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Leserstimmen (82)

Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen

Die Geschichte der Bienen Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-75684-1

Erschienen:  20.03.2017
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Kundenrezensionen

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belastete Verhältnis von Mensch und Natur

Von: michael lausberg aus Doveren Datum : 26.06.2018

Die Autorin Maja Lunde, die längere Zeit in Norwegen wegen ihrer Kinder- und Jugendbücher bekannt war, stand mit ihrem ersten Roman für Erwachsene lange in den Bestsellerlisten und bekam den norwegischen Buchhändlerpreis. Nun kommt das Buch übersetzt auf den deutschen Markt.
Das in unserer Zeit immer mehr belastete Verhältnis von Mensch und Natur wird anhand der Geschichte der Bienen illustriert. Sie stellt dabei eine Verbindung zwischen der Geschichte der Bienen und der Geschichte der Menschheit her. Im Vorfeld ihres Romans tauschte sie sich mit Fachleuten aus und las sich in das Thema Bienen intensiv ein.
Die Handlung wird in den drei verschiedenen Zeitepochen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erzählt. Dabei handelt es sich um die Schicksale dreier verschiedener Protagonisten, die nur durch Imkerei oder Bienen einen Zusammenhang bieten. In der Vergangenheit geht um den Engländer William, im 19. Jahrhundert einen neuen Bienenkorb erfunden hat. In der Gegenwart erzählt die die Geschichte des Imkers George, der seine gesamten Bienenvölker verliert. Die dritte Hauptperson ist die Chinesin Tao, die im Jahre 2098 aufgrund des Fehlens von Bienen die Bestäubung selbst vornehmen muss. Die letzte Geschichte illustriert eindeutig, dass es in mehr als 80 Jahren keine Bienen mehr gibt und damit die Botschaft, dass die Natur kurz vor dem Aussterben steht, wenn nicht in der Gegenwart auf allen Ebenen umgesteuert wird. Dass in Europa alle bestäubenden Insekten vom Aussterben bedroht sind, wissen nicht nur Biologen.
Das Schicksal der drei Personen wird zwar auch intensiv geschildert, aber im Mittelpunkt des Buches steht der Appell an den Menschen, mit der Natur im Einklang zu leben und sie nicht zu zerstören. Man spürt in dem Roman auch den Einfluss ihrer Kinder- und Jugendbücher; manche Passagen sind voller Emotionalität und Einfühlungsvermögen geschrieben, dass ihr Erzählstil mitreißt und daher auch die eigentliche Botschaft ihres Buches besser herausgestrichen wird.

Unsäglich langweilig und zäh

Von: Gaikana Datum : 14.05.2018

Total überbewertete Geschichte, die mit Bienen nicht viel zu tun hat. Über die Zustände in China gibts wesentlich bessere Bücher. Sehr enttäuschend. Ich frage mich immer wieder wer die Bewertungen abgibt. Jeder der das Buch gelesen oder angelesen hat den ich kenne, hat nichts an dem Buch gefunden was zur Weiterempfehlung verlockt hätte.
Hab mich durchgekämpft, aber schade um die Zeit

Mehr davon!

Von: Influenza Bookosa Datum : 29.04.2018

influenza-bookosa.de/die-geschichte-der-bienen-maja-lunde/

Kaum einem anderen Buch wurde in den sozialen Medien so viel Aufmerksamkeit gewidmet, wie Maja Lundes Die Geschichte der Bienen. Für den ersten Teil ihres Klima-Quartetts widmet sich die Autorin dem großen Thema Bienen. Was geschieht, wenn die Bienen aussterben? Stirbt die Menschheit auch?

Diesen und anderen Fragen nimmt sich die Autorin an und verpackt sie zu einer spannenden und durchaus düsteren Geschichte. Was mir neben der Thematik allerdings besonders gefiel, war der phänomenale Stil von Maja Lunde. Autoren versuchen oft etwas neues und bahnbrechendes ihren Büchern mitzugeben und wollen buchstäblich das Rad des Erzählens neu erfinden. Häufig geht der Schuss nach hinten los, manchmal aber auch nicht.

Frau Lunde schafft es dieses komplexe Konstrukt nicht nur aus unterschiedlichen Perspektiven und Zeitepochen zu erzählen ohne ihre Leser zu verwirren. Sie führt diese eigentlich autarken Handlungsstränge am Ende auch noch meisterhaft zusammen. So gut, dass ich am liebsten laut geklatscht hätte.

Über die Bienen und Menschen - nachdenklich stimmend

Von: Lasszeilensprechen Datum : 16.04.2018

lasszeilensprechen.blogspot.de/

England, 1852: William ist Biologe und Samenhändler. Seit sein Mentor sich von ihm abgewendet hat und er sich als Forscher und Biologe gescheitert sieht, schafft er es nicht mehr, sein Bett zu verlassen. Durch neuen Input durch sein Kind rafft er sich auf, einer neuen Idee nachzugehen – ein neuartiger Bienenstock, der die Imkerei völlig revolutionieren soll.
Ohio, 2007: George ist Imker und er möchte sein florierendes Geschäft irgendwann an seinen Sohn Tom vererben. Dieser hat jedoch ganz andere Pläne für sein Leben -bis auf einmal die Bienen verschwinden.
China, 2098: Mittlerweile haben die Menschen die Arbeit der Bienen übernommen und bestäuben die Blumen per Hand. Denn schon lange gibt es keine Bienen mehr. Tao ist eine von den fleißigen Arbeiterinnen. Sie hofft auf ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Nach einem mysteriösen Zwischenfall ist Wei-Wen weg und Tao sucht nicht nur nach ihm, sondern auch nach einer neuen Zukunft für die gesamte Menschheit.

Ein Buch über Bienen? Wäre das Buch nicht Bestseller des vorangegangen Jahres gewesen, hätte ich das Buch wohl eher nicht lesen müssen. Als meist verkauftes Buch muss Maja Lunde doch etwas richtig gemacht haben und so wollte ich mich auch selbst von diesem Roman überzeugen lassen. Zuallererst: Ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn eine Geschichte über Bienen erst einmal etwas eigenartig klingt, genauso wie die Inhaltsangabe des Buches.

Zuerst werden alle drei Geschichten kurz eingeführt und dann abwechselnd erzählt. Je nach Erzählhöhepunkt wechselt die Geschichte auch mal nur zwischen zwei Geschichten, sie werden also nicht starr abwechselnd erzählt, was auch wirklich Sinn macht. Alle 3 Zeitachsen für sich sind interessant, aber überzeugen so richtig erst in Kombination miteinander. William ist depressiv, nachdem er sich als gescheitert betrachtet. Erst durch den Besuch seines Sohnes und die Aussicht auf ein neues Projekt, auf das er sämtliche Lebensenergie fokussieren kann, kann er wieder neuen Lebensmut gewinnen. George geht in seinem Beruf auf, und wünscht sich, wie so viele Eltern, sein aufgebautes Imperium einmal an seinen Sohn zu geben. Es kommt mehrfach zu Konflikten, weil Sohn und Vater einfach unterschiedliche Lebenspläne haben. Die Handlung in China hat ein wenig Endzeitstimmung. Die Menschen sind eher Sklaven, es herrscht Lebensmittelknappheit und diverse Teile sind nicht mehr bewohnt. Die Frage nach Wei-Wens Schicksal steht im Raum – auch wenn durch die Thematik den meisten Lesern schnell klar sein dürfte, was es mit dem Zwischenfall auf sich hat.

Das Buch macht wirklich nachdenklich, was die Rolle der Bienen angeht und wie wir mit unserer Umwelt umgehen. Maja Lunde überzeugt aber vor allem auch dadurch, dass sie sich so eingehend mit der Eltern-Kind-Beziehung auseinandersetzt. Mit der Frage, was wir unseren Kindern hinterlassen wollen, was wir uns für sie wünschen und wie weit wir für sie gehen würden. Auch wenn das Buch zwischenzeitlich etwas ruhig ist, habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Gut unterhalten, weil es zum Denken anregt. Ich vergebe 5 Sterne.

Die Geschichte der Bienen

Von: Mausezahn.blog Datum : 07.04.2018

mausezahn.blog/

Ich habe das Buch verschlungen! Das Titelbild mit der Biene ist ansprechend gestaltet. In der Innenklappe ist eine kurze Beschreibung, welche Personen vorkommen und in welchem Jahr die Geschichte spielt. Die kurze Info hat mir geholfen, den Überblick zu behalten. Die Geschichte lässt sich flüssig und schnell lesen, die Handlungsstränge wechseln sich ab. Jede Zeitschiene ist in sich schlüssig und verständlich geschrieben. Die Charaktere konnte ich mir gut vorstellen und mich in sie einfühlen. Sie sind nicht mal sonderlich sympathisch aber man versteht die jeweiligen Lebensumstände. Bei dem Teil über Tao aus China, wird das Peking im Jahre 2098 als sehr düster und unheimlich beschrieben. An der einen oder anderen Stelle hätte ich hier gerne mehr über die Umstände gelesen. Einzigartig finde ich auch die Vermischung von Roman mit einem wichtigen Sachthema. Am Ende wird der Zusammenhang zwischen den Protagonisten klar. Ein tolles Buch- eine klare Kaufempfehlung!

Nachdenklich stimmender, beeindruckender, traurig-schöner Roman!

Von: Naibenak aus Pinneberg Datum : 20.03.2018

Der Biologe und Samenhändler William lebt in England um 1852 mit Ehefrau, einem Sohn und einer Menge Töchter. Um seinem einzigen Sohn und seinem Mentor Rahm zu imponieren, vertieft er sich in Forschungsprojekte zu Bienen und erfindet einen neuartigen Bienenstock. Immer wieder erleidet er jedoch Rückschläge und verfällt in Depressionen. Gelingt es ihm, etwas Bleibendes zu hinterlassen?

Der Imker George lebt in Ohio 2007 mit Frau und Sohn von seinem Imkereibetrieb. Der Sohn Tom schlägt jedoch gegen den Willen seines Vaters eine andere Laufbahn ein als die Imkerei. Schließlich kommt es in den USA vermehrt zu großen Ausfällen von Bienenvölkern - ein gewaltiger Kollaps bahnt sich an. Wie steht es dabei um George und seine Zukunft?

Die Handbestäuberin Tao lebt mit ihrem Mann und dem dreijährigen Sohn Wei-Wen im China des Jahres 2098. Tagein, tagaus ist sie eine von tausenden Arbeiterinnen, die per Hand von morgens bis abends Obstbaumblüten in riesigen Plantagen bestäuben, weil die bestäubenden Insekten ausgestorben sind. Eines Tages wird Taos Leben durch einen Unfall des kleinen Wei-Wen erschüttert...

Maja Lunde verknüpft diese drei Handlungsstränge in abwechselnder Erzählform ganz fabelhaft miteinander. Zum einen, weil in jedem Teil auf andere Weise auf die Bienen eingegangen wird: bei William ist es die anfängliche Forschung und seinerzeit angestrebte Zähmung von Bienen, bei George ist es der Imkereibetrieb mit vielen Informationen zu Bienenstöcken und der Bedeutung der Imkerei im Allgemeinen und bei Tao ist es eine (mögliche) Auswirkung eines weltumfassenden Bienensterbens. Zum anderen wird in allen Geschichten die Abhängigkeit voneinander deutlich! Sehr beeindruckend und einfühlsam erzählt Lunde Familiengeschichten, in denen große Existenzprobleme thematisiert werden, die mit Bienen eng verbunden sind. Mit viel Gespür für die jeweilige Zeit macht sie deutlich, wie die drei Protagonisten damit umgehen. Dabei ist allen sehr ähnlich, dass sie die Probleme regelrecht sprachlos machen und sie kaum jemanden an sich heranlassen. Die wenigen Gespräche, die es gibt, sei es mit dem Partner, dem Sohn, der Tochter, einem Kollegen... sind dann aber umso intensiver, sehr aussagekräftig und gut in Szene gesetzt. Schön auch die Rolle der Frau, die als starke und emsige, nahezu unerschütterliche Person durch alle Erzählstränge hindurch ein wichtige Rolle spielt.

Die Hauptcharaktere, insbesondere William und George, sind in ihrer Zeit und dem Umfeld sehr gut und auch sprachlich differenziert gestaltet und entwickeln sich weiter. Besonders George hat mich letzten Endes für sich eingenommen, wenn ich ihn auch gern zwischendurch kräftig hätte durchschütteln mögen ;) Taos Geschichte in der Zukunft hinkt leider für meinen Geschmack ein bisschen - es passiert verhältnismäßig viel, jedoch in weiten Teilen zu Lasten der Entwicklung der Person. Ich kann mich in Tao am wenigsten einfühlen. Außerdem wird einiges an regelrechtem Horrorszenario lediglich angedeutet, bei welchem mir noch mehr Hintergrund und manchmal auch Logik fehlt. Jedoch muss ich im Nachhinein sagen, dass diese Art der Erzählung sich gut zu den anderen beiden, sehr gefühlsbetonten Handlungssträngen fügt und eine deutliche Abgrenzung darstellt.

Am Ende fügt sich alles zu einem Ganzen - die Bienen sind meiner Meinung nach nicht nur eine "Randerscheinung" (wie von einigen kritisiert), sie sind das Gerüst, der Motor, die Verbindung, die lebensnotwendige und viel zu sehr bedrohte, einzigartige & wunderbare Spezies, die es unbedingt zu schützen gilt. Das hat dieser Roman eindrücklich dargestellt.

