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Leserstimmen (18)

Tiphaine Rivière: Studierst du noch oder lebst du schon?

Studierst du noch oder lebst du schon?

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eBook (epdf) ISBN: 978-3-641-19585-4

Erschienen:  30.01.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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hatte mehr erwartet

Von: Yanthara Datum : 06.06.2018

https://nerdarchive.wordpress.com/

Seit langem habe ich mal wieder eine Graphic Novel gelesen - ich war recht überrascht über die Geschichte. Aber ich fange erst Mal mit den Zeichnungen an: die Bilder sind sehr einfach gehalten. Es gibt mal aufwändigere Zeichnungen, aber meistens sind sie sehr simpel gehalten. Auch was die Farben angeht, das Buch ist durchgehend farbig, aber die Farbpalette bewegt sich nur im sanften Bereich. Es gibt keine grellen Farben. Was ganz angenehm ist. 

Die Graphic Novel beschreibt den Werdegang einer Studentin, die sich ohne Stipendium durchschlägt. In den ersten Seiten ist sie noch ziemlich motiviert, aber irgendwann merkt sie, dass sie nicht weiter kommt, weil sie unter anderem einen Job braucht, weil sie sich durch das fehlende Stipendium nicht finanzieren kann. Aus welchem Grund auch immer, aber Aushilfsdozenten werden nur am Ende des Semesters bezahlt, Jeanne findet das ärgerlich, kann aber nichts dagegen tun. Richtig frustriert ist sie aber, als man ihr mitteilt, dass sie keinen Lohn bekommt, weil man nur Geld für die Arbeit bekommt, wenn man noch einen Job hat. Man versucht sie zu beruhigen, da sie so etwas für ihren Lebenslauf hat und es ja deswegen nicht umsonst war. Dann nimmt sie, nach etlichen Bewerbungen einen anderen Job an. Aber durch die Arbeiterei kommt sie nicht dazu an ihrer Doktorarbeit zu schreiben. Und alles zieht sich hin.

So richtig witzig fande ich die Graphic Novel eher nicht, es war eher traurig zu sehen, wie motivierten Studenten so Steine in den Weg gelegt werden. Es war auch traurg mit anzusehen, dass die Beziehung von Jeanne in die Brüche ging, aber auch, dass die Familie immer gefragt hat, was sie nun mit dem Doktor macht in dem Fachbereich.

Richtig überzeugt bin ich nicht. Vielleicht gehöre ich auch einfach nur nicht zur Zielgruppe. Wer weiß. Die Graphic Novel war ok, mehr aber auch nicht.

Studentenwahnsinn in Comicformat

Von: Lunas Leseecke Datum : 16.03.2017

lunasleseecke.blogspot.de/

Jeanne hat nach ihrem Studium endlich eine Stelle als Doktorandin ergattert. Doch so eine Promotion, selbst wenn mit Enthusiasmus daran gearbeitet wird, ist komplizierter als Gedacht. Zwischen Lehrauftrag, Finanzierung und jeder Menge Bürokratie bleibt kaum Zeit für das eigentliche Ziel – die Promotion. Und dann wäre da auch noch dieses Ding namens Leben, das bei all dem nicht nur ein bisschen zu kurz kommt.

Im Laufe des Comics verfolgen wir die Entwicklung von Jeanne, die glücklich in einer Beziehung steckt und beschließt, ihren verhassten Job als Lehrerin für die Chance auf eine Promotion aufzugeben. Dabei verfolgt man die Entwicklung der hochmotivierten Jeanne zur zunehmend verzweifelten und auch etwas verlotterten Jeanne, die nicht mehr weiß, wo ihr der Kopf steht. Sehr gut fand ich dabei immer wieder die Übersichtsseiten, nach dem Vergehen einiger Zeit, wo anhand von eingereichten Formularen und Fotos der zunehmende Verfall von Jeanne dokumentiert wurde.

Den Charakter Jeanne fand ich anfangs ein wenig naiv, da sich sich mit vielen Dingen der Promotion scheinbar nicht so wirklich auseinandergesetzt hatte und von vielen Information kalt erwischt wurde. Natürlich hat sie mit der Zeit dazu gelernt, aber vielleicht hätte sie sich einen Teil ihres Kummers ersparen können. Die meiste Zeit hatte ich dennoch viel Spaß beim Lesen, auch wenn man mit der armen Jeanne wirklich mitgelitten hat. Ich war die ganze Zeit so dankbar, dass die Organisation bei uns, zumindest nach meinen Erfahrungen im Naturwissenschaftlichen Bereich, wesentlich unkomplizierter verläuft, wenn auch nicht unbedingt mit weniger Phasen purer Verzweiflung.

Da es sich hier ja um einen Comic handelt würde ich gern auch noch ein paar Worte zum Zeichenstil loswerden. Der hat mir nämlich nicht ganz so gut gefallen. Er hat ausgereicht um die Story gut rüber zu bringen, aber ich bin einfach mehr ein Fan von Detailreichen und realitätsnäheren Zeichnungen, und gerade wenn es um farbige Comics geht hätte es manchmal noch ein bisschen mehr Farbei sein können. Aber das ist natürlich nur mein Geschmack – ich kann mir nicht mal Spongebob anschauen, weil ich dabei die Krise bekomme.

Fazit

Ein unterhaltsamer Comic über die Hürden auf dem Weg zu einer französischen Promotion, der auf witzige Weise in Szene gesetzt wurde und einen mit der armen Jeanne mitleiden ließ. Gut zu empfehlen für arme Doktoranden hierzulande, denn nach meiner Erfahrung geht es uns nicht ganz so schlimm – also Kopf hoch.

Kann man/frau so promovieren?

Von: Belana Hermine Datum : 14.03.2017

belanahermine.wordpress.com

Inhalt

Eine nett geschriebene, wenn auch erschreckende Story über die Umstände, unter denen an französischen Universitäten promoviert wird. Allerdings habe ich Ähnliches auch von deutschen Hochschulen und Universitäten gehört.

Selbst- und gesellschaftskritisch stellt die Autorin vor, welche verschiedenen Anforderungen und Umgebungen eine Doktorandin/ein Doktorand unter einen Hut bringen muss. Da sind die ständigen, verständnislosen Nachfragen der Familie und der Freunde noch das kleinste Problem. Viel drängender ist die Frage, wie man das zum Leben nötige Geld beschafft und wie es möglich ist, neben der Jonglage all dieser Aspekte noch einigermaßen am Leben zu bleiben und nicht zu viele Freunde und Bekannte zu verprellen.

