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Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen

Die Geschichte der Bienen Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-75684-1

Erschienen: 20.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Bestseller Platz 6
Spiegel Hardcover Belletristik

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Kundenrezensionen

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Bienen und Menschen gehören zusammen

Von: Dirk Heinemann Datum : 13.09.2017

dirkfb.wixsite.com/dirkliestundtestet

Vor einiger Zeit habe ich den Film "More than honey" gesehen, der sehr interessant aber auch traurig ist. Als ich durch Zufall auf dieses Buch gestoßen bin, musste ich gleich an den Film denken und entschied mich es zu lesen.

Das Buch erzählt drei Geschichten, die alle in der Ich-Form geschrieben sind. William, George und Tao erzählen über ihr Leben.

William lebt im Jahre 1852 in England. Er ist Samenhändler und bettlägerich. Durch seinen Sohn kommt er auf die Idee einen Bienenstock zu entwickeln, um die Bienen besser beobachten zu können. Bisher gibt es nur unpraktische Bienenkörbe.

George lebt im Jahre 2007 in Ohio. Er entstammt einer Imkerfamilie und kämpft mit dem bereits auftretenden Bienensterben.

Tao lebt in der Zukunft im Jahre 2098 in China. Sie ist Arbeiterin und bestäubt jeden Tag Blüten mit der Hand, da die Bienen inzwischen komplett verschwunden sind. An ihrem freien Tag hat ihr Junge einen Unfall.

Auf den ersten Blick bzw. in den ersten Kapiteln gibt es keinen wirklichen Zusammenhang zwischen den Geschichten, doch am Ende wird alles klar.
Maja Lunde schafft es durch das abwechselnde Erzählen der drei Stories in allen eine gewisse Spannung aufzubauen. Auch wenn das Buch zum Teil in der Zukunft spielt, basiert es doch auf Tatsachen. Es handelt sich um einen Roman in den fachliche Aspekte wunderbar eingeflochten wurden.

Bislang wird weltweit viel zu wenig auf das Bienensterben eingegangen. Doch ohne Bienen kann der Mensch nicht oder nur sehr schwer überleben. Vielleicht schafft es dieses Buch mehr Aufmerksam auf das brisante Thema zu richten.

Mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich gebe ihn 5 Sterne.

Maja Lundes „Die Geschichte der Bienen“

Von: Martina Sander, Besser Nord als nie! Datum : 11.09.2017

www.besser-nord-als-nie.net

Wer Maja Lundes „Die Geschichte der Bienen“ noch nicht kennt, dem sei hier ein Roman empfohlen, der spannend und hochaktuell ist und zu Recht mit dem Norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet wurde.

Drei Handlungsstränge aus unterschiedlichen Epochen führen die Historie der Bienen zu einem kunstvollen Ganzen: Der Forscher William versucht sich 1852 im viktorianischen England mit seiner Tochter an einem innovativen Bienenstock-Patent. Der Farmer George glaubt 2007 an die Expansion seiner Bienenzucht, sein Sohn Tom möchte als Journalist, aber niemals als Imker zum Erbe beitragen. 2098 sind die Bienen weltweit längst ausgestorben. Tao bestäubt in China als Arbeiterin auf riesigen Obstplantagen die Bäume von Hand, bis ihr kleiner Sohn einen mysteriösen Unfall erleidet.

Maja Lunde, Jahrgang 1975 und Mutter dreier Söhne, wünscht sich für nachfolgende Generationen eine lebenswerte Umwelt, ihre Botschaft ist klar. Das Bienensterben ist allerdings kein zukünftiges Schreckensszenario, sondern durch Monokultur, Schädlingsbefall und Insektizide längst Realität. Ihr Buch ist aber nicht allein ein eindringlicher und gut lesbarer Ökokrimi, ein weiteres Thema ist ihr wichtig: die wechselseitigen Verbindungen zwischen Eltern und Kindern. Jeder ihrer Plots interpretiert eine neue schwierige Eltern- und Kindbeziehung um Erwartungen, Hoffnungen und Verluste. Und am Ende des Buches schließt sich der Kreis sogar und die Verbindung der drei unterschiedlichen Charakter untereinander wird klar.

Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen

Von: Eva Datum : 30.08.2017

www.thelostartofkeepingsecrets.wordpress.com


Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.

Albert Einstein

Seit vielen Jahren wird bereits vor dem Bienensterben gewarnt. Erst letzte Woche hat Sarah Wiener, die vor allen Dingen als TV-Köchin bekannt ist, eine Petition gegen das Bienensterben gestartet. Und die Zahlen sind tatsächlich erschreckend. 1990 gab es noch 1,1 Millionen Honigbienen in Deutschland, mittlerweile sind es noch 700 000 Bienen.

Die geschichte der bienenDie Norwegerin Maja Lunde macht in ihrem internationalen Bestseller Die Geschichte der Bienen das Bienensterben und die Folgen für Mensch und Umwelt zum Thema. Aber es geht nicht nur um Bienen. Die Osloerin, die bereits zahlreiche erfolgreiche Kinder- und Jugendbücher schrieb, erzählt die Geschichte von drei unterschiedlichen Menschen, die in verschiedenen Epochen und auf unterschiedlichen Kontinenten leben und deren Schicksal durch die kleinen Insekten entscheidend mitbestimmt wird.

Zum einen gibt es den Samenhändler und Bienenforscher William Savage aus England. William hatte eigentlich vor, eine Karriere als Naturforscher zu beginnen. Aber sein Mentor glaubt nicht mehr an ihn und als Familienvater muss er dafür sorgen, dass seine Kinder und seine Frau einigermaßen versorgt sind. Das gelingt ihm mehr schlecht als recht, sein Laden läuft nicht, in der Forschung fühlt er sich verloren. Schwermütig liegt er tagelang im Bett und hofft wenigstens seinen ältesten Sohn Edward für eine naturwissenschaftliche Karriere erwärmen zu können. Aber Edward denkt nicht einmal daran, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Für den Vater überraschend, kann sich Williams Tochter Charlotte für die Forschung ihres Vaters begeistern. Gemeinsam basteln sie an einem Bienenstock, der es den Imkern erleichtern soll, den Honig zu ernten, ohne die Bienen zu gefährden. Die Bienen könnten stattdessen domestiziert werden, wie andere Nutztiere. William glaubt, am Höhepunkt seiner Forschung angekommen zu sein.


Ich fing mit Skizzen an, leichte Kohlestriche auf dem Papier, ungenauer Größenangaben, (…) und allmählich nahm er vor meinen Augen Form an, wurde deutlicher, die Striche wurden präziser, die Maße genauer. Und endlich, am 21. Tag, war der Bienenstock fertig.

Dann gibt es den Imker George, der in Ohio daran arbeitet, seinen Hof zu vergrößern. Wie viele seiner Kolleg*innen reist er mit seinen Bienen durch das Land, damit sie die Blüten bestäuben. Anders als seine Kolleg*innen versucht George alles, damit sich die Bienen wohl fühlen, damit sie nicht gestresst sind. Irgendwann soll sein Sohn die Farm und die Bienenstöcke übernehmen. Aber Tom hat kein Interesse an den Bienen, sondern möchte Journalist werden. Der Schock ist groß, als George zu den ersten Farmer*innen gehört, die 2007 vom Colony Collapse Disorder bedroht sind, einem spontanen Bienensterben, das viele Imker überraschend traf. Georges Existenz steht vor dem Aus – soll er weitermachen oder die Imkerei aufgeben?

Eine der spannendsten und eindrücklichsten Figuren ist die Arbeiterin Tao. Sie lebt im Jahr 2098 in China und bestäubt Blüten mit der Hand, weil es mittlerweile kaum noch Bienen oder andere Insekten auf der Welt gibt.


Jetzt summte aus Richtung des Waldes eine Fliege heran, ein seltener Anblick, sowie ich schon seit Tagen keine Vögel mehr gesehen hatte, auch sie waren weniger geworden. Sie machten Jagd auf die wenigen Insekten, die es noch gab, und hungerten ansonsten wie der Rest der Welt auch.

Bei einem Ausflug mit ihrem Mann Kuon und ihrem Sohn Wei-Wen kommt es zu einem Zwischenfall. Ihr Sohn wird nach Peking in ein Krankenhaus gebracht, aber niemand erklärt den Eltern, was passiert ist. Tao fährt nach Peking – in eine Stadt, die aufgrund der Nahrungsmittelknappheit fast ausgestorben ist und versucht ihren Sohn zu finden.

In jeder Episode, die um die Hauptfiguren William, George und Tao kreist, geht es um das Verhältnis der Menschen zu den Bienen. Maja Lunde zeigt anhand ihrer unterschiedlichen Figuren, welche Folgen das Bienensterben haben kann und in der Episode um Tao auch die globalen Folgen dieser Katastrophe. Das ist ein spannender Aspekt, der besonders in Taos Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Aber es werden nicht nur bestehende Probleme fiktionalisiert und auf den Punkt gebracht. In allen drei Episoden spielen auch immer wieder Familien und die Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern eine wichtige Rolle.

Die Geschichte der Bienen ist thematisch aktueller, als sicherlich die meisten von uns denken. Ich habe vor Kurzem den Dokumentarfilm More than Honey auf Netflix gesehen, den Maja Lunde auch als Inspirationsquelle im Nachwort nennt. Insofern ist es wirklich grandios, wie gekonnt Maja Lunde dieses wichtige Thema aufgreift. Ansonsten ist der Roman sehr klassisch konstruiert, es gibt keine Überraschungen, die sich irgendwo verbergen, keine doppelten Böden, keine ungeklärten Fragen, Formulierungen oder Wendungen, die einer besonderen Interpretation bedürfen.

Die Geschichte der Bienen ist eine unterhaltsame, spannende und wirklich gut gemachte Familiengeschichte, in der das Leben und Sterben der Bienen das verbindende Element zwischen ganz unterschiedlichen Figuren ist. Für mich ist Die Geschichte der Bienen ein Sommer-, Strand- und Urlaubsbuch, das mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Eine hochinteressante Geschichte

Von: zauberblume Datum : 23.08.2017

https://www.lovelybooks.de/mitglied/zauberblume/

"Die Geschichte der Bienen" ist der erste Erwachsenenroman aus der Feder norwegischen Schriftstellerin Maja Lunde. Für mich ein absolutes Lesehighlight und ein Bestsellerroman. Eine hochinteressante Geschichte, die zum Nachdenken anregt und mich auch wirklich sehr bewegt hat.

Paralell werden drei Geschichten in unterschiedlichen Zeit erzählt. Wir befinden uns im England im Jahr 1852: Hier lebt William. Seit Wochen liegt er in seinem Zimmer und handert mit sich und seinem Schicksal. Er ist Biologe und Samenhändler. Doch als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich von ihm abgewandt. Doch dann hat er eine Idee. Er lässt sich einen völlig neuartigen Bienenstock anfertigen. Dann wandern wir ins Jahr 2007. Hier machen wir in Ohio, USA, Station. Hier lebt Imker George auf seiner Farm und er träumt davon, seinen Hof zu vergrößern. Schließlich will er ihn gemeinsam mit seinem Sohn Tom führen. Doch George ist enttäuscht. Tom will Journalist werden. Und dann passiert eines Tages etwas Schreckliches. Die Bienen verschwinden und Georges Existenz ist bedroht. Zu guter Letzt reisen wir in die Zukunft. Wir erleben das Jahr 2098 in China. Mittlerweile werden hier die Bäume von Arbeiterinnen per Hand bestäubt, nachdem es ja keine Bienen mehr gibt. Tao ist eine von ihnen. Sie wünscht sich für ihren 3jährigen Sohn Wei-Wen ein besseres Leben. Und dann passiert ein mysteriöser Unfall, der alles in Frage stellt......

Wirklich beeindruckend! Drei Lebensgeschichten in unterschiedlichen Ländern, die alle durch die Bienen miteinander verbunden sind. Der Schreibstil der Autorin ist wirklich herausragend. Man ist von ersten Augenblick von der Geschichte gefesselt. Gerne hätte ich ja William mal gerüttelt, was hat er sich eigentlich mit seinem Verhalten gedacht. Seine Familie so im Stich zu lassen. Er war mir ja nicht sonderlich symphatisch. Und dann ist da George, der für seinen Traum lebt. Man spürt förmlich mit welcher Begeisterung er sich um seine Bienenvölker kümmert und fühlt mit ihm, als die Bienen sterben. Auch kann mir das Leben auf seiner Farm wirklich bildlich vorstellen. Er hat gekämpft und am Ende verloren. Doch sein Sohn hat seinen Weg gemacht, wirklich beeindruckend. Am meisten berührt hat mich jedoch Taos Geschichte. Wenn man sich das mal vorstellt, keine Bienen mehr und was davon alles abhängt. Eine Mahnung an uns, dass wir mit der Natur pfleglicher umgehen sollen und sich des öfteren über das eine oder andere Gedanken machen sollte. Nicht alles ist selbstverständlich. Man sieht, wie schnell sich eigentlich vieles ins Negative umwandeln kann. Ein wirklich schrecklicher Gedanke. Und dann das Schicksal von Wei-Wen, das ich zutiefst berührt hat. Eine herausragende Geschichte, die wirklich zum Nachdenken anregt.

Ein unglaubliches Buch. Ich habe viel über das Leben und Wirken der Bienen gelernt. War wirklich hochinteressant. Mit dieser Lektüre habe ich unterhaltsame, berührende und nachdenkliche Lesestunden verbracht. Das Cover wirkt etwas melancholisch auf mich, aber es passt zu dem Gesamtwerk. Gerne vergebe ich 5 Sterne.

Völlig überbewertet

Von: ulw aus Wetter Datum : 18.08.2017

Drei Zeiträume, drei Protagonisten(innen), drei Geschichten, eine große Langeweile. Und irgendwie da drinnen die Bienen, von denen man nichts, aber auch gar nichts neues erfährt außer, dass sie irgendwann mal aussterben werden.

Aber das wird früher oder später jeder uns bekannten Lebensform so ergehen.