Fazit: Bis auf einige Ungereimtheiten in Taos Erzählung ein durch und durch beeindruckend, traurig-schöner Roman. Intensiv gezeichnete Charaktere in ihrer jeweiligen Zeit und vorallem liebevoll in Szene gesetzte Bienen in all ihrer Bedeutung und Schönheit. Ich habe das Buch, das sich im Übrigen ganz flott lesen lässt, unheimlich gern erlebt :-)

Bewegend und sehr interessant!

Von: Tintenschoen Datum : 14.03.2018

https://www.lovelybooks.de/mitglied/Tintenschoen

Ein wunderschönes Buch, innen und außen:
DIE GESCHICHTE DER BIENEN von Maja Lunde ——————————————
Dieses Buch hat mich zuallererst einmal durch seinen besonders schönen Einband und das toll gearbeitete Cover in seinen Bann gezogen. Aber auch die Geschichte, die dahinter steckt und die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet, ist absolut lesenswert.
In allererster Linie geht es natürlich um die Bienen, diese kleinen unermüdlichen Geschöpfe, die alles für ihr Kollektiv tun und die darüberhinaus für die Menschheit und ihr Fortbestehen von so großer Bedeutung sind. Doch auch das menschliche Miteinander, unsere Ängste und Hoffnungen, werden in den drei mitreißenden Erzählsträngen thematisiert. Sie spielen auf drei unterschiedlichen Kontinenten, in drei unterschiedlichen Jahrzehnten und erzählen die Geschichte dreier ganz unterschiedlicher Menschen- Und doch hängt alles mit allem zusammen!
Maja Lunde vermittelt in ihrem Roman nicht nur auf besonders interessante Weise naturwissenschaftliches Wissen, sondern schafft es dabei auch den Leser zu unterhalten und zum Nachdenken anzuregen. Denn letztlich haben wir alle nur eine Zukunft, die es gilt zu bewahren!

Ein echter Pageturner

Von: Diamondgirl aus Stolberg Datum : 06.03.2018

Zum Glück bin ich mit nicht ganz so hohen Erwartungen gestartet, denn das stellt immer ein Problem dar. Im Vorfeld hatte ich sogar etwas Bedenken, ob es wirklich das richtige Buch für mich sein würde. Aber ich war rundum begeistert!
Das Buch umreißt die Geschichte der Imkerei bzw. der Bienen vom 19. bis ins 21. Jahrhundert. In England 1852 leidet William unter Depressionen, weil sein Leben so ganz anders gelaufen ist, als er es sich erhofft hatte. Er wollte ein wichtiger Pionier im Bereich Biologie werden, doch gerieten ihm Frau und einige Kinder dazwischen. Seine Hoffnungen ruhen auf seinem Sohn Edmund, der ebenfalls studieren soll. Schließlich kommt ihm die Idee für einen ganz neuartigen Bienenstock, mit dem er die Imkerei revolutionieren möchte und reißt ihn aus seiner Lethargie.
In Ohio/USA 2007 muss der Imker George miterleben, wie 90 % seiner Bienenvölker einfach von einem Tag auf den anderen verschwinden. Sein einziger Nachkomme Tom studiert und träumt eher vom Schreiben als von der Übernahme des väterlichen Betriebes.
Im Jahr 2098 in China lebt Tao mit ihrer kleinen Familie. Inzwischen sind die Bienen längst ausgestorben und die Welt ist nicht mehr die, die wir kennen. Da passiert ihrem kleinen Sohn ein Unfall, der ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt.

Das Buch ist in diese 3 Handlungsstränge aufgeteilt, die immer abwechselnd erzählt werden. Für mich stellte sich gerade die Form der dreigeteilten Zeit- und Handlungsstränge als Glücksfall dar, obwohl genau das meine vorherigen Bedenken begründete. Es las sich wirklich wie Butter!
Gerade die abwechselnden Stränge wirkten wie ein PageTurner auf mich. Das Kapitel endete und ich wollte immer unbedingt wissen, wie es mit George oder William weitergeht. Jedesmal musste ich mich regelrecht losreißen von diesem Buch, um nicht doch noch 2 oder 3 Seiten zu lesen, aus denen dann doch wieder 30 geworden wären.
Die Geschichte der Zukunft um Tao und ihre kleine Familie weckt bei mir am wenigsten Interesse und Empathie. Die Protagonistin ist mir einerseits nicht sonderlich sympathisch und das ganze Geschehen lässt mich eigenartig unbeteiligt. Wären es einzelne zusammenhängende Geschichten geworden, bin ich fast sicher, dass ich Taos Geschichte abgebrochen hätte. So waren es immer nur ein paar Seiten und so schlecht ist dieser Teil nun nicht, dass ich die nicht mitgenommen hätte zwischendurch. Außerdem interessierte mich dann ja doch, wo und wie sich die Verbindung zu George und William ergab.

Der Schreibstil ist wirklich super! Niveauvoll und trotzdem keine verschwurbelten Sätze über eine halbe Seite. Man kann mit den ersten Sätzen einsteigen und sich einfach treiben und mitnehmen lassen.

Der Erzählstil - alle drei Storys sind in der Ichform geschrieben aus Sicht des jeweiligen Protagonisten - trug sicherlich seinen Teil dazu bei, denn man erfuhr ja tatsächlich, was in dem Einzelnen vorging. Aber eben ausschließlich im Protagonisten. Alle anderen Personen wurden zu Randfiguren, die man als Dritter nur so betrachten konnte, wie es der Erzähler tat. Dazu gehörte natürlich auch, dass man den ganzen negativen Gedanken ausgesetzt war.

Zum Ende zeigte sich, dass meine frühen Vermutungen allesamt richtig waren - was nicht unbedingt für die Geschichte spricht, denn der Verlauf war halt doch insgesamt recht vorhersehbar. Trotzdem hat es wahnsinnigen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, denn auch wenn manches vorhersehbar war, so war hier eindeutig der Weg das Ziel!

Gelungenes Plädoyer für die Umwelt

Von: Lesendes Federvieh Datum : 05.03.2018

lesendesfedervieh.blogspot.de

Nachdem "Die Geschichte der Bienen" auf sämtlichen Bestsellerlisten und Büchertischen vertreten ist, bin ich neugierig auf dieses Buch geworden. Ein so hochaktuelles und brisantes Thema wie das Bienensterben und die viel zu sorglose Verwendung von Pestiziden zum Inhalt eines Buches zu machen, finde ich sehr gut.

Der Autorin ist mit dieser Lektüre ein eindringlicher Appell an unser Gewissen gelungen, das sehr zum Nachdenken anregt. Und das ohne erhobenen Zeigefinger, sondern durch ihre klare, unaufgeregte Sprache. Maja Lunde erzählt ihre Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen, sie führt ihre Leser immer wieder abwechselnd in die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft. Am Ende des Buches läßt sie diese drei Erzählstränge gekonnt ineinanderfließen. So wurde mir das ganze Ausmaß des Raubbaus an unserer Umwelt so richtig bewusst. Zumal mir die einzelnen Protagonisten mit ihren Sorgen und Nöten im Laufe des Lesens immer mehr ans Herz gewachsen sind.

Fazit: Ein gelungenes Plädoyer für unsere Umwelt, informativ, beklemmend, spannend, gut. Maja Lunde zeigt, dass ein solch komplexes Thema auch in einem Unterhaltungsroman sehr gut funktioniert. Klasse.

Wissenschaftliche Vollkatastrophe - Vorsicht Spoiler

Von: A. Vogt Datum : 27.01.2018

Prinzipiell finde ich die Thematik, den dreigeteilten Ansatz und die Erzählweise interessant, ansprechend und spannend erzählt. Ich habe allerdings ein großes Problem mit dem Buch in Bezug auf die wissenschaftliche Korrektheit.
Wei-Wen wird von einer der letzten Bienen gestochen und stirbt an den Folgen eines anaphylaktischen Schocks. Eine derartige allergische Überreaktion des Körpers auf ein Allergen (in diesem Falle das Bienengift) kann nur bei einer vorangegangenen Sensibilisierung des Körpers auf das Allergen erfolgen. Das bedeutet, beim ersten Bienenstich erleidet kein Mensch eine allergische Reaktion. Vielmehr bildet der Körper danach Antikörper gegen das Gift und kann erst bei einer nachfolgenden Exposition mit dem Allergen (ein zweiter Bienenstich) mehr oder weniger stark allergisch reagieren. Das ist hier ja nicht der Fall und diese mangelnde Recherche ärgert mich. Über das ganze Buch hinweg hatte ich die Ahnung, dass es auf diese Ende hinauslaufen könnte und immer dachte ich: nein, so kann es ja nicht gewesen sein, oder sollte sie das etwa nicht in Betracht gezogen haben??? In der Danksagung wird erwähnt, dass Frau Lunde zur Vorbereitung eine Ärztin befragt hat. Wie kann es dennoch zu einem solchen Fauxpas kommen?
Ferner werden allerlei ökologische Folgen des Insektensterbens genannt. Wichtig und richtig und gut! Viel zu wenige Menschen machen sich darüber Gedanken! Aber: Getreidevorräte werden nicht durch Insektensterben knapp, denn Getreide wird durch den Wind bestäubt. Somit sind die Nahrungsgrundlagen unserer Nutztiere auch nicht gefährdet, denn sowohl Futtergras als auch Futtermais sind windbestäubte Gräser, die keine Bienen zum Bestäuben brauchen.
Gerade eben weil Savages Geschichte dominiert wird von wissenschaftlichen Rückschlägen wäre es meiner Meinung nach nur richtig gewesen, hier korrekt zu recherchieren. Somit ist für mich die Grundlage der Argumentation hinfällig, obschon viel Wahres in dem Roman steckt. Schade und überflüssig.

Die Geschichte der Bienen

Von: Booksnstories Datum : 29.12.2017

booksnstories.wordpress.com

Wie der Klappentext schon verrät, bildet der Roman drei unterschiedliche Handlungsstränge ab, die 165 bzw. 10 Jahre in der Vergangenheit und 81 Jahre in der Zukunft angesiedelt sind. In der dritten Person geschrieben erleben wir die Handlung kapitelweise abwechselnd aus Sicht des jeweiligen Protagnisten und  sehr nah an dessen innersten Gefühlen:

Geschäftsmann und Freizeitforscher William steht nicht nur gesundheitlich am Scheideweg, sondern ist auch finanziell in seiner Existenz bedroht. Während er sich immer weiter in seine Idee des neuartigen Bienenstocks verrennt, in dem er nicht nur die finanzielle Rettung, sondern auch sein ideeles Vermächtnis sieht, entfremdet er sich immer weiter von seiner Familie. Ein Weg, der zum Scheitern verurteilt scheint…

Ähnlich steht es um Imker George, der über die Ambition, seinem Sohn die bestmögliche Grundlage für dessen Lebenzu schaffen, nicht erkennt, dass dieser am vorgezeichneten Weg gar nicht interessiert ist. Die Vater-Sohn-Konflikte verbinden die beiden Handlungsstränge der Vergangenheit, in dem der Gegenwart am nächsten liegenden spitzt sich dieser Konflikt jedoch heftig zu. Die Arroganz beider Seiten für die Sicht des jeweils anderen und die Hilflosigkeit der anderen Beteiligten tun beim Lesen regelrecht weh und man ist mehr als einmal geneigt, Vater und Sohn eine gehörige Kopfnuss zu verpassen. Das allmählich Verschwinden der Bienen wird ganz subtil und zurückhaltend in die Handlung eingeflochten,  so schleichend wie es in der Realität gerade jetzt passiert. Genauso wie man sich fragt,warum um alles in der Welt, man für die beiden keine akzeptable Lösung findet, fragt man sich, warum denn niemand das Sterben der Bienen bemerkt und etwas dagegen unternommen hat.

Dies schlägt den Bogen zur Handlung um Arbeiterin Tao, die uns direkt zu Beginn des Romans in schlichter, aber dennoch erschreckender Weise mit den Folgen des Bienensterbens konfrontiert. Nicht nur der Einzelne ist in seiner Existenz bedroht, so wie William und George, sondern die gesamte Menschheit. Die Menschen sind ihrer Lebensgrundlage, ihres Agrarsystems beraubt und um das Überleben zu sichern, muss sich die Gesellschaft auf diese neuen Bedingungen einstellen. Mit einem System, in dem der einzelne nur noch ein Rädchen im Getriebe ist, eine Nummer, jemand, der seinen Zweck zu erfüllen hat. Und wenn er dies nicht mehr tut, wird er im Stich gelassen. Jene Szene, die die Nutzlosigkeit der Alten und Kranken verdeutlicht, lässt mich noch heute entsetzt zurück.

Manchem mag es sicher ein wenig zu weit gegriffen sein, dass mit den Bienen auch die Freiheit und die Selbstbestimmung des Menschen verloren gehen, dass das Bienensterben unsere gesamte moderne Existenz in Frage stellt. Vielleicht bedarf es aber genau dieser Überspitzung, diesem „So muss es nicht, aber so könnte es kommen“, damit uns bewusst wird, dass es 5 vor 12 ist. Dass sich Lunde bewusst nicht für einen gegenwärtigen Handlungsstrang im Jahre 2017 entscheidet, ist sicherlich ebenfalls Teil der Botschaft, die der Roman vermitteln will. Wir haben den Zenit bereits überschritten, befinden uns schon näher an der zukünftigen Realität, als uns lieb ist.

