Leserstimmen zu
Wenn’s weiter nichts ist

Allison Pearson

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Erst stand ich wirklich kurz davor dieses Buch abzubrechen, das erste Drittel empfand ich als sehr zäh. Ständig zeterte Kate das sie so furchtbar alt mit ihren 49 Jahren sei und mitten in den Wechseljahren steckt . Zu jeder Gelegenheit jammerte sie das ihr 50 zigster Geburtstag bevor stand und sie kurz davor war nicht nur die Straffheit ihres Busens zu verlieren . Auch ihre beiden Kinder die mitten in der Pubertät steckten taten alles daran ihre Mutter zu jeder Gelegenheit auf die Palme zu bringen aber als schlimmste empfand ich ihren , wie soll ich ihn nennen? Spätpubertierender Ehemann Richard, der sich seiner ganzen Verantwortung für die Familie entzog. Er hat seinen Job geschmissen und alles auf seine Frau Kate abgewälzt , derweil schult er auf Mediator um und flieht bei jeder Gelegenheit mit seinem super teurem Rennrad in den Wald und legt sich 2 x die Woche zur Therapeutin auf die Couch. Er hat bestimmt sogar ein Verhältnis mit dieser, so sehr wie sie ihn beeinflusst. Zu allem Überfluss hat Kate die Rechnungen für diese Sitzungen auch noch an der Backe und muß dafür bezahlen. Ständig gibt es Streit ums Geld und darum das nun Kate es ranschleppen muss und nicht nur das , ein altes marodes Haus und deren Renovierungsarbeiten muss sie koordinieren und dann sind da auch noch Ihre Hilfsbedürftige Mutter und die Eltern von Richard um die sie sich natürlich ebenfalls rührend kümmert in ihrem „Volltimetag“. Während des Lesens sträubten sich mir die Haare und ich hätte diesen Egoisten längst in die Wüste geschickt. Aber dann vermittelt ihr eine gute Bekannte ein lukratives Jobangebot als Vertretung bei Kates früheren Firma , bei der sie aber keiner mehr kennt , weil dort nur noch Leute arbeiten die nicht mal halb so alt sind wie sie. Das ist auch der Grund warum sie ihren Lebenslauf frisiert und so gleich ein paar Jährchen jünger wird. Ab dann fing die Geschichte an mir richtig freude zu machen . Kate wuppt das alles ziemlich gut, frühmorgens quält sie sich zum Sport bevor alle anderen von ihr geweckt und mit Frühstück versorgt werden . Dann geht es los in den Londoner Finanzdistriktdschungel . Sie wird gemopt vom Handlanger ihres viel jüngeren Vorgesetzten , der nichts außer als eine Pfeife ist und bestimmt sogar Angst vor ihrer Kompetenz hat. Ihnen beiden zeigt sie das sie es immer noch drauf hat und zieht einen lukrativen russischen Klienten ans Land . Damit steht sie nun ganz oben auf seiner Abschussliste. Das ist schon klischeehaft aber wie sie sich während der Präsentation zurück ziehen muss um ein Malheur was ihr währenddessen passiert zu kaschieren war fabelhaft oder das Treffen mit der Witwe des Wilden Rockstars, die sie mit ihrer Erfahrung und Offenheit für sich gewinnen kann, genauso wie die Geschichte von ihrer dementen Schwiegermama Barbara , die im Baumarkt eine Kettensäge kaufen will, nein leicht hat es Kate mit ihrer Familie ganz bestimmt nicht aber sie wuppt das mit Leichtigkeit und mit Hilfe ihrer Freundin Sally die sie im Kurs Wiedereinstieg in den Beruf kennenlernte . Das ginge wohl alles so fließend weiter , wenn