniformat! Nicht umsonst beginnt Sandra Leitte mit einem Zitat von Antoine de Saint-Exupery: “ Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“ Die Autorin zeigt in ihrem Buch neununddreißig kleine und sehr kleine Häuser aus aller Herren Länder. Viele Projekte befinden sich in den USA, Großbritannien, Schweiz oder den Niederlanden, drei Minibehausungen kann man in Deutschland entdecken. Von 4,00 m2 bis zu 95 m2 präsentieren sich die Wohnformen in unterschiedlichsten Gebilden. Die kleinste Form – in der Schweiz zu finden -ist als Schutzhütte gedacht, das größte Gebäude in Brasilien ist flächenmäßig gegen die Mitstreiter schon sehr geräumig. Für alle gilt jedoch der Blick auf das Wesentlich. Was benötigt man zum Wohnen? Welche Wohnform reicht aus? Oder braucht man doch mehr? Das Reduzierte im Grundriss und der Ausgestaltung ist angenehm anzuschauen und sehr inspirierend. Im gesamten Überblick findet man eine erfindungsreiche Sammlung von Häusern in verschiedenen Formen sowie auch zu unterschiedlichen Zwecken. Manche Unterkünfte sind transportabel, als Baumhaus oder schwimmendes Objekt, ein zuvor anders genutzter Raum als Umbau (ehemaliges Silo), Schutzhütten, Strandhütten oder aufgearbeitete Container, modern oder klassisch ausgestattet, aus allen denkbaren Materialien (Holz, Beton, Bambus, Metall, Glas u.v.m.) und doch verfolgen sie alle ein Ziel: Auf das Nötigste begrenzen! Besonders gut gefallen haben mir die Bauten in der Natur wie das MINIMOD (27m2) in Brasilien, das HEMLOFT (14m2) in Kanada, das sich in einem Baum befindet sowie die HÜTTE IM WALD (36m2), deren Standort unbestimmt ist. Mein Fazit: Sandra Leitte hat mich mit ihrer Sammlung von sehr interessanten Gebäuden, Hütten oder auch Unterkünften in allen Varianten sehr gut unterhalten und inspiriert, selbst zu überlegen und auch zu planen, was alles in der selbst gewählten Wohnform reduziert werden kann. Durch eine kluge und konzeptionelle Planung mit Hilfe von platzsparenden Einbauten und Doppelnutzungen von Möbeln, angepassten Formen und die Reduzierung von nutzlosem Raum wird weniger mehr. Ich mache mir mehr Gedanken über praktische Details aber auch über eine anspruchsvolle Umsetzung von modernen Ideen. Besonders gut gefallen mir im Buch die Gliederung der Objekte aufsteigend nach der Größe (m2) und die tollen Fotos, die einen guten Einblick in das Konzept der Behausung geben. Ebenso hilfreich sind die dargestellten Grundrisse. Die gelungene Zusammenstellung kleiner architektonisch ausgefeilter Häuser (und auch Boote) empfehle ich sehr gerne allen architektonisch Interessierten weiter. Fantasievolle Umsetzungen toller Ideen bieten sehr gute Anregungen, die man selbst oder auch als Planer sehr gut nutzen kann.

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