Leserstimmen zu
Im Labyrinth der Lügen

Ute Krause

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Hörbuch CD
€ 14,99 [D]* inkl. MwSt. | € 16,90 [A]* | CHF 21,90* (* empf. VK-Preis)

"Im Labyrinth der Lügen" eine sehr berührende Geschichte, wie sie ganz sicher tausende Male so oder so ähnlich in der DDR passiert ist. Eine Geschichte, die ein (ganz klein) wenig zeigt, wie der Geheimdienst in der DDR agiert hat. Es ist die Geschichte von Paul, seiner Oma, dem Onkel und nicht zuletzt seiner Freundin Milli. Das Zuhören geht nahe. Auch wenn es ein gutes Ende nimmt, hallt alles noch lange nach. Es ist spürbar, dass die Autorin Kinderbücher schreibt, ihr Schreibstil ist aussagekräftig und leicht verständlich. Und der Sprecher findet die richtige Tonart, so dass der Zuhörer (egal welchen Alters) von seinen Worten gefesselt wird. Ein wirklich empfehlenswertes Hörbüch.

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Eltern bei Republikflucht festgenommen Paul, 12 Jahre alt und Schüler in Ost-Berlin, lebt bei seiner Großmutter und seinem Onkel, seit seine Eltern im Gefängnis sind. Sie hatten versucht, mit ihm zu fliehen, Paul kam in ein Kinderheim, aus dem er von seiner Oma geholt wurde. Sein Onkel arbeitet als Nachtwächter im Pergamon-Museum. Als er ihn eines Abends zusammen mit seiner neuen Klassenkameradin Milena, genannt Millie, besucht, hören die beiden merkwürdige Geräusche. Statt nach Hause zu gehen, schleichen sich die beiden zurück ins Museum. Dort beobachten sie merkwürdige Vorgänge. Paul versucht, das Gesehene zu verstehen. Er hat das Gefühl, dass alle Erwachsenen ihn belügen. Dann durchwühlt auch noch die Stasi die Wohnung. Paul versteht die Welt nicht mehr. Zwei Außenseiter schließen Freundschaft Paul muss viel mehr aushalten als die meisten anderen Jungen. Seine Eltern sind im Gefängnis, was er seinen Klassenkameraden natürlich verschweigt. Dann werden sie von der Bundesrepublik freigekauft und er fürchtet, sie nie mehr wieder zu sehen. Seine neue Klassenkameradin Millie ist wegen ihrer dunklen Hautfarbe, die Mutter ist Kubanerin, ebenfalls Außenseiterin. Als die beiden sich anfreunden, ist Paul glücklich, endlich jemanden gefunden zu haben, mit dem er offen reden kann. Doch dann geschehen Dinge, die ihn auch an Millie zweifeln lassen. Eine spannende Verfolgungsjagd in Ost-Berlin Das sehr spannende Hörbuch ist zum einen ein toller Bericht über die DDR. Vieles wird ganz nebenbei erwähnt, manches auch etwas ausführlicher erklärt, weil Paul beispielsweise seinen Onkel danach fragt. Eine weitere Handlungsebene nimmt die abenteuerliche Geschichte um die Vorgänge im Pergamon-Museum ein. Paul und Milena spielen Detektiv, doch aus der harmlosen Schnüffelei wird schnell eine sehr ernste Angelegenheit mit schlimmen Konsequenzen. Die dritte Ebene ist der Blick zurück auf die Geschichte der Göttin Ishtar, Babylons und des Ishtar-Tors, die eine wichtige Rolle spielt. Onkel Henri erzählt Paul und Milena erstmals davon, als sie ihn im Museum besuchen, später gibt es immer weitere Informationen. Das bedeutet, dass eine unheimliche Menge an Sachinformationen übermittelt werden. Das könnte leicht zu viel werden, ist es aber nach meinem Empfinden aber nicht, weil alles so gut in die Handlung integriert ist. Toller Mix aus Fakten und spannender Handlung Ich finde die Geschichte gleichzeitig sehr spannend und sehr informativ. Niemand weiß hier, wem er trauen kann, nicht einmal der eigenen Familie, die Atmosphäre ist daher meist etwas angespannt, das kommt sehr gut rüber. Sehr gut gefällt mir, dass die Geschichte nicht endet, als es einen Einschnitt in Pauls Leben gibt (ich will hier nicht zu viel verraten), sondern dass auch noch in die Zukunft geblickt wird und schließlich eine endgültige Aufklärung der Ereignisse erfolgt, die mit Überraschungen verbunden ist. Man hat sich eben doch nicht alles ganz richtig zusammengereimt. Der Hörer weiß also niemals mehr als Paul und muss ebenso wie er ziemlich lange warten, bevor er alles versteht. Vorleser Stefan Kaminski gelingt es, die Stimmungen gut aufzugreifen und den Personen viel Leben einzuhauchen. Zusatzinfos im Booklet Obwohl das meiste im Hörbuch erklärt wird, enthält das Booklet ein vierseitiges DDR-Glossar, in dem man Informationen zu Schlagwörtern wie Arbeiter- und Bauernstaat, Fahnenappell, SED oder Wanze nachlesen kann. Außerdem enthält es eine doppelseitige Berlinkarte, auf der die Schauplätze wie die Museumsinsel, der Bahnhof Friedrichstraße, das Theater am Schiffbauerdamm und das Metropol Hotel eingezeichnet sind. Fazit Spannend, informativ, lehrreich – ein empfehlenswertes Hörbuch für Kinder von 10 bis 14 Jahren, aber auch Erwachsene langweilen sich nicht, das geschickt DDR-Geschichte mit einer spannenden Krimi- und Spionagehandlung verbindet.

