Leserstimmen zu
Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde

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Tolles Buch

Von: Lilli Mizaikoff aus Loretto

08.03.2020

Ich habe in meinem Leben viel gelesen. Diese Geschichte einer jungen Autorin ist super recherchiert, und noch besser geschrieben. Empfehlung.

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Seitdem der Mensch bemerkt hatte, wie köstlich Honig schmeckt und welchen Nutzen er aus dem Bienenwachs ziehen kann, wurden Bienen genutzt. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Haltung der Bienen moderner. Vorher wurden die Waben und die Bienenvölker zerstört. Heute hält man die Bienenvölker in sogenannten Magazinen, versucht damit die Stämme möglichst schonungsvoll zu behandeln. Maja Lunde hat sich die Bienen vorgenommen und ein tolles mitreißendes Buch geschrieben. Ich war schon bei „die Geschichte des Wassers“ von ihrer Schreibweise überzeugt, aber dieses Buch gefällt mir noch viel mehr. Wieder besteht der Roman aus verschiedenen Handlungssträngen, die sich irgendwann überkreuzen. Nein, die Personen werden sich nie gegenseitig kennenlernen, dazu liegen ihre Zeiten viel zu weit auseinander. Aber ihr Tun gehört zusammen. So schreibt Maja Lunde in der Ichform von William (1852), einem Biologen und Samenhändler in England, der sich mit dem Leben der Bienen beschäftigt. Eine weitere Geschichte, aus der Sicht von Georg (2007), der davon träumt seine Imkerei und den Hof an seinen Sohn weiterzugeben und von Tao (2098), die auf Bäume klettern muss um die Blüten der Bäume zu bestäuben, weil Bienen außerordentlich selten geworden sind. Maja Lunde schreibt spannend, lässt einen nicht los und bringt den Blick auf die kleinen Insekten, die für den Menschen einen besonderen Wert haben. Nicht nur die Honigbiene ist wichtig, es sind auch noch zahllose andere Hautflügler die dafür zuständig sind, dass unsere Nahrung an Bäumen, Sträuchern und auf Feldern wächst. Doch wie gehen wir mit unserer Umwelt um. Verteilen reichlich Pestizide auf den Feldern, die alles vernichtet, was krabbelt oder fliegt. Wir legen Monokulturen an, damit das Ernten einfacher wird und wundern uns am Ende, wo die Vielfalt geblieben ist. Tao lebt in einer Welt die Angst macht. William hat noch alle Möglichkeiten. Und Georg? Er verkörpert das, was wir heute auf den Feldern sehen. Mich hat dieses Buch überzeugt. Maja Lunde kann einfach eingängig schreiben. Ihre Zukunftsvisionen sind nicht an den Haaren herbeigezogen. Wir sollten umdenken und vollumfänglich an das Leben mit unserem Planeten denken, anstatt nur in dem winzigen Rahmen zu denken, den wir sehen.

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Super

Von: Maren aus Schweinfurt

04.12.2018

Bin begeistert von diesem Roman ! Obwohl ich zunächst Angst hatte, dass „Drei in Einem“ vielleicht für Verwirrung sorgen, war ich durchwegs voll in der Geschichte und hab mitgefiebert. Starke Botschaft - Noch können wir was ändern.

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Kaum einem anderen Buch wurde in den sozialen Medien so viel Aufmerksamkeit gewidmet, wie Maja Lundes Die Geschichte der Bienen. Für den ersten Teil ihres Klima-Quartetts widmet sich die Autorin dem großen Thema Bienen. Was geschieht, wenn die Bienen aussterben? Stirbt die Menschheit auch? Diesen und anderen Fragen nimmt sich die Autorin an und verpackt sie zu einer spannenden und durchaus düsteren Geschichte. Was mir neben der Thematik allerdings besonders gefiel, war der phänomenale Stil von Maja Lunde. Autoren versuchen oft etwas neues und bahnbrechendes ihren Büchern mitzugeben und wollen buchstäblich das Rad des Erzählens neu erfinden. Häufig geht der Schuss nach hinten los, manchmal aber auch nicht. Frau Lunde schafft es dieses komplexe Konstrukt nicht nur aus unterschiedlichen Perspektiven und Zeitepochen zu erzählen ohne ihre Leser zu verwirren. Sie führt diese eigentlich autarken Handlungsstränge am Ende auch noch meisterhaft zusammen. So gut, dass ich am liebsten laut geklatscht hätte.