da nicht nicht auf einmal eine e-Mail aus einer längst vergessen Zeit wie aus dem Nichts in ihrem Postfach aufgeploppt wäre und die was tief in ihrem Herzen verschüttetes wieder freigab .... und dann diese Weihnachtsfeier der Firma die ihre Juppies in den dunkelsten Club Londons zieht und ihr schleimiger Kollege demütigt sie. Der Stil ist leicht und flüssig, mit viel Humor und noch mehr überspitzten Einlagen , ich glaube aber nicht das es autobiographische Züge hat 😉. Es ist eine Fortsetzung des Buches und der Verfilmung Working Mum, ich kannte beides nicht , konnte mich aber auch so gut in dieses Familienchaos hinein versetzen. Es dauerte zwar etwas bis ich mich mit Kate anfreunden konnte, ihre Hormonjammerei und ständiges rumnöhlen durch die Wechseljahre war lästig . Das sie sich sich so viel von ihrem Mann gefallen lies, konnte ich kaum glauben. Auch nicht das sie sich um alles alleine kümmern muss und dazu noch so treudoof ist. Also ich hätte ihm samt Rennrad den Berg runter fahren lassen oder besser noch zum Mond geschossen und den Flirt mehr genossen. Die „arbeits“ Kate war mir trotz allem sehr sympathisch und es hat mir einiges an Vergnügen bereitet sie durch ihren Marathon Tag zu begleiten. Es liest sich schnell und ist leichte Kost. Man erlebt Kates ganz normalen Alltag, der zwar ganz interessant ist aber stellenweise auch etwas sehr überzeichnet, gelangweilt habe ich mich nicht. Aufgrund der Wechseljahre und deren Problematik glaube ich allerdings, dass man für dieses Buch schon eine gewisse Reife haben sollte um das etwas nachspüren zu können . Sonst weiß man gar nicht wovon sie dauernd spricht. Ebenso wie nach einem Wiedereinstieg in den Beruf sich mit den neusten Anforderungen und viel jüngeren Vorgesetzten auseinander setzen zu müssen. Das könnten sich jüngere Leserinnen eher schwer vorstellen. Ein unterhaltsamer humoriger Roman über die Wechseljahre und wie das Leben eben manchmal so spielt und man kann nur selber hoffen man man selber besser durchkommen wird . Es bekommt von mir 3,5 Sterne 🌟 Vielen Dank für das Leseexemplar

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Ich habe den ersten Teil der Reihe („Working Mum“) nicht gelesen und ich habe auch erst im Nachhinein davon erfahren. Leider ist der erste Teil der Kate Reddy Reihe nicht als Hörbuch verfügbar. Man braucht den Teil allerdings auch gar nicht gelesen zu haben, um „Wenn's weiter nichts ist“ genießen zu können. Es geht hier um Kate, die bald 50 Jahre alt wird und mit allerhand kleinen und großen Dramen in ihrer Familie und im Berufsleben zu kämpfen hat. Ihr Mann hat in einer Art Midlife Crisis entschieden, dass er erst einmal nicht mehr arbeiten will und sich lieber selbst finden möchte. Damit fällt der Hauptverdiener weg, was Kate dazu veranlasst sich nach Jahren als Hausfrau und privater Investment-Beratung wieder für einen Bürojob zu bewerben. Das ist gar nicht so einfach mit 49 Jahren und nebenbei muss sie auch noch die pubertierenden Kinder im Griff behalten. Emily ist so ein typischer Teenager der durch digitalen Medien geprägten Zeit. Gleich am Anfang bricht dadurch ein Drama aus, dass sich über das gesamte Buch immer wieder wie ein kleiner roter Faden