Die Geschichte wird in Form eines Comics erzählt. Man muss also gar nicht viel Text lesen. Alles geht dadurch rasant schnell, sodass man auf den ersten Blick vielleicht die Bilder gar nicht recht würdigen kann. Dann ist definitiv ein zweiter Durchgang angesagt, weil in den Bildern noch einmal zusätzliches Aus- und Eindruckspotential steckt.

Es ist schön, dass die Geschichte ausgeht, wie sie ausgeht, jedoch bleibt unklar, wie es zu diesem Ergebnis kommen konnte.

Subjektive Eindrücke

Das Lesen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Zuerst habe ich ganz schnell die Texte gelesen und die Bilder oberflächlich nebenbei wahrgenommen. Danach habe ich mir noch einmal in aller Ruhe die Zeit genommen, mir die Bilder anzusehen. Kontraste zwischen der Hauptperson und der Umgebung, aber auch Änderungen im Hintergrund (z. B. wechselnde Bilder an der Wand des Sekretariats) unterstreichen die Textaussage in hilfreicher Weise.

Traurig ist allerdings, dass es offensichtlich kein Einzelfall ist, von dem hier berichtet wird. Wird das Buch dazu beitragen können, hier Abhilfe zu schaffen? Zu wünschen wäre es allen derzeitigen und zukünftige Doktorandinnen und Doktoranden.

Fazit

Da es in meinem näheren Umfeld ebenfalls einige Doktorandinnen (keine Doktoranden) gibt, hat mich das Buch sehr interessant. Und leider fand ich etliches von dem wieder, was mir unsere Freunde bereits berichtet hatten. So konnte ich zwar das Lesen des Buches genießen, musste aber doch immer wieder schlucken, wenn sich Geschichte und gehörte Realität zu sehr deckten.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses aufrüttelnde Rezensionsexemplar.

Humorvolle Geschichte übers Studentenleben

Von: Nadja Datum : 11.02.2017

booksaretrueadventures.blogspot.com/

Da ich selbst Studentin bin, hat mich der Titel "Studierst du noch oder lebst du schon?" sofort neugierig gemacht. Im Gegensatz zu Jeanne schreibe ich zwar keine Doktorarbeit, dennoch kamen mir bereits bei der Kurzbeschreibung gewisse eigene Erlebnisse aus dem Studienalltag in den Sinn. Daher war ich sehr gespannt wie die Autorin das Studentenleben in dieser Graphic Novel darstellen würde.

Man merkt beim Lesen schnell, dass Tiphaine Rivière (zumindest teilweise) aus Erfahrung schreibt, wenn sie humorvoll gewisse Szenen aus Jeannes Leben beschreibt. Die Geschichte erzählt wirklich authentisch aus Jeannes Alltag als Doktorierende, von ihrem anfänglichen Enthusiasmus mit dem sie sich mit dem Thema ihrer Arbeit auseinandersetzt, bis zu ihrer wachsenden Verzweiflung als die Monate vergehen und sie einfach nicht vom Fleck zu kommen scheint. Besonders die Szenen mit Jeannes Verwandtschaft, die nicht besonders viel Verständnis für ihr Studium hat, fand ich super lustig und treffend dargestellt, ich denke solche Situationen kennt wohl fast jeder der studiert. 

Ich würde daher die Graphic Novel auch ganz besonders derzeitigen, ehemaligen oder zukünftigen Studierenden empfehlen. Auch wenn Jeanne bereits Doktorandin ist und daher nicht genau mit denselben Problemen zu kämpfen hat, wie jemand der beispielsweise gerade angefangen hat zu studieren, gibt es doch Situationen, die jedem Studierenden bekannt vorkommen dürften. Auch wenn der Ton, besonders anfangs, ziemlich humorvoll ist, zeigt die Geschichte doch auch die "Schattenseiten", beispielsweise, wenn Jeanne sich immer mehr in ihrer Arbeit vergräbt und alles andere zu vernachlässigen beginnt. 

Das Zeichnungsstil der Autorin hat mir gut gefallen. Der Hintergrund ist meistens eher einfach gehalten, während die Figuren im Vordergrund stehen und sehr ausdrucksstark gezeichnet sind. Man kann alle Figuren gut auseinanderhalten und mir hat besonders gefallen, dass man Jeannes Entwicklung auch sehr gut an ihrem Aussehen erkennen kann.

Was mir leider nicht so gut gefallen hat war, dass es in der Geschichte immer wieder relativ grosse Zeitsprünge gab und ich dadurch irgendwann das Gefühl hatte wichtige Dinge zu verpassen und es die Handlung teilweise etwas verwirrend machte. Zudem wirkte es dadurch teilweise eher wie eine Ansammlung von einzelnen Episoden, als eine Geschichte mit einem richtigen Handlungsbogen. 

Auch hatte ich das Gefühl dadurch ein bisschen die Verbindung zu Jeanne zu verlieren, da man ihre Veränderung dadurch nur lückenhaft mitbekommt. Die Graphic Novel deckt die gesamte Zeitspanne in der Jeanne an ihrer Arbeit schreibt ab und parallel dazu wie sich Jeanne verändert, hatte ich auch etwas das Gefühl, dass die Geschichte etwas an Humor verlor und besonders das Ende hat mir dann nicht mehr so gut gefallen, da es auch recht abrupt war. 

Fazit:
"Studierst du noch oder lebst du schon?" erzählt humorvoll aus dem Alltag einer Doktorandin und man merkt, dass die Autorin Tiphaine Rivière dabei viel aus eigener Erfahrung berichtet. Ich würde die Graphic Novel ganz besonders Studierenden empfehlen, da diese sicher die eine oder andere Situation, die Jeanne erlebt, wiedererkennen werden. 

Alle Seiten des Doktorantendaseins in Comicform - lustig aber sehr wahr

Von: Book Dreams Datum : 28.01.2017

tamaraschreiberling.wixsite.com/bookdreams

Das Cover finde ich richtig lustig. Während die Protagonistin am Tisch sitzt und verzweifelt inter ihren Büchern klemmt, haben alle anderen um sie herum Spaß, was sie ordentlich zu frustrierend scheint.
Im großen und Ganzen gleicht das Cover eine Wimmelbild, auf dem man auch noch nach mehreren Minuten ein paar neue Dinge entdecken kann, auch die Farben sind sehr schön.