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England, 1852: William ist Biologe und Samenhändler. Seit sein Mentor sich von ihm abgewendet hat und er sich als Forscher und Biologe gescheitert sieht, schafft er es nicht mehr, sein Bett zu verlassen. Durch neuen Input durch sein Kind rafft er sich auf, einer neuen Idee nachzugehen – ein neuartiger Bienenstock, der die Imkerei völlig revolutionieren soll. Ohio, 2007: George ist Imker und er möchte sein florierendes Geschäft irgendwann an seinen Sohn Tom vererben. Dieser hat jedoch ganz andere Pläne für sein Leben -bis auf einmal die Bienen verschwinden. China, 2098: Mittlerweile haben die Menschen die Arbeit der Bienen übernommen und bestäuben die Blumen per Hand. Denn schon lange gibt es keine Bienen mehr. Tao ist eine von den fleißigen Arbeiterinnen. Sie hofft auf ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Nach einem mysteriösen Zwischenfall ist Wei-Wen weg und Tao sucht nicht nur nach ihm, sondern auch nach einer neuen Zukunft für die gesamte Menschheit. Ein Buch über Bienen? Wäre das Buch nicht Bestseller des vorangegangen Jahres gewesen, hätte ich das Buch wohl eher nicht lesen müssen. Als meist verkauftes Buch muss Maja Lunde doch etwas richtig gemacht haben und so wollte ich mich auch selbst von diesem Roman überzeugen lassen. Zuallererst: Ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn eine Geschichte über Bienen erst einmal etwas eigenartig klingt, genauso wie die Inhaltsangabe des Buches. Zuerst werden alle drei Geschichten kurz eingeführt und dann abwechselnd erzählt. Je nach Erzählhöhepunkt wechselt die Geschichte auch mal nur zwischen zwei Geschichten, sie werden also nicht starr abwechselnd erzählt, was auch wirklich Sinn macht. Alle 3 Zeitachsen für sich sind interessant, aber überzeugen so richtig erst in Kombination miteinander. William ist depressiv, nachdem er sich als gescheitert betrachtet. Erst durch den Besuch seines Sohnes und die Aussicht auf ein neues Projekt, auf das er sämtliche Lebensenergie fokussieren kann, kann er wieder neuen Lebensmut gewinnen. George geht in seinem Beruf auf, und wünscht sich, wie so viele Eltern, sein aufgebautes Imperium einmal an seinen Sohn zu geben. Es kommt mehrfach zu Konflikten, weil Sohn und Vater einfach unterschiedliche Lebenspläne haben. Die Handlung in China hat ein wenig Endzeitstimmung. Die Menschen sind eher Sklaven, es herrscht Lebensmittelknappheit und diverse Teile sind nicht mehr bewohnt. Die Frage nach Wei-Wens Schicksal steht im Raum – auch wenn durch die Thematik den meisten Lesern schnell klar sein dürfte, was es mit dem Zwischenfall auf sich hat. Das Buch macht wirklich nachdenklich, was die Rolle der Bienen angeht und wie wir mit unserer Umwelt umgehen. Maja Lunde überzeugt aber vor allem auch dadurch, dass sie sich so eingehend mit der Eltern-Kind-Beziehung auseinandersetzt. Mit der Frage, was wir unseren Kindern hinterlassen wollen, was wir uns für sie wünschen und wie weit wir für sie gehen würden. Auch wenn das Buch zwischenzeitlich etwas ruhig ist, habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Gut unterhalten, weil es zum Denken anregt. Ich vergebe 5 Sterne.

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Ich habe das Buch verschlungen! Das Titelbild mit der Biene ist ansprechend gestaltet. In der Innenklappe ist eine kurze Beschreibung, welche Personen vorkommen und in welchem Jahr die Geschichte spielt. Die kurze Info hat mir geholfen, den Überblick zu behalten. Die Geschichte lässt sich flüssig und schnell lesen, die Handlungsstränge wechseln sich ab. Jede Zeitschiene ist in sich schlüssig und verständlich geschrieben. Die Charaktere konnte ich mir gut vorstellen und mich in sie einfühlen. Sie sind nicht mal sonderlich sympathisch aber man versteht die jeweiligen Lebensumstände. Bei dem Teil über Tao aus China, wird das Peking im Jahre 2098 als sehr düster und unheimlich beschrieben. An der einen oder anderen Stelle hätte ich hier gerne mehr über die Umstände gelesen. Einzigartig finde ich auch die Vermischung von Roman mit einem wichtigen Sachthema. Am Ende wird der Zusammenhang zwischen den Protagonisten klar. Ein tolles Buch- eine klare Kaufempfehlung!

