Leserstimmen zu
Die Stunde des Schmetterlings

Pieter Webeling

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Hardcover
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Deutschland/Frankreich 1915. Julius steht mitten in den Trümmern einer Kirche und setzt sich die Pistole an. Überraschend bringt ihn der hiesige Pfarrer von seinem Vorhaben ab und fordert ihn auf, ihm seine Geschichte zu erzählen - eine Geschichte, die von Freundschaft, dem Krieg und Vergebung handeln wird. So findet sich Julius, anstatt als Leiche in der Kirche, in der guten Stube des Pfarrers wieder - der fast als Einziger seiner Gemeinde die Stellung während der Kriegswirren hält. Julius fasst sich ein Herz und beichtet ihm, dass ihn nicht nur der Krieg in die Trümmer der Kirche trieb. Pieter Webeling hat einen wunderschönen, sehr literarischen Roman, über Freundschaft und den 1. Weltkrieg geschrieben. Gerade diese Zeitspanne trifft man meiner Meinung nach viel zu selten an, daher musste ich einfach zu diesem Buch greifen. Es geht aber auch um den Sinn des Lebens, den man wahrscheinlich in Kriegszeiten besonders rasch aus den Augen verliert. Im Vordergrund steht das Kriegsgeschehen und was es aus den jungen Männern macht. Sie ziehen voller Pathos und Freude an die Front, können es kaum erwarten, den Franzosen das Fürchten zu lehren und wollen beweisen, dass sie richtige Männer sind. Diesem Getaumel aus ansteckendem Jubel und unausweichlicher Abenteuerlust, können sich Julius und seine Freunde nicht entziehen. Julius, Erich, Claus und Theo ahnen allerdings nicht, dass es nicht das Abenteuer sondern das Ende ihres bisherigen Lebens ist. Denn auch falls man überleben wird, aus dem Krieg kommt niemand unverändert zurück. Zuerst führt der Autor die Figuren ein. Er lässt sich relativ lange Zeit, Erich, Claus und Theo vorzustellen. Dabei nimmt er Julius’ Perspektive ein. Schnell merkt man, dass Claus der Schlawiner unter den Freunden ist, Theo ein genaues Ziel vor Augen und seiner Kamera hat, Julius ein Poet werden will und Erich der Ruhige des Vierergespanns ist. Die Freundschaft dieser vier jungen Männer nimmt großen Raum in der Handlung ein. Sie zeigt, wie sie sich gegenseitig unterstützen, Mut zusprechen und in ihrer jugendlichen Ausgelassenheit aus manchen Schalk bitteren Ernst werden lässt. Angelehnt an Remarque verbildlicht Webeling das Geschehen im Schützengraben. Er greift dabei auf historische Begebenheiten zurück, gibt ihnen Namen und ein Gesicht, und man bekommt vor Augen geführt, dass es ganz normale junge Männer waren, die dort ihre Jugend gelassen haben. Die Schützengräben sind dreckig, das Brot ist verschimmelt, die Namen der Kameraden merkt man sich nicht, weil es sich ohnehin kaum auszuzahlen scheint. Mittendrin sind diese vier Freunde - voneinander getrennt - und jeder hat mit sich selbst und dem Krieg zutun. Webeling geht neben dem Grauen aber den schönen Seiten des Lebens auf den Grund. Er arbeitet durch die Figur des Pfarrers und mithilfe von Poesie den Sinn des Lebens in seinen Roman ein. Denn der Priester schafft es, die Blicke von Julius und des Lesers auf die Herrlichkeit der Welt zu lenken, auch wenn rundherum alles in Schutt und Asche liegt. Mich hat das Schicksal von Julius und seiner ganzen Generation sehr berührt und ich danke Pieter Webeling dafür, dass er sich des 1. Weltkriegs und all der namenlosen Soldaten der Vergangenheit angenommen hat. Meinem Geschmack nach war etwas zu viel Poesie vorhanden. An Rilkes „Der Panther“ kommt man bei diesem Thema nicht vorbei, bei Rimbaud habe ich Tränen gelacht, doch dann hätte er es meinem Empfinden nach gut sein lassen können. Dennoch ist „Die Stunde des Schmetterlings“ ein ergreifender, poetischer und lebensbejahender Roman, der neben den Schrecken des Krieges Platz für die wirklich guten Augenblicke lässt und damit ein literarisches Perlchen ist.

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Die Stunde des Schmetterlings - ein ganz besonderer Roman.....

