Leserstimmen zu
Fremdes Leben

Petra Hammesfahr

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Doch wie ist der Unfall damals passiert? War es wirklich ein Unfall oder wollte jemand sie aus dem Weg räumen? Jede Seite ist spannend, ich habe das Gefühl gehabt als wenn ich das was ich lese gerade selber im Buch erlebe. Man macht sich Gedanken, versucht das Rätsel zu lösen bevor das Buch zu Ende ist. Der Roman, ich würde auch eher sagen ein Thriller, ist bis zu Letzt Spannend und verlockt einen dazu das Buch nicht aus der Hand zu legen.

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Zu lange nichts

Von: Romina

02.01.2018

Nach einem Autounfall wird Claudia Beermann in ein Krankenhaus eingeliefert und kämpft dort um ihr Leben und Gedächtnis. Sie weiss so gut, wie garnichts mehr, ausser den einen Satz: "Mach sie tot! Mach sie tot!" So langsam kommen ihr immer wieder einzelne Bilder vor Augen. Ein kleiner Junge, der in einer brennenden Wohnung nach seiner Mutter ruft. Die Mutter erstochen. Oder wie eine Wagen rückwärts einen Hang hinunter stürzt. Ihr Ehemann Carsten, sowie ihr Sohn Maik kommen ihr nicht bekannt vor. Mit der Zeit gelingt es ihr dem ganzen auf die Schliche zu kommen, wobei sie immer wieder neues aus ihrer Kindheit erfährt. Eine Geschichte, die ziemlich interessant klingt. Doch leider geschieht auf den ersten 300 Seiten sogut wie nichts. Ein ewiges hin und her, das kein Ende zu nehmen scheint. Von meiner Sicht hätte man das Buch gut 100 Seiten kürzen können. Hat man dann die ersten 300 Seiten gelesen beginnt das Buch endlich richtig. Es beginnt sich so langsam alles zu klären dank der Nachbarin Inge. Jetzt wird es so richtig spannend und man möchte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Ich hatte schnell mal einen Verdacht, wer es gewesen sein könnte und lag damit auch richtig. Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen. Man kam jetzt nicht sehr schnell voran oder hatte Mühe voran zu kommen. Die Kapitel waren meist nicht zu lang geschrieben. Fazit: Ein Buch, dass man gut kürzen hätte können, darum 3/5 Sternen ;)

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Kritik: Allein der erste Satz im Klappentext ist ein Grund dafür, warum man dieses Buch gelesen haben muss. Petra Hammesfahr konnte mich mit „Roberts Schwester“ und „Die Schuldlosen“ sehr überzeugen. Daher interessierte ich mich weiterhin für ihre Werke. Vom Inhalt erinnert mich dieses Buch stark an die von Joy Fielding, denn bei der amerikanischen Autorin verlieren ihre Protagonisten oft erst ihr Gedächtnis und wissen nicht, wem sie trauen sollten. Das Buch fing gleich spannend an, denn ich als Leserin tappte genauso wie die Frau, die hier Claudia zu heißen scheint, im Dunkeln. Sie wacht nach fast zwei Jahren aus Koma auf und erfährt, dass sie einen erwachsenen Sohn und einen Ehemann hat. Beide helfen ihr dabei, wieder ins Leben zurück zu finden. Doch nach und nach merkt sie, dass etwas nicht stimmt und man ihr etwas vorenthält. Ist sie nun in Gefahr? Der Anfang packte mich so sehr, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, denn ich wollte wissen, ob ihr Ehemann und ihr Sohn ihr etwas vormachten und was es mit dem Unfall zu tun hat. Doch mittendrin legte sich die Spannung und es kam zu vielen Wiederholungen, die nicht notwendig waren. So zog sich die Handlung in die Länge. Die Autorin beschrieb die Protagonisten realitätsnah. Als Leserin stellte ich mir die Fragen: Wer ist diese Frau? Ist der Mann wirklich ihr Ehemann? Stimmt es, was er ihr erzählt? Verbergen er und sein Sohn etwas? War es ein Unfall? All die Fragen werden nach und nach beantwortet. Jedoch schafft sie das auch mit Hilfe ihrer Nachbarin, die ihr ihre wahre Identität nicht vorenthält. Der Anfang und die Idee für das Buch waren grandios, doch das Ende war wie ein Schlag ins Gesicht. Und das im negativen Sinn. Warum? Es fing interessant an und endete so, als hätte die Autorin keine Lust mehr auf den Schluss gehabt. Fazit: Alle Petra Hammesfahr Fans sollten sich ein Bild von diesem Buch machen, denn die Geschmäcker sind hier unterschiedlich. Mich packte das Buch in den ersten 150 Seiten, doch dann ließ die Spannung nach. Jedoch erschuf die Autorin grandiose Protagonisten mit faszinierenden Charakterzügen und ein interessantes Setting.