„Die Geschichte der Bienen“ ist kein wissenschaftiches Buch, kein Buch bei dem man tatsächlich etwas über die Geschichte der nützlichen Insekten erfährt. Es ist auch kein Roman, der Fakten nennt, aus denen man sich ein differenziertes Bild über den Ernst der Lage stricken kann. Er packt den Leser emotional und so, dass sich jeder mit den Beweggründen der Protagonisten  identifizieren kann. Denn sie werden über die Jahrunderte nicht nur durch die Bienen, die für jeden von ihnen eine zentrale Rolle spielen,verbunden. Sie alle sehen sich mit familiären Konflikten konfrontiert, kämpfen mit der Beziehung zu ihren Kindern, werden davon angetrieben, ihren Nachkommen ein besseres Lebenzu ermöglichen, als es ihnen selbst vergönnt war.

Dass wir alle unabhängig davon, in welcher Zeit wir leben, vor den gleichen Herausforderungen stehen, die gleichen Wünsche, aber auch Ängste teilen, gehört zur stärksten Botschaft, die dieser Roman für den Leser bereit hält. In Anbetracht dieser großen Themen bildet der Schreibstil für mich persönlich daher einen kleinen Kritikpunkt. Er ist sehr einfach, kommt fast seicht und belanglos daher. Als ich mit jemandem, der das Buch ebenfalls gelesen hatte, darüber sprach, meinte mein Gegenüber dazu jedoch, dass man den Leuten vielleicht auf eben genau diese Art und Weise begegnen muss, damit sie die Misere verstehen. Da ist sicherlich etwas dran.

Am Ende des Romans offenbahrt sich nicht nur eine ideele Verbindung zwischen den drei Protagonisten, sondern auch eine tatsächlich, physisch greifbare. Ein gelungener Zug der Autorin, der das gesamte Handlungskonzept gekonnt abrundet. Und auch das letzte Kapitel vermittelt trotz aller Unwägbarkeiten, durch die sich der Leser bis dorthin kämpfen musste, eine positive Botschaft. Im Leid des einzelnen liegt die Hoffnung für viele. Und so beendet man den Roman, wie man ihn beim ersten Lesen des Autorennamens begonnen hat: mit einem Lächeln.

Bewegende Schicksale

Von: Sabine Hartmann Datum : 26.12.2017

sabine-hartmann-sibbesse.de/?page_id=443

Das Titelbild (ockergelber Hintergrund) zeigt eine tote Biene, die auf dem Boden liegt. Während der Hintergrund matt ist, wurde die Biene leicht eingeprägt und glänzt. Darüber stehen in schwarzer Schrift Autorenname und Titel, sowie das Wort Roman. Schlicht und schön. Das Titelbild hat mich gleich beim ersten Anschauen fasziniert.

Packt man das Buch aus, ist es honiggelb.

Inhaltlich erfährt man die Geschichte von drei Familien in drei unterschiedlichen Zeitaltern. Da ist zum einen William, im England des Jahres 1852, der gern Naturforscher wäre und schließlich in den Bienen und der Erfindung eines neuen Bienenstockes seine Berufung findet. In den USA, genauer in Ohio, arbeitet George im Jahr 2007 als Imker. Er träumt davon, dass sein Sohn Tom das Unternehmen eines Tages übernehmen wird, doch der studiert und interessiert sich für ganz andere Dinge. Dann beginnen die Bienenvölker eines Tages zu sterben.

Tao ist Arbeiterin China. Sie lebt im Jahr 2098. Die Menschen müssen alle Blüten von Obstbäumen etc. von Hand bestäuben, weil die Bienen ausgestorben sind. Das hat zu großen Hungerkatastrophen geführt. An einem ihrer wenigen freien Tage mach Tao mit ihrem Mann Kuan und dem vierjährigen Sohn Wei-Wen einen Ausflug. Wei-Wen erleidet einen Unfall und verschwindet in dem unüberschaubaren China. Doch Tao gibt nicht auf und beginnt, ihren Sohn zu suchen.

Alle Protagonisten haben ihre Ecken und Kanten, ich finde sie nicht einmal besonders sympathisch, trotzdem ist es ein Vergnügen, sie zu begleiten.

Was sich in der Zusammenfassung so unspektakulär anhört, erschafft im Roman einen Kosmos, in dem die Bienen und ihre Geschichte das bestimmende und verbindende Element darstellen. Das Leben der drei Protagonisten, das jeweils aus ihrer Perspektive erzählt wird, wobei sich die einzelnen Perspektiven streng in eigenen (recht kurzen) Kapiteln abwechseln, wird jeweils in der „Ich-Form“ erzählt, so dass die Leserinnen und Leser einen unmittelbaren Eindruck von den Gedanken und Gefühlen der Erzähler bekommen. Schnell erkennt man, wo sie irren, wo sie unrealistisch sind, wo sie sich selbst betrügen.

In der Zusammenschau erfährt man ziemlich genau, was zum Aussterben der Bienen geführt hat und können erkennen, dass jetzt gerade noch Zeit ist, wenn wir ein ähnliches Geschehen in unserer Realität verhindern wollen. Einige der genannten Gründe, wie die Milben, sind ja bereits am Wirken.

Maja Lunde erzählt in einem Stil, der einen sofort in die Lebensumstände ihrer drei Protagonisten hineinzieht. Man versteht, was sie warum tun und will erfahren, wie es mit ihnen weitergeht, obwohl man es im Grunde schon ahnt oder beinahe sicher weiß, da die anderen Ebenen jene Informationen bereits voraussetzen. Trotzdem fiebert man beim Lesen mit ihnen mit. Besonders das Schicksal von Tao, die ihren Sohn sucht, hat mich sehr berührt.

Nebenbei erfährt man unglaublich viel über Bienen, ohne dass das belehrend wirkt. Es fügt sich in die Handlungen, ja, ohne die Informationen wäre die Handlung so nicht denkbar.

Durch diese gelungene Kombination aus heimlichem Sachbuch und unglaublich intensivem Erzählen persönlicher Schicksale gelingt es der Autorin, zum Nachdenken anzuregen. Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern?

Ein absolutes Lesehighlight

Von: Amber144 Datum : 21.12.2017

https://www.instagram.com/144amber

Dieses Buch hat mich wegen seinem hochaktuellen Thema angesprochen. Gerade in der jetzigen Zeit ist das Thema immer wieder überall zu finden und gerade deswegen wollte ich es auf jeden Fall lesen.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Es wird in 3 Handlungssträngen erzählt, die dem Leser das Thema sofort Nahe bringen.

Gerade den Aufbau der Geschichte mochte ich sehr. Das Buch beschreibt die Anfänge der Bienen und wie die Menschen auf sie aufmerksam geworden sind. Es geht weiter wie die Bienen von den Menschen genutzt werden und das Ende ist, wie die Bienen am Ende nicht mehr auf der Erde zu finden sind.

Das es ein Bienensterben bereits gibt, finde ich die von der Autorin gewählte Zukunft sehr interessant. Wir Menschen merken leider nicht, dass wir durch unsere Landwirtschaft und unsere Ernährung für das Sterben von vielen Insekten und Tieren verantwortlich sind und wo dies noch enden wird, wenn wir so weiter machen, da mag heutzutage noch keiner dran denken.

Ich finde dieses Buch sehr wichtig und gut, dass so viel darüber berichtet wird, denn das Thema kann gar nicht oft genug angesprochen werden um vielleicht ein paar Menschen zum aufwachen zu bewegen.
Die Gärten werden kurz gehalten und es gibt immer weniger Blumen und Bäume, die die Bienen mir Futter versorgen.

Für mich ein absolutes Lesehighlight und ein Muss für jeden. Vor allem ein perfektes Geschenk.

Verdiente 5 Sterne.

Ein erschreckendes Szenario

Von: Kerstin Wörterkatze Datum : 05.11.2017

woerterkatze.wordpress.com

Zunehmend häufen sich die Berichte über das Insektensterben und auch ich habe es schon mitbekommen, dass wir viel weniger Stare im Garten haben bzw. Bienen um unsere Blumen herumfliegen. Ich freue mich über jedes Insekt, das seinen Weg zu uns in den Garten findet und wenn wir Menschen nicht achtgeben schaffen wir uns noch selber ab. Ein Buch, dass dieses Thema aufgreift ist „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde, welches ich euch heute vorstellen möchte.

Ein grandioses Werk hat Maja Lunde mit „Die Geschichte der Bienen“ vorgelegt. In drei unabhängig voneinander wirkenden Erzählsträngen zu drei verschiedenen Zeiten erzählt sie den Wandel in dem Vorkommen der Bienen. Dabei nie sachlich und minutiös, sondern packend und mitreißend.

Die Erzählstränge kommen im stetigen Wechsel und ich konnte dies, dank den Kapitelüberschriften gut nachverfolgen. Alle drei Erzählstränge haben mich fasziniert. Williams Anfang mit der Entwicklung eines Bienenstocks und dem Wunsch, dass sein Sohn in seine Fußstapfen tritt, hat mich gefesselt. Er war so auf seinen Sohn fixiert, dass er gar nicht erkannt hat, welche große Hilfe ihm seine Tochter Charlotte beim Studium der Bienen ist. Sie tat mir leid und ich habe das junge Mädchen bis zum Ende hin ins Herz geschlossen.
Auch der zweite Teil birgt einen Vater-Sohn-Konflikt in sich, auch da soll Georges Sohn Tom die Imkerei später übernehmen, aber dieser möchte lieber Journalist werden, deswegen bekommt die Vater-Sohn-Beziehung einen Knacks. Bei den beiden ist immer alles in der Schwebe und bis zum Ende hin, hat Maja Lunde mich zittern lassen, wie es sich auflöst.
Der dritte Erzählstrang führte mich in eine Zukunft ohne Bienen nach China. Die junge Tao arbeitet als Bestäuberin für Obstbäume. Die Welt hat es geschafft die Bienen auszurotten, und wenn man sich die heutigen Artikel in den Zeitungen liest, sind wir nicht mehr so weit davon entfernt, es endgültig hinzubekommen, wenn wir auch noch weitere Bienengifte zulassen. Taos Erzählstrang hat starke dystopische Züge und ist dementsprechend erschreckend.

Ein erschreckendes Szenario und Taos Welt ist streng diktatorisch, sie muss genug Geld zusammenbekommen um mit ihrem Mann ein weiteres Kind gebären zu dürfen. Eine erschreckende Welt, in dem dann auch noch ihr Sohn nach einem Unfall nach Peking kommt, und sie sich auf die Suche nach ihm macht. Sie kommt in ein Peking, dass nichts mehr vom heutigen Peking hat, eine zerstörte, heruntergekommene Hauptstadt, wie nach einem großen Krieg.

Durch den stetigen Wechsel der Handlungsstränge, verweilte ich nie lange in einer Zeit und konnte so nach Taos Kapiteln wieder durchatmen, aber auch da gibt es Schwierigkeiten. Allerdings wurden diese nicht so grausam direkt dargestellt.

Maja Lunde will mit ihrem Buch aufrütteln und ich kann verstehen, weshalb sie den norwegischen Buchhändlerpreis gewonnen hat. „Die Geschichte der Bienen“ ist ein ernsthaftes und nachdenklich machendes Buch. Es klingt lange nach, nicht nur Taos Welt, sondern auch die von William und George.

Bis zum Ende hin habe ich immer wieder gefragt, will Maja Lunde nur aufklären oder ist da noch mehr. Ja „Die Geschichte der Bienen“ ist mehr als nur ein Buch über Bienen, ihre Entwicklung bis hin zu den düsteren Zukunftsvisionen, es ist auch ein Familienroman. Mit der Entwicklung der Bienenzucht verläuft parallel bei Maja Lunde, die Entwicklung der Familiengeschichten und gegen Ende hin löst sich alles auf.

Das letzte Kapitel handelt dann wieder von Tao und es ist das, was mich an unbefriedigsten zurücklässt und für mich nach der ganzen Handlung nicht hundertprozentig passt. Auch wenn es für mich nicht stimmig ist, ist es doch hoffnungsvoll. Aber mehr erzähle ich nun nicht mehr, lest es selbst.

Maja Lundes „Die Geschichte der Bienen“ ist für mich das Buch des Jahres. Eindrücklich erzählt sie die Entwicklungen der Bienen , eingebettet in drei Familiensträngen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich dennoch ähneln. Absolute Leseempfehlung!

Verstörend

Von: Frau Lehmann Datum : 02.11.2017

fraulehmannliest.com



Drei Zeitebenen, drei Schicksale, umklammert und verbunden durch die Bienen. Da wäre zum einen in den 1850igern der Samenhändler und Biologe William, der durch die Beschäftigung mit den Bienen seinen Lebenswillen zurückerhält und seine ganze Kraft in die Erfindung des perfekten Bienenkorbes legt. Dann lesen wir über den Imker George, den Beginn des Bienensterbens und wie es diesem Berufszweig abrupt den Boden unter den Füssen wegzieht. Und schlußendlich finden wir uns im Jahre 2098 wieder, wo es längst keine Bienen mehr gibt und alle Berstäubungsarbeit per Hand geschehen muss. Dort folgen wir der Arbeiterin Tao, deren Sohn einen merkwürdigen Unfall erleidet.

Maja Lunde gelingt, was so mancher Biologielehrer sich wünschen würde: sie erweckt ein echtes Interesse an Bienen und ihrer Lebensweise. Und versteckt in ihrem Roman auch einiges an Fachwissen zu diesem Thema, ohne jemals in Vortragston zu verfallen oder langatmig zu werden. Der Roman liest sich flüssig, ist an den richtigen Stellen spannend und erweckt auch die Zukunft in glaubwürdigem Maße. Für mich ungewohnt war, dass auch die Tatsache, dass ich kaum einen Charakter des Buches mochte, die Lesefreude kaum gemindert hat. Ja, ich gestehe, ich fand wirklich fast alle Personen eher unsympathisch und es hat mich nicht gestört, nur gewundert. Schlußendlich ist wohl das Schicksal der Bienen so spannend, dass das keine Rolle spielte.