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Was ich an diesem Buch so gelungen fand, war die Verknüpfung der drei geschilderten Zeitebenen. Nach und nach enthüllen sich kleinste Verbindungen, die die Geschichte tragen und über die Thematik an sich bewusst machen, wie bedeutsam kleinste Entscheidungen im Großen und Ganzen betrachtet sind. Die Thematik des Bienensterbens ist nun nicht neu, sondern wird seit einigen Jahren immer stärker in den Blick genommen. Auch die Frage, was das Bienensterben langfristig für Auswirkungen auf unsere Nahrungsproduktion haben wird, kommt langsam auf. In China werden bereits seit einigen Jahren in Teilen des Landes Obstbäume von Hand bestäubt, eine unglaubliche kräftezehrende Arbeit. Auch alternative Möglichkeiten, wie der Einsatz von Bienen-Drohnen [Zeit Online] werden bereits besprochen. Dieses Szenario der Arbeiterin, die von Hand bestäubt und Bienen nur aus Geschichtsbüchern kennt, greift Lunde in ihrem Roman auf. Die Veränderungen der Welt, die sich durch alle Bereiche des Lebens ziehen, werden eindrucksvoll geschildert. Wenn die Lebensmittelherstellung so kompliziert geworden ist, verliert Bildung an Wert, denn jede Arbeitskraft wird gebraucht. Großstädte verwaisen, denn Leben kann nur dort stattfinden, wo eine Versorgung gewährleistet ist. Und der Einzelne geht in einem Kollektiv auf, das gemeinsam um ein Überleben kämpft. Nieder Instinkte setzen sich im Kampf um Nahrungsmittel durch und Menschlichkeit scheint zu einem seltenen Gut zu werden. Dem Gegenüber stellt Lunde die Entwicklung hin zur Katastrophe. Man beginnt zu ahnen, welche Auswirkungen die Entscheidungen einzelner haben. Persönliche Probleme verschleiern die sich anbahnende Katastrophe, die der Leser jedoch dank der späteren Handlung bereits vorausahnt. Nebenbei erfährt man viel über Bienenzucht, über Lebensmittelproduktion und über eine mögliche zukünftige Entwicklung. Diese scheint, wenn auch auf den ersten Blick extrem, nicht so abwegig. Ein absoluter Gänsehaut-Moment daher für mich, als Tao in einer Bibliothek die Geschichte des Bienensterbens nachliest. Diese ist nicht nur begrenzt auf Chinas, sondern spiegelt die weltweite Entwicklung. Besonders Tao, möglicherweise auch durch ihre großartige Sprecherin Bibiana Beglau, hatte es mir in der Geschichte besonders angetan. Ihr ambivalenter Blick auf ihre eigene Arbeit, aber auch auf das mögliche Leben ihres Sohnes und die Gemeinschaft in der sie lebt, ihr gleichzeitiger starker Wille gepaart mit einer fatalistischen Haltung machten sie für mich glaubwürdig und nachvollziehbar. Beinahe waren mir die beiden anderen Handlungsstränge zu viel, dabei erfüllen sie doch eine wichtige Funktion im Ganzen: Zu zeigen, wie wenig wir uns mit kommenden Problemen beschäftigen, wenn sie nur weit genug entfernt erscheinen. Gleichzeitig bringen beide Zeitlinien weitere Aspekte mit in den Roman: Die Frage nach einer Nachfolge und nach guter Landwirtschaft, beispielsweise. Und so enthält das Buch schlussendlich so viele interessante Fragen, dass man weitere Bücher damit füllen könnte. Maja Lunde hat gerade einen weiteren Roman veröffentlicht, Die Geschichte des Wassers. Dieser könnte grandios an die Tiefe von Die Geschichte der Bienen anknüpfen und ich bin bereits jetzt gespannt auf das Hörbuch. Maja Lunde scheint sich zum Ziel gesetzt zu haben, drängende Problematiken unserer Zeit literarisch zu verarbeiten. Ich hoffe, dass diese nicht nur literarisch begeistern, sondern auch zum Nachdenken anregen und vielleicht Veränderungen anstoßen.