Von: Sagota aus Saarbrücken

14.12.2016

Es handelt sich hier um das Fazit einer längeren Rezension - bei Interesse bei "Lovelybooks.de" oder auf der "Histo-Couch.de" u.a. veröffentlicht: Fazit: Ein sehr beeindruckender, mit großer Sensibilität und Intensität geschriebener Roman über das Schicksal von vier Freunden auf den französischen Schlachtfeldern des 1. Weltkriegs und der Tatsache, das trotz dem Leid, der Unsinnigkeit und Häßlichkeit des Krieges auch Schönheit existiert, die hier vom Schmetterling symbolisiert wird. Im übertragenen Sinne eine Aufforderung, seinem Leben Sinn zu geben, in dem man für sich Schönes entdeckt, sei es in einer Schmetterlingssammlung, in Dichtung, Lyrik, Kunst oder anderen Dingen, die den Menschen auch immer wieder "Gutes" entdecken lassen, auch in sich selbst! Eine absolute Leseempfehlung bei voller Punktezahl, 5 * von mir verbunden mit einem großen Dank an den Autor, an die Übersetzerin und an den Blessing-Verlag!

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1915, mitten im 1. Weltkrieg. Julius steht in einer französischen Kirche, der Rest des Dorfes liegt in Schutt und Asche. Seine Pistole hat er sich schon an den Kopf gehalten, als ihn im letzten Moment ein Priester vom Schuss abhält. Die beiden kommen ins Gespräch und Julius fängt an seine Lebensgeschichte zu erzählen. Pieter Webeling erzählt in zwei Erzählsträngen. Einerseits die Unterhaltung zwischen dem Priester und Julius, bei dem es unter anderem auch um Schmetterlinge geht, lt. dem Priester, die schönsten Geschöpfe auf Gottes Erden. Dennoch haben diese mit nur wenigen Tagen eine sehr kurze Lebenszeit, die sie aber intensiv nutzen. Es geht in den Unterhaltungen der ungleichen Menschen um die Intensität des Lebens, um das Glück, aber auch um die Schuld. Im zweiten Erzählstrang berichtet Julius über sein Leben. Wie er als einziges lebend geborenes Kind in einem Krämerhaushalt aufgewachsen ist. Von seinen Freunden Erich, Claus und Theo. Von seiner großen Liebe Elfriede, dem schönsten Mädchen im Dorf. Von all den Problemen und großen Wünschen und Zukunftsplänen der Freunde. Dann kommt 1914. Krieg. Euphorie. Die Freunde lassen sich mitziehen von dieser Euphorie, wollen sich beweisen. Sie melden sich freiwillig und ziehen in den Krieg, nichts ahnend, was das wirklich für sie bedeuten wird. Sie werden auseinander gerissen, an verschiedenen Fronten eingesetzt. Wir erleben durch Julius Augen seine Erfahrungen, steigen mit ihm in den Schützengraben, in dem es nur noch um Tod oder Überleben geht. Es ist blutig und grausam. Doch es gibt auch einen Lichtpunkt. Heiligabend 1914, als es zu einem spontanen Waffenstillstand zwischen Franzosen und Deutschen kommt, die zusammen einem Gottesdienst lauschen und sogar gemeinsam Fußball spielen bevor sie wieder in ihre Schützengräben zurückkehren. Julius erzählt von Schuld und Schuldgefühlen, von Tod und Trauer, von Leid, aber auch von Hoffnung. Pieter Webeling erzählt mit großer Authentizität vom Kriegsgeschehen. Er hat einen sehr flüssigen Schreibstil und die Geschichte, die er ersonnen hat, hat mich gefesselt und berührt, zum Nachdenken und Mitfühlen gebracht und mich auch am Ende nicht sofort losgelassen. Fazit: Vier Freunde und der Krieg. Eine Geschichte voller Hoffnung und Liebe, aber auch Schuld und Verrat. Berührend erzählt, beklemmend und doch so authentisch.

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Ein Buch, welches zum Nachdenken anregt! Sehr gut zum Erörtern und Interpretieren! Es gibt viele Informationen zum Krieg. Anfangs sehr viele Namen und die Zusammenfassung auf dem Buchrücken lässt nicht unbedingt auf den umfangreichen Inhalt des Buches schließen. Trotzdem zu empfehlen!