Der Roman funktioniert daher so gut und ist so eindringlich, weil man eben weiß, dass die ersten beiden Erzählebenen auf Tatsachen beruhen und die Zukunftsvision wahrscheinlich gar nicht soweit entfernt von der Realität ist. Denn wie freundlich kann eine Welt ohne bestäubende Insekten schon sein? Und so bleibt die Hoffnung, dass dieses Buch etwas in den Köpfen bewegt und den Lesern die Dringlichkeit dieses Themas bewußt macht, damit die Zukunftsvision eben genau das bleibt, eine Vision, etwas das hätte sein können, aber gottseidank nie so geschehen ist…

Es sind die kleinen Dinge

Von: Marie Datum : 26.10.2017

wortmalerei.org

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.
Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.
China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

ES SIND DIE KLEINEN DINGE, DIE DIE MACHT HABEN ALLES ZU VERÄNDERN

Wenn es um die Frage geht, wie unsere Welt auseinander fällt, wird es meist pompös: Tsunamis, Erdbeben, Zombies oder Aliens - sicherlich alles wurde schon einmal auf die ein oder andere Weise in Büchern thematisiert. Selten sieht man zwischen diesen großen Ängsten die kleinen Dinge, die unsere Welt zusammenhalten, die so unverzichtbar unser Leben prägen und kontrollieren und die wir doch kaum wahrnehmen. Mit ihrem faszinierenden Roman "Die Geschichte der Bienen" spricht Maja Lunde ein solch vermeintlich kleines Ding an und thematisiert in drei Handlungssträngen auf unterschiedlichen Zeitebenen die Geschichte der Bienen und das Leben der Menschen - zwei Dinge, die viel mehr miteinander zusammenhänge, als man denken würde. Dabei stehen die Protagonisten und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen oder sozialen Stellungen jeweils im Vordergrund, wobei die Bienen stets eine tragende Rolle spielen und das Schicksal der Figuren ändern. Dazu passen auch die unterschiedlichen Zeitebenen, die sich auf die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft beziehen. "Die Geschichte der Bienen" ist ein besonderer Roman, der sich, oft ein wenig distanziert, durch eine melancholische Grundstimmung und problematische Beziehungen, Figurenkonstellationen und Schicksale auszeichnet und zum Nachdenken anregt.

"Die Geschichte der Bienen" ist von stillen Tönen geprägt. Die Geschichte liest sich auf eine ruhige und unaufgeregte Art, wenn sie auch thematisch nicht immer ganz so ruhig ist. Einerseits hat das einen melancholischen Effekt zur Folge, andererseits führt es oft dazu, dass man sich mit den Figuren nicht allzu sehr verbunden fühlt. Nur in wenigen Momenten verschwindet das Glas, hinter dem man die drei Handlungsstränge beobachtet, und man fühlt sich der Welt vollkommen zugehörig - den Rest der Zeit, fühlt man sich als Leser eher distanziert. Womöglich liegt das auch an den ständig wechselnden Perspektiven, die dazu führen, dass Brüche entstehen, die den Lesefluss hier und da ein wenig stören. Insgesamt jedoch liest sich die Geschichte sehr flüssig und man will immer wissen, wie es mit jedem Handlungsstrang weitergeht - stets mit dem Hinterganden der Bienen, die jede der Geschichten auf eine andere Art prägen. Am emotionalsten empfand ich die Geschichte in der Zukunft, sowie die in der Gegenwart, da man bei den beiden Protagonisten Tao und George noch am meisten mitfiebern und sich in ihre Lage hineinversetzen kann.

ELTERN-KIND-BEZIEHUNGEN STEHEN IM MITTELPUNKT

Generell ist das Buch von sozialen Beziehungen geprägt, besonders in Bezug auf Eltern-Kind-Beziehungen, die stets problematisch sind oder problematisiert werden und neben den Bienen der Verbindungspunkt aller drei Ebenen darstellt. Jeder der Handlungsstränge thematisiert eine solche Eltern-Kind-Beziehung und lässt sich diese vor dem Hintergrund der Bienengeschichte entwickeln - und immer wieder schafft es Maja Lunde die Geschichten hintergründig und doch so offensichtlich miteinander zu verweben. Alles gehört zusammen, alles ist eine Konsequenz, eine Folge von etwas Vorangegangenem, das lernt der Leser mit jedem Kapitel einmal mehr. "Die Geschichte der Bienen" ist keine reißerische oder voyeuristische Lektüre und das muss sich auch gar nicht sein. Sie bleibt im Kopf, allein durch die stillen und leisen Töne, die sich unbemerkt ins Leserherz schleichen und dort ihre Geschichte zu erzählen wissen: eine Geschichte von Konsequenzen, Verbindungen, Familie und den kleinen Dingen, die oft die größten Veränderungen bewirken und mit denen man besonders behutsam umgehen sollte. Eine schöne Geschichte, die mich sehr bereichert hat und die ich jedem ans Herz legen möchte, der nach einer ruhigen Geschichte mit umso größerer Bedeutung sucht.

Bienen und Menschen gehören zusammen

Von: Dirk Heinemann Datum : 13.09.2017

dirkfb.wixsite.com/dirkliestundtestet

Vor einiger Zeit habe ich den Film "More than honey" gesehen, der sehr interessant aber auch traurig ist. Als ich durch Zufall auf dieses Buch gestoßen bin, musste ich gleich an den Film denken und entschied mich es zu lesen.

Das Buch erzählt drei Geschichten, die alle in der Ich-Form geschrieben sind. William, George und Tao erzählen über ihr Leben.

William lebt im Jahre 1852 in England. Er ist Samenhändler und bettlägerich. Durch seinen Sohn kommt er auf die Idee einen Bienenstock zu entwickeln, um die Bienen besser beobachten zu können. Bisher gibt es nur unpraktische Bienenkörbe.

George lebt im Jahre 2007 in Ohio. Er entstammt einer Imkerfamilie und kämpft mit dem bereits auftretenden Bienensterben.

Tao lebt in der Zukunft im Jahre 2098 in China. Sie ist Arbeiterin und bestäubt jeden Tag Blüten mit der Hand, da die Bienen inzwischen komplett verschwunden sind. An ihrem freien Tag hat ihr Junge einen Unfall.

Auf den ersten Blick bzw. in den ersten Kapiteln gibt es keinen wirklichen Zusammenhang zwischen den Geschichten, doch am Ende wird alles klar.
Maja Lunde schafft es durch das abwechselnde Erzählen der drei Stories in allen eine gewisse Spannung aufzubauen. Auch wenn das Buch zum Teil in der Zukunft spielt, basiert es doch auf Tatsachen. Es handelt sich um einen Roman in den fachliche Aspekte wunderbar eingeflochten wurden.

Bislang wird weltweit viel zu wenig auf das Bienensterben eingegangen. Doch ohne Bienen kann der Mensch nicht oder nur sehr schwer überleben. Vielleicht schafft es dieses Buch mehr Aufmerksam auf das brisante Thema zu richten.

Mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich gebe ihn 5 Sterne.

Maja Lundes „Die Geschichte der Bienen“

Von: Martina Sander, Besser Nord als nie! Datum : 11.09.2017

www.besser-nord-als-nie.net

Wer Maja Lundes „Die Geschichte der Bienen“ noch nicht kennt, dem sei hier ein Roman empfohlen, der spannend und hochaktuell ist und zu Recht mit dem Norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet wurde.

Drei Handlungsstränge aus unterschiedlichen Epochen führen die Historie der Bienen zu einem kunstvollen Ganzen: Der Forscher William versucht sich 1852 im viktorianischen England mit seiner Tochter an einem innovativen Bienenstock-Patent. Der Farmer George glaubt 2007 an die Expansion seiner Bienenzucht, sein Sohn Tom möchte als Journalist, aber niemals als Imker zum Erbe beitragen. 2098 sind die Bienen weltweit längst ausgestorben. Tao bestäubt in China als Arbeiterin auf riesigen Obstplantagen die Bäume von Hand, bis ihr kleiner Sohn einen mysteriösen Unfall erleidet.

Maja Lunde, Jahrgang 1975 und Mutter dreier Söhne, wünscht sich für nachfolgende Generationen eine lebenswerte Umwelt, ihre Botschaft ist klar. Das Bienensterben ist allerdings kein zukünftiges Schreckensszenario, sondern durch Monokultur, Schädlingsbefall und Insektizide längst Realität. Ihr Buch ist aber nicht allein ein eindringlicher und gut lesbarer Ökokrimi, ein weiteres Thema ist ihr wichtig: die wechselseitigen Verbindungen zwischen Eltern und Kindern. Jeder ihrer Plots interpretiert eine neue schwierige Eltern- und Kindbeziehung um Erwartungen, Hoffnungen und Verluste. Und am Ende des Buches schließt sich der Kreis sogar und die Verbindung der drei unterschiedlichen Charakter untereinander wird klar.

Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen

Von: Eva Datum : 30.08.2017

www.thelostartofkeepingsecrets.wordpress.com


Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.

Albert Einstein

Seit vielen Jahren wird bereits vor dem Bienensterben gewarnt. Erst letzte Woche hat Sarah Wiener, die vor allen Dingen als TV-Köchin bekannt ist, eine Petition gegen das Bienensterben gestartet. Und die Zahlen sind tatsächlich erschreckend. 1990 gab es noch 1,1 Millionen Honigbienen in Deutschland, mittlerweile sind es noch 700 000 Bienen.

Die geschichte der bienenDie Norwegerin Maja Lunde macht in ihrem internationalen Bestseller Die Geschichte der Bienen das Bienensterben und die Folgen für Mensch und Umwelt zum Thema. Aber es geht nicht nur um Bienen. Die Osloerin, die bereits zahlreiche erfolgreiche Kinder- und Jugendbücher schrieb, erzählt die Geschichte von drei unterschiedlichen Menschen, die in verschiedenen Epochen und auf unterschiedlichen Kontinenten leben und deren Schicksal durch die kleinen Insekten entscheidend mitbestimmt wird.

Zum einen gibt es den Samenhändler und Bienenforscher William Savage aus England. William hatte eigentlich vor, eine Karriere als Naturforscher zu beginnen. Aber sein Mentor glaubt nicht mehr an ihn und als Familienvater muss er dafür sorgen, dass seine Kinder und seine Frau einigermaßen versorgt sind. Das gelingt ihm mehr schlecht als recht, sein Laden läuft nicht, in der Forschung fühlt er sich verloren. Schwermütig liegt er tagelang im Bett und hofft wenigstens seinen ältesten Sohn Edward für eine naturwissenschaftliche Karriere erwärmen zu können. Aber Edward denkt nicht einmal daran, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Für den Vater überraschend, kann sich Williams Tochter Charlotte für die Forschung ihres Vaters begeistern. Gemeinsam basteln sie an einem Bienenstock, der es den Imkern erleichtern soll, den Honig zu ernten, ohne die Bienen zu gefährden. Die Bienen könnten stattdessen domestiziert werden, wie andere Nutztiere. William glaubt, am Höhepunkt seiner Forschung angekommen zu sein.


Ich fing mit Skizzen an, leichte Kohlestriche auf dem Papier, ungenauer Größenangaben, (…) und allmählich nahm er vor meinen Augen Form an, wurde deutlicher, die Striche wurden präziser, die Maße genauer. Und endlich, am 21. Tag, war der Bienenstock fertig.

Dann gibt es den Imker George, der in Ohio daran arbeitet, seinen Hof zu vergrößern. Wie viele seiner Kolleg*innen reist er mit seinen Bienen durch das Land, damit sie die Blüten bestäuben. Anders als seine Kolleg*innen versucht George alles, damit sich die Bienen wohl fühlen, damit sie nicht gestresst sind. Irgendwann soll sein Sohn die Farm und die Bienenstöcke übernehmen. Aber Tom hat kein Interesse an den Bienen, sondern möchte Journalist werden. Der Schock ist groß, als George zu den ersten Farmer*innen gehört, die 2007 vom Colony Collapse Disorder bedroht sind, einem spontanen Bienensterben, das viele Imker überraschend traf. Georges Existenz steht vor dem Aus – soll er weitermachen oder die Imkerei aufgeben?

Eine der spannendsten und eindrücklichsten Figuren ist die Arbeiterin Tao. Sie lebt im Jahr 2098 in China und bestäubt Blüten mit der Hand, weil es mittlerweile kaum noch Bienen oder andere Insekten auf der Welt gibt.


Jetzt summte aus Richtung des Waldes eine Fliege heran, ein seltener Anblick, sowie ich schon seit Tagen keine Vögel mehr gesehen hatte, auch sie waren weniger geworden. Sie machten Jagd auf die wenigen Insekten, die es noch gab, und hungerten ansonsten wie der Rest der Welt auch.

Bei einem Ausflug mit ihrem Mann Kuon und ihrem Sohn Wei-Wen kommt es zu einem Zwischenfall. Ihr Sohn wird nach Peking in ein Krankenhaus gebracht, aber niemand erklärt den Eltern, was passiert ist. Tao fährt nach Peking – in eine Stadt, die aufgrund der Nahrungsmittelknappheit fast ausgestorben ist und versucht ihren Sohn zu finden.