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Der Biologe und Samenhändler William lebt in England um 1852 mit Ehefrau, einem Sohn und einer Menge Töchter. Um seinem einzigen Sohn und seinem Mentor Rahm zu imponieren, vertieft er sich in Forschungsprojekte zu Bienen und erfindet einen neuartigen Bienenstock. Immer wieder erleidet er jedoch Rückschläge und verfällt in Depressionen. Gelingt es ihm, etwas Bleibendes zu hinterlassen? Der Imker George lebt in Ohio 2007 mit Frau und Sohn von seinem Imkereibetrieb. Der Sohn Tom schlägt jedoch gegen den Willen seines Vaters eine andere Laufbahn ein als die Imkerei. Schließlich kommt es in den USA vermehrt zu großen Ausfällen von Bienenvölkern - ein gewaltiger Kollaps bahnt sich an. Wie steht es dabei um George und seine Zukunft? Die Handbestäuberin Tao lebt mit ihrem Mann und dem dreijährigen Sohn Wei-Wen im China des Jahres 2098. Tagein, tagaus ist sie eine von tausenden Arbeiterinnen, die per Hand von morgens bis abends Obstbaumblüten in riesigen Plantagen bestäuben, weil die bestäubenden Insekten ausgestorben sind. Eines Tages wird Taos Leben durch einen Unfall des kleinen Wei-Wen erschüttert... Maja Lunde verknüpft diese drei Handlungsstränge in abwechselnder Erzählform ganz fabelhaft miteinander. Zum einen, weil in jedem Teil auf andere Weise auf die Bienen eingegangen wird: bei William ist es die anfängliche Forschung und seinerzeit angestrebte Zähmung von Bienen, bei George ist es der Imkereibetrieb mit vielen Informationen zu Bienenstöcken und der Bedeutung der Imkerei im Allgemeinen und bei Tao ist es eine (mögliche) Auswirkung eines weltumfassenden Bienensterbens. Zum anderen wird in allen Geschichten die Abhängigkeit voneinander deutlich! Sehr beeindruckend und einfühlsam erzählt Lunde Familiengeschichten, in denen große Existenzprobleme thematisiert werden, die mit Bienen eng verbunden sind. Mit viel Gespür für die jeweilige Zeit macht sie deutlich, wie die drei Protagonisten damit umgehen. Dabei ist allen sehr ähnlich, dass sie die Probleme regelrecht sprachlos machen und sie kaum jemanden an sich heranlassen. Die wenigen Gespräche, die es gibt, sei es mit dem Partner, dem Sohn, der Tochter, einem Kollegen... sind dann aber umso intensiver, sehr aussagekräftig und gut in Szene gesetzt. Schön auch die Rolle der Frau, die als starke und emsige, nahezu unerschütterliche Person durch alle Erzählstränge hindurch ein wichtige Rolle spielt. Die Hauptcharaktere, insbesondere William und George, sind in ihrer Zeit und dem Umfeld sehr gut und auch sprachlich differenziert gestaltet und entwickeln sich weiter. Besonders George hat mich letzten Endes für sich eingenommen, wenn ich ihn auch gern zwischendurch kräftig hätte durchschütteln mögen ;) Taos Geschichte in der Zukunft hinkt leider für meinen Geschmack ein bisschen - es passiert verhältnismäßig viel, jedoch in weiten Teilen zu Lasten der Entwicklung der Person. Ich kann mich in Tao am wenigsten einfühlen. Außerdem wird einiges an regelrechtem Horrorszenario lediglich angedeutet, bei welchem mir noch mehr Hintergrund und manchmal auch Logik fehlt. Jedoch muss ich im Nachhinein sagen, dass diese Art der Erzählung sich gut zu den anderen beiden, sehr gefühlsbetonten Handlungssträngen fügt und eine deutliche Abgrenzung darstellt. Am Ende fügt sich alles zu einem Ganzen - die Bienen sind meiner Meinung nach nicht nur eine "Randerscheinung" (wie von einigen kritisiert), sie sind das Gerüst, der Motor, die Verbindung, die lebensnotwendige und viel zu sehr bedrohte, einzigartige & wunderbare Spezies, die es unbedingt zu schützen gilt. Das hat dieser Roman eindrücklich dargestellt. Fazit: Bis auf einige Ungereimtheiten in Taos Erzählung ein durch und durch beeindruckend, traurig-schöner Roman. Intensiv gezeichnete Charaktere in ihrer jeweiligen Zeit und vorallem liebevoll in Szene gesetzte Bienen in all ihrer Bedeutung und Schönheit. Ich habe das Buch, das sich im Übrigen ganz flott lesen lässt, unheimlich gern erlebt :-)

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