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Leserstimmen (3)

Reimer Gronemeyer, Michaela Fink: Unsere Kinder

Unsere Kinder Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-579-08928-7

Erschienen: 22.02.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Kein Erziehungsratgeber, ein Augenöffner

Von: Frau JoLou Datum : 17.09.2016

jolina-noelle.blogspot.com/

Als ich dieses Buch zur Hand nahm, dachte ich: "Schon wieder ein neuer Erziehungsratgeber, da bin ich ja mal gespannt"

Aber schon nach wenigen Seiten war mir klar, das ist kein Erziehungsratgeber, vielmehr hält dieses Buch uns einen Spiegel vor und was ich da gesehen habe, hat mir gar nicht gefallen.

Habt ihr Euch nicht auch schon gefragt, warum Kinder heute immer bespaßt werden müssen?
Warum reden Kinder heute immer dazwischen? Also ganz ehrlich, ich kann kein Telefonat führen, ohne, dass meine Kinder plötzlich unbedingt und total dringend meine volle Aufmerksamkeit fordern.
Warum gibt es heute so viel ADHS und früher nicht?
Warum sind Kinder heute so ganz anders, als wir früher?
Dieses Buch von Reimer Gronemeyer und Michaela Fink ist 2016 im Gütersloher Verlagshaus erschienen.

In 7 Kapiteln und einem Fazit wird erklärt, warum wir eigentlich nicht so weiter machen können, wir haben unsere Erde an die Wand gefahren. Wir erwarten fast Unmögliches von unseren Kindern, mit dem ganzen Mist fertig zu werden, den wir verzapft haben mit immer mehr und schneller und reicher.

Es werden oft Vergleiche zu afrikanischen Kindern gezogen, die, obwohl sie nichts haben, trotzdem "Zukunftstauglicher" sind als unsere Kinder.
Bei der Essenausgabe ist nicht genug da für alle, und die Kinder bekommen sonst nichts den ganzen Tag, es wird bestimmt, dass eine Klasse nichts bekommt, die maulen nicht mal. Stellt euch mal die gleiche Situation mit unseren Kindern vor, sie sind zwar satt, aber es gibt Schokolade für alle, oder nein, es reicht nicht, eine Gruppe der Kinder bekommt keine. Würden diese Kinder dafür Verständnis haben? Wie viele Kinder würden ihre Schokolade abgeben, oder teilen?

Unsere Kinder können nur stark werden mit Toleranz, Information, Empathie.....

Helikoptereltern machen Kinder schwach, das leuchtet ein, doch es gibt noch viel mehr Punkte an denen geschraubt werden muss, dass die Zukunft unsere Kinder nicht überfährt, denn wir müssen es uns abschminken, dass wir die "Reichen" sind, inzwischen werden wir überrollt und dafür braucht man starke Kinder und keine "Weicheier". Die Lösung der Probleme der Zukunft liegt in den Händen unserer Kinder, denn uns ist ja wohl allen klar, dass es so nicht weiter geht. Mit Ellenbogen und Egoismus wird das nichts werden.

Ein sehr gutes Buch, das zum Nachdenken anregt, wir meinen es ja nur gut.
Aber gut gemeint ist nicht gut gemacht, danke den Autoren uns das man deutlich unter die Nase zu reiben.

Ach ja und Erziehungstipps sucht man vergeblich in diesem Buch, da müssen wir schon selbst an uns arbeiten, denn jeder und jedes Kind ist anders und kann nicht in eine Form gezwängt werden.

Vielleicht bräuchte jeder eine Portion Jolina, denn wir haben unser Leben inzwischen nach ganz anderen Werten ausgerichtet und laut diesem Buch sind wir schon auf einem recht guten Weg.


gute Denkansätze werden gegeben, deren Umsetzung sich allerdings als sehr schwierig erweisen wird

Von: Buchmagie Datum : 23.03.2016

buchmagie.myblog.de/buchmagie/page/2014436/Impressum

Mit „Unsere Kinder Was sie für die Zukunft wirklich stark macht“ greift das Autorenduo Reimer Gronemeyer und Michaela Fink ein sehr wichtiges und aktuelles Thema auf. Unsere heutige Gesellschaft ist Leistungs- und Konsumorientiert und von Egoismus und „Ichlingen“ umgeben. Bereits unsere Kinder sind umgeben von einer digitalisierten Gesellschaft, die keinen Stillstand duldet, auf Wachstum und dauerhafte Optimierung orientiert ist. Wir vermitteln ihnen das Leistung das allerwichtigste ist und verplanen dabei schon den Tag unserer Jüngsten mit Terminen. Doch was passiert wenn die Kinder erwachsen werden? Stress, Bourn out und Depressionen sind vorprogrammiert.

Autoreninfo:

Reimer Gronemeyer wurde 1939 geboren. Er ist Dr.theol., Dr.rer. soc.Professor em.für Soziologie an der Justus – Liebig – Universität in Gießen. Arbeiten zu: Konflikte zuwischen Generationen, Hospizarbeit und Demenz sowie Entwicklung im südlichen Afrika gehören zu seinen Themen.

Michaela Fink wurde 1973 geboren. Sie ist Dr. phil. Soziologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Justus Liebig – Universität Gießen.