In jeder Episode, die um die Hauptfiguren William, George und Tao kreist, geht es um das Verhältnis der Menschen zu den Bienen. Maja Lunde zeigt anhand ihrer unterschiedlichen Figuren, welche Folgen das Bienensterben haben kann und in der Episode um Tao auch die globalen Folgen dieser Katastrophe. Das ist ein spannender Aspekt, der besonders in Taos Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Aber es werden nicht nur bestehende Probleme fiktionalisiert und auf den Punkt gebracht. In allen drei Episoden spielen auch immer wieder Familien und die Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern eine wichtige Rolle.

Die Geschichte der Bienen ist thematisch aktueller, als sicherlich die meisten von uns denken. Ich habe vor Kurzem den Dokumentarfilm More than Honey auf Netflix gesehen, den Maja Lunde auch als Inspirationsquelle im Nachwort nennt. Insofern ist es wirklich grandios, wie gekonnt Maja Lunde dieses wichtige Thema aufgreift. Ansonsten ist der Roman sehr klassisch konstruiert, es gibt keine Überraschungen, die sich irgendwo verbergen, keine doppelten Böden, keine ungeklärten Fragen, Formulierungen oder Wendungen, die einer besonderen Interpretation bedürfen.

Die Geschichte der Bienen ist eine unterhaltsame, spannende und wirklich gut gemachte Familiengeschichte, in der das Leben und Sterben der Bienen das verbindende Element zwischen ganz unterschiedlichen Figuren ist. Für mich ist Die Geschichte der Bienen ein Sommer-, Strand- und Urlaubsbuch, das mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Eine hochinteressante Geschichte

Von: zauberblume Datum : 23.08.2017

https://www.lovelybooks.de/mitglied/zauberblume/

"Die Geschichte der Bienen" ist der erste Erwachsenenroman aus der Feder norwegischen Schriftstellerin Maja Lunde. Für mich ein absolutes Lesehighlight und ein Bestsellerroman. Eine hochinteressante Geschichte, die zum Nachdenken anregt und mich auch wirklich sehr bewegt hat.

Paralell werden drei Geschichten in unterschiedlichen Zeit erzählt. Wir befinden uns im England im Jahr 1852: Hier lebt William. Seit Wochen liegt er in seinem Zimmer und handert mit sich und seinem Schicksal. Er ist Biologe und Samenhändler. Doch als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich von ihm abgewandt. Doch dann hat er eine Idee. Er lässt sich einen völlig neuartigen Bienenstock anfertigen. Dann wandern wir ins Jahr 2007. Hier machen wir in Ohio, USA, Station. Hier lebt Imker George auf seiner Farm und er träumt davon, seinen Hof zu vergrößern. Schließlich will er ihn gemeinsam mit seinem Sohn Tom führen. Doch George ist enttäuscht. Tom will Journalist werden. Und dann passiert eines Tages etwas Schreckliches. Die Bienen verschwinden und Georges Existenz ist bedroht. Zu guter Letzt reisen wir in die Zukunft. Wir erleben das Jahr 2098 in China. Mittlerweile werden hier die Bäume von Arbeiterinnen per Hand bestäubt, nachdem es ja keine Bienen mehr gibt. Tao ist eine von ihnen. Sie wünscht sich für ihren 3jährigen Sohn Wei-Wen ein besseres Leben. Und dann passiert ein mysteriöser Unfall, der alles in Frage stellt......

Wirklich beeindruckend! Drei Lebensgeschichten in unterschiedlichen Ländern, die alle durch die Bienen miteinander verbunden sind. Der Schreibstil der Autorin ist wirklich herausragend. Man ist von ersten Augenblick von der Geschichte gefesselt. Gerne hätte ich ja William mal gerüttelt, was hat er sich eigentlich mit seinem Verhalten gedacht. Seine Familie so im Stich zu lassen. Er war mir ja nicht sonderlich symphatisch. Und dann ist da George, der für seinen Traum lebt. Man spürt förmlich mit welcher Begeisterung er sich um seine Bienenvölker kümmert und fühlt mit ihm, als die Bienen sterben. Auch kann mir das Leben auf seiner Farm wirklich bildlich vorstellen. Er hat gekämpft und am Ende verloren. Doch sein Sohn hat seinen Weg gemacht, wirklich beeindruckend. Am meisten berührt hat mich jedoch Taos Geschichte. Wenn man sich das mal vorstellt, keine Bienen mehr und was davon alles abhängt. Eine Mahnung an uns, dass wir mit der Natur pfleglicher umgehen sollen und sich des öfteren über das eine oder andere Gedanken machen sollte. Nicht alles ist selbstverständlich. Man sieht, wie schnell sich eigentlich vieles ins Negative umwandeln kann. Ein wirklich schrecklicher Gedanke. Und dann das Schicksal von Wei-Wen, das ich zutiefst berührt hat. Eine herausragende Geschichte, die wirklich zum Nachdenken anregt.

Ein unglaubliches Buch. Ich habe viel über das Leben und Wirken der Bienen gelernt. War wirklich hochinteressant. Mit dieser Lektüre habe ich unterhaltsame, berührende und nachdenkliche Lesestunden verbracht. Das Cover wirkt etwas melancholisch auf mich, aber es passt zu dem Gesamtwerk. Gerne vergebe ich 5 Sterne.

Völlig überbewertet

Von: ulw aus Wetter Datum : 18.08.2017

Drei Zeiträume, drei Protagonisten(innen), drei Geschichten, eine große Langeweile. Und irgendwie da drinnen die Bienen, von denen man nichts, aber auch gar nichts neues erfährt außer, dass sie irgendwann mal aussterben werden.

Aber das wird früher oder später jeder uns bekannten Lebensform so ergehen.

Als Historienroman uninteressant bis zum Gehtnichmehr, als Gegenwartsliteratur nichtssagend, als SF-Roman ein völliger Versager, als Einschlafhilfe alle erste Sahne. Daher einen Stern.

Die in einer Rezension in der Presse erwähnten "anspruchsvollen und bewegenden Familiengeschichten" und die "großen Zusammenhänge des Lebens" habe ich entweder übersehen oder sie sind schlicht nicht vorhanden. Warum dieses Buch einer Schriftstellerin, die sich als Kinder- und Jugendbuchautorin einen Namen machte, von der Presse so bejubelt wird ist mir unverständlich. Man redet ja inzwischen sogar von Plänen einer Verfilmung. Vielleicht hat man ja bei einem internationalen Kurzfilmfestival Aussicht auf Erfolg, denn für volle neunzig Minuten sehe ich zu wenig Substanz.

Die Themen generationenübergreifender Umweltproblematik und Konflikte zwischen Generationen sind anderswo lesenswerter beschrieben worden und zu wichtig, als dass man sich dazu bei Maja Lunde durch mehr als fünfhundert Seiten quälen muss.

Auf mich wirkte das bemühte Geschreibsel der Norwegerin Lunde ermüdend, es in der Presse und den Medien als große Literatur darzustellen zeigt entweder, dass man den Wälzer nur quergelesen hat, um was Schlaues schreiben/sagen zu können oder man hat es gleich gar nicht erst aufgeschlagen und schreibt trotzdem was.

Wer was über Bienen erfahren will greife zum Biologiebuch, wer unterhalten werden will greife nicht zu Lunde.

Meine Meinung zum Buch, andere mögen das nicht so sehen. Denen wünsche ich viel Spaß beim Langweilen. Wer unbedingt was Spannendes über Bienen lesen will, dem seien die Bücher von Waldemar Bonsels empfohlen.

Von Bienen und Menschen

Von: Anne Schüßler Datum : 16.08.2017

anneschuessler.com

China im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao arbeitet als Bestäuberin, denn seit die Bienen verschwunden sind, muss diese Arbeit von Menschen erledigt werden. Nahrungsmittel sind kostbar geworden, die großen Städte verfallen, überall auf der Welt. Dann hat ihr Sohn Wei-Wen einen Unfall und in Taos Leben ist nichts mehr wie vorher.

USA im Jahr 2007: Der Imker George ist stolzer Besitzer einer Bienenzucht. Überall stehen die selbstgezimmerten Bienenkästen, der Hof eine Familientradition, die vermutlich bei ihm enden wird, denn sein Sohn Tom möchte lieber schreiben. Doch damit mag sich George nicht abfinden und so gerät seine Welt zunehmends aus den Fugen. Und dann verschwinden die Bienen.

England im Jahr 1852: Williams Sauvage liegt im Bett und ist verzweifelt. Als Wissenschaftler hat er versagt, sein Mentor lacht über ihn, sein Lebensmut ist dahin. Dann findet er neue Hoffnung in der Konstruktion eines modernen Bienenstocks und macht sich an die Arbeit.

Drei Geschichten, die vor allem erst einmal eines gemeinsam haben: Die Bienen. Kleine Tiere, die so wichtig sind für unsere Welt und die für jeden Charakter in diesem Buch eine besondere Bedeutung haben.

Maja Lunde wechselt zwischen den drei Erzähl- und Zeitebenen relativ flott hin und her, dabei ist jede Geschichte für sich erzählenswert und spannend. Gemein ist Tao, George und William die Verzweiflung über die Welt im Allgemeinen und auch im Konkreten. Die harte Arbeit auf dem Feld und der Unfall des Kindes, die Abkehr des Sohnes von dem Lebenskonzept des Vaters und das Gefühl, im Leben nichts erreicht zu haben.

Erstaunlich ist dabei auch, mit welch überschaubarem Personal Lunde auskommt, drei kleine Welten, drei nuclear families und die Bienen, die auf die ein oder andere Weise ihr Schicksal begleiten und mitbestimmen, durch allgegenwärtige An- oder eben Abwesenheit. Als Leser ist man so sehr nah dran an den Figuren mit ihren Fehlern, Ängsten und Hoffnungen. Nebenbei lernt man noch etwas über Bienen, die Konstruktion von Bienenstöcken und das Imkerleben und kann das Buch als klügerer Mensch zuklappen.

Trotz allem ist Die Geschichte der Bienen kein pessimistisches oder trauriges Buch. Auch wenn nicht jede Figur am Ende ihr Glück finden kann, so bleibt doch am Ende die Hoffnung und die Einsicht, dass es vielleicht nicht immer jeder alles das bekommen kann, was er gerne möchte, aber die Welt als metaphorischer großer Bienenstock noch nicht verloren ist.

Die Geschichte der Bienen

Von: kathalovesbooks Datum : 08.08.2017

https://kathalovesbooks.wordpress.com/

Der Roman „Die Geschichte der Bienen“ geschrieben von Maja Lunde, erschien am 20.03.2017 in der gebundenen Ausgabe im btb Verlag.

Klappentext:

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.

China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.



Meine Meinung:

Ich glaube, hätte ich das Buch im Buchladen liegen sehen, hätte ich es nicht unbedingt mitgenommen. Das Cover sprach mich nun nicht sofort an. Nachdem ich jedoch von einem sehr guten Freund ganz aufgeregt gefragt wurde, ob ich das Bienenbuch schon gelesen hätte, wurde ich neugierig. Und was soll ich sagen - das Buch gehört definitiv zu meinen Jahreshighlights!

Der Schreibstil der Autorin war toll - es ließ sich sehr flüssig lesen, sodass man nach wenigen Seiten bereits in die Geschichte eingetaucht war. Zu Beginn war ich ein wenig gespannt, ob mich die Geschichten der drei Protagonisten, die annähernd abwechselnd von Kapitel zu Kapitel erzählt werden, durcheinander bringen. Doch dies stellte überhaupt kein Problem dar. Für mich waren es im Endeffekt drei tolle Bücher in einem Buch. Episoden aus dem Leben dreier Menschen, im Zusammenleben mit den Bienen, die viele Jahre auseinander liegen und doch zusammen gehören. Es gefiel mir sehr, wie die Autorin die Zusammenhänge schuf und zum Schluss alles ein großes Bild ergab. 

Bis heute habe ich mir keine wirklichen Gedanken um die Bienen, ihre Arbeit und Aufgabe oder das Bienensterben gemacht - nun jedoch schon und das auch nicht zu wenig. Neben den Geschichten der Familien, stellen die Bienen ein wichtiges Leitmotiv dar, welches aber zu keinem Zeitpunkt zu fachlich oder uninteressant wird. 

So unscheinbar das Buch wirkt, so sehr hat es bei mir Eindruck hinterlassen, sich zu einem Jahreshighlight gemausert und der Inhalt wird mir noch sehr lange im Gedächtnis bleiben.

Ich danke dem btb Verlag sowie dem Bloggerportal für dieses Reziexemplar!

Aufrüttelnder Roman

Von: nettebuecherkiste Datum : 25.07.2017

https://nettebuecherkiste.wordpress.com/

England, 1852: William hat zu Gunsten seiner großen Familie auf eine große Karriere als Biologe verzichtet und verkauft stattdessen Saatgut. Als sein Mentor ihm sein eigenes Versagen vorführt, verfällt er in Lethargie. Bis er eine Idee hat, die ihn wieder aus dem Bett holt: ein neuartiger Bienenstock.

Ohio, USA, 2007: Georges Familie betätigt sich seit Generationen hauptberuflich als Imker und diese Tradition soll nach seinem Willen fortgeführt werden. Doch sein Sohn Tom scheint andere Interessen verfolgen zu wollen. Derweilen erreichen den Bienenfarmer immer mehr Gerüchte von der seltsamen Erscheinung „Colony Collapse Disorder“: Farmer weiter südlich in den USA finden ihre Bienenstöcke plötzlich fast leer vor – frei sowohl von lebenden als auch von toten Bienen.