zieht. Auch ihr Sohn, Ben, sitzt lieber vom PC als sich mit realen Freunden zu treffen und Kate versucht mit dieser ganzen Entwicklung noch irgendwie Schritt zu halten. Zwischen Kate und ihrem Mann Richard läuft nicht mehr viel. Das merkt man schon am Anfang und da ist es kein Wunder, dass auch ein zweiter Mann noch eine Rolle spielt. Das wurde allerdings nicht billig inszeniert, sondern ich fand, dass es sehr realistisch und angenehm beschrieben wurde. Kate war mir an keiner Stelle im Buch unsympathisch, obwohl sie Dinge tut, die man eben eigentlich nicht tut. Kate war ein unglaublich sympathischer Charakter und ich habe es wirklich genossen ihr bei ihrem Alltag über die Schulter zu schauen. Mehr ist es auch nicht, was dieses Buch bietet. Man erlebt Kates ganz normalen Alltag mit, aber der war interessant genug, dass ich mich nie langweilte. Ich denke allerdings, dass man schon ein gewisses Alter haben muss, um das Buch zu genießen. Man muss nicht 49 Jahre alt dafür sein, aber sollte schon im Leben soweit vorangeschritten sein, das man sich hineinversetzten kann, dass es manchmal nicht so einfach ist mit dem technischen Fortschritt der Zeit Schritt mitzuhalten, alles noch zu verstehen, was die Jugend so von sich gibt oder erlebt und wie es ist Familie, Alltag und Liebe unter einen Hut zubringen. Kate macht das alles toll, ohne perfekt zu wirken. Es gab hier Stellen, wo ich wirklich sehr schmunzeln musste, aber auch stellen wo ich dachte: „Nein, dass hat die Autorin jetzt nicht wirklich geschrieben“. Ich sage nur Zimmerpflanze und Meeting. Jeder, der das Buch gelesen hat, wird wissen, was ich meine. Kate ist nicht nur witzig, sondern auch eine sehr verständnisvolle Mutter. Sie hat wirklich eine Engelsgeduld mit ihren Kindern und ihrem Mann. Ja, selbst um die Schwiegereltern und um die eigenen Mutter und Schwester kümmert sie sich, wie es ihr möglich ist. Wie gesagt wirkt das alles aber nie über-perfekt, sondern richtig natürlich. Das gefiel mir unglaublich gut. Neben der Familie kommt auch das Arbeitsleben, Freunde und die Liebe nicht zu kurz. Letzteres spielt allerdings nur eine kleine Rolle. Das Arbeitsleben dagegen nimmt viel Platz ein und das ist auch gut so. Kate macht sich, nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Jobsuche, einige Jahre jünger und fängt wieder bei der Gesellschaft an, die sie vor vielen Jahren selbst mit aufgebaut hat. Heute weiß das niemand mehr dort und sie muss sich mit jüngeren teilweise schlecht ausgebildeten Kollegen und auch Vorgesetzten herumschlagen. Ihr werden einige Steine in den Weg gelegt, die sie souverän aber eben auch wieder nicht übermenschlich überwindet. Nach und nach findet sie auch Freunde unter den Kollegen und beweist sich an ihrem Arbeitsplatz. Ich fand das alles sehr unterhaltsam Die Sprecherin, Irina von Bentheim, hat eine angenehme Stimme und da man sowieso fast alles aus Kates Sicht miterlebt, brauchte sie ihre Stimme auch kaum verstellen. Das machte das Zuhören sehr angenehm. *Fazit:* 4,4 von 5 Sternen Das Hörbuch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Auch wenn es 'nur' den Alltag der Protagonistin Kate Reddy wiedergibt, so was es mir an keiner Stelle langweilig.