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„Vorsicht Spoiler!“ Zusammenfassung: Als Claudia die Augen aufschlägt, kann sie sich an nichts erinnern. Weder wie sie in das Krankenhaus gekommen ist, noch was geschehen ist. Mit der Zeit schleichen sich Bruchstücke in ihre Erinnerung. Keine Angenehmen, denn dann wäre sie eine Mörderin. Die Fremden, die sich als ihren Sohn und ihren Mann vorstellen, bringt sie keine geeigneten Gefühle entgegen. Die Bruchstücke ihrer Erinnerung sind intensiv und Claudia hat Angst. Wenn sie der Wahrheit entsprechen, dann sollte sie beseitigt werden. Claudia erholt sich langsam und fährt zur Reha. Dort versucht ein Psychologe, ihre traumatischen Erinnerungen zu lichten. Sie muss feststellen, dass sie schon seit Jahren von ihrem Mann getrennt lebt. Sie sind allerdings noch nicht geschieden. Ihr Mann und seine neue Lebensgefährtin helfen ihr und Claudia erhält nach der Reha eine eigene kleine Wohnung. Auch künftig, versucht der Psychologe ihr zu helfen. Allerdings muss er erleben, dass ein Mörder es auf Claudia abgesehen hat. Durch Zufall kann Claudia ihre lückenhaften Erinnerungen endlich zusammensetzen und muss entsetzt feststellen, dass der Mörder kein Unbekannter ist. Meine Meinung: Es muss furchtbar sein, keine Erinnerung zu haben! Dein Leben existiert nicht! Mir hat die Geschichte gut gefallen. Es ist ein Krimi, aber auch gleichzeitig ein Thriller. Die Autorin hat die Zwiespalte der menschlichen Seele gut verarbeitet. Aus Angst und gleichzeitiger Gier soll ein Mensch ermordet werden. Aber auch die traumatischen Erfahrungen und Erlebnisse der Protagonistin kommen gut rüber. Ihre Angst, ihre Hoffnung und der Verlust sind glaubwürdig. Ebenso wie sie versucht, wieder am Leben teilzuhaben. Auch das Motiv der Schuld, der Verrat, die Sühne und trotzdem die Vergebung - ist eine ungewöhnliche Mischung und damit war ich am Ende des Buches überrascht. Anstatt Rache – Vergebung! Eine ungewöhnliche Verbindung – Realität und Fiktion der Erinnerung. Die Geschichte lässt sich übersichtlich lesen, auch der Spannungsbogen ist präsent, da Realität und Fiktion sich erst im Laufe der Geschichte aufklären. Die Dramatik ergibt sich aus den Bruchstücken der Erinnerung. Der Titel passt hervorragend, ebenso gefällt mir das Cover – es ist doppeldeutig. Fazit: Eine Geschichte, die nicht nur traumatische Erlebnisse beinhaltet, sondern auch den Umgang mit Schuldgefühlen und dem größten Aspekt – der Vergebung! Schon dafür gibt es einen Stern!