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Die Nachricht trifft Paul wie ein Schlag: Seine Eltern sind nach einem gescheiterten Fluchtversuch aus dem Gefängnis freigekauft worden und fangen im Westen ein neues Leben an - ohne ihn ! Wird Paul sie je wiedersehen ? Er kann Ostberlin nicht verlassen, wo er bei seiner Oma und Onkel Henri lebt, der im Pergamonmuseum als Nachtwächter arbeitet. Als Paul ihn eines Abends mit seiner Freundin Millie im Museum besucht, hören sie unerklärliche Geräsche : Ist Onkel Henry in schmutzige Geschäfte verwickelt ? Auch Oma rückt nicht mit der Wahrheit heraus. Paul und Millie nehmen die Fährte auf und bringen damit alle in Gefahr. Ich bin ja in der Zeit, in der es zwei Deutschland gab, aufgewachsen. Man hat viel über die DDR gehört, doch irgendwie konnte ich mir das reale Leben dort nicht vorstellen. Ich weiß auch nicht, ob der Roman einen wahren Hintergrund hat, aber irgendwie ist dieses Hörbuch sehr real für mich gewesen. Ich habe mit dem 12-jährigen Paul mitgelebt, habe seinen Schmerz über den "Verlust" seiner Eltern verstanden, aber auch wie er mißtrauisch seine Umgebung beobachtete und nur zu Oma und Onkel Henri Vertrauen hatte. An Pauls Seite ist Millie, die sich als wahre Freundin erwies, obwohl ihr Vater ein Spitzel für die Stasi war. Also war doppelte Vorsicht geboten. Die Geschichte ist so real geschrieben, dass ich kaum die Stop-Taste drücken konnte, so gefesselt war ich davon. Aber, wie wir ja alle wissen, war da dann trotz aller Verwicklungen und Lügen der Mauerfall und so hat diese Geschichte ihr gutes Ende gefunden. Stefan Kaminski hat dieses Hörbuch zu etwas ganz besonderem gemacht, er hat es verstanden, dass man sich die Geschichte richtig gut vorstellen konnte. Letztendlich bin ich froh über dieses Hörbuch und ich werde es bestimmt noch einige Male anhören, einfach um mich daran zu erinnern, wie Menschen in einem überwachten Staat leben mussten, egal ob die Geschichte erfunden war oder nicht. Meine Bewertung : 5 von 5 möglichen Punkten - mehr Punkte gehen leider nicht An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim Verlag bedanken, der mir dieses Hörbuch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Jedoch möchte ich ebenso betonen, dass es sich bei meiner Rezension um meine eigene Meinung handelt.