Das komplette Schema zieht sich durch das komplette Buch.
Der Zeichenstil an sich ist jetzt nicht so mein Fall, aber dennoch sich diese wirklich sehr gut gemacht. Jedes einzelne Bild ist liebevoll colouriert worden und mit zahlreichen Details versehen. Während ich diesen Comic gelesen habe, konnte ich einfach nicht anders, als auch den Hintergrund jedes Bildes zu betrachten. Immer wieder verstecken sich dort lustige Szenen. Besonders, wenn irgendwo ein Flyer aushängt oder ein Poster an der Wand klebt: darauf sind witzige Sprüche, griesgrämige Gesichter oder andere bemerkenswerte Dinge.
Die Farben passen alle sehr schön zusammen, das Ganze wirkt bunt, aber auf keinen Fall überladen. Ich finde, das ist eine schöne Abwechslung gegenüber der schwarz-weißen Mangas, die ich sonst so lese. Auch wenn es sich hier nicht um einen Manga handelt und ich bei Comics an diese Superhelden denken muss, und eigentlich eher weniger nach solchen greife, hat mir dieser hier wirklich sehr gut gefallen.

Die Story ist wirklich interessant - neben viele lustigen Szenen gibt es auch Vieles, was mich zum Nachdenken gebracht hat. Ich bin kurz davor, mein erstes Semester als Literaturstudentin hinter mich zu bringen und muss sagen, dass all diese Situationen, die die Protagonistin im Comic durchlebt, in abgeschwächter Form auch auf Hausarbeiten vollkommen zutreffen, gerade dann, wenn es sich um die ersten handelt. All die Euphorie am Anfang, dass es endlich los geht, die ganzen Zweifel, Rückschläge, noch mehr Zweifel, Verzweiflung, wenn man dann merkt, dass es doch viel komplizierter wird, als eigentlich gedacht...
Die Geschichte ist verdammt lustig, süß gemacht aber verdammt wahr. Ich werde niemals eine Doktorarbeit schreiben, aber das war mir auch schon vor diesem Comic klar.

Ich denke, diese Graphik Novel ist auch eich richtig lustiges Geschenk für jemanden, der darüber nachdenkt, eine Doktorarbeit zu schreiben. Oder für einen Studienanfänger. Dann weiß er oder sie direkt, wie kompliziert so etwas doch werden kann.


Bewertung
Der Zeichenstil ist vollkommen in Ordnung, ich hab schon viel schlimmeres gesehen. Die Bilder sind alle bunt, aber nicht überladen und liebevolle, kleine Details sind überall versteckt.
Die Story an sich ist erschreckend wahr und regt einen - neben all dem vielen Lachen - auch zum Nachdenken an.
Wer darüber nachdenkt, eine Doktorarbeit zu schreiben oder einfach neugierig ist wie eine solche Aussieht und wie eine geschrieben wird, der macht mit diesem humorvollen Comic alles richtig.
Da ich nichts auszusetzen habe, vergebe ich 5 von 5 Sternen.

So, und jetzt setzte ich mich wieder an meine Hausarbeiten ;)

Studierst du noch oder lebst du schon?

Von: Jasmin von DasLesesofa Datum : 23.01.2017

daslesesofa.blogspot.de

Als Jeanne Dargan eine Zulassung als Doktorantion für Literaturwissenschaften angeboten bekommt, stimmt die unzufriedene Lehrerin sofort zu. Lehren an einer Uni! Weg von denen, für die die Literatur ein Fremdwort ist und hin zu denen, die es zu schätzen wissen. Voller Freude stürzt sie sich ohne ein Stipendium ins Uni-Leben, doch schnell wird sie von der Realität, bestehend aus schlechten Jobs und der nie endenden Arbeit, eingeholt. Der Doktorvater ist ein Idiot und der Unterricht an der Uni ist völlig anders als erwartet. Alles muss sich Jeanne selbst erwarbeiten, denn es gibt keine Hilfestellung und die Organisation ist eine Katastrophe!

Als ob es nicht schon reicht, dass in Jeanne's Arbeitsleben nicht alles rund läuft, liegt ihr die Familie auf den Ohren und will wissen, wie es nach der Promotion weiter gehen soll. Um es kurz zu machen: Jeanne ist von allen Seiten überfordert.

Meinung:
Studierst du noch oder lebst du schon? bietet einen interessanten Einblick in die Welt der Lehrenden.
Dass es in einer Uni nicht immer gleich geordnet zu geht, spürt jeder Student, doch wer dort arbeitet oder gar lehrt, weiß es ganz genau. Die Uni existiert in einer eigenen Welt und besitzt einen eigenen Takt.

Die Charaktere, wie die Jeanne, der Idiot von einem Doktorvater oder die Eigenwillige Sekretärin, und ihre Beschreibung sind gut gewählt und umgesetzt worden. Das liegt daran, dass die Autorin Tiphaine Rivière weiß, worüber sie schreibt. Nach dem dreijährigen Versuch, ihre Doktorarbeit in Literatur abzuschließen, startete sie den illustrierten Blog Le bureau 14 de la Sorbonne und ihre Karriere als Comic-Zeichnerin.

Mir waren ihre Zeichnungen schon vorher bekannt. Sie sind jung, gewagt und treffen den Kern:
Dadurch hat die Geschichte eine Leichtigkeit und es macht einen unheimlichen Spaß ihr zu folgen :)
Doch in Studierst du noch oder lebst du schon? gibt es einige Zeitsprünge mit größeren Zeitsprüngen, wodurch manchmal den Weg der Entwicklung von Jeanne verloren geht.
Zum Ende hin hatte ich auch das Gefühl, als wollte oder musste die Autorin nun fertig werden. Deshalb und durch das (Spoiler!) gute Ende, bin ich etwas enttäuscht. Ich hatte eher etwas anderes vermutet und weniger Ende gut, alles gut.

Fazit:
Trotz des einfachen Endes ist es ein Muss für alle Fans von Rivière und ihren Comics!

Leseempfehlung für jeden Studenten

Von: Vanessa // Biblometasia Datum : 17.12.2016

www.biblometasia.de

Wer als Student kurz vor einem Abschluss steht, der kennt diesen unbestimmten Druck und die Fragen der Verwandtschaft, wieso man das denn überhaupt studiert und wieso es so lange dauert ect. pp. Tiphaine Rivière schafft es auf eine interessante selbstironische Weise diese Dinge darzustellen. Wirklich lesenswert und eine Empfehlung für jeden Studenten.

Tiphaine Rivière - "Studierst du noch oder lebst du schon?"