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Fremdes Leben 4 DIANA Verlag 19,99 € Hardcover 496 Seiten Inhalt: "Mach sie tot, mach sie tot!" Mit diesen Worten im Kopf erwacht eine Frau auf einer Intensivstation. Doch wer hat das gesagt? War sie gemeint? Wer ist sie überhaupt? Fast zwei Jahre soll sie im Koma gelegen haben, doch sie weiß nichts mehr. Den Mann, der sie mit Claudia anspricht und sich als ihr Ehemann Carsten Beermann vorstellt, kennt sie nicht. Auch der erwachsene Sohn, der von seiner leidvollen Kindheit erzählt, ist ihr fremd. Erst als sie sich an einen kleinen Jungen erinnert, der in einer brennenden Wohnung nach seiner Mutter ruft, keimt in ihr ein entsetzlicher Verdacht … Meine Meinung: Das Cover wirkt geheimnisvoll und leicht düster. Gemeinsam mit dem Klappentext sprach es mich an und ich musste es unbedingt lesen. Eine Frau wacht aus dem Koma auf und erinnert sich an nichts. Nach und nach setzt sie Bruchstücken von Erinnerungen zusammen. Sie lernt ihren vermeintlichen EX-Mann kennen und erfährt so langsam. dass sie keinen Unfall hatte, sondern ermordet werden sollte. Petra Hammesfahr erzählt den Weg der Frau zurück ins Leben. Leider an manchen Stellen sehr langgezogen und nicht so spannend, wie man es als treuer Leser gewohnt ist. Einige Wendungen und Nebenstränge kamen mir etwas überspitzt vor. die Geschichte an sich hat einen wirklich interessante Kernhandlung, die man super ausbauen kann. Der Schreibstil ist wie immer flüssig, bildhaft und klar. Auch die einzelnen Erzählsichten, die stetig wechseln, sind gut abgegrenzt und für den Leser klar erkennbar. Es war spannend die einzelnen Teile des Lebens der uns unbekannten Frau zusammenzusetzen, allerdings nahm die Spannung zum Ende hin deutlich ab. Mir persönlich hätte ein bisschen mehr Spannung gut getan. Vielleicht hatte ich durch die bereits gelesenen Bücher der Frau Hammesfahr zu hohe Erwartungen an das Buch. ich vergebe 3,5 von 5 Herzen <3 <3 <3 <