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Der welterfahrenen Autorin Ute Kraus ist mit „Im Labyrinth der Lügen“ meines Erachtens ein wahres Meisterwerk geglückt. Die Geschichte um den zwölfjährigen Paul beruht auf wahren Begebenheiten und ist dermaßen spannend und gleichzeitig einfühlsam geschrieben, dass sie mir förmlich unter die Haut ging. Der Plot spielt in der Mitte der 1980er Jahre in Ostberlin. Der Protagonist Paul lebt gemeinsam mit seinem Onkel Henri und seiner Oma in einer kleinen Wohnung, denn seine Eltern sind ohne ihn in den Westen gezogen. Bei einem Fluchtversuch, den sie mit ihm unternahmen, wurden sie inhaftiert und schließlich vom Westen freigekauft. Damals wurde er zunächst in ein Heim mit anderen Kindern, deren Eltern ebenfalls politisch verfolgt wurden, gesteckt. Nachdem seine Großmutter ihn ausfindig gemacht hatte, konnte er wenigstens das Heim verlassen. Obwohl er sich mit seiner Oma und seinem Onkel gut versteht, vermisst er seine Eltern sehr und fühlt sich auch ein Stück weit von ihnen im Stich gelassen. Außerdem muss er ständig auf der Hut sein, da er als Kind von „fahnenflüchtigen“ Eltern natürlich besonders im Visier des Regimes steht. Daher ist er sehr in sich gekehrt und hat keine Freunde. Dies ändert sich, als Millie in seine Klasse kommt. Natürlich muss dieses zarte Freundschaftspflänzchen erst langsam wachsen, denn das kreolische Mädchen, dessen Mutter aus Kuba stammt, muss ihn erst aus seinem Schneckenhaus locken. Nach und nach wird Millie zu einer Vertrauten. Aber nicht nur Paul muss unter der missglückten Flucht seiner Eltern leiden. Auch sein Onkel durfte sein Archäologiestudium nicht beenden und arbeitet stattdessen als Wächter im Pergamonmuseum. Seine Oma musste ihre Arbeit in einer Bibliothek gegen den Posten einer Klofrau eintauschen. Doch die beiden kümmern sich trotzdem liebevoll um Paul. Als Paul seinen Onkel eines Abends im Museum besucht, hört er merkwürdige Geräusche, die sein Onkel mit der nahegelegenen Bahnstrecke begründet. Doch bei einem weiteren Besuch mit Millie gibt es weitere merkwürdige Vorkommnisse und die beiden beginnen der Sache auf den Grund zu gehen. Nach und nach ergibt sich ein Dickicht aus nebulösen Geheimnissen. Es gibt gegenseitige Verfolgungen, plötzliche Stasiverhöre und Bespitzelungen. Paul weiß schließlich nicht mehr, wem er vertrauen kann. Diese Geschichte veranschaulicht den Unrechtsstaat des DDR Regimes auf einfühlsame Weise. Sie zeigt auch auf, wie schnell man selber zu einem Spitzel werden konnte und dass es selbst unter nahen Verwandten zu Verrat, Zweifeln und Verdächtigungen kam. Der Hörbuchsprecher Stefan Kaminski, der selber in Ostberlin groß wurde, liest so unglaublich authentisch und lebendig vor, dass man förmlich mit der Geschichte verschmilzt. Seine Stimmvariationen geben jedem Charakter seine eigene Persönlichkeit. Er moduliert und betont so, dass sowohl die Spannung, als auch die Gefühlslagen und die Dialoge lebensecht vermittelt werden. Sehr gut gefällt mir, dass den Hörbuch-CDs ein kleines Booklet beiliegt, das ein Glossar zu den wichtigsten DDR-Begrifflichkeiten wie „Horch und Guck“ oder „Erichs Krönung“ sowie eine Karte von Ost- und Westberlin enthält, so dass sich Westdeutsche, Nicht-Berliner und jüngere Jahrgänge schnell orientieren können. Fazit: Dieses als Kinderbuch deklarierte Stück enthält eine so spannende DDR-Story mit toll recherchierten Hintergründen, dass es sicher auch Jugendliche und Erwachsene unterhalten wird. Mich jedenfalls hat ses so in seinen Bann gezogen, dass ich die Beklemmungen, Ängste und Befürchtungen förmlich körperlich spüren konnte. Ein tolles Buch gegen das Vergessen, das zu meinen diesjährigen Hör-Highlights gehört.