Als Historienroman uninteressant bis zum Gehtnichmehr, als Gegenwartsliteratur nichtssagend, als SF-Roman ein völliger Versager, als Einschlafhilfe alle erste Sahne. Daher einen Stern.

Die in einer Rezension in der Presse erwähnten "anspruchsvollen und bewegenden Familiengeschichten" und die "großen Zusammenhänge des Lebens" habe ich entweder übersehen oder sie sind schlicht nicht vorhanden. Warum dieses Buch einer Schriftstellerin, die sich als Kinder- und Jugendbuchautorin einen Namen machte, von der Presse so bejubelt wird ist mir unverständlich. Man redet ja inzwischen sogar von Plänen einer Verfilmung. Vielleicht hat man ja bei einem internationalen Kurzfilmfestival Aussicht auf Erfolg, denn für volle neunzig Minuten sehe ich zu wenig Substanz.

Die Themen generationenübergreifender Umweltproblematik und Konflikte zwischen Generationen sind anderswo lesenswerter beschrieben worden und zu wichtig, als dass man sich dazu bei Maja Lunde durch mehr als fünfhundert Seiten quälen muss.

Auf mich wirkte das bemühte Geschreibsel der Norwegerin Lunde ermüdend, es in der Presse und den Medien als große Literatur darzustellen zeigt entweder, dass man den Wälzer nur quergelesen hat, um was Schlaues schreiben/sagen zu können oder man hat es gleich gar nicht erst aufgeschlagen und schreibt trotzdem was.

Wer was über Bienen erfahren will greife zum Biologiebuch, wer unterhalten werden will greife nicht zu Lunde.

Meine Meinung zum Buch, andere mögen das nicht so sehen. Denen wünsche ich viel Spaß beim Langweilen. Wer unbedingt was Spannendes über Bienen lesen will, dem seien die Bücher von Waldemar Bonsels empfohlen.

Von Bienen und Menschen

Von: Anne Schüßler Datum : 16.08.2017

anneschuessler.com

China im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao arbeitet als Bestäuberin, denn seit die Bienen verschwunden sind, muss diese Arbeit von Menschen erledigt werden. Nahrungsmittel sind kostbar geworden, die großen Städte verfallen, überall auf der Welt. Dann hat ihr Sohn Wei-Wen einen Unfall und in Taos Leben ist nichts mehr wie vorher.

USA im Jahr 2007: Der Imker George ist stolzer Besitzer einer Bienenzucht. Überall stehen die selbstgezimmerten Bienenkästen, der Hof eine Familientradition, die vermutlich bei ihm enden wird, denn sein Sohn Tom möchte lieber schreiben. Doch damit mag sich George nicht abfinden und so gerät seine Welt zunehmends aus den Fugen. Und dann verschwinden die Bienen.

England im Jahr 1852: Williams Sauvage liegt im Bett und ist verzweifelt. Als Wissenschaftler hat er versagt, sein Mentor lacht über ihn, sein Lebensmut ist dahin. Dann findet er neue Hoffnung in der Konstruktion eines modernen Bienenstocks und macht sich an die Arbeit.

Drei Geschichten, die vor allem erst einmal eines gemeinsam haben: Die Bienen. Kleine Tiere, die so wichtig sind für unsere Welt und die für jeden Charakter in diesem Buch eine besondere Bedeutung haben.

Maja Lunde wechselt zwischen den drei Erzähl- und Zeitebenen relativ flott hin und her, dabei ist jede Geschichte für sich erzählenswert und spannend. Gemein ist Tao, George und William die Verzweiflung über die Welt im Allgemeinen und auch im Konkreten. Die harte Arbeit auf dem Feld und der Unfall des Kindes, die Abkehr des Sohnes von dem Lebenskonzept des Vaters und das Gefühl, im Leben nichts erreicht zu haben.

Erstaunlich ist dabei auch, mit welch überschaubarem Personal Lunde auskommt, drei kleine Welten, drei nuclear families und die Bienen, die auf die ein oder andere Weise ihr Schicksal begleiten und mitbestimmen, durch allgegenwärtige An- oder eben Abwesenheit. Als Leser ist man so sehr nah dran an den Figuren mit ihren Fehlern, Ängsten und Hoffnungen. Nebenbei lernt man noch etwas über Bienen, die Konstruktion von Bienenstöcken und das Imkerleben und kann das Buch als klügerer Mensch zuklappen.

Trotz allem ist Die Geschichte der Bienen kein pessimistisches oder trauriges Buch. Auch wenn nicht jede Figur am Ende ihr Glück finden kann, so bleibt doch am Ende die Hoffnung und die Einsicht, dass es vielleicht nicht immer jeder alles das bekommen kann, was er gerne möchte, aber die Welt als metaphorischer großer Bienenstock noch nicht verloren ist.

Die Geschichte der Bienen

Von: kathalovesbooks Datum : 08.08.2017

https://kathalovesbooks.wordpress.com/

Der Roman „Die Geschichte der Bienen“ geschrieben von Maja Lunde, erschien am 20.03.2017 in der gebundenen Ausgabe im btb Verlag.

Klappentext:

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.

China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.



Meine Meinung:

Ich glaube, hätte ich das Buch im Buchladen liegen sehen, hätte ich es nicht unbedingt mitgenommen. Das Cover sprach mich nun nicht sofort an. Nachdem ich jedoch von einem sehr guten Freund ganz aufgeregt gefragt wurde, ob ich das Bienenbuch schon gelesen hätte, wurde ich neugierig. Und was soll ich sagen - das Buch gehört definitiv zu meinen Jahreshighlights!

Der Schreibstil der Autorin war toll - es ließ sich sehr flüssig lesen, sodass man nach wenigen Seiten bereits in die Geschichte eingetaucht war. Zu Beginn war ich ein wenig gespannt, ob mich die Geschichten der drei Protagonisten, die annähernd abwechselnd von Kapitel zu Kapitel erzählt werden, durcheinander bringen. Doch dies stellte überhaupt kein Problem dar. Für mich waren es im Endeffekt drei tolle Bücher in einem Buch. Episoden aus dem Leben dreier Menschen, im Zusammenleben mit den Bienen, die viele Jahre auseinander liegen und doch zusammen gehören. Es gefiel mir sehr, wie die Autorin die Zusammenhänge schuf und zum Schluss alles ein großes Bild ergab. 

Bis heute habe ich mir keine wirklichen Gedanken um die Bienen, ihre Arbeit und Aufgabe oder das Bienensterben gemacht - nun jedoch schon und das auch nicht zu wenig. Neben den Geschichten der Familien, stellen die Bienen ein wichtiges Leitmotiv dar, welches aber zu keinem Zeitpunkt zu fachlich oder uninteressant wird. 

So unscheinbar das Buch wirkt, so sehr hat es bei mir Eindruck hinterlassen, sich zu einem Jahreshighlight gemausert und der Inhalt wird mir noch sehr lange im Gedächtnis bleiben.

Ich danke dem btb Verlag sowie dem Bloggerportal für dieses Reziexemplar!

Aufrüttelnder Roman

Von: nettebuecherkiste Datum : 25.07.2017

https://nettebuecherkiste.wordpress.com/

England, 1852: William hat zu Gunsten seiner großen Familie auf eine große Karriere als Biologe verzichtet und verkauft stattdessen Saatgut. Als sein Mentor ihm sein eigenes Versagen vorführt, verfällt er in Lethargie. Bis er eine Idee hat, die ihn wieder aus dem Bett holt: ein neuartiger Bienenstock.

Ohio, USA, 2007: Georges Familie betätigt sich seit Generationen hauptberuflich als Imker und diese Tradition soll nach seinem Willen fortgeführt werden. Doch sein Sohn Tom scheint andere Interessen verfolgen zu wollen. Derweilen erreichen den Bienenfarmer immer mehr Gerüchte von der seltsamen Erscheinung „Colony Collapse Disorder“: Farmer weiter südlich in den USA finden ihre Bienenstöcke plötzlich fast leer vor – frei sowohl von lebenden als auch von toten Bienen.

Sichuan, China, 2098:

Tao ist eine von unzähligen Bestäuberinnen, die in mühevoller Handarbeit die Arbeit der ausgestorbenen Bienen verrichten. Dennoch reicht die Ernte jährlich kaum zum Überleben. In anderen Regionen wie Europa ist die Lage noch schlimmer. Tao hat mit ihren Mann einen dreijährigen Sohn und erhofft sich für ihn eine weiterführende Ausbildung, damit er nicht wie die anderen Kinder mit acht Jahren mit der Arbeit als Bestäuber beginnen muss. Doch dann stößt der Familie ein Unglück zu, das ihr Leben über den Haufen wirft.

Maja Lundes Roman erzählt jeweils einen entscheidenden Abschnitt im Leben dieser drei Familien, deren Leben sich mehr oder weniger um Bienen dreht – oder eben um deren Fehlen. Lunde wechselt dabei in mit dem Namen des jeweiligen Protagonisten betitelten Kapiteln zwischen den drei Schauplätzen bzw. Zeitstellungen. Der Sprachstil ist recht einfach, was in Kombination mit den kurz gehaltenen Kapiteln für hohe Spannung und ein hohes Lesetempo sorgt.

In einigen Rezensionen wurde geäußert, dass Maja Lunde sich stärker auf die Geschichte der Familien konzentriere als erwartet. Das habe ich nicht so empfunden, ich behaupte, die Bienen sind vielmehr der eigentliche Protagonist des Romans, auch wenn es scheinbar nur indirekt um sie geht. Ich konnte keine Seite des dystopischen Zukunftsszenarios ohne Bienen, das für mich den stärksten der Handlungsstränge darstellt, lesen, ohne daran denken zu müssen, wie wahrscheinlich es ist, dass der Kollaps der Bienenpopulationen tatsächlich eintritt. Und darin liegt auch die eigentliche Motivation, die ich hinter diesem Buch sehe: uns wachzurütteln und vor Augen zu führen, wie es der Welt ergehen kann, wenn wir es nicht schaffen, das Insektensterben aufzuhalten, und die Bienenhaltung in der traditionellen Form infrage zu stellen. Jeder hat wohl schon einmal etwas vom Bienensterben gehört, aber wie viele (außer Imkern und anderen Experten) haben sich deshalb ernsthafte Gedanken gemacht oder sogar etwas dagegen getan? Auch ich war mir des Problems bewusst, wir hatten sogar einen Fall von Colony Collapse Disorder (CCD) in der Familie, die Stieftochter meiner Schwester ist Gärtnerin und hatte im Garten meiner Schwester einen Stock aufgestellt. Eines Tages war er leer. Richtig aufgerüttelt hat mich erst dieses schöne Buch, dem ich möglichst viele Leser wünsche. Ich weiß nicht, ob wir das Bienensterben noch aufhalten können. Ich für meinen Teil habe vor, zum nächsten geeigneten Zeitpunkt bei Wildbiene + Partner ein Beehome zu bestellen und einen kleinen Beitrag zur Verbreitung der Mauerbiene zu leisten.

Rezension Maja Lunde - “Die Geschichte der Bienen“

Von: Miss Mandrake Datum : 25.07.2017

www.live-breath-words.de

“An Willen mangelt es mir nicht. Es ist… die Leidenschaft, die ich verloren habe.“
“Die Leidenschaft? Dann musst du sie eben wiederfinden“ sagte er schnell. “Und dich von ihr antreiben lassen. Ohne Leidenschaft sind wir nichts.“


Klappentext

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.

China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?


Inhalt

Maja Lunde beschreibt das Leben drei verschiedener Familien in unterschiedlichen Jahrhunderten, die durch eine Sache verbunden sind: die Bienen.

William, ein gescheiterter Biologe, der nach Bestätigung und Anerkennung strebt, hat seit Wochen sein Bett nicht verlassen.
Seine Hoffnungen einen neuen und besseren Bienenstock zu bauen liegen, wie zu dieser Zeit üblich, auf seinem Sohn Rahm. Seine sieben Töchter empfindet er als zu anstrengend. Doch es ist Charlotte, die ihren Vater nicht aufgibt und ihm zu neuem Lebensmut verhilft.

George, Imker, Ehemann und Vater von einem Sohn, der einen Hof mit vielen eigens gebauten Bienenstöcken betreibt. Er möchte zusammen mit seinem Sohn Tom den Hof weiter ausbauen. Dieser hat aber ganz andere Pläne und möchte mit der Familientradition nichts zu tun haben. Doch eines Tages erleben die beiden das Unfassbare: seine Bienen sind verschwunden. Die Bienenstöcke sind leer und seine Existenz ist bedroht…

Tao, Ehefrau und Mutter von einem Sohn aus China, die im Jahr 2098 Blumenblüten per Hand bestäuben muss. Die Bienen gibt es nicht mehr. Um Obst ernten zu können muss die Bevölkerung in mühsamer und gefährlicher Handarbeit die Bestäubung von Apfelbäumen selbst übernehmen. Doch Tao träumt von einem besseren Leben für sich und ihre Familie. Als der gemeinsame Sohn Wei-Wen eines Tages einen Unfall hat und von den Ärzten ohne seine Eltern nach Peking gebracht wird, begibt sich Tao auf eine gefährliche Reise. Sie möchte wissen, was mit ihrem Sohn passiert ist und vor allem möchte sie ihn zurück.


Meine Meinung

Das Buch ist wie ein Sog! Geschickt verknüpft die Autorin Erzählstränge miteinander und am Ende entsteht ein großes Ganzes.
Sie veranschaulicht ansatzweise die mögliche Ursachen und zeigt potenzielle sowie katastrophale Folgen des Bienensterbens auf.
Allerdings kann der Titel zu einiger Verwirrung führen. Wer hier eine Art Fachliteratur erwartet wird enttäuscht werden denn der Roman dreht zu einem großen Teil nicht ausschließlich um Bienen sondern beschäftigt sich viel mit zwischenmenschlichen Beziehungen und Problemen innerhalb einer Familie. Wer sich dessen bewusst ist und sich auf “Die Geschichte der Bienen“ voll und ganz einlässt bekommt eine wunderschön erzählte Story erzählt die einem noch lange im Gedächtnis bleiben wird.