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Zum Inhalt: Den eigenen Albträumen ausgeliefert. Ohne Erinnerung. Nur mit der Gewissheit, dass jemand sterben sollte... "Mach sie tot, mach sie tot!" Mit diesen Worten im Kopf erwacht eine Frau auf einer Intensivstation. Doch wer hat das gesagt? War sie gemeint? Wer ist sie überhaupt? Fast zwei Jahre soll sie im Koma gelegen haben, doch sie weiß nichts mehr. Den Mann, der sie mit Claudia anspricht und sich als ihr Ehemann Carsten Beermann vorstellt, kennt sie nicht. Auch der erwachsene Sohn, der von seiner leidvollen Kindheit erzählt, ist ihr fremd. Erst als sie sich an einen kleinen Jungen erinnert, der in einer brennenden Wohnung nach seiner Mutter ruft, keimt in ihr ein entsetzlicher Verdacht … Über die Autorin: Petra Hammesfahr wurde mit ihrem Bestseller "Der stille Herr Genardy" bekannt. Seitdem erobern ihre Spannungsromane die Bestsellerlisten, werden mit Preisen ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt, wie "Die Lüge" mit Natalia Wörner in der Hauptrolle. Zuletzt erschienen: "Die Frau, die Männer mochte", "An einem Tag im November" und "Fremdes Leben". Mein Fazit und meine Rezension: Die Autorin Petra Hammesfahr ist bekannt für Spannungsromane, jedoch ist dieser Roman ziemlich verwirrend. Ich kenne sämtliche Romane der Autorin und war bislang auch immer ausnahmslos begeistert, doch scheint sie wohl in mit ihrem neuen Roman auch eine neuen Schreibstil gefunden zu haben. Petra Hammesfahr schildert die Rückkehr einer Frau in ihr altes Leben. Aus dem Koma erwacht, kaum fähig sich zu bewegen, geschweige denn sich zu artikulieren, findet sich Claudia Beermann auf der Intensivstation eines Krankenhauses wieder. Zwei Jahre lang hat sie im Koma gelegen. Wie sie dorthin gelangt ist und was vorgefallen ist, entzieht sich ihrer Erinnerung. Das einzige, was sie jedoch weiß - und auch hört - sind die penetranten Stimmen in ihrem Kopf mit einer makaberen Botschaft: „Mach sie tot, mach sie tot“! Nach und nach blitzen Erinnerungen auf und zeigen ihr ein Kind in einem brennenden Zimmer. Doch diese Bilder können ihr nicht helfen und werfen weitere Fragen auf: wer ist dieses Kind? Wer ruft ständig diese verstörenden Worte? Wer ist sie? Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser mehr über Claudia und ihr bisheriges Leben. Das Koma ist die Folge eines Autounfalls unter Alkoholeinfluss. Leider machen eben diese Details (und auch weitere) Claudia nicht gerade sympathisch: weder für die Figuren im Buch, noch für den Leser selbst! Die verwirrte Patientin wird als Narzisstin und Egoistin beschrieben und soll mehr mit sich selbst, als mit ihrer Familie beschäftigt gewesen sein. Doch auch von diesen Erzählungen sollte man sich als Leser nicht irritieren lassen und sich stets eine eigene Meinung bilden. Denn nicht immer besteht die Welt aus Schwarz und Weiß, es gibt auch viele Grautöne und Schattierungen, die sich dazwischen verstecken. Diese Symbolik kann auch hier angewandt werden. So wird im weiteren Verlauf der Geschichte klar, dass auch Claudias Leben aus Intrigen, Streit, Eifersucht und Misstrauen bestanden hat. Vielleicht war das Koma auch eine Fluchtmöglichkeit für sie? Die Geschichte machte bereits zu Beginn Lust auf mehr und so war es für mich ein Leichtes, die ersten paar Kapitel in wenigen Stunden zu lesen. Doch zur Mitte des Buches hin, wurde es immer zäher, der Schreibstil immer langatmiger und der rote Faden hat sich irgendwann gänzlich verabschiedet. Es war für mich sehr schwer weiter zu lesen und nicht einfach das Buch aus der Hand zu legen. Von Petra Hammesfahr bin ich solche Geschichten nicht gewohnt und ich bin mir auch nicht sicher, ob mir das gefällt. Erst zum Ende hin hat die Autorin wieder zu ihrer alten Form gefunden und mit dem Rest ihrer Geschichte rasant wieder die Fahrt aufgenommen! Selbst die Lösung war für mich überraschend und gar nicht so vorhersehbar, wie ich zunächst angenommen hatte und - wie ich zugeben muss - die ich so von der Autorin absolut nicht erwartet hätte: ein Ende mit "Happy End"! Das ist mir in ihren Büchern bislang noch nicht untergekommen ... Vielleicht werdet ihr eine andere Meinung von diesem Buch haben, doch ehrlich gesagt, war ich enttäuscht. Meine Erwartungen an die Geschichten von Petra Hammesfahr sind ziemlich hoch, denn sie selbst hat die "Latte" hoch angesetzt! Das Buch "Fremdes Leben" passt meiner Meinung nach absolut nicht zu ihren bisherigen Geschichten und ihrem Schreibstil. Ich habe das Buch gern gelesen, wenn es auch oftmals sehr angestrengt hat, muss es aber nicht noch einmal lesen.