Sichuan, China, 2098:

Tao ist eine von unzähligen Bestäuberinnen, die in mühevoller Handarbeit die Arbeit der ausgestorbenen Bienen verrichten. Dennoch reicht die Ernte jährlich kaum zum Überleben. In anderen Regionen wie Europa ist die Lage noch schlimmer. Tao hat mit ihren Mann einen dreijährigen Sohn und erhofft sich für ihn eine weiterführende Ausbildung, damit er nicht wie die anderen Kinder mit acht Jahren mit der Arbeit als Bestäuber beginnen muss. Doch dann stößt der Familie ein Unglück zu, das ihr Leben über den Haufen wirft.

Maja Lundes Roman erzählt jeweils einen entscheidenden Abschnitt im Leben dieser drei Familien, deren Leben sich mehr oder weniger um Bienen dreht – oder eben um deren Fehlen. Lunde wechselt dabei in mit dem Namen des jeweiligen Protagonisten betitelten Kapiteln zwischen den drei Schauplätzen bzw. Zeitstellungen. Der Sprachstil ist recht einfach, was in Kombination mit den kurz gehaltenen Kapiteln für hohe Spannung und ein hohes Lesetempo sorgt.

In einigen Rezensionen wurde geäußert, dass Maja Lunde sich stärker auf die Geschichte der Familien konzentriere als erwartet. Das habe ich nicht so empfunden, ich behaupte, die Bienen sind vielmehr der eigentliche Protagonist des Romans, auch wenn es scheinbar nur indirekt um sie geht. Ich konnte keine Seite des dystopischen Zukunftsszenarios ohne Bienen, das für mich den stärksten der Handlungsstränge darstellt, lesen, ohne daran denken zu müssen, wie wahrscheinlich es ist, dass der Kollaps der Bienenpopulationen tatsächlich eintritt. Und darin liegt auch die eigentliche Motivation, die ich hinter diesem Buch sehe: uns wachzurütteln und vor Augen zu führen, wie es der Welt ergehen kann, wenn wir es nicht schaffen, das Insektensterben aufzuhalten, und die Bienenhaltung in der traditionellen Form infrage zu stellen. Jeder hat wohl schon einmal etwas vom Bienensterben gehört, aber wie viele (außer Imkern und anderen Experten) haben sich deshalb ernsthafte Gedanken gemacht oder sogar etwas dagegen getan? Auch ich war mir des Problems bewusst, wir hatten sogar einen Fall von Colony Collapse Disorder (CCD) in der Familie, die Stieftochter meiner Schwester ist Gärtnerin und hatte im Garten meiner Schwester einen Stock aufgestellt. Eines Tages war er leer. Richtig aufgerüttelt hat mich erst dieses schöne Buch, dem ich möglichst viele Leser wünsche. Ich weiß nicht, ob wir das Bienensterben noch aufhalten können. Ich für meinen Teil habe vor, zum nächsten geeigneten Zeitpunkt bei Wildbiene + Partner ein Beehome zu bestellen und einen kleinen Beitrag zur Verbreitung der Mauerbiene zu leisten.

Rezension Maja Lunde - “Die Geschichte der Bienen“

Von: Miss Mandrake Datum : 25.07.2017

www.live-breath-words.de

“An Willen mangelt es mir nicht. Es ist… die Leidenschaft, die ich verloren habe.“
“Die Leidenschaft? Dann musst du sie eben wiederfinden“ sagte er schnell. “Und dich von ihr antreiben lassen. Ohne Leidenschaft sind wir nichts.“


Klappentext

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.

China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?


Inhalt

Maja Lunde beschreibt das Leben drei verschiedener Familien in unterschiedlichen Jahrhunderten, die durch eine Sache verbunden sind: die Bienen.

William, ein gescheiterter Biologe, der nach Bestätigung und Anerkennung strebt, hat seit Wochen sein Bett nicht verlassen.
Seine Hoffnungen einen neuen und besseren Bienenstock zu bauen liegen, wie zu dieser Zeit üblich, auf seinem Sohn Rahm. Seine sieben Töchter empfindet er als zu anstrengend. Doch es ist Charlotte, die ihren Vater nicht aufgibt und ihm zu neuem Lebensmut verhilft.

George, Imker, Ehemann und Vater von einem Sohn, der einen Hof mit vielen eigens gebauten Bienenstöcken betreibt. Er möchte zusammen mit seinem Sohn Tom den Hof weiter ausbauen. Dieser hat aber ganz andere Pläne und möchte mit der Familientradition nichts zu tun haben. Doch eines Tages erleben die beiden das Unfassbare: seine Bienen sind verschwunden. Die Bienenstöcke sind leer und seine Existenz ist bedroht…

Tao, Ehefrau und Mutter von einem Sohn aus China, die im Jahr 2098 Blumenblüten per Hand bestäuben muss. Die Bienen gibt es nicht mehr. Um Obst ernten zu können muss die Bevölkerung in mühsamer und gefährlicher Handarbeit die Bestäubung von Apfelbäumen selbst übernehmen. Doch Tao träumt von einem besseren Leben für sich und ihre Familie. Als der gemeinsame Sohn Wei-Wen eines Tages einen Unfall hat und von den Ärzten ohne seine Eltern nach Peking gebracht wird, begibt sich Tao auf eine gefährliche Reise. Sie möchte wissen, was mit ihrem Sohn passiert ist und vor allem möchte sie ihn zurück.


Meine Meinung

Das Buch ist wie ein Sog! Geschickt verknüpft die Autorin Erzählstränge miteinander und am Ende entsteht ein großes Ganzes.
Sie veranschaulicht ansatzweise die mögliche Ursachen und zeigt potenzielle sowie katastrophale Folgen des Bienensterbens auf.
Allerdings kann der Titel zu einiger Verwirrung führen. Wer hier eine Art Fachliteratur erwartet wird enttäuscht werden denn der Roman dreht zu einem großen Teil nicht ausschließlich um Bienen sondern beschäftigt sich viel mit zwischenmenschlichen Beziehungen und Problemen innerhalb einer Familie. Wer sich dessen bewusst ist und sich auf “Die Geschichte der Bienen“ voll und ganz einlässt bekommt eine wunderschön erzählte Story erzählt die einem noch lange im Gedächtnis bleiben wird.


Fazit

Lesen! Ich meine es ernst, lest dieses Buch! Auch wenn mich der Klappentext nicht sofort in seinen Bann gezogen hat, hat es diese Geschichte geschafft.
Ein persönliches Jahreshighlight.



♥ Vielen Dank an das Bloggerportal der Verlagsgruppe Randomhouse für das Rezensionsexemplar! ♥

Ein tolles Buch, welches jetzt schon mein Jahreshightlight ist

Von: Booksessed Datum : 16.07.2017

https://www.instagram.com/_booksessed_/

Maja Lunde, eine bisher bekannte Drehbuch und Kinderbuch Autorin, hat mit "Die Geschichte der Bienen" ihren ersten Roman für Erwachsene geschrieben und das, wie ich finde, mit großem Erfolg.

Hauptbestandteil des Buches sind die drei Protagonisten George, William und Tao, die jeweils in unterschiedlichen Jahrhunderten leben. Das Besondere und umso spannendere ist die Aufteilung in Personenabschnitte anstatt Kapiteln. Der Leser springt mit dem Wechsel der Person zwischen den Jahrhunderten hin und her und erfährt immer mehr von deren Geschichte. Zunächst gibt es William (1852). Der Samenhändler und Biologe fühlt sich als Forscher gescheitert und hat deshalb beschlossen, ein einsames Leben in seinem Bett seiner Familie vorzuziehen. George (2007), ein Imker aus Leidenschaft, wartet darauf das Geschäft irgendwann an seinen Sohn zu übergeben, der sich aber leider so gar nicht für dieses Thema zu interessieren scheint. George liebt seine Bienen und ist deshalb geschockt, als sie eines Tages verschwunden sind.
Schließlich gibt es noch Tao, die im Jahr 2098 ein trauriges Leben in der Zukunft führt. Die Bienen sind aufgrund verschiedener Faktoren nicht mehr Teil dieses Planeten, sodass die Blüten per Hand bestäubt werden müssen. Doch auch diese mühselige Arbeit garantiert nicht jedem auf dieser Welt Früchte und Gemüse, wie man sie früher einmal kannte. Hinzu kommt ein schwerer Schicksalsschlag, den Tao verkraften und bekämpfen muss.

Die verschiedenen Personen haben mich direkt angesprochen. Jede von ihnen ist einzigartig und erzählt eine spannende Geschichte, die niemals langweilig wird. Da die Kapitel jeweils mit einem Cliffhanger enden, will man natürlich am liebsten sofort wissen wie es weiter geht. Trotzdem hatte ich nicht das Bedürfnis eine Person/Kapitel zu überspringen, weil wirklich jeder Person interessant ist. Natürlich gibt es unsympathische Eigenschaften einzelner Personen, aber gerade dieses menschliche Vorgehen beim Beschreiben der Personen, spricht für die Autorin, die sich nicht scheut, Personen zu erfinden, die nah an der Realität liegen. Auch der Schreibstil ist leicht und verspricht einen tollen Lesefluss.

Die Geschichte hat mich sofort fasziniert. Ich habe mich riesig auf das Buch gefreut und wurde definitiv nicht enttäuscht. Die einzelnen Aspekte und Geschehnisse der Jahrhunderte im Zusammenspiel mit wissenschaftlichen Hintergründen macht das Buch zu etwas besonderem und ist keineswegs ein Lehrbuch über Bienen. Mich hat es beispielsweise geschockt, wie die Welt in Zukunft aussehen würde, wenn Bienen nicht mehr Teil dieses Planeten sind. Dieses Buch rüttelt auf und bringt wahrscheinlich jeden dazu, über die Thematik nachzudenken.

Für mich ist das Buch schon jetzt ein Jahreshighlight und ich freue mich über weitere Bücher von Maja Lunde, da ich ihren Schreibstil und ihre Erzählweise einfach wunderbar finde.

„Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde

Von: Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) Datum : 13.07.2017

mamahatjetztkeinezeit.ch/

Im Jahr 2098 fällt der kleine Sohn der Blütenbestäuberin Tao während eines Picknicks in tiefe Bewusstlosigkeit, aus der er nicht mehr aufwacht. Er wird von der Regierung weggebracht und seine Mutter macht sich auf die Suche nach ihm. In einem anderen Erzählstrang lernen wir den depressiven William kennen, der im Jahr 1852 in England lebt und Freude daran findet, Bienenvölker zu beobachten. Er erfindet und baut einen Bienenstock, bei dem man den Honig ernten kann, ohne die Bienen dabei umzubringen oder zu verjagen. Im letzten Erzählstrang schliesslich geht es um den Imker George, dessen Bienen 2007 dem „Colony Collapse Disorder“ genannten Bienensterben zum Opfer fallen, obwohl er sie liebt, pflegt und ihnen Sorge trägt. Wie die drei Erzählstränge zusammenhängen, erfahren wir erst kurz vor Schluss.
„Die Geschichte der Bienen“ hat mich tief berührt. Nicht nur, weil das Buch sehr schön aufgemacht ist mit seinem einfach gestalteten Hardcover und der Biene im Relief. Es riecht auch so, wie in meiner Erinnerung richtige, neue Bücher zu duften haben. Diese Mischung aus Leim, Papier und Leinen – Ihr wisst schon. Ein Buch, das ich tagelang auf dem Nachttische liegen hatte, um zwischendurch in die Hand zu nehmen, aufzuschlagen, die Nase reinzustecken, und ein paar Sätze hier und dort an zufälligen Stellen zu lesen. Vorfreude aufbauen. Und dann in einem Rutsch quer durch die Nacht durchlesen im Wissen, dass der nächste Tag ein Harter werden wird, aber das ist es Wert.
Vor allem das Schicksal Taos hat es mir angetan. Als Mutter kann ich gut nachvollziehen, wie sie auf der Suche nach ihrem Kind durch das verlassene zukünftige Peking irrt, mit nicht viel mehr im Gepäck als der Hoffnung, ihren Sohn zu finden oder doch wenigstens zu erfahren, was ihm widerfahren ist. Und irgendwo zwischen George – also unserer Zeit, in der wir wider besseren Wissens die Bienen zugunsten des Profits einfach sterben lassen – und der Zeit von Tao keimt ein kleines Fünklein Hoffnung.
„Die Geschichte der Bienen“ ist grosse Leseliebe, eines der Bücher mit ewigem Bleiberecht in meinem Regal, das ich sicher von Zeit zu Zeit wieder in die Hand nehmen und erneut lesen werde.
Schade, dass man hier nur 5 Sterne vergeben kann, diesem Buch würde ich gerne einen mehr geben!

Ein wunderschöner Roman, der zum Nachdenken anregt!

Von: Ephraims Tochter Datum : 11.07.2017

www.pippistattannika.de

Ein Buch über Bienen habe ich noch nie gelesen, obwohl ich schon lange “Die Bienenhüterin” zuhause habe…Ich muss sagen – Maja Lunde hat mich auf den Geschmack gebracht und *Die Geschichte der Bienen wird bestimmt nicht das letzte Buch mit dem Thema “Bienen” gewesen sein. Warum? Weil Maja Lunde (übrigens: was für ein schöner Name!) es geschafft hat, dass mir George, William und Tao super sympathisch waren und ich vom ersten Moment an mit ihnen mitfühlen konnte. Außerdem ist das Buch so spannend, dass man einfach nicht aufhören kann zu lesen…sehr geschickt gemachte Cliffhanger am Ende jeden Kapitels – Daumen hoch! Das Ende, in dem alle Fäden, die während des Buchs gespannt wurden, alle wieder zusammen finden, ist dann eigentlich nur noch das i-tüpfelchen eines unglaublich tollen Romans! Volle Herzchen-Wertung!