Fazit

Lesen! Ich meine es ernst, lest dieses Buch! Auch wenn mich der Klappentext nicht sofort in seinen Bann gezogen hat, hat es diese Geschichte geschafft.
Ein persönliches Jahreshighlight.



♥ Vielen Dank an das Bloggerportal der Verlagsgruppe Randomhouse für das Rezensionsexemplar! ♥

Ein tolles Buch, welches jetzt schon mein Jahreshightlight ist

Von: Booksessed Datum : 16.07.2017

https://www.instagram.com/_booksessed_/

Maja Lunde, eine bisher bekannte Drehbuch und Kinderbuch Autorin, hat mit "Die Geschichte der Bienen" ihren ersten Roman für Erwachsene geschrieben und das, wie ich finde, mit großem Erfolg.

Hauptbestandteil des Buches sind die drei Protagonisten George, William und Tao, die jeweils in unterschiedlichen Jahrhunderten leben. Das Besondere und umso spannendere ist die Aufteilung in Personenabschnitte anstatt Kapiteln. Der Leser springt mit dem Wechsel der Person zwischen den Jahrhunderten hin und her und erfährt immer mehr von deren Geschichte. Zunächst gibt es William (1852). Der Samenhändler und Biologe fühlt sich als Forscher gescheitert und hat deshalb beschlossen, ein einsames Leben in seinem Bett seiner Familie vorzuziehen. George (2007), ein Imker aus Leidenschaft, wartet darauf das Geschäft irgendwann an seinen Sohn zu übergeben, der sich aber leider so gar nicht für dieses Thema zu interessieren scheint. George liebt seine Bienen und ist deshalb geschockt, als sie eines Tages verschwunden sind.
Schließlich gibt es noch Tao, die im Jahr 2098 ein trauriges Leben in der Zukunft führt. Die Bienen sind aufgrund verschiedener Faktoren nicht mehr Teil dieses Planeten, sodass die Blüten per Hand bestäubt werden müssen. Doch auch diese mühselige Arbeit garantiert nicht jedem auf dieser Welt Früchte und Gemüse, wie man sie früher einmal kannte. Hinzu kommt ein schwerer Schicksalsschlag, den Tao verkraften und bekämpfen muss.

Die verschiedenen Personen haben mich direkt angesprochen. Jede von ihnen ist einzigartig und erzählt eine spannende Geschichte, die niemals langweilig wird. Da die Kapitel jeweils mit einem Cliffhanger enden, will man natürlich am liebsten sofort wissen wie es weiter geht. Trotzdem hatte ich nicht das Bedürfnis eine Person/Kapitel zu überspringen, weil wirklich jeder Person interessant ist. Natürlich gibt es unsympathische Eigenschaften einzelner Personen, aber gerade dieses menschliche Vorgehen beim Beschreiben der Personen, spricht für die Autorin, die sich nicht scheut, Personen zu erfinden, die nah an der Realität liegen. Auch der Schreibstil ist leicht und verspricht einen tollen Lesefluss.

Die Geschichte hat mich sofort fasziniert. Ich habe mich riesig auf das Buch gefreut und wurde definitiv nicht enttäuscht. Die einzelnen Aspekte und Geschehnisse der Jahrhunderte im Zusammenspiel mit wissenschaftlichen Hintergründen macht das Buch zu etwas besonderem und ist keineswegs ein Lehrbuch über Bienen. Mich hat es beispielsweise geschockt, wie die Welt in Zukunft aussehen würde, wenn Bienen nicht mehr Teil dieses Planeten sind. Dieses Buch rüttelt auf und bringt wahrscheinlich jeden dazu, über die Thematik nachzudenken.

Für mich ist das Buch schon jetzt ein Jahreshighlight und ich freue mich über weitere Bücher von Maja Lunde, da ich ihren Schreibstil und ihre Erzählweise einfach wunderbar finde.

„Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde

Von: Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) Datum : 13.07.2017

mamahatjetztkeinezeit.ch/

Im Jahr 2098 fällt der kleine Sohn der Blütenbestäuberin Tao während eines Picknicks in tiefe Bewusstlosigkeit, aus der er nicht mehr aufwacht. Er wird von der Regierung weggebracht und seine Mutter macht sich auf die Suche nach ihm. In einem anderen Erzählstrang lernen wir den depressiven William kennen, der im Jahr 1852 in England lebt und Freude daran findet, Bienenvölker zu beobachten. Er erfindet und baut einen Bienenstock, bei dem man den Honig ernten kann, ohne die Bienen dabei umzubringen oder zu verjagen. Im letzten Erzählstrang schliesslich geht es um den Imker George, dessen Bienen 2007 dem „Colony Collapse Disorder“ genannten Bienensterben zum Opfer fallen, obwohl er sie liebt, pflegt und ihnen Sorge trägt. Wie die drei Erzählstränge zusammenhängen, erfahren wir erst kurz vor Schluss.
„Die Geschichte der Bienen“ hat mich tief berührt. Nicht nur, weil das Buch sehr schön aufgemacht ist mit seinem einfach gestalteten Hardcover und der Biene im Relief. Es riecht auch so, wie in meiner Erinnerung richtige, neue Bücher zu duften haben. Diese Mischung aus Leim, Papier und Leinen – Ihr wisst schon. Ein Buch, das ich tagelang auf dem Nachttische liegen hatte, um zwischendurch in die Hand zu nehmen, aufzuschlagen, die Nase reinzustecken, und ein paar Sätze hier und dort an zufälligen Stellen zu lesen. Vorfreude aufbauen. Und dann in einem Rutsch quer durch die Nacht durchlesen im Wissen, dass der nächste Tag ein Harter werden wird, aber das ist es Wert.
Vor allem das Schicksal Taos hat es mir angetan. Als Mutter kann ich gut nachvollziehen, wie sie auf der Suche nach ihrem Kind durch das verlassene zukünftige Peking irrt, mit nicht viel mehr im Gepäck als der Hoffnung, ihren Sohn zu finden oder doch wenigstens zu erfahren, was ihm widerfahren ist. Und irgendwo zwischen George – also unserer Zeit, in der wir wider besseren Wissens die Bienen zugunsten des Profits einfach sterben lassen – und der Zeit von Tao keimt ein kleines Fünklein Hoffnung.
„Die Geschichte der Bienen“ ist grosse Leseliebe, eines der Bücher mit ewigem Bleiberecht in meinem Regal, das ich sicher von Zeit zu Zeit wieder in die Hand nehmen und erneut lesen werde.
Schade, dass man hier nur 5 Sterne vergeben kann, diesem Buch würde ich gerne einen mehr geben!

Ein wunderschöner Roman, der zum Nachdenken anregt!

Von: Ephraims Tochter Datum : 11.07.2017

www.pippistattannika.de

Ein Buch über Bienen habe ich noch nie gelesen, obwohl ich schon lange “Die Bienenhüterin” zuhause habe…Ich muss sagen – Maja Lunde hat mich auf den Geschmack gebracht und *Die Geschichte der Bienen wird bestimmt nicht das letzte Buch mit dem Thema “Bienen” gewesen sein. Warum? Weil Maja Lunde (übrigens: was für ein schöner Name!) es geschafft hat, dass mir George, William und Tao super sympathisch waren und ich vom ersten Moment an mit ihnen mitfühlen konnte. Außerdem ist das Buch so spannend, dass man einfach nicht aufhören kann zu lesen…sehr geschickt gemachte Cliffhanger am Ende jeden Kapitels – Daumen hoch! Das Ende, in dem alle Fäden, die während des Buchs gespannt wurden, alle wieder zusammen finden, ist dann eigentlich nur noch das i-tüpfelchen eines unglaublich tollen Romans! Volle Herzchen-Wertung!

Übrigens…das Buch hat mich außerdem zum Nachdenken angeregt: Bienensterben geht uns nämlich alle an!

Achtung, Spoiler

Von: Nomas Literaturblog Datum : 23.06.2017

nomasliteraturblog.wordpress.com/

Das Buch hat mich vollkommen überwältigt, es war ein großes Vergnügen, es zu lesen. Geschickt werden die Schicksale eines englischen Bienenstockerfinders, eines amerikanische Imkers und einer chinesischen Bestäuberin miteinander verworben, auch wenn sie augenscheinlich erst einmal nur die Bienen gemeinsam haben. Die wesentlichen Eckpunkte zu den Bienen und ihrer Haltung wurden gut recherchiert, zumindest habe ich vieles aus der Doku More than Honey wiedererkannt.

Langeweile kommt in dem Buch alleine deswegen nicht auf, weil alle drei Hauptpersonen einen anderen Zugang zu den Bienen haben: William ringt um das Wohlwollen seines Mentors und erfindet tragischerweise immer Stöcke, welche es bereist gibt. George hat eine Wanderimkerei und muss sich mit dem Bienensterben herumschlagen. Und Tao irrt durch ein apokalyptisches Peking, auf der Suche nach ihrem Sohn.

Fazit

Ein wunderbares Buch, welches ich wärmstens weiterempfehlen kann.

Ein gutes Buch mit einer Botschaft!

Von: Sara Datum : 23.06.2017

https://diebuchstabenstadt.wordpress.com/

Maja Lunde erzählt in ihrem Buch von drei verschiedenen Personen, die alle etwas mit den Bienen zu tun haben. Dabei war mir auch nicht jede Figur immer sympathisch und ich hatte das Gefühl, dass die Protagonisten dadurch näher am tatsächlichen Leben waren. Das Schicksal jeder Figur geht einem aber doch sehr nahe, und man fühlt mit George, William und Tao.
Das Buch hat durchaus sehr spannende Momente, bei denen man unbedingt wissen will, wie es weiter geht, gerade weil die einzelnen Kapitel manchmal in einem „Cliffhanger“ enden und dann erst die Geschichte einer anderen Person weitererzählt wird. Trotzdem hatte ich dieses Mal nicht das Bedürfnis ein Kapitel bzw. eine Person zu überspringen, wie ich es bei anderen Büchern schon gemacht habe. Die Kapitel sind sehr kurz und der Aufbau und Anstieg der drei Geschichten sehr gut gemacht. Dennoch hat das Buch ein paar Längen. Die Autorin kommt aus Norwegen und meiner Meinung nach spiegelt sich, wie auch in der skandinavischen Filmkultur, die etwas ruhigere Mentalität auch bei der Geschichte der Bienen wieder.
Etwa in der Mitte hatte ich ein Problem mit dem Buch. Zwar bilden die Bienen einen roten Faden, der sich durch alle drei Geschichten zieht, allerdings hat mir trotzdem der Zusammenhang gefehlt. Umso mehr begeistert war ich vom Ende, wo dann alles miteinander verbunden wird.
Bis darauf, dass es etwas langatmig war, hat mir das Buch aber unglaublich gut gefallen. Es erzählt mit ganz viel Gefühl vom Leben und was alles passieren kann. Und es wird einem bewusst, wie wichtig die Bienen für die Menschheit sind.

Das Buch greift ein sehr wichtiges Thema auf: das Bienensterben. Die Tatsache, dass viele Bienenvölker einfach verschwinden (Colony Collapse Disorder), geht uns alle an. Umso wichtiger ist es, dass jeder dafür sensibilisiert und darauf aufmerksam wird. „Die Geschichte der Bienen“ zeigt, was der Menschheit blüht, wenn es so weit kommt, dass es keine Bienen mehr gibt. Ein gutes Buch mit einer Botschaft, das ich jedem empfehlen kann!
Abschließend noch ein herzliches Dankeschön an die Randomhouse Verlagsgruppe, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Aktuell und subtil beängstigend.

Von: Burgherr Datum : 18.06.2017

meinblogistmeineburg.blogspot.de/

"Die Geschichte der Bienen" wird in drei Handlungssträngen erzählt. Der kleinste gemeinsame Nenner zwischen England im Jahr 1852, USA (2007) und China (2098) ist zu Beginn allein die Verbindung zu Bienen. Wobei bei die Geschichte im China der Zukunft ohne die nützlichen Lebewesen auskommen muss. In dieser düsteren Vision wird geschildert, wie ein Leben ohne Bienen aussehen könnte. Vor allem die Aussicht, dass deren "Dienste" von Menschen übernommen werden müssen, ist bedrückend. Zu den drei Strängen möchte ich gar nicht mehr verraten, außer dass sie am Ende doch zueinander finden.

Etwas herausfordernd aber vor allem spannend ist die Erzählweise: Die drei Stränge werden in loser Reihenfolge fortgeführt. Kurz nachdem man sich in einem neuen Kapitel wieder auf das Schicksal eines der Protagonisten eingestellt hat, folgt auch schon der Cliffhanger und die Perspektive wird geändert. Der flüssige und packende Schreibstil macht es schwer, das Buch am Ende eines Kapitels aus der Hand zu legen.

Maja Lunde schrieb in der Vergangenheit Dreh-, Kinder- und Jugendbücher. "Die Geschichte der Bienen" ist ihr erster Roman für Erwachsene und in ihrer norwegischen Heimat überaus erfolgreich. Und dieser Erfolg setzt sich nun in vielen Ländern fort.

Das Thema ist hochaktuell. Über Bienensterben in teils bedrohlichem Umfang wird regelmäßig berichtet. Einige Anhaltspunkte für die Ursachen gibt es, aber ein eindeutiges Bild oder gar wirkungsvolle Gegenmaßnahmen ergaben sich bislang aber leider nicht. Die Bedrohung durch das Bienensterben schwingt vor allem in der in China angesiedelten Geschichte ständig mit, gerät aber nie zu mahnend in den Vordergrund. Maja Lunde hat eine wichtiges Thema unterhaltsam aber trotzdem wirkungsvoll in diesem Roman verpackt.