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"Wenn ich alle anderen retten muss, sollte ich erst mal damit anfangen, mich selbst zu retten. Wenn's weiter nichts ist." (S. 586) Kates fünfzigster Geburtstag rückt bedrohlich und unaufhaltsam näher. Und als wäre das nicht schon Problem genug, geht ihre Tochter mit einem Belfie - ein Foto ihres Hinterns - viral, ihre Menopause zwingt sie in die Knie, mit fast 50 Jahren könnte sie scheinbar für den Arbeitsmarkt genauso gut schon tot sein und ihr lieber Ehemann Richard ist auf einem Selbstfindungstrip und verzichtet dankend aufs Geldverdienen, um sich seinen Achtsamkeits-Seminaren zu widmen. Und dann klopft auch noch eine längst vergessen geglaubte Liebe bei Kate an, um ihr Leben vollends ins Chaos zu stürzen... Selten habe ich mich so über die Beschreibung von Alltagsproblemen amüsieren können und dabei begeistert an den Seiten geklebt! "Wenn's weiter nichts ist" ist die Fortsetzung von "Working Mom", welches Allison Pearson bereits 2003 geschrieben hat. Zwar dachte die Autorin damals, dass sie Kates Geschichte als arbeitende Mutter zu Ende erzählt hatte, doch dann veränderte sich mit steigendem Alter ihre eigene Lebenswelt und die Frage kam auf, wie wohl Kate mit diesen Veränderungen umgehen würde. Heraus kam ein herrlich unterhaltsames Buch, das uns Lesern den chaotischen Alltag inmitten von Menopausen-Plage, pubertierenden Teenagern und einer altersfeindlichen Arbeitswelt näherbringt. Zwar kannte ich das erste Buch nicht, aber das war auch gar nicht nötig, um in Kates vollgepacktes Leben einzutauchen und mit ihr mitzuleiden. Kate ist knapp 20 Jahre älter als ich und meine Kinder sind noch weit jünger als ihre, aber trotzdem konnte ich mich - da selbst Working Mom - irre oft mit Kate identifizieren und mich in ihren Alltagsproblemen wiedererkennen. Und man muss wirklich nicht selbst Kinder haben, verheiratet sein oder sich der Fünfzig nähern, um mit dieser Geschichte jede Menge Spaß zu haben! Nach einigen Jahren Auszeit will Kate endlich wieder ins Arbeitsleben einsteigen. Und das ist auch bitter nötig, denn ihr Mann Richard stürzt sich in die midlife-crisis-verursachte Selbstfindung und so bleibt Haushalt, Kindererziehung, Hausbau und Geldverdienen an Kate hängen - ein Klacks für die moderne Frau von heute, oder? Nur leider sieht der Arbeitsmarkt Kate mit ihren fast fünfzig Jahren leider nicht gerade als moderne Frau an und so muss Kate beim Lebenslauf und Alter genauso schummeln, wie wenn es darum geht, ob der Kuchen für den Schulbasar selbstgebacken ist. Allison Pearson kann wirklich hervorragend schreiben! Denn es gehört schon einiges dazu, Alltagsprobleme so fesselnd und unterhaltsam zu beschreiben, dass man das Buch gar nicht beiseite legen möchte. Aber genau das hat die Autorin geschafft. Die Erzählung ist schreiend komisch, schonungslos ehrlich (Kates Beschreibung ihrer dank Menopause schwallartig auftretender Menstruation mitten während eines wichtigen Kundengesprächs werde ich wohl nie vergessen!) und schwankt permanent auf dem dünnen Grat zwischen Tragödie und Komödie hin und her. Die Geschichte unterhält, stimmt aber auch nachdenklich und lässt uns die Entwicklungen von Arbeitsmarkt, Kindererziehung und Selbstverwirklichung mit kritischem Auge betrachten. Kate hat für mich wirklich Vorbildcharakter für die moderne Frau, auch wenn sie bei weitem nicht alles richtig macht. Und genau das macht sie so sympathisch: sie ist eine normale, keineswegs perfekte Frau mit dem Bedürfnis, sich selbst in der Arbeitswelt zu verwirklichen, aus den eigenen Kindern selbstbewusste Individuen zu machen