Von: Mareike Datum : 30.11.2016

https://s3erlesen.wordpress.com/

In „Studierst du noch oder lebst du schon?“ erzählt Tiphaine Rivière die Geschichte einer jungen Frau, die eine Doktorarbeit über die Torhüterparabel in Kafkas „Prozess“ plant.
Jeanne legt in ihrem Job als Lehrerin ein Sabbatical ein um zu promovieren. Ohne Stipendium beschließt sie, sich das Geld zum Leben nebenbei zu verdienen. Die erste Kontaktaufnahme mit ihrem Doktorvater ist schwer, die nächste wird noch schwerer. Von der Vorstellung begeistert, an der Uni statt der Schule zu unterrichten, übernimmt sie eine Vorlesung zur Literatur im Mittelalter. Zur Vorbereitung liest sie alles, was sie über das Mittelalter in die Hände bekommt. Rund um die Uhr, ständig. Vor der Vorlesung hat sie trotzdem Angst, sie kennt sich mit der Literatur im Mittelalter gar nicht aus. Als Aushilfsdozentin wird sie erst am Ende des Semesters von der Universität bezahlt. Sie nimmt einen Kredit auf, sucht einen Nebenjob, liest alles über Kafka. Gespräche mit Jeanne beginnen mit „Und dann habe ich gelesen, dass Kafka…“.
Tiphaine Rivière erzählt vom Promovieren und der Universität als Arbeitgeber. Dass die Arbeitsbedingungen für Doktoranden nicht die allerbesten sind, ist ja nichts Neues. Neu ist nur die sehr, sehr komische Darstellung der Universität als Arbeitgeber. Die Sekretärin im Promotionsbüro sitzt hinter einer geschlossenen Tür und greift zum Telefon, sobald die Tür sich öffnet. Eine Szene, die vermutlich jeder Student kennt, der mal ins Prüfungsamt musste. Später fängt Jeanne selbst im Promotionsbüro an und verzieht die Mine, jedes Mal wenn es an der Tür klopft.
Faszinierend ist auch die Geschichte, die hinter „Studierst du noch oder lebst du schon?“ steht: Tiphaine Rivière hat drei Jahre promoviert, bevor sie ihre Doktorarbeit aufgegeben und sich selbst zeichnen beigebracht hat. Heute arbeitet sie als Künstlerin. Ihre Zeichnungen sind lebendig. Tragik und Komik der Situation werden perfekt dargestellt. Die Gesichter oft auf die wesentlichen Gesichtszüge beschränkt, dann wieder vollkommen übertrieben emotional, etwa wenn Jeannes ganzes Gesicht sich vor Wut in die Länge zieht. Eine perfekte Mischung. Wunderschön auch die Farben, die sie gewählt hat. Verhalten koloriert mit Farbakzenten an genau den richtigen Stellen, ist „Studierst du noch oder lebst du schon?“ ein Kunstwerk unter den Neuerscheinungen in diesem Jahr.

„Studierst du noch oder lebst du schon?“ ist bei Knaus erschienen.
ISBN: 978-3-8135-0740-9
184 Seiten, 19.99 €.

Eine witzige Hommage an das Studentenleben.

Von: TheWonderlandBooks Datum : 29.11.2016

https://thewonderlandbooks.wordpress.com/

Seit langem habe ich keine Graphic Novel mehr gelesen. Dies habe ich aber mit „Studierst du noch oder lebst du schon?“ geändert. Ich selbst bin keine Studentin oder habe jemals studiert, dennoch fand ich das Thema sehr interessant und habe mit großer Freude gelesen und gelacht.

Die Charaktere die einem im Laufe der Geschichte begegnen sind zum schreien charakteristisch gezeichnet. Besonders reizend fand ich die Institutssekretärin, die ist einfach der Oberknaller. Jeanne selbst war mir gar nicht so besonders sympathisch, aber trotzdem lebt die Novel von ihr. Am witzigsten fand ich ihre Erklärungen in der Uni oder ihrer Familie gegenüber.

Die Zeichnungen waren sehr unterstützend gestaltet. Die Hintergründe sind nicht zu detailreich gewesen und das Gesamtbild hat sich sehr gut an den Humor angepasst. Der ganze Zeichenstil ist etwas Besonderes. Er ist meiner Meinung nach nicht besonders schön, aber die Geschichte wirkt dadurch sehr authentisch und realitätsnah. Das zeichnet diese Graphic Novel auch besonders aus. Das wahre Leben auf 184 Seiten.

Das Ende kam auf einmal überraschend schnell, das fand ich etwas schade, dennoch hat mich der gesamte Ablauf überzeugen können. Die jeweiligen Stimmungen wurden immer gefühlvoll rübergebracht und ich denke jedes Mädchen und jede Frau kann sich teilweise mit Jeanne identifizieren. Auch die Entwicklung der Charaktere war bezaubernd komisch und zugleich sehr ehrlich.

Im Freundeskreis habe ich einige Studenten, daher werde ich denen diese Graphic Novel wärmstens empfehlen. Ich denke, wenn man selbst Student ist oder war, ist das Buch noch eine Ecke witziger. Nichtsdestotrotz konnte auch ich eine Menge schmunzeln.

Sollten noch mehr Geschichten der Autorin veröffentlicht werden, werde ich diese auf jeden Fall verfolgen, um stets eine Portion Humor abzubekommen.

Fazit: Eine witzige Hommage an das Studentenleben.

Ernsthaftigkeit gepaart mit einer guten Prise Humor

Von: Jana Fundner Datum : 15.11.2016

www.testiversum.at

Es gibt unterschiedliche Arten von Studenten. Da wären zum Beispiel diese, die dem Status „Student“ einen schlechten Ruf bescheren, nämlich die, die nicht genau wissen, was sie machen wollen und deshalb „erstmal studieren“ gehen. Die, die lange schlafen, Vorlesungen verpassen und mehr auf Studentenpartys als in der Uni anzutreffen sind. Aber es gibt natürlich auch die fleißigen Studenten, die tagtäglich lernen, sich auf Prüfungen ausführlich vorbereiten und ein klares Ziel vor Augen haben. Diese letztgenannte Gruppe ärgert sich sicherlich manchmal über all die „Studenten sind faul“ Klischees und quälen sich oftmals nächtelang durch trocken geschriebene Bücher.

Der Ernst des Lebens schlägt zu

Zu welcher Kategorie die Hauptperson der Graphic Novel „Studierst du noch oder lebst du schon?“ gehört hat, ist nicht genau zu sagen (obwohl man auf die arbeitsfreudige Version tippen würde), denn der Titel des Buches ist etwas schlecht übersetzt. Im französischen Original heißt es „Carnets de thèse“, im Deutschen wurde einfach ein lustigerer Titel – na, hat da jemand an die Ikea-Werbung gedacht? – gewählt. Dieser passt nicht so wirklich, denn die Hauptperson der Geschichte, Jeanne, ist im Grunde keine „richtige“ Studentin mehr.