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Vielen Dank, dass ich dieses Buch lesen durfte. Ich hatte es in kurzer Zeit durch gelesen, weil es sich wirklich super schnell liest. Werde definitiv noch mehr Bücher von Pieter Webeling kaufen. Sehr zu empfehlen.

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Ich habe angefangen zu lesen und muss sagen ich kann das Buch kaum aus der Hand legen. Bin gespannt wie es weiter geht und möchte nochmals danke sagen. Sehr gutes Buch und ich würde es immer weiterempfehlen.

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Pieter Webelings Das Lachen und der Tod ist ein Roman, den man nicht so schnell vergisst. Es ist eine erschütternde, grausame Geschichte, die so grandios erzählt ist, dass ich gespannt auf ein weiteres Buch aus der Feder des niederländischen Schriftstellers wartete. Vor Kurzem erschien dann Die Stunde des Schmetterlings und obwohl das Thema (der erste Weltkrieg) mich grundsätzlich nicht besonders anspricht, wollte ich es sofort lesen. Einfach, weil ich darauf vertraute, dass Pieter Webeling mich auch mit dieser Geschichte tief beeindrucken würde. Doch leider hat er es diesmal nicht ganz geschafft, mich zu überzeugen. Die Ausgangssituation des Romans, in welcher der Protagonist Julius sich umbringen will, führt einem direkt und schonungslos die Schrecken und die Grausamkeit des ersten Weltkriegs vor Augen. Diesen Stil ist man von Pieter Webeling gewohnt: Er ist schmerzlich, aber auch so pur und echt, dass man sich der Geschichte eigentlich nicht entziehen kann. Eigentlich. Denn Julius' Geschichte ist es trotz ihrer Intensität und der vielen erschütternden Geschehnisse bis zum Ende leider nicht gelungen, mich in ihren Bann zu ziehen. Ich kann gar nicht so genau sagen, woran das liegt. An Webelings Schreibstil auf jeden Fall nicht, denn den finde ich nach wie vor grandios. War man als Leser in Das Lachen und der Tod beinahe schon zu nahe an der Hauptperson und ihren Erzählungen dran, betrachtet man Julius' Schicksal wie aus weiter Ferne. Mir jedenfalls fiel es schwer, mich in ihn hineinzuversetzen und mit ihm zu fühlen. Zwar gelingt es Webeling wieder einmal grauenerregend gut, die Schrecken eines Krieges abzubilden und der unmenschliche Alltag an der Front in Frankreich lässt einen garantiert nicht kalt, sondern bedrückt, bewegt und macht unglaublich traurig. Aber alles, was darum herum geschieht, ist wie in einem Nebel, durch den man nicht klar sieht. Julius' Vorgeschichte, seine Kindheit in diesem kleinen sächsischen Dorf, die Liebeleien mit Elfriede, die Kabbeleien mit seinen Freunden - all das reißt einen irgendwie nicht ganz vom Hocker und so ziehen sich die Seiten wie Kaugummi. Merkwürdigerweise hatte ich außerdem ein Problem damit, die Freunde zu unterscheiden, weil sie in ihrer Darstellung miteinander verschwimmen und sich teilweise so stark ähneln, dass man einfach nicht mehr durchsieht. Auch mit den Soldaten, die Julius an der Front kennenlernt, ging es mir so. Auch Julius als Hauptfigur blieb mir bis zum Schluss irgendwie fremd. Zwar wird aus der Ich-Perspektive erzählt, sodass man theoretisch nah am Protagonisten dran sein müsste, aber trotzdem konnten seine Emotionen und Gedanken irgendwie nicht richtig zu mir durchdringen. Gut möglich, dass das daran liegt, dass er nach den ersten 8 Monaten an der Front abgestumpft und innerlich fast schon tot ist und das macht es wiederum unheimlich authentisch. Und dennoch: Weder seine Liebe zur Poesie noch seine Gefühle für Elfriede konnte man ihm abnehmen - so zumindest mein Gefühl. Für mich blieb er eine relativ oberflächliche Figur, zu der man als Leser keinen Draht hatte. Die Situation, in die Julius während seines Heimaturlaubs hineinstolpert, und die Unterredung mit dem Priester wiederum haben mir sehr gut gefallen. Das Ganze hat etwas Unwirkliches, aber auch Trost spendendes und mir hat es gefallen, dass Julius seine Geschichte nicht einfach nur erzählt, sondern beichtet. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die Abschnitte, in denen er von seiner Vergangenheit erzählt, und die Abschnitte in der Gegenwart, in denen er praktisch dem Priester gegenübersitzt, klarer gekennzeichnet worden wären. So hat man es als Leser manchmal nicht leicht, der Geschichte zu folgen. Andererseits hat es wiederum auch etwas Poetisches, dass Julius' Gegenwart und Vergangenheit miteinander verschwimmen. Mit dem Ende war ich dann allerdings wieder nicht ganz zufrieden, irgendwie lässt es einen ein wenig ratlos und unbefriedigt zurück. Insgesamt fand ich diesen Roman von Webeling eher durchwachsen und leider nicht so spannend und mitreißend wie den Vorgänger. Mein Fazit: Die Stunde des Schmetterlings ist auf jeden Fall ein authentisch erzählter und gut recherchierter historischer Roman, der ein dunkles Kapitel der Geschichte (den ersten Weltkrieg) zum Thema hat. Irgendwie ist es Webeling aber diesmal nicht gelungen, mich wirklich mitzureißen. Sein Protagonist war mir zu oberflächlich, die Geschichte stellenweise zu langatmig und irgendwie zu blass. Insgesamt ein eher durchwachsener Roman, der mich ein wenig enttäuscht hat.