und auch in der Liebe nicht zurückzustecken. Dabei zeigt uns Kate die schonungslose Realität, was mit dem Körper und dem Liebesleben passiert, wenn man älter wird, gibt aber auch Hoffnung, dass die besten Jahre eben nicht an einer gewissen Altersgrenze halt machen. Mein Fazit: Man muss selbst weder eine Frau sein, Kinder haben, noch älter als 50 Jahre sein, um dieses Buch zu lieben! Kates Geschichte um Familien- und Karriereprobleme und abflauende als auch wieder auflebende Gefühle ist universal und jeder wird sich hier wiederfinden können. "Wenn's weiter nichts ist" liest sich auch einwandfrei ohne Kenntnisse des Vorgängers, aber glaubt mir, nach Ende des Buches will man definitiv noch mehr von Allison Pearson lesen :-)

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"Wenn´s weiter nichts ist" von Alison Pearson ist der Fortsetzungsroman von "Working Mum" aus dem Jahr 2004, welches damals bestimmt einige von Euch gelesen haben. "Pubertierende Kinder, tüdelige Schwiegereltern, aufreibender Job - wenn´s weiter nichts ist..." Kate Reddy steht vor ihrem 50. Geburtstag und fragt sich, wo ihr Leben geblieben ist. Dabei ist das Alter längst nicht ihre einzige Sorge: Kate plagt sich mit zwei Teenagern herum, kümmert sich um kränkelnde Schweigereltern und eine Mutter, die zunehmend auf Hilfe angewiesen ist. Und sie sucht den Widereinstieg ins Berufsleben, da ihr Mann beschlossen hat, dem Hamsterrad Ade zu sagen und die Kunst der Achtsamkeit zu erlernen. Als sich dann auch noch eine verflossene Liebe bei Kate meldet, wird es kompliziert... Die Alltagsheldin Kate erzählt mir viel Selbstironie ihr Leben als starke Frau, Mama, Ehefrau und (Schwieger) Tochter, welches aus ganz normalen Alltagssituation besteht, die wohl jede von uns erlebt und mitgemacht hat. Man fühlt mit ihr mit, wenn die beiden Teenie-Kinder wieder mal am Rad drehen, wenn Hilferufe der Schwiegereltern oder Mutter sie erreichen, die mittlerweile in einem Alter sind, in dem sie nicht mehr so können wie sie vielleicht wollen, oder aber wenn ihr lieber Ehemann seinen Job hinwirft um die Kunst der Achtsamkeit zu erlernen. Bei all diesen alltäglichen Problemen möchte Kate auch wieder in ihrem Beruf voll durchstarten und auch das geht nicht so ganz ohne Schwierigkeiten vor sich. Trotz der Dicke des Buches, 600 Seiten, würde man diesen wunderbar locker geschriebenen Roman am liebsten in einem Rutsch durchlesen. Ein Lesevergnügen mit Charme und Witz, welches jedoch immer wieder zum Nachdenken anregt und einem selbst den Spiegel vorhält. Denn ganz ehrlich, so unterschiedlich sind unsere Leben nicht und jeder Leser, egal welchen Alters, kann sich mit irgendeiner Generation in diesem Buch identifizieren.

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Es handelt sich um die Fortsetzung von "Working Mum",welches 2004 erschienen ist. Es lässt sich aber völlig problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Diese unterhaltsame Geschichte ist aus der Sicht von Mutter Kate erzählt und ist sehr flüssig und locker zu lesen. Die 600 Seiten flogen nur so dahin. Ich entdeckte viele Parallelen im Leben mit Teenagern in dieser Lebensphase und musste oftmals laut lachen und konnte Kate gut verstehen und fühlte mit ihr. Alle Charaktere sind authentisch dargestellt und durch den amüsanten,aber auch sarkastischen Stil,fühlte ich mich durchweg gut unterhalten. Das Cover mit der "To-do-Liste" fand ich auch passend gewählt und zeigt wieviel eine Mutter leisten muss. Fazit: Ein netter Roman für Zwischendurch, der zum Nachgehen anregt und gut unterhält. Ich vergebe hierfür 4/5 🌟und eine Leseempfehlung.