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DDR: Nachdem seine Eltern bei der Flucht aus Ost-Berlin in die Bundesrepublik geschnappt wurden, werden sie ins Gefängnis gesperrt und ihr zwölfjähriger Sohn Paul wird in ein Heim gebracht, wo er mehrere schreckliche Monate verbringen muss, ehe er von seiner Oma herausgeholt werden kann. Nun lebt Paul mit seinen Onkel Henri und seiner Oma in Ost-Berlin. Seine Eltern wurden von der Bundesrepublik freigekauft und leben in West-Berlin. Durch die Mauer getrennt leben sie nun wie in unterschiedlichen Welten. Paul ist enttäuscht und weiß nicht ob er seine Eltern jemals wiedersehen wird. Der Vorfall mit seinen Eltern hat den Jungen dazu gebracht sich zurückzuziehen und niemanden zu vertrauen, denn es lauern überall Spione und Gefahr. Deshalb hat er kaum Kontakt zu seinen Klassenkollegen, doch das ändert sich als Milena in seine Klasse kommt. Millie und er verstehen sich von Anfang an sehr gut, denn auch ihre Familie ist zerrissen. Eins Abends besuchen die beiden Pauls Onkel im Pergamonmuseum, wo er als Nachtwächter arbeitet. Sie hören seltsame Geräusche und ehe sie es sich versehen geraten sie durch ihre Nachforschungen in große Gefahr... Ute Krause, die durch zahlreiche Kinderbücher bereits bekannt ist, erzählt nun die spannende Geschichte des zwölfjährigen Pauls, der in der DDR aufwächst und dessen Eltern in der Bundesrepublik leben. Die Autorin schildert den Alltag des Jungen und lässt Paul dann ein spannendes und gefährliches Abenteuer erleben. Das Hörbuch wird von dem bekannten Sprecher Stefan Kaminski zum Leben erweckt, der eine sehr lebendige Stimme hat. Dem Sprecher gelingt es die richtige Stimmung einzufangen und die Hörer sofort mitzureißen. Die Altersempfehlung ist ab zehn Jahren, doch auch Erwachsene werden mit diesem Hörbuch sehr gut unterhalten, denn der Autorin ist es gelungen eine spannende Mischung aus Abenteuer, Spionage, Freundschaft, Loyalität und Vertrauen zu kreieren.

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Inhalt: Paul lebt in der DDR und hat seine Eltern schon lange nicht mehr gesehen, weil sie erst im Gefängnis waren und dann von der BRD freigekauft wurde. Daher lebt er bei seinem Onkel und seiner Oma. Eines nachts besucht er mit seiner Klassenkameradin Millie seinen Onkel Henri bei seiner Arbeit im Museum. Dort hören die beiden Kinder seltsame Geräusche, beginnen Nachforschungen anzustellen und ein großes Abenteuer nimmt seinen Anfang, das allerdings nicht ganz ungefährlich ist und für Paul und seine Familie weit reichende Konsequenzen hat. Rezension: Schon das Cover finde ich genial und es passt super zum Hörbuch. Die Geschichte von Paul ist sehr spannend und auch wenn ich natürlich weiß, dass sich solche Geschichten täglich in der DDR zugetragen haben, war es doch erschreckend sie noch einmal so zu hören und dabei zu wissen, dass sie auf einer wahren Begebenheit beruht. Ich bin mir sicher, dass dieses Hörbuch das Potential hat auch Jugendlichen diesen Aspekt der deutschen Geschichte nahe zu bringen – weil sie durch Paul und seine Freunde und Familie so unglaublich real und greifbar wird. Dabei ist sie kein bisschen trocken, sondern sehr authentisch und lebendig und man bekommt sehr viel von den alltäglichen Probleme mit, z.B. dem Aspekt, das Paul nicht mehr weiß was er denken und wem er vertrauen kann. So bekommt man einen ganz neuen Blick auf das Thema Freundschaft und Ehrlichkeit. Ich bin echt begeistert und kann das Hörbuch nur weiterempfehlen und das nicht nur aber auch ganz besonders an Jugendliche.