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"Wer bin ich?" - kein Ratespiel, sondern eine überlebenswichtige Frage Eine Frau wacht auf der Intensivstation eines Krankenhauses aus dem Koma auf und erinnert sich an nichts: nicht an ihren Namen, nicht an ihr Leben, nicht an die Menschen, die ihr wichtig sein könnten. Mit diesem Szenario beginnt Fremdes Leben, der neueste Roman von Petra Hammesfahr. Ein Stückwerk aus Erinnerungen Sie ist sich völlig sicher: Die Frau, mit deren Namen sie die Ärztin im Krankenhaus anspricht, ist sie nicht. Mit "Claudia Beermann" verbindet sie rein gar nichts. Sie ist Cilly Castrup, die Frau von Achim Castrup. Und sie ist sich sicher: Ihr Mann hat ihr eine Falle gestellt, um sie loszuwerden. Ganz deutlich kann sie sich daran erinnern, dass sie mit ihm in der Dunkelheit in ihrem SUV einen Aussichtspunkt angesteuert hatte, der sich in einem Steinbruch befand. Doch dann hatte Achim von einem merkwürdigen Geräusch im Motorraum gesprochen und angehalten. Sie hatte nichts dergleichen gehört, aber das musste ja nichts heißen. Achim war ausgestiegen, hatte die Motorhaube aufgeklappt, und dann hatte sich der Wagen rückwärts den steil abfallenden Weg hinunter in Bewegung gesetzt. Sie hatte es nicht mehr bis zur Bremse geschafft; wo sich der Schalter für die Handbremse befand, hatte sie nicht gewusst. Achim hatte nur dagestanden, mit hängenden Armen, und ihr ausdruckslos hinterhergesehen. Er hatte keinen Finger gerührt, um ihr zu helfen. Er hatte gewollt, dass sie stirbt. Das Letzte, an das sich die Frau, die mit "Frau Beermann" angesprochen wird, erinnern kann, ist der verschneite Steinbruch und ein einsamer Bauwagen. Und die kreischende Frauenstimme, die immer wieder "Mach sie tot! Mach sie tot!" schrie. Erinnerungen sind wie ein Kartenspiel, das immer wieder neu gemischt wird Je klarer sie wird, desto mehr Erinnerungsfetzen tauchen in ihrem Kopf auf. Die sie behandelnde Ärztin klärt sie über den Grund ihrer Einlieferung ins Krankenhaus auf: Sie hatte Ende 2012, also vor fast zwei Jahren, einen so schweren Autounfall, dass ihr Leben nur noch an einem seidenen Faden gehangen hatte und sie nach dem damaligen Klinikaufenthalt in eine private Pflegestelle gebracht worden ist. Niemand hatte daran geglaubt, dass sie je wieder aus dem Koma erwachen würde. Ihr Sterben war die wahrscheinlichste Variante gewesen. Nachdem man sie in der Pflegestelle fast zu Tode "gepflegt" hatte, war sie mit dem Rettungswagen in dieses Krankenhaus gebracht worden. Ihr Mann hatte die private Betreuung bezahlt. Sie ist also verheiratet, und zwar mit einem Carsten Beermann. Doch der braucht ein paar Tage, ehe er sich zum ersten Mal an ihrem Krankenbett sehen lässt. Von ihm erfährt sie im Laufe mehrerer Besuche immer mehr Details aus ihrem Leben, an das sie sich fast nicht erinnern kann. Carstens Schilderungen zufolge war sie ein eitles, selbstsüchtiges Miststück, das auch als Mutter - einen Sohn gibt es also auch noch! - komplett versagt hat. Sie soll sogar fremdgegangen sein. Wie, um noch alles zu verschlimmern, tauchen immer wieder Erinnerungen auf, die sie in einem noch schlechteren Bild erscheinen lassen: Sie sieht einen an der Decke baumelnden Mann, eine junge Frau, die erstochen in einem brennenden Bett liegt und einen kleinen Jungen, der sich in einem Gitterbettchen in der brennenden Wohnung