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Meinung: “Der Alltag der meisten Menschen ist ein stilles Heldentum in Raten” von Anna Magnani. Kate ist für mich definitiv eine Heldin des Alltags. Mit viel Selbstironie und einigen Wortwitzen, aber auch urkomischen Situationen erleben wir den Alltag unserer Protagonistin. Was ist wenn mit 50 auf einmal dein ganzes Leben Kopf steht? Dein Mann denkt, er muss sich nun selbstverwirklichen? Deine eigene Mutter und deine Schwiegereltern werden vom Lauf der Zeit erfasst und können nicht mehr wie sie wollen und zu allem Überfluss drehen deine Kinder im Teenie-Alter komplett am Rad? Das Ganze wird durch einen wundervollen und lockeren Schreibstil von Allison Pearson untermalt. Man hat nicht das Gefühl ein so dickes Buch in der Hand zu haben, sondern fliegt über die Seiten. Dennoch gelingt es der Autorin in ihrer humorvollen Art und Weise auch den Leser zum Nachdenken anzuregen. Sie platziert in ihren Alltagssituationen für mich eine Art Spiegel, der dazu anregt sich selbst zu reflektieren und zu hinterfragen. Das schenkt diesem Buch einen ganze besonderen Charme. Denn es ist nicht einfach nur eine Geschichte… …es ist das Leben. In diesem Fall von Kate. Ich finde die Ich – Perspektive perfekt gewählt, denn so erleben wir alles noch intensiver. Auch wenn mein Sohn noch jünger ist, meine Mama noch fit – konnte ich mich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzen. Auch alle anderen Charaktere wurden von der Autorin sehr bildhaft skizziert und so spielte sich mehr als einmal ein Film vor meinen Augen ab. Vor allem Kates Mann Richard wollte ich mehr als einmal schütteln und wachrütteln. Dennoch muss ich auch hier sagen, sein Verhalten ist nicht “unnormal” und daher total passend gewählt. Natürlich gab es die eine oder andere Situation, in der ich auch über Kate nur den Kopf schütteln konnte. Aber genau das macht es ja auch aus… Sie ist eine starke Frau. Eine Mama, eine Ehefrau, eine Tochter, eine Schwiegertochter – soviele Rollen und dennoch darf sie nicht vergessen sich selbst zu verlieren, ob ihr das gelingt? Mein Fazit: “Wenn’s weiter nichts ist” von Allison Pearson ist eine brilliantes Buch. Mit Witz und Charme werden wir durch verschiedene Alltagssituationen manövriert und man erkennt sich in der einen oder anderen sicherlich wieder. Ein Lesevergnügen für Alt und Jung, der dennoch an der einen oder anderen Stelle zum Nachdenken anregt. Absolute Leseempfehlung !!

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Mittlerweile bin ich ja ein Fan des Wunderraum Verlags, doch ich gestehe, das ich bei diesem Titel im Vorfeld skeptisch war. Nicht weil sich die Story nicht interessant angehört hätte, sondern wegen des Aufdrucks auf der Verpackung, mit der der Verlag darauf aufmerksam macht, das es sich hier um die Fortsetzung des Titels "Working Mom" handelt. Und den habe ich leider nicht gelesen. Ich habe also ein wenig gezögert, das Buch auf der Liste der zu lesenden Bücher nach hinten verschoben, mich schließlich dann aber doch getraut, nachdem ich so viele positive Stimmen dazu gehört habe. Und ich kann euch beruhigen: Man kann das Buch komplett unabhängig lesen. Und sollte es unbedingt tun, wenn man auf der Suche nach einer heiteren, selbstironischen Geschichte ist, die direkt ins Herz zielt. Denn genau solch eine ist "Wenn's weiter nichts ist". Kate steht kurz vor ihrem 50. Geburtstag und ihre Familie dreht gerade durch. Die Teenager fallen dem digitalen Zeitalter zum Opfer, ihr Mann schmeißt seinen Job, um sich fortan um die Ausbildung als Lifecoach zu kümmern und auf der Achtsamkeitsschiene zu fahren. Nicht das Kate damit ein wirkliches Problem hätte, doch das alles verschlingt jede Menge Geld und irgendwie bleibt sie selbst ein wenig auf der Strecke. Zeit also, sich um einen neuen Job zu bemühen und zu sich selbst zu finden. Da sie aber ja mittlerweile kurz vor der 50 steht, sieht die Situation auf dem Arbeitsmarkt natürlich etwas mau aus. Also macht sie sich kurzerhand einfach ein wenig jünger und hat Erfolg. Was sie nicht ahnen konnte, ist allerdings, wie aufreibend die Vereinbarung von Job und Familie sein kann. Völlig aus der Bahn gerät dann aber alles mit der Email einer längst verflossenen Liebe. Ach, herlich. Dieses Buch ist so urkomisch und amüsant, Kate so eine wunderbare Protagonistin, das mir beim Lesen immer wieder das Herz aufging. Ich konnte mich absolut gut in sie hineinversetzen, da meine Situation zumindest zu Teilen manchmal schon ganz ähnlich ist und ich weiß wie es sein kann, einen nicht ganz ernst zu nehmenden Teenager im Hause zu haben. Der Schreibstil ist angenehm leicht, so das man gar nicht merkt, wie schnell man durch die doch recht anständigen 600 Seiten fliegt. Neben all der unterhaltsamen Momente in Kates Leben, gibt es aber auch ernste Töne, die zum Nachdenken anregen. Ein ganz wunderbarer Roman !