Mit ihrem Buch beleuchten die Autoren Themen, wie:

Die Krisen der Zukunft – wie unsere Kinder sie überleben können?
Bildung – was Kinder wirklich wissen sollten?
Sicherheit – ein Aus für die Helikopter –Eltern
Empathie – vom Narzissmus zum Du
Toleranz – vom Glück der Verschiedenheit
Information – Digitalisierung als Chance
Gesundheit – ADHS, Social Freezing und der Sinn von Parenting Apps
Stärke – der Weg in die richtige Richtung

Meinung:

Zusammen mit einigen Eltern habe ich dieses Buch gelesen und diskutiert und wir sind zur folgendem Resultat gekommen: Die Autoren sprechen eine Fülle von Themen an und werfen dabei viele Fragen in den Raum. Vieles was der Mensch heute ist und erreicht hat wird in Frage gestellt. Es wird beleuchtet, wie wir heute mit unseren Kindern umgehen. Das regt zum Nach- und Umdenken an, vermittelt Eltern aber auch sehr schnell ein schlechtes Gewissen.

Durch das Lesen der Lektüre ist es möglich eigene Fehler zu erkennen, allerdings wird nur in sehr geringen Maß auf andere Lösungsansätze und Wege hingewiesen. Weiterhin ist eine Umsetzung sehr schwierig, da die Eltern gegen eine ganze Gesellschaft mit ihren heutigen Normen und Werten ankämpfen müssen.

Insgesamt betrachtet geben die Autoren wichtige Denkansätze, deren Umsetzung sich aber als schwierig gestalten wird. Ich würde mir wünschen das viele Eltern dieses Buch lesen und gemeinsam die Voraussetzungen für ein glückliches und zufriedenes Leben unser Kinder schaffen.

Fazit:

Gute Denkansätze werden vermittelt, deren Umsetzung in der heutigen Gesellschaft sich leider als sehr schwierig gestalten wird

Der Titel des Buches führt auf die falsche Fährte ...

Von: T. K. aus --- Datum : 22.03.2016

Wer einen modernen Erziehungsratgeber erwartet, wird enttäuscht. Das Buch ist eher eine kulturkritische Bestandsaufnahme. Wie haben wir unsere Welt hier in den reichen wohlständigen Ländern eingerichtet, wie leben wir und was für eine Lebenswelt bieten wir unseren Kindern? Was geht zunehmend verloren in dieser schönen neuen Welt? Was werden diese Lebensumstände, die sie da vorfinden, bewirken bei den Kindern? Und die Autoren zeichnen durchaus düstere Bilder. Eine Welt, in der das Leben mehr und mehr als Planungsaufgabe verstanden wird, gemanaged werden muss, evaluiert und unablässig optimiert wird - die Kinder gleich mit, weil sie Bestandteil des Managementprojektes sind. Sinnvolle Bezüge, sinnstiftende Beziehungen und offene, nicht vorgeplante Entwicklungsmöglichkeiten gehen dabei verloren, weil man damit im Ranking einer digitalisierten Hochgeschwindigkeitskultur unter die Räder käme.

Eine besondere Stärke dieses Buches ist die Gegenüberstellung von europäischen und afrikanischen Kindheitsverläufen. Mit offensichtlich profunder Kenntnis der afrikanischen Situation gelingt es den Autoren, eindrückliche Bilder zu schaffen und den Blick für die eigene Situation zu schärfen. Da sehen wir ausgezehrte afrikanische Kinder, die aus der alltäglichen Erfahrung von überschaubaren und sinnvollen Lebensumständen und aus einer noch lebendigen Gemeinschaftlichkeit Stärke und Würde beziehen. Und wir sehen wohlgenährte, mit allen Accessoires des digitalen Zeitalters bis an die Zähne bewaffnete Kinder aus Europa, denen sinnvolle Lebensbezüge abhanden gekommen sind und die sozial merkwürdig kraftlos und ausgezehrt wirken.

Immer wieder stutzt man mit dem innerlichen Satz: Das war jetzt aber etwas polemisch! Und stellt dann meistens - fast schon bestürzt - fest, dass die Analyse leider zutreffend ist. Natürlich kann man nicht "alles über einen Kamm scheren". Nicht alles ist so und nicht überall. Aber die Autoren haben wohl auch nicht den Anspruch, die ganze Wirklichkeit vollständig abzubilden. Es werden Tendenzen und Auswüchse thematisiert, die allerdings im Begriff sind, ein epidemisches Ausmaß anzunehmen. Und auch die afrikanische Situation ist natürlich nicht das verloren gegangene Paradies, zu dem es zurück zu finden gilt. Aber es schärft den Blick für die eigene Lage.
Was haben wir unseren Kindern anzubieten außer einem grenzenlosem materiellen Wohlstand und einer technokratischen Fortschrittsglückseligkeit? Was brauchen Sie von uns? Es geht um sehr Grundlegendes - um Stärke, um Sinn, um Würde, um überschaubare Lebensbezüge, um Verbindlichkeit, Gemeinschaftlichkeit, Vertrauen. Damit beschäftigen sich die Autoren in diesem Buch und das klingt an im Schlusskapitel.

Das Buch ist kein "Gute Laune Buch". Aber man wünscht ihm viele Leser - Menschen, die sich davon inspirieren und nachdenklich machen lassen und ebenso viele, die sich von diesem Buch ärgern lassen.