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Man sollte natürlich gerne Bücher lesen, die zur Zeit des ersten Weltkrieges spielen und in denen nichts beschönigt wird, dann aber kann ich dieses in Abschnitten an Remarques Klassiker „Im Westen nichts Neues“ erinnerndes Buch sehr empfehlen: eine eindringliche und berührende Geschichte über Schuld, Verrat und Illusion, aber auch über die Kraft der Liebe und der Freundschaft. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, die aber sehr nah beieinander liegen. Julius Reinhardt ist im Jahr 1915 auf Heimaturlaub und möchte seinem Leben ein Ende setzen – zu groß ist das Gefühl der Schuld und des Verlustes – doch ein Priester hält ihn davon ab und lässt ihn seine Geschichte erzählen. Diese beginnt ein paar Jahre vor Kriegsbeginn mit einer innigen Freundschaft vierer ganz unterschiedlicher Jungen. Pieter Webeling lässt sich Zeit, die Geschichte zu erzählen – zunächst wir man rein geschmissen in die bedrückende Szenerie in den Ruinen einer Kirche, in der Julius sich das Leben nehmen will, einmal „gerettet“ jedoch, begleitet man Julius zurück in seine Kindheit und Jugend, als alles noch ganz normal erschien, bis der Ausbruch des Krieges dann alles veränderte. Langsam werden die vier unterschiedlichen Freunde vorgestellt, so dass man sich jeden sehr gut vorstellen kann und auch das interessante Geflecht, das die vier miteinander verbindet. Alle vier melden sich als Soldaten, denken, damit dem Einerlei des Alltags entfliehen zu können – und werden bald desillusioniert. Jeder geht in dieser schweren Zeit einen eigenen Weg und doch sind sie untrennbar miteinander verknüpft. Julius erzählt dabei seine Geschichte und man erlebt dabei als Leser hautnah, was ihn in der Zeit des Krieges berührt und geängstigt hat, was er verloren, aber auch gefunden hat – und nicht immer sind seine Erlebnisse leicht zu ertragen. Der geduldige und sehr inspirierende Zuhörer Julius‘ Geschichte ist ein alter Mann, der Priester eines nahezu völlig zerstörten französischen Dorfes – er hat eine ganz eigene Philosophie des Lebens, die den Titel des Romans erklärt, und die er wunderbar mit seinem Glauben verknüpft, das aber ganz unaufdringlich, so dass ich mich nicht genötigt oder in eine Ecke gedrängt fühlte. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, mal sehr schlicht mit einfachen, aber sehr treffenden Worten, dann aber wieder auch poetisch und an manchen Stellen auch etwas blumig – immer aber schafft er eine melancholische und bedrückende Stimmung, die mich völlig eingenommen hat, und die einfach anschaulich die Atmosphäre der jeweiligen Szenerien widerspiegelt. An manchen Stellen lässt der Autor sich vielleicht etwas viel Zeit, die Geschichte zu erzählen, zumindest habe ich es beim Lesen so empfunden – nach Zuschlagen des Buches aber scheint kein Satz mehr überflüssig und alles wirkt in sich rund und schlüssig. Mich hat das Buch sehr beeindruckt und wer sich für das Thema interessiert, dem kann ich es sehr ans Herz legen. Ich gebe ihm gute 4 von 5 Sternen.

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