Jeanne ist bereits als Lehrerin angestellt , doch ist sie ziemlich unzufrieden in ihrem Job. Als dann eine E-Mail in ihrem Postfach landet, die die freudige Nachricht enthält, dass sie den Doktortitel machen darf, ist sie Feuer und Flamme. Sie beschließt, den Lehrerjob zunächst zu pausieren und sich voll und ganz auf die Vorlesungen und die Doktorarbeit zu konzentrieren.

Total motiviert schreibt sie sich ein – obwohl sie dabei einer äußerst unmotivierten Sekretärin gegenüber sitzt – und stürzt sich in ihre neue Aufgabe. Trotz Warnungen ihres Freundes, ist sie überzeugt, dass die Wahl die richtige ist und es schlimmer als in ihrem Beruf als Lehrerin ohnehin nicht werden könnte. Dabei merkt sie aber gar nicht, wie sie sich verändert, wie ihr alles anfängt auf die Nerven zu gehen und wie sie das Leben gegen ihre Doktorarbeit eintauscht. Jobben muss sie auch, denn so eine Doktorarbeit muss ja finanziert werden … Freizeit bleibt vollkommen auf der Strecke.

Ernsthaftigkeit gepaart mit einer guten Prise Humor

Diese Inhaltsbeschreibung nach könnte man meinen, dass es sich bei „Studierst du noch oder lebst du schon?“ um ein Drama in Form einer Graphic Novel handelt. Dem ist aber nicht ganz so. Natürlich finden sich viele Doktoranden in der Geschichte wieder, denn die menschliche Psyche wird hier hervorragend aufgezeigt. Aber die Zeichnerin Tiphaine Rivière – die übrigens selbst ihre Doktorarbeit abgebrochen hat, um sich dem Zeichnen solcher Geschichten zu verschreiben – hat es geschafft, die Story trotz Ernsthaftigkeit mit viel Humor zu verpacken. Der schmale Grat, der oftmals zwischen niveauvollem Humor und Albernheit liegt, ist schwer zu bestreiten, doch die Autorin hat es geschafft. Sie hat der Geschichte Ernsthaftigkeit gegeben und ist dennoch nicht in Schwarzmalerei verfallen.

Apropos Malen: die Zeichnungen sind wirklich sehr gut. Ein ganz besonderer Stil wird hier gewählt, recht einfach gehalten und ohne detaillierte Hintergründe. Der Fokus liegt klar auf den Charakteren. Das ist auch gut so, zu viel Details würden den Lesefluss unnötig unterbrechen und stören. Gemessen an dem großen Umfang dieser Grafic Novel reichen diese skizzierten Illustrationen vollkommen aus, um eine passende Atmosphäre zu verschaffen. Alles richtig gemacht! Wer sich selbst demnächst in die Doktorarbeit stürzen möchte, sollte sich dieser Lektüre widmen. Nicht, um sich abschrecken zu lassen, sondern um das Kommende mit mehr Humor nehmen zu können und sich psychisch schon mal auf die bevorstehende Belastung einzustellen.

Studieren bis der Arzt kommt

Von: Fin-chan Datum : 26.10.2016

"Endlich geht ihr großer Traum in Erfüllung :
Jeanne wird als Doktorandin angenommen. Voller
Enthusiasmus - und völlig ahnungslos - stürzt sie
sich in die Arbeit. Doch schon bald wird klar : Das
Leben als Wissenschaftlerin ist der reine Wahnsinn ... "

Tiphaine Riviére weiß, worüber sie schreibt : Nach dem dreijährigen Versuch, ihre Doktorarbeit in Literatur abzuschließen, startet sie den illustrierten Blog >>Le bureau 14 de la Sorbonne<< und ihrer Karriere als Comic-Zeichnerin.

Dazu muss man sagen Gott sei Dank! Sonst hätte man diese Graphic Novel nie zu Gesicht bekommen.

Worum geht es also fragt man sich ?
Es geht um Jeanne Dargan, unsere Reise mit Jeanne beginnt als sie sich der schier unmöglichen Aufgabe widmet einer 8 Klasse Kultur im Louvre näher zubringen und endet mit Inder Jeanne die völlig entnervt ist. Alles ist besser als dieser Job als Lehrerin, manchmal sollt man eben vorsichtig mit seinen Wünschen sein ;)
Da kommt doch tatsächlich eine E-Mail die Jeanne bestätigt das sie als Doktorandin angenommen wurde, noch ist sie total zuversichtlich und freut sich riesig über diese Möglichkeit. Doch das erste Hinderniss lässt nicht lange auf sich warten, Madame Claude die Sekretärin im Promoitionsbüro für Geisteswissenschafften, ist ein mehr als hoher Berg den man erklimmen muss.

Soweit zu dem Anfang der Geschichte, als begeisterte Manga-Leserin und selbst studierende war die Geschichte besonders spannend zu lesen. Gut das ich nur ein Fernstudium mache und mich mit den vielen Stolperfallen bei einer Doktorarbeit gar nicht erst in Berührung kommen :) ich ziehe meinen Hut vor allen die das geschafft haben.

Der Zeichenstil ist passen für die Geschichte, super ausgearbeitete und genaue Bilder hätten hier nur gestört. Jeder Charakter hat so seine Besonderheiten und das passende Aussehen. Madame Claude sieht man die "Trägheit" förmlich an ;) und Jeanne die anfangs noch so euphorisch war, zeigt eine deutliche Veränderung zum schlechteren hin. Je länger sie an ihrer Doktorarbeit sitzt.

Als Student konnte ich mich in der ein oder andern Situation wiederfinden und musste lachen. Da fühlt man sich ein bisschen ertappt ;)

Generell wäre das ein tolle Geschenk für Abiturienten und Studenten ;) mit einem kleinen Zwinkern natürlich.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und konnte wieder einen neuen kleinen Einblick in das Leben der Franzosen werfen, die versuchen eine Doktorarbeit zu meistern :)

Die wohl nie endende Doktorarbeit

Von: lunalovebook Datum : 25.10.2016

lunalovebook.blogspot.com

Ich selbst studiere zwar nicht oder schreibe eine Doktorarbeit aber hatte trotzdem sehr großes Interesse an der Graphic Novel. Jeanne Dargan beginnt als sehr euphorische Dokotorandin und endet als ein kleines Häufchen Elend. Es war sehr interessant zu sehen was so eine Doktorarbeit mit einem anstellen kann. Jeanne kommt mit ihrer Doktorarbeit so gar nicht vorwärts und ist von allen genervt die sich dafür interessieren wie sie vorankommt, zugleich spricht sie aber von nichts anderem mehr. In ihrem Kopf schwirrt nur noch diese Doktorarbeit rum. Ich kenne das gut, wenn man eine gewisse Sache im Kopf hat auf die sich der Lebensinhalt bezieht scheint einem das einzige Gesprächsthema zu sein über das man reden kann. So schottet sich Jeanne immer mehr von Freunden und Familie ab und wird fast verrückt.
Ab und zu gab es ein paar große Zeitprünge, denen ich erstmal folgen musste, da man in der Zeit doch einiges verpasst. Ich finde die Geschichte hätte ein kleines bisschen länger sein können um richtig das Feeling zu bekommen wie lange Jeanne wirklich für ihre Doktorarbeit braucht. So kommt es mir eher nicht so lange vor und meine es wären nur so 1 bis 3 Jahre gewesen, was schade ist. Auch das Ende kam so abrupt, so unerwartet und die ganze Sache war nicht so ganz rund für mich.
Die Zeichungen fand ich richtig super, sie haben für sich gesprochen und haben die Geschichte sso authentisch gemacht.