Das Bienensterben und die Auswirkung auf unser Leben

Von: orfe1975 aus Remagen Datum : 12.06.2017

Mein Eindruck:
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"Ich blieb sitzen und betrachtete die Bienen, ihre Ausdauer, ihr ewiges Hin und Her, sie befanden sich niemals im Stillstand. Nicht, ehe ihre Flügel rissen." (William, S.450)

Der Einstieg in das Buch in das Buch ist gut gelungen. Man wird sofort in das Leben der ersten Person (Tao) hineingeworfen und anschließend geht die Handlung in stetiger Abwechslung mit den Leben der anderen Protagonisten William und George weiter.
Mir gefielen die 3 Zeitebenen sehr: Zukunft (2098, Tao), Mehr oder weniger Gegenwart (2007, George) und Vergangenheit (1852, William) und das in den 3 Unterschiedlichen Kontinenten USA, Asien und Europa. Alle drei Handlungsstränge sind in der Ich-Perspektive und in einer so wundervoll poetischen Sprache geschrieben, dass ich auch beim Perspektivenwechsel sofort wieder in der jeweiligen Handlung/Situation drin war. Hilfreich ist auch, dass auf jeder Seite unten der Name der aktuell handelnden Person stand, so wusste man stets, in welchen Strang man sich befand. Die Länge der Kapitel ist genau richtig mit jeweils nur ein paar Seiten, so dass man immer eine Möglichkeit hat, das Buch "sauber" zu unterbrechen. Allerdings wird man gerade durch die sich gegenseitig unterbrechenden Handlungsstränge dazu animiert, immer weiter lesen zu wollen, zumal die Kapitel oft an einem Cliffhanger enden.

"..Doch dann, als der Kollaps schließlich kam, hatte mein Bezirk einen Wettbewerbsvorteil. Es hatte sich gewissermaßen ausgezahlt, dass wir unsere Natur so sehr verunreinigt hatten. Weil wir Vorreiter in Sachen Umweltverschmutzung gewesen waren, wurden wir später zu Vorreitern der Handbestäubung. Ein Paradox hatte uns gerettet."
(Tao, S.8)

Ich empfand alle drei Hauptfiguren authentisch gezeichnet. Bei allen klingt eine gewisse Hoffnungslosigkeit und teilweise auch Resignation gegenüber ihrer Situation an. Das bezieht sich zum einen auf ihr Privatleben, das in allen drei Fällen von schwierigen Beziehungen und mangelnder Kommunikation geprägt ist. Zum anderen ist dieses Gefühl aber auch auf die Bienen bezogen: Diejenigen, die sich ernsthaft Sorgen um die Bienen machen, denen ihre Natur und Erhalt am Herzen liegt, werden nicht ernst genommen. William wird als Forscher nicht ernst genommen, George als kleiner Imker muss vor den großen Bestäubungsunternehmen und dem Billigimporten aus China weichen. Und Taos Geschichte zeigt, zu welcher trostlosen Situation dies für die Menschheit letztendlich führt. Da Taos Geschichte ist eine düster erscheinende Dystopie über das Leben ohne Bienen. Während ich die Handlungen von George und William schlüssig und realistisch dargestellt fand, weist Taos Handlungsstrang ein paar unlogische Erklärungen auf. Ihre Geschichte ist letztendlich nicht vollständig nachvollziehbar, aber das tut der Botschaft des Buches m. E. keinen Abbruch. Am Ende werden alle drei Zeitebenen durch eine gemeinsame Geschichte vereint und es keimt am Ende ein Funke Hoffnung auf, durch den man am Ende das Buch befriedigt zuschlagen kann.

"Doch Bienen kann man nicht zähmen. Man kann sie nur pflegen, ihnen Fürsorge geben."(Tao, S. 504)

Dieses Buch ist zum einen spannend und gleichsam poetisch unterhaltsam geschrieben, aber es rüttelt auch auf und zeigt jetzt schon, dass wir unbedingt umdenken müssen bzw. es schon fast zu spät zur Umkehr scheint. Denn: unser Leben ist vom (Über)Leben dem der Bienen abhängig, mehr als man sich vielleicht vorstellen kann oder will. Dies kombiniert mit der Tatsache, dass man nebenbei vieles über die Bienen und ihr Leben erfährt lassen mich die volle Punktzahl vergeben. Es sollte einfach jeder gelesen haben!

Fazit:
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Spannend und unterhaltsam poetisch geschrieben, gleichzeitig wissensvermittelnd und aufrüttelnd - klare Leseempfehlung!

Maja Lundes „Die Geschichte der Bienen“ – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer bedrohten Art

Von: zeichentonbild Datum : 02.06.2017

https://zeichentonbild.wordpress.com/2017/06/02/maja-lundes-die-geschichte-der-bienen-vergangenheit-gegenwart-und-zukunft-einer-bedrohten-art/

Drei Länder, zwei Jahrhunderte und eine Gemeinsamkeit: die Bienen

Mit „Die Geschichte der Bienen“ ist der Norwegerin Maja Lunde, erschienen im btb Verlag, ein beachtlicher nationaler sowie internationaler Erfolg gelungen: In Norwegen erhielt die Autorin den Buchhändlerpreis für den Roman des Jahres und stürmte damit auch in zahlreichen anderen Ländern die Bestsellerlisten. Und das alles nur wegen Bienen – faszinierenden wie bedrohten Tierart.

England, USA und China: Drei Kontinente, drei Jahrhunderte und die Bienen

William lebt 1852 in England. Er ernährt seine Familie mit den Einnahmen aus seiner Samenhandlung, obwohl er lieber ein angesehener Biologe wäre. Doch die Liebe und die damit einhergehende Kinderschar (8) verhinderten seine Karriere als Wissenschaftler. Deshalb verbringt er seine Tage depressiv im Bett. Bis ihm eines Tages ein Buch über Bienen in die Hände fällt. Sein Forscherinstinkt wird erneut geweckt und er begibt sich daran, einen revolutionierten Bienenstock zu bauen.

155 Jahre später führen uns die Bienen zu George in die USA nach Ohio. Er ist Imker mit Leib und Seele. Aber nicht einer dieser „Industrie-Imker“. George baut seine Bienenstöcke selber, hat nicht allzu viele Völker und kutschiert seine Bienen auch nicht durch die ganzen USA, um ihre Bestäubungsleistung zu verkaufen. Langsam älter werdend, möchte er seinen Sohn Tom dazu bringen, den Betrieb zu übernehmen: doch Tom hat andere Pläne. Als Georges Bienen auf einmal sterben, sieht die Familie ihre Existenz bedroht.

2098 in China: Tao lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn Wei-Wen in einer winzigen Wohnung. Als Familie haben sie nur wenig gemeinsame Zeit, müssen Tao und ihr Mann doch jeden Tag 12 Stunden in den riesigen Plantagen arbeiten und die Blüten der Obstbäume bestäuben: denn Bienen gibt es keine mehr. Die Drei leben ein Leben voller Entbehrungen, in einer Welt, in der nun auch der Mensch vom Aussterben bedroht ist und doch sind sie glücklich, denn sie haben sich. Bis Wei-Wen auf einem Ausflug etwas zustößt, das alles verändern könnte.

Ein Roman und (k)ein Sachbuch

Wir brauchen die Bienen und können deshalb nicht so weitermachen wie bisher: Das ist die Kernbotschaft der norwegischen Autorin Maja Lunde. Aber was wir tun können, damit die Bienen nicht ganz verschwinden und uns ein Schreckensszenario wie die Welt von Tao erspart bleibt, findet im Buch nicht wirklich eine Erwähnung. Und das ist das große Manko des Buches: Der Leser wird für das Thema sensibilisiert, aber dann mit leeren Händen stehengelassen. Andererseits ist es eben ein Roman und kein Sachbuch, obwohl die Schilderungen und Erkenntnisse gut recherchiert sind.

So ist „Die Geschichte der Bienen“ ein gut geschriebener Roman, der vor allem durch die sich abwechselnden Episoden aus den Leben der einzelnen Protagonisten überzeugt. Die Sprache ist klar, schnörkellos und auf den Punkt. Hier merkt man der Autorin an, dass Sie zuvor vor allem Kinder- und Jugendliteratur verfasst hat. Neben den Bienen beleuchtet die Autorin vor allem das Thema „Vater und Sohn“ und welche Rolle, die Mütter dabei spielen. Wer an Familiengeschichten interessiert ist und nebenbei etwas über das Leben der Bienen und ihre immens wichtige Rolle für uns lernen möchte, sollte auf jeden Fall zu diesem Buch greifen.

Die Geschichte der Bienen von Maja Lundes

Von: Katharina Datum : 31.05.2017

www.ktinka.com

Maja Lundes Roman Die Geschichte der Bienen ist ein voller Erfolg und wurde bereits in über 30 Länder verkauft. Was ist es, das Geheimnis der Bienen? Verwoben in eine wunderschöne Geschichte, stellt Lunde elementare Fragen: Wie gehen wir mit der Natur um? Welche Welt wollen wir unseren Kindern hinterlassen? Und: Wofür sind wir bereit einzustehen?

Bienen schwirren und summen durch die Weltliteratur. Am berühmtesten ist sicherlich Maja, 'die kleine, freche, schlaue Biene Maja', die der Feder des Kinderbuchautors Waldemar Bonsels entsprungen ist und schließlich als Zeichentrickfigur Karriere gemacht hat. Außerdem nicht zu vergessen: Sherlock Holmes! Auf Sir Arthur Conan Doyles Meisterdetektiv übten die Bienen eine so große Faszination aus, dass er im Ruhestand ein Buch über sie schrieb:

Exactly, Watson. Here is the fruit of my leisured ease, the magnum opus of my latter years!" He picked up the volume from the table and read out the whole title, Practical Handbook of Bee Culture, with Some Observations upon the Segregation of the Queen. "Alone I did it. Behold the fruit of pensive nights and laborious days when I watched the little working gangs as once I watched the criminal world of London."

Die little working gangs, wie Holmes die Bienen nennt, leisten Erstaunliches. Summend fliegen sie von Blüte zu Blüte, tauchen ihren Rüssel tief in die Kelche und saugen den Nektar auf. Das Sammeln von Nektar und das Bestäuben der Obstbäume ist anstrengend. Welch harte Arbeit die Bienen tagein tagaus verrichten und der Mensch sich auf eine üppige Obsternte freuen kann, erfährt zu Beginn von Die Geschichte der Bienen die Arbeiterin Tao am eigenen Leib: Im Jahr 2098 müssen die Bäume mühsam von Hand bestäubt werden, denn ...

... die Bienen war bereits in den 1980er Jahren verschwunden, lange vor dem Kollaps. Die Pflanzenschutzmittel waren schuld gewesen, und wenige Jahre später, als die Pestozide nicht mehr verwendet wurden, kehrten die Bienen zurück, doch zu diesem Zeitpunkt hatte man bereits mit der Handbestäubung begonnen.

Maja Lunde verwebt klug Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit miteinander. Taos Geschichte erzählt von der Zukunft, von China im Jahr 2098. Williams Geschichte, seines Zeichens Biologe und Samenhändler im Jahr 1852 in England, erzählt von der Vergangenheit. Georges' Geschichte, der im Jahr 2007 eine Farm in Ohio, USA beschwirtschaftet und als Imker seinen Lebensunterhalt verdient, ist in der Gegenwart angesiedelt. Der unsichtbare Faden, mit dem Lunde die Familiengeschichten und die Geschichte der Bienen miteinander verwebt, ist faszinierend.

Tao, George und William sind sehr unterschiedliche Charaktere, jedoch von der Autorin liebevoll gezeichnet und lebendig. Ebenso ihre Geschichten, die jede für sich, sehr fesselnd ist. Wenngleich der Roman eine deutliche Botschaft hat: Treibt keinen Raubbau an der Natur!, hebt Lunde nicht den moralischen Zeigefinger. Sie erzählt, und Erzählen kann sie hervorragend. Lebhaft und anschaulich.


Fazit

Rettet die Bienen!, liest man dieser Tage oft. Tatsächlich spielen Bienen eine außergewöhnliche Rolle in unserem Öko-System. Diesem Stoff hat sich die norwegische Autorin Maja Lunde, geboren 1975 in Oslo, in ihrem Roman Die Geschichte der Bienen angenommen. Hinter dem (nebenbei bemerkt wunderschönen) Cover der btb Ausgabe mit der aufgeprägten Biene, versteckt sich eine gut erzählte Dystopie, die es in sich hat. Einmal angefangen, mag man den Roman kaum aus der Hand legen!

Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen

Von: juneautumn Datum : 27.05.2017

www.1001buecher.wordpress.com

In "Die Geschichte der Bienen" werden drei Lebensläufe erzählt, die um Bienen kreisen. Eine Geschichte wird daraus, wenn man anhand dieser Lebensläufe verfolgen kann, wie die Menschen und die Bienen zusammenwirken bzw. zusammenwirkten.

Die erste Person ist William, ein Wissenschaftler, der seine Karriere zugunsten der Familie aufgab und sich nun als gescheiterte Person ansieht. Er leidet unter Depressionen, kann sein Bett nicht mehr verlassen und seinem Beruf als Samenhändler nicht mehr nachgehen. Seine Familie leidet, bis er schließlich etwas (er)findet, was ihm wieder Mut macht: Einen Bienenstock. Doch wann ist es zu spät für eine wissenschaftliche Karriere? Und wie kann man sich behaupten in einer Zeit, in der die Forschung einen Höhepunkt nach dem anderen erreicht?

Der zweite Protagonist ist George, ein Imker in den USA. Er hat viele Bienenstöcke, verdient seinen Lebensunterhalt mit den Bienen, ist Tag und Nacht um sie besorgt und wünscht sich nichts sehnlicher, als eines Tages seinen Hof Tom, seinem Sohn, zu vermachen. Doch Tom geht aufs College, hat mehr Interesse an Sprache und Journalismus und hilft seinem Vater nur widerwillig – bis eines Tages etwas geschieht, das Vater und Sohn gleichermaßen betrifft…

Die dritte Geschichte ist in der Zukunft angesiedelt, im China des Jahres 2098. Die Bienen sind verschwunden, Obstbäume werden mühsam von Menschen mit der Hand bestäubt, die Weltbevölkerung ist drastisch zurückgegangen, überall herrscht Lebensmittelknappheit. Tao, eine der Bestäuberinnen, und ihr Mann nehmen eines Tages an einem freien Tag ihren Sohn Wei-Wen mit zu einem Ausflug, und dort geschieht ein Unglück. Doch niemand sagt ihr, was genau geschehen ist…

Maja Lunde verwebt diese drei Geschichten miteinander, in schnellem Tempo wechseln sie sich ab, so dass insgesamt ein gewisser Sog entsteht. Nun ist keine der drei Stories sehr anspruchsvoll, was dem Roman auch schon oft vorgeworfen wurde. Vor allem die Geschichte um William war mir doch etwas einfach gestrickt. Doch das Tempo hält den Lesefluss aufrecht, wenn es zu sehr in eine Geschichte abdriftet, wechselt sie mit der nächsten ab.

