Leserstimmen zu
George Grosz

Alexander Kluy

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Das Bildnis des Künstlers als, äh, Mann: Im vergangenen Jahr sind Biographien über Gustav Klimt, George Grosz und Walter Spies erschienen. Ich stelle sie euch vor. Was kommt euch in den Sinn, wenn ihr den Namen Gustav Klimt hört? Seht ihr in üppigen Schnörkeln gemalte und ineinander verschlungene Figuren, denkt ihr an Jugendstil, an Wien? Und strauchelt ihr auch immer bei der richtigen Aussprache von George Grosz? Und dann wäre da noch Walter Spies. Im letzten Jahr sind mir Biographien über diese drei Männer in die Finger gekommen – drei Männer, die in ihrer Kunst ziemlich unterschiedlich waren und die doch etwas gemeinsam hatten: Sie gingen neue Wege, sie eckten an, sie provozierten. Grosz, Klimt, Spies – Vorhang auf! „Ach Grosz, ist das nicht der mit den verzerrten Fratzen und den Monokeln?“, sagte ein Freund kürzlich, als ich in auf den letzten Metern mit in die Ausstellung im Bröhan-Museum nahm: „George Grosz in Berlin“ zeigte verschiedene Zeichnungen, Malereien und Collagen des 1893 als Georg Ehrenfried Groß in Berlin geborenen Künstlers, mit dabei natürlich auch die Karikaturen des kaisertreuen Deutschen aus der Zeit rund um den ersten Weltkrieg und die Abgründe der Großstadt in der Weimarer Republik. Wie es dazu kam, dass Grosz zu dem satirischen Zeichner Deutschlands der 1920er und 30er und Teil der Dada-Bewegung wurde, erzählt Alexander Kluy ziemlich anschaulich in seiner Grosz-Biographie George Grosz. König ohne Land. „Grosz – eine Augenbestie, ein schamloser Exhibitionist, ein ironischer Lyriker, ein amerikanischer Wedekind, ein Eimer der Pandora! George Grosz, das war ei Entertainer und Clown, ein Seiltänzer und Charmeur, ein Rollenspieler und Rollensucher, Wandler und Verwandler, Schaumann und showman.“ In fünf Kapiteln werden wir durch die wichtigsten Stationen im Leben Grosz‘ geleitet, die Kindheit in Dresden, Erster Weltkrieg und Dada in Berlin, die wilden Zwanzigerjahre seine Exiljahre in Amerika und die Rückkehr nach Berlin. Kluge, so scheint es, lässt dabei kein Detail aus, dem er habhaft werden konnte – und dementsprechen detailreich tauchen wir in das Leben des Künstlers ein, lernen seine sozialkritische Feder und seinen kulturpessimistischen Zeichenstift kennen. Am Ende ist das Phänomen Grosz greifbar geworden – und die in ihrer verdichteten Ereignishaftigkeit überwältigenden Zeit zwischen den Weltkriegen höchst lebendig.

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Endlich gibt es eine umfassende Biografie über den Maler und Zeichner George Grosz, (1893 – 1959). Er war einer der schärfsten Satiriker der Weimarer Republik, aber seine Werke sind zeitlos und dadurch immer noch aktuell. Alexander Kluy zeigt anhand von bisher unveröffentlichten Dokumenten das Leben und den Werdegang dieses großen Künstlers, verknüpft wichtige politische und gesellschaftliche Ereignisse mit persönlichen Erlebnissen von Grosz. Als Georg Groß in Dresden geboren, will er früh Künstler werden, lernt erst in seiner Heimatstadt, wechselt bald nach Berlin, wo er den Dadaismus in Berlin mitbegründet. Dort legt er sich auch den englisch klingenden Namen zu, um der Kaiserregierung und ihrem vorherrschenden Anti-Anglimus etwas entgegenzusetzen. Es folgt der Aufbruch nach Amerika und die Rückkehr in das Berlin der Nachkriegszeit, festgehalten in unzähligen Skizzen, Zeichnungen und Gemälden. „Grosz war eine Augenbestie, ein schamloser Exhibitionist, ein ironischer Lyriker, ein amerikanischer Wedekind, ein Eimer der Pandora! Aber auch ein Entertainer, ein Clown, ein Seiltänzer und Charmeur…Ein Künstler der Extreme, ein Mann grenzenloser Imaginationskraft – und auch Ehemann und Vater.“ Der Leser erlebt den Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts durch den Blick des Satirikers, begegnet wie nebenbei vielen anderen bis heute berühmten Künstlern. Eine Geschichte von Aufstieg und Fall, Leidenschaft und Tragik, quer durch die Welt, grandios erzählt und lange nachklingend.

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