Graphic Novel für Studenten

Von: Piglet Datum : 24.10.2016

www.pigletandherbooks.de

Dieses Buch gehört schon allein wegen des Buchtitels in die Kategorie "Titel die mein Leben beschreiben". Obwohl dann natürlich der Inhalt eine andere Richtung einschlägt und interessante Fragen aufwirft, mit denen sich die Studenten auseinandersetzen.


Zunächst möchte ich auf den besonderen Zeichenstil der Autorin eingehen. Panels die die gesamte Seite füllen waren mit viel Detailliebe erfüllt und man musste einfach länger das Bild betrachten und alles erforschen. Auf der anderen Seite gab es auch kurze knaicke Panels die innerhalb einer Seite einen Augenblick mit jeder Sekunden beleuchteten, dabei setzte die Zeichnerin vor allem auf Humor und Sarkasmus, der dann die Abfolge wunderbar untermauert.



Natürlich beschäftigt sich die Geschichte auch mit den ernsten Seitne des Studierens und der Suche nach einem Weg oder dem Ende. Diese Wechsel zwischen Humor und Ernst, zwischen Sarkasmus und Verzweiflung bringt Tiphaine Rivière nicht nur durch ihre Texte sondenr eben auch durch ihre Zeichnungen unglaublich gut rüber. Der Text gewinnt vor allem durch seine knackige Kürze viel an Gewicht und Wahrheit.


Innerhalb der Geschichte verfolgt Jeanne das Ziel ihre Doktorarbeit zu schreiben und abzugeben, wir begleiten sie auf diesem Weg und erleben so immer wieder ihre Fortschritte, aber auch Rückschritte die sie durchlaufen muss auf dem Weg zum Doktor. Ich verrate an dieser Stelle nicht, ob es ein Happy End gibt oder nicht, aber ich kann euch sagen, dass selbst ich als "Teilzeit-Student" mich selbst immer mal wieder in Jeanne entdeckt habe.



Fazit:

Ich empfehle diese Graphic Novel jedem Studenten, der grade erst anfängt, der vielleicht auch mal eine Durststrecke auf seinem Weg hat und der vielleicht auch sich selbst ab und an die Frage stellt: "Wieso mache ich das alles?". Mit der richtigen Menge an Humor, Sarkasmus und Ernst schafft es Tiphaine Rivière uns in den Bann zu ziehen und eine Graphic Novel zu zeichnen, die jedem Studenten aus dem Herzen spricht.



Die Promotion als Zwischenhölle

Von: Eva-Maria Obermann Datum : 20.10.2016

buchblog.schreibtrieb.com/studierst-du-noch-oder-lebst-du-schon-tiphaine-riviere

Jeanne Dargan ist unzufrieden mit ihrem Leben als Lehrerin. Da kommt es ihr gerade recht, dass sie als Doktorandin zugelassen wurde. Enthusiastisch stürzt sie sich zurück in die Uni, ohne Stipendium und Job. Ihr berühmter Doktorvater stellt sich als Egomane heraus, die Institutssekretärin lebt nach dem Motto, wer arbeitet verliert und auch das Unterrichten an der Uni läuft nicht so, wie Jeanne sich das erträumt hat. Außerdem liegt ihr ihre Familie schnell damit in den Ohren, wie lange so eine Promotion denn braucht und was danach eigentlich kommt. Fragen, auf die auch Jeanne keine Antwort weiß.
Die Inhaltsangabe zeigt es deutlich, es geht hier weniger um ein Studium, als eine Promotion. Jeanne geht selbst nicht in Seminare, sondern gibt welche. Das ist ein ziemlicher Unterschied. Gleichzeitig schlittert Jeanne aber gerade darum in die Lethargie des eigenverantwortlichen Lernens und Schreibens. Niemand sagt ihr, was sie zu tun hat, das muss sie schön alleine herausfinden. Und schnell zeigt sich, dass so eine Arbeit gar nicht so einfach zu organisieren ist. Von wegen einfach nur schreiben.
Immer wieder gibt es in der Grafik Novel Zeitsprünge von mehreren Jahren. Dadurch geht durchaus etwas verloren. Jeanne wird von der euphorischen Neudoktorandin zur lethargischen Dauerpromovierenden. Überall sieht sie sich darum angegriffen. Beziehungen, Freundschaften, Familie – Jeanne schafft es einfach nicht, ihre Promotion da auszuklammern und von ihrem Privatleben zu trennen. Ein wichtiger Punkt, der auf viele Promotionssituationen zutrifft. Wer sich tagein tagaus mit einem Thema beschäftigt, dem fällt es schwer, über etwas anderes zu reden. Und der Unwille der Mitmenschen wächst.
Jeanne versteht nicht und wird gleichzeitig missverstanden. Gleichzeitig kann die Dissertation nicht die erste Rolle in ihrem Leben spielen, weil sie Geld verdienen und arbeiten muss, um die Promotion überhaupt zu finanzieren. Keine leichte Situation, die auch an Jeanne ihre Spuren zeigt. Nun ist dieses Grafik Novel aber keinesfalls ein schwarzgezeichnetes Manifest gegen Promotionen. Viel mehr arbeitet es die schwierigen Punkte gelungen komödiantisch ab. Etwa wenn Jeanne nackt in ihrer Wohnung die tiefen Fragen ihrer Dissertation zergrübelt, oder wenn ihr Doktorvater ihr sinnlose Antworten auf ernste Fragen liefert. Ein bisschen schwarzer Humor, durchaus, aber er sitzt.
Dass Jeanne ihr Ziel erreicht, ist ein fragliches Ergebnis. Immerhin zeigt Studierst du noch oder lebst du schon anhand befreundeter Doktoranden die Lage auf dem wissenschaftlichen Arbeitsmarkt – miserabel. Auch die Aussichten, was mit der Promotion am Ende anzufangen ist sind eher ernüchtern – im Grunde nichts. Promovieren, das zeigt sich aber, muss mit Leidenschaft und Durchhaltevermögen angegangen werden. Es ist keine schnelle Sache und eine, die das Leben so vereinnahmt, dass die Frage berechtigt ist, ob ein Doktorand denn noch studiert oder schon lebt. Eine Frage, die Jeanne jedenfalls nicht beantwortet.
Die als Zwischenhölle zugespitzte Situation jedenfalls ist makaber, aber amüsant. Heillos übertrieben, und gerade dadurch im Bann des Sarkasmus auf die Realität ausgerichtet. Die Zeichnungen passend und gerade in ihren Eigenheiten stark. Nicht beschönigend, sondern wie die Geschichte realistisch, sarkastisch, amüsant. Ein Buch, das jedem Promovierenden und allen im Uni-Betrieb Freude machen wird.