So bekommt man also Teilchen für Teilchen serviert, die sich ganz am Ende zu einem Bild zusammensetzen. Und dieses Bild ist es, das es lohnenswert macht, diesen Roman zu lesen. Ich nehme an, den meisten Menschen geht es so wie mir, sie haben sich nie viele Gedanken um unsere kleinen Freunde gemacht, die schon seit Jahren in einem Überlebenskampf verstrickt sind. Dieses Buch ist ein Augenöffner.

Auch wenn es sich um einen Roman für ein breites Publikum handelt, der in Norwegen zum Bestseller wurde, und der Anspruch an die Geschichte nicht so hoch liegt, wie man es sich vielleicht wünschen würde: Ich spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus. Denn der Roman handelt nicht von William, George und Tao, der Roman handelt von den Bienen, und diese sollten in unser aller Leben eine größere Rolle spielen.

Das Problem sollte präsenter sein, Menschen sollten überlegen, bevor sie wieder „Unkraut“ entfernen, oder die Ecke in der Wiese, wo alles wild wächst, beseitigen, oder die Ränder der Felder abmähen, oder alles mit Unkrautvernichter vollspritzen. Und dieser Roman mag da einiges bewirken. Bei mir sind die Bienen mehr denn je auf dem Schirm. Ich hoffe, dieser Roman findet viele Leser – er ist ein schönes Geschenk – und den ein oder anderen Menschen, der einige Dinge ändert. Denn die Bienen gehen uns alle an.

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Von: Literaturwerkstatt-kreativ /Blog Datum : 27.05.2017

www.literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com

„Literaturwerkstatt- kreativ“ rezensiert

„Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde

Maja Lunde erzählt in recht kurzen Kapiteln, abwechseln drei Lebensgeschichten aus der Sicht der jeweiligen Hauptperson. Diese leben in unterschiedlichen Jahrhunderten, haben aber eine gemeinsame Verbindung – die Bienen.

Vergangenheit
1852, Maryville, Herdfordshire in England

Der Protagonist ist William, ein englischer Biologe und Saatgut-Händler. Er ist verheiratet und hat sieben Töchter und einen Sohn, Edmund. Dieser Sohn ist Williams ganze Hoffnung und er buhlt immer wieder um dessen Anerkennung. Da William seine Familie ernähren muss, bleibt ihm wenig Zeit für seine Forschungen und sein Mentor wendet sich von ihm ab. Er ist daraufhin psychisch stark angeschlagen und verlässt wochenlang das Bett nicht mehr. Erst als sein Sohn ihm ein Buch über Bienen ans Bett legt, wird seine Neugierde und sein Forscherdrang wieder geweckt und er steht auf. Er beginnt mit der Erforschung der Bienen und entwickelt einen neuartigen Bienenstock.

Gegenwart
2007, Ohio in den USA

Der Hauptakteur der Gegenwart ist George. Er hat einen Hof mit vielen Bienenstöcken und ist mit Leib und Seele Imker. Er arbeitet nach alter Tradition und baut mühselig in Handarbeit seine Bienenstöcke selbst. Er möchte seinen Hof vergrößern und setzt all seine Hoffnungen in seinen Sohn Tom, der auch den Hof später erben soll. Doch Tom hat beruflich andere Pläne. Überall verschwinden aus unerklärlichen Gründen immer mehr Bienen und auch George`s Bienen sterben.

Zukunft
2098, Bezirk 242, Shirong, Sichuan in China

In der Zukunft ist die Protagonistin Tao. Sie lebt auf dem Land mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn Wei-Wen. Sie ist eine chinesische Arbeiterin und bestäubt mühevoll per Hand Obstbäume. Die Bienen sind schon lange ausgestorben und die Menschen müssen die Bestäubung in Handarbeit selber übernehmen. Tao hofft, dass ihr Sohn später einmal ein besseres Leben haben wird. Bei einem Ausflug bricht Wei-Wen unter starker Atemnot zusammen und ist bewusstlos. Die Ärzte äußern sich nicht zu dem Vorfall und geben ihr keine Auskünfte. Eines Tages wird Wei- Wen einfach in ein Krankenhaus nach Peking gebracht. Tao macht sich nun auf die Suche nach ihrem Sohn und reist nach Peking.

Fazit:

Maja Lundes Buch ist momentan in aller Munde. Und ich kann nur sagen zurecht steht ihr Buch auf den Bestsellerlisten sehr weit oben. Die Autorin hat mich mit ihrer Erzählweise in ihren Bann gezogen. Durch den ständigen Wechsel der drei Erzählstränge und ihren dazugehörigen Akteuren wurde das Buch für mich nie langweilig, die Spannung blieb erhalten. Alle drei Hauptpersonen wurden von der Autorin gut eingeführt und sind wunderbar beschreiben worden, so dass ich sie mir alle drei bildhaft vorstellen konnte. Maja Lundes Schreibweise ist flüssig und leicht, ohne viel Geschnörkel, die Handlungen sind leicht und verständlich beschrieben, sodass man nie den Überblick verliert. Sie schafft es auch treffend, das aktuelle Thema des Bienensterbens – ohne erhobenen Zeigefinger – in ihren Roman einzuweben. Die Bedeutung der Bienen für die Natur und letztlich für uns Menschen werden einem hier sehr bewusst; die Geschichte regt zum Nachdenken an.

Das Cover ist sehr schlicht in hellgelb mit einer toten Biene gestaltet. Titel und Cover passen eigentlich wunderbar zusammen. Ich hätte aber dennoch nicht nach dem Buch gegriffen, weil ich weder das Cover noch den Titel ansprechend fand. Für mich kam es eher als Sachbuch daher.

Maja Lunde hat ein wunderschönes, nachdenklich stimmendes Buch geschrieben. Ich kann es wärmsten weiterempfehlen und gebe eine absolute Leseempfehlung !!!

Die Geschichte der Bienen

Von: Bookmarked Datum : 25.05.2017

https://www.youtube.com/channel/UCg_sMJXzJM2P-1q6-3APMKg

Das Buch erzählt die Geschichte dreier Familien, deren Schicksal eng mit den Bienen verbunden ist. Dabei wechseln sich die drei folgenden Perspektiven mit jedem Kapitel ab.

Zum einen gibt es die Sicht der Chinesin Tao, die im Jahre 2098 zusammen mit unzähligen anderen Arbeiterinnen und unter großen körperlichen Anstrengungen Obstbäume von Hand bestäubt, da zu dieser Zeit bereits alle bestäubenden Insekten ausgerottet sind. Es herrscht akute Nahrungsknappheit und die Bevölkerung ist stark dezimiert.
In der zweiten Sicht folgen wir William, einem englischen Familienvater, der 1852 mit starken Depressionen ans Bett gefesselt ist und mit seinem Leben und den Entscheidungen in seiner Vergangenheit hadert. Denn er hat seine Träume aus den Augen verloren und hält sich für gescheitert, während seine kinderreiche Familie insbesondere finanziell unter der Situation leidet.
Zuletzt gibt es noch die Sicht von George, einem sehr konservativen Imker aus Ohio im Jahre 2007. Er ist ein einfacher Mann, der viel Wert auf Traditionen legt und dadurch sowohl beruflich als auch familiär den Anschluss verliert. Die Beziehung zu seinem Sohn gestaltet sich schwierig und er sieht sich damit konfrontiert, dass sein Lebenswerk niemandem außer ihm etwas bedeutet.

Mein Eindruck:
Alle drei Erzählstränge schlagen einen eher traurigen Ton an, der mich neben dem wirklich schönen Schreibstil berühren konnte. Die Protagonisten sind sehr unterschiedlich und doch vereint sie neben den Bienen auch die Tatsache, dass ihre familiären Beziehungen stark belastet sind. Dabei empfand ich alle drei Perspektiven als interessant und unterhaltsam, hatte also nie das Bedürfnis ein Kapitel zu überspringen um zu einer bestimmten Person und Situation zurückzukehren. Ich mochte außerdem die Dynamik, die dieser häufige Perspektivwechsel erzeugt.
Mit William hatte ich als Person ein paar Probleme, da ich ihn bis zum Ende des Buches nicht mal ansatzweise mochte. Sein Charakter und die Entwicklung, die er durchmacht waren für mich aber stets nachvollziehbar. Generell empfand ich die Figuren als vielschichtig und echt, denn die Motivation der Protagonisten war für mich stets greifbar. Insbesondere George hat mich mit seinen Sorgen und Ängsten sehr gerührt.
Ich hätte mir noch mehr wissenschaftliche Informationen zu den Honigbienen gewünscht, da der Buchtitel einen solchen Fokus versprach. Tatsächlich stehen aber die familiären Konflikte und ihre Folgen im Zentrum dieses Buches.

Fazit & Empfehlung:
Ein sehr spannendes und unterhaltsames Buch für Leser von Familiengeschichten, die eine traurige Grundstimmung mögen und sich darüber hinaus für Honigbienen interessieren. Ich denke gern an die Lektüre zurück und kann mir vorstellen das Buch erneut zu lesen. Auch möchte ich nun weitere Bücher über Bienen lesen.

Eine Geschichte die den Blick über den Tellerrand wagt

Von: Littlewoodstar Datum : 24.05.2017

littlewoodstar.wordpress.com

"Die Geschichte der Bienen“ erschien im März dieses Jahres im btb Verlag.

Die Geschichte der Bienen – erzählt eigentlich 3 Geschichten. Die erste Geschichte spielt um 1850 und erzählt von einem Forscher, der die faszinierende Welt der Bienen entdeckt – und sich doch als gescheitert sieht. Gefangen in seiner Versagensangst gegenüber seinem Mentor kann William seine Zweifel an sich selbst nicht besiegen. Bis er eines Tages neuen Mut fasst um seinem Sohn ein Lebensziel und Vorbild zu geben.

Die zweite Geschichte spielt um die heutige Zeit und erzählt von einem Imker, der die Bienen schätzt und pflegt und für den Erhalt seines Hofs kämpft. Doch sein Sohn, der den Hof und die Bienen übernehmen soll, sieht die Welt aus anderen Augen und hat ganz andere Pläne für seine Zukunft.

Im dritten Erzählstrang befinden wir uns im Jahr 2098 in China. Die disziplinierte Arbeitsweise des chinesischen Volkes führt zu ihrem Erfolg auf dem Gebiet der Handbestäubung – denn Bienen gibt es keine mehr, die das erledigen können. Tao ist eine dieser fleißigen Arbeiterinnen, die täglich auf Bäume klettert und die Blüten mit einem Pinsel behandelt. In ihrem Leben gibt es viele Entbehrungen, aber ihr Sohn gibt ihr den Mut immer weiterzumachen und durchzuhalten. Bis er eines Tages nach einem Unfall verschwindet…

Das Buch liest sich abwechslungsreich und die Seiten fliegen nur so dahin – die 3 Geschichten werden immer in kurzen Abschnitten abwechselnd erzählt. Somit gibt es keine Längen und die Erzählung bleibt immer interessant für den Leser.

Macht nachdenklich!

Von: Die wirklich wichtigen Dinge Datum : 24.05.2017

https://diewirklichwichtigendingeblog.wordpress.com/

Das Buch ist – wie im Klappentext beschrieben– aufgeteilt in drei Erzählstränge. Es werden die Geschichten von William, George und Tao erzählt. Jedes Kapitel handelt von der Geschichte einer anderen dieser Personen. Es ist jeweils überschrieben mit dem Namen und am unteren Buchrand findet man dann auf jeder Seite wieder den Namen der Person, um die es grade geht. Das ist praktisch, wenn man das Lesen mitten im Kapitel unterbricht.

Da diese Menschen in ganz unterschiedlichen Zeiten leben, ist auch die Ausdrucksweise der Personen, die alle in Ich-Form erzählen, ein wenig unterschiedlich. Insbesondere bei William, der in 1852 lebt, ist ein eher altmodischer Ausdruck zu finden.

Maja Lunde schafft es sehr gut, die unterschiedlichen Zeiten in der Form der Familienführung abzubilden. Während William in 1852 das Oberhaupt der Familie ist und sein ältester und einziger Sohn das wichtigste seiner Kinder ist, ist bei George in 2007 alles eher so, wie man es heute kennt, mit einer gleichberechtigten Ehe.
Bei Tao im Jahr 2098 ist die Familie wieder ganz anders strukturiert und nimmt neben der Arbeit und dem System einen kleinen Stellenwert ein.

Es gelingt ihr auch, bei mir Sympathien und Antipathien für die Protagonisten zu wecken. So war William für mich sehr unsympathisch und in seinem Egoismus und seiner Weltfremdheit richtig anstrengend. George ist ein normaler Typ, der Überzeugungen hat, seine Bienen und seinen Beruf liebt und alles dafür geben würde. Tao hat mich am meisten berührt, vielleicht, weil es als Mutter eine der schlimmsten Vorstellungen ist, dass es dem eigenen Kind schlecht gehen könnte.
Man erfährt von den einzelnen Personen sehr viel, weil deren Gedanken erzählt werden.

Die Geschichte der Bienen ist der rote Faden des Buches, der alle Personen und Zeiten am Ende gelungen verbindet.

Es ist gut, dass dem Leser hier vor Augen geführt wird, zu was Bienen benötigt werden und was passieren würde, wenn es sie nicht mehr gäbe. Darüber denkt man nach der Lektüre auf jeden Fall noch eine Weile nach.

Am Ende hat Lunde es geschafft, mir einige Bilder in den Kopf zu zaubern. Nicht nur angenehme, sondern auch bedrückende.