Übrigens…das Buch hat mich außerdem zum Nachdenken angeregt: Bienensterben geht uns nämlich alle an!

Achtung, Spoiler

Von: Nomas Literaturblog Datum : 23.06.2017

nomasliteraturblog.wordpress.com/

Das Buch hat mich vollkommen überwältigt, es war ein großes Vergnügen, es zu lesen. Geschickt werden die Schicksale eines englischen Bienenstockerfinders, eines amerikanische Imkers und einer chinesischen Bestäuberin miteinander verworben, auch wenn sie augenscheinlich erst einmal nur die Bienen gemeinsam haben. Die wesentlichen Eckpunkte zu den Bienen und ihrer Haltung wurden gut recherchiert, zumindest habe ich vieles aus der Doku More than Honey wiedererkannt.

Langeweile kommt in dem Buch alleine deswegen nicht auf, weil alle drei Hauptpersonen einen anderen Zugang zu den Bienen haben: William ringt um das Wohlwollen seines Mentors und erfindet tragischerweise immer Stöcke, welche es bereist gibt. George hat eine Wanderimkerei und muss sich mit dem Bienensterben herumschlagen. Und Tao irrt durch ein apokalyptisches Peking, auf der Suche nach ihrem Sohn.

Fazit

Ein wunderbares Buch, welches ich wärmstens weiterempfehlen kann.

Ein gutes Buch mit einer Botschaft!

Von: Sara Datum : 23.06.2017

https://diebuchstabenstadt.wordpress.com/

Maja Lunde erzählt in ihrem Buch von drei verschiedenen Personen, die alle etwas mit den Bienen zu tun haben. Dabei war mir auch nicht jede Figur immer sympathisch und ich hatte das Gefühl, dass die Protagonisten dadurch näher am tatsächlichen Leben waren. Das Schicksal jeder Figur geht einem aber doch sehr nahe, und man fühlt mit George, William und Tao.
Das Buch hat durchaus sehr spannende Momente, bei denen man unbedingt wissen will, wie es weiter geht, gerade weil die einzelnen Kapitel manchmal in einem „Cliffhanger“ enden und dann erst die Geschichte einer anderen Person weitererzählt wird. Trotzdem hatte ich dieses Mal nicht das Bedürfnis ein Kapitel bzw. eine Person zu überspringen, wie ich es bei anderen Büchern schon gemacht habe. Die Kapitel sind sehr kurz und der Aufbau und Anstieg der drei Geschichten sehr gut gemacht. Dennoch hat das Buch ein paar Längen. Die Autorin kommt aus Norwegen und meiner Meinung nach spiegelt sich, wie auch in der skandinavischen Filmkultur, die etwas ruhigere Mentalität auch bei der Geschichte der Bienen wieder.
Etwa in der Mitte hatte ich ein Problem mit dem Buch. Zwar bilden die Bienen einen roten Faden, der sich durch alle drei Geschichten zieht, allerdings hat mir trotzdem der Zusammenhang gefehlt. Umso mehr begeistert war ich vom Ende, wo dann alles miteinander verbunden wird.
Bis darauf, dass es etwas langatmig war, hat mir das Buch aber unglaublich gut gefallen. Es erzählt mit ganz viel Gefühl vom Leben und was alles passieren kann. Und es wird einem bewusst, wie wichtig die Bienen für die Menschheit sind.

Das Buch greift ein sehr wichtiges Thema auf: das Bienensterben. Die Tatsache, dass viele Bienenvölker einfach verschwinden (Colony Collapse Disorder), geht uns alle an. Umso wichtiger ist es, dass jeder dafür sensibilisiert und darauf aufmerksam wird. „Die Geschichte der Bienen“ zeigt, was der Menschheit blüht, wenn es so weit kommt, dass es keine Bienen mehr gibt. Ein gutes Buch mit einer Botschaft, das ich jedem empfehlen kann!
Abschließend noch ein herzliches Dankeschön an die Randomhouse Verlagsgruppe, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Aktuell und subtil beängstigend.

Von: Burgherr Datum : 18.06.2017

meinblogistmeineburg.blogspot.de/

"Die Geschichte der Bienen" wird in drei Handlungssträngen erzählt. Der kleinste gemeinsame Nenner zwischen England im Jahr 1852, USA (2007) und China (2098) ist zu Beginn allein die Verbindung zu Bienen. Wobei bei die Geschichte im China der Zukunft ohne die nützlichen Lebewesen auskommen muss. In dieser düsteren Vision wird geschildert, wie ein Leben ohne Bienen aussehen könnte. Vor allem die Aussicht, dass deren "Dienste" von Menschen übernommen werden müssen, ist bedrückend. Zu den drei Strängen möchte ich gar nicht mehr verraten, außer dass sie am Ende doch zueinander finden.

Etwas herausfordernd aber vor allem spannend ist die Erzählweise: Die drei Stränge werden in loser Reihenfolge fortgeführt. Kurz nachdem man sich in einem neuen Kapitel wieder auf das Schicksal eines der Protagonisten eingestellt hat, folgt auch schon der Cliffhanger und die Perspektive wird geändert. Der flüssige und packende Schreibstil macht es schwer, das Buch am Ende eines Kapitels aus der Hand zu legen.

Maja Lunde schrieb in der Vergangenheit Dreh-, Kinder- und Jugendbücher. "Die Geschichte der Bienen" ist ihr erster Roman für Erwachsene und in ihrer norwegischen Heimat überaus erfolgreich. Und dieser Erfolg setzt sich nun in vielen Ländern fort.

Das Thema ist hochaktuell. Über Bienensterben in teils bedrohlichem Umfang wird regelmäßig berichtet. Einige Anhaltspunkte für die Ursachen gibt es, aber ein eindeutiges Bild oder gar wirkungsvolle Gegenmaßnahmen ergaben sich bislang aber leider nicht. Die Bedrohung durch das Bienensterben schwingt vor allem in der in China angesiedelten Geschichte ständig mit, gerät aber nie zu mahnend in den Vordergrund. Maja Lunde hat eine wichtiges Thema unterhaltsam aber trotzdem wirkungsvoll in diesem Roman verpackt.

Das Bienensterben und die Auswirkung auf unser Leben

Von: orfe1975 aus Remagen Datum : 12.06.2017

Mein Eindruck:
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"Ich blieb sitzen und betrachtete die Bienen, ihre Ausdauer, ihr ewiges Hin und Her, sie befanden sich niemals im Stillstand. Nicht, ehe ihre Flügel rissen." (William, S.450)

Der Einstieg in das Buch in das Buch ist gut gelungen. Man wird sofort in das Leben der ersten Person (Tao) hineingeworfen und anschließend geht die Handlung in stetiger Abwechslung mit den Leben der anderen Protagonisten William und George weiter.
Mir gefielen die 3 Zeitebenen sehr: Zukunft (2098, Tao), Mehr oder weniger Gegenwart (2007, George) und Vergangenheit (1852, William) und das in den 3 Unterschiedlichen Kontinenten USA, Asien und Europa. Alle drei Handlungsstränge sind in der Ich-Perspektive und in einer so wundervoll poetischen Sprache geschrieben, dass ich auch beim Perspektivenwechsel sofort wieder in der jeweiligen Handlung/Situation drin war. Hilfreich ist auch, dass auf jeder Seite unten der Name der aktuell handelnden Person stand, so wusste man stets, in welchen Strang man sich befand. Die Länge der Kapitel ist genau richtig mit jeweils nur ein paar Seiten, so dass man immer eine Möglichkeit hat, das Buch "sauber" zu unterbrechen. Allerdings wird man gerade durch die sich gegenseitig unterbrechenden Handlungsstränge dazu animiert, immer weiter lesen zu wollen, zumal die Kapitel oft an einem Cliffhanger enden.

"..Doch dann, als der Kollaps schließlich kam, hatte mein Bezirk einen Wettbewerbsvorteil. Es hatte sich gewissermaßen ausgezahlt, dass wir unsere Natur so sehr verunreinigt hatten. Weil wir Vorreiter in Sachen Umweltverschmutzung gewesen waren, wurden wir später zu Vorreitern der Handbestäubung. Ein Paradox hatte uns gerettet."
(Tao, S.8)

Ich empfand alle drei Hauptfiguren authentisch gezeichnet. Bei allen klingt eine gewisse Hoffnungslosigkeit und teilweise auch Resignation gegenüber ihrer Situation an. Das bezieht sich zum einen auf ihr Privatleben, das in allen drei Fällen von schwierigen Beziehungen und mangelnder Kommunikation geprägt ist. Zum anderen ist dieses Gefühl aber auch auf die Bienen bezogen: Diejenigen, die sich ernsthaft Sorgen um die Bienen machen, denen ihre Natur und Erhalt am Herzen liegt, werden nicht ernst genommen. William wird als Forscher nicht ernst genommen, George als kleiner Imker muss vor den großen Bestäubungsunternehmen und dem Billigimporten aus China weichen. Und Taos Geschichte zeigt, zu welcher trostlosen Situation dies für die Menschheit letztendlich führt. Da Taos Geschichte ist eine düster erscheinende Dystopie über das Leben ohne Bienen. Während ich die Handlungen von George und William schlüssig und realistisch dargestellt fand, weist Taos Handlungsstrang ein paar unlogische Erklärungen auf. Ihre Geschichte ist letztendlich nicht vollständig nachvollziehbar, aber das tut der Botschaft des Buches m. E. keinen Abbruch. Am Ende werden alle drei Zeitebenen durch eine gemeinsame Geschichte vereint und es keimt am Ende ein Funke Hoffnung auf, durch den man am Ende das Buch befriedigt zuschlagen kann.

"Doch Bienen kann man nicht zähmen. Man kann sie nur pflegen, ihnen Fürsorge geben."(Tao, S. 504)

Dieses Buch ist zum einen spannend und gleichsam poetisch unterhaltsam geschrieben, aber es rüttelt auch auf und zeigt jetzt schon, dass wir unbedingt umdenken müssen bzw. es schon fast zu spät zur Umkehr scheint. Denn: unser Leben ist vom (Über)Leben dem der Bienen abhängig, mehr als man sich vielleicht vorstellen kann oder will. Dies kombiniert mit der Tatsache, dass man nebenbei vieles über die Bienen und ihr Leben erfährt lassen mich die volle Punktzahl vergeben. Es sollte einfach jeder gelesen haben!

Fazit:
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Spannend und unterhaltsam poetisch geschrieben, gleichzeitig wissensvermittelnd und aufrüttelnd - klare Leseempfehlung!

Maja Lundes „Die Geschichte der Bienen“ – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer bedrohten Art

Von: zeichentonbild Datum : 02.06.2017

https://zeichentonbild.wordpress.com/2017/06/02/maja-lundes-die-geschichte-der-bienen-vergangenheit-gegenwart-und-zukunft-einer-bedrohten-art/

Drei Länder, zwei Jahrhunderte und eine Gemeinsamkeit: die Bienen

Mit „Die Geschichte der Bienen“ ist der Norwegerin Maja Lunde, erschienen im btb Verlag, ein beachtlicher nationaler sowie internationaler Erfolg gelungen: In Norwegen erhielt die Autorin den Buchhändlerpreis für den Roman des Jahres und stürmte damit auch in zahlreichen anderen Ländern die Bestsellerlisten. Und das alles nur wegen Bienen – faszinierenden wie bedrohten Tierart.

England, USA und China: Drei Kontinente, drei Jahrhunderte und die Bienen

William lebt 1852 in England. Er ernährt seine Familie mit den Einnahmen aus seiner Samenhandlung, obwohl er lieber ein angesehener Biologe wäre. Doch die Liebe und die damit einhergehende Kinderschar (8) verhinderten seine Karriere als Wissenschaftler. Deshalb verbringt er seine Tage depressiv im Bett. Bis ihm eines Tages ein Buch über Bienen in die Hände fällt. Sein Forscherinstinkt wird erneut geweckt und er begibt sich daran, einen revolutionierten Bienenstock zu bauen.

155 Jahre später führen uns die Bienen zu George in die USA nach Ohio. Er ist Imker mit Leib und Seele. Aber nicht einer dieser „Industrie-Imker“. George baut seine Bienenstöcke selber, hat nicht allzu viele Völker und kutschiert seine Bienen auch nicht durch die ganzen USA, um ihre Bestäubungsleistung zu verkaufen. Langsam älter werdend, möchte er seinen Sohn Tom dazu bringen, den Betrieb zu übernehmen: doch Tom hat andere Pläne. Als Georges Bienen auf einmal sterben, sieht die Familie ihre Existenz bedroht.

2098 in China: Tao lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn Wei-Wen in einer winzigen Wohnung. Als Familie haben sie nur wenig gemeinsame Zeit, müssen Tao und ihr Mann doch jeden Tag 12 Stunden in den riesigen Plantagen arbeiten und die Blüten der Obstbäume bestäuben: denn Bienen gibt es keine mehr. Die Drei leben ein Leben voller Entbehrungen, in einer Welt, in der nun auch der Mensch vom Aussterben bedroht ist und doch sind sie glücklich, denn sie haben sich. Bis Wei-Wen auf einem Ausflug etwas zustößt, das alles verändern könnte.