Studierst du noch oder lebst du schon?

Von: ShalimaMoon Datum : 18.10.2016

https://shalimasfilmweltenkritik.wordpress.com/

Meine Tage als Studentin waren kurz und sind auch schon wieder ein paar Jährchen her. Trotzdem fühlte ich mich von dem Buch „Studierst du noch oder lebst du schon?“ direkt angesprochen.

Jeanne möchte ihr Sabbatjahr nutzen, um eine Doktorarbeit zu schreiben. So ist sie außer sich vor Freude, als ihr dieses genehmigt wird. Allerdings erhält sie kein Stipendium. Kein Problem, denkt Jeanne, dann arbeite ich halt nebenbei an der Uni. Doch der Alltag als Doktorantin ist ganz anders, als man ihn sich vorstellt.

Tiphaine Rivière war einst selbst Doktorantin, gab dieses jedoch zu Gunsten einer Karriere als Comic-Zeichnerin auf und berichtet nun von ihren Erfahrungen, die sie während ihres dreijährigen Versuches gemacht hat eine Doktorarbeit zu schreiben.
Jeanne ist von ihren Beruf als Lehrerin total genervt, denn ihre Schüler haben keinen Respekt und sind überhaupt nicht zu bändigen. Also beschließt sie ein dreijähriges Sabbatjahr einzulegen (in Frankreich laut Buch ohne Probleme möglich) und in diesen drei Jahren ihre Doktorarbeit zu schreiben. Schnell wird sie auch als Doktorantin angenommen, leider ohne Stipendium. Also will sie nebenbei an der Uni dozieren. Doch das Schreiben einer Doktorarbeit ist trotzdem kein Zuckerschlecken. Die verschiedensten Probleme werden in dieser Graphic Novel ausführlich dargestellt. Durch viele innere Monologe wird die Nähe zur Protagonistin sehr stark, man fühlt durchgängig mit ihr. Durch viele Schilderungen von Alltagssituationen findet man sein eigenes Studentenleben in einigen wieder, was die Nähe noch mehr verstärkt. Gleichzeitig schildert die Graphic Novel jedoch einen Zeitraum von ca. 5 Jahren auf 179 Seiten. Dadurch gibt es viele Zeitsprünge, die nur leider nur selten gekennzeichnet werden, wodurch man zwischendurch doch den Überblick verliert. Doch der Leser kann den Faden schnell wiederfinden, so dass man das Buch gut in ein paar Stunden durchgelesen hat. Die Bilder sind im ganz eigenen Stil gezeichnet und haben dadurch einen ganz persönlichen Charme. Die Handlungen und Emotionen sind alle passend dargestellt, so dass man zu den Denk- und Sprechblasen gleich die richtige Betonung erkennt. Das Bild/Text-Verhältnis ist passend. Der Text ist gut lesbar und überdeckt das Bild dabei nicht. Wenn einmal mehr Text nötig ist, so wurde das Bildmaterial verringert, aber trotzdem passend um den Text drapiert.
Der einzige Haken am Buch ist der Titel. Denn dieser gibt dem Leser das Gefühl, es handele sich um eine Graphic Novel, die wirklich das Leben eines Studenten unter die Lupe nimmt. Denn zwischen Student und Doktorant ist noch einmal ein himmelweiter Unterschied. Aber vielleicht überrascht uns Autorin Rivière mit einer Fortsetzung.

Alles in allem ist „Studierst du noch oder lebst du schon?“ ein kurzweiliges, aber realistisches Abenteuer in die Abgründe eines Doktorantenlebens.

„Studierst du noch oder lebst du schon?“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

Erzähl mal! Wie weit bist du mit deiner Doktorarbeit?

Von: Tallianna Datum : 17.10.2016

https://diagnose-tsundoku.blogspot.de/

Jeannes großer Traum geht in Erfüllung: Sie wird als Doktorandin der Literaturwissenschaften akzeptiert. Enthusiastisch macht sie sich auf, in den nächsten drei Jahren ihre Doktorarbeit zu schreiben. Schnell holt sie jedoch das wahre Leben ein, zwischen schlecht bezahlten Nebenjobs, den Klüngeleien an der Uni und dieser verdammten Arbeit, die einfach nicht fertig werden will.

Als ich die Anzeige für diesen Graphic Novel sah, musste ich ihn sofort lesen. Der Titel passt wie die Faust aufs Auge. Ich habe zwar „nur“ eine Magisterarbeit hinter mir, aber ich kenne das Gefühl, nie fertig zu werden, über der Zeit zu sein und schlussendlich vereinsamt vor dem blinkenden Cursor im Textfeld zu sitzen.
Jeannes Charakter kommt unglaublich gut in den Zeichnungen rüber und entwickelt sehr viel Tiefe. Bei der allweihnachtlichen Inquisition ihrer Familie empfinde ich sehr viel Mitleid mit ihr. Vermutlich jeder, der eine Geisteswissenschaft studiert hat, kennt dieses Gefühl.
Das Ende hat mich ein wenig gestört, besser gesagt, es hat mir zu abrupt aufgehört. Natürlich hat sie ihr Ziel dort erreicht, aber ein wenig mehr hätte den Graphic Novel runder gemacht. Vermutlich wollte die Autorin die Geschichte mit einem Happy End enden lassen. Ich frage mich jedoch, wie es für Jeanne weitergeht (Anstellung, Habilitation etc.). Vielleicht kommt hier zu sehr der Akademiker in mir durch.
Zum Zeichenstil: Eigentlich präferiere ich schöne Zeichenstile, weich und rund. Das ist hier nicht der Fall. Die Zeichnungen sind teils übertrieben, leicht karikiert. Dafür wirkt die Geschichte aber umso authentischer. Bilder und Worte sprechen eine Sprache und übermitteln Jeannes Botschaft.