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How hard can it be, so der Originaltitel von „Wenn’s weiter nichts ist“. Wieder einmal schlägt das Original den deutschen Titel um Längen. Aber zu diesem Thema mag ich nichts mehr schreiben. Es ist eine unendliche Geschichte … Was vorliegt ist optisch und haptisch ein kleines Schmuckstück, das mich aufgrund des Covers mit hübsch gestalteter To-Do-Liste und seiner Inhaltsbeschreibung lockte. Beides weist deutlich auf die Zielgruppe hin. Frauen, speziell Mütter, die sich von ihrer Jugend unwillig aber unaufhaltsam verabschieden müssen. In Würde zu altern klingt so logisch und einfach, bis Mensch selbst an diesem Punkt angekommen ist. „Mein Badezimmerschrank beispielsweise ist ein Schrein für die Göttin des Anti-Agings. Nennen wir sie Utopia.“ Protagonistin und Ich-Erzählerin Kate Reddy, ehemalige erfolgreiche Fondsmanagerin, muss sich damit und mit all den anderen kleinen sich summierenden Problemchen einer Mittelschichtexistenz herumschlagen und sie nimmt den Kampf auf. Das mag sich trivial anhören, ist sicher keine hohe Literatur, doch nah, sehr nah an der Realität etlicher Frauen. Kates unaufhaltsamem inneren Monolog zu lauschen, teils in Form von E-Mails mit Freundinnen, teils im Zwiegespräch mit Roy, ihrem Hüter des Gedächtnisses der einen harten Job hat, weil Kate so viel Krimskrams verschiedenster Art auf ihrer Agenda stehen hat. Ab und an liefert Roy ihr die benötigten Informationen zu spät. Aber er liefert noch. Das alles ist so banal wie unglaublich witzig, enthält sowohl Screwball- als auch Slapstickmomente. Monty Python, Martina Schwarzmann, Monika Gruber und Amy Shumer lassen grüßen, denn Autorin Allison Pearson beherrscht die Kunst, einerseits die Realität zu beschreiben, sie dabei gekonnt zu persiflieren, dabei aber die Dramatik die sich daraus für die Betroffenen entwickelt, immer wieder ins tragikomische zu verwandeln, ohne den Tatsachen zu schaden. Ab und an bemüht sie den Zufall ein wenig zu sehr, hat einen der Roman aber bereits gepackt, so wie mich, stört das nicht und, tatsächlich, hatte ich gegen Ende sogar mit feuchteren Augen als normal zu kämpfen. „Sind meine Ängste noch im Rahmen? Haben alle Frauen das Gefühl, allein im Tower der Flugsicherung zu sitzen? Zugegebenermaßen mache ich schon Sorgen, seit Emily auf der Welt ist. Ich schätze das ist wohl normal. Sind die Kinder denn nicht ein Teil von uns? Und ist es nicht ideal, wenn dieser Teil von dir bei fremden Leuten übernachtet und dir keine Nachricht schickt, weil der >Akku leer war<. Wenn du dir aussuchen könntest, wem du dein lebenswichtigstes Organ mitgibst, dann doch sicher keinem schusseligen Teenager, der sein Handy aufzuladen vergisst, oder? Leserinnen, die ähnliche Erfahrungswerte haben wie Kate – und sie ist gnadenlos ehrlich, ab und an geradezu brutal – hasten mit der Protagonistin durch ihr Leben, leiden mit und können sich doch bei diesem temporeichen Kopfkino entspannen. Wunderraum sollte ein Mindestalter auf diesen Roman drucken und eine Warnung an die U-30er Mädels, deren Lebenswelt eine völlig andere ist. Es ist nie gut, zu weit in die Zukunft blicken zu können. Allison Pearson gönnt ihrem Bericht skurriles Nebenpersonal und scheut sich nicht, Klischees einzubauen. Das passt meistens gut, denn interessanterweise treffen diese im Alltag erstaunlich oft zu. Nur ab und an vergaloppiert sie sich ein wenig, wie hier, wo Kate zum X-Mas Konzert des Sohnemanns, hetzt um gemeinsam mit ihrem Gatten zuzuhören: „Doppelt gut, dass ich zum Konzert gefahren bin, denn Richard war nicht da. Er schrieb mir, er hätte ein wichtiges Achtsamkeits-Treffen vergessen. Wie wäre es, wenn er seinem Kind mal etwas Achtsamkeit entgegenbringen würde?