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Der 12 jährige Paul lebt bei seiner Oma und seinem Onkel Henrie. Warum nicht bei seinen Eltern? Diese wurden nach einem gescheiterten Fluchtversuch aus Ostberlin festgenommen und nach einer langen Zeit im Gefängnis von der Westdeutschen Regierung freigekauft. Das alleine ist ja schon ein harter Brocken für ein Kind. Wird er seine Eltern je wieder sehen? Wenn ja, wann? Als sich dann auch noch Ungereimtheiten bei Onkel Henries Arbeitsstelle im Naturkundemuseum auftun, riecht Paul Lunte. Zusammen mit seiner Freundin Millie fängt er an zu "ermitteln" und zu hinterfragen.... und bringt dadurch nicht nur sich in höchste Gefahr! Das Hörbuch ist wirklich toll! Für mich war es spannend diese besondere Stimmung so mitzuerleben. Einerseits ist das Leben in der DDR natürlich für Paul und seine Familie Alltag, aber trotzdem eben auch "ungewöhnlich". Darauf zu achten, wenn man zB. "West"-Fernsehen sehen möchte, dass dann der Ton gaanz leise gestellt werden muss, da der Nachbar solch ein Fehlverhalten melden würde. Aber eben auch diese Situation, dass Pauls Eltern erst ins Gefängnis kommen und dann auch noch in den Westen freigekauft werden.. Oft habe ich mich daran erinnert, wie ich in meiner Jugend 2x im "Osten" zu einem Treffen war und wie wir da vorher gebrieft und ermahnt wurden, ja nichts falsches zu sagen oder zu tun. Und auch an die "Angst" kann ich mich noch gut erinnern. Dieses Gefühl des Beobachtet-werden. Nichtsdestotrotz gibt es auch luftige Anteile bei dem Hörbuch. Die Geschichte ist wirklich spannend und absolut rund! Mir hat es definitiv gefallen und ich würde es auch weiter empfehlen! So vergebe ich 4,5 von 5 Sterne

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Im Labyrinth der Lügen Paul ist ein 12 jähriger Junge, der Mitte der 80er Jahre in Ostberlin lebt. Seine Eltern sind seit 2 Jahren als politische Gefangene, nach einem gescheiterten Fluchtversuch inhaftiert. Seit 1,5 Jahren lebt er bei seiner Oma und seinem Onkel Henri in einer kleinen Wohnung. Er ist froh, nicht mehr im Kinderheim zu leben, wohin man ihn nach der Festnahme seiner Eltern brachte. Es gibt so viel, worüber er wegen seiner Eltern schweigen muß, besonders als er erfährt, daß seine Eltern von der BRD freigekauft wurden und nun in West-Berlin leben. In der DDR war Schweigen Gold, überall konnte man abgehört und bespitzelt werden. Daher kapselt er sich innerhalb seiner Klasse ab, bis Millie in seine Klasse kommt. Auch sie ist anders, sie hat keine Mutter und sieht irgendwie exotisch aus. Als sie einmal gemeinsam Onkel Henri abends zum Picknick im Pergamonmuseum besuchen, wo der studierte Archäologe als Nachtwächter arbeitet, geraten sie zufällig in einen Strudel aus Geheimnissen, Verfolgungsjagden, Stasibespitzelung und allem, was die DDR zu einem Unrechtsstaat machte. Da sich dieses Hörbuch an Kinder ab 10 Jahren richtet, ist das Booklet mit einem ausführlichen Glossar mit wichtigen DDR-Begriffen und einer Karte von Ost- und Westberlin ausgestattet, was ich für Kinder sehr hilfreich finde. Das Hörbuch ist daher für Kinder eindeutig einem Download vorzuziehen. Stefan Kaminsky liest das Abenteuer lebendig, abwechslungsreich und mit stimmlich gut zu unterscheidenden Persönlichkeiten. Die Geschichte hat mich von Anfang an in den Bann gezogen, auch wenn ich wegen der Thematik von einem Jugendbuch ausging. Ich bin froh über den Irrtum, denn auch wenn ich die DDR noch bewußt miterlebt habe, ist es zur Vermeidung des Vergessens wichtig, sich die Einschränkungen immer wieder emotional zu durchleben. Das gelingt er erfahrenen Autorin ausgezeichnet. Neben Spannung, Freundschaft, Loyalität vermittelt sie auch viel von der Stimmung in der damaligen DDR. Auch wenn sich viele meiner Zeitgenossen sich an eine schöne Kindheit in der DDR erinnern, ist dies doch für ganz viele andere nicht der Fall. Ein wichtiges Buch, um die DDR für Kinder erlebbar zu machen. Durch die spannende quasi Agentengeschichte ist es quasi Wissensvermittlung en passant! Super! Absolute Hörempfehlung und auch sicher als Buch top!

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