Ein Must-read für Geisteswissenschaftler, denn ich bin mir sicher, dass sich jeder in dieser Geschichte wiederfindet.

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Bloggerportal zur Rezension zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Studierst du noch oder lebst du schon?

Von: frau.nat Datum : 15.10.2016

https://fraunatbooks.wordpress.com/

Ich hätte nicht erwartet, dass dieses Buch so groß ist! Es ist wirklich ein Schinken, nur ein wenig kleiner als A4. Die Qualität dieses Comicbuches ist einfach super. Die Seiten sind dick und auch der Einband ist sehr fest. Mich haben besonders die Farben des Covers sofort angesprochen. Irgendwie ist es sehr bunt, aber doch alles grünlich/bläulich gehalten. Nur Jeanne und der Titel fallen durch die rote Farbe so richtig auf. Der Klappentext verrät schon sehr gut, worum es in diesem Comic geht. Um Jeanne, die unzufrieden mit ihrem Leben ist, bis sie endlich ihre Doktorarbeit schreiben darf. Erst sehr euphorisch, sinkt die Enthusiasmuskurve gen null und noch weit darunter. Jeder, der studiert (hat) oder über einen längeren Zeitraum harten Prüfungen ausgesetzt war, wird sich in diesem Buch wiedererkennen! Jeanne durchlebt einfach alles! Kleine Funken der Freude, wenn sie doch mal voran kommt; absolute Prokrastination; das Geschwafel der Familie, wie es denn so läuft (maaaaaaaannnnn!!!! *SCREAM*); oder auch die kleine (oder bei ihr große) Krise mit dem Liebsten. Das alles habe ich auch erlebt. Blöde Bürotanten in der Uni, die so gar keinen Bock haben und Dozenten, die sich einen feuchten Pupsi interessieren. Ein Glück war mein Betreuer damals Feuer und Flamme, der hat meine Arbeit eher zerrupt, als einfach nur zu Nicken (was mich auch oft ans Ende meiner Nerven brachte!).
Tiphaine Rivière hat durch ihre Zeichnungen so viel Leben in die Figuren gebracht. Ich selbst finde den „Stil“ der Zeichnungen nicht so sehr ansprechend, ich mag es eher „niedlich“. Dennoch ist es eine großartige Arbeit. Die Mimiken der Figuren sind super getroffen und oft zum Lachen. Ich werde das Buch bestimmt nicht im Regal verstauben lassen und es irgendwann noch einmal zur Hand nehmen. Spätestens, wenn ich doch nochmal daran denke, noch einmal zu studieren. Denn eigentlich habe ich für mich den Entschluss gefasst, dass ich keine Studentin mehr sein möchte. Niemals.

Fazit:

Das ist auch mein erster Comic seit vielen vielen Jahren. Ich war nie so der Comic-Fan, die einzigen, die ich las, waren damals die W.I.T.C.H. und die habe ich geliebt und sie verweilen immer noch in meinem Besitz. Durch dieses Buch habe ich nun auf jeden Fall große Lust, weitere Comics zu lesen. Dennoch ziehe ich einen klitzekleinen Feivel ab. Denn die Farben im Buch waren mir etwas zu trist und matt und ich fand das Ende nicht sehr super. Es kam für mich zu abrupt, weiteres verrate ich dazu nun aber nicht.�� Das Buch ist aber auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

Irrwitzig und charmant

Von: buecherkompass Datum : 12.10.2016

instagram.com/buecherkompass

Jeanne Dargan hat die Nase gestrichen voll. Ihre Schüler gleichen einem Haufen wildgewordener Zoo-Affen, sie sind einfach nicht zu bändigen.

Doch Jeanne hat einen Plan. Um dem Wahnsinn zu entkommen wird sie eine Doktoarbeit schreiben und so zu einer angesehenen Wissenschaftlerin avancieren.

Als die junge Frau die lang ersehnte Zusage für ihre Doktorandenstelle erhält, ist sie sicher: von nun an geht es nurnoch aufwärts. Doch die Welt der Wissenschaft steckt voller Tücken und so lassen die ersten Hürden nicht lange auf sich warten.

Während ihre Eltern noch über das seltsame Verhalten ihrer Tochter rätseln, mutiert Jeanne langsam aber sicher zum Stereotypen eines verzweifelten Doktoranden.

Wird sie ihre Doktorarbeit trotzdem meistern?

MEINUNG

Selten hat mich ein Buch so zum Lachen gebracht wie dieser Graphic Novel.

Da ich selbst Studentin bin, sind mir die im Buch geschilderten Situationen nur allzu bekannt. Und so blieb es nicht aus, dass ich mich bereits auf den ersten Seiten vollkommen mit der Protagonistin identifizierte. Schnell wird offensichtlich, dass auch die Autorin so ihre Erfahrungen mit dem Schreiben einer Doktorarbeit machen durfte. Die Momente sind aus dem Leben gegriffen und versprühen gerade deshalb ihren ganz eigenen Charme.

Alltägliches wird so liebevoll und eingängig skizziert, dass man einfach weiterlesen muss. Auf Jeannes ersten Triumph folgt prompt die erste einschlagende Erkenntnis: das Doktorandenleben ist nicht so glanzvoll wie es scheinen mag. Die Doktorarbeit fordert einen hohen Tribut.

Während Jeanne Organisationstalent und einen eisernen Willen beweisen muss, sorgt auch ihre Familie für Momente am Rande des Nervenzusammenbruchs. Der Leser ist natürlich immer hautnah dabei und darf mit Jeanne mitfühlen, mithoffen und mitlachen.

Die Zeichnungen sind ganz und gar authentisch und mit einer solchen Detailverliebtheit gezeichnet, dass ich zeitweise das Lesen unterbrochen habe, um den Bildern mehr Aufmerksamkeit widmen zu können. Und das obwohl ich eigentlich zu den Menschen zähle, die sonst einfach zu neugierig sind um im Lesen kurz innehalten zu können.

Mit ihren liebevollen Details verschönern die Bilder den Lesefluss nicht nur, sondern unterstreichen zudem tatkräftig die Aussagen des Graphic Novels.

Und so wird die Geschichte um Jeanne die Doktorandin zu dem was sie ist: ein wunderbares und einzigartiges Lesevergnügen.

Von mir gibt es eindeutige fünf Sterne und eine Empfehlung für alle Studenten und die, die es gerne werden wollen.