befindet und weinend nach seiner Mama ruft. Ihr ist völlig klar, dass sie es war, die die Frau umgebracht hat und dass sie nichts getan hat, um deren Sohn vor dem sicheren Feuertod zu retten. Ein Mordversuch ist nicht genug Die Zeichen verdichten sich, dass es sich bei der Patientin tatsächlich um Claudia Beermann handelt, aber diese Erkenntnis führt zunächst nicht unbedingt dazu, dass ihre Erinnerungslücken aufgefüllt werden würden. Sie erfährt, dass sie mit ihrem Mann zwar noch verheiratet ist, er aber mittlerweile in einer neuen Beziehung lebt und sogar wieder Vater geworden ist. Claudia Beermann schafft es, in der Rehaklinik ein Stück Selbstständigkeit zurückzugewinnen und eine kleine Wohnung zu beziehen, die ihr ihr Mann besorgt hat. Sie ist finanziell von seiner Unterstützung abhängig, weiß allerdings von ihm, dass sie Carsten vor ihrem Unfall mehrere zehntausend Euro für Umbauten in seinem Autohaus geliehen hat. Warum hatte sie das getan, wenn ihre Ehe seiner Schilderung nach längst in Trümmern lag? Und woher hatte sie so viel Geld? Nicht nur hier stößt sie auf Ungereimtheiten und ist sich nicht sicher, wem sie überhaupt vertrauen kann. Auf der Suche nach der Vergangenheit fährt sie zum Haus, in dem sich die Pflegestelle befunden hat. Im Ort wird sie fast von einem Pkw überfahren, der ihr bekannt vorkommt und findet ihr Auto an einer ganz anderen Stelle wieder, als sie es abgestellt hatte. Für sie steht fest, dass es jemanden gibt, der sie aus dem Weg räumen will. Doch sie lässt sich nicht einschüchtern und fährt in das Dorf, in dem sie bei ihrer Großmutter aufgewachsen ist. Dort wird sie von Inge, einer früheren Nachbarin, angesprochen, die sie gut zu kennen scheint, an die sich Claudia allerdings nicht erinnern kann. Sagt Inge ihr die Wahrheit über ihr früheres Leben? Guter Plot mit Schwächen Fremdes Leben ist nicht der erste Roman, den ich von Petra Hammesfahr gelesen habe, alle vorangegangenen haben mir allerdings besser gefallen. Das Buch hatte wie erwartet einen starken psychologischen Einschlag, als Leser ist man angesichts der sehr unterschiedlichen Erinnerungen und Schlussfolgerungen von Claudia Beermann zunächst genauso ratlos wie sie. An manchen Stellen keimt eine Ahnung dessen auf, was sich an dem Tag, an dem sich das Leben der Hauptperson so grundlegend verändert hat, abgespielt haben könnte. Aber die Art, wie die Figur der Inge beschrieben wird, erinnert stark an einen selbstlosen Samariter. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Frau, die zwar im Haus gegenüber der Großmutter wohnt, zu der der Kontakt aber immer eher oberflächlich gewesen ist, in einer Weise einsetzt, wie man sie von nahen Angehörigen oder der besten Freundin erwarten würde, finde ich relativ gering. Inge spielt allerdings eine Schlüsselrolle bei der Aufklärung dessen, was Claudia Beermann zugestoßen ist. Sie weiß außerdem bestens über deren Lebensumstände seit ihrer Kindheit bescheid. An dieser Stelle wird mir die Handlung zu unglaubwürdig. Auch die Art und Weise, wie Claudia letztendlich mit den gewonnenen Erkenntnissen umgeht und welche Entscheidung sie bezüglich des Umgangs mit den Tätern trifft, habe ich als unwahrscheinlich empfunden. Abgesehen von diesen Kritikpunkten ist Fremdes Leben ein Buch, das seine Leser durchgehend bei der Stange hält und für angenehme Lesestunden sorgt.