“ Den bitteren letzten Satz hätte sie sich zugunsten des Gags und im Hinblick auf mitdenkende Leserinnenschaft getrost sparen können. Doch das ist Nörgeln auf hohem Niveau. Allison Pearson schreibt für Frauen, doch weit über dem klischeehaften frauenromantypischem No-brain-no-pain-Usus. Sie schildert leicht, amüsant und luftig den Alltag einer Alleinverdienerin, die nach etlichen Jahren Pause versucht, wieder beruflich Fuß zu fassen, Tochter und Sohn heil durch die Pubertät zu begleiten, sich um Mutter und Schwiegereltern zu kümmern und sich selbst dabei nicht völlig aus den Augen zu verlieren, und mit ihrer beginnenden Menopause zurechtzukommen. Ihr Mann ist dabei keine wirkliche Stütze: „Richard irrte auf seiner Reise zur Selbstfindung durch einen dunklen Wald, wie Leute in unserem Alter es tun, hatte aber vergessen Brotkrumen zu verstreuen, damit ich ihm folgen konnte. Ich hatte keine Ahnung wo er war, und aufgehört es wissen zu wollen, vor allem weil er es anscheinend gar nicht merkte oder es ihn nicht kümmerte, dass ich nicht mehr nach ihm suchte.“ Nebenbei beschreibt sie eine warmherzige, ergreifende Lobeshymne auf die Liebe und die Freundschaften unter Frauen. Ehrlich, ohne andere Frauen, die uns zuhören, sich ab und an mit uns andudeln und rumalbern, könnten wir doch gar nicht überleben! Loyalität, Solidarität, Zeit und offene Ohren und große Herzen – Mädels, ihr wisst wen ich meine – fühlt euch gedrückt. CHEERS! Die witzige feministische Sicht auf unsere Gesellschaft, in der Gleichberechtigung zwar festgeschrieben aber immer noch nicht umgesetzt ist – und es wohl auf lange Sicht noch nicht sein wird, obwohl wir im Westen schon viel erreicht haben -, mit der Pearson ihre Kate erzählen lässt ist das Erfrischende und Besondere an diesem Roman über Älterwerden, Liebe, Mutterschaft, Beziehungen und das verdammte, schöne alltägliche Leben, das manchmal so bittersüß und manchmal so dermaßen herausfordernd sein kann, dass wir gerne erst gar nicht morgens aufstehen möchten. Einfach liegenbleiben … nur einmal. Die meisten stehen, wie Kate, aber doch auf. Auch nach nur vier Stunden schlechtem Schlaf, kümmern sich und organisieren, machen weiter. „Wenn’s weiter nichts ist“ ist gleichzeitig witzige Unterhaltung, Motivationstraining, die beruhigende Versicherung, dass wir nicht alleine sind, wir sogenannten Babyboomerinnen, und LachYoga. Denn ernsthaft, wer nicht älter werden möchte verpast alles was nioch kommt und das möchte ja keine die noch einigermaßen bei Verstand ist. Dann doch lieber in Würde – und mit besserer Musik als einst auf der Titanic – in wunderbarem Schwanengesang gemählich untergehen. Mit Genuss! Und vor allem mit viel, viel Humor, den darf Frau sich gerne bei Allison Pearson abholen. Wellnesslesen.

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