Maja Lunde: "Die Geschichte der Bienen"

Von: Liesa Datum : 17.05.2017

fruehlingsmaerchen.wordpress.com

Dass ich „Die Geschichte der Bienen“ unbedingt lesen wollte, lag definitiv nicht daran, dass ich mich so sehr für Bienen interessieren würde. Im Gegenteil; ich habe ehrlich gesagt noch nie tiefer über ihre Existenz nachgedacht und sie im Sommer sogar eher hin und wieder verflucht, wenn ich draußen auf der Terasse meiner Eltern ein Eis essen wollte, aber vor dem Summen der Bienen die Flucht ergreifen musste. Nein, das Buch weckte meine Neugierde vor allem, weil es so schlicht aussieht, die Handlung mit den drei Handlungssträngen aus unterschiedlichen Jahrzehnten und Kontinenten aber so komplex wirkte. Scheinen die Hauptfiguren der Erzählstränge auf dem ersten Blick nicht viel gemeinsam zu haben, so verbindet sie doch – auf völlig unterschiedliche Weise – eines: Die Bienen.

Ich möchte jetzt gar nicht so sehr die einzelnen Schicksale und Figuren auseinanderpflücken – das hat der Klappentext des Buches wesentlich besser zusammengefasst und ich würde ihn an dieser Stelle nur unnötigerweise wiederholen. Zwar spielen Bienen offensichtlich bei allen Figuren eine tragende Rolle, jedoch unter verschiedenen Gesichtspunkten. Während es bei William vor allem um Anerkennung und Selbstverwirklichung geht, steht bei George die Familie und die Lebensgrundlage auf dem Spiel. Tao wiederum beginnt nach einem seltsamen Unfall ihres Sohnes, das System zu hinterfragen, das sich durch das Aussterben der Bienen in China etabliert hat.

Schon beim Lesen der ersten paar Seiten wusste ich, dass ich da ein besonderes, ein richtig gutes Buch in den Händen halte. Maja Lunde schreibt sehr klug und klar und versteht es, den Leser subtil auf bestimmte Dinge und Gegebenheiten hinzuweisen und feinsinnig Verbindungen zu ziehen. Der Roman besticht wohl eher weniger wegen seines Spannungsbogens, der sich nur sehr leicht abzuzeichnen vermag. Vielmehr geht es um die Leiden der Menschen, die im Zusammenhang mit den Bienen stehen, aber auch um zwischenmenschliches, um Familie, um das Miteinander, um Wünsche, Träume und Hoffnungen, die sich einfach so in Luft aufzulösen scheinen. „Die Geschichte der Bienen“ erzählt viel mehr, als der Titel vermuten lässt; im Prinzip ist es auch eine Geschichte der Menschen, über ihre Erfolge und vor allem auch Misserfolge, egal in welchen Lebensbereichen.

Vor allem ist das Buch aber auch wichtig wegen der Botschaft, die darinsteckt. Denn Bienensterben ist nichts, was Maja Lunde sich ausgedacht hat und das Szenario, welches sie sich für die Zukunft vorgestellt hat, liegt vielleicht gar nicht so fern, wie wir denken. Auch wenn ich nie viel über Bienen nachgedacht habe, so ist mir ihre Wichtigkeit für das menschliche Überleben doch bewusst gewesen. Dennoch habe ich vor Lesen dieses Buches nie auch nur einen einzigen Gedanken daran verschwendet. Insofern ist „Die Geschichte der Bienen“ zum Teil auch eine ziemlich beängstigende Dystopie, von der sich nur hoffen lässt, dass sie nie zur Realität wird, sondern für immer Fiktion bleibt. Dass das Dasein des Menschen abhängig von dem der Bienen ist, schildert Maja Lunde eindringlich und mitreißend, aber ohne dabei belehrend zu wirken oder zu übertreiben.

„Die Geschichte der Bienen“ ist nicht nur hochaktuell, sondern auch faszinierend und darüber hinaus unglaublich gut geschrieben. Ich habe das Buch an einem Tag gelesen, weil mich die Schicksale der Figuren so bewegt und mitgenommen haben. Der Roman ist intelligent aber auch unheimlich gefühlvoll und kriegt nur deswegen einen halben Punkt Abzug, weil es sich doch manchmal etwas gezogen hat. Absolute Leseempfehlung! 4.5/5

Bitte mehr von den Bienen!

Von: Cherry Datum : 10.05.2017

collectionofbookmarks.blogspot.de

In "Die Geschichte der Bienen" lädt uns die Autorin in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ein. Dabei verfolgen wir drei ganz unterschiedliche Menschen und ihre Familien, zu ganz unterschiedlichen Zeiten. Was sie jedoch alle drei verbindet, ist die ausschlaggebende Rolle, die Bienen in ihren Leben spielen. Ob sie nun selbst Imker sind, Bienen erforschen oder in der Zukunft ihre Bestäubungsarbeit übernehmen, der Leser erhält durch sie einen Einblick in das Leben der Bienen und wird immer wieder darauf aufmerksam gemacht, wie essenziell sie für das menschliche Dasein sind. Das war für mich zwar grundsätzlich nichts Neues, aber die Faszination, die jede der drei Figuren gegenüber den Bienen ausstrahlte, war so ansteckend, dass man sich noch viel tiefgehender mit der Thematik auseinandersetzen wollte.

Vielleicht war es gerade diese neu aufkommende Bienenliebe, die mich davon abhielt, dass ich die drei Protagonisten, deren Geschichten sich schlussendlich auf gewisse Wege kreuzten, so richtig ins Herz schloss. Es gab zwar immer wieder gefühlvolle Kapitel, die auch mich nicht kalt ließen, doch im Großen und Ganzen war ich von den thematisierten Insekten mehr angetan als von ihren menschlichen Gefährten. Das kann einerseits daran liegen, dass mir einige Dinge bereits klar waren noch bevor die Protagonisten selbst darauf kamen. Ich weiß nicht, ob die Autorin diese "Erkenntnisse" als Handlungstwist oder Überraschung geplant hat. Falls ja, dann waren sie (in meinen Augen) sehr offensichtlich, falls nicht, wurde die Handlung nur künstlich in die Länge gezogen. Andererseits muss ich sagen, dass mir auch die Sprache des Buches zu simpel war und sich die drei Figuren, wie unterschiedlich sie charakterlich doch waren, stimmlich kaum unterschieden. Mag sein, dass dies mit der immer wiederkehrenden Thematik der Eltern-Kind-Beziehung zusammenhing, ich weiß es nicht genau, aber so wirklich überzeugen wollten sie mich alle drei nicht.

"Die Geschichte der Bienen" ist zugleich auch die Geschichte der Menschheit, denn gäbe es die fleißigen kleinen Insekten nicht, so würden auch wir nicht existieren. Lundes Roman macht diese bedeutsame Beziehung zwischen Bienen und Menschen sehr deutlich und sollte wohl auch den bisher Uninteressiertesten dazu verleiten, sich ein bisschen mehr mit unseren summenden Freunden und deren wichtigen Aufgaben zu befassen. Damit bleibt dieses Buch, trotz kleiner Schwächen, ein lesenswertes Werk, was mit seiner Aktualität und folgeschweren Thematik glänzen kann.

Beängstigend und doch wunderschön!

Von: Oma G. aus Kassel Datum : 09.05.2017

Was immer wieder in den Medien auftaucht wird wahr.
Das große Bienensterben! Wie können Menschen ohne Bienen leben?
Das ist der eine Handlungsstrang im Roman von Maja Lunde, die Zukunft ohne Bienen.
Die zwei weiteren sind in der Vergangenheit und in der Gegenwart angesiedelt.
Die Erfindung eines neuartigen Bienenstocks von William Savage, der ein glückloses Leben in England führt, immer bemüht sich selbst und seinen hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Und in der Gegenwart der amerikanische Imker, dessen Bienen verschwinden.
Das zarte Band der Geschichte der Bienen ist nicht das einzig verbindende zwischen den Zeiten. allen Handlungssträngen ist gemeinsam, dass eine Unfähigkeit gibt mit seinen Mitmenschen oder mit der nachfolgenden Generation zu reden sich mitzuteilen. Alles wird versucht mit sich selber auszumachen, so dass der Generationenkonflikt schwer auf allen lastet. Aber es gibt dann doch überall noch den zarten Hoffnungsschimmer, der den Leser entlastet.

Die Geschichte der Bienen

Von: Nicole Plath Datum : 07.05.2017

www.nicole-plath.de

Drei Menschen, drei unterschiedliche Zeiten und eine Verbindung: Bienen. In England beginnt 1852 die Geschichte von William. Er arbeitet an der perfekten Bienenbeute. Georg ist im Jahr 2007 Imker in den USA und Tao befruchtet 2098 in Sichuan Blüten mit der Hand, da es keine Bienen oder andere bestäubende Insekten mehr gibt.

Die drei Geschichten wechseln sich ab. Jede ist aus der „Ich-Perspektive“ geschrieben. Da auf jeder Buchseite der Name des aktuellen Erzählers steht, kommt keine Verwirrung auf. Auch zu Beginn eines neuen Kapitels wird der Name genannt. Alle drei haben mit Problemen zu kämpfen. Ihre Geschichten sind spannend gehalten, und durch genaue Beschreibungen entsteht ein gutes Bild aller Personen und ihrer Lebenssituation. Mehr kann ich zur Geschichte nicht schreiben, die „Spoiler-Gefahr“ ist zu groß.

Mit „Die Geschichte der Bienen“ hat Maja Lunde ein Buch geschaffen, welches zum Nachdenken über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anregt. Es zeigt, wie wichtig selbst so kleine unscheinbare Tiere doch sind. Gerade bei Bienen, über die der Leser in diesem Buch einiges erfährt, ist es wichtig, an die Zukunft zu denken.

Bienen sind wichtig für den Kreislauf des Lebens, wie andere bestäubende Insekten auch. Wenn sie verschwinden, wird unsere Welt eine andere sein. Trotzdem spielen die Bienen nicht die Hauptrolle in diesem Roman. Sie sind wie eine Wabe, und die Geschichten um William, Georg und Tao bilden den Honig, und den kann der Leser genießen.

Es sind emotionale Geschichten. Sie sind nicht einfach zu lesen, da sie ein gewisses Maß an Konzentration von dem Leser fordern. Es ist, meiner Meinung nach, kein Roman für „Zwischendurch“. Ein Leser sollte sich bewusst einen ruhigen Ort suchen und sich ganz auf die Geschichte einlassen. Es ist nicht anstrengend, das Buch zu lesen, aber es fordert Aufmerksamkeit.

Ich danke dem Bloggerportal und dem btb-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

Eine bewegende Geschichte, die alle eins gemeinsam haben

Von: BuboBubo Datum : 07.05.2017

bubobuboslesewelt.blogspot.de/

1852: Der Biologe und Samenhändler William lebt zusammen mit seiner Frau, seinem einzigen Sohn und seinen sieben Töchtern in England. Er forscht über Bienen und möchte seinem Sohn Edward und seinem Mentor Rahm imponieren und verschreibt sich ganz der Bienen und ihrer Lebensweise. Er verfällt nach mehreren Rückschlägen immer wieder in schwere Depressionen und kann sein Bett nicht mehr verlassen und ist somit seiner großen Familie keine große Hilfe Gelingt es ihm dennoch Erfolge durch seine Forschung zu erlangen?

2007: George lebt in Amerika, Ohio, mit seiner Frau Emma und seinem Sohn Tom. Er betreibt eine Imkerei und möchte, dass sein Sohn diese eines Tages übernimmt. Doch dieser beschließt eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Nicht nur das trifft den Vater, sondern auch ein großer Kollaps bahnt sich an. Immer mehr Bienen sterben-nicht nur in seiner Imkerei, sondern die ganze USA ist vom großen Bienensterben betroffen. Kann er sich und seine Familie über Wasser halten?

2098: Tao lebt mit ihrem Mann Kuan und ihrem dreijährigen Sohn Wei-Wen in China. Dort geht sie jeden Tag ihrer Arbeit als Handbestäuberin nach, denn Bienen gibt es schon lange keine mehr. Nicht nur die Insekten mussten einen großen Verlust verzeichnen, auch die Menschen sind nicht mehr so zahlreich auf der Erde wie ein Jahrhundert zuvor. Eines Tages erschüttert der Unfall des kleinen Sohnes das Ehepaar und auch die Regierung ist auf den Vorfall aufmerksam geworden.



Die norwegische Autorin Maja Lunde erzählt in drei Handlungssträngen, auf drei Kontinenten, drei Geschichten. Jede von ihnen hat eines gemeinsam, den Bezug zu Bienen.
Wir erleben die anfängliche Erforschung von Bienenstöcken, die Anfänge des Bienensterbens und eine mögliche Zukunft in der es keine Bienen mehr gibt und wie die Menschheit mit dem Verlust der Insekten vor Jahrzehnten umgeht. Auch wenn die Geschichten in verschiedenen Jahren spielen und auf verschiedenen Kontinenten, wird die Abhängigkeit voneinander sehr deutlich. Der Leser wird durch kurze Kapitel, welche sich immer wieder abwechseln durch die Geschichte der Bienen geführt.
Jede Familie kämpft mit Existenzängsten, welche sehr von den Bienen abhängt. Auch die Beziehung der Erwachsenen zu ihren Kindern wird deutlich und die Bienen haben einen sehr starken Einfluss darauf. Jeder Hauptcharakter hat seine Eigenarten, die den Leser manchmal zweifelnd zurücklässt. Alle drei Handlungsstränge sind spannend und interessant. Der Leser weiß vom Anfang an auf was es hinausläuft, auf das große Bienensterben, und leidet mit allen drei Protagonisten mit.
Auch wenn die verschiedenen Personen mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen haben, dreht sich alles um die Bienen, um die Existenz und um die Familie, insbesondere das Verhältnis zu den Kindern. Die Bienen sind hier das Gerüst, das alles aufrechterhält und lebensnotwenig ist.
Dadurch, dass mein Opa selbst Bienen hatte und selbst Honig geschleudert hat, hatte ich bereits Vorwissen zum Thema Imkerei. Es hat mir viel Spaß gemacht, einen Roman zu lesen, in dem diese kleinen Insekten eine große Wirkung haben. Maja Lunde hat keinen Roman geschrieben, der mit Fakten überfüllt ist, sondern einen Roman mit viel Gefühl und einer tollen Story, in der Bienen einen großen Teil einnehmen und deutlich macht, wie sehr die Menschheit diese fleißigen Insekten braucht.