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Kurzbeschreibung: "Mach sie tot, mach sie tot!" Mit diesen Worten im Kopf erwacht eine Frau auf einer Intensivstation. Doch wer hat das gesagt? War sie gemeint? Wer ist sie überhaupt? Fast zwei Jahre soll sie im Koma gelegen haben, doch sie weiß nichts mehr. Den Mann, der sie mit Claudia anspricht und sich als ihr Ehemann Carsten Beermann vorstellt, kennt sie nicht. Auch der erwachsene Sohn, der von seiner leidvollen Kindheit erzählt, ist ihr fremd. Erst als sie sich an einen kleinen Jungen erinnert, der in einer brennenden Wohnung nach seiner Mutter ruft, keimt in ihr ein entsetzlicher Verdacht... Zur Autorin: Petra Hammesfahr wurde mit ihrem Bestseller Der stille Herr Genardy bekannt. Seitdem erobern ihre Spannungsromane die Bestsellerlisten, werden mit Preisen ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt, wie Die Lüge mit Natalia Wörner in der Hauptrolle. Zuletzt erschienen: Die Frau, die Männer mochte, An einem Tag im November und Fremdes Leben. Meinung: Die 48-jährige Claudia Beermann wacht nach fast zwei Jahren im Koma wieder auf, nachdem sie einen schrecklichen Autounfall durch Alkohol am Steuer hatte, bei dem sie sich schwere Verletzungen im Gesicht und an den Beinen zuzog. Doch ihr Gedächtnis lässt sie vollkommen im Stich. Sie hält sich für die Mittdreißigerin Cilly Castrup. Auch ihr Ehemann Carsten und der gemeinsame erwachsene Sohn Maik sind ihr völlig fremd. Erst nach und nach stellen sich einzelne Gedächtnisfragmente wieder ein, die sie aber nicht richtig zuordnen kann. Demnach hat bei ihrem Unfall jemand nachgeholfen, sie erinnert sich ebenso an eine Affäre ihres Mannes, die getötet wurde und deren Sohn in einer Wohnung verbrannte. Hat Claudia damit etwas zu tun? Und wer ist für ihren Unfall, der sie das Leben kosten sollte, verantwortlich? Mit Fremdes Leben legt Petra Hammesfahr ihren neuesten Roman vor, der sehr psychologisch angehaucht ist und in die tiefe Seele von Protagonistin Claudia Beermann blicken lässt. Claudia Beermann weiß anfangs nicht, wer sie ist. Durch Erzählungen und Erinnerungen ihres Mannes Carsten, von dem sie seit einigen Jahren schon getrennt lebt, und ihrem gemeinsamen Sohn Maik war sie in ihrem bisherigen Leben alles andere als eine treusorgende Ehefrau und Mutter. Die beiden stellen sie als egoistisch und narzisstisch dar, und dies macht sie für den Leser zu Beginn recht unsympathisch. Stück für Stück wird aber klar, dass hinter der Person Claudia viel mehr steckt. Der Leser ist hautnah dabei, wenn sich Erinnerungslücken bei ihr schließen und wie ein Puzzle die Lebensgeschichte von ihr aufgedeckt wird. Somit fiebert man mit ihr mit und ist gespannt, wer hinter ihrem schrecklichen Unfall steckt und was für ein Motiv der Täter haben könnte. Auf die Nebencharaktere wird nicht so viel Augenmerk gelegt, da Claudia Beermann viel Platz mit ihrer Geschichte einnimmt, was durchaus nachvollziehbar ist. Ihr Ehemann Carsten entpuppt sich als ein Waschlappen, der sie so gut wie gar nicht während ihres langen Klinikaufenthalts besucht hat. Vielmehr lebt er bereits in einer neuen Partnerschaft mit Manuela, mit der er auch eine eigene kleine Tochter hat. Auch der Sohn Maik hat sich in dieser Zeit nicht großartig um seine Mutter gekümmert, da er viele Kilometer entfernt mit seiner Freundin Jasmin wohnt und nie das beste Verhältnis zwischen Mutter und Sohn geherrscht hat. Petra Hammesfahr enthüllt Claudias wahre Geschichte wie bei einem Puzzle Stück für Stück. Intrigen, Eifersucht und Misstrauen spielen hier eine sehr gewichtige Rolle, bei jedem Charakter fragt man sich unwillkürlich, ob er das ist, was er vorgibt zu sein oder ob nur eine Rolle gespielt wird. Dies hat Petra Hammesfahr gewohnt gekonnt umgesetzt, auch wenn mir der Mittelteil ein wenig zu langatmig und ausschweifend bis ins kleinste Detail erzählt wurde. Das Ende konnte mich definitiv überraschen, mit dieser Auflösung hätte ich so nicht gerechnet. Somit kann ich Fremdes Leben durchaus weiterempfehlen unter der Tatsache, dass man sich nicht auf einen Thriller freuen sollte, sondern auf einen gut durchdachten psychologischen Roman, der bis in die Tiefen geht. Fazit: Fremdes Leben erzählt eindrücklich die Geschichte der langjährigen Komapatientin Claudia Beermann, die mit massiven Gedächtnislücken erwacht. Petra Hammesfahr hat daraus eine spannende Geschichte gemacht, in der jeder Charakter Misstrauen erweckt und mit einer Auflösung aufwartet, die zu verblüffen vermag.

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