Ein Roman und (k)ein Sachbuch

Wir brauchen die Bienen und können deshalb nicht so weitermachen wie bisher: Das ist die Kernbotschaft der norwegischen Autorin Maja Lunde. Aber was wir tun können, damit die Bienen nicht ganz verschwinden und uns ein Schreckensszenario wie die Welt von Tao erspart bleibt, findet im Buch nicht wirklich eine Erwähnung. Und das ist das große Manko des Buches: Der Leser wird für das Thema sensibilisiert, aber dann mit leeren Händen stehengelassen. Andererseits ist es eben ein Roman und kein Sachbuch, obwohl die Schilderungen und Erkenntnisse gut recherchiert sind.

So ist „Die Geschichte der Bienen“ ein gut geschriebener Roman, der vor allem durch die sich abwechselnden Episoden aus den Leben der einzelnen Protagonisten überzeugt. Die Sprache ist klar, schnörkellos und auf den Punkt. Hier merkt man der Autorin an, dass Sie zuvor vor allem Kinder- und Jugendliteratur verfasst hat. Neben den Bienen beleuchtet die Autorin vor allem das Thema „Vater und Sohn“ und welche Rolle, die Mütter dabei spielen. Wer an Familiengeschichten interessiert ist und nebenbei etwas über das Leben der Bienen und ihre immens wichtige Rolle für uns lernen möchte, sollte auf jeden Fall zu diesem Buch greifen.

Die Geschichte der Bienen von Maja Lundes

Von: Katharina Datum : 31.05.2017

www.ktinka.com

Maja Lundes Roman Die Geschichte der Bienen ist ein voller Erfolg und wurde bereits in über 30 Länder verkauft. Was ist es, das Geheimnis der Bienen? Verwoben in eine wunderschöne Geschichte, stellt Lunde elementare Fragen: Wie gehen wir mit der Natur um? Welche Welt wollen wir unseren Kindern hinterlassen? Und: Wofür sind wir bereit einzustehen?

Bienen schwirren und summen durch die Weltliteratur. Am berühmtesten ist sicherlich Maja, 'die kleine, freche, schlaue Biene Maja', die der Feder des Kinderbuchautors Waldemar Bonsels entsprungen ist und schließlich als Zeichentrickfigur Karriere gemacht hat. Außerdem nicht zu vergessen: Sherlock Holmes! Auf Sir Arthur Conan Doyles Meisterdetektiv übten die Bienen eine so große Faszination aus, dass er im Ruhestand ein Buch über sie schrieb:

Exactly, Watson. Here is the fruit of my leisured ease, the magnum opus of my latter years!" He picked up the volume from the table and read out the whole title, Practical Handbook of Bee Culture, with Some Observations upon the Segregation of the Queen. "Alone I did it. Behold the fruit of pensive nights and laborious days when I watched the little working gangs as once I watched the criminal world of London."

Die little working gangs, wie Holmes die Bienen nennt, leisten Erstaunliches. Summend fliegen sie von Blüte zu Blüte, tauchen ihren Rüssel tief in die Kelche und saugen den Nektar auf. Das Sammeln von Nektar und das Bestäuben der Obstbäume ist anstrengend. Welch harte Arbeit die Bienen tagein tagaus verrichten und der Mensch sich auf eine üppige Obsternte freuen kann, erfährt zu Beginn von Die Geschichte der Bienen die Arbeiterin Tao am eigenen Leib: Im Jahr 2098 müssen die Bäume mühsam von Hand bestäubt werden, denn ...

... die Bienen war bereits in den 1980er Jahren verschwunden, lange vor dem Kollaps. Die Pflanzenschutzmittel waren schuld gewesen, und wenige Jahre später, als die Pestozide nicht mehr verwendet wurden, kehrten die Bienen zurück, doch zu diesem Zeitpunkt hatte man bereits mit der Handbestäubung begonnen.

Maja Lunde verwebt klug Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit miteinander. Taos Geschichte erzählt von der Zukunft, von China im Jahr 2098. Williams Geschichte, seines Zeichens Biologe und Samenhändler im Jahr 1852 in England, erzählt von der Vergangenheit. Georges' Geschichte, der im Jahr 2007 eine Farm in Ohio, USA beschwirtschaftet und als Imker seinen Lebensunterhalt verdient, ist in der Gegenwart angesiedelt. Der unsichtbare Faden, mit dem Lunde die Familiengeschichten und die Geschichte der Bienen miteinander verwebt, ist faszinierend.

Tao, George und William sind sehr unterschiedliche Charaktere, jedoch von der Autorin liebevoll gezeichnet und lebendig. Ebenso ihre Geschichten, die jede für sich, sehr fesselnd ist. Wenngleich der Roman eine deutliche Botschaft hat: Treibt keinen Raubbau an der Natur!, hebt Lunde nicht den moralischen Zeigefinger. Sie erzählt, und Erzählen kann sie hervorragend. Lebhaft und anschaulich.


Fazit

Rettet die Bienen!, liest man dieser Tage oft. Tatsächlich spielen Bienen eine außergewöhnliche Rolle in unserem Öko-System. Diesem Stoff hat sich die norwegische Autorin Maja Lunde, geboren 1975 in Oslo, in ihrem Roman Die Geschichte der Bienen angenommen. Hinter dem (nebenbei bemerkt wunderschönen) Cover der btb Ausgabe mit der aufgeprägten Biene, versteckt sich eine gut erzählte Dystopie, die es in sich hat. Einmal angefangen, mag man den Roman kaum aus der Hand legen!

Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen

Von: juneautumn Datum : 27.05.2017

www.1001buecher.wordpress.com

In "Die Geschichte der Bienen" werden drei Lebensläufe erzählt, die um Bienen kreisen. Eine Geschichte wird daraus, wenn man anhand dieser Lebensläufe verfolgen kann, wie die Menschen und die Bienen zusammenwirken bzw. zusammenwirkten.

Die erste Person ist William, ein Wissenschaftler, der seine Karriere zugunsten der Familie aufgab und sich nun als gescheiterte Person ansieht. Er leidet unter Depressionen, kann sein Bett nicht mehr verlassen und seinem Beruf als Samenhändler nicht mehr nachgehen. Seine Familie leidet, bis er schließlich etwas (er)findet, was ihm wieder Mut macht: Einen Bienenstock. Doch wann ist es zu spät für eine wissenschaftliche Karriere? Und wie kann man sich behaupten in einer Zeit, in der die Forschung einen Höhepunkt nach dem anderen erreicht?

Der zweite Protagonist ist George, ein Imker in den USA. Er hat viele Bienenstöcke, verdient seinen Lebensunterhalt mit den Bienen, ist Tag und Nacht um sie besorgt und wünscht sich nichts sehnlicher, als eines Tages seinen Hof Tom, seinem Sohn, zu vermachen. Doch Tom geht aufs College, hat mehr Interesse an Sprache und Journalismus und hilft seinem Vater nur widerwillig – bis eines Tages etwas geschieht, das Vater und Sohn gleichermaßen betrifft…

Die dritte Geschichte ist in der Zukunft angesiedelt, im China des Jahres 2098. Die Bienen sind verschwunden, Obstbäume werden mühsam von Menschen mit der Hand bestäubt, die Weltbevölkerung ist drastisch zurückgegangen, überall herrscht Lebensmittelknappheit. Tao, eine der Bestäuberinnen, und ihr Mann nehmen eines Tages an einem freien Tag ihren Sohn Wei-Wen mit zu einem Ausflug, und dort geschieht ein Unglück. Doch niemand sagt ihr, was genau geschehen ist…

Maja Lunde verwebt diese drei Geschichten miteinander, in schnellem Tempo wechseln sie sich ab, so dass insgesamt ein gewisser Sog entsteht. Nun ist keine der drei Stories sehr anspruchsvoll, was dem Roman auch schon oft vorgeworfen wurde. Vor allem die Geschichte um William war mir doch etwas einfach gestrickt. Doch das Tempo hält den Lesefluss aufrecht, wenn es zu sehr in eine Geschichte abdriftet, wechselt sie mit der nächsten ab.

So bekommt man also Teilchen für Teilchen serviert, die sich ganz am Ende zu einem Bild zusammensetzen. Und dieses Bild ist es, das es lohnenswert macht, diesen Roman zu lesen. Ich nehme an, den meisten Menschen geht es so wie mir, sie haben sich nie viele Gedanken um unsere kleinen Freunde gemacht, die schon seit Jahren in einem Überlebenskampf verstrickt sind. Dieses Buch ist ein Augenöffner.

Auch wenn es sich um einen Roman für ein breites Publikum handelt, der in Norwegen zum Bestseller wurde, und der Anspruch an die Geschichte nicht so hoch liegt, wie man es sich vielleicht wünschen würde: Ich spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus. Denn der Roman handelt nicht von William, George und Tao, der Roman handelt von den Bienen, und diese sollten in unser aller Leben eine größere Rolle spielen.

Das Problem sollte präsenter sein, Menschen sollten überlegen, bevor sie wieder „Unkraut“ entfernen, oder die Ecke in der Wiese, wo alles wild wächst, beseitigen, oder die Ränder der Felder abmähen, oder alles mit Unkrautvernichter vollspritzen. Und dieser Roman mag da einiges bewirken. Bei mir sind die Bienen mehr denn je auf dem Schirm. Ich hoffe, dieser Roman findet viele Leser – er ist ein schönes Geschenk – und den ein oder anderen Menschen, der einige Dinge ändert. Denn die Bienen gehen uns alle an.

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Von: Literaturwerkstatt-kreativ /Blog Datum : 27.05.2017

www.literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com

„Literaturwerkstatt- kreativ“ rezensiert

„Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde

Maja Lunde erzählt in recht kurzen Kapiteln, abwechseln drei Lebensgeschichten aus der Sicht der jeweiligen Hauptperson. Diese leben in unterschiedlichen Jahrhunderten, haben aber eine gemeinsame Verbindung – die Bienen.

Vergangenheit
1852, Maryville, Herdfordshire in England

Der Protagonist ist William, ein englischer Biologe und Saatgut-Händler. Er ist verheiratet und hat sieben Töchter und einen Sohn, Edmund. Dieser Sohn ist Williams ganze Hoffnung und er buhlt immer wieder um dessen Anerkennung. Da William seine Familie ernähren muss, bleibt ihm wenig Zeit für seine Forschungen und sein Mentor wendet sich von ihm ab. Er ist daraufhin psychisch stark angeschlagen und verlässt wochenlang das Bett nicht mehr. Erst als sein Sohn ihm ein Buch über Bienen ans Bett legt, wird seine Neugierde und sein Forscherdrang wieder geweckt und er steht auf. Er beginnt mit der Erforschung der Bienen und entwickelt einen neuartigen Bienenstock.

Gegenwart
2007, Ohio in den USA

Der Hauptakteur der Gegenwart ist George. Er hat einen Hof mit vielen Bienenstöcken und ist mit Leib und Seele Imker. Er arbeitet nach alter Tradition und baut mühselig in Handarbeit seine Bienenstöcke selbst. Er möchte seinen Hof vergrößern und setzt all seine Hoffnungen in seinen Sohn Tom, der auch den Hof später erben soll. Doch Tom hat beruflich andere Pläne. Überall verschwinden aus unerklärlichen Gründen immer mehr Bienen und auch George`s Bienen sterben.

Zukunft
2098, Bezirk 242, Shirong, Sichuan in China

In der Zukunft ist die Protagonistin Tao. Sie lebt auf dem Land mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn Wei-Wen. Sie ist eine chinesische Arbeiterin und bestäubt mühevoll per Hand Obstbäume. Die Bienen sind schon lange ausgestorben und die Menschen müssen die Bestäubung in Handarbeit selber übernehmen. Tao hofft, dass ihr Sohn später einmal ein besseres Leben haben wird. Bei einem Ausflug bricht Wei-Wen unter starker Atemnot zusammen und ist bewusstlos. Die Ärzte äußern sich nicht zu dem Vorfall und geben ihr keine Auskünfte. Eines Tages wird Wei- Wen einfach in ein Krankenhaus nach Peking gebracht. Tao macht sich nun auf die Suche nach ihrem Sohn und reist nach Peking.

Fazit:

Maja Lundes Buch ist momentan in aller Munde. Und ich kann nur sagen zurecht steht ihr Buch auf den Bestsellerlisten sehr weit oben. Die Autorin hat mich mit ihrer Erzählweise in ihren Bann gezogen. Durch den ständigen Wechsel der drei Erzählstränge und ihren dazugehörigen Akteuren wurde das Buch für mich nie langweilig, die Spannung blieb erhalten. Alle drei Hauptpersonen wurden von der Autorin gut eingeführt und sind wunderbar beschreiben worden, so dass ich sie mir alle drei bildhaft vorstellen konnte. Maja Lundes Schreibweise ist flüssig und leicht, ohne viel Geschnörkel, die Handlungen sind leicht und verständlich beschrieben, sodass man nie den Überblick verliert. Sie schafft es auch treffend, das aktuelle Thema des Bienensterbens – ohne erhobenen Zeigefinger – in ihren Roman einzuweben. Die Bedeutung der Bienen für die Natur und letztlich für uns Menschen werden einem hier sehr bewusst; die Geschichte regt zum Nachdenken an.

Das Cover ist sehr schlicht in hellgelb mit einer toten Biene gestaltet. Titel und Cover passen eigentlich wunderbar zusammen. Ich hätte aber dennoch nicht nach dem Buch gegriffen, weil ich weder das Cover noch den Titel ansprechend fand. Für mich kam es eher als Sachbuch daher.

Maja Lunde hat ein wunderschönes, nachdenklich stimmendes Buch geschrieben. Ich kann es wärmsten weiterempfehlen und gebe eine absolute Leseempfehlung !!!