Erschreckend, aktuell und wahnsinnig gut erzählt - die "Bienen" überzeugen auf ganzer Linie!

Von: Tina / Kill Monotony Datum : 06.05.2017

www.killmonotony.wordpress.com

Beim Lesen des Klappentextes von Maja Lundes "Die Geschichte der Bienen" wusste ich schon, dass ich da ein gutes Buch in den Händen halte. Aber dass es so gut wird, hätte ich dann doch nicht gedacht! Dieses Buch erzählt von drei Personen, die zunächst scheinbar nichts zu verbinden scheint: William, ein mit Depressionen gebeutelter Biologe und Besitzer eines kleinen Samenhandels im Jahr 1852; George, ein Imker, 2007; und die auf den Feldern als Bestäuberin arbeitende Tao, 2098. Doch eines verbindet diese drei Charaktere dann doch: die Bienen.

William lebt mit seiner Familie in bescheidenen Verhältnissen, seine sieben Töchter und ein Sohn machen es ihm auch nicht gerade einfacher. Einer Idee von seinem Sohn folgend, lässt er aber eines Tages seine Depression hinter sich und ist bemüht, das in die Brüche gehende Samen- und Blütengeschäft wieder florieren zu lassen (sorry für den müden Wortwitz) und nebenbei noch an seinem privaten Projekt zu arbeiten - eine Standardbeute für Imker und Forscher zu entwickeln, die es einem erlaubt, tiefe Einblicke in die Welt der Bienen und ihre Hierarchie zu bekommen. Doch dieses Vorhaben ist ihm zunächst nicht vergönnt, denn erst muss er einige Rückschläge überwinden, bevor er durch einen Tipp seiner jüngsten Tochter schließlich die ausschlaggebenden Änderungen einführen kann und so möglicherweise die Imkerei einen ganzen Schritt nach vorne bringt.

George lebt in mit seiner Frau in Ohio und ist Imker. Sein Sohn studiert Literatur, was George gar nicht gefällt, das er doch schließlich einmal den Imkerbetrieb übernehmen soll. Zu alledem ist er auch noch Vegetarier und Georges Meinung nach übertrieben an der Umwelt interessiert. Sturkopf George hat bereits vom Colony Collapse Disorder (CCD), auch als Bienensterben bekannt, gehört, das seine Kreise wohl aber nur im Norden Amerikas ziehen soll. Doch als eines schönen Tages auch sein Betrieb Opfer von CCD wird, fällt sein ganzes Leben zusammen wie ein Kartenhaus und die Existenz seiner Familie scheint zerstört. Zusammen mit seinem Sohn beginnt er, im Eiltempo neue Beuten zusammenzuzimmern, aber die Angst, dass alle Bienen auf lange Sicht verloren sind, steckt ihm in den Knochen.

Tao, eine Bestäuberin in China, klettert seit sie klein ist Tag für Tag auf Bäume, um diese mit der Hand zu bestäuben. Das Essen ist knapp, Fleisch wird schon lange nicht mehr produziert, die Weltbevölkerung scheint kollabiert. Seit die Bienen Anfang des 21. Jahrhunderts nach und nach ausgestorben sind, sind auch mehr und mehr Lebensmittel von unserer Speisekarte verschwunden und selbst die einfachsten Dinge sind nicht mehr zu bekommen. Um über diese Situation Herr zu werden, werden nun Bäume, Büsche und Blumen von vielen Arbeitern per Hand bestäubt, damit die verbliebenen Menschen wenigstens etwas zu essen bekommen. Als ihr Sohn Wei-Wen eines Tages bei einem Ausflug einen allergischen Schock bekommt und abtransportiert wird, beginnt sich Tao Fragen zu stellen und reist in die Hauptstadt, um nach ihm zu suchen. Dabei findet sie allerdings nicht nur verlassene Bezirke und ausgehungerte Menschen, sondern auch ein Stückchen Wahrheit.

"Eine tote Stadt. Verfallene Fassaden. Geschlossene Geschäfte mit vergitterten Türen. Eingeschlagene Fenster. Nur noch Schattierungen von braun und grau."

Seit ich Laline Paulls Roman "Die Bienen" letztes Jahr gelesen habe, bin ich Fan der gelb-schwarz gestreiften Summser. Aber was Paull aus der Sicht der Bienen schildert, wird hier bildgewaltig und erschreckend aus unserer Perspektive erzählt. Während Paull poetisch und teilweise doch grausam und blutig vom Leben einer einzelnen Biene erzählt, geht es in Lundes Werk um das große Ganze. Getreu nach dem Motto: Alleine sind wir nichts, unsere Handlungen sind irrelevant für das große Ganze; schaut man sich aber den gesamten Bienenstock an, so wird jede einzelne Handlung jeder noch so kleinen Biene plötzlich wichtig. Und das sieht man auch an den drei Charakteren, deren Handlungen, ihnen nicht erkennbar, doch für ganze Generationen von Bedeutung sind.

Dieser Roman ist so ziemlich das Beängstigendste, was ich seit langem gelesen habe. Klar habe ich schon mal vom Bienensterben gehört, aber dass CCD (Colony Collapse Disorder) wirklich ein harter Fakt ist und dass die Bienen tatsächlich in Massen wegsterben, habe ich noch nicht gewusst. Das macht einem richtig Angst, vor allem wenn man bedenkt, dass selbst Albert Einstein schon zu seiner Zeit gesagt hat, “Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben”. Und wenn man dann noch ein Buch wie dieses hier liest und quasi schon in die Zukunft ohne Bienen schauen kann, dann läuft es einem eiskalt den Rücken runter.

Mit einer klaren, leichten Sprache erzählt Maja Lunde von der Geschichte der Bienen über die Jahrhunderte. Davon, wie abhängig wir von diesen kleinen, fleißigen Geschöpfen sind. Davon, wie die Globalisierung vielleicht Schuld an dem Bienensterben ist. Und davon, dass es vielleicht doch noch Hoffnung gibt, dieses Schicksal abzuwenden. Die drei Erzählstränge sind wunderbar umgesetzt und je weiter das Buch fortschreitet, desto mehr sieht man auch die Verbindung der Personen und wie sie einander - und der Menschheit - über die Jahrhunderte hinweg helfen. Ich möchte hier auch gar nicht zu viel verraten, nur so viel: Dieses Buch ist eine absolute Leseempfehlung. Wer das nicht liest, ist selber schuld.

Was Bienen und Menschen verbindet

Von: Michael Lehmann-Pape Datum : 04.05.2017

www.rezensions-seite.de

Wie würde das sein, wenn es Bienen nicht mehr gibt? Wenn der biologische Zyklus von Befruchtung und Bestäubung anders, „menschlich“ zu geschehen hat, um nicht den Untergang der Biosphäre des Planeten hervorzurufen?

Das ist ein Erzählstrang, ein Impuls, den der Roman von Maja Lunde in den Raum setzt, wenn die Autorin ein stückweit (aber gar nicht einmal so sehr) einen Erzählstrang in die Zukunft verlegt.

Der sich im Übrigen wie auch die anderen beiden Haupterzählstränge im Roman, gar nicht nur zentral um die Bienen und ihre Lebensweise dreht, sondern Personen und ihre Beziehungen zur „Arbeit der Bienen“ in den Raum stellt, um sich dann auch vom Thema im engeren Sinne zu lösen und Schicksale zu erzählen.

Dass der eine die Imkerei durch eine Erfindung nach vorne bringt, ein anderer ganz Imker ist und, in der Zukunft, jemand die Arbeit der Bienen übernimmt ergibt da bei zum einen eine anregende, empathische Einsicht in die Wichtigkeit der Bienen für diese Welt an sich und in das „Leben der Bienen“, und lockert diese Seite der Geschichte dann durchaus auf mit der Darstellung des Lebenswegs, der Schicksale der drei Hauptpersonen.

„….die Aussichten auf einen regelmäßigen Ertrag wären gut der unberechenbare Klimawandel hätte keinerlei Auswirkungen auf uns, und wir könnten auch im Herbst einen guten Verkauf garantieren“.

So wird gegenüber der geldgebenden Bank immer wieder argumentiert in einer der drei Erzählungen im Buch, doch:

„Das war alles gelogen“.

Warum und wieso und wie das alles werden wird, das liest sich im Buch auch sprachlich flüssig und gut und immer wieder bildkräftig von Maja Lunde in Szene gesetzt.

„Eine tote Stadt. Verfallene Fassaden. Geschlossene Geschäfte mit vergitterten Türen. Eingeschlagene Fenster. Nur noch Schattierungen von braun und grau“.

Als Bild für die Zukunft gesetzt und gut in den Vergleich mit dem „bunten Leben“ der Bienen und der „blühenden Natur“ je gebracht, was sich vor allem durch den regelmäßigen Perspektivwechsel in die drei Erzählfäden hinein dem Leser in den Gegensätzen und Kontrasten einprägt.

Damit wird unterschwellig durchgehend verdeutlicht, welch zentrale Position die Bienen im ökologischen System der Erde einnehmen und wie liederlich der Mensch allzu oft mit dieser Natur umgeht. Bis dahin, dass plötzlich an manchen Orten Bienen einfach so aufhören, zu existieren.

Wobei, und auch das passt homogen in Stil und Erzählweise des Buches hinein, das Verschwinden der Bienen nicht das letzte Wort sein wird. Sondern ein Neuanfang ist möglich, das ist die eigentliche Botschaft dieses anregenden, lehrreichen und zugleich überaus unterhaltsamen Romans.

Emotional und lehrreich

Von: Madame Klappentext Datum : 02.05.2017

www.madameklappentext.de

Inhalt: Drei Schicksale in drei Ländern und drei Jahrhunderten. Tao (im Jahr 2098 in China), William (im Jahr 2007 in Ohio) und George (im Jahr 1852 in England) kämpfen jeweils mit den Umständen ihrer Zeit. So unterschiedlich die drei Ebenen auch sind, verbindet sie eins: Die Geschichte der Bienen. Wir blicken quasi in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Bienen. Eine wechselvolle Geschichte, die sich auch im Leben der Familien widerspiegelt.

Leseeindruck: Bücher über Bienen gibt es ja im Moment zuhauf aber in Form eines Romans habe ich noch keines in die Hände bekommen. Das Thema Bienen interessiert mich schon seit geraumer Zeit. Die kleinen Insekten sind einfach zu wichtig für uns Menschen und das nicht (nur) wegen des leckeren Frühstückshonig �� Ohne Bienen gibt es (fast) niemanden, der unsere Pflanzen bestäubt und damit auch nix zu futtern für uns Menschen. Ich war also mehr als neugierig, wie diese Thematik in einem Roman verarbeitet werden würde.
Von der ersten Seite an konnte ich das Buch kaum weglegen. Die drei Geschichten um Tao, George und William haben mich alle angesprochen. Die Erzählstruktur trägt dabei einiges zum Leseerlebnis bei, denn die Hauptfigur und somit auch der Schauplatz wechselt mit jedem Kapitel. Obwohl so die einzelnen Geschichten immer wieder unterbrochen werden, hat mich das doch kein bisschen gestört. Vielmehr wurde ich mit jeder Seite neugieriger wie nun alles zusammenhängt und wie die Probleme der einzelnen Ebenen nun gelöst werden. Es gab immer wieder Neues zu den Bienen aber auch zu den Figuren in Erfahrung zu bringen. Außerdem war ich von Beginn an neugierig wie die Geschichten vielleicht miteinander verwoben sind. Aber lest selbst ��

Obwohl die Geschichten jeweils etwa ein Jahrhundert trennt, haben sie doch so viel gemeinsam. Die Themen Familie, Liebe und die eigene Existenz spielen eine bedeutende Rolle und werden auf wundervolle Weise beschrieben. In jeder Zeit müssen sich die Charaktere mit Konflikten auseinandersetzten und mit den jeweiligen Anforderungen der Gesellschaft klarkommen. Am meisten fasziniert hat mich da Taos Geschichte im China der Zukunft. Ihre Welt ist so vollkommen anders als unsere Gegenwart, in jedem Fall emotional und körperlich härter, eine gravierende gesellschaftliche Veränderung, die hauptsächlich durch das Fehlen der Bienen begründet ist. Für mich war das eine erschreckende Zukunftsvision, die hoffentlich keine Realität wird. Aber auch die anderen beiden Erzählebenen sind sehr emotional und legen die Gefühlswelt der Figuren offen.

Einer der größten Pluspunkte des Buches ist für mich aber, dass man so ganz nebenbei in liebevolle Sätze verpackt etwas über die Geschichte der Bienen erfährt und welchen Einfluss die Bienen auf das Leben der Menschen haben (und umgekehrt). Ich habe unheimlich viel über die Haltung der kleinen Insekten erfahren. Im Vergleich der verschieden Erzählebenen kann man sich außerdem noch ein Bild davon machen, wie sich das alles über die Jahrhunderte verändert hat. Ich habe den Roman in dieser Hinsicht als schonungslos empfunden. So leiden nicht nur die Bienen, sondern mit ihnen die Charaktere im Buch und damit habe auch ich beim Lesen (mit)gelitten.

Fazit: Leute lest dieses Buch! Ihr werdet Bienen ab sofort mit anderen Augen sehen und euch über jedes kleine Exemplar auf der Wiese freuen. Man lernt so viel, ohne dass man sich belehrt fühlt und noch dazu wird alles Wissenswertes auch noch in drei berührende Familiengeschichten verpackt. An den Charakteren im Buch wird symbolisch sichtbar, dass es den Menschen nur gut geht, wenn es auch den Bienen an nichts fehlt. Eine Botschaft, die ich nach dem Lesen jedem nur ans Herz legen kann. Dieses Buch regt zum Nachdenken an und das gleich auf mehreren Ebenen. Dieses Buch ist ein wieder ein wahres Herzensbuch für mich. Also nochmal: Lest dieses Buch!

Wunderschöne Geschichte über kleine große Bienen

Von: Alles Allerlei Datum : 02.05.2017

https://www.youtube.com/watch?v=HG99om0SBo4&t=58s

Insgesamt finde ich es wirklich eine sehr gelungene Geschichte über die Bienen, ihre Geschichte und ihren EInfluss mit einer wunderbaren Botschaft über das Leben und uns Menschen.
Leider habe ich mich mit der Zeitliene um William etwas schwerer getan durch seine trüben und düsteren Gedanken - auch wenn ich fest davon überzeug bin das dies Absicht war um eben genau diese trübseligkeit bei ihm zu verdeutlichen. War nur eben eine Art mit der ich nicht so gut klar kam.
Ansonsten hat mich das Buch jedoch restlos überzeugt!

Hoffnung?!

Von: Barbara62 Datum : 02.05.2017

mit-büchern-um-die-welt.de/

Die Geschichte der Bienen der norwegischen Autorin Maja Lunde fällt zunächst durch ein bestechendes Äußeres auf. Sowohl der zurückhaltend gestaltete Umschlag mit der plastisch hervorgehobenen toten Biene, als auch der warmgelbe Einband und das ebensolche Vorsatzblatt machen den Roman zu einem optischen Genuss und zu einem Hingucker auf jedem Büchertisch oder im Schaufenster einer Buchhandlung.

Erzählt wird abwechselnd von drei Stimmen an drei verschiedenen Orten zu drei unterschiedlichen Zeiten. Damit man nicht die Orientierung verliert, ist als Fußnote auf jeder Seite die Person genannt, die gerade das Wort hat – eine tolle Idee des Verlags! Allerdings sind die Stimmen so unterschiedlich, dass die Unterscheidung auch sonst nicht besonders schwergefallen wäre:

William, der Naturforscher und Samenhändler aus Maryland, Hertfordshire, England, berichtet 1852 in blumiger, altertümlicher Ausdrucksweise über sein Leben als Vater von acht hungrigen Mäulern, die ihn die vielversprechende wissenschaftliche Karriere gekostet haben. Als er sich doch noch einmal aufrafft und mit „Savanges Standardbeute“ eine völlig neue Art von Bienenbehausung als Patent anmelden will, ist ihm ein anderer Erfinder bereits kurz zuvorgekommen.

In einer eher einfachen, derben Sprache erzählt George von seinem Leben als Imker in Automn Hill, Ohio, USA, 2007. Er führt die Familientradition fort und hofft darauf, seinem Sohn eines Tages ein gesundes Unternehmen vererben zu können, auch wenn der lieber Journalist werden will. Die Bienen sind für George Beruf und Berufung, doch machtlos muss er zusehen, wie das mysteriöse Bienenverschwinden, „Colony Collapse Disorder“ genannt, auch bei ihm Einzug hält.

Die dritte Erzählstimme, die sehr sachlich und präzise daherkommt, aber ebenso melancholisch wie die beiden anderen ist, gehört Tao, einer Handbestäuberin in Shirong, Sichuan, China, im Jahr 2098. Sie kennt Bienen, die seit den 1980er-Jahren in ihrer Region, seit 2045 auf der ganzen Welt verschwunden sind, nur noch aus Büchern. Nun muss sie nicht nur gegen Mangelernährung und einen tristen Alltag kämpfen, sondern auch nach ihrem dreijährigen Sohn Wei-Wen suchen, der ganz plötzlich erkrankt ist und vom herrschenden „Komitee“ weggebracht wurde.

Da ich passenderweise während der Lektüre immer meinen blühenden Apfelbaum im Blick hatte, um den wegen des viel zu kalten Wetters leider keine Bienen summten, konnte ich die Hilflosigkeit der Protagonisten recht gut nachvollziehen. Doch außer um das Thema Bienen geht es in allen drei Geschichten auch um die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern und die Konflikte um Erwartungen und Rebellion. Mir hätte es besser gefallen, wenn Maja Lunde stattdessen noch tiefer in die Problematik des Bienensterbens eingedrungen wäre, auch wenn dies natürlich kein Sachbuch, sondern ein Roman ist. Sehr gut gefallen hat mir dagegen, wie die drei scheinbar unzusammenhängenden Geschichten am Ende doch noch Verbindungen aufweisen und dass der insgesamt düstere Roman mit dem Wort „Hoffnung“ endet. Diese hege ich trotz allem auch für meine Apfelernte.

Den Faden nicht zu verlieren ist die größte Schwierigkeit

Von: Jürgen Seils aus 88255 Baienfurt bei Ravensburg Datum : 01.05.2017

Mit Bienen habe ich seit meiner Kindheit neben dem Vater gearbeitet. Deren Leben im Volk und Stock ist fantastisch und voller Überraschungen. Daher mein Interesse, Maja Lundes Buch in wenigen Tagen zu lesen.
Es ging nicht. Die Einteilung des Romans in George, William, Tao und die Folge der Kapitel ohne den roten Faden aus dem vorhergehenden Kapitel durch irgendeinen Nebensatz, eine Bemerkung oder ein Zitat aufzunehmen, machen es bis kurz vor Ende des Buches sehr unübersichtlich, die Dramatik der jeweiligen Szenen zusammenzuhalten.
Es gibt Stellen (S. 237 z.B.), wo die Übersetzungsmühe spürbar wird.
Es gibt Bücher, die liest man mehrmals.
Danke für die Chance.
Freundliche Grüße!
Jürgen Seils

Eine besondere Erzählstruktur mit einem wichtigen Thema

Von: Buchmagie Datum : 01.05.2017

https://m.facebook.com/buchmagie88

England, 1852:
William, Biologe und Ladenbesitzer, kann seit Wochen das Bett nicht mehr verlassen. Gescheitert mit seinen Forschungen steht er vor den Scherben seines Lebens. Doch dann dreht sich plötzlich das Blatt. Ihm kommt die revolutionäre Idee eines völlig neuartigen Bienenstocks. Eine Idee, die alles verändern könnte...
Ohio, 2007:
George, Imker aus Leidenschaft, steckt sein gesamtes Herzblut in seinen Bienenhof, den sein Sohn Tom später einmal übernehmen soll. Doch der interessiert sich nur für sein Studium und fürs Schreiben. Und wenn das nicht schon genug ist, passiert das Unfassbare: Die Bienen verschwinden.
China, 2098:
Tao lebt in einer Welt, in der es keine Bienen mehr gibt. Von Hand müssen die Menschen die Bäume bestäuben, um ihr Überleben zu sichern. Tao arbeitet hauptsächlich für ihre Familie, und vor allem für ihren kleinen Sohn Wei-Wei, der es einmal besser haben soll. Doch dann geschieht mit Wei-Wei plötzlich ein großes Unglück, und nichts ist mehr wie vorher...

Mit "Die Geschichte der Bienen" ist der Autorin Maja Lunde aus Norwegen ein internationaler Bestseller gelungen. Mich persönlich hat vor allem die ungewöhnliche Erzählstruktur in dieser Geschichte angesprochen, die sich auf drei unterschiedlichen Zeitebenen bewegt.
Der Titel ist Programm. Geschickt erzählt die Autorin eine Geschichte der Bienen, die im 19. Jahrhundert mit dem erfolglosen William ihren Anfang nahm, in unserer Gegenwart langsam aber stetig die Katastrophe mit dem plötzlichen Bienenschwund einleitet, und die dann in einem erschreckenden Zukunftsbild, im Jahre 2098, ihren Höhepunkt fand. In einer Welt ohne Bienen, in der die Menschen verzweifelt gegen den Hunger kämpfen.
Aber nicht nur die Bienen ziehen sich durch diese drei geschichtlichen Ebenen, denn auch, wenn man zunächst den Eindruck hat, es hier mit drei völlig eigenen Handlungssträngen zu tun zu haben, trügt dieser Eindruck. Obwohl 246 Jahre zwischen dem Protagonisten 'William' und der Protagonistin 'Tao' liegen, gelang Maja Lunde das Kunststück alle drei Geschichten auf eine fast schon zarte Art und Weise zu verbinden. Auch in einem erzähltechnisch unabhängigen Motiv erkennt man einen Zusammenhang zwischen den drei Zeitebenen. In jeder Geschichte spielt eine Eltern-Sohn Beziehung eine besondere Rolle. Während William auf verzweifelte Art und Weise versucht bei seinem Sohn mit seinen Arbeiten Eindruck zu schinden, versucht George seinen Sohn Tom für den Familienbetrieb zu begeistern, ohne zu erkennen, dass seine Interessen sich geändert haben. In der Zukunft, in der Tao, im Gegensatz zu ihrem Mann Kuan, den zweifellos dominanten Elternteil darstellt, spielt dagegen ein schreckliches Unglück, im Zusammenhang mit ihrem Sohn, eine tragende Rolle.
Die besondere Erzählstruktur und die raffinierte Verwebungen der Geschichten untereinander, machen "Die Geschichte der Bienen" zu einem gut geschriebenen und interessanten Roman. Auch die Charaktere in Maja Lundes Buch waren gut ausgearbeitet. Allerdings konnte ich nicht wirklich eine Beziehung zu ihnen aufbauen, was daran lag, dass die Erzählsicht sich pro Kapitel ändert und ich mich, als Dauer-Zeitreisende, somit nicht optimal mit einer Figur auseinander setzen konnte.
Zusammenfassend hat mir "Die Geschichte der Bienen" aber sehr gut gefallen. Ein sehr lesenswerter Roman, bei dem man auch den Realitätsfakt nicht außer Acht lassen sollte. Das Bienensterben in unserer Gegenwart ist keine Fiktion. Somit ist Maja Lundes Buch auch eine gute Gelegenheit sich persönlich für dieses Thema zu sensibilisieren.

Brisante Thematik schwach umgesetzt in zähen Geschichten

Von: TheUjulala aus Dachau Datum : 29.04.2017

www.theujulala.de/rz-lunde-geschichtederbienen/

Handlungsaufbau / Spannungsbogen:

Da die drei Stories immer in kleinen parallel laufenden Kapiteln erzählt werden, wechseln sich die Handlungen ab. Ist die eine ruhiger, so passiert gerade was in der anderen. Den Reiz des Buches macht tatsächlich diese Form aus. Leider wirkt dieser positive Effekt sich nicht auf die einzelnen Erzählungen aus. Alle Drei wirken für mich allein betrachtet eher zäh und sind an sich unspektakulär. Die Spannung wird nur durch den Wechsel angetrieben, da die meisten Kapitel mit einem Mini-Cliffhanger enden.

Emotionen / Protagonisten:

Williams Verhalten kann ich am allerwenigsten nachvollziehen. William wirkt wie ein geprügelter Knabe, der nach Aufmerksamkeit heischend seine Umwelt und Familie vergisst und ein unglaubwürdiges Verhalten an den Tag legt. Er erwischt seinen 16 jährigen Sohn beim Zechen und Herumhuren in den Gassen, und was macht er? Er läuft wie ein beleidigtes Kind in den Wald und heult sich dort aus.

Und dafür, dass Tao als (für die Zeit) hochbegabt gilt, ist sie mir viel zu unreflektiert und handelt unüberlegt.

Der Einzige, den ich noch am authentischsten fand, war George. Er ist zwar ein Grantler und kann mit dem Snobismus der „Gelehrten“ nichts anfangen. Seine Gefühle seinem Sohn gegenüber kann ich aber noch am meisten nachvollziehen.

Sprache / Schreibstil:

Alle 3 Protagonisten erzählen in der Ich-Perspektive im Präteritum, und auch entsprechend im Sprachstil der Handlungszeit. Bei Tao ist die Sprache abgehakt, schnörkellos und wird begleitet von kurzen Sätzen. Wilhelm hingegen hat eine altertümliche Sprache mit gestochenen, gehobenen Formulierungen. George hingegen spricht dem Jahr 2007 angemessen, direkt und ehrlich. Sprachlich ist es ansonsten insgesamt relativ einfach gehalten. Wenn ich mir da andere Werke anschaue, die mit viel mehr Raffinesse auch feine, leise Geschichten erzählen können, haut mich dieses hier nicht wirklich vom Hocker. Teilweise empfinde ich sie sogar eher berichtartig, und sehr emotionslos.

Meine Meinung:

Ich finde diese Unterscheidung zwischen den Zeiten und Protagonisten absolut passend und richtig ansprechend. Der Einstieg hatte mich gepackt und konnte ich mich mich zunächst in jede einzelne Geschichte gut einfühlen.

Trotzdem hatte ich dann aber ständig das Gefühl nach dem direkten Zusammenhang suchen zu müssen. Bei William und George kristallisierte sich die Gemeinsamkeit relativ früh heraus, Tao passte da lange Zeit nicht hinein.

Die Bienen-Thematik finde ich hier insgesamt viel zu mau. Erst kurz vor Schluß sitzt Tao in der Bibliothek und knallt uns anhand von Lehrfilmen die eigentliche "Geschichte der Bienen" in 2 Seiten vor den Latz, aber insgesamt so gefühllos. Da ist so viel Brennstoff drinnen, das hätte schon viel früher in Taos Geschichte und dem Leser serviert werden müssen. So wird es nur nebenbei „abgehandelt“ - schade.

Wahrscheinlich bin ich einfach mit einer zu hohen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. Ich hatte mir viel mehr Gesellschaftskritik und Dramatik erwartet. Aber im Grunde sind es nur drei parallel laufende Geschichten von Familien, mit ihren gekränkten Eitelkeiten und zwischenmenschlichen Problemen. Am Schluß taucht zwar der gemeinsamen Nenner auf, der ist aber meines Erachtens sehr dünn. Dabei sind alle drei Geschichten in ihrer Handlung so vorhersehrbar, dass es das ganze Buch für mich tatsächlich so zäh wie Honig macht. Einzig die Hoffnung, ob Wei-Wen noch lebt, hat mich angetrieben, das Buch zu Ende zu lesen.

Fazit:

Für mich enttäuschend, da ich nicht das gelesen habe, was mir durch Umschlag und Titel versprochen wurde. Zu wenig Dramatik, zu zähe Geschichten, zu einfacher Sprachstil. Das brisante Thema wurde mir hier zu flach